BIERMANN, Ernst (Gerhard-Hauptmann-Str. 37, Jössnitz, 08547, DE)
Patentansprüche
1. Sitzanordnung, insbesondere für Bergbahnen und Liftanlagen mit einem Sitzteil (1) und einem darauf angeordneten Heizteil (4), in dem Heizelemente verlaufen, die über Zuleitungen (61, 62) mit elektrischer Energie versorgbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuerteil (91) und ein Temperaturfühler (81) vorgesehen sind, dass das Steuergerat (91) die Temperatur des Sitzteiles (4) auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmt, und dass der Temperaturfühler (81) ein das überschreiten der vorbestimmten Temperatur anzeigendes Signal für das Steuergerat (91) erzeugt, das die Zufuhr von elektrischer Energie beendet oder vermindert, bis die Komforttemperatur wieder erreicht ist.
2. Sitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzteil (1) die Form eines Schaumkissens oder eines Formschaumteiles besitzt.
3. Sitz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaumkissen oder das Formschaumteil aus einem geschlossenen zelligen Schaumstoff besteht.
4. Sitzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Sitzteil (1) oberseitig ein Gewebeteil (2) mit einer warmereflektierenden Oberflache angeordnet ist.
5. Sitzanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebeteil (2) in die Oberflache des Sitzteiles (1) derart eingebettet ist, dass seine Oberflache in der Ebene der Oberflache des Sitzteiles (1) liegt.
6. Sitzanordnung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebeteil (2) ein mit Aluminium bedampftes Vliesteil ist.
7. Sitzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizteil (4) die Form eines am Sitzteil (1) losbare befestigbaren Mattenteiles aufweist, in dem die Heizelemente angeordnet sind.
8. Sitzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizelemente die Form von Heizdrahten oder Kohlefasern besitzen.
9. Sitzanordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizteil (4) mit der Hilfe von Klettverschlussteilen am Sitzteil (1) befestigbar ist.
10. Sitzanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Klettverschlussteile (31 bis 34) das Gewebeteil (2) umgebende
KIettVerschlussbereiche umfassen.
11. Sitzanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Klettverschlussbereiche in dem Sitzteil (1) eingebettet oder an diesem verklebt sind.
12. Sitzanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der Oberflache des Sitzteiles (1) Kanäle (71, 72) zur Aufnahme der Zuleitungen (61, 62) zum Steuergerat (91) und/oder der Zuleitung (82) des Temperaturfühlers (81) angeordnet sind.
13. Sitzanordnung nach Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerat (91) im Sitzteil (1) angeordnet ist. |
Sitzanordnung, insbesondere für Bergbahnen und Liftanlagen
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sitzanordnung, insbesondere für Bergbahnen und Liftanlagen. Besonders bevorzugt betrifft die vorliegende Erfindung eine Sitzanordnung für Skilifte.
Es sind verschiedene, beheizbare Sitzanordnungen bekannt, die insbesondere als Fahrzeugsitze dienen. Beispielsweise geht aus der DE 689 07 813 T2 ein elektrisch beheizbarer Kraftfahrzeugsitz hervor, der in einer Sitzeinlage ein Netzwerk aus elektrischen Heizdrahten umfasst, die ein Heizelement bilden. Dabei ist die Einlage an einer Polsterung des Sitzes befestigt.
Probleme derartiger Heizanordnungen können dadurch entstehen, dass das Material der die Heizdrahte aufnehmenden Einlage in einer unerwünschten und unkontrollierten Weise aufgeheizt wird. Dies kann dazu fuhren, dass die Heizdrahte brechen und dass das Material der Einlage beschädigt wird, beispielsweise verschmort oder schmilzt, weil an den gebrochenen Heizdrahten elektrische Entladungen und überschlage auftreten. Die dabei entstehende Uberhitzung der Sitzanordnung kann für einen Sitzenden insbesondere dann unangenehm und gefahrlich werden, wenn er die Sitzanordnung nicht sofort verlassen kann, wie das beispielsweise bei einer Sitzanordnung eines Skiliftes oder einer Berg-Liftanlage zutrifft.
Ein Vorhandensein von Wasser, z.B. Kondenswasser im Einspeisebereich des Heizteiles kann zu einer korrosiven Beschädigung der Anschlussdrahte des Heizteiles durch Saurebildung fuhren. Um dies zu vermeiden wäre es denkbar, das Heizteil durch Einschweißen in eine Folie oder dergleichen zu versiegeln, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern und der genannten Korrosionsbildung entgegenzuwirken. Einen Schutz gegen einen Bruch der Heizdrahte wegen einer Uberhitzung stellt eine solche Maßnahme jedoch nicht dar.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine elektrisch beheizbare Sitzanordnung so auszugestalten, dass unerwünschte und schädliche Uberhitzungen vermieden werden.
Diese Aufgabe wird durch eine Sitzanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelost.
Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die erfmdungsgemaße Sitzanordnung derart gestaltet ist, dass eine Uberhitzung des die Heizdrahte der elektrischen Heizeinrichtung aufnehmenden Materials vermieden wird. Dabei kann eine solche Uberhitzung sowohl auf äußere thermische Einflüsse als auch auf Fehlfunktionen und Zerstörungen des Heizteiles durch physikalisch-chemische Einflüsse zurückzuführen sein. Beispielsweise können durch Korrosion oder Feuchtigkeit Sauren entstehen die die Energieeinspeisung in das Heizteil behindern und zu Uberhitzungen und Abschmoren der Einspeise- bzw. Anschlussdrahte fuhren können. Durch die Vermeidung einer Uberhitzung können vorteilhafterweise Beschädigungen der Sitzanordnung sowie Gefahrdungen von Personen vermieden werden, die auf der vorliegenden Sitzanordnung Platz
genommen haben. Die vorliegende Sitzanordnung ist besonders vorteilhaft im Zusammenhang mit Berg-Liftanlagen, z.B. Skiliften anwendbar, bei denen eine Uberhitzung insofern besonders schädlich ist, weil Personen, die auf den Sitzanordnungen Platz genommen haben, diese wahrend der Dauer der Bergfahrt nicht verlassen können. Allgemein ist die vorliegende Erfindung besonders vorteilhaft bei Bergbahnen und Liftanlagen aller Art, z.B. bei Sesselliften, Kabinenbahnen und Gondeln anwendbar.
Die vorliegende Sitzanordnung ist gemäß einem weiteren Vorteil relativ einfach aufgebaut und servicefreundlich, weil die eigentlichen Heizteile auf das Sitzteil aufgeklettet sind und daher schnell und einfach ausgetauscht werden können. Im Falle von Beschädigungen müssen daher nicht die gesamten Sitzanordnungen ausgebaut werden.
Die vorliegende Sitzanordnung ist allgemein in Zusammenhang mit allen möglichen Sitzen zur Personenbeförderung, d.h. also auch bei Kraftfahrzeug- und Flugzeugsitzen anwendbar.
Im Folgenden werden die Erfindung und deren Ausgestaltungen im Zusammenhang mit den Figuren naher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 in schematischer und perspektivischer Darstellung den Aufbau der erfindungsgemaßen Sitzanordnung;
Figur 2 einen Querschnitt entlang der Linie II- II der Figur 1; und
Figur 3 ein Blockschaltbild zur Erläuterung der Funktion der vorliegenden Sitzanordnung.
Im Zusammenhang mit Sitzanordnungen wurde erstmals erkannt, dass Beschädigungen, die auf Uberhitzungen zurückzuführen sind, nicht wie bisher angenommen durch chemische Reaktionen verursacht werden, sondern dadurch entstehen können, dass eine Sitzanordnung zusatzlich zu der von der Heizeinrichtung der Sitzanordnung entwickelten Warme durch äußere Einflüsse, beispielsweise durch Sonneneinstrahlung oder durch die Körperwarme der auf der Sitzanordnung befindlichen Person, erwärmt werden kann. Eine zusatzlich von außen zugefuhrte Warme kann dazu fuhren, dass das Material des die Heizdrahte beinhaltenden Sitzteiles über eine kritische Temperatur hinaus erwärmt und daher thermoplastisch verformt wird, sodass zumeist aus Kohlefasern bestehenden Heizdrahte ihre Elastizität verlieren und dabei versproden können, sodass sie brechen. Zwischen den gebrochenen Heizdrahten kann es dann zu elektrischen Entladungen, Funkenbildung und überschlagen kommen, die zu den oben genannten Beschädigungen und Gefahrdungen fuhren.
In der aus den Figuren ersichtlichen Weise ist die vorliegende Sitzanordnung 10 im Wesentlichen zweiteilig aufgebaut und umfasst ein unteres Sitzteil 1 und ein oberes Heizteil 4. Beispielsweise besteht das Sitzteil 1 aus einem Schaumkissen oder Formschaumteil, das vorzugsweise aus einem geschlossenzelligen Schaumstoff gebildet ist. Durch den geschlossenzelligen Schaumstoff wird das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit in das Sitzteil 1 verhindert.
An dem Sitzteil 1 ist oberseitig ein Gewebeteil 2 mit einer warmereflektierenden Oberflache derart angeordnet, dass die Oberflache des Gewebeteiles 2 in der Oberflache des Sitzteiles 1 liegt. Vorzugsweise ist das Gewebeteil 2 in das Schaumstoffmaterial des Sitzteiles 1 eingebettet. Bei
dem Gewebeteil 2 handelt es sich besonders bevorzugt um ein mit Aluminium bedampftes Vliesteil. Durch das Gewebeteil 2 wird erreicht, dass in Richtung auf das Sitzteil 1 eingestrahlte Warme jeglicher Art nicht in das Sitzteil 1 abfließt, sondern in Richtung auf das Heizteil 4 zuruckreflektiert wird. Dadurch werden Warmeverluste verhindert .
Außerhalb des Gewebeteiles 2 befinden sich, vorzugsweise ebenfalls in das Sitzteil 1 eingebettet,
Klettverschlussteile 31, 32, 33 und 34, die zur Befestigung des Heizteiles 4 an dem Sitzteil 1 dienen. Vorzugsweise sind die Klettverschlussteile 31, 32, 33, 34 jeweils streifenförmig ausgebildet, wobei jeweils ein Klettverschlussteil parallel zu einer Kante des vorzugsweise rechteckig ausgebildeten Gewebeteiles 2 verläuft .
Das Heizteil 4 weist die Form eines Mattenteiles auf, das an seiner dem Sitzteil 1 zugewandten Seite entsprechend den Klettverschlussteilen 31, 32, 33 und 34 angeordnete Klettverschlussbereiche 51, 52, 53 und 54 aufweist, sodass es durch einfaches Ausrichten und Andrucken an das Sitzteil 1 an diesem befestigbar ist. In dem mattenförmigen Heizteil 4 verlaufen beispielsweise netzartig Heizdrahte (nicht dargestellt) , die über die schematisch dargestellten Zuleitungen 61, 62 mit dem notigen Heizstrom versorgt werden. Vorzugsweise handelt es sich bei den Heizdrahten um Kohlefasern .
Es wird darauf hingewiesen, dass die erläuterten Klettverschlussteile 31 - 34 und 51 - 54 sowie das Gewebeteil 2 nicht in das Sitzteil 1 bzw. in das Heizteil 4 eingebettet sein müssen. Vielmehr ist es alternativ auch
möglich, die genannten Teile auf der Oberflache des Sitzteiles 1 zu befestigen, vorzugsweise zu verkleben. Auch sind andere Arten der Befestigung (z.B. Verkleben oder Festklipsen) des Heizteiles 4 am Sitzteil 1 denkbar.
In der aus der Figur 1 ersichtlichen Weise können in dem Oberflachenbereich des Sitzteiles 1 zum Heizteil 4 hin, offene Kanäle 71, 72 eingebracht sein, wobei der Kanal 71 zur Aufnahme der Zuleitungen 61, 62 dient, wenn das Heizteil 4 am Sitzteil 1 befestigt wird bzw. ist. In entsprechender Weise ist in dem Kanal 72 ein Temperaturfühler 81 mit einer Zuleitung 82 angeordnet. Alternativ ist es auch denkbar, die Zuleitungen 61, 62 und 82 jeweils an der Oberflache des Sitzteiles 1 zwischen dem Sitzteil 1 und dem Heizteil 4 anzuordnen bzw. verlaufen zu lassen.
Die Zuleitungen 61, 62 verlaufen in das Sitzteil 1 hinein und sind an einer entsprechenden Stelle mit einem Steuerteil 91 verbunden. Entsprechend verlauft die Zuleitung 82 in das Sitzteil 1 hinein zum Steuerteil 91. Das Steuerteil 91 dient zur Erfassung und Auswertung des vom Temperaturfühler 81 gelieferten Messsignals sowie zum Zufuhren des erforderlichen Heizstromes zu den Heizdrahten über die Zuleitungen 61, 62. Das Steuerteil 91 wird bei Berg-Liftanlagen und Skiliften über entsprechende Schleifkontakte im Bereich der Zug- und Tragseile mit Strom versorgt .
Im Folgenden wird die Funktion der vorliegenden Sitzanordnung auch im Zusammenhang mit der Figur 3 naher erläutert .
Im Normalfall wird das Heizteil 4 über die Zuleitung 61, 62 mit Strom versorgt, sodass es zur Erwärmung der Sitzanordnung auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmt wird. Dabei verhindert das Gewebeteil 2 mit der reflektierenden Oberflache eine Abstrahlung der Warme nach unten in das eigentliche Sitzteil 1 hinein, sodass so wenig wie möglich Energie verloren geht.
Wenn das auf eine vorgegebene, gewünschte Komforttemperatur erwärmte Heizteil 4 durch irgendeine Zusatzwarme, beispielsweise durch Sonneneinstrahlung oder auch durch die Korpertemperatur einer auf der Sitzanordnung sitzenden Person, über diese Komforttemperatur hinaus erwärmt wird, konnte der Fall eintreten, dass das Heizteil 4 in der oben erläuterten Weise überhitzt wird. Um dies zu vermeiden, erzeugt das Steuerteil 91 dann, wenn der Temperaturfühler 81 das überschreiten der Komforttemperatur anzeigt, ein Abschaltsignal, sodass der über die Zuleitungen 61, 62 zugefuhrte Heizstrom abgeschaltet oder vermindert wird, bis die gewünschte Komforttemperatur wieder erreicht ist. Auf diese Weise wird durch den geschilderten Regelkreis ein schädliches überhitzen der Sitzanordnung zuverlässig vermieden .
