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Patent Searching and Data


Title:
SCREENING DEVICE FOR CONTROL SCREENING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2007/090305
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a screening device (1) for a pulverulent or granular material, in particular a control screen for milled products such as flour, middlings or semolina. The device has an inlet (2) for material to be screened, an outlet (3) for rejections and an outlet (4) for undersize. Furthermore, the screening device comprises a screen frame (5) with a screen (5a) fastened thereto and a base framework (8). The screen frame (5) is mounted such that it can move relative to the base framework (8) of the screening device (1) and is coupled to a vibrating source (7) by means of which the screen frame (5) can be made to move with vibrating movements relative to the base framework (8) of the screening device. During operation, the screen frame (5) can be made to move with vibrating movements whose frequency is in the range from 15 Hz to 100 Hz and whose amplitude is in the range from 0.1 mm to 6 mm.

Inventors:
OURIEV, Boris (Lehmwiessstrasse 7, Niederuzwil, CH-9244, CH)
SCHLIEN, Oliver (Am Tannenhof 24, Konstanz, 78464, DE)
HOEHENER, Manuel (Sonnenbergstrasse 23, Uzwil, CH-9240, CH)
SCHÖNENBERGER, Niklaus (Ramsen 2640, Herisau, CH-9100, CH)
GEISSBÜHLER, Roger (Franzosenweg 4, Frauenfeld, CH-8500, CH)
Application Number:
CH2007/000039
Publication Date:
August 16, 2007
Filing Date:
January 29, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BÜHLER AG (Bahnhofstrasse, Uzwil, CH-9240, CH)
OURIEV, Boris (Lehmwiessstrasse 7, Niederuzwil, CH-9244, CH)
SCHLIEN, Oliver (Am Tannenhof 24, Konstanz, 78464, DE)
HOEHENER, Manuel (Sonnenbergstrasse 23, Uzwil, CH-9240, CH)
SCHÖNENBERGER, Niklaus (Ramsen 2640, Herisau, CH-9100, CH)
GEISSBÜHLER, Roger (Franzosenweg 4, Frauenfeld, CH-8500, CH)
International Classes:
B07B1/42; B07B1/44; G01N15/02; B07B1/42; G01N15/02
Attorney, Agent or Firm:
BÜHLER AG (Bahnhofstrasse, Uzwil, CH-9240, CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Siebvorrichtung (1 ) für ein pulverförmiges bis körniges Material, insbesondere Kontrollsieb für Müllereiprodukte wie Mehl, Dunst oder Griess, mit einem Siebgut- Einlass (2), einem Siebabstoss-Auslass (3) und einem Siebdurchfall-Auslass (4), wobei die Siebvorrichtung einen Siebrahmen (5) mit einem daran befestigten Sieb (5a) sowie ein Grundgestell (8) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) relativ zum Grundgestell (8) der Siebvorrichtung (1) beweglich gelagert und mit einer Schwingungsquelle (7) gekoppelt ist, durch die der Siebrahmen (5) relativ zum Grundgestell (8) der Siebvorrichtung in Sphwingungsbewegungen versetzbar ist.

2. Siebvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Siebvorrichtung (1) in einer Pneumatikleitung angeordnet ist.

3. Siebvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) in Schwingungsbewegungen versetzbar ist, deren Frequenz im Bereich von 15 Hz bis 100 Hz und deren Amplitude im Bereich von 0,1 mm bis 6 mm liegen.

4. Siebvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Frequenzbereich der Schwingungsbewegungen zwischen 40 Hz und 80 Hz liegt.

5. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) mittels mindestens einer Schwingfeder-Anordnung (6) an dem Grundgestell (8) schwingbar gelagert ist, so dass eine durch den Siebrahmen (5) und die Schwingfeder-Anordnung (6) bestimmte Schwingeinheit vorliegt.

6. Siebvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebrahmen- Betriebsschwingungen im Bereich von 90% bis 110%, insbesondere im Bereich

von 95% bis 105%, der Resonanzfrequenz der Siebrahmen-Grundgestell- Schwingung liegen.

7. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsschwingungen 50 Hz betragen.

8. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsschwingungen 60 Hz betragen.

9. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsquelle (7) eine Quelle für mechanische Schwingungen bzw. Vibrationen ist und die Schwingungsquelle (7) mit dem Siebrahmen (5) mechanisch gekoppelt ist.

10. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsquelle (7) eine Quelle für mechanische Schwingungen bzw. Vibrationen ist und die Schwingungsquelle (7) mit dem Siebrahmen (5) induktiv gekoppelt ist.

11. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsquelle (7) eine Quelle für mechanische Schwingungen bzw. Vibrationen ist und die Schwingungsquelle (7) mit dem Siebrahmen (5) kapazitiv gekoppelt ist.

12. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsquelle (7) eine Quelle für elektromagnetische Schwingungen bzw. Vibrationen ist und die Schwingungsquelle (7) mit dem Siebrahmen (5) induktiv gekoppelt ist.

13. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsquelle (7) eine Quelle für elektromagnetische Schwingungen bzw. Vibrationen ist und die Schwingungsquelle (7) mit dem Siebrahmen (5) kapazitiv gekoppelt ist.

14. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) linear mit einem Freiheitsgrad an dem Grundgestell (8) gelagert und mit der Schwingungsquelle gekoppelt ist, so dass der Siebrahmen in eine lineare Hin- und Herbewegung versetzbar ist.

15. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) planar mit zwei Freiheitsgraden an dem Grundgestell (8) gelagert und mit der Schwingungsquelle gekoppelt ist, so dass der Siebrahmen in eine kreisende, insbesondere elliptische Bahnbewegung versetzbar ist.

16. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) relativ zum Grundgestell (8) der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit einer ersten Schwingungsquelle (7) gekoppelt ist, durch die der Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung in Schwingungsbewegungen versetzbar ist, und dass die Siebvorrichtung einen Ausgleichskörper aufweist, der relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit einer zweiten Schwingungsquelle gekoppelt ist.

17. Siebvorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schwingungsquelle und die zweite Schwingungsquelle zueinander gegenphasig antreibbar sind.

18. Siebvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) und der Ausgleichskörper linear mit einem Freiheitsgrad an dem Grundgestell gelagert und mit der ersten Schwingungsquelle bzw. der zweiten Schwingungsquelle gekoppelt sind, so dass der Siebrahmen in eine lineare Hin- und Herbewegung versetzbar ist und der Ausgleichskörper in eine zur Bewegung des Siebrahmens gegenphasige Hin- und Herbewegung versetzbar ist.

19. Siebvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsvektoren der ersten und der zweiten Schwingungsquelle (7, 7) kollinear sind und dass die Schwerpunkte der Siebrahmen/Sieb-Einheit und des Ausgleichskör-

pers auf der durch die kollinearen Schwingungsvektoren definierten Geraden liegen.

20. Siebvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Siebrahmen (5) und der Ausgleichskörper planar mit zwei Freiheitsgraden an dem Grundgestell gelagert und mit der ersten Schwingungsquelle bzw. der zweiten Schwingungsquelle gekoppelt sind, so dass der Siebrahmen in eine kreisende, insbesondere elliptische Bahnbewegung versetzbar ist und der Ausgleichskörper in eine zur Bewegung des Siebrahmens gegenphasige kreisende Bewegung versetzbar ist.

21. Siebvorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schwingungsvektoren der ersten und der zweiten Schwingungsquelle koplanar sind und dass die Schwerpunkte der Siebrahmen/Sieb-Einheit und des Ausgleichskörpers in der durch die koplanaren Schwingungsvektoren definierten Ebene liegen.

22. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungsvektor eine Komponente senkrecht zur Siebebene des Siebrahmens besitzt.

23. Siebvorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungsvektor eine Komponente senkrecht und eine Komponente parallel zur Siebebene des Siebrahmens besitzt.

24. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichskörper ein zweiter Siebrahmen ist, der relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit der zweiten Schwingungsquelle gekoppelt ist.

25. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgleichskörper das Grundgestell verwendet wird.

26. 26 Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 25 dadurch gekennzeichnet, dass die Masse M1 und die Vektorkomponenten der Amplitude A1 des Schwingungsvektors der Siebrahmen/Sieb-Einheit einerseits und die Masse M2 die Vektorkomponenten der Amplitude A2 des Schwingungsvektors des Ausgleichskörpers bzw. des zweiten Siebrahmens sich verhalten wie

0,5 < (A1 x M1 ) / (A2 x M2) < 1 ,5.

27. Siebvorrichtung nach Anspruch 26 dadurch gekennzeichnet, dass für das Verhältnis gilt: 0,8 < (A1 x M1 ) / (A2 x M2) < 1 ,2.

28. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingfeder-Anordnung (6) mindestens eine Schraubenfeder (61 , 62, 63, 64) aufweist.

29. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingfeder-Anordnung (6) mechanisch vorgespannt ist.

30. Siebvorrichtung nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, dass jede Schwingfeder-Anordnung (6) mindestens eine obere Schraubenfeder (61 , 63) und mindestens eine untere Schraubenfeder (62, 64) aufweist, wobei die mindestens eine obere Schraubenfeder (61 , 63) zwischen einem Teil des Siebrahmens (5) und einem oberen Teil (81 ) des Grundgestells eingespannt ist und die mindestens eine untere Schraubenfeder (62, 64) zwischen einem Teil des Siebrahmens (5) und einem unteren Teil (82) des Grundgestells (8) eingespannt ist.

31. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass bei der mindestens einen Schraubenfeder (61 , 62, 63, 64) die Verbindungsgerade durch das erste Ende der Schraubenfeder-Windung und durch das zweite Ende der Schraubenfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder-Längsachse verläuft.

32. Siebvorrichtung nach Anspruch 30 oder 31 , dadurch gekennzeichnet, dass bei jeder der Schraubenfedern (61 , 62, 63, 64) die Verbindungsgerade durch das ers-

te Ende der Schraubenfeder-Windung und durch das zweite Ende der Schraubenfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder-Längsachse verläuft.

33. Siebvorrichtung nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen der Richtung der Verbindungsgerade und der Richtung der Schraubenfeder-Längsachse im Bereich von 1° bis 45° und insbesondere im Bereich von 5° bis 30° liegt.

34. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass bei allen Schraubenfedern (61 , 62, 63, 64) der Schwingfeder-Anordnung (6) der parallel zur Schraubenfeder-Längsachse gemessene Abstand (S 1 ) zwischen den einander zugewandten Oberflächen des ersten Federendes und der zum ersten Federende benachbarten Windung sowie der parallel zur Schraubenfeder- Längsachse gemessene Abstand (s 2 ) zwischen den einander zugewandten Oberflächen des zweiten Federendes und der zum zweiten Federende benachbarten Windung grösser ist als die Amplitude der Dehnschwingung bzw. die maximale Dehnung der Feder (d ma χ) dividiert durch die Anzahl (n) der Windungen der jeweiligen Schraubenfeder, d.h. Si > d max / n und S 2 > d max / n.

35. Siebvorrichtung nach einem der Ansprüche 30 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass das am Siebrahmen (5) anliegende Ende und das am Grundgestell (8) anliegende Ende der Schraubenfedern (61 , 62, 63, 64) jeweils planar ausgebildet ist, so dass jeweils eine zum Siebrahmen (5) weisende ebene Berührungsfläche und eine zum Grundgestell weisende ebene Berührungsfläche vorhanden ist.

36. Siebvorrichtung nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden e- benen Berührungsflächen zueinander parallel sind und nicht-orthogonal zu der Schraubenfeder-Längsachse sind.

37. Siebvorrichtung nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen der Richtung der Normalen zu den Berührungsebenen und der Richtung der Schraubenfeder-Längsachse im Bereich von 1 ° bis 30° und insbesondere im

Bereich von 5° bis 15° liegt.

38. Verfahren zum Sieben eines pulverförmigen bis körnigen Materials, insbesondere unter Verwendung einer Siebvorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 37, wobei ein Siebrahmen mit einem daran befestigten Sieb relativ zu einem Grundgestell in Schwingungsbewegungen versetzt wird, während das zu siebende Material auf das Sieb gegeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungsbewegungen mit einer Amplitude a und mit einer Frequenz f derart erfolgen, dass für das Intensitätsmass I = a 2 x ω 3 mit der Kreisfrequenz ω = 2 x π x f gilt: 150 m 2 /s 3 < K 500 rn 2 /s 3 .

39. Verfahren nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass für die Amplitude a der Schwingungsbewegungen gilt:

1 mm < a < 5 mm.

40. Verfahren nach Anspruch 38 oder 39, dadurch gekennzeichnet, dass das zu siebende Material chargenweise auf das schwingende Sieb gegeben wird.

41. Verfahren nach Anspruch 38 oder 39, dadurch gekennzeichnet, dass das zu siebende Material kontinuierlich auf das schwingende Sieb gegeben wird.

Description:

Siebvorrichtung für Kontrollsiebung

Die Erfindung betrifft eine Siebvorrichtung für ein pulverförmiges bis körniges Siebgut, insbesondere Kontrollsieb für Müllereiprodukte wie Mehl, Dunst oder Griess, mit einem Siebgut-Einlass, einem Siebabstoss-Auslass und einem Siebdurchfall-Auslass, wobei die Siebvorrichtung einen oder mehrere Siebrahmen mit einem jeweils daran befestigten Sieb sowie ein Grundgestell aufweist. Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sieben eines pulverförmigen bis körnigen Siebgutes.

Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Sieben eines pulverförmigen bis körnigem Siebgutes.

Bei vielen Schüttgut erzeugenden und Schüttgut verarbeitenden bzw. transportierenden Prozessen sind Kontrollsiebungen erforderlich, um zu verhindern, dass störende oder gefährliche Fremdstoffe in ausgeliefertes oder verpacktes Schüttgut gelangen. Dies ist besonders wichtig bei der Verarbeitung und beim Abtransport von Müllereiprodukten wie Mehl, Dunst oder Griess.

Da.eine Kontrollsiebung in der Regel in einer Transportleitung erfolgt, in der das Schüttgut z.B. durch seine Schwerkraft oder mittels einer Pneumatik transportiert wird, ist man einerseits bestrebt, den durch die Kontrollsiebung erzeugten Widerstand in der Transportleitung möglichst gering zu halten. Andererseits möchte man aber eine möglichst feine Siebung erzielen, um auch kleine Fremdbestaήdteile aus dem Schüttgut auszusondern.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die eingangs beschriebene Siebvorrichtung derart weiterzubilden, dass sie eine sehr feine Siebkontrolle in einem Schüttgutstrom bei gleichzeitig geringem Schüttgutstrom-Widerstand ermöglicht.

Diese Aufgabe wird bei der eingangs beschriebenen Siebvorrichtung dadurch gelöst, dass der Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit einer Schwingungsquelle gekoppelt ist, durch die der Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung in Schwingungsbewegungen versetzbar ist.

Durch die Schwingungsbewegungen des Siebrahmens relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung wird eine Siebung bewirkt und verhindert, dass sich das Sieb während des Betriebes mehr und mehr zusetzt, was letztendlich zur Sieb-Verstopfung führen kann. Dadurch lässt sich ein Besatz des Siebes weitgehend verhindern, und man erhält praktisch konstante Betriebsbedingungen hinsichtlich des Schüttgut-Durchsatzes und - wenn ein Pneumatik-Transport verwendet wird - hinsichtlich des Druckabfalls in der Pneumatik-Leitung. Des Weiteren lässt sich ein Transport des Schüttgutes parallel zur Siebebene erzeugen.

Vorzugsweise kann der Siebrahmen in Schwingungsbewegungen versetzt werden, deren Frequenz im Bereich von 15 Hz bis 100 Hz und deren Amplitude im Bereich von 0,1 mm bis 6 mm liegen. In diesem Frequenzbereich liegen bei den üblichen Sieben für feine Schüttgüter wie Mehl, Dunst, Griess, etc eine oder mehrere Sieb-Eigenfrequenzen, so dass nicht nur die Siebrahmen/Sieb-Einheit (als Quasi-Starrkörper-Einheit) eine erzwungene Vibrationsbewegung durchführt, sondern auch das Sieb Membranschwingungen mit relativ grossen Amplituden durchführt. Dabei wird das Sieb zu einer Grundschwingung mit der Sieb-Grundfrequenz und zu Oberschwingungen mit Sieb-Oberfrequenzen angeregt. Insgesamt ergibt sich dadurch eine gute Reinigungswirkung von Kontrollsieben.

Bei einer vorteilhaften Ausführung ist der Siebrahmen mittels mindestens einer Schwingfeder-Anordnung an dem Grundgestell schwingbar gelagert; so dass eine durch den Siebrahmen und die Schwingfeder-Anordnung bestimmte Schwingeinheit vorliegt, deren Resonanzfrequenz im wesentlichen durch die Masse des Siebrahmens und durch die Federkonstante der Schwingfeder-Anordnung bestimmt ist.

Vorzugsweise werden bei einem Siebrahmen mit rechteckförmigem Grundriss insgesamt vier solcher Schwingfeder-Anordnungen verwendet, die symmetrisch und/oder

gleich verteilt entlang des Umrisses des Siebrahmens angeordnet sind. Vorteilhaft ist es, wenn die Schwingfeder-Anordnungen jeweils in der Nähe der Ecken an den langen Seiten des rechteckförmigen Siebrahmens angeordnet sind. Alternativ können die Schwingfeder-Anordnungen auch an jeder Seite des rechteckförmigen Siebrahmens jeweils in der Seitenmitte angeordnet sein. Bei Siebrahmen mit anderem Grundriss, wie z.B. Dreieckform, Sechseckform oder Kreisform werden die Schwingfeder-Anordnungen ebenfalls vorzugsweise entweder in den Ecken oder in den Seitenmitten bzw. gleich verteilt entlang des Kreisumfangs angeordnet.

Zweckmässig ist es, wenn der Frequenzbereich der Schwingungsbewegungen zwischen 40 Hz und 80 Hz liegt, wobei der Betrieb vorzugsweise derart erfolgt, dass die Siebrahmen-Schwingungen in der Nähe der Resonanz der Schwingungen der Siebrahmen/Feder-Einheit liegen. Dadurch lässt sich viel Energie in das Schüttgut über dem Sieb bzw. über den Sieben eintragen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Siebrahmen-Betriebsschwingungen im Bereich von 90% bis 110% und vorzugsweise im Bereich von 95% bis 105% der Resonanzfrequenz der Siebrahmen-Grundgestell- Schwingung liegen.

Speziell bei Mehl hat sich gezeigt, dass bei Frequenzen im Bereich von 40 Hz bis 80 Hz eine gute Eigenreinigung des Siebes während des Betriebs stattfindet und einer Agglo- meratbildung sowie einer Verdichtung des Mehles über dem Sieb vorgebeugt wird.

In einer vorteilhaften Ausführung beträgt die Betriebsschwingung der Siebvorrichtung 50 Hz oder 60 Hz. Dadurch lassen sich in besonders einfacher Weise die Wechselspannungen vorhandener Stromnetze als Energiequelle für den Antrieb der Schwingungsquellen verwenden.

Zweckmässigerweise ist die Schwingungsquelle eine Quelle für mechanische Schwingungen bzw. Vibrationen, wobei die Schwingungsquelle mit dem Siebrahmen mechanisch, induktiv oder kapazitiv gekoppelt sein kann. Die induktive und die kapazitive Kopplung erfolgen berührungsfrei und sind deshalb sehr verschleissarm und leise.

Als Schwingungsquelle kann auch eine Quelle für elektromagnetische Schwingungen bzw. Vibrationen verwendet werden, wobei die Schwingungsquelle mit dem Siebrahmen induktiv oder kapazitiv gekoppelt ist.

Bei einer bevorzugten Ausführung ist der Siebrahmen linear mit einem Freiheitsgrad an dem Grundgestell gelagert und mit der Schwingungsquelle gekoppelt, so dass der Siebrahmen in eine lineare Hin- und Herbewegung versetzbar ist. Diese Ausführung ist besonders einfach und dennoch wirkungsvoll.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführung ist der Siebrahmen planar mit zwei Freiheitsgraden an dem Grundgestell gelagert und mit der Schwingungsquelle gekoppelt, so dass der Siebrahmen in eine kreisende, insbesondere elliptische Bahnbewegung versetzbar ist. Diese Ausführung ist äusserst wirksam bei der Verhinderung einer Sieb- Verstopfung über die gesamte Siebfläche.

Bei einer besonders vorteilhaften Ausführung ist der Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit einer ersten Schwingungsquelle gekoppelt, durch die der Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung in Schwingungsbewegungen versetzbar ist, und die Siebvorrichtung weist einen Ausgleichskörper auf, der relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit einer zweiten Schwingungsquelle gekoppelt ist. Indem man sowohl die Siebrahmen/Sieb-Einheit als auch den Ausgleichkörper jeweils in Schwingung bzw. Vibration versetzt, lässt sich eine Kompensation der nach aussen z.B. auf Lager und Fundamente wirkenden Schwingungskräfte der Siebvorrichtung erzielen. Vorzugsweise sind hierbei die erste Schwingungsquelle und die zweite Schwingungsquelle zueinander ge- genphasig antreibbar. Vorzugsweise wird als Ausgleichskörper das Grundgestell verwendet, das gegenüber dem Boden ebenfalls gefedert und gedämpft ist, wobei die Federung zwischen dem Siebrahmen und dem Grundgestell eine geringe Dämpfung hat, während die Federung zwischen dem Grundgestell und dem Boden eine starke Dämpfung hat. Hierfür werden z.B. spezielle Dämpfungsfedern verwendet.

Der Siebrahmen und der Ausgleichskörper können linear mit einem Freiheitsgrad an dem Grundgestell gelagert und mit der ersten Schwingungsquelle bzw. der zweiten

Schwingungsquelle gekoppelt sein, so dass der Siebrahmen in eine lineare Hin- und Herbewegung versetzbar ist und der Ausgleichskörper in eine zur Bewegung des Siebrahmens gegenphasige Hin- und Herbewegung versetzbar ist, wobei vorzugsweise die Schwingungsvektoren der ersten und der zweiten Schwingungsquelle kollinear sind und die Schwerpunkte der Siebrahmen/Sieb-Einheit und des Ausgleichskörpers auf der durch die kollinearen Schwingungsvektoren definierten Geraden liegen. Dadurch erreicht man eine kostengünstige Kompensation nach aussen wirkender Kräfte der Siebvorrichtung.

Gemäss einer weiter entwickelten Ausführung sind der Siebrahmen und der Ausgleichskörper planar mit zwei Freiheitsgraden an dem Grundgestell gelagert und mit der ersten Schwingungsquelle bzw. der zweiten Schwingungsquelle gekoppelt, so dass der Siebrahmen in eine kreisende, insbesondere elliptische Bahnbewegung versetzbar ist und der Ausgleichskörper in eine zur Bewegung des Siebrahmens gegenphasige kreisende Bewegung versetzbar ist, wobei vorzugsweise die beiden Schwingungsvektoren der ersten und der zweiten Schwingungsquelle koplanar sind und die Schwerpunkte der Siebrahmen/Sieb-Einheit und des Ausgleichskörpers in der durch die koplanaren Schwingungsvektoren definierten Ebene liegen. Auch hier erricht man eine Kompensation nach aussen wirkender Kräfte der Siebvorrichtung mit dem zusätzlichen Vorteil, dass das Sieb praktisch überall gleich gut von Besatz befreit wird.

Vorzugsweise besitzt der Schwingungsvektor eine Komponente senkrecht zur Siebebene des Siebrahmens. Dies gewährleistet eine Fluidisierung des Schüttgutes, wodurch der Fliesswiderstand durch das Sieb gering gehalten wird.

Wenn der Schwingungsvektor so ausgerichtet ist, dass er eine Komponente senkrecht und eine Komponente parallel zur Siebebene des Siebrahmens besitzt, lässt sich neben der Fluidisierung auch ein Quertransport von Schüttgut parallel zur Siebebene erzielen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der weiter oben erwähnte Ausgleichskörper ein zweiter Siebrahmen ist, der wie der erste Siebrahmen relativ zum Grundgestell der Siebvorrichtung beweglich gelagert und mit der zweiten Schwingungsquelle gekoppelt ist.

Eine besonders gute Kompensation nach aussen wirkender Schwingungskräfte der Siebvorrichtung Iässt sich erreichen, indem die Masse M1 und die Vektorkomponenten der Amplitude A1 des Schwingungsvektors der Siebrahmen/Sieb-Einheit einerseits und die Masse M2 und die Vektorkomponenten der Amplitude A2 des Schwingungsvektors des Ausgleichskörpers so gewählt werden, dass sie sich verhalten wie 0,5 < (A1 x M1) / (A2 x M2) < 1 ,5.

Für dieses Verhältnis gilt vorzugsweise: 0,8 < (A1 x M1 ) / (A2 x M2) < 1 ,2.

In der Regel wählt man das Verhältnis (A1 x M1 ) / (A2 x M2) so, dass es etwas kleiner als eins ist, da im Betrieb stets eine gewisse Menge Schüttgut auf dem Sieb liegt, so dass sich im Betrieb eine effektive Masse M1* ergibt, die etwas grösser als M1 ist. Im Betrieb gilt dann näherungsweise (A1 x M1 ) / (A2 x M2) = 1 , und man erhält eine gute Kompensation der nach aussen wirkenden Kräfte. Vor allem die Bodenkräfte lassen sich gering halten.

Für das Verhältnis der der Masse M2 des Ausgleichskörpers bzw. des Grundgestells zu der Masse M1 des Siebrahmens gilt zweckmässigerweise 5 < M2 / M1 < 15. Vorzugsweise gilt 8 < M2 / M1 < 12 und insbesondere M2 / M1 = 10.

Da die Leistungsaufnahme P des schwingenden Siebrahmens und somit auch des Schüttgutes über ihm von der effektiven Masse M des Siebrahmens sowie von der Amplitude A und der Frequenz f der erzwungenen Schwingung abhängt (P ist proportional zu M, zu A 2 und zu f 3 bzw. P = k x M x A 2 x f 3 , wobei k eine Konstante ist) kann über eine Einstellung der Amplitude A und der Frequenz f ein für das jeweilige Schüttgut und Sieb optimaler Betrieb erreicht werden. In der Regel handelt es sich dabei um eine Minimierung des Schüttgut-Transportwiderstands durch das Sieb.

Bei einer speziellen Ausführung wird als Ausgleichskörper das Grundgestell verwendet. Alternativ können auch die mehreren Siebrahmen eines Siebstapels relativ zueinander schwingbar gelagert sein. Vorzugsweise weist ein solcher Siebstapel zwei, vier, sechs oder eine grossere gerade Zahl identischer oder zumindest massegleicher Siebrahmen auf, wobei immer zwei von ihnen paarweise gekoppelt sind und innerhalb jedes Paares

die beiden Siebrahmen in gegenphasige Schwingungen versetzt werden. Auf diese Weise kann die erfindungsgemässe Siebvorrichtung kompakt aufgebaut werden und gibt im Betrieb mit Siebrahmen-Vibration praktisch keine dynamischen Kräfte an die Umgebung und insbesondere keine zur statischen Bodenbelastung zusätzlichen grossen Kraftspitzen an den Boden ab.

Die weiter oben genannten Schwingfeder-Anordnungen weisen jeweils mindestens eine Schraubenfeder auf. Vorteilhaft ist aber eine Schwingfeder-Anordnung aus zwei identischen Schraubenfedern, wobei die erste Schraubenfeder zwischen einem oberen Teil des Grundgestells und einem Teil des Siebrahmens eingespannt ist und die zweite Schraubenfeder zwischen einem unteren Teil des Grundgestells und einem Teil des Siebrahmens eingespannt ist. Bei dieser Zweier-Anordnung sind die beiden Schraubenfedern mit ihren Längsachsen kollinear angeordnet, so dass der besagte Teil des Siebrahmens in der Mitte einer resultierenden Schraubenfeder gelagert ist, die doppelt so lang wie jede der identischen Schraubenfedern ist und zwischen einem oberen Teil und einem unteren Teil des Grundgestells eingespannt ist. Besonders vorteilhaft ist eine Schwingfeder-Anordnung, die aus vier identischen Schraubenfedem besteht. Diese Vierer-Anordnung besteht aus zwei benachbarten Zweier-Anordnungen.

Es ist vorteilhaft, wenn die Schwingfeder-Anordnungen ausreichend stark mechanisch vorgespannt, d.h. im Ruhezustand vorkomprimiert sind. Dann stehen die Stossverbin- dungen zwischen den Enden der Schwingfeder-Anordnungen und den Teilen des Grundgestells bzw. die Stossverbindungen zwischen den Enden der einzelnen Schraubenfedern und den Teilen des Grundgestells sowie zwischen den Enden der einzelnen Schraubenfedern und den Teilen des Siebrahmens auch im Vibrationsbetrieb stets unter Druck. Dies trägt zu einem ruhigen Laufen bei, da im Vibrationsbetrieb kein Aufprall von Metall auf Metall erfolgt.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn bei der mindestens einen Schraubenfeder die Verbindungsgerade durch das erste Ende der Schraubenfeder-Windung und durch das zweite Ende der Schraubenfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder- Längsachse verläuft. Da im Vibrationsbetrieb die Schraubenfedern abwechselnd komprimiert und gedehnt werden, ändern sich auch stets die Neigungswinkel der einzelnen

Schraubenfeder-Windungen. Dies gilt auch für die beiden äussersten Windungen an den beiden Enden einer Schraubenfeder. Auch wenn sich die beiden letzten Windungen periodisch von der Berührungsfläche am Grundgestell oder am Siebrahmen weg bewegen und wieder darauf zu bewegen, belieben die beiden Enden der Schraubenfeder-Windung stets mit dem Siebrahmen und mit dem Grundgestell in Berührung. Dies führt zu einer durch die abwechselnd komprimierten und gedehnten Schraubenfedern hervorgerufenen Kraftkomponente und Bewegungskomponente des Siebrahmens und Grundgestells in horizontaler Richtung zusätzlich zu der (in der Regel immer grosseren) Kraftkomponente und Bewegungskomponente des Siebrahmens und Grundgestells in vertikaler Richtung.

Durch Drehen der mindestens einen montierten Schraubenfeder um ihre Längsachse kann diese Nicht-Parallelität zwischen der Verbindungsgerade der Schraubenfeder- Windungsenden und der Schraubenfeder-Längsachse und somit die Grosse der horizontalen Komponenten eingestellt werden. Aufgrund dieser Einstellmöglichkeit des Vektors der Kraftamplitude und des Vektors der Bewegungsamplitude des Siebrahmens kann z.B. der Durchsatz von Mehl durch das Sieb als auch der Transport von Mehl parallel zur Siebebene eingestellt und optimiert werden.

Zweckmässig ist, wenn bei jeder der Schraubenfedern die Verbindungsgerade durch das erste Ende der Schraubenfeder-Windung und durch das zweite Ende der Schrau- benfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder-Längsachse verläuft.

Dann kann durch Drehen nicht nur einer oder einiger ausgewählter Schraubenfedem um ihre Längsachse, sondern durch Drehen aller Schraubenfedern um ihre Längsachse der Kraftamplituden-Vektor und der Bewegungsamplituden-Vektor des Siebrahmens eingestellt werden. Der Winkel zwischen der Richtung der Verbindungsgerade und der Richtung der Schraubenfeder-Längsachse kann im Bereich von 1° bis 45° liegen und liegt vorzugsweise im Bereich von 5° bis 30°.

Eine besonders bevorzugte Ausführung der erfindungsgemässen Siebvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass bei allen Schraubenfedern der Schwingfeder- Anordnung der parallel zur Schraubenfeder-Längsachse gemessene Abstand S 1 zwi-

sehen den einander zugewandten Oberflächen des ersten Federendes und der zum ersten Federende benachbarten Windung sowie der parallel zur Schraubenfeder- Längsachse gemessene Abstand S 2 zwischen den einander zugewandten Oberflächen des zweiten Federendes und der zum zweiten Federende benachbarten Windung grösser ist als die Amplitude der Dehnschwingung bzw. die maximale Dehnung der Feder dmax dividiert durch die Anzahl n der Windungen der jeweiligen Schraubenfeder, d.h. Si > d max / n und S 2 > d max / n. Damit wird verhindert, dass sich im Vibrationsbetrieb diese einander zugewandten benachbarten Oberflächen der Schraubenfeder berühren. Dies trägt beträchtlich zum ruhigen Lauf einer solchen Siebvorrichtung bei.

Das am Siebrahmen anliegende Ende und das am Grundgestell anliegende Ende der Schraubenfedern kann jeweils planar ausgebildet sein, so dass jeweils eine zum Siebrahmen weisende ebene Berührungsfläche und eine zum Grundgestell weisende ebene Berührungsfläche vorhanden ist. Dies gewährleistet einen stabilen Sitz der Schraubenfedern an den Teilen des Grundgestells und des Siebrahmens.

Die beiden ebenen Berührungsflächen können dabei zueinander parallel und nichtorthogonal zur Schraubenfeder-Längsachse verlaufen.

Auch damit kann dann durch Drehen einer oder einiger ausgewählter Schraubenfedern oder aller Schraubenfedem um ihre Längsachse der Kraftamplituden-Vektor und der Bewegungsamplituden-Vektor des Siebrahmens eingestellt werden. Der Winkel zwischen der Richtung der Normalen zu den Berührungsebenen und der Richtung der Schraubenfeder-Längsachse kann im Bereich von 1° bis 30° liegen und liegt vorzugsweise im Bereich von 5° bis 15°.

Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird das zu siebende pulverförmige bis körnige Material auf das Sieb gegeben, während das an einem Siebrahmen befestigte Sieb zusammen mit dem Siebrahmen relativ zu einem Grundgestell in Schwingungsbewegungen versetzt wird. überraschenderweise hat sich gezeigt, dass im chargenweisen Betrieb kurze Siebzeiten bzw. im kontinuierlichen Betrieb hohe Siebleistungen erzielt werden, wenn die Schwingungsbewegungen derart durchgeführt werden, dass für die Amplitude a und für die Frequenz f der Schwingungsbewegungen des Siebes folgendes

gilt: 150 m 2 /s 3 < a 2 x ω 3 < 500 m 2 /s 3 , wobei die Kreisfrequenz ω = 2 x π x f. Der Wert a 2 x ω 3 = I stellt ein Intensitätsmass dar.

Zweckmässigerweise liegt die Amplitude a dabei im Bereich 1 mm < a < 5 mm.

Besonders kurze Siebzeiten bzw. hohe Siebleistungen erhält man für 200 m 2 /s 3 < I < 400 m 2 /s 3 . Vorzugsweise arbeitet man aber im Bereich 250 m 2 /s 3 < I < 350 m 2 /s 3 , wobei die Amplituden vorzugsweise im Bereich 2 mm < a < 4 mm liegen.

Vorteilhafte Frequenzbereiche sind dabei 40 Hz < f < 70 Hz, insbesondere 45 Hz < f < 65 Hz.

Je nach Art des zu siebenden Materials erhält man auch kurze Siebzeiten bzw. hohe Siebleistungen für die Frequenzbereiche 40 Hz < f < 48 Hz, 51 Hz < f < 59 Hz, 62 Hz < f < 70 Hz. Man kann auch die vorhandenen Standard-Netzfrequenzen von 50 Hz (z.B. Europa) oder 60 Hz (z.B. Amerika) vorteilhaft mit relativ günstigen elektrischen Swingungsantrieben nutzen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich aus der nun folgenden Beschreibung nicht einschränkend aufzufassender Beispiele anhand der Zeichnung, wobei:

Fig. 1 eine schematische Ansicht einer erfindungsgemässen Siebvorrichtung entlang einer vertikalen Schnittebene zeigt;

Fig. 2 eine schematische Darstellung der in Schwingungsbewegungen versetzbaren Teile der Siebvorrichtung von Fig. 1 entlang der vertikalen Schnittebene zeigt;

Fig. 3 den Betriebspunkt im Amplitudengang der schwingenden Teile der erfindungsgemässen Siebvorrichtung zeigt;

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines ersten Beispiels eines erfindungsge- mässen Linear-Antriebes zeigt;

Fig. 5 eine schematische Darstellung eines zweiten Beispiels eines erfindungsge- mässen Linear-Antriebes zeigt;

Fig. 6 eine schematische Darstellung eines dritten Beispiels eines erfindungsge- mässen Linear-Antriebes zeigt;

Fig. 7 eine schematische Draufsicht auf den Siebrahmen bzw. Siebstapel der erfin- dungsgemässen Siebvorrichtung ist;

Fig. 8 eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Schwingfeder-Anordnung ist;

Fig. 9 eine partielle Schnittansicht der Schwingfeder-Anordnung von Fig. 8 entlang einer vertikalen Schnittebene ist; und

Fig. 10 eine Seitenansicht einer in der erfindungsgemässen Schwingfeder-Anordnung verwendeten Schraubenfeder zeigt.

Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemässe Siebvorrichtung 1 , die z.B. als Kontrollsieb in einer Mühle verwendet wird, um Fremdkörper und andere übergrosse Partikel aus Mehl, Dunst oder Griess vor deren Abpackung zu entfernen. Das der Kontrollsiebung zu unterziehende Produkt gelangt über den Siebgut-Einlass 2 in die Siebvorrichtung 1 und wird dort an ein Sieb 5a herangeführt, das in einem Siebrahmen 5 aufgespannt ist. Zu grosse Produktpartikel, Verunreinigungen oder andere Fremdkörper werden über den Siebabstoss-Auslass 3 aus dem Produktstrom entfernt. Akzeptables Produkt passiert das Sieb 5a und verlässt die Siebvorrichtung 1 über den Siebdurchfall-Auslass 4.

Der starre Siebrahmen 5 mit dem darin aufgespannten Sieb 5a ist innerhalb eines Grundgestells 8 angeordnet und relativ zum Grundgestell 8 beweglich gelagert und mit vier am Rahmenrand angebrachten Schwingungsquellen 7 gekoppelt (nur zwei davon sind in Fig. 1 sichtbar). Zwischen dem Siebrahmen 5 und dem Grundgestell 8 erstre-

cken sich mehrere Schwingfedern 6. Dadurch kann der Siebrahmen 5 samt Sieb 5a relativ zum Grundgestell 8 in Schwingungsbewegungen versetzt werden. Dadurch wird eine Fluidisierung des Produktes über dem Sieb 5a erzielt. Auf diese Weise wird der durch die Kontrollsiebung zwangsläufig erzeugte Widerstand in der Transportleitung klein gehalten, ohne dabei auf eine möglichst feine Siebung verzichten zu müssen, um selbst kleine Fremdbestandteile aus dem Schüttgut auszusondern.

Der Siebgut-Einlass 2 besitzt einen flexiblen Einlass-Abschnitt 2a, über den er mit dem Siebrahmen 5 verbunden ist. Ebenso besitzt der Siebdurchfall-Auslass 4 einen flexiblen Auslass-Abschnitt 4a, über den er mit dem Siebrahmen 5 verbunden ist. Ein ähnlicher flexibler Auslass-Abschnitt (nicht gezeigt) kann auch am Siebabstoss-Auslass 3 vorgesehen sein.

Zwischen dem Grundgestell 8 und den Ständern bzw. Füssen 8a sowie diversen Gehäuseteilen 8b sind Dämpfungsfedern 9 angeordnet.

Die Kammer oberhalb des Siebes (obere Siebkammer) und die Kammer unterhalb des Siebens (untere Siebkammer) besitzen jeweils nur einen oder jeweils mehrere Einlasse 2 bzw. jeweils nur einen oder jeweils mehrere Auslässe 4. In Fig. 1 ist jeweils ein Ein- Iass 2 und ein Auslass 4 gezeigt. Durch die im Betrieb mehr oder weniger stark fluidi- sierte Mehlschicht auf dem Sieb 5a werden daher die obere Siebkammer und die untere Siebkammer voneinander getrennt, d.h. es bildet sich ein für den Luftaustausch zwischen der oberen und der unteren Siebkammer relativ kleiner Widerstand (bei starker Fluidisierung) bzw. ein relativ grosser Widerstand (bei schwacher Fluidisierung) aus. Aufgrund des auf und ab schwingenden Siebs 5a führt dies abwechselnd zu einer Kompression und Expansion der Luft in der oberen Siebkammer und gegenphasig dazu zu einer Expansion bzw. Kompression der Luft in der unteren Siebkammer. Hieraus ergibt sich eine Saug-Pump-Wirkung, die sich positiv auf den Siebdurchsatz auswirkt. Die Saug-Pump-Wirkung kann noch optimiert werden, wenn an der oberen Siebkammer und/oder an der unteren Siebkammer weitere öffnungen vorgesehen werden, über welche die obere und/oder die untere Siebkammer mit der umgebenden Atmosphäre kommuniziert/kommunizieren.

Anstelle nur eines Siebrahmens 5 mit darin aufgespanntem Sieb 5a können auch mehrere solcher Siebrahmen 5 mit einem jeweiligen Sieb als insgesamt starrer Siebstapel innerhalb der Siebvorrichtung 1 angeordnet sein. Vorteilhaft ist auch, wenn zwei Siebrahmen 5 mit einem jeweiligen Sieb 5a und insgesamt derselben Masse entweder nebeneinander oder übereinander angeordnet sind und zueinander gegenphasig in Schwingung versetzt werden. Dadurch bewegen sich während einer Schwingungsphase die beiden Siebrahmen entweder mit gleichen Geschwindigkeitsbeträgen aufeinander zu oder voneinander weg. Auf diese Weise werden praktisch keine Reaktionskräfte und Trägheitskräfte von dem Siebrahmen 5 über das Grundgestell 8 übertragen. Somit werden über die Ständer 8a ausser den statischen Bodenkräften praktisch keine zusätzlichen dynamischen Bodenkräfte ausgeübt.

Der Siebrahmen 5 und das Grundgestell 8 sind vorzugsweise in Sandwich-Bauweise oder aus einem Verbundmaterial gefertigt. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn das Material des Siebrahmens 5 und/oder des Grundgestells 8 zumindest in Teilbereichen wabenartig oder porös, insbesondere ein geschäumtes Material ist. Die hierfür verwendeten Materialien sind vorzugsweise rostfreier Stahl, Aluminium oder ein Polymer, wobei die geschäumten Bereiche z.B. aus Aluminium oder Polymer bestehen können. Ein so gebildeter Siebrahmen 5 und ein so gebildetes Grundgestell 8 besitzen jeweils eine hohe Steifigkeit bei dennoch geringer Masse.

Fig. 2 ist eine schematische Darstellung der in Fig. 1 beschriebenen "Starrkörper" und "elastischen Körper". Die beiden Starrkörper werden durch den Siebrahmen oder Siebstapel 5 und das Grundgestell 8 gebildet, während die elastischen Körper durch die Federn 6, 9 gebildet werden. Der Siebstapel 5 kann über Schwingungsquellen 7 in Schwingungen versetzt werden. Die als Schwingfedern bezeichneten Federn 6 zwischen dem Sjebstapel 5 und dem Grundgestell 8 sind es, die vorwiegend für die Schwingungsbewegungen des Siebstapels 5 relativ zum Grundgestell 8 verantwortlich sind. Die als Lagerfedern bezeichneten Federn 9 dienen dazu, eventuell auftretende dynamische Bodenbelastungen gering zu halten. Für die Schwingfedern 6 können Schraubenfedern oder Blattfedern aus Stahl verwendet werden, die einen möglichst geringen Energieverlust durch innere Reibung bei ihrer Verformung aufweisen. Für die Lagerfedern können neben Stahlfedern vor allem auch Federn aus Elastomermaterial

oder einer Stahl/Elastomer-Kombination verwendet werden, die einen möglichst hohen Energieverlust durch innere Reibung bei ihrer Verformung aufweisen, also möglichst dämpfend wirken.

Fig. 3 zeigt den Betriebspunkt B im Amplitudengang der erzwungenen Schwingung / Vibration des Siebrahmens bzw. Siebstapels 5 (siehe Fig. 1 und Fig. 2). Entlang der Ordinate ist die Amplitude A in mm aufgetragen, während entlang der Abszisse das Verhältnis der Schwingungsfrequenz zur Resonanzfrequenz f/f R aufgetragen ist. Für die erzwungene Schwingung des Siebrahmens bzw. Siebstapels 5 arbeitet man mit einer Anregungsfrequenz f, für die 0,95 < f/f R < 1 ,05 gilt. Dadurch lässt sich ausreichend viel Energie in die Schwingung / Vibration eintragen, um eine genügende Fluidisierung von Mehl, Dunst oder Griess zu erzielen, damit der Widerstand des Kontrollsiebes möglichst klein gehalten wird.

Fig. 4 ist eine schematische Darstellung eines ersten Beispiels eines erfindungsgemäs- sen Linear-Antriebes, der als Schwingungsquelle 7 (siehe Fig. 1 und Fig. 2) verwendet werden kann. Der Linear-Antrieb 71 wird durch einen ersten Elektromagnet 71a und einen zweiten Elektromagnet 71b sowie durch einen zwischen den beiden Elektromagneten 71a, 71b angeordneten Eisen-Anker 71c gebildet. Die beiden Elektromagnete 71a, 71 b sind jeweils mit dem Grundgestell 8 (siehe Fig. 1 und Fig. 2) starr verbunden, während der Eisen-Anker 71c mit dem Siebrahmen bzw. Siebstapel 5 (siehe Fig. 1 und Fig. 2) starr verbunden ist. Der Anker 71c ist entlang einer (nicht gezeigten) Führung geführt. Durch periodisches Ein- und Ausschalten oder Umpolen der Elektromagnete 71a, 71b lässt sich der Eisen-Anker 71c jeweils derart Magnetisieren bzw. Um-Magneti- ieren, dass aufgrund der magnetischen Kräfte zwischen den Elektromagneten und dem Anker eine periodische Hin- und Herbewegung des Ankers 71c erzielt wird. Somit kann dem Siebrahmen 5 eine Schwingung / Vibration auferzwungen werden. Die beiden E- lektromagnete 71a, 71 b können z.B. über eine Wechselspannung-Stromversorgung angetrieben werden. Das so entstehende Wechsel-Magnetfeld zieht den Anker 71c mit und erzeugt dessen Hin- und Herbewegung.

Als Ankermaterial verwendet man vorzugsweise Weicheisen.

Anstelle eines Weicheisen-Ankers kann auch ein permanent magnetisierter Anker 71c aus einer ferromagnetischen Legierung verwendet werden. Die beiden Elektromagnete 71a, 71b werden dann periodisch umgepolt. Ihre Ansteuerung erfolgt mit derselben Frequenz, aber gegenphasig, um abwechselnd eine Halbperiode mit nach oben wirkender Kraft auf den Anker und eine Halbperiode mit nach unten wirkender Kraft auf den Anker zu erzeugen.

Wenn eine geringere Krafteintragung in die Siebrahmen-Vibration ausreichend ist, kann anstelle zweier identischer Elektromagnete auch lediglich ein einziger dieser Elektromagnete verwendet werden.

Fig. 5 ist eine schematische Darstellung eines zweiten Beispiels eines erfindungsge- mässen Linear-Antriebes, der als Schwingungsquelle 7 verwendet werden kann. Der Aufbau, die Anordnung am Siebrahmen 5 und am Grundgestell 8 sowie die Betriebweise entsprechen dem ersten Beispiel von Fig. 4. Der Linear-Antrieb 72 wird auch hier durch einen ersten Elektromagnet 72a und einen zweiten Elektromagnet 72b sowie durch einen zwischen den beiden Elektromagneten 72a, 72b angeordneten Anker 72c, 72d, 72e gebildet. Der Anker besteht aber hier aus einem dem ersten Elektromagneten 72a zugewandten ersten Eisen-Ankerabschnitt 72c und einem dem zweiten Elektromagneten 72b zugewandten zweiten Eisen-Ankerabschnitt 72d, wobei die beiden Ei- sen-Ankerabschriitte 72c, 72d über einen Aluminium-Ankerbügel 72e miteinander starr verbunden sind.

Auch hier können als Material für die Ankerabschnitte Weicheisen oder ein permanent magnetisiertes ferromagnetisches Material verwendet werden. Für den Ankerbügel kann anstelle von Aluminium auch ein anderes nicht-ferromagnetisches Material verwendet werden.

Fig. 6 ist eine schematische Darstellung eines dritten Beispiels eines erfindungsgemäs- sen Linear-Antriebes. Die Anordnung am Siebrahmen 5 und am Grundgestell 8 entsprechen dem ersten und dem zweiten Beispiel von Fig. 4 bzw. Fig. 5. Der Linear- Antrieb 73 wird auch hier durch Elektromagnete 73a, 73b, 73c, die nebeneinander als eine Art "Batterie" angeordnet sind, sowie durch einen mit einer Vielzahl von Perma-

nentmagneten 73f ausgestatteten Anker 73d gebildet, der neben der Elektromagnet- Gruppe 73a, 73b, 73c angeordnet ist. Der Anker 73d ist entlang einer gestrichelt angedeuteten Anker-Führung 73e geführt. Die drei Elektromagnete 73a, 73b, 73c können z.B. über eine Dreiphasen-Stromversorgung angetrieben werden. Das so entstehende Wander-Magnetfeld zieht den Anker 73d mit und erzeugt dessen Hin- und Herbewegung.

Anstelle der nur einen dargestellten Elektromagnet-Gruppe 73a, 73b, 73c links vom Anker 73d kann auch eine (nicht dargestellte) zweite Elektromagnet-Gruppe rechts vom Anker 73d angeordnet sein.

Der Linear-Antrieb des dritten Beispiels hat den Vorteil, dass der Ankerhub deutlich grösser sein kann als bei den Linear-Antrieben des ersten und zweiten Beispiels.

Die in Fig. 4, Fig. 5 und Fig. 6 gezeigten Linear-Antriebe 71 , 72 bzw. 73 können in besonders einfacher Weise durch vorhandene Wechselstrom- oder Drehstrom- Elektrizitätsnetze angetrieben werden. Dabei können die in derartigen Elektrizitätsnetzen vorgegebenen Spannungsfrequenzen von 50 Hz oder 60 Hz vorteilhaft genutzt werden, um den Siebrahmen oder Siebstapel 5 mit diesen Frequenzen relativ zum Grundgestell 8 hin- und herzubewegen.

Fig. 7 ist eine schematische Draufsicht auf den Siebrahmen bzw. Siebstapel 5 mit aufgespanntem Sieb 5a der erfindungsgemässen Siebvorrichtung 1. Die insgesamt vier Schwingungsquellen 7 und die insgesamt vier Schwingfedem 6 sind an dem rechteck- förmigen Rahmen 5 derart angeordnet, dass bei den für die Schüttgut-Fluidisierung benötigten Vibrationsfrequenzen möglichst wenig Modalschwingungen des Rahmens 5 angeregt werden. Für einen Siebrahmen 5 aus Stahl mit einer effektiven Masse M1* (siehe Seite 6) von etwa 30-100 kg und eine für die Fluidisierung von Mehl, Dunst oder Griess geeignete Rahmen-Vibrationsfrequenz von 40-80 Hz kann eine von Modalschwingungen des Rahmens 5 weitgehend freie Vibrationsbewegung, d.h. eine reine Aufwärts- und Abwärtsbewegung des Rahmens erreicht werden, wenn die vier Schwingfedern 6 an den Eckpunkten des Rahmens 5 oder im Bereich von etwa 0-5% und 95-100% der Rahmenlänge angeordnet werden und die Schwingungsquellen 7

("Krafteinleitungspunkte") im Bereich von etwa 20-40% und 60-80% der Rahmenlänge angeordnet werden.

Für andere Rahmen-Grundrisse (quadratisch, dreieckig, elliptisch oder kreisförmig) gelten ähnliche überlegungen hinsichtlich der Anordnung der Schwingfedern 6 und der Schwingungsquellen 7. Die Schwingfedem 6 werden dabei stets gleichmässig beabstandet, insbesondere an den Ecken, des Rahmens 5 angebracht, während in den dazwischenliegenden Bereichen des Rahmens jeweils Schwingungsquellen 7 angebracht werden. Diese Anordnung der Schwingfedern 6 und Schwingungsquellen 7 führt dazu, dass weniger als 10% der in der erfindungsgemässen Siebvorrichtung 1 gespeicherten Schwingungsenergie in Modalschwingungen des Rahmens 5 gespeichert ist und der weitaus grösste Teil von mehr als 90% in der reinen Vibration, d.h. Auf- und Abbewegung des Rahmens gespeichert ist, so dass sich der Rahmen 5 praktisch als Starrkörper verhält, der vorwiegend Starrkörper-Schwingungen durchführt.

Besonders kompakt und vorteilhaft ist eine Anordnung, bei der die Schwingungsquellen 7 und Schwingfedern 6 an einem Punkt in der Grundrissansicht des Siebrahmens 5 angeordnet sind bzw. zur Deckung gebracht werden.

Der Siebrahmen bzw. Siebstapel 5 mit aufgespanntem Sieb 5a der erfindungsgemässen Siebvorrichtung 1 kann auch durch (nicht gezeigte) Zwischenwände über dem aufgespannten Sieb 5a unterteilt werden. Diese Segmentierung der Siebfläche hat den Vorteil, dass bei praktisch allen Betriebszuständen und insbesondere bei Abweichungen von gewollten Betriebszuständen (z.B. Neigung des Siebs, Luftströmung parallel zum Sieb) eine weitgehend gleichmässige Verteilung des Siebgutes auf dem Sieb 5a innerhalb des Siebrahmens gewährleistet wird.

Fig. 8 ist eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Schwingfeder-Anordnung 6. Sie entspricht einem der in Fig. 7 schematisch dargestellten Elemente 6. Der Siebrahmen 5 ist an einer ersten Stelle mittels einer ersten oberen Schwingfeder 61 und einer ersten unteren Schwingfeder 62 und an einer zweiten Stelle mittels einer zweiten oberen Schwingfeder 63 und einer zweiten unteren Schwingfeder 64 bezüglich des Grundgestells 8 (siehe Fig. 1) zwischen einer oberen Befestigungsplatte 81 und einer unteren

Befestigungsplatte 82 des Grundgestells 8 schwingbar eingespannt, wobei die Befestigungsplatten 81 , 82 durch vertikale Verbindungsstangen 14 miteinander verbunden sind. Die Enden der Schwingfedern 61, 62, 63 und 64 sind jeweils über einen Federsockel 11 gegen ein seitliches Verrutschen bezüglich des Siebrahmens 5 bzw. bezüglich der Befestigungsplatten 81, 82 des Grundgestells 8 fixiert. Diese Federsockel 11 sind hierfür an dem Siebrahmen 5 bzw. an den Befestigungsplatten 81 , 82 des Grundgestells 8 befestigt.

Fig. 9 ist eine partielle Schnittansicht der Schwingfeder-Anordnung 6 von Fig. 8 entlang einer vertikalen Schnittebene. Die vier Schwingfedern 61 , 62, 63 und 64, die ihren unteren und oberen Federenden jeweils zugeordneten Federsockel 11 sowie der Siebrahmen 5 und die Befestigungsplatten 81 , 82 des Grundgestells 8 sind jeweils im Vertikalschnitt gezeigt. Die Federsockel 1 1 sind jeweils mit einer Schraubverbindung 12 am Siebrahmen 5 oder an den Befestigungsplatten 81 , 82 des Grundgestells 8 angeschraubt. Die Schraubenfedern 61 , 62, 63 und 64 sind in dem in Fig. 8 und Fig. 9 gezeigten Ruhezustand (keine Schwingung des Siebrahmens 5) jeweils vorkomprimiert. Diese Vorkompression ist ausreichend gross, dass die Schwingfedern 61 , 62, 63 und 64 auch im Betriebszustand (mit Schwingung des Siebrahmens 5) immer gegen die Auflagefläche am jeweiligen Federsockel 11 gedrückt werden. Dies trägt zu einem stabilen und geräuscharmen Betrieb der erfindungsgemässen Siebvorrichtung bei. Zur Einstellung der Vorkompression der Schwingfedern 61 , 62, 63 und 64 kann die obere Befestigungsplatte 81 entlang der Verbindungsstangen 14 etwas nach oben oder nach unten bewegt und mit diesem Abstand zur unteren Befestigungsplatte 82 fixiert werden. Hierfür ist jeder Verbindungsstange 14 eine Einstell-Schraubverbindung 13 zugeordnet, mit der die Position der oberen Befestigungsplatte 81 an den Verbindungsstangen 14 fixiert werden kann.

Der Siebrahmen 5 ist somit über obere und untere Schwingfedern an dem Grundgestell 8 schwingbar eingespannt und kann über eine oder mehrere, an gleichmässig verteilten Punkten des Siebrahmens 5 angreifende Schwingungsquellen 7 (siehe Fig. 7) in Schwingung versetzt werden. Die Lagerpunkte des Siebrahmens 5 sind somit jeweils zwischen oberen Schwingfedern 61 , 63 und unteren Schwingfedern 62, 64 angeordnet.

Fig. 10 ist eine Seitenansicht einer in der erfindungsgemässen Schwingfeder- Anordnung verwendeten Schraubenfeder, d.h. eine der Schraubenfedern 61 , 62, 63 oder 64 in Fig. 8. Bei dieser Schraubenfeder verläuft die Verbindungsgerade G durch das erste Ende 61a der Schraubenfeder-Windung und durch das zweite Ende 61b der Schraubenfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder-Längsachse L. Zumindest die beiden Enden 61a und 61 b der Schraubenfeder-Windung bleiben während des Vibrationsbetriebs stets mit dem Siebrahmen 5 (siehe Fig. 8) und mit dem Grundgestell 9 (siehe Fig. 8) in Berührung. Dies führt zu einer durch die abwechselnd komprimierten und gedehnten Schraubenfedern hervorgerufenen Kraftkomponente und Bewegungskomponente des Siebrahmens und Grundgestells in horizontaler Richtung X zusätzlich zu der Kraft- und Bewegungskomponente des Siebrahmens und Grundgestells in vertikaler Richtung Z. Durch Drehen einer montierten Schraubenfeder 61 um ihre Längsachse L kann diese Nicht-Parallelität zwischen der Verbindungsgerade G der Schraubenfeder-Windungsenden 61a, 61 b und der Schraubenfeder-Längsachse L und somit die Grosse der horizontalen Komponenten eingestellt werden. Damit kann der Durchsatz von Mehl durch das Sieb als auch der Transport von Mehl parallel zur Siebebene eingestellt und optimiert werden. Vorzugsweise ist bei jeder der Schraubenfedern 61 , 62, 63, 64 die Verbindungsgerade G durch das erste Ende der Schraubenfeder- Windung und durch das zweite Ende der Schraubenfeder-Windung nicht-parallel zur Schraubenfeder-Längsachse L. Damit kann durch Drehen nicht nur einer, sondern vorzugsweise aller Schraubenfedern um ihre Längsachse in dieselbe Position der Kraftamplituden-Vektor und der Bewegungsamplituden-Vektor des Siebrahmens 5 eingestellt werden. Der Winkel a zwischen der Richtung der Verbindungsgerade und der Richtung der Schraubenfeder-Längsachse liegt im Bereich von 25° bis 35°.

Die vier Schwingfedern 61 , 62, 63 und 64 können auch nicht-kreisförmige Querschnitte senkrecht zur Feder-Längsachse haben, so dass sie je nach Richtung der Belastung senkrecht zur Feder-Längsachse eine andere Biegesteifigkeit haben. Besonders bevorzugt sind ovalförmige Schwingfeder-Querschnitte. Prinzipell sind hierfür auch beliebige polygonförmige Querschnitte wie Dreieck, Viereck, Fünfeck, Sechseck, etc. möglich. Werden solche Schwingfedern mit nicht-kreisförmigen Querschnitten in der Schwingfeder-Anordnung 6 verwendet, lassen sich, ähnlich wie im vorhergehenden Absatz ge-

schildert, durch Drehen dieser Schraubenfedem um ihre Längsachse der Kraftamplituden- und der Bewegungsamplituden-Vektor des Siebrahmens 5 einstellen.

Bei allen Schraubenfedern 61 , 62, 63, 64 (siehe Fig. 8) der Schwingfeder-Anordnung 6 ist der parallel zur Schraubenfeder-Längsachse L gemessene Abstand Si zwischen den einander zugewandten Oberflächen des ersten Federendes 61a und der zum ersten Federende benachbarten Windung sowie der parallel zur Schraubenfeder-Längsachse gemessene Abstand S 2 zwischen den einander zugewandten Oberflächen des zweiten Federendes 61b und der zum zweiten Federende benachbarten Windung grösser als die Amplitude der Dehnschwingung bzw. die maximale Dehnung der Feder d max dividiert durch die Anzahl n der Windungen der jeweiligen Schraubenfeder, d.h. si > d ma χ/ n und S 2 > d ma χ / n. Damit wird verhindert, dass sich im Vibrationsbetrieb diese einander zugewandten benachbarten Oberflächen der Schraubenfeder berühren. Dies trägt beträchtlich zum ruhigen Lauf einer solchen Siebvorrichtung bei.

Bezugszeichen

Siebvorrichtung / Kontrollsieb 72b zweiter Elektromagnet

Siebgut-Einlass 72c Eisen-Ankerabschnitt a flexibler Einlass-Abschnitt 72d Eisen-Ankerabschnitt

Siebabstoss-Auslass 72e Aluminium-Ankerbügel

Siebdurchfall-Auslass 73 Linearantrieb / Schwingungsquelle a flexibler Auslass-Abschnitt 73a erster Elektromagnet

Siebrahmen / Siebstapel 73b zweiter Elektromagnet a Sieb 73c dritter Elektromagnet

Schwingfeder / Schwingfeder- 73d Anker

Anordnung 73e Anker-Führung

Schwingungsquelle 73f Permanentmagnet

Grundgestell 81 Befestigungsplatte a Ständer 82 Befestigungsplatte b Gehäuseteil A 1 a Amplitude

Lagerfeder / Dämpfungsfeder ω Kreisfrequenz 1 Federsockel I Intensitätsmass 2 Schraubverbindung SZ Siebzeit 3 Einstell-Schraubverbindung f Frequenz 4 Verbindungsstange S 1 Abstand 1 Schraubenfeder S 2 Abstand 2 Schraubenfeder G Verbindungsgerade 3 Schraubenfeder L Schraubenfeder-Längsachse 4 Schraubenfeder B Betriebspunkt 1a Schraubenfeder-Ende a Winkel 1 b Schraubenfeder-Ende 1 Linearantrieb / Schwingungsquelle 1a erster Elektromagnet 1 b zweiter Elektromagnet 1c Eisenanker 2 Linearantrieb / Schwingungsquelle 2a erster Elektromagnet