| 1. | Siebtrommel für Müll, d a d u r c h g e k e n n ¬ z e i c h n e t , daß sie mit Staueinrichtungen (12) ' versehen ist, in den Staustrecken (13 und 14') in ümfangs richtung verlaufende Auf rallbleche (18) angeordnet sind und ihr Durchmesser die VorZerkleinerung des Mülls durch freien Fall ermöglicht. |
| 2. | Siebtrommel nach Anspruch 1, d a d u r c h g e ¬ k e n n z e i c h n e t , daß die Oberkante der Auf¬ prallbleche (18) eine Sägeblattkontur (19) aufweist. |
| 3. | Siebtrommel nach Anspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß die Sägeblattkontur (19) zur Trommelachse (3) hin ansteigt, wobei der niedrigere Teil in der Drehrichtung (20) vorausläuft. '. |
| 4. | Siebtrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß der Quer¬ schnitt des Trommelmantels (5) ein Polygon, vorzugsweise ein Achteck ist. |
| 5. | Siebtrommel nach Anspruch 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß die Staüeinrichtung (12) einer Aσhtecktrommel aus vier Rechteckblechen (15) besteht deren eine Seite (15a) gleich der Breite der Achteckseite und deren andere Seite (15b) gleich der Kathetenlänge des rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreiecks über der Acht eckseite ist. |
| 6. | Siebtrommel nach Anspruch 4 oder 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß die Teilur.gsabstände der etwa zwei Schraubenwindungen ergebenden Reihe Aufprall bleche (18) gleich der doppelten Breite der Pclygonseite sind. UR. _.?ι 8 . |
| 7. | Siebtrommel nach Anspruch 6, d a d u r c h g e ¬ k e n n z e i c h n e t , daß die Länge der Aufprall¬ bleche (18) gleich der halben Breite der Polygonseite und die Höhe gleich einem Viertel der Polygonseite ist. '. |
| 8. | Verfahren zum Betrieb einer Siebtrommel für Müll, insbe¬ sondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7, g e k e n n z e i c h n e t durch eine Drehgeschwindigkeit der Trommel, bei der die Zentrifugalbeschleunigting am Trom melmantel 5/10 bis 7/10 der Fallbeschleunigung beträgt. o:..?ι. |
Es ist bekannt, Müll zwecks Gewinnung von Roh- und Brennstoff in einer Behandlungsstrecke in einer Siebtrommel zu sieben und den Überlaufanteil der Siebtrommel großenteils einer Mühle zuzuführen. Die Mühlenaustragsmenge vereinigt sich dann 5 wieder mit dem gesiebten Mengenstrom.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Gr nde, eine Siebtrommel zu schaffen, die, soweit angängig, zugleich eine Vorzerklei¬ nerung durchführt, wodurch der Überlaufanteil verringert wird 10 Damit wird einmal bezweckt, die mit hohem Energieverbrauch betriebene Mühle zu entlasten. Zum anderen soll vor allem der Glasanteil der Mühlenaustragsmenge verringert werden; denn bis zur Splittergröße kleingemahlenes Glas läßt sich bei der weiteren Behandlung des Menσenstro es nur mit un- < 15 verhältnismäßig hohem Aufwand heraustrennen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Siebtrommel über ihre Länge eine oder vorzugsweise mehrere Staueinrichtungen, die einen zu schnellen Durchgang des Mülls verhindern und dessen mehr¬ maliges Fällen vom oberen in den unteren Teil der Trommel 20 bewirken, sowie in ümfangsrichtung der Trommel verlaufende Aufprallbleche in den Staustrecksn aufweist. Weiterhin be¬ sitzt die Siebtrommel einen Durchmesser, der ausreicht, den
bei der Drehung der Trommel " in deren oberen Teil mitgeführte zerkleinerbaren Müllanteilen beim anschließenden Fall in den unteren Teil der Trommel eine Geschwindigkeit zu geben, die zur Zerkleinerung der zerbrechlichen Müllteile beim Auftref- fen auf der Trommelwand und nsbesondere den Aufpr llblechen führt. Hierzu reichen in der Regel Trommeldurchmesser von 2 bis 4 ra aus; für kommunalen Müll hat sich ein Durchmes¬ ser von etwa 3 als geeignet erwiesen.
Die Fülirung des Mülls in den oberen Teil der Siebtrommel wäh rend deren Drehung kann durch axial angebrachte Mitnehmer¬ bleche bewirkt werden. Da am diesen sich aber leicht Müll¬ klein ansetzt, der die Mitführung weiteren Mülls behindert, wird diese bevorzugt durch eine relativ schnelle Drehung der Siebtrommel- erreicht. Es wurde nämlich gefunden, daß Dreh¬ geschwindigkeiten der Trommel, bei denen die Zentrifugalbe¬ schleunigung am Trommelmantel 5/10 b s 7/10 der Fallbeschleu nigung beträgt, insbesondere zusammen mit dem später erwähn¬ ten polygonalen Querschnitt der Trommel zu einem sehr stei- len Müllspiegel in der Siebtrommel und damit zu den größt¬ möglichen Fallhöhen für den Müll in der Trommel führen. 3ei dem oben genannten Trommeldurchmesser von 3 kann die Sieb¬ trommel z. B. mit 15 U/min betrieben werden.
Die aufrechtstehenden Aufprallbleche zerkleinern zwar spröde Material wie Steinzeug und Flaschen, aber sie sollen auch di allgemein aus Folie bestehenden Mülltüten und Müllsäcke auf¬ reißen. Dazu erhält ihre Oberkante zweckmäßig eine Sägeblatt¬ kontur. Durch ein Ansteigen dieser Sägeblattkontur zur Trom- melachse hin, wobei der niedrige Teil in der Drehrichtung voranläuft, wird die Mitnehmerwirkung der Aufprallbleche kleingehalten, damit sich die Flanken der Zähne nicht mit Müllklein zusetzen.
Der Müllspiegel in der Siebtrommel soll möglichst steil sein, damit stückige Teile vorwiegend in den Zustand freien Falls versetzt werden. Dafür ist neben der bereits beschriebenen
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Trommeldrehzahl der Querschnitt des Trommel antels wesent¬ lich. Er sollte die Form eines Polygons, insbesondere die eines Achtecks aufweisen.
Die Staueinrichtungen in der Siebtrommel sollen bei geringe Bauaufwand eine ausreichend große Durchtrittsöffnung für de Müll freigeben. Sie können auch der Queraussteifung des Tro melmantels dienen. Hierfür werden sie nach einer ϊeiterent- wiσklung der Erfindung bei einer Achtecktro mel durch vier rechteckige Bleche gebildet, deren eine Seite gleich der
Achteσkseite (s) , an der sie befestigt ist, und deren andere Seite gleich der Kathetenlänge ( s/-l-V ) des rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreiecks über der benachbarten Achtecksei¬ te ist. Die vier Bleche sind an vier nicht aneinanderstoßen- den Seiten des Achteckes befestigt und lassen eine große quadratische und vier kleine dreieckige Durchtrittsöffnungen für den Müll. Durch Verbinden ihrer aneinanderstoßenden Spit zen, z. B. durch Schweißen, wird der Trommelmantel versteift
Um bei geringstmöglicher Störung des Müllspiegels eine gute Zerkleinerungswirkung zu erhalten, hat es sich als zweck¬ mäßig herausgestellt, die Tellungsabstände der Aufprallblech gleich der doppelten Breite der Pblygonseite zu machen (2s) , die Aufprallbleche also auf jeder zweiten Polygonseite anzu- bringen, und die Reihe der Aufprallbleche etwa zwei Schrau¬ benwindungen weit zu führen, also etwa so viele Auf rall¬ bleche vor jeder Staueinrichtung anzuordnen, wie das Polygon Seiten besitzt. Die Länge der Aufprallbleche sollte gleich der halben Breite der Polygonseite (s/2) , ihre Höhe gleich einem Viertel der Polygonseite sein (s/4) .
In den Zeichnungen ist die Erfindung an einem Ausführungsbei¬ spiel dargestellt. Die im weiteren erläuterten Zeichnungen zeigen mit
Fig. 1 eine Siebtrommel für Müll it drei Austragungstrich¬ tern, räumlich gezeichnet und mit teilweise- Wand¬ durchbruch,
Fig. 2 die Siebtrommel nach. Fig. 1 im Querschnitt und
Fig. 3 eine Abwicklung des Trommelmantels entsprechend dem Querschnitt nach Fig. 2. '
Eine sich längs einer vom Mülleintrag 1 zum überlaufaustrag 2 hin geneigten Systemachse 3 erstreckenden Siebtrommel 4 hat einen drehbaren, achteckigen Trommelmantel 5, der von einem f ststehenden, im wesentlichen zylindrischen Gehäuse 6 gekapselt ist. Die Siebtrommel wird über den Laufring 22 an¬ getrieben und geführt. Das Gehäuse des überlaufaustrags 2 läuft nach unten hin in einen Austragstrichter 7a aus. Zwei weitere Austragstrichter 7b und 7c, die nach vorn zunehmend länger sind, ergeben, wie- durch Pfeile angedeutet ist, eine Grobfraktion 8, eine Mittelfraktion 9 und eine Feinfraktion 10. Die Sieblöcher 11 des Trommelmantels 5 sind im Bereich des Austragstrichters 7b weiter als die Löcher im Bereich des Austragstrichters 7c.
Entsprechend ist die Trommellänge durch zwei Staueinrichtun¬ gen 12 in zwei Staustrecken 13 und 14 unterteilt. Die Stau¬ einrichtungen werden gebildet aus je vier Rechteckblechen 15, deren eine Seite 15a gleich der Breite der Achteckseite s und deren andere Seite gleich der Kathetenlänge des rechtwinkli- gen, gleichschenkligen Dreiecks über der benachbarten Achteck seite s ist. Die symbolisch als Schweißpunkte markierten Stoßstellen 16 der Bleche weisen aus, daß zentrisch eine qua¬ dratische Durchtrittsöffnung 17 freigelassen wird, und daß die Bleche 15 den Trommelmantel diagonal aussteifen.
Beginnend mit dem Abstand s/2 von den Rechteckblechen 15 ent¬ wickeln sich in den beiden Staustrecken 13 und 14 zwei Schrau benwindungen als unterbrochene Reihe von Aufprallblechen 18. Der axiale Abstand s/4 der Auf rallbleche untereinander ist gleich einem Viertel und der Teilungsabstand 2s gleich der doppelten Achteckseite s. Die so gebildete zweifache Schrau¬ benlinie ist etwa halb so lang, wie die Länge der Staustrecke.
Die Oberkante der Aufprallbleche 18 hat eine grobe Sägeblatt kontur 19. Sie steigt zur Trommelachse 3 hin an. Der niedri¬ gere Teil der Kontur läuft in der Drehrichtung 20 der Tromme voraus. '
In der Achtecktrommel mit einem Durchmesser von etwa 3 m ent steht bei einer verhältnismäßig hohen Betriebsdrehzahl von 15 ü/min ein verhältnismäßig steiler Müllspiegel 21. Auch der Achteckquerschnitt der Trommel begünstigt wegen besse- rer Mitnehmereigenschaft die Steilheit des Müllspiegels mehr als ein zylindrischer Querschnitt. Bei Drehgeschwindigkeiten von etwa 18 ü/min erreicht der freie Fall bei steilem Müll¬ spiegel 21 seine größte Höhendifferenz und Wirkung, unter¬ halb etwa 12 ü/min ist einerseits der Müllspiegel so wenig steil"und andererseits die Fallhöhendifferenz so klein, daß feste Gegenstände wie Flaschen ziemlich energielos auf dem Müllspiegel her brollen und nicht zerkleinert werden.
Der Trommeldurchmesser ist mit etwa drei Meter für ein Trom- melsieb ebenfalls relativ groß. Ein Müllsack beispielsweise fällt verhältnismäßig hoch frei herab, um beim Aufprall auf die momentane Unterfläche der Trommel aufzuplatzen und/oder durch die mit der Sägeblattkontur versehenen Aufprallbleche 18 aufgerissen zu werden, vielleicht nicht stets beim ersten Mal, aber mit Sicherheit nach mehrmaligem Fallen. Entspre¬ chendes gilt für Glasflaschen oder leicht brechbares Stein¬ zeug.
Hierzu ist wesentlich, daß die Aufprallbleche 18 eine relativ schlechte Mitnehmerfunktion ausüben. Dazu sind sie niedrig und steigt die Sägablattkontur 19 zur Trommelachse hin an. Die Aufprallbleche sollen sich in der Zenitlage leicht von anhaftendem Kleinzeug befreien können, um die herabfallen¬ den Gegenstände metallisch hart aufzufangen. Auch der rela- tiv große Abstand der Au rallbleche untereinander verrin¬ gert die Mi nehmervirkung. Andererseits soll der Abstand nicht zu groß sein, um über den Umfang der Trommel ausrei¬ chende Aufprallwah scheinlichkeit zu haben.
Die beschriebene Anordnung der Aufprallbleche 18 nur in der Nähe der Staueinrichtungen 12 berücksichtigt, daß ein großer Teil des langsam axial fortschreitenden Mengenstromes vor dem Erreichen des AufpralH-iechbereiches schon durch die x Sieblδcher 11 hindurcfa ällt. In. diesem der Staueinrichtung vorgelagerten Bereich findet nämlich der Hauptstau statt, während der Bereich unmittelbar hinter der Staueinrichtung eher als Auflockerungszone bezeichnet werden kann. So z. B. fallen Flaschenhälse und -böden, wenn sie von der Staustrek- ke 14 durch die quadratische Öffnung 17 und durch die vier dreieckigen Öffnungen an der Peripherie hindurch in die - Staustrecke 13 hinüberwechseln, schon bald durch die in der Staustrecke 13 größeren Sieblöcher hindurch.
Der Überlaufanteil 8 sollte im wesentlichen nur aus Stückzeug wie Papier, Kartons, Konservendosen und Kunststoffgegenstän- - den bestehen, das wegen der hier begrenzten Bedingungen des freien Falls nicht zerkleinerbar ist.
