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Patent Searching and Data


Title:
SEAL TO PREVENT LUBRICANT ESCAPING, AND ROLLING STAND HAVING SAID SEAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/091861
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a seal (100) for sealing a lubricant space to prevent lubricant (320) escaping, and a rolling stand having a seal of this kind. The seal (100) is made at least partially from elastic material. To enable a pressing force FR, with which the bottom face (112) of the seal is pressed against an opposite contact surface (218), for example of a roll journal (212), to be variably set, the seal (100) has at least two cavities, which are separated from each other in the circumferential direction and which are open towards the lubricant space of the bearing.

Inventors:
ALKEN JOHANNES (DE)
KNIE DANIEL (DE)
TUCAK ANDREJ (DE)
SEIDEL RALF (DE)
KIPPING MATTHIAS (DE)
Application Number:
EP2018/079984
Publication Date:
May 16, 2019
Filing Date:
November 02, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (DE)
International Classes:
B21B31/07; F16J15/16
Foreign References:
EP3098486A12016-11-30
US5169159A1992-12-08
DE102015209637A12016-12-01
DE102013224117A12015-05-28
DE102015209637A12016-12-01
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Dichtung (100) zum Abdichten des Schmiermittelraumes eines Lagers, insbesondere eines Ölfilmlagers, gegen einen Austritt von Schmiermittel (320),

wobei die Dichtung (100) mindestens teilweise aus einem elastischen Material gebildet ist;

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung mindestens zwei in Umfangsrichtung voneinander getrennte Hohlräume (1 10) aufweist, welche zu dem Schmiermittelraum des Lagers hin geöffnet sind zum Zuführen des Schmiermittels (320) aus dem abzudichtenden Schmiermittelraum (300) des Lagers in die

Hohlräume.

2. Dichtung nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Hohlräume (1 10) in Form einer beispielsweise zylindrischen, topf- oder kugelförmigen Aussparung (1 10) an der Oberfläche der Dichtung (100) ausgebildet sind.

3. Dichtung nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest einem Teil der Hohlräume (1 10) mindestens ein

Zuführkanal (120) zugeordnet ist, über welchen die Hohlräume (1 10) zu dem Schmiermittelraum (300) des Ölfilmlagers hin geöffnet sind.

4. Dichtung (100) nach einem der Ansprüche 2 oder 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) eine Lauffläche (1 12) als Teil ihrer Oberfläche aufweist zum Andrücken gegen eine bewegte Anlagefläche bzw.

Oberfläche eines Objektes.

5. Dichtung nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Lauffläche (1 12) mit einer Laufflächenprofilierung (1 1 1 )

ausgestattet ist.

6. Dichtung (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Mehrzahl von Hohlräumen vorgesehen ist, wobei die Hohlräume (1 10) in Größe und/oder Form unterschiedlich, vorzugsweise gruppenweise unterschiedlich ausgebildet sind.

7. Dichtung (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche;

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) einen rechteckförmigen Querschnitt aufweist.

8. Dichtung (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Hohlräume (1 10) über die Länge bzw. den Umfang der Dichtung vorzugsweise gleichmäßig verteilt angeordnet sind.

9. Dichtung (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) als Ringsegment oder ringförmig als Ringdichtung ausgebildet ist.

10. Dichtung (100) nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Lauffläche (1 12) als Dichtfläche an der Innenseite der Ringdichtung (100), dem Zentrum der Ringdichtung zugewandt ausgebildet ist.

1 1 .Walzgerüst (200) aufweisend:

mindestens eine Walze (210) mit zwei Walzenzapfen (212) und einem Walzenballen (214) zum Walzen von einem Walzgut;

mindestens ein Einbaustück (220) - optional mit einer Lagerbuchse (222) - zum drehbaren Lagern der Walze (210) in dem Walzgerüst (200), wobei das Einbaustück (220) oder die Lagerbuchse eine Aufnahmeöffnung aufspannt zur Aufnahme von einem der Walzenzapfen (212) - optional mit einer aufgezogenen Zapfenbuchse (216) - , wobei der Innendurchmesser der Aufnahmeöffnung gegenüber dem Außendurchmesser des

Walzenzapfens - optional mit aufgezogener Zapfenbuchse - derart größer ausgebildet ist, dass zwischen dem Einbaustück bzw. der Lagerbuchse und dem Walzenzapfen bzw. der Zapfenbuchse ein Ringspalt (300) zur

Aufnahme eines Schmiermittels (320) ausgebildet ist; und

eine an dem walzenballenseitigen Ende und/oder eine an dem

walzenballenfernen Ende des Einbaustücks (220) oder der Lagerbuchse (222) gegenüber der drehbaren Walze drehfest angeordnete Dichtung zum Abdichten des Ringspaltes zumindest in einem vorbestimmten

Umfangswinkelbereich;

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) ausgebildet ist nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Ringspalt (300) den Schmiermittelraum repräsentiert.

12. Walzgerüst nach Anspruchl 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) als Ringsegment ausgebildet ist und eine vorbestimmte begrenzte Länge L aufweist für welche gilt:

L < Gesamtumfang des Ringspaltes.

13. Walzgerüst nach Anspruch 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) in Form einer Ringdichtung ausgebildet ist.

14. Walzgerüst (200) nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Außendurchmesser (DD) der Ringdichtung in unbelastetem Zustand im Wesentlichen gleich dem Durchmesser der Nut (240) an ihrem Boden ist.

15. Walzgerüst (200) nach einem der Ansprüche 13 oder 14,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Innendurchmesser (dD) der Ringdichtung (100) größer als der Außendurchmesser (DZ) des Walzenzapfens (212) - optional mit aufgezogener Zapfenbuchse (216) - auf axialer Höhe der Ringdichtung ist.

16. Walzgerüst (200) nach einem der Ansprüche 1 1 bis 15,

dadurch gekennzeichnet,

dass an dem walzenballenseitigen Ende und/oder an dem

walzenballenfernen Ende des Einbaustücks (220) oder der Lagerbuchse (222) eine zu dem Walzenzapfen (212) hin geöffnete Nut (230) ausgebildet ist, in welche die Dichtung (100) einsetzbar ist.

17. Walzgerüst (200) nach Anspruch 16,

dadurch gekennzeichnet,

dass die axiale Außenseite der Nut durch eine mit dem Einbaustück oder mit der Lagerbuchse (222) lösbar verbindbare, beispielsweise

verschraubbare Lochscheibe (240) gebildet ist.

18. Walzgerüst (200) nach einem der Ansprüche 1 1 bis17,

dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (100) an ihrer dem Einbaustück abgewandten und/oder zugewandten Stirnseite mindestens eine Überhöhung (130) aufweist.

19. Walzgerüst (200) nach einem der Ansprüche 1 1 bis 18,

dadurch gekennzeichnet,

dass die axiale Breite a der Dichtung (100) - ggf. inklusive der Überhöhung - in unbelastetem Zustand größer ist als die Breite A der Nut (230) in axialer Richtung R.

20. Walzgerüst (200) nach Anspruch 1 1 bis 19,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dichtung (100) einen rechteckförmigen Querschnitt aufweist; und dass die Dichtfläche der Dichtung dem Walzenzapfen zugewandt ist.

21 .Walzgerüst (200) nach einem der Ansprüche 1 1 bis 20,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Aussparungen (1 10) an der Oberfläche der Ringdichtung auch zu dem Einbaustück (220) oder zu der Lagerbuchse (222) hin geöffnet ausgebildet sind.

22. Walzgerüst (200) nach Anspruch 21 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Einbaustück (220) oder die Lagerbuchse (222) an seiner /ihrer der Dichtung zugewandten Stirnseite in axialer oder radialer Richtung

vorstehende Stifte (228) aufweist zum Eingreifen in die Aussparungen (1 10) an der Oberfläche der Dichtung (100).

23. Walzgerüst (200) nach Anspruch 22,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Volumen der Aussparungen (1 10), in welche die Stifte

hineinragen, größer ist als das Volumen der in die Aussparungen eingreifenden Stifte (228).

Description:
Dichtung gegen einen Austritt von Schmiermittel und Walzgerüst mit der Dichtung

Die Erfindung betrifft eine Dichtung zum Abdichten eines Schmiermittelraumes gegen einen Austritt von Schmiermittel. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Walzgerüst mit einer derartigen Dichtung.

Dichtungen und Walzgerüste, wie sie der vorliegenden Erfindung zugrunde liegen, sind im Stand der Technik grundsätzlich bekannt, z. B. aus den deutschen Offenlegungsschriften DE 10 2013 224 1 17 A1 oder DE 10 2015 209 637 A1 . Beide Offenlegungsschriften offenbaren jeweils ein Walzgerüst mit mindestens einer Walze zum Walzen von insbesondere metallischem Walzgut. Die Walze weist zwei Walzenzapfen und einen Walzenballen auf. Das Walzgerüst weist Einbaustücke - hier beispielsweise jeweils mit einer Lagerbuchse - auf zum drehbaren Lagern der Walze in dem Walzgerüst. Die Einbaustücke bzw. die Lagerbuchsen spannen jeweils eine Aufnahmeöffnung auf zur Aufnahme von einem der Walzenzapfen, optional mit einer aufgezogenen Zapfenbuchse. Zwischen der Walze und dem Einbaustück ist ein Ringspalt ausgebildet zur Aufnahme eines Schmiermittels. Sowohl an seinem ballenseitigen wie auch an seinem ballenfernen Ende ist der Ringspalt durch eine an der Lagerbuchse lösbar befestigte Ringdichtung abgedichtet. Die Ringdichtung ist dabei so ausgelegt, dass sie einen seitlichen Abfluss des Schmiermittels aus dem Ringspalt in einem vorbestimmten Umfangswinkelbereich verhindert bzw. reduziert. Für diesen Zweck wurden aus dem Stand der Technik bekannte Dichtsysteme, wie z. B. Radialwellendichtringe oder Labyrinthdichtungen verwendet.

Alle verwendeten bzw. ausprobierten Dichtungssysteme erwiesen sich jedoch aus folgenden Gründen als ungeeignet: Die Vorspannung, mit welcher die Ringdichtung in radialer Richtung auf den Walzenzapfen bzw. die Zapfenbuchse gedrückt wird, wird bei Auslegung des Walzgerüstes konstruktiv festgelegt. Die Vorspannung passt sich nicht dem in dem Ringspalt wirkenden zeitlich und örtlich variierenden Druck des Schmiermittels an. Die Folge ist, dass bei zu kleiner vorbestimmter Vorspannung eine nur unzureichende Abdichtung des Ringspaltes erfolgt; d. h. es kommt zu Leckagen. Im umgekehrten Fall, d. h. bei zu großer vorbestimmter Vorspannung ergibt sich eine erhöhte Reibung zwischen der Dichtung und dem Walzenzapfen bzw. der Zapfenbuchse, wodurch ein übermäßiger Verschleiß der Dichtung entsteht. Dieser erhöhte Verschleiß kann schnell zu einer Zerstörung der Dichtung führen. Außerdem kann es passieren, dass bei zu hoher Vorspannung die Dichtung durch Extrusion in einen Ringspalt mit geringem bzw. mit Atmosphärendruck zerstört wird. Die Dichtung extrudiert typischerweise nicht in den Ringspalt zwischen dem Walzenzapfen und dem Einbaustück, weil dort ein sehr hoher Gegendruck herrscht. Stattdessen besteht die Gefahr, dass die Dichtung in die entgegengesetzte Richtung extrudiert, weil dort eben kein Gegendruck herrscht.

Bekannt sind auch Ringdichtungen zur Abdichtung von Ringspalten in Walzgerüsten, welche jeweils an ihren dem Ringspalt zugewandten Seitenflächen eine zu dem Ringspalt hin geöffnete umlaufende Nut aufweisen. Der Druck in dieser umlaufenden Nut - und damit die Dichtwirkung der Ringdichtung - ist jedoch in allen Umfangswinkelbereichen gleich, weil sich der Druck über den Umfang ausgleicht. Diese bekannte Ringdichtung mit umlaufender Nut ist deshalb nicht geeignet, in einzelnen Umfangswinkelbereichen wirkenden unterschiedlichen Druckverhältnissen durch unterschiedlich starke Dichtwirkungen Rechnung zu tragen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bekannte Dichtung und ein bekanntes Walzgerüst mit dieser Dichtung dahingehend weiterzubilden, dass die Andrückkraft, mit welcher die Dichtung gegen eine Fläche, in einem Walzgerüst beispielsweise die Oberfläche der Zapfenbuchse bzw. des Walzenzapfens, gedrückt wird, geeignet an die lokalen Druckverhältnisse in dem abzudichtenden Ringspalt angepasst bzw. eingestellt wird.

Diese Aufgabe wird bezüglich der Dichtung durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung mindestens zwei in Umfangsrichtung voneinander getrennte Hohlräume aufweist, welche zu dem Schmiermittelraum des Ölfilmlagers hin geöffnet sind zum Zuführen des Schmiermittels aus dem abzudichtenden Schmiermittelraum des Lagers in die Hohlräume.

Der Begriff „Lager" meint im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere - aber nicht nur - Ölfilmlager.

Bei der vorliegenden Erfindung sind zwei Arten von Ringspalten, nachfolgend auch Schmiermittelräume genannt, zu unterscheiden:

Ein erster Ringspalt bzw. Schmiermittelraum ist Teil des eigentlichen Lagers insbesondere Ölfilmlagers; er wird deshalb nachfolgend auch als Ringspalt bzw. Schmiermittelraum des Lagers bezeichnet. Er ist zwischen der Lagerbuchse und der Zapfenbuchse ausgebildet. Bei Ausführung des Walzgerüstes ohne Lagerbuchse und Zapfenbuchse befindet er sich zwischen dem Einbaustück und dem Walzenzapfen. Das Schmiermittel in diesem ersten Ringspalt trägt zumindest stellenweise die gesamte Belastung beim Walzbetrieb. Ein zweiter Ringspalt bzw. Schmiermittelraum ist nicht Teil des eigentlichen Lagers, sondern grenzt an dieses an. Er wird nachfolgend auch Ringspalt bzw. Schmiermittelraum unter der Dichtung genannt. Er befindet sich zwischen der Lauffläche der Dichtung und der gegenüberliegenden Zapfenbuchse bzw. dem gegenüberliegenden Walzenzapfen. Wenn der erste Ringspalt beidseitig von jeweils einer Dichtung abgedichtet wird, gibt es zwei zweite Ringspalte unter den Dichtungen pro Walze in einem Walzgerüst. Beide Ringspalte bzw. Schmiermittelräunne stehen in fluidleitender Verbindung miteinander. Die radiale Höhe und damit das Volumen des ersten Ringspaltes sind jedoch deutlich größer als bei dem zweiten Ringspalt. Deshalb steht das Schmiermittel in dem ersten Ringspalt während des Betriebs des Walzgerüstes unter einem wesentlich größeren Druck als in dem zweiten Ringspalt. Der Druck in dem ersten Ringspalt ist jedoch typischerweise über den Umfang unterschiedlich verteilt. Durch die beanspruchte fluidleitende Verbindung sind die Hohlräume in der Dichtung jeweils individuell fluidleitend mit dem unter Druck stehenden Schmiermittelraum des Lagers verbunden. Demzufolge füllen sich die Hohlräume bei Verwendung der Dichtung mit dem Schmiermittel und außerdem sind die Hohlräume dadurch auch demselben in Umfangsrichtung und zeitlich variierenden Druck ausgesetzt, wie das Schmiermittel in dem Schmiermittelraum des Lagers. Aufgrund der Elastizität des Materials, aus dem die Dichtung gefertigt ist, dehnen sich die Hohlräume je nach Stärke der Druckbeaufschlagung mehr oder weniger aus. Die Ausdehnung der Hohlräume führt aufgrund der isotropen Eigenschaften des Dichtungsmaterials zu einer Vergrößerung des Volumens der Dichtung und damit automatisch auch zu einer Vergrößerung der Andrückkraft, mit welcher die Dichtung auf eine abzudichtende Fläche, insbesondere eine Zapfenbuchse oder einen Walzenzapfen wirkt. Bei variablen Druckverhältnissen variiert dementsprechend auch das Volumen der Dichtung und die Andrückkraft. Anders ausgedrückt: Durch die beanspruchte Ausgestaltung der Dichtung wird vorteilhafterweise erreicht, dass die Andrückkraft mit den Druckverhältnissen in dem Schmiermittelraum des Lagers über den Umfang verteilt und zeitlich variiert bzw. dass sich die Andrückkraft automatisch in geeigneter Weise an die Druckverhältnisse in dem Schmiermittelraum anpasst. Die Anpassung der Andrückkraft an die in Umfangsrichtung unterschiedlichen Druckverhältnisse in dem Schmiermittelraum des Lagers wird bei der erfindungsgemäßen Dichtung insbesondere dadurch erreicht, dass keine umlaufende Nut, sondern eine Mehrzahl von in Umfangsrichtung getrennt voneinander ausgebildete Hohlräume vorgesehen sind, welche in unterschiedlichen Umfangsbereichen mit dem Schmiermittelraum des Lagers in fluidleitender Verbindung stehen. Für das Funktionieren der erfindungsgemäßen Dichtung ist es wichtig, dass, wie gesagt, das Schmiermittel und der Druck, dem es ausgesetzt ist, in die Hohlräume gelangen kann; das heißt, es muss eine fluidleitende Verbindung zwischen den Hohlräumen und dem unter Druck stehenden Schmiermittelraum des Lagers bestehen. Diese fluidleitende Verbindung kann beispielsweise entweder dadurch realisiert sein, dass die Hohlräume als Aussparung an der Oberfläche der Dichtung ausgebildet und zu dem Schmiermittelraum des Lagers hin geöffnet sind und/oder dass die Hohlräume an der Oberfläche oder im Inneren der Dichtung über Zuführkanäle in den Schmiermittelraum des Lagers münden. Bei beiden Varianten stehen die Hohlräume in fluid- bzw. druckleitender Verbindung mit dem Schmiermittel in dem Schmiermittelraum des Lagers.

Durch eine Profilierung der Lauffläche der Dichtung können die Eigenschaften des Schmierfilms in dem zweiten Ringspalt zwischen der Dichtung und der Anlagefläche der Zapfenbuchse bzw. des Walzenzapfens eingestellt werden.

Die einzelnen Hohlräume in der Dichtung können in Form und Größe unterschiedlich ausgebildet sein; vorzugsweise sind sie gruppenweise unterschiedlich ausgebildet. Mit der Größe und Form der Hohlräume kann auch die Stärke der Andrückkraft gesteuert werden. Je größer die Hohlräume desto größer ist die erzielbare Volumenvergrößerung der Dichtung und damit einhergehend die erzielbare Andrückkraft und umgekehrt.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die einzelnen separaten Hohlräume in der Dichtung über die Länge bzw. den Umfang der Dichtung vorzugsweise gleichmäßig verteilt. Dies bietet den Vorteil, dass die Dichtung in jeder Umfangswinkellage die gleichen Eigenschaften und damit - ein gleicher Druck vorausgesetzt - eine gleiche Dichtwirkung erzielt werden kann.

Für die Verwendung der Dichtung in Walzgerüsten zur Abdichtung von Ringspalten, d. h. ringförmigen Schmiermittelspalten von Lagern ist die Ausbildung der Dichtung als Ringdichtung sinnvoll. Bei der Ausbildung als Ringdichtung ist die Lauf- bzw. Dichtfläche der Dichtung typischerweise an der Innenseite der Ringdichtung, d. h. dem Zentrum bzw. Mittelpunkt der Ringdichtung zugewandt ausgebildet. Dann ist gewährleistet, dass insbesondere bei der Verwendung der Dichtung an Walzenzapfen die Dichtfläche der äußeren Oberfläche der Walzenzapfen zugewandt ist.

Bezüglich des Walzgerüstes wird die oben genannte Aufgabe der Erfindung durch den Gegenstand des Anspruchs 1 1 gelöst. Demnach ist das dort beanspruchte Walzgerüst dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche ausgebildet ist, wobei der Ringspalt den Schmiermittelraum repräsentiert.

Die Vorteile des so ausgebildeten Walzgerüstes entsprechen im Wesentlichen den oben mit Bezug auf die beanspruchte Dichtung genannten Vorteilen. Die Oberfläche des Walzenzapfens bildet jetzt die Anlagefläche, gegen welche die Dichtung mit ihrer Lauffläche angedrückt wird. Wie oben beschrieben, wird jetzt aufgrund der besonderen konstruktiven Ausgestaltung der Dichtung die Andrückkraft automatisch an das eventuell sehr hohe Druckniveau in dem Ringspalt zwischen Walzenzapfen und Einbaustück bzw. in den Ringspalt zwischen Walzenzapfen und Lauffläche der Dichtung angepasst.

Diese besagte Variation der Andrückkraft in Abhängigkeit der Druckverhältnisse in dem Ringspalt kann einer voreingestellten Vorspannung, mit welcher die Lauffläche der Dichtung auf eine Anlagefläche drückt, überlagert sein. Die auf diese Weise aus der Überlagerung von Vorspannung und variabler Andrückkraft realisierte radiale gesamte Andrückkraft ist so auszutarieren bzw. einzustellen, dass sie einerseits nicht zu groß, aber andererseits auch nicht zu klein ist. Die gesamte Andrückkraft darf nicht zu groß werden, weil ein Schmierfilm zwischen der Lauffläche der Dichtung und der Anlagefläche des rotierenden Walzenzapfens erhalten werden muss, um eine Festkörperreibung zwischen der Dichtung und dem rotierenden Walzenzapfen zu verhindern. Die Festkörperreibung hätte zur Folge, dass die Dichtung verschleißt und dadurch auf Dauer unbrauchbar bzw. zerstört werden würde. Andererseits darf die gesamte Dichtkraft auch nicht zu klein sein, damit die Dicke des Schmierfilms deutlich geringer wird als die Dicke/Höhe des ersten Ringspaltes zwischen dem Walzenzapfen und dem Einbaustück. Nur wenn die Dicke des Schmierfilms in dem zweiten Ringspalt deutlich geringer ist als die Dicke des Schmierfilms in dem ersten Ringspalt, kann die Dichtung auch die gewünschte - nicht absolute, aber weitgehende - Dichtwirkung bewirken.

Insbesondere bei hydrodynamischen Ölfilmlagern ist typischerweise keine vollumfängliche Abdichtung, sondern nur eine Abdichtung in einem bestimmten Umfangswinkelbereich, nämlich dort, wo die kleinste Schmierfilmdicke auftritt, gewünscht. Deshalb muss die Dichtung nicht zwingend notwendig als vollumfängliche Ringdichtung ausgebildet sein; vielmehr genügt z. B. für den besagten Anwendungsfall ein Dichtungsstreifen bzw. Ringsegment begrenzter Länge in dem besagten Umfangswinkelbereich.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel des Walzgerüstes ist an dem walzenballenseitigen Ende und/oder an dem walzenballenfernen Ende des Einbaustücks oder der Lagerbuchse eine zu dem Walzenzapfen hin geöffnete Nut ausgebildet. Die Nut dient vorteilhafterweise zur Aufnahme der Ringdichtung.

Beispielsweise kann die axiale Außenseite der Nut, d. h. die der Lagerbuchse abgewandte Außenseite der Nut durch eine mit dem Einbaustück oder mit der Lagerbuchse lösbar verbindbare, beispielsweise verschraubbare Lochscheibe gebildet sein. Wenn dann die Breite der Ringdichtung in unbelastetem Zustand größer ist als die Breite der Nut in axialer Richtung, dann kann durch das Anschrauben der Lochscheibe die Vorspannkraft eingestellt werden, mit welcher die Dichtung in radialer Richtung auf den Walzenzapfen wirkt. Grund dafür ist, dass sich die elastische Dichtung bei Einspannung in axialer Richtung in der Nut isotrop, d. h. auch in radialer Richtung ausdehnt. In Abhängigkeit des durch die Verschraubung ausgeübten Drucks in axialer Richtung kann auch die besagte Vorspannkraft in gewünschter Weise eingestellt werden. Um Fertigungstoleranzen bei der Dichtung auszugleichen und um sicherzustellen, dass die Dichtung in ihrer axialen Breite in jedem Fall zumindest geringfügig größer ist als die Breite der Ringnut, ist es vorteilhaft, wenn die Ringdichtung an ihrer dem Einbaustück zugewandten Stirnseite und/oder an ihrer dem Einbaustück abgewandten Stirnseite mindestens eine Überhöhung aufweist.

Wie oben bereits ausgeführt, münden die Aussparungen oder Hohlräume direkt in diejenigen Oberflächenbereiche der Dichtung, die den unter Druck stehenden Schmiermittelraum des Lagers begrenzen. Alternativ oder zusätzlich können aber auch weitere Aussparungen an denjenigen Bereichen der Oberfläche der Dichtung ausgebildet sein, welche bei Einspannung der Dichtung in die Nut gegen deren Wände oder den Boden der Nut gedrückt werden und so durch das Andrücken abgedichtet werden. Diese weiteren Aussparungen bzw. Hohlräume stehen dann vorzugsweise über die Zuführkanäle mit dem Schmiermittelraum des Lagers in fluidleitender Verbindung.

An seiner/ihrer der Ringdichtung zugewandten Stirnseite kann das Einbaustück oder die Lagerbuchse vorzugsweise in axialer Richtung vorstehende Stifte aufweisen. Diese Stifte sind so angeordnet, dass sie in die besagten Aussparungen an der Oberfläche der Dichtung eingreifen. Die Stifte dienen dabei vorteilhafterweise zum einen als Verdrehsicherung für die Dichtung, insbesondere während des Walzbetriebs, und zum anderen zur Begrenzung der Verformung der Dichtung. Eine weitere Möglichkeit ist die radiale Anordnung der Stifte bei gleicher Funktionsweise.

Das Volumen der Aussparungen kann größer sein als das Volumen der Stifte, welche in eingebautem Zustand der Dichtung in die Aussparungen hineinragen. Diese Ausgestaltung bietet den Vorteil, dass trotz des Hineinragens der Stifte in die Aussparungen ein restlicher Hohlraum verbleibt, welcher, wenn er über einen Zuführkanal mit dem Ringspalt verbunden ist, als Hohlraum im Sinne der vorliegenden Erfindung fungieren kann.

Eine Ausbildung des Innendurchmessers der Ringdichtung größer als der Außendurchmesser des Walzenzapfens - optional mit aufgezogener Zapfenbuchse - auf axialer Höhe der Ringdichtung bietet den Vorteil, dass das durch das Einbaustück mit dem darin gelagerten Walzenzapfen gebildete Lager als Ölfilmlager betrieben werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Ringdichtung den Ringspalt zwischen Lauffläche und Anlagefläche nur in einem begrenzten Umfangswinkelbereich, wo die minimale Schmierfilmdichte herrscht, bis auf den besagten Schmierfilm reduziert, während die Dichtung in dem übrigen Umfangswinkelbereich keine nennenswerte Dichtwirkung erzielen muss. Im Bereich der minimalen Schmierfilmdicke wird die gesamte Andrückkraft maximal und damit der Ringspalt bis auf den Schmierfilm reduziert. In dem übrigen Umfangswinkelbereich ist die Andrückkraft vernachlässigbar gering und das Schmiermittel kann dort aufgrund der Überdimensionierung der Ringdichtung an dieser vorbei in axialer Richtung aus dem Ringspalt austreten. Für den Betrieb als Ölfilmlager ist dies dann so gewollt.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Dichtung und des Walzgerüstes mit der Dichtung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Der Beschreibung sind 5 Figuren beigefügt, wobei Figur 1 die erfindungsgemäße Dichtung;

Figur 2 ein Walzgerüst aus dem Stand der Technik; Figur 3 die Lagerung einer Walze in einem Einbaustück;

Figur 4 die Ausbildung und Anordnung der Dichtung in der Lagerung nach

Figur 3 in einer vergrößerten Ansicht; und Figur 5 einen Querschnitt durch den von einer Lagerbuchse oder einem

Einbaustück aufgespannten Aufnahmeraum mit eingesetztem Walzenzapfen zeigt.

Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die genannten Figuren in Form von Ausführungsbeispielen detailliert beschrieben. In allen Figuren sind gleiche technische Elemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Figur 1 zeigt die erfindungsgemäß ausgebildete Dichtung 100. Sie kann zum Abdichten eines Schmiermittelraumes (in Figur 1 nicht gezeigt) gegen einen Austritt von Schmiermittel dienen. Sie ist zumindest teilweise aus einem elastischen Material gefertigt und weist in ihrem Inneren eine Mehrzahl von beliebig geformten Hohlräumen 1 10 auf. Die Hohlräume 1 10 sind in Figur 1 lediglich beispielhaft als zylindrische Aussparungen 1 10 ausgebildet, die zur Oberfläche der Dichtung hin geöffnet sind. Alternativ können die Hohlräume 1 10 auch vollständig im Inneren der Dichtung ausgebildet sein; sie sind dann über Zuführkanäle 120 fluidleitend mit der Oberfläche der Dichtung verbunden. Die Zuführkanäle dienen zum Zuführen des Schmiermittels aus dem Schmiermittelraum 300 eines Lagers, insbesondere eines Ölfilmlagers in die jeweiligen Hohlräume 1 10. In Figur 1 bildet die Unterseite der Dichtung 100 eine Lauffläche 1 12, mit welcher die Dichtung gegen eine Anlagefläche eines typischerweise bewegten Objektes, z. B. eines Walzenzapfens, gedrückt wird.

Zumindest weitgehend münden die Aussparungen oder die Zuführkanäle 120 in einen abzudichtenden ersten Schmiermittelraum 300 des Lagers. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Schmiermittel und der Druck aus dem ersten Ringspalt 300 in die Hohlräume übertragen wird. Es stellt sich dann in den Hohlräumen immer der eventuell variierende Druck aus dem Schmiermittelraum ein. Bezüglich des damit verbundenen Zweckes sei auf die obigen Ausführungen im allgemeinen Teil der Beschreibung verwiesen.

Das Bezugszeichen 225 und die Schraffur deuten Wandbereiche einer Nut an, in welche die Dichtung typischerweise einsetzbar ist. Diese Wandbereiche überdecken dann größtenteils Bereiche der Oberfläche der Dichtung. Lediglich die Zuführkanäle und/oder Aussparungen an den nicht überdeckten Bereichen der Oberfläche der Dichtung stehen mit dem ersten Schmiermittelraum 300 in fluidleitender Verbindung; siehe auch Figur 4.

Wie in Figur 1 zu erkennen ist, können die Aussparungen 1 10 auch zu anderen Oberflächenabschnitten der Dichtung als zu dem Schmiermittelraum 300 hin geöffnet sein. Dies ist insbesondere vorteilhaft für ein Zusammenwirken dieser Aussparungen mit nachfolgend noch beschriebenen Stiften an dem Einbaustück.

Figur 1 zeigt weiterhin beispielhaft eine erste Gruppe von Aussparungen 1 10 und eine zweite Gruppe von Aussparungen 1 10, wobei das Volumen der Aussparungen der ersten Gruppe jeweils größer ist als das Volumen der Aussparungen der zweiten Gruppe. Die unterschiedlichen Volumina bewirken bei jeweils gleichem zugeführtem Druck eine unterschiedliche Expansion der Dichtung und damit gegebenenfalls einen jeweils unterschiedlichen Anteil an einer von der Dichtung ausgeübten Dichtkraft.

Die Dichtung in Figur 1 hat eine Breite a; diese Breite entspricht beispielhaft auch der Breite der Lauffläche 1 12. Es ist weiterhin zu erkennen, dass die Dichtung beispielhaft einen rechteckigen Querschnitt aufweist. Die separaten Hohlräume 1 10 bzw. Aussparungen 1 10 sind über die Länge bzw. den Umfang der Dichtung vorzugsweise gleichmäßig verteilt angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass die Dichtung 100 deshalb auch an jedem Punkt bzw. jedem Längenabschnitt die gleichen Eigenschaften aufweist. Zur Abdichtung von Zylindern, wie beispielsweise einem Walzenzapfen 212 kann die Dichtung 100 ringförmig als Ringdichtung ausgebildet sein; siehe Figur 5. Die Lauffläche 1 12 ist dann dem Zentrum bzw. dem Mittelpunkt der Ringdichtung oder anders ausgedrückt der Oberfläche bzw. Anlagefläche des Zylinders zugewandt ausgebildet; siehe Figur 5.

Figur 2 zeigt ein Walzgerüst gemäß dem Stand der Technik, wie es auch der vorliegenden Erfindung zugrunde liegt. Das Walzgerüst 200 weist mindestens eine, hier beispielhaft vier Walzen 210 auf mit jeweils zwei Walzenzapfen 212 und jeweils einem Walzenballen 214. Insbesondere die in Figur 2 gezeigten beiden mittleren Arbeitswalzen dienen zum Walzen von Walzgut. Die Walzen 210 sind mit ihren Walzenzapfen 212 jeweils in einem Einbaustück 220, auch Lagergehäuse genannt, drehbar gelagert. Figur 3 zeigt diese Lagerung in einem Längsschnitt im Detail. Zu erkennen ist die Walze 210 mit ihrem Walzenzapfen 212 und ihrem Walzenballen 214. Auf den Walzenzapfen ist eine Zapfenbuchse 216 aufgezogen. Der Walzenzapfen mit der Zapfenbuchse ist gelagert in einer Aufnahmeöffnung, die von einer Lagerbuchse 222 aufgespannt wird. Die Lagerbuchse 222 ist in dem Einbaustück 220 drehfest angeordnet. Zwischen der drehfest angeordneten Lagerbuchse 222 und der mit dem Walzenzapfen 212 rotierenden Zapfenbuchse 216 ist ein Ringspalt 300 ausgebildet, welcher während eines Betriebs des Walzgerüstes mit Schmiermittel 320 befüllt ist. Das Schmiermittel steht dann in dem Ringspalt unter einem hohen Druck, typischerweise von einigen 100 bar. In Figur 3 ist der Ringspalt 300 beispielhaft sowohl an seinem walzenballenseitigen Ende wie auch an seinem walzenballenfernen Ende durch die erfindungsgemäße Ringdichtung 100 abgedichtet. Die Ringdichtung 100 muss nicht über ihren gesamten Umfang erfindungsgemäß ausgebildet sein; grundsätzlich kann auch nur ein Abschnitt der Ringdichtung entsprechend ausgebildet sein. In Figur 3 ist weiterhin zu erkennen, dass die Lagerbuchse 222 an ihrem walzenballenseitigen Ende und an ihrem walzenballenfernen Ende jeweils eine zu dem Walzenzapfen 212 hin geöffnete Nut 230 aufweist, in welche die Ringdichtung 100 eingesetzt ist. Die Außenseiten der beiden Nuten 230 sind bei dem in Figur 3 gezeigten Beispiel nicht durch die Lagerbuchse 222 gebildet. Vielmehr sind die Außenseiten der Nuten dort jeweils durch Lochscheiben 240 gebildet, welche mit Schrauben 245 an die Lagerbuchse 222 angeschraubt sind. Weil die Breite a der Ringdichtung 100 in unbelastetem Zustand und gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Überhöhungen 130, siehe Figur 1 in axialer Richtung R erfindungsgemäß bewusst geringfügig größer gestaltet sind als die durch die Lagerbuchse 222 konstruktiv vorgegebene Breite A der Nut, ist es möglich, dass durch das Anziehen der Schrauben 245 die axiale Kraft, mit welcher die Ringdichtungen 100 in der Nut gequetscht werden, variabel eingestellt werden kann. Aufgrund des isotropen Verhaltens des Materials der Dichtung 100 bewirkt die axiale Quetschung bzw. Stauchung nicht nur eine Reduzierung der Ringdichtung in ihrer Breite, sondern auch eine Expansion der Ringdichtung in radialer Richtung. Eine Variation der axialen Einspannkraft bewirkt deshalb automatisch auch eine Variation der Vorspannung bzw. der radialen Andrückkraft, mit welcher die Lauffläche 1 12 der Dichtung 100 gegen die gegenüberliegende Anlagefläche der Zapfenbuchse 216 gedrückt wird. Figur 4 zeigt den Einbau der Dichtung 100 in die Lagerbuchse 222 nochmals im Detail.

Das Bezugszeichen 225 bezeichnet die Wandbereiche der Nut in dem Einbaustück oder der Lagerbuchse, gegen welche die Dichtung 100 bei Einbau in die Nut gedrückt wird. Anders ausgedrückt wird die Dichtung und werden die Hohlräume an der Oberfläche der Dichtung gegebenenfalls durch diese Wandbereiche abgedeckt und abgedichtet. Lediglich radial weiter innen angeordnete Hohlräume oder Zuführkanäle münden in den ersten Ringspalt 300.

Zu erkennen ist weiterhin, dass die Dicke des Schmierfilms 330 in dem zweiten Ringspalt 140 zwischen der Lauffläche 1 12 der Dichtung 100 und der gegenüberliegenden Anlagefläche 218 der Zapfenbuchse 216 wesentlich geringer ist als die Dicke des Ringspaltes 300. Dies wird dadurch erreicht, dass die Ringdichtung 100 in radialer Richtung weitgehend in den dort ursprünglich vorhandenen Ringspalt 300 hineinragt. In Figur 4 sind die Größenverhältnisse überzeichnet dargestellt. Tatsächlich drückt die Ringdichtung aufgrund der radialen Andrückkraft FR auf die Anlagefläche 218 der Zapfenbuchse 216. Aufgrund der besagten hohen Druckverhältnisse bildet sich aber dennoch zwischen der Lauffläche 1 12 und der Anlagefläche 218 der besagte Schmierfilm 330 mit einer Dicke von nur wenigen μιτι aus. Der Druck in dem ersten Ringspalt 300 ist wesentlich größer als in dem zweiten Ringspalt 140.

Es ist weiterhin zu erkennen, dass die Ringdichtung 100 derart in die Nut 230 eingesetzt ist, dass ihre Aussparungen 1 10 mit Stiften 228, die sich von der die Nut 230 begrenzenden Stirnseite der Lagerbuchse 222 vorzugsweise in axialer Richtung R erstrecken, in Eingriff stehen. Bei Ausführung von radial angeordneten Hohlräumen erstrecken sich die Stifte senkrecht zur axialen Richtung. Der verbleibende Hohlraum 1 16 ist aufgrund der axialen bzw. radialen Andrückkraft, mit welcher die Ringdichtung 100 mit Hilfe der Lochscheibe 240 in die Nut gedrückt wird, zu der Lagerbuchse 222 hin abgedichtet; er fungiert deshalb als Hohlraum 1 10 im Sinne der Erfindung, der über einen Zuführkanal 120 in den Schmiermittelraum 300 des (Ölfilm-)Lagers mündet. Der durch den Zuführkanal bewirkte Effekt der Variation, insbesondere der Vergrößerung, der radialen Gesamtkraft in Abhängigkeit der Druckverhältnisse im Bereich des Schmierfilms 330 wurde oben ausführlich beschrieben.

Figur 5 wurde einleitend bereits kurz beschrieben. Sie zeigt einen Querschnitt durch den von der Lagerbuchse aufgespannten Aufnahmeraum zur Aufnahme des Walzenzapfens 212. Wie aus einer Zusammenschau der Figuren 4 und 5 erkennbar ist, wird der Aufnahmeraum nicht nur durch die Lagerbuchse 222, sondern insbesondere auch durch die typischerweise weiter nach innen ragende Ringdichtung 100 in radialer Richtung begrenzt. Im Inneren des Aufnahmeraumes rotiert der Walzenzapfen 212, gegebenenfalls mit aufgezogener Zapfenbuchse 216. Für einen Betrieb des Walzenlagers als hydrodynamisches Ölfilmlager ist der Innendurchmesser dD der Ringdichtung 100 größer als der Außendurchmesser DZ des Walzenzapfens 212 auf axialer Höhe der Ringdichtung, optional mit aufgezogener Zapfenbuchse 216. Während des Betriebs als hydrodynamisches Ölfilmlager drückt sich die Ringdichtung 100 dann lediglich im Umfangswinkelbereich des minimalen Schmierfilmes, welcher in etwa im Bereich der maximal wirkenden Walzkraft FW max liegt, so eng an die Oberfläche bzw. Anlagefläche 218 des Walzenzapfens an, dass sich dort nur noch der Schmierfilm 330 ausbildet. In dem übrigen Umfangswinkelbereich liegt die Lauffläche 1 12 der Ringdichtung 100 nicht mehr an der Anlagefläche 218 des Walzenzapfens 212 an; vielmehr ist der Abstand zwischen diesen beiden Flächen größer als die Dicke des Schmierfilms im Bereich der maximalen Walzkraft; dies gilt insbesondere aufgrund der besagten Überdimensionierung der Ringdichtung 100. Die besagte Überdimensionierung und der dadurch bedingte größere Spalt zwischen Lauffläche 1 12 und Anlagefläche 218 ermöglicht vorteilhafterweise einen axialen Abfluss von Schmiermittel in dem Umfangswinkelbereich außerhalb des Bereiches der maximalen Walzkraft. Der Außendurchmesser DD der Ringdichtung 100 entspricht typischerweise dem Innendurchmesser des Bodens der Nut 230. Bezugszeichenliste

100 Dichtung

1 10 Hohlraum bzw. Aussparung

1 1 1 Laufflächenprofilierung

1 12 Lauffläche

1 16 verbleibender Hohlraum

120 Zuführkanal

130 Überhöhung

140 Ringspalt bzw. Schmiermittelraum unter der Dichtung

200 Walzgerüst

210 Walze

212 Walzenzapfen

214 Walzenballen

216 Zapfenbuchse

218 Anlagefläche

220 Einbaustück

222 Lagerbuchse

225 Wandbereiche der Nut

228 Stift

230 Nut

240 Lochscheibe

245 Schraube

300 Ringspalt bzw. Schmiermittelraum des Lagers

320 Schmiermittel

330 Schmierfilm a Breite der Ringdichtung in axialer Richtung

A Breite der Nut in axialer Richtung

DD Außendurchmesser der Ringdichtung

DZ Außendurchmesser des Walzenzapfens ggf. mit Zapfenbuchse dD Innendurchmesser der Ringdichtung

R axiale Richtung

FR radiale Andrückkraft auf die Dichtung

FW max maximale Walzkraft