STORZ, Michael (In Seiten 33, Empfingen, 72186, DE)
REICHLE, Andreas (Sonnhalde 13, Mühlingen, 78357, DE)
STORZ, Michael (In Seiten 33, Empfingen, 72186, DE)
| Patentansprüche 1. Dichtung für eine Vakuumpresse, mit einem Dichtungskörper aus elastischem Material, der umlaufend ausgebildet ist als geschlossener Dichtungsring, vorzugsweise in rechteckiger Form umlaufend, wobei der Dichtungskörper im Querschnitt eine umlaufende Dichtungsbasis aufweist und wobei von der Dichtungsbasis eine Dichtungslippe schräg nach außen absteht. 2. Dichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsbasis in der Umlaufebene breiter ist als hoch, vorzugsweise etwa zweimal bis dreimal so breit. 3. Dichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungslippe von einem nach innen weisenden Endbereich der Dichtungsbasis schräg nach außen absteht, wobei sie vorzugsweise länglich ausgebildet ist. 4. Dichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungslippe über die Dichtungsbasis übersteht bzw. darüber verläuft in der schrägen Ausrichtung und so ausgebildet ist, dass sie im zusammengepressten Zustand der Dichtung im wesentlichen flach und mit im wesentlichen ihrer gesamten Länge auf der Dichtungsbasis aufliegt, wobei vorzugsweise Dichtungsbasis und Dichtungslippe im aufeinander gelegten Zustand im wesentlichen blockartig sind und insbesondere keinen Lufteinschluss oder Zwischenraum zwischen sich aufweisen. 5. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungslippe mit einem Winkel zwischen 20° und 70° absteht, vorzugsweise 35° bis 60°. 6. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der schräg abstehenden Dichtungslippe in etwa der Breite der Dichtungsbasis entspricht. 7. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungslippe derart ausgebildet ist, dass sie eine Dichtungswirkung mit einer gegenüberliegenden Pressplatte bewirkt bei einem Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Pressplatten von etwa 50% bis 70% der Länge der Dichtungslippe, wobei vorzugsweise bei diesem Abstand die Dichtungswirkung ausreicht für einen geringen Unterdruck zwischen den beiden Pressplatten. 8. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbindungsbereich zwischen der Dichtungsbasis und der schräg stehenden Dichtungslippe verdünnt ausgebildet ist, insbesondere durch eine in dem Winkel liegende Verdünnung in Form eines Einschnitts. 9. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die schräg stehende Dichtungslippe zu ihrem freien Ende hin verjüngt ist im Querschnitt, insbesondere durch eine Abschrägung an der zu der Dichtungsbasis hin weisenden Seite. 10. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Halterung aus stabilem Material für den Dichtungskörper, die vorzugsweise ein Halterahmen ist, wobei sie insbesondere dauerhaft verbunden sind wie beispielsweise durch eine Klebung. 1 1. Dichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung zumindest entlang einer wesentlichen Länge an Seiten des Dichtungskörpers entlang läuft an der Außenseite des Dichtungskörpers, wobei sie vorzugsweise an allen Seiten umläuft, insbesondere vollständig bzw. geschlossen umläuft. 12. Dichtung nach Anspruch 10 oder 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung aus einem Blechstreifen besteht oder einen Blechstreifen aufweist, vorzugsweise mit einer Stärke von etwa 0,5mm bis 3mm, wobei insbesondere der Blechstreifen mehrfach abgebogen bzw. mehrfach abgekantet ist für eine erhöhte Stabilität. 13. Dichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung mehrere Bohrungen aufweist, insbesondere außerhalb des Dichtungskörpers, für Schrauben zum Verschrauben an einer Pressplatte der Vakuumpresse. 14. Vakuumpresse mit einer Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumpresse mindestens eine Pressenkammer aufweist, die nach oben und nach unten jeweils von einer Pressplatte begrenzt ist, wobei die Dichtung an der Unterseite der oberen Pressplatte angeordnet ist mit der Dichtungsbasis nach oben und der Dichtungslippe darunter. 15. Vakuumpresse nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung in einer entsprechend ausgebildeten Vertiefung nach Art einer umlaufenden Nut in der oberen Pressplatte angeordnet ist, wobei insbesondere die Nut und die Dichtung derart bemessen sind, dass die Dichtung mit Presssitz in der Nut sitzt, wobei sie vorzugsweise zusätzlich mit Schrauben verschraubt ist. 16. Verfahren zum Einsetzen einer Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 in eine Vakuumpresse nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung unter einer Vertiefung bzw. Nut gemäß Anspruch 15 auf der unteren Pressplatte der Pressenkammer aufgelegt wird genau entsprechend der Nut, wobei anschließend die Pressplatten aufeinanderzu bewegt werden, um die Dichtung automatisch in die Vertiefung einzudrücken. 17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend die Pressplatten wieder auseinander gefahren werden und die Dichtung mit Schrauben odgl. an der oberen Pressplatte befestigt wird. |
Dichtung für eine Vakuumpresse sowie Vakuumpresse mit einer solchen
Dichtung
Anwendungsgebiet und Stand der Technik
Die Erfindung betrifft eine Dichtung für eine Vakuumpresse, eine Vakuumpresse mit einer solchen Dichtung sowie ein Verfahren zum Einsetzen einer solchen Dichtung in eine solche Vakuumpresse.
Dichtungen, insbesondere für Vakuumpressen, sind in vielfältiger Form bekannt und bestehen in der Regel aus elastischem Material bzw. Gummimaterial. In einer sehr einfachen Form bestehen Dichtungen aus einem massiven oder hohlen Profil mit einer einfachen geometrischen Grundform, beispielsweise Rechteck, Kreis oder einer Kombination daraus. Bestimmt wird dies häufig unter anderem vom Einsatzzweck. Bei einer Vakuumpresse ist häufig nicht nur ein irgendwie erfolgtes Abdichten einer Pressenkammer von Bedeutung, sondern auch, bei welchem Schließgrad der Vakuumpresse eine Dichtwirkung erreicht wird.
Aufgabe und Lösung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine eingangs genannte Dichtung, eine Vakuumpresse mit einer solchen Dichtung sowie ein Verfahren zum Einsetzen einer solchen Dichtung in eine solche Vakuumpresse zu schaffen, mit denen zum einen eine Vakuumpresse vorteilhaft abgedichtet werden kann und zum anderen vielfältige Funktionen der Vakuumpresse möglich sind.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Dichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , eine Vakuumpresse mit den Merkmalen des Anspruchs 14 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 16. Vorteilhafte sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüche und werden im folgenden näher erläutert. Manche Merkmale werden nur für die Dichtung oder nur für die Vakuumpresse beschrieben. Sie sollen jedoch unabhängig davon sowohl für die Dichtung als auch für die Vakuumpresse mit einer solchen Dichtung gelten können. Der Wortlaut der Ansprüche wird durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
Es ist vorgesehen, dass die Dichtung einen Dichtungskörper aus elastischem Material aufweist, insbesondere Gummimaterial. Im Wesentlichen kann hier vorteilhaft ein übliches Material mit guten Dichtungseigenschaften verwendet werden, besonders vorteilhaft ist es ein Silikonmaterial bzw. sogenannter Silikongummi. Der Dichtungskörper ist umlaufend ausgebildet als geschlossener Dichtungsring, vorteilhaft in rechteckiger Form. Des Weiteren weist der Dichtungsring im Querschnitt eine Dichtungsbasis auf, von der erfindungsgemäß eine Dichtungslippe schräg nach außen absteht, also von der durch die Dichtung eingeschlossenen Fläche weg weisend. Durch diese schräg nach außen abstehende Dichtungslippe, die der Dichtung somit eine unter Umständen deutlich größere Höhe verleiht als nur mit der Dichtungsbasis alleine, wird ein Anliegen der Dichtung an eine Gegenfläche, insbesondere bei der Vakuumpresse an einer gegenüberliegenden Pressplatte, und somit eine Dichtwirkung bereits früher erreicht bzw. bei eigentlich noch mehr Abstand als üblich. Deswegen kann bereits ein Vakuum oder ein starker Unterdruck in der Pressenkammer erzeugt werden, wenn ein sonstiger Pressdruck möglicherweise noch recht gering ist.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Dichtungsbasis in ihrer Umlaufebene gesehen breiter als hoch. Sie kann also beispielsweise in etwa rechteckig ausgebildet sein. Dabei kann die Breite in etwa das Doppelte der Höhe betragen oder sogar noch etwas mehr.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Dichtungslippe mit der Dichtungsbasis an einem nach innen weisenden Endbereich der Dich- tungsbasis verbunden. Dies bedeutet also, dass bei einem Aufeinander- fahren der von der Dichtung abzudichtenden Pressplatten einer Pressenkammer einer Vakuumpresse diese Verfahrrichtung bzw. Pressrichtung senkrecht zur Umlaufebene der Dichtung ist. Dadurch wird dann erreicht, dass sich die Dichtungslippe der Dichtungsbasis nähert und im Endzustand die beiden sogar aufeinandergedrückt werden können, was insgesamt eine Dichtwirkung in diesem Zustand noch erhöhen kann.
Vorteilhaft steht die Dichtungslippe über die Dichtungsbasis über bzw. verläuft darüber in ihrer schrägen Ausrichtung. Sie kann dabei so ausgebildet sein, dass sie im zusammengepressten Zustand der Dichtung im wesentlichen flach und mit im wesentlichen ihrer gesamten Länge auf der Dichtungsbasis aufliegt, wozu die beiden dann gleich lang sein können. Besonders vorteilhaft weist die Dichtung bzw. weisen Dichtungsbasis und Dichtungslippe im aufeinander gelegten Zustand im wesentlichen Blockform auf und insbesondere keinen Lufteinschluss oder Zwischenraum zwischen sich auf, so als ob es eine blockartige Dichtung aus einem einzigen Stück mit rechteckförmigem Querschnitt wäre. Dadurch kann eine mechanisch sehr stabile Dichtung gebildet werden, die sehr großen Druck aufnehmen kann und so eine sehr gute Dichtwirkung erzielen kann.
Die Schrägstellung der Dichtungslippe zur Dichtungsbasis im unver- pressten Zustand der Dichtung, mit der sie sich also zur gegenüberliegenden Dichtfläche hin erstreckt, kann mit einem spitzen Winkel vorgesehen sein, der vorteilhaft zwischen 20° und 70° liegen kann. Besonders vorteilhaft beträgt er etwa 35° bis 60°. Dann ist sichergestellt, dass die Dichtungslippe nicht nur an sich Druck aufnehmen und vertragen kann, sondern in ihrer Form einigermaßen erhalten bleibt und nur stärker zur Dichtungsbasis hin verbogen wird. Dies reduziert die mechanische Belastung und den Verschleiß bei der Dichtung, so dass sie eine sehr hohe Anzahl von Dichtvorgängen übersteht. In nochmals weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Länge der Dichtungslippe in etwa so groß sein wie die Breite der Dichtungsbasis. Dadurch kann erreicht werden, dass die Dichtung trotz ihrer im Querschnitt zweiteiligen Ausbildung bzw. Ausbildung mit zwei Bereichen relativ kompakt ist. Des Weiteren wird dann in einem Zustand, wenn die Dichtungslippe vollständig gegen die Dichtungsbasis gedrückt werden sollte, erreicht, dass die Dichtungslippe gar nicht oder zumindest nicht viel über die Dichtungsbasis übersteht und somit eine Art massiver und kompakter Dichtung ohne abstehende Teile oder Bereiche vorliegt.
Vorteilhaft ist die Dichtungslippe derart ausgebildet, dass sie eine Dichtungswirkung mit einer gegenüberliegenden Pressplatte bewirkt bei einem Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Pressplatten von etwa 50% bis 70% der Länge der Dichtungslippe. Die Dichtungswirkung kann bei diesem Abstand, beispielsweise 20mm bis 25mm, schon ausreichen für die Erzeugung eines geringen oder auch stärkeren Unterdrucks im Zwischenraum zwischen den beiden Pressplatten, mit dem in der Aufheizphase eines Laminats die Folien erweicht werden, wobei durch diesen Unterdruck Luftblasen herausgezogen werden können.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann ein Verbindungsbereich zwischen der Dichtungsbasis und der schräg stehenden Dichtungslippe verdünnt ausgebildet sein. Hierzu kann vorteilhaft eine in dem Winkel, den die beiden Teile wie vorbeschrieben zueinander bilden, liegende Verdünnung vorgesehen sein, die die Form eines Einschnitts hat. Dadurch kann die Dichtungslippe leichter gegenüber der Dichtungsbasis verbogen werden, insbesondere zu dieser hingebogen werden.
Bevorzugt ist die schräg stehende Dichtungslippe zu ihrem freien Ende hin im Querschnitt verjüngt ausgebildet und/oder dort noch einmal stärker verjüngt. Dies kann beispielsweise durch eine Abschrägung einer der zu der Dichtungsbasis hin weisenden Seite erreicht werden. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Dichtungskörper mit einer Halterung versehen sein, die aus stabilem Material gefertigt ist. Halterung und Dichtungskörper können dauerhaft miteinander verbunden sein, beispielsweise verklebt sein oder in einem Mehrkomponenten- Spritzverfahren miteinander verspritzt sein. Die Halterung kann vorteilhaft ein Halterahmen sein, der der Dichtung nicht nur per se Stabilität verleihen kann, sondern vorteilhaft dazu dient, die Dichtung an der Vakuumpresse bzw. einer ihrer Pressplatten zu befestigen. Die Halterung kann vorteilhaft zumindest entlang einer wesentlichen Länge an mehreren Seiten des Dichtungskörpers entlang verlaufen, und zwar besonders vorteilhaft an der Außenseite des Dichtungskörpers. In nochmals weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung verläuft die Halterung an allen Seiten des Dichtungskörpers, und zwar vorteilhaft vollständig umlaufend. Damit entspricht ihr Verlauf demjenigen des Dichtungskörpers bzw. der Dichtung selbst.
Die Halterung kann beispielsweise aus einem Blechstreifen bestehen oder einen Blechstreifen aufweisen. Dieser kann, je nach Ausbildung und Einsatzzweck, eine Stärke von wenigen Millimetern aufweisen, beispielsweise 0,5 mm bis 3 mm. Zur weiteren Erhöhung der Stabilität eines Blechstreifens bzw. der Halterung kann diese mehrfach abgebogen bzw. mehrfach abgekantet sein im Längsverlauf.
Zur Befestigung der Halterung bzw. damit auch der Dichtung kann die Halterung mehrere Bohrungen aufweisen, durch die die Dichtung mit Schrauben an einer Pressplatte der Vakuumpresse verschraubt werden kann. Vorteilhaft befinden sich die Bohrungen und damit die Schrauben dann außerhalb des Dichtungskörpers bzw. nicht innerhalb der von diesem umschlossenen Ebene.
Eine erfindungsgemäße Vakuumpresse weist eine vorbeschriebene Dichtung auf sowie mindestens eine Pressenkammer, vorteilhaft mehrere Pressenkammern. Eine Pressenkammer wird nach unten und nach oben jeweils von einer Pressplatte begrenzt. Dabei ist erfindungsgemäß die Dichtung an der Unterseite der oberen Pressplatte der Pressenkammer derart angeordnet, dass die Dichtungsbasis oben liegt und die Dichtungslippe darunter bzw. nach unten und schräg nach außen absteht. Somit ist also die Oberseite der unteren Pressplatte frei von Dichtungen, sie weist nur die Gegenfläche zur Anlage der Dichtung auf.
Die Dichtung kann zwar grundsätzlich beliebig an der oberen Pressplatte befestigt werden. Vorteilhaft ist an dieser jedoch eine der Dichtung entsprechende Vertiefung nach Art einer umlaufenden Nut vorgesehen. Nut und Dichtung sind besonders vorteilhaft derart bemessen, dass die Dichtung bereits mit einem gewissen Presssitz in der Nut sitzt. Zusätzlich werden dann noch Schrauben zum Verschrauben vorgesehen, wie zuvor erläutert worden ist. Der Presssitz sollte mindestens so fest sein, dass die Dichtung nicht von ihrer eigenen Gewichtskraft aus der Nut herausgezogen wird. Dann ist es nämlich möglich, dass die Dichtung bereits ohne zusätzliche Verschraubung in der Nut bzw. an der oberen Pressplatte hält, um dann verschraubt zu werden.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsetzen einer vorbeschriebenen Dichtung in eine vorbeschriebene Vakuumpresse wird die Dichtung bei geöffneter Pressenkammer derart auf die untere Pressplatte gelegt, dass sie genau unterhalb der Nut in der oberen Pressplatte liegt. Dann wird die Pressenkammer vorsichtig geschlossen bzw. die Pressplatten aufeinanderzu bewegt. Manuell kann die Dichtung dann noch etwas ausgerichtet werden. Grundsätzlich wird auf diese Art und Weise aber auf leichte Weise die Dichtung in die für sie vorgesehene Nut eingebracht, so dass der vorgenannte Presssitz auch relativ fest sein kann. Des Weiteren besteht der Vorteil eher darin, dass dann eine einzige Person eine neue Dichtung einsetzen kann und nicht zum Fixieren bzw. Anheben der Dichtung an mehreren Punkten mehrere Personen notwendig sind. Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung der Anmeldung in einzelnen Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vakuumpresse als Etagenpresse in Frontansicht in noch etwas geöffnetem Zustand,
Fig. 2 eine Pressplatte der Vakuumpresse aus Fig. 1 mit an ihrer Unterseite angeordneten umlaufenden Dichtung in einer Ansicht von schräg unten,
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung eines Schnitts durch die Vakuumpresse aus Fig. 1 ,
Fig. 4 eine nochmals vergrößerte Darstellung einer erfindungsgemäßen Dichtung im Querschnitt mit an einer Dichtungslippe gerade angelegter weiterer Pressplatte und
Fig. 5 die Anordnung aus Fig. 4 mit maximal zusammengedrückten
Pressplatten.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vakuumpresse 100 als Etagenpresse. Zwischen einem Oberjoch 103 und einem Presstisch 104 sind einzelne Etagenelemente bzw. Pressplatten 106a, 106b und 106c angeordnet. Auf dem Oberjoch 103 ist eine Vakuumpumpe 102 angeordnet, um Vakuum bzw. Unterdruck zwischen den Pressplatten 106 bzw. den dazwischen gebildeten Pressenkammern 1 15 und 1 16 zu erzeugen. Dazu ist die Vakuumpumpe 102 mit Vakuum-Leitungen 101 auf nicht dargestellte, jedoch leicht realisierbare Art mit den Pressenkammern 1 15 und 1 16 verbunden. Mittels eines Hydraulikzylinders 107 wird der Presstisch 104 von unten gegen das Oberjoch 103 gefahren und bringt somit auch die Pressplatten 106a bis 106c näher zusammen.
In den Pressenkammern 1 15 und 1 16 sind zu laminierende Werkstücke 1 14 vorgesehen, beispielsweise Photovoltaik-Module. Diese sollen in der Vakuumpresse 100 mit Druck und Temperatur sowie angelegtem Vakuum zusammenlaminiert werden, wie dies beispielsweise aus der DE 10 2009 042 148 A1 bekannt ist.
In der Darstellung in Fig. 2 ist eine Pressplatte 106b entsprechend Fig. 1 alleine dargestellt, und zwar schräg von unten zu sehen. An einer Unterseite 107b ist eine auch aus Fig. 1 zu erkennende Dichtung 109 vorgesehen. Aus den Vergrößerungen in Fig. 3 sowie in Fig. 4 und 5 ist zu erkennen, dass die Dichtung 109 in einer Nut 108 an der Unterseite 107 verläuft, also etwas versenkt ist und befestigt ist.
Die Dichtung 109 ist, wie aus Fig. 2 zu erkennen ist, umlaufend ausgebildet, und zwar mit einer Form entsprechend der Form der Pressplatte 106b, also rechteckig. Lediglich an den Ecken ist sie etwas abgerundet, um die Dichtungsfunktion auch hier besser erfüllen zu können. Dies muss jedoch nicht zwingend so sein.
Aus Fig. 4 ist zu erkennen, dass die Dichtung 109 im Querschnitt eine Dichtungsbasis 1 10 aufweist sowie eine Dichtungslippe 1 1 1 , die im rechten Bereich, der nach innen weist, miteinander verbunden sind bzw. ineinander übergehen. An diesem Bereich ist ein eingangs genannter Einschnitt 1 13 vorgesehen zur besseren Beweglichkeit. Dabei steht die Dichtungslippe 1 1 1 im in Fig. 4 dargestellten, entspannten Zustand der Dichtung 109 in einem Winkel α zu der Dichtungsbasis 1 10. Der Winkel α beträgt hier etwa 35°. Er kann jedoch auch kleiner oder vor allem größer sein, beispielsweise 40° bis 60° betragen.
Die Breite der Dichtungsbasis 1 10 kann zwischen 20mm und 30mm betragen, und die Dicke 5mm bis 10mm. Die Dicke der Dichtungslippe 1 1 1 kann 5mm bis 10mm betragen und ihre Länge wiederum etwa 20mm und 30mm betragen. Die Dichtung 109 kann dazu verwendet werden, Module mit einer Gesamtdicke von 10mm bis 15mm zu laminieren.
In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann für noch dickere PV Module, beispielsweise mit Dicken von bis zu 22mm wegen weiterer bzw. dickerer Glasschichten, eine alternative Dichtung verwendet werden. Sie weist die gleiche grundsätzliche Konstruktion auf mit gleicher Breite der Dichtungsbasis, allerdings mit erheblich größerer Dicke. Auch die Dicke der Dichtungslippe ist größer, beide beispielsweise 30% bis 70% dicker als hier dargestellt und beschrieben. Diese alternative Dichtung kann gegen die hier dargestellte und beschriebene ausgetauscht werden ohne sonstige konstruktive Änderung an der Presse, auch nicht an der vorgenannten Halterung, um so auch die dickeren Module laminieren zu können.
Es ist zu erkennen, dass die Dichtungslippe 1 1 1 in etwa so lang ist wie die Dichtungsbasis 1 10. Sie ist leicht verjüngt ausgebildet und an ihrem freien linken Ende weist sie eine weitere Verjüngung 1 12 durch eine obere Abschrägung auf. Dadurch wird die Dichtungslippe 1 1 1 an ihrem freien Ende zum einen etwas dünner und somit flexibler bzw. kann schon bei geringem anliegenden Druck besser dichten. Dieser Zustand ist in Fig. 4 dargestellt, wenn in der Pressenkammer 1 16 eine Oberseite 107c der unteren Pressplatte 106c so weit gegen die darüberliegende Pressplatte 106b gefahren ist, dass diese Oberseite 107c gerade an der Dichtungslippe 1 1 1 bzw. ihrem Ende anliegt. Dann ist bereits eine gewisse Dichtwirkung gegeben.
Da, wie aus den Fig. 1 und vor allem Fig. 3 hervorgeht, die Dichtungslippe 1 1 1 nach außen schräg von der Dichtungsbasis 1 10 absteht und in Fig. 4 die von der Dichtung 109 umschlossene Fläche rechts neben der Dichtung liegt, wird also bei einem Unterdruck in der Pressenkammer 1 16 rechts neben der Dichtungslippe 1 1 1 bereits eine gewisse Dichtwirkung erzeugt. Dies bedeutet also, dass die Pressenkammer 1 16 noch relativ weit geöffnet sein kann bzw. die Pressplatten 106b und 106c noch ausreichend Abstand haben können, gleichzeitig jedoch schon ein Unterdruck an die Pressenkammer 1 16 angelegt werden kann. Beim La- minieren von Photovoltaik-Modulen dient dies dazu, vor dem Verpressen des Photovoltaik-Moduls bereits durch Anlegen von Unterdruck Luftblasen aus dem Laminatstapel, der das Photovoltaik-Modul bilden soll, abzusaugen. Der Unterdruck ist hier aber in der Pressenkammer 1 16 noch nicht derart, dass eine besonders starke Dichtwirkung der Dichtung 109 erforderlich ist. Dafür muss sie aber bereits bei noch etwas weiter auseinander liegenden Pressplatten 106b und 106c eine gewisse Dichtwirkung entfalten.
In Fig. 5 ist dargestellt, dass die Pressplatten 106b und 106c maximal weit zusammengefahren werden zum Verpressen des hier nicht dargestellten Werkstücks 1 14. Es ist zu ersehen, dass hier die Dichtung 109 auch nahezu maximal weit zusammengedrückt wird, da die Dichtungslippe 1 1 1 mit großer Länge gegen die Dichtungsbasis 1 10 gedrückt wird. Jetzt ist die Dichtfunktion der Dichtung 109 maximal gut und in der Pressenkammer 1 16 könnte extremer Unterdruck herrschen. Durch das jeweils großflächige Andrücken der Dichtung 109 mit der Oberseite der Dichtungsbasis 1 10 in die Nut 108 der oberen Pressplatte 106b, die Unterseite der Dichtungsbasis 1 10 gegen die Oberseite der Dichtungslippe 1 1 1 sowie deren Unterseite gegen die Oberseite 107c der unteren Pressplatte 106c mit jeweils flächigen Verpressungen ist für hohe Dichtigkeit gesorgt.
Am Einschnitt 1 13 ist noch ein kleiner Zwischenraum zu erkennen, der jedoch nur dargestellt ist, um die Form der ursprünglichen Dichtung erkennen zu lassen. Bei hohe Pressdrücken, wie sie üblicherweise im Einsatz vorherrschen, auch um die Dichtung 109 so weit zusammenzudrücken, wird dieser Zwischenraum in der Praxis verschwinden. Dann liegt eine blockartige Dichtung vor, wie wenn sie aus einem einzigen Profil gefertigt wäre, quasi monolithisch. Während die Dichtung also bei geringem Anlagedruck der gegenüberliegenden Pressplatte bereits eine gewisse Dichtwirkung für einen gewissen Unterdruck erzeugen kann, kann sie bei großem Anlagedruck eine sehr große Dichtwirkung entfalten.
Des Weiteren ist zu erkennen, dass die Dichtung 109 so ausgebildet ist, dass die Anordnung der Dichtungslippe am inneren Endbereich der Dichtungsbasis 1 10 und ihre schräge Ausrichtung erreicht wird und dass, insbesondere im noch stärker als in Fig. 4 verpressten Zustand, ein Druckunterschied zwischen innen und außen dazu führt, dass die Dichtungslippe 1 1 1 sozusagen weiter in die Pressenkammer 1 16 hineingedrückt wird und dabei quasi die dichtende Anlage an der unteren Pressplatte 106c verstärken würde. Mit zunehmendem Vakuum bzw. Unterdruck wird die Dichtwirkung stärker, und zwar unabhängig vom Abstand der beiden gegeneinander abzudichtenden Flächen. Es ist also eine Art selbstverstärkende Dichtung, die noch dazu über einen recht großen Abstandsbereich der Pressplatten 106b und 106c zueinander bzw. über einen großen Hubbereich der Presse wirken kann. Die spezielle Geometrie der Dichtung, insbesondere ihre Breite gem. Fig. 5 mit dem breiten dichtenden Bereich, ermöglicht es auch, dass die Dichtung geringe Unebenheiten ausgleicht und dabei immer noch dichtet, beispielsweise bei einer Presse ein durchlaufendes Förderband entsprechend der DE 10 2010 020 929 A1 . Aus den Fig. 4 und 5 ist auch zu ersehen, dass an der Dichtung 109 ein Blechstreifen 1 18 vorgesehen ist in mehrfach unterschiedlich abgewinkelter Form. Dieser Blechstreifen 1 18 ist im rechten Bereich an der Anlage an der Dichtungsbasis 1 10 befestigt bzw. festgeklebt. Durch das Verkleben bilden der Dichtungskörper und der Blechstreifen 1 18 eine Baueinheit. Durch das teilweise Überlappen der Dichtungsbasis 1 10 kann sie vom Blechstreifen 1 18 sehr gut gehalten werden.
Der Blechstreifen 1 18 füllt die restliche Breite der Nut 108 aus und reicht bis zum linken Rand, was aber nicht so sein muss. Vorteilhaft liegt die Dichtung innen oder außen an dem Rand der Nut 108 an, besonders vorteilhaft innen. In einem Mittelbe reich ist eine Schraube 120 vorgesehen, mittels der der Blechstreifen 1 18 samt Dichtungskörper bzw. Dichtungsbasis 1 10 und Dichtungslippe 1 1 1 festgeschraubt ist.
Aus Fig. 5 ist zu ersehen, dass der nach rechts über die Dichtungsbasis 1 10 überlappende Teil des Blechstreifens 1 18 die Dichtwirkung nicht stört. Die Dichtungslippe 1 1 1 legt sich hier einfach darüber und daran an.
Um nun die Dichtung 109 auszuwechseln, beispielsweise weil sie beschädigt ist, wird der Blechstreifen 1 18 bei maximal weit geöffneter Pressenkammer 1 16 durch Lösen der Schrauben 120 gelockert. Dann kann die komplette umlaufende Dichtung 109 nach unten aus der Nut 108 gezogen und entfernt werden.
Um eine neue Dichtung 109 einzusetzen, wird diese auf die untere Pressplatte 106c aufgelegt und so in die Pressenkammer 1 16 eingeschoben, dass sie genau unter der Nut 108 platziert ist. Dann werden die Pressplatten 106b und 106c langsam aufeinanderzu verfahren, wobei manuell noch nachjustiert werden kann, damit die Dichtung 109 mit Dichtungsbasis 1 10 und Blechstreifen 1 18 genau in die Nut 108 einfährt. Dazu weist die Nut 108 die dargestellten Abschrägungen an den Seitenkanten auf.
Ist die Dichtung 109 nach maximalem Zusammenfahren der Pressplatten 106b und 106c vollständig in der Nut 108, werden sie wieder auseinander gefahren. Da die Dichtung 109 ringsum und mit dem eingangs genannten Presssitz in der Nut 108 sitzt, rutscht sie nicht von alleine heraus. Es können also ohne Probleme die Schrauben 120 eingeschraubt werden zur endgültigen Befestigung.
Allgemein kann anstelle der Schrauben 120 auch vorgesehen sein, dass Rastvorsprünge odgl. an dem Blechstreifen 1 18, insbesondere an seinem linken äußeren Ende, in entsprechende Vertiefungen oder hinter sonstige Vorsprünge an der oberen Pressplatte 106b greifen können. Diese können entweder durch eine gewisse Kraft nach unten überwunden zur Freigabe der Dichtung. Alternativ können sie durch das Einrasten einen Formschluss gegen Herausrutschen der Dichtung bilden, wozu beispielsweise der linke Schenkel des Blechstreifens 1 18 nach rechts gebogen werden muss, um die Dichtung 109 wieder zu entnehmen. Dies erspart jedoch den Aufwand des Festschraubens.
