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Patent Searching and Data


Title:
SEAT DEVICE, IN PARTICULAR STOOL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/028612
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a seat device, in particular a stool, with a platform (10) and a seat surface (11) which is mounted on the platform (10) by means of a tilting element (19), wherein the platform (10) and the seat surface (11) have associated concave shells (12, 15) which are directed towards one another and between which the tilting element (19) is arranged. In order to increase the seat comfort for the user, the seat device according to the invention is characterized in that at least one of the concave shells (12, 15) is formed with a radius (R, r) which becomes smaller in the radial direction of the shell (12, 15) as seen from the outside, wherein the radii (R, r) merge with one another at the same tangential angle.

Inventors:
JÄGER, Edwin (Klosterhof 19, Rot an der Rot, 88430, DE)
Application Number:
EP2007/007677
Publication Date:
March 13, 2008
Filing Date:
September 03, 2007
Export Citation:
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Assignee:
JÄGER, Edwin (Klosterhof 19, Rot an der Rot, 88430, DE)
International Classes:
A47C9/00
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Claims:

S c h u t z a n s p r ü c h e :

1. Sitzeinrichtung, insbesondere Hocker, mit einer Plattform (10) und einer auf der Plattform (10) mittels eines Kippelementes (19), insbesondere Kugel, gelagerten Sitzfläche (11), wobei der Plattform (10) und der Sitzfläche (11 ) konkave, aufeinander gerichtete Schalen (12, 15) zugeordnet sind, zwischen denen das Kippelement (19) insbesondere frei beweglich angeordnet ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die konkaven Schalen (12, 15) derart ausgebildet sind, dass das Kippelement oder/und die der Sitzfläche zugeordnete Schale bei einer Bewegung, die eine bezogen auf die Schalen radiale Bewegungskomponente aufweist, an jedem Punkt dieser Bewegung eine sich bezüglich der Plattform verändernde vertikale

Relativposition aufweisen.

2. Sitzeinrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 oder nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der konkaven Schalen (12, 15) mit einem in Radialrichtung der Schale (12, 15) nach außen gesehen kleiner werdenden Radius (R, r) ausgebildet ist, wobei die Radien (R, r) mit gleichem Tangentialwinkel ineinander übergehen.

3. Sitzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (12, 15) radial nach außen gesehen zwei oder mehr unterschiedliche

Radien (R, r) aufweist.

4. Sitzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (R, r) der Schale (12, 15) radial nach außen gesehen kontinuierlich kleiner wird.

5. Sitzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Schalen (12, 15) mit dem kleiner werdenden Radius (R, r) ausgebildet sind.

6. Sitzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Plattform (19) und/oder der Sitzfläche (1 1) eine insbesondere austauschbare Auflage (22) aus elastischem, rutschhemmendem Material oder einem festen Werkstoff zugeordnet ist.

7. Sitzeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (22) gleich hoch oder höher oder niedriger als die zugehörige Schale (12, 15) ausgebildet ist.

8. Sitzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Rückenlehne (40) aufweist, die bezogen auf die Sitzfläche (11 ) ortsfest angeordnet ist.

9. Sitzeinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenlehne (40) an der Plattform (19) oder an einem die Plattform tragenden

Gestell insbesondere lösbar befestigt ist.

10. Sitzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Schalen (12") als Kugellager (46) ausgebildet ist, in dem das Kippelement (19) frei drehbar aufgenommen ist.

11. Sitzeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche oder/und die Plattform und die jeweilige zugeordnete Schale einstückig ausgeführt sind, insbesondere aus dem gleichen Material hergestellt sind.

12. Verwendung einer Sitzeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 als aktive Sitzvorrichtung im Therapiebereich, insbesondere der traditionellen Physiotherapie, Pilates, Gyrotonics®, Arbeitsplatz-Sitztraining und Gesundheitscoaching.

Description:

Sitzeinrichtung, insbesondere Hocker

B e s c h r e i b u n g :

Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft eine Sitzeinrichtung, insbesondere Hocker, mit einer Plattform und einer auf der Plattform mittels eines Kippelementes gelagerten Sitzfläche, wobei der Plattform und der Sitzfläche konkave, aufeinander gerichtete Schalen zugeordnet sind, zwischen denen das Kippelement angeordnet ist

Stand der Technik

Eine solche Sitzeinrichtung, nämlich Hocker, ist aus der DE 103 57 162 B4 bekannt In die Oberseite der Plattform und die Unterseite der Sitzfläche ist je wenigstens eine Schale eingearbeitet, die zwischen sich eine Kugel als Kippelement aufnehmen. Die Sitzfläche ist hierdurch in alle Richtungen verschiebbar und verkippbar, so dass die gesamte Wirbelsäule und insbesondere der Lendenwirbelbereich des Benutzers mobilisiert bleibt und nicht, wie bei sonst üblichen Sitzeinrichtungen, immobilisiert wird. Der Benutzer wird hierdurch angehalten, stets eine aktive, dynamische Sitzposition einzunehmen, was zu einer Kräftigung der entsprechenden Haltemuskulatur führt und somit Haltungsschäden und weitere Folgeschäden vermieden werden

Die Schalen sind bei diesem Stand der Technik derart ausgebildet, dass sie einen planen, zentralen Bereich aufweisen, der von einem gebogenen Randbereich oder geneigten Randbereich umgeben ist. Am übergang vom planen zentralen Bereich zu dem gebogenen oder geneigten Bereich entsteht ein „Stoppeffekt", welcher für den auf der Sitzfläche sitzenden Benutzer unangenehm spurbar ist, wenn die Kugel diesen übergangsbereich erreicht. Der Sitzkomfort ist hierdurch beeinträchtigt

Offenbarung der Erfindung

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung das Problem zugrunde, eine Sitzeinπchtung, insbesondere Hocker, der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass der Sitzkomfort und der Bewegungsspielraum für den Benutzer erhöht sind.

Zur Lösung dieses Problems wird vorgeschlagen, die konkaven Schalen derart auszubilden, dass das Kippelement oder/und die der Sitzfläche zugeordnete Schale bei einer Bewegung, die eine bezogen auf die Schalen radiale

Bewegungskomponente aufweist, an jedem Punkt dieser Bewegung eine sich bezüglich der Plattform verändernde vertikale Relativposition aufweisen.

Weiterbildend- aber auch unabhängig- wird ferner vorgeschlagen, dass wenigstens eine der konkaven Schalen mit einem in Radialrichtung der Schale nach außen gesehen kleiner werdenden Radius ausgebildet ist, wobei die Radien mit gleichem Tangentialwinkel ineinander übergehen.

Demnach ist auch der mittlere, zentrale Bereich der Schale für sich schon konkav ausgebildet, jedoch mit einem gegenüber dem Randbereich größeren Radius.

Hierdurch entsteht kein Stoppeffekt am übergang. Vielmehr erhöht sich der

Widerstand nur durch ein weiteres Verkippen und/oder Verschieben der Sitzfläche gegenüber der Plattform, was sich für den Benutzer in einem sanften Ansteigen des

Widerstandes gegen weitere Bewegung bemerkbar macht. Ferner ergibt sich eine Selbstzentrierung für die Kugel, da aus der bereits konkaven Ausbildung des zentralen Bereichs der Schale eine definierte Gleichgewichtslage resultiert. Wichtig ist ferner, dass die Radien mit gleichem Tangentialwinkel ineinander übergehen. Mit anderen Worten: eine konvexe Ausnehmung in der Schale muß stetig differenzierbar ausgebildet sein. Andernfalls würden Sprünge oder Kanten in der Schale entstehen, die sich ebenfalls in einem Stoßeffekt für den Benutzer bemerkbar machen würden.

Die Sitzeinrichtung weist somit einen gemeinsamen Dreh-, Schiebe- und Schwerpunkt direkt an der Sitzplatte auf und ermöglicht eine weiche, differenzierte Bewegung von der Lendenwirbelsäule über die Brust- und Halswirbelsäule bis hin zum Kopfgelenk.

Die Schale kann radial nach außen gesehen zwei oder mehrere unterschiedliche Radien aufweisen. Beispielsweise ist ein mittlerer zentraler Bereich mit einem großen konkaven Radius und der Randbereich mit einem kleineren Radius ausgebildet. Wichtig ist nur, dass der Radius im Randbereich nicht kleiner ist als der Kugelradius, weil dieses wieder zu dem Stoppeffekt führen würde. Der Radius im mittleren Bereich muß entsprechend größer sein. Gleiches gilt auch, wenn nach einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung die Schale mit radial nach außen gesehen kontinuierlich kleiner werdendem Radius ausgebildet ist. Besonders günstig für den Komfort ist es, wenn beide Schalen, also sowohl die Schale in der Sitzfläche als auch die Schale in der Plattform, wie vorstehend beschrieben ausgebildet sind, wobei selbstverständlich möglich ist, dass die eine Schale mit zwei unterschiedlichen Radien und die andere Schale mit kontinuierlich kleiner werdendem Radius oder ähnlich ausgebildet ist.

Nach einer konstruktiven Weiterbildung der Erfindung ist der Plattform und/oder der Sitzfläche eine Auflage aus einem elastischen, rutschhemmenden Material zugeordnet. Hierdurch wird die Sitzfläche beim Verkippen gegenüber der Plattform abgefedert und gleichzeitig gebremst. Sitzt kein Benutzer auf der Sitzfläche, kippt diese auf die Plattform und wird hier durch die rutschhemmende Eigenschaft des Materials gehalten, so dass sie nicht herunterfällt. Gleichzeitig wird ein Stoß gegen die Plattform abgefedert, wenn der Benutzer darauf sitzt, was sich wiederum komfortsteigernd bemerkbar macht. Die Auflage kann dabei gleich hoch, höher oder niedriger als die zugehörige Schale sein.

Um eine erhöhte Sicherheit für den Benutzer zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, dass die Sitzeinrichtung eine Rückenlehne aufweisen kann, die bezogen auf die Sitzfläche ortsfest angeordnet ist. Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn die Rückenlehne an der Plattform oder an einem die Plattform tragenden Gestell insbesondere tiefenverstellbar und lösbar befestigt ist. Eine derartige Rückenlehne kann bei einem Verkippen der Sitzfläche in Richtung der Rückenlehne nach hinten eine unkontrollierte Bewegung des Benutzers rechtzeitig abstützen. Wesentlich ist dabei, dass die Rückenlehne die Bewegung der Sitzfläche in keiner Weise beeinflusst, so dass die durch die bewegliche Sitzfläche hervorgerufene Mobilisierung der Wirbelsäule und Kräftigung der entsprechenden Halte(Rumpf)- Muskulatur nicht durch eine diese Bewegung beeinträchtigende Rückenlehne behindert wird. Eine derart ausgebildete Rückenlehne ermöglicht so auch das Wechseln von einer aktiven Sitzposition in eine eher passive Sitzposition.

Als Material für die Schalen wird ein Kunststoff, insbesondere der thermoplastische Kunststoff Polyoximethylen (POM) vorgeschlagen. POM besitzt sehr gute Gleitlagereigenschaften, was ein leichtgängiges Abrollen des Kippelements bezüglich der Schale ermöglicht. Ferner weist POM eine hohe Abriebfestigkeit auf und ist gegenüber Metallen, wie beispielsweise Aluminium oder Edelstahl kostengünstiger.

Die Kugel ist vorzugsweise aus einem Metall, insbesondere aus Nirostahl (Edelstahl), hergestellt. Nirostahl besitzt in Verbindung mit den POM- Schalen gute Gleitlagereigenschaften. Ferner weist eine Stahlkugel ein hohes Eigengewicht auf, was dazu beiträgt, dass die Kugel sicher in der der Plattform zugeordneten Schale verbleibt.

Die Kombination einer Metallkugel mit einer Kunststoffschale führt auch zu einer Verminderung von Abrollgeräuschen der Kugel in den Schalen.

Schalen und Kugel können aber beide aus Metall (z B Aluminium, Edelstahl etc ) oder aus POM sowie anderen Materialien wie z B Holz, Stein, oder Glas hergestellt werden

Um verschiedene Bedurfnisse von Benutzern hinsichtlich des Sitzkomforts zu berücksichtigen, kann die Sitzflache aus Holz, Kunststoff oder Metall hergestellt sein und wahlweise mit einem textilen Stoff, Leder oder dergleichen bezogen sein, ggf mit einer Zwischenlage aus einem weichen, elastischen Material wie Schaumstoff oder dergleichen Die Sitzplatte ist vorzugsweise oval oder länglich ausgebildet, wobei hierdurch die Möglichkeit gegeben ist, dass sich ein Benutzer beim Hinsetzen oder Aufstehen seitlich an der Sitzplatte festhalten und diese zunächst stabilisieren kann

Gemäß einer weiteren Ausfuhrungsform ist eine der Schalen als Kugellager ausgebildet, in dem das Kippelement frei drehbar aufgenommen ist

Die Sitzflache oder/und die Plattform und die jeweilige zugeordnete Schale können einstuckig ausgeführt sein, insbesondere aus dem gleichen Material hergestellt sein Allerdings ist auch eine zwei- oder mehrteilige Ausfuhrung möglich, bei der die Schalen und die Sitzflache bzw die Plattform mateπalschlussig oder/und formschlussig miteinander verbunden sind, beispielsweise verschweißt, verklebt, verschraubt oder dergleichen

Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung der Sitzeinrichtung als aktive Sitzeinrichtung im Therapiebereich, insbesondere der traditionellen Physiotherapie, Pilates, Gyrotonic®, Feldenkrais, Arbeitsplatz- Sitztraining und Gesundheitscoaching

Die vorgestellte Sitzeinrichtung ermöglicht neben einem passiven Sitzen, ein vorteilhaftes aktives Sitzen Besonders forderliche Wirkungen dabei sind die bewusste oder reaktive Koordinationsschulung, eine gesteigerte

Haltungswahrnehmung, die Verbesserung der Intra- oder/und Intermuskularen

Koordination sowie die Kräftigung und Mobilisation der gesamten Rumpfmuskulatur

Eine derartige Selbststeuerung ist bei bekannten Sitzeinrichtungen für aktives Sitzen, wie beispielsweise mit Luft gefüllten Kissen oder Ballen, nur schwer möglich, weil diese bekannten Sitzeinrichtungen eher trage im Bewegungsablauf reagieren

Die erfindungsgemaße Sitzeinrichtung laßt dagegen eine außerordentliche

Leichtigkeit von gleichzeitigen Dreh-, Kipp-, und Verschiebungsbewegungen zu

Dieses aktive Sitzen vom Sitzenden aus kann auch besonders vorteilhaft unter Anleitung im Rahmen von traditioneller Physiotherapie, Pilates, Gyrotonic®, PC-

Sitztraining und allgemeinem Gesundheitscoaching angewendet werden. In einem solchen Fall wird die Sitzeinrichtung zu Therapiezwecken verwendet.

Kurzbeschreibung der Figuren

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine Sitzeinrichtung mit den Erfindungsmerkmalen im Vertikalschnitt,

Fig. 2 die Sitzeinrichtung gemäß Fig. 1 in Vertikalschnitt bei verkippter Sitzfläche,

Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Sitzeinrichtung mit den Erfindungsmerkmalen,

Fig. 4 eine Schale für die Sitzeinrichtung gemäß Fig. 1 oder 3 im Vertikalschnitt.

Fig. 5 eine schematische Querschnittsansicht einer Schale mit drei unterschiedlichen Krümmungsradien.

Fig. 6 ein drittes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Sitzeinrichtung mit einer Schale gemäß Fig. 5.

Fig. 7 eine schematische Querschnittsdarstellung einer erfindungsgemäßen

Sitzeinrichtung mit einer Rückenlehne.

Fig. 8 ein viertes Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Sitzeinrichtung.

Ausführungsformen der Erfindung

Die dargestellte Sitzeinrichtung weist eine Plattform 10 und eine Sitzfläche 1 1 auf. Unter der Plattform 10 kann noch ein übliches, gegebenenfalls auf Rollen gelagertes Gestell angeordnet sein, welches zudem in der üblichen Weise höhenverstellbar sein kann, wie dieses von beispielsweise Bürostühlen bekannt ist. Die Plattform 10 kann aber auch direkt auf den Boden oder eine sonstige Unterlage gelegt sein.

Auf der Plattform 10 ist eine Schale 12 angeordnet und mittels Schrauben 13 befestigt. Die Schale 12 weist eine konkave, nach oben zur Sitzfläche 1 1 offene

Ausnehmung 14 auf. An der Unterseite, also der der Plattform 10 zugewandten Seite, der Sitzfläche 11 ist ebenfalls eine Schale 15 mit einer nach unten, also zur Plattform 10 hin, offenen konkaven Ausnehmung 16 angebracht. Sie ist, wie in Fig. 1 bis 3 erkennbar, durch einen mit der Sitzfläche 11 verschraubten (Schrauben 17) Kragen 18 gesichert. Zwischen den Schalen 12, 15 ist eine Kippeinrichtung, nämlich eine Kugel 19, angeordnet, welche die Sitzfläche 11 auf der Plattform 10 abstützt.

Die konvexen Ausnehmungen 14, 16 in den Schalen 12, 15 sind so gestaltet, dass sie im zentralen Bereich 20 einen im Vergleich zum Kugelradius sehr viel größeren Radius R aufweisen. In einem Randbereich 21 ist der Radius r kleiner als der Radius R im zentralen Bereich 20, jedoch immer noch größer als der Kugelradius (Fig. 4). Insoweit sind die konvexen Ausnehmungen 14, 16 der Schalen 12, 15 gleich ausgebildet und auch mit den gleichen Radien R, r versehen.

Um eine der Schalen 12, 15 herum ist ein Kragen 22 aus einem elastischen und rutschfesten Material angeordnet. Der Kragen ist vorzugsweise nur aufgelegt und austauschbar. Je nach Stärke des Kragens kann die Größe des Neigungswinkels der Sitzfläche verändert werden, was auf den Schwierigkeitsgrad beim Sitzen Auswirkungen hat. Stattdessen kann auch ein austauschbarer, fester Ring z.B. aus Holz oder Kunststoff die Plattform und die Sitzfläche fest miteinander verbinden. Dies ermöglicht die Wahl zwischen einer beweglichen und einer unbeweglichen Sitzfläche. Im vorliegenden Fall ist der Kragen 22 um die der Plattform 10 zugeordnete Schale 12 angeordnet und weist denselben Außendurchmesser wie die Plattform 10 auf, was aber nicht notwendigerweise der Fall sein muß. Der Kragen 22 umschließt mit seiner Mittenbohrung 23 einen Mantel 24 der Schale und wird so kraftschlüssig gehalten. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 schließt dabei der Kragen 22 bündig mit der Schale 12 ab, während der Kragen beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 niedriger als die Schale 12 ist, nämlich nur etwa halb so dick. Wie in Fig. 2 angedeutet, liegt der der Sitzfläche 11 zugeordnete Kragen 18 beim maximalen Verkippen der Sitzfläche 11 auf dem der Plattform 10 zugeordneten Kragen 22 auf. Das Verhältnis des Durchmessers des Kragens 22 zum Kragen 18 an der Sitzfläche sowie die rutschhemmenden Eigenschaften von Kragen 22 verhindern, dass die Sitzfläche 11 vollständig von der Kugel 19 und damit der Plattform 10 abrutscht. Darüber hinaus ist durch die elastische Eigenschaft eine gewisse Dämpfung gegeben, wenn der Benutzer die Sitzfläche 1 1 so stark verkippt, dass die Kragen 18 und 22 aufeinanderstoßen.

Die gezeigte Sitzeinrichtung weist nur jeweils eine Schale 12, 15 an der Plattform 10 bzw. der Sitzfläche 11 auf. Selbstverständlich können auch, wie in der DE 103 57 162 B4 gezeigt, jeweils drei Schalen vorgesehen sein.

In der Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform einer oberen Schale 15' im Querschnitt dargestellt. Diese Schale 15' zeichnet sich dadurch aus, dass sie vom Mittelpunkt 30 der Schale 15' zum Umfangsrand 32 in Radialrichtung drei verschiedene Radien r1 , r2 und r3 aufweist, wobei der Radius r3 am kleinsten ist. 5

Eine derartige Schale 15' kann auch als untere Schale 12' verwendet werden. Dabei, und auch bei der unteren Schale 12 gemäß Fig. 1-3 liegt die Kugel im Mittelpunkt 30 am tiefsten Punkt der unteren Schale 12 bzw. 12', der bezogen auf den Umfangsrand 32 um die Größe h tiefer liegt. Aus den Darstellungen der Fig. 1-5

I O ist auch ersichtlich, dass die Kugel bei einer Bewegung, die eine Radialkomponente aufweist, eine sich dauernd verändernde Vertikalposition bezüglich der Plattform (10) (Fig. 1-3) einnimmt. Eine gleichbleibende Vertikalposition nimmt die Kugel nur bei einer in Umfangsrichtung erfolgenden Abrollbewegung der Kugel ein, wenn der radiale Abstand zum Mittelpunkt 30 konstant bleibt (keine Radialkomponente der

15 Bewegung).

Der zusätzliche, kleinere Radius r3 bewirkt bei der Bewegung der Kugel in der Schale 12' bzw. 15' einen größeren Widerstand als der etwas größere Radius r2, so dass eine stärkere Verlangsamung einer Bewegung der Kugel und somit der 0 Sitzfläche erreicht wird, wenn die Kugel in den Randbereich der Schale 12' bzw. 15' bewegt wird. Aufgrund der größeren Steigung, die der Radius r3 aufweist, ermöglicht diese Schale 12' bzw. 15' einen noch besseren Halt der Kugel und schließt ein Herausfallen bzw. Herausspringen der Kugel aus der Schale unter Belastung vollständig aus. 5

Die in Fig. 6 dargestellte Sitzeinrichtung einer dritten Ausführungsform weist die aus den Fig. 1-3 bekannten Komponenten auf, die mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind, aber nicht weiter erläutert werden. Die obere Schale 15' dieser Sitzeinrichtung ist die in der Fig. 5 dargestellte Schale mit drei unterschiedlichen 0 Radien r1 , r2 und r3. Bei einer maximal gekippten Sitzfläche 11 , die auf dem Kragen 22 aufliegt, liegt die Kugel in einem übergangsbereich zwischen den Schalenradien r2 und r3 der oberen Schale 15' an. Ferner liegt sie in der unteren Schale 12, die in diesem Beispiel zwei unterschiedliche Radien aufweist, im Bereich des kleineren Radius r (Fig. 4) auf. In dieser Position der Kugel ist eine weitere Bewegung der 5 Kugel in Radialrichtung nicht mehr möglich, weil die auf die Sitzfläche wirkenden Kräfte durch den Benutzer im Auflagepunkt der Kugel auf der Schale 12 abgestützt sind. Sofern diese Kräfte im Wesentlichen gleichmäßig über die Sitzfläche verteilt sind, ist eine sichere Abstützung der Sitzfläche in den Abstützpunkten 36 und 38 gewährleistet. Bei dieser Ausführungsform mit einer unteren Schale 12 mit zwei 0 unterschiedlichen Radien und einer oberen Schale 15' mit drei unterschiedlichen Radien führt der kleinste Radius r3 der oberen Schale 15' zu einem verbesserten

festklemmen der Kugel zwischen den Schalen, weil die obere Schale 15' in diesem Bereich enger an der Kugel anliegt und deren Bewegungsspielraum in Radialrichtung nach Außen einschränkt.

Aus der Figur 7 ist eine Ausführungsform ersichtlich, bei der eine an der Plattform

10 gegebenenfalls tiefenverstellbare und abmontierbare Rückenlehne 40 angedeutet ist. Die Rückenlehne 40 ist derart ausgestaltet, dass sie die Bewegung der Sitzfläche 11 nicht beeinträchtigt und von einem Benutzer im Normalfall während der Ausführung von Bewegungen nicht berührt wird. Die dargestellte Rückenlehne soll bei einem Verkippen der Sitzfläche 11 nach hinten in Richtung der Rückenlehne 40 und bei einer durch den Benutzer nicht ausgeführten Gegenbewegung im Rücken eine Abstützung für den sich nach hinten bewegenden Rücken des Benutzers bieten, so dass ein Herunterfallen von der Sitzeinrichtung ausgeschlossen werden kann. Ein in der Figur 7 angedeutetes Gestell 42 der Sitzeinrichtung kann eine Höhenverstellung aufweisen, beispielsweise in Form einer Gasfeder, wobei in der Figur ein Betätigungsring 44 für die Gasfeder angedeutet ist. Das Gestell weist in seinem unteren Bereich ein Fußkreuz für einen stabilen Stand auf, vorzugsweise mit fünf Füßen, wie dies für Bürodreh-/kippstühle üblich ist. An den Füßen können wahlweise auch bei Belastung selbstblockierende Rollen vorgesehen sein, die ein einfaches Verschieben der Sitzeinrichtung im unbelasteten Zustand ermöglichen und einen sicheren Stand der Sitzeinrichtung im belasteten Zustand gewährleisten.

Die vierte Ausführungsform gemäß Fig. 8 zeigt, dass die Schale 12" in der Plattform als Kugellager 46 ausgebildet ist, in dem die Kugel (Kippelement) 19 frei drehbar gelagert ist. Die der Sitzfläche 1 1 zugeordnete Schale 15 weist die konkave

Krümmung mit zwei oder drei unterschiedlichen Radien auf, so dass die Sitzfläche

11 relativ zur feststehenden Plattform 10 und in dieser Ausführungsform zur drehbaren, aber in Horizontal- und Vertikalrichtung feststehenden Kugel 19 frei beweglich ist. Es werden die gleichen Wirkungen erzielt wie bei einer Ausführungsform ohne Kugellager 46. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass gegebenenfalls der Durchmesser der Schale in der Sitzfläche etwas vergrößert werden muss mit einer entsprechenden Anpassung der Krümmungsradien der Schale, um einen ausreichenden Bewegungsspielraum für die Sitzfläche gegenüber der Plattform zu ermöglichen. Das Kugellager kann derart ausgebildet sein, dass das Kippelement darin gehalten ist, also nicht aus dem Kugellager herausfallen bzw. herausgenommen werden kann. In einem solchen Fall wäre es auch denkbar, dass das Kugellager in der Schale der Sitzfläche ausgeführt ist.

Industrielle Anwendbarkeit

Die vorgestellte Sitzeinrichtung kann zu therapeutischen Zwecken, beispielsweise in

Rehabilitationszentren, Physiotherapien und dergleichen, eingesetzt und verwendet werden. Insbesondere ist er auch einsetzbar für verschiedene Gymnastikarten, wie beispielsweise Pilates oder Gyrotonics® und dergleichen. Neben diesem therapeutischen Einsatzfeld kann die Sitzeinrichtung auch als aktives Sitzmöbel im privaten Bereich oder im Büro verwendet werden. Schließlich kann auch daran gedacht werden, eine Sitzeinrichtung aus Plattform, Kippelement und Sitzfläche in einem Rollstuhl unterzubringen, so dass auch eine Mobilisierung der Wirbelsäule für

Paraplegiker möglich ist.

B e z u q s z e i c h e n l i s t e

Plattform

Sitzfläche

Schale

Schraube

Ausnehmung

Schale

Ausnehmung

Schraube

Kragen

Kugel

Zentraler Bereich

Randbereich

Kragen

Mittenbohrung

Mantel

Mittelpunkt der Schalen

Umfangsrand

Auflagepunkt

Auflagepunkt

Rückenlehne

Gestell

Betätigungsring

Kugellager