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Patent Searching and Data


Title:
SEALING ASSEMBLY FOR A ROOF STRUCTURE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/147564
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sealing assembly for a roof structure. The roof structure has a water-permeable insulating layer (1) and a water-impermeable sealing layer (3), wherein the insulating layer (1) is located above the sealing layer (3). A sorptive and swelling material (2), which absorbs water penetrating the insulating layer (1) and reduces the flow of water on the sealing layer (3), is applied between the insulating layer (1) and the sealing layer (3).

Inventors:
KRUS, Martin (Westermeyerstraße 1a, Feldkirchen-Westerham, 83620, DE)
GROSSKINSKY, Theo (Abt-Kaspar-Strasse 1, Holzkirchen, 83607, DE)
Application Number:
EP2011/002587
Publication Date:
December 01, 2011
Filing Date:
May 25, 2011
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V. (Hansastrasse 27c, München, 80686, DE)
KRUS, Martin (Westermeyerstraße 1a, Feldkirchen-Westerham, 83620, DE)
GROSSKINSKY, Theo (Abt-Kaspar-Strasse 1, Holzkirchen, 83607, DE)
International Classes:
E04D11/02
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Claims:
Patentansprüche

Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau, welche eine Dämmschicht (1 ) und eine wasserundurchlässige Abdichtschicht (3) aufweist, wobei die Dämmschicht (1 ) über der Abdichtschicht (3) liegt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Dämmschicht (1 ) und der Abdichtschicht (3) ein sorptives und quellendes Material (2) aufgebracht ist, welches bei Aufnahme von unter die Dämmschicht dringendem Wasser quillt und ein Fließen des Wassers auf der Abdichtschicht vermindert.

Abdichtungsanordnung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass

Wärmeverluste reduziert werden.

Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das sorptive und quellende Material Feuchteabsorber aufweist oder aus Feuchteabsorber besteht.

Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau nach einem der vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das sorptive und quellende Material mindestens das 5fache seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen kann.

Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Feuchtigkeitsaufnahme das Volumen des sorptiven und quellenden Materials im Vergleich zum trockenen Material um einen Faktor von mindestens 3 aufquillt.

Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das sorptive und quellende Material so angeordnet ist, dass es bei Feuchtigkeitsaufnahme in Fugen der Dämmschicht eindringt und diese abdichtet.

7. Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das sorptive und quellende Material Superabsorber aufweist oder aus Superabsorber besteht.

Description:
Patentanmeldung: Abdichtungsanordnung für einen Dachaufbau

Anmelderin:

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Abdichtungsanordnung, welche eine wasserdurchlässige Dämmschicht und eine wasserundurchlässige Abdichtschicht aufweist. Derartige Abdichtungsanordnungen werden unter anderem bei Flachdächern, insbesondere bei sogenannten Umkehrdächern verwendet. Stand der Technik

Der weit verbreitete Aufbau eines Daches weist eine wasserundurchlässige

Abdichtschicht auf und darunter eine Dämmschicht. Die Abdichtschicht schützt die Dämmschicht vor direktem Kontakt mit äußeren Witterungsbedingungen.

Bei einem Umkehrdach liegt eine wasserundurchlässige Abdichtschicht unterhalb einer wasserdurchlässigen Dämmschicht. Die Dämmschicht ist witterungsexponiert.

Im RWE BAU-Handbuch Technischer Ausbau 1981/1982, Heidelberg: Energie-Verlag GmbH S. 191 ist das grundsätzliche Konzept des Umkehrdachs dargelegt.

Dieser umgekehrte Aufbau hat Vorteile gegenüber der herkömmlichen Bauweise. Die wasserundurchlässige Abdichtschicht wird durch die Dämmschicht vor physikalischer Beanspruchung geschützt.

Insbesondere bei Flachdächern stellt das Umkehrdach eine sinnvolle Alternative dar, da Flachdächer oft stärkeren Belastungen ausgesetzt sind. Flachdächer sind oft begehbar und werden durch Begrünung oder Kies abgedeckt. Bei einem Umkehrdach liegt diese Abdeckung mittelbar oder unmittelbar auf der beanspruchbaren Dämmschicht auf. Die mechanisch unempfindliche Dämmschicht schützt die darunter liegende Abdichtschicht vor der physikalischen Beanspruchung.

Bei Niederschlag fließt das Wasser teils auf der Dämmschicht durch Wasserabläufe ab, teils fließt es zwischen den Dämmplatten hindurch unter die Dämmebene und wird auf der Abdichtschicht abgeführt. In das unter die Dämmschicht fließende Wasser wird durch Wärmeleitung Wärme aus dem Raum unterhalb der Decke geleitet, da zwischen

Abdichtschicht und Raum keine nennenswerte Dämmung vorhanden ist. Dadurch erwärmt sich das Wasser unterhalb der Dämmung und verursacht so einen höheren Wärmeverlust durch das Bauteil. Das erwärmte Wasser fließt auf der Abdichtschicht ab. Dadurch vermindert sich die Wärmedämmwirkung des Dachaufbaues. Bei der

Berechnung des Dämmstandards wird dieser Energieverlust durch einen sogenannten U- Wert-Zuschlag berücksichtigt.

Im Stand der Technik wird versucht, durch zusätzliche Wasserabläufe und Vliese oberhalb der Dämmschicht die oben genannten Wärmeverluste zu reduzieren und damit den nötigen U-Wert-Zuschlag zu senken. Diese Vliese können mit der Zeit verschmutzen und damit einen erhöhten Wasserdampfdiffusionswiderstand aufweisen. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Dämmstoff langfristig auffeuchten kann.

Aus der DE 28 48 31 1 A1 sind stabilisierte, wässrige, gelbildende Systeme bekannt. Ferner ist dort offenbart, dass diese Systeme zur Erhöhung der Festigkeit und der Wasserundurchlässigkeit von körnigen Materialien und/oder festen Körpern dienen. Dazu sind die Systeme in die zu behandelnden Gegenstände einzubringen oder auf diese aufzubringen.

Die DE 10 2007 053 077 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum flüssigkeitsdichten Abdecken eines Objekts. Dazu ist über der Wärmedämmung eines Gebäudes eine Abdichtung vorgesehen. Die Abdichtung umfasst ein Vlies und eine Abdichtfolie. Im flüssigkeitsabsorbierenden Vlies ist pulverförmiges Superabsorbermaterial eingebracht. Wenn die Abdichfolie ein Leck aufweist, kann Flüssigkeit in das Vlies eindringen. Der Superabsorber wandelt sich durch Aufnahme von Flüssigkeit unter

Volumenvergrößerung in ein Gel um. Damit wird das Leck auf ein höheres Niveau gehoben. Dies verhindert weitgehend das Eindringen weiterer Flüssigkeit. Die Volumenvergrößerung ist zudem von außen sichtbar und macht das Leck sichtbar, so dass eine baldige Reparatur erfolgen kann.

Beschreibung Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Dachaufbau zu

konstruieren, bei dem der U-Wert-Zuschlag weiter reduziert wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch den Einsatz einer zusätzlichen Schicht (2) gelöst. Angeordnet ist diese Schicht zwischen Dämmschicht (1 ) und Abdichtschicht (3) und weist ein quellendes und sorptives Material auf. Die Dämmschicht kann ggf. auch mehrlagig sein. Ferner kann dieses sorptive Material zusätzlich auch in die Fugen zwischen den Dämmstoffplatten eingebracht werden.

In EP 0138847 B1 wird ein Verfahren zum Herstellen einer im wesentlichen

wasserdichten, selbstdichtenden nicht tropfenden Dachmembran beschrieben. Auf einer prinzipiell wasserdichten Schicht wird ein hydrophiles Material aufgetragen. Auf diese Schicht auftreffendes Wasser wird in Form eines viskosen Gels gebunden. Zudem dichtet das Gel durch seine Quellfähigkeit und hohe Viskosität Risse in der wasserdichten Schicht ab. Das aufgetragene Gel hat die Aufgabe, Undichtigkeiten im Dachaufbau selbstständig zu verschließen.

Bei der vorliegenden Erfindung wird ein quellendes und sorptives Material zwischen die Abdichtschicht und die Dämmschicht als zusätzliche Schicht aufgetragen. Durch die Dämmschicht, welche wasserdurchlässige Fugen aufweisen kann, dringendes Wasser wird von der zusätzlichen Schicht aufgenommen. Das quellende und sorptive Material quillt dabei auf und dichtet die Höhlräume zwischen Dämmschicht und Abdichtschicht ab. Diese Hohlräume können neben oben genannten Fugen auch beispielsweise Stoß- und Anschlussfugen sein. Damit läuft kein Wasser auf der Abdichtschicht ab und dementsprechend erfolgt kein Wärmeverlust durch strömendes Wasser auf der

Abdichtschicht. Wasser fließt somit fast komplett über obere Wasserabläufe ab. Das von dem quellenden und sorptiven Material aufgenommene Wasser verdunstet bei längeren Trockenperioden wieder.

Bevorzugt hat das quellende und sorptive Material ein Quellvermögen um mindestens den Faktor 3, das heißt das Volumen verdreifacht sich durch Wasseraufnahme. Ferner ist eine Wasseraufnahmefähigkeit von mindestens des 5fachen seines Eigengewichts günstig.

Vorzugsweise weist das Material Superabsorber auf oder besteht aus diesem.

Superabsorber sind Polymere, welche sich durch eine extreme Saugfähigkeit

auszeichnen. Sie können ein Vielfaches ihrer Masse an Wasser aufnehmen. Grundlage der Superabsorber können Copolymere auf der Basis von Stärke und Acrylaten sein. Zudem können auch vernetztes Polyacrylamid und vernetze Polymere, die das

Natriumsalz der Acrylsäure enthalten, oder andere stark quellende Materialen verwendet werden.

Ausführungsbeispiel

Die folgenden beiden Ausführungsbeispiele werden ohne Einschränkung des

Schutzbereiches beschrieben.

In Abbildung 1 ist der Aufbau eines erfindungsgemäßen Dachaufbaus dargestellt. Auf einer wasserundurchlässigen Abdichtschicht (3) befindet sich eine Schicht aus quellendem und sorptiven Material (2). Bedeckt wird diese Schicht durch eine wasserdurchlässige Dämmschicht (1 ). Bei Niederschlag wird ein Teil des Wasser durch Wasserabläufe (4) abgeführt. Durch Fugen (5) der Dämmschicht (1 ) dringendes Wasser wird von dem quellenden und sorptiven Material absorbiert.

Nachfolgend wird stichpunktartig ein detailliertes Beispiel für einen möglichen

Dachaufbau beschrieben.

Die Beschreibung des Schichtenaufbaus erfolgt von unten nach oben. - Beschichtung aus Farbe/ Putz mit einer Dicke von ca. 20 mm

- Stahlbetondecke 200 mm dick

Alukaschierte Dampfsperre mit einem s d _Wert > 1000 m

- Abdichtungsbahn aus EPDM - Absorberschicht 2, aufweisend Pulver aus Superabsorber

Dämmschicht 1 aus extrudiertem Polystyrol ( 1 50 mm dick, WLG 035)

- wasserführende Ebene mit Wasserabläufen 4, welche als Gullies ausgeführt sind

Kiesabdeckung ca. 5-8 cm dick

Auf dem Markt treten beliebig andere Dachaufbauten (auch mit mehrlagiger

Dämmschicht) auf, bei denen ebenfalls diese Erfindung eingesetzt werden kann.