| JP2002058540 | TABLE HAVING PORTABLE CHAIR |
| JP04051911 | CHAIR FOR FARM WORK |
| JP2002191628 | SPINAL CORRECTIVE DEVICE |
| Patentansprüche 1. Sitzvorrichtung (1), bestehend aus einem Fußteil (2), einem mit dem Fußteil verbundenen Zwischenstück (3) und einem mit dem Zwischenstück verbundenen Sitz (4), welcher mit zwei einzelnen, nebeneinander angeordneten Sitzhälften (5a, 5b) ausgebildet ist, - wobei die Sitzhälften (5a, 5b) unabhängig voneinander bewegbar sind, - wobei zwischen dem Sitz (4) und dem Zwischenstück (3) eine Koppelvorrichtung (6) vorhanden ist, und - Die Sitzhälften (5a, 5b) mittels der Koppelvorrichtung (6) horizontal translatorisch bewegbar sind. 2. Sitzvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass wobei an der Koppelvorrichtung (6) unter jeder Sitzhälfte mindestens ein Mittel angeordnet ist, mittels dem die Sitzhälften (5a, 5b) translatorisch in alle Raumrichtungen und rotatorisch um alle Raumachsen bewegbar sind. 3. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mittel mindestens ein elastisches Element (12) aufweist. 4. Sitzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (12) als eine mit Fluid gefüllte Kammer ausgebildet oder von Hydraulikzylindern gebildet ist. 5. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung (6) eine Mechanik zur Einstellung des waagerechten Abstands der Sitzhälften (5a, 5b) voneinander aufweist. 6. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung (6) eine Mechanik (33, 35) zur Einstellung der Höhe der Sitzhälften (5a, 5b) aufweist. 7. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtung mindestens einen Neigemechanismus (7) für mindestens eine Sitzhälfte aufweist. 8. Sitzvorrichtung nach dem vorigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer an der Koppelvorrichtung (6) und/oder an dem Neigemechanismus (7) angeordneten Einstellmechanik (8) die Neigung mindestens einer Sitzhälfte (5) voreinstellbar und/oder beschränkbar ist. 9. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rückstellmechanismus (9) mindestens eine Sitzhälfte (5) in eine Ausgangsposition zurückführt. 10. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzvorrichtung mittels mindestens eines Sensors (37) die Sitz- position erfasst und eine Einrichtung zur Rückmeldung (38, 39, 40) aufweist. 11. Sitzvorrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet durch veränderbare Anschläge (16) und/oder variierbare Passstücke (26), die zum Beschränken der Beweglichkeit mit den Querträgern (21) zusammenwirken. 12. Sitzvorrichtung nach Anspruch 11 , gekennzeichnet durch eine Bewegungsmechanik (16', 26') zur Einstellung der veränderbaren Anschläge (16) und/oder der Passstücke (26). |
[001] Die Erfindung betrifft eine Sitzvorrichtung, bestehend aus einem Fußteil, einem mit dem Fußteil verbundenen Zwischenstück und einem mit dem Zwischenstück verbundenen Sitz, welcher mit zwei einzelnen Sitzhälften ausgebildet ist, wobei die Sitzhälften unabhängig voneinander bewegbar sind, und wo- bei zwischen dem Sitz und dem Zwischenstück eine Koppelvorrichtung vorhanden ist.
Stand der Technik
[002] Aus der DE 42 10 134 A1 ist eine aktivdynamische Sitzvorrichtung bekannt, die ein Fußteil und ein mit dem Fußteil verbundenes Zwischenstück auf- weist. An dem Zwischenstück ist ein Sitz angeordnet, der zweiteilig ausgebildet ist. Die beiden Sitzteilhälften sind voneinander unabhängig vertikal federnd mit dem Zwischenstück verbunden und weisen jeweils ein Trägerteil auf, auf welchem eine Sitzhälfte derart an einem Gelenk beweglich angeordnet ist, dass sie nach vorne und hinten kippbar ist. [003] Ferner ist aus der DE 100 35 473 B4 ein Sitz mit einem schalenförmigen Sitzelement und einem Rückenelement zum Abstützen des Rückens bekannt, wobei das Rückenelement um eine sich parallel zur Wirbelsäule des Benutzers erstreckende Achse schwenkbar gelagert ist. Das Sitzelement ist über ein Koppelelement mit dem schwenkbaren Rückenelement verbunden, wobei das Kop- pelelement eine Drehbewegung der Rückenlehne in eine seitliche Drehbewegung des Sitzelementes um die ventrale-dorsale Achse proportional überträgt und umgekehrt.
[004] Beim normalen Gehen bewegt sich das Becken dreidimensional, d. h. es vollführt sowohl Rotationen um alle Raumachsen als auch Translationen in Richtung der Raumachsen. Durch den Wechsel vom Gehen zum Sitzen werden bei den beschriebenen Sitzkonstruktionen mindestens ein translatorischer und ein rotatorischer Freiheitsgrad blockiert. Auch ändert sich mit einem solchen Wechsel die Belastung der Wirbelsäule bzw. der Bandscheiben. So wandelt sich die Druckbelastung beim Gehen in eine Zug-Druck-Belastung beim Sitzen, wobei die Bandscheiben auf der dorsalen Seite auf Zug und auf der ventralen Seite auf Druck belastet werden. Dabei tritt in den Bandscheiben im Bereich der Wirbel S1 - L4 die höchste Belastung auf, da die Krümmung im Sitzen im Vergleich zum Stehen hier am stärksten ist. Die L4 - L5 Wirbel schließen an das os sacrum an und werden beim Zusammenspiel von Wirbelsäulenkrümmung und Blockade der Freiheitsgrade ihrer natürlichen Beweglichkeit beraubt. In der Folge können einzelne Bandscheiben vorzeitig verschleißen und degenerieren. Dies wiederum führt zu Rückenschmerzen und teilweise dauerhaften Schädigungen der Bandscheiben. Somit wird die natürliche dreidimensionale Becken- bewegung mit ihren sechs Bewegungsmöglichkeiten (drei Rotationen um die Raumachsen und drei Translationen) blockiert.
[005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Sitzvorrichtung bereit zu stellen, welche die genannten Nachteile herkömmlicher Sitze vermeidet und insbesondere eine dreidimensionale Beckenbewegung ermöglicht. [006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Sitzvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruch 1 gelöst.
[007] Die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung besteht aus einem Fußteil, einem mit dem Fußteil verbundenen Zwischenstück und einem mit dem Zwischenstück verbundenen Sitz, welcher mit zwei einzelnen Sitzhälften ausgebildet ist. Die Sitzhälften sind unabhängig voneinander bewegbar, wobei zwischen dem Sitz und dem Zwischenstück eine Koppelvorrichtung ausgebildet ist, die mindestens ein Mittel aufweist, wodurch die Sitzhälften translatorisch in alle Raum- richtungen und rotatorisch um alle Raumachsen bewegbar sind.
[008] Der erfindungsgemäße Gedanke geht dahin, im Sitzen die Möglichkeit zu eröffnen, uneingeschränkt dreidimensionale Beckenbewegungen auszuführen. Somit werden die Lendenwirbel und das Becken nicht in ihrer natürlichen Be- wegung blockiert, sondern sind sowohl translatorisch als auch rotatorisch in allen Richtungen bewegbar. Der vorteilhafte Effekt der erfinderischen Koppelvorrichtung liegt im Wesentlichen darin, die negativen Belastungen beim Sitzen durch dynamische Bewegungen der Lendenwirbelsäule und des Beckens, die denen beim Gehen entsprechen, zu ersetzen. [009] Der größte Teil des Körpergewichts wird beim Sitzen von den Sitzhöckern getragen.
[0010] Für einen möglichst großen Sitzkomfort ist es bevorzugt, mindestens ein solches Mittel unter jeder Sitzhälfte anzuordnen. Denn so ist es möglich, beiden Sitzbeinhöckern des Beckens eine optimale Unterstützung beim Sitzen zu bie- ten. Auch werden hiermit unterschiedlichste Sitzpositionen möglich und das Wohlbefinden und die Beweglichkeit beim Sitzen in jeder Position und Haltung gefördert.
[0011] Zusätzlich weist das mindestens eine Mittel günstiger Weise mindestens ein elastisches und/oder ein dämpfendes Element auf. Dies ermöglicht auf ein- fache Art eine Anpassung an die anatomische Stellung der Sitzbeinhöcker jedes Sitznutzers.
[0012] Bevorzugter Weise besteht das elastische und/oder dämpfende Element aus einem Gummiblock, der die Beweglichkeit sicherstellt und auch das Becken weich aufnimmt. Alternativ ist das elastische und/oder dämpfende Element als eine mit Fluid gefüllte Kammer, insbesondere als Gel-Polster, ausgeführt, wobei das Element, ähnlich dem Gummiblock, eine translatorische Versschiebung in Richtung der Raumachsen und/oder eine Drehung um die Raumachsen zu- lässt. Alternativ ist es auch möglich, das Element aus Hydraulikzylindern zu bilden. Die Vorteile sind dieselben wie bei den anderen Ausgestaltungen. [0013] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist ein Element unter jeder Sitzhälfte angeordnet, wobei beide Elemente kommunizierend miteinander verbunden sind. Das bedeutet, dass der Druck auf ein Element unterhalb einer Sitzhälfte an die andere Sitzhälfte übertragen wird, ähnlich einem Wasserbett. Somit herrscht in jedem Element der gleiche Druck, wobei auf die Beckenstellung und die persönlichen Sitzbedürfnisse steuernd wirken. [0014] Alternativ ist es auch möglich, das elastische Element als Federanordnung auszubilden wobei die Anordnung aus Spiralfedern bestehen kann, sodass eine gelagerte Sitzhälfte ebenfalls dreidimensional beweglich ist. Die Federn können dabei in verschiedenen Winkeln nach innen gelagert sein, um die seitliche Stabilität zu gewährleisten. [0015] Bei einer weiteren besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung weist die Koppelvorrichtung eine Mechanik zur Einstellung des Abstands der Sitzhälften auf. Da Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters unterschiedliche Abstände von Sitzbeinhöckern aufweisen, wird dieser Tatsache somit Rechnung getragen. Folglich ist eine derartige Sitzvorrichtung für Männer und Frauen gleich welchen Alters geeignet. Die Mechanik verfügt beispielsweise über ein Handrad, mittels dessen Drehung der Abstand auf leichte Weise einstellbar ist.
[0016] In einer anderen Ausführung weist eine Koppelvorrichtung mindestens einen Gleitbereich auf, der eine horizontale Verschieblichkeit ermöglicht. Vor- teilhaft ist dabei, pro Sitzfläche mindestens einen Gleitbereich auszubilden.
Ferner ist günstiger Weise der mindestens eine Gleitbereich als eine Linearführung ausgebildet, wobei die Führung von Sitzfläche und Koppelvorrichtung von z. B. einer Schwalbenschanzführung gebildet ist. Auch ist eine Führung mittels Wälzkörpern möglich. [0017] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Koppelvorrichtung mindestens einen Neigemechanismus für mindestens eine Sitzhälfte aufweist. Die Neigung ist bevorzugter Weise nur um eine ventral-dorsale Achse möglich, kann jedoch auch bei besonderer Auslegung von der ventral-dorsalen Achse abweichen. Somit wird einem„outflair" des Beckens, bei dem die Sitzbeinhöcker nach innen gedrückt und die Beckenschaufeln als biomechanische Gegenbewegung auseinandergeschoben werden, entgegengewirkt. Biomechanisch besser ist es, die Sitzbeinhöcker auf der Sitzoberfläche nach außen zu drücken und somit die Beckenschaufeln nach innen zu bewegen ("inflair"). Dies bewirkt bio-mecha- nisch eine leicht Kyphosierung der Lendenwirbelsäule was der natürlichen Haltung entspricht.
[0018] Ferner ist es von Vorteil, wenn mittels einer an der Koppelvorrichtung und/oder an dem Neigemechanismus angeordneten Stellmechanik mindestens eine Sitzhälfte hinsichtlich der Position zur anderen voreinstellbar und/oder hinsichtlich ihrer Beweglichkeit beschränkbar ist. Dies ist auch deshalb von Vorteil weil Frauen und Männer einen unterschiedlichen Sitzhöckerabstand aufweisen. Auf diese Weise ist die Neigung bzw. die Beckenbewegung sowohl in ihrer In- tensität als auch in ihrer Auslenkung entsprechend den persönlichen oder therapeutischen Vorgaben angleichbar. Es kann der Sitz auch an das jeweilige Alter des Sitzenden angepasst werden, da jüngere Leute in der Regel beweglicher sind als Ältere.
[0019] Zur Unterstützung ständiger Positionswechsel, weist die Sitzvorrichtung vorteilhafter Weise einen Rückstellmechanismus auf, der mindestens die Sitzhälfte in eine Ausgangsposition zurückführt. Für die korrekte Funktion des Rückstellmechanismus ist es günstig, diesen zwischen einer Sitzhälfte und der Koppelvorrichtung anzuordnen. Bevorzugter Weise verfügt jede Sitzhälfte über einen solchen Rückstellmechanismus. [0020] In einer besonderen Ausführungsform kann die Sitzvorrichtung eine Einrichtung aufweisen, bei der die Kraft zur Veränderung der Position einer Sitzhälfte in und um alle Raumrichtungen einstellbar ist. Auf diese Weise können die Bedürfnisse der Nutzer hinsichtlich der Beckenbewegung genau getroffen werden. Auch ist es so möglich, Fehlstellungen des Beckens, bedingt durch zum Beispiel operative Eingriffe an der Hüfte, zu therapieren. Eine solche Therapie kann die Muskulatur durch Einstellung der Rückstellkraft im Sitzen gezielt trainieren. Somit können diese Personen, die während ihrer Arbeitszeit sitzen, ihre Beschwerden lindern. Folglich kann die erfindungsgemäße Sitzvorrichtung nicht nur der Schmerzlinderung sondern auch der Förderung des Heilungspro- zesses dienen.
[0021] Vorzugsweise weist der Rückstellmechanismus eine Feder und/oder ein Zugband auf. Auf diese Weise kann eine einfache Rückstellung der einzelnen Sitzhälften realisiert werden, wobei über die Spannung der Feder oder des Zugbands die Rückstellkraft regulierbar ist.
[0022] In einer besonders vorteilhaften Ausbildung ist die Sitzvorrichtung ein Pendelhocker. Solche Pendelhocker sind z. B. aus der DE 195 04 121 bekannt, die eine federnde auf und ab Bewegung des Sitzes zulassen, wobei der Sitz um ein Pendelgelenk, das in einem Fußteil angeordnet ist, pendelt. Bei Anordnung der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung auf einem Fußteil mit Pendelgelenk werden somit weitere Freiheitsgrade und Bewegungsmöglichkeiten dem Sitznutzer eröffnet. Insbesondere wird bei einer solchen Anordnung die dreidimen- sionale, natürliche Bewegung des Beckens während des Gehens im Sitzen nachempfunden, wobei die Durchsaftung der Bandscheiben nicht nur ermöglicht, sondern auch gefördert wird.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform ist es vorteilhaft, wenn die Beweglichkeit der Sitzvorrichtung mittels veränderbarer Anschläge beschränkbar ist. Dies ermöglicht es Personen mit eingeschränkter Hüftbeweglichkeit, sich langsam an eine größere Beweglichkeit heranzutasten. Demzufolge kann durch einen solchen Anschlag vermieden werden, dass bei unbeweglicheren Sitznutzern durch eine hohe Beweglichkeit der Sitzvorrichtung, insbesondere in der Anordnung auf einem Pendelhocker, eine Überbeanspruchung bzw. ein Unsicherheitsge- fühl entsteht.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausbildung ist die Koppelvorrichtung drehbar auf dem Zwischenstück gelagert. Drehbewegungen um die Körperachse sind somit ebenfalls möglich.
[0025] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Sitzhälften eine Vorrichtung vorsehen, mit der die unabhängig voneinander bewegbaren Sitzhälften blockierbar sind. Personen, denen starke Beweglichkeit der Sitzhälften unangenehm ist, können somit zeitweise eingeschränkt, aber dennoch eine Sitzvorrichtung gemäß den vorgenannten Merkmalen verwenden.
[0026] Für eine korrekte Sitzposition ist es von Vorteil, wenn die Sitzvorrichtung mittels mindestens eines Sensors die Sitzposition erfasst und vorzugsweise eine Einrichtung zur Rückmeldung aufweist. [0027] Hierdurch kann verhindert werden, dass sich aufgrund der dreidimensionalen Beweglichkeit der Sitzvorrichtung beim Sitzen eine„Mulde" bzw. eine konkave Anordnung der beiden Sitzhälften ausbildet. Dies würde, wie oben erläutert, biomechanisch zur Annäherung der Sitzbeinhöcker bzw. zum„outflair" des oberen Beckenrandes führen, wodurch die Lendenwirbelsäule eine leichte Kyphosierung erfahren würden. Dies soll vermieden werden, da die Lendenwirbelsäule natürlicherweise beim Stehen eine leichte Lordose aufweist. Eine konvex geneigte Sitzflächenanordnung unterstützt daher die natürlich korrekte Körperhaltung, wodurch die Sitzbeinhöcker nach außen tendieren und sich der „inflair" der oberen Beckenränder einstellt, der eine geeignete Lordosierung der Lendenwirbelsäule fördert.
[0028] Vorteilhafterweise können die Sensoren alle Bewegungen der Sitzflächen erfassen. Besonders bevorzugt können die Sensoren Neig-, Drehwinkel und translatorische Bewegungen detektieren. Ebenfalls möglich sind Drucksen- soren. So ist es möglich, die aktuelle Position der Sitzbeinhöcker zu erfassen.
[0029] Um die richtige Einstellung der Sitzflächen an den Nutzer zu melden, kann die Sitzvorrichtung optische, akustische und/oder haptische Elemente aufweisen. Haptische Elemente können mittels Vibrationen Rückmeldungen an eine sitzende Person senden, wohingegen akustische z. B. einen Warnton er- zeugen können. Im Falle einer optischen Meldung an den Sitznutzer können beispielweise verschiedenfarbige Leuchtmittel zum Einsatz kommen, die für die verschiedenen Anordnungen der Sitzfläche jeweils eine Farbe eines Leuchtmittels aufweisen.
[0030] So zeigt im Falle einer konkaven Neigung der Sitzflächen ein rotes Sig- nal eine nicht gewünschte Beckenstellung an, wobei eine horizontale oder konvexe Neigung ein grünes Leuchtsignal hervorruft. Eine zu starke konvex Neigung der Sitzflächen erzeugt wiederrum eine ungewünschte Sitzposition und leuchtet orange. Für den Fall der synchronen Neigung der Sitzflächen ist ein weißes Leuchtmittel vorgesehen. [0031] Folglich können Sensoren mit einer dementsprechenden Rückmeldung auch zur Einstellung des optimalen Abstands der Sitzflächen voneinander dienen. [0032] Auch sind idealerweise die Sensoren für die Rückmeldung an einen Computer angeschlossen, der mithilfe einer Software den Nutzer auf seine Sitzposition aufmerksam macht. Ein Anschluss erfolgt beispielsweise mit einem Kabel oder via Funk.
[0033] Auch ist günstiger Weise die Sitzvorrichtung mit Sensoren zur Steuerung von Software (z. B. ein Computerspiel) oder auch Hardware (z. B. eine Hebebühne) geeignet.
[0034] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Merkmale gehen aus nachfolgender Beschreibung von Ausführungsbeispielen hervor, die in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert sind, wobei gleiche Bezugsziffern gleiche Bauteile bezeichnen.
Kurzbeschreibung der Figuren. Es zeigen:
Figur 1 eine Ansicht von schräg oben auf eine Sitzvorrichtung,
Figur 2a eine Draufsicht auf die Sitzvorrichtung bzw. auf eine Koppelvorrichtung,
Figur 2b eine Draufsicht auf die Sitzvorrichtung bzw. auf eine Koppelvorrichtung einer alternativen Ausbildungsform,
Figur 2c Schnittansicht durch eine Ausführungsform eine Linearführung für eine Sitzhälfte,
Figur 2d eine seitliche Ansicht der Sitzvorrichtung mit zwei Sitzhälften unterschiedlicher Ausführungsform mit einer Schlittenverstellung
Figur 3a eine seitliche Ansicht der Sitzvorrichtung mit zwei Sitzhälften unterschiedlicher Ausführungsform,
Figur 3b eine seitliche Ansicht der Sitzvorrichtung mit einen Gelenk,
Figur 4 einen Neigemechanismus für eine Sitzhälfte,
Figur 5 eine weitere Ausführung für einen Neigemechanismus sowie ei- nen Rückstellmechanismus,
Figur 6 eine Sitzhälfte mit einer weiteren Ausführungsform eines Rückstellmechanismus,
Figur 7 eine Sitzhälfte mit einer einstellbaren Koppelvorrichtung, Figur 8 A, B und C jeweils Ausführungsbeispiele einer Sitzhälfte mit Sensoren, und
Figur 9 eine Tabelle mit Einstellungsvarianten der Sitzhälften. Figur 10 eine Ausführungsform einer Arretierung der Sitzhälften.
Ausführliche Beschreibung in den Figuren
dargestellter Ausführungsbeispiele
[0035] Figur 1 zeigt schematisch eine Sitzvorrichtung 1 mit einem Fußteil 2, einem mit dem Fußteil verbundenen säulenförmigen Zwischenstück 3 und einen mit dem Zwischenstück 3 verbundenen Sitz 4. Die Raum-Achsen X-Y-Z des Koordinatensystems sind so gewählt, dass die Z-Achse in der Säule des Zwischenstücks 3 nach oben zeigt. Der Sitz 4 ist mit zwei einzelnen Sitzhälften 5a, 5b ausgebildet, wobei die Sitzhälften unabhängig voneinander bewegbar sind. Zwischen dem Sitz 4 und dem Zwischenstück 3 ist eine Koppelvorrichtung 6 angeordnet. [0036] Die Koppelvorrichtung 6 besteht aus einem Längsträger 22, Querträgern 21 und einem Element 12, das direkt unter einer jeden Sitzhälfte angeordnet ist. Das Element 12 besteht aus einem Material, das mechanische Kräfte in Form einer Verformung speichert und nach Rückgang der einwirkenden Kräfte wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Geeignete Materialien sind beispielsweise Gummi, Schaumstoff oder ein Gel (Gel-Polster). Auch ist eine Ausbildung ähnlich einem Wasserbett möglich. Durch die Aufnahme von Scher-, Zug- und Druckkräften sowie Momenten wird eine dreidimensionale Beweglichkeit der Sitzhälften im x-y-z-Koordinatensystem gewährleistet.
[0037] Ein sich mit seiner Achse in Y - Richtung erstreckendes halbzylinderför- miges Element 20 liegt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit der Mantelfläche auf den Querträgern 21 auf. Es ist fest mit der Sitzhälfte 5a verbunden, wobei alle Bewegungsmöglichkeiten, wie mit den Doppelpfeilen angedeutet, aber auch die Rotationen um die Raumachsen nicht beeinträchtigt werden. Sitzhälfte 5b zeigt eine alternative Ausführung ohne ein Element 20. Somit kann sich Sitzhälfte 5b dreidimensional im Raum, also in Richtung aller drei Raumachsen, sowie um alle Raumachsen drehen.
[0038] Eine Feder 17, die das säulenförmige Zwischenstück 3 außenseitig umgibt ermöglicht ein gefedertes Sitzen oder ein Auf-und-ab-Schwingen. In dem Zwischenstück 3 ist eine Gasdruckfeder 18 zur Höhenverstellung angeordnet, deren Auslösung mittels eines Hebels 19 unterseitig der Koppelvorrichtung 6 einstellbar ist. Für die Höhenverstellung sowie für das Federn ist das Zwischenstück 3 teleskopartig ausgeführt (nicht dargestellt). Desweiteren kann vorgesehen sein, ein Pendelgelenk zwischen Zwischenstück 3 und Fußteil 2 anzuordnen.
[0039] Figur 2a zeigt die Koppelvorrichtung 6 in Draufsicht. Hierbei sind die Sitzhälften 5a, 5b durch strichpunktierte Linien angedeutet. Die zwei sich in x- Richtung erstreckenden Querträger 21 sind voneinander beabstandet und über einen Längsträger 22 miteinander verbunden. Der Längsträger 22 ist mittelbar oder unmittelbar an dem Zwischenstück 3 angeordnet. Auf den Querträgern 21 bzw. unterhalb der Sitzhälften ist pro Sitzhälfte 5a, 5b das Element 12 angeordnet, welches sich in y - Achsrichtung erstreckt und in x- und y-Richtung sowohl über die Querträger 21 als auch über den Längsträger 22 hinaus ragt. Abhängig von der Abrollcharakteristik kann auch ein schmaleres Element 12 zum Einsatz gelangen. Jedoch ist die Breite des Elements 12 so zu wählen, dass eine Rotation um alle Raumachsen und eine Translation in jede Raumrichtung möglich ist. Hierfür ist das Element 12 als Gummiblock, Schaumstoffblock, Gel-Polster oder als fluidgefüllte Kammer (ähnlich einem Wasserbett) ausgeführt. Auch kann das Element 12 aus mindestens zwei einzelnen Teilen bestehen, wobei pro Querträger 21 mindestens ein Element 12 pro Sitzhälfte angebracht ist.
[0040] In den Figuren 2b bis 2d sind Ausführungsformen einer Sitzhälftenverstellung dargestellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Abstände der Sitzbeinhöcker bei den Menschen unterschiedlich sind, ist vorteilhaft, den Abstand der Sitzhälften 5a, 5b verstellbar einzurichten. Hierzu ist der Querträger als Schiene 210 ausgebildet, auf der Schlitten 280 verschiebbar sind. Auf den Schlitten 280 liegen die jeweiligen Elemente 12 auf. Die Einstellung geschieht mittels einer geeigneten Mechanik, z.B. einem Gewindestangen - Antrieb 281/280c, der den Abstand der Schlitten 280 zueinander variiert. Die Gewindestange 281 ist dabei in den Bereichen, die den jeweiligen Schlitten 280a bzw. 280b zugeordnet sind, mit gegenläufiger Steigung ausgebildet. Die Mechanik verfügt im Ausführungsbeispiel gem. Fig. 2b und 2c über das Handrad 280c, mit dem die Gewindestange 281 verdreht werden kann. Bei einer nicht dargestellten Ausführungs- form kann eine Hebelkonstruktion zu Einsatz kommen, die ebenfalls über eine Gewindestange verstellbar sein kann. Eine einfache elektromotorische oder hydraulische oder pneumatische Versteileinrichtung liegen im Fachwissen des Ingenieurs.
[0041] Figur 2d zeigt eine Ausbildung des Schlittens 280 als Schwalben- Schwanzführung 36, welche die Sitzhälfte 5a und den Querträger 21 miteinander verbindet und eine Translation in x-Richtung erlaubt, um den Abstand der Sitzhälften voneinander zu variieren.
[0042] In Figur 3a sind Neigemechanismen 7 für die Koppelvorrichtung 6 in seitlicher Ansicht bzw. in Ansicht der x-z-Ebene dargestellt. Hierbei sind zwei Aus- führungsvarianten A und B mit je einem Gelenk 28 für eine Sitzhälfte 5a, 5b wiedergegeben, wobei beide Varianten jeweils eine Sitzhälfte 5a, 5b, Querträger 21 , einen Längsträger 22, ein Element 12 und ein Koppelgelenk 23 zwischen dem Querträger 21 und dem Längsträger 22 aufweisen. Das Gelenk 23 ist als Gummiblock 15 ausgeführt und übernimmt sowohl eine Bewegungs- als auch eine Dämpfungsfunktion. Durch Vertauschen von Längsträger 22 und Gummiblock 15 kann die unmittelbare Befestigung an dem Zwischenstück 3 durch eine mittelbare ersetzt werden.
[0043] In Variante A ist das Gelenk 28 zwischen dem Querträger 21 und dem Element 12 angeordnet, wohingegen es in Variante B zwischen der Sitzhälfte 5b und dem Element 12 angeordnet ist. Die Gelenke 28 sind haibzylinderförmig ausgebildet. In nicht dargestellten Varianten können sie eine andere Form aufweisen, z.B. eine kugelförmige oder eine andere, die gewünschte Schaukelbewegung ermöglichende Raumform besitzen. Aus Stabilitätsgründen weist jede Sitzhälfte pro Querträger 21 ein Gelenk 28 auf. Der Neigemechanismus 7 eröffnet somit den Sitzhälften 5a, 5b die Möglichkeit, um die y-Achse zu rotieren. Auch die Gesamtanordnung, die an eine Waage erinnert, ist insgesamt so beweglich, dass die Sitzhälften aufgrund des Koppelgelenks 23 zwischen Quer- träger 21 und Längsträger 22 rotierbar sind, so dass sich die Sitzhälften vertikal in z-Richtung bewegen können.
Es kann dabei eine Bewegungsmechanik eine Bewegungsmechanik 16', 26' zur Einstellung der veränderbaren Anschläge 16 und/oder der Passtücke 26 vorgesehen sein, mit der das Ausmaß der Bewegungsmöglichkeit einstellbar ist. Hierbei kann es sich um eine einfache Spindelmechanik handel, mittels der die Anschläge 16 auf und ab, bzw. die Passstücke 26 mehr oder weniger tief in den Spalt zwischen dem Querträger 21 und dem konkaven Auflager am Ende des Zwischenstücks 3 eingefahren werden. Bei den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Gelenk-Lagern sind Haltevorrichtungen vorgesehen, die es gewährleis- ten, dass die jeweiligen Bauelemente funktional aneinander gehalten werden und gleichwohl die gewünschten Bewegungen ausführen können. Diese Halterungen sind in den Figuren nicht dargestellt.
[0044] Um eine unabhängige vertikale Bewegung der einzelnen Sitzhälften 5a, 5b zu ermöglichen, zeigt Figur 4, wie mittels Hydraulikzylindern 24 die Bewe- gung in z-Richtung ermöglicht wird. Für die Höhenverstellung bzw. die Neigungen um die x-Achse ist auf dem zweiten Querträger ein weiteres Paar Zylinder angeordnet (nicht dargestellt), sodass zwei Hydraulikzylinder pro Querträger und Sitzhälfte die gewünschte Bewegungsfreiheit gewährleisten. Mittels der dargestellten Anordnung ist jede Sitzhälfte auch um alle weiteren Raumachsen rotierbar. Die Zylinder 24 sind unterhalb der Sitzhälfte 5a bzw. an dem Element 12 angeordnet und in x-Richtung zueinander beabstandet. Alle Zylinder einer Sitzhälfte sind über Fluidleitungen 11 miteinander verbunden. Mittels der Einstellmechanik 8 wird die Zylinderbewegung bzw. das Strömen des Fluids beschränkt, wobei die Bewegung der Sitzhälfte erleichtert, erschwert oder fixiert werden kann. Die Einstellmechanik 8 stellt einen Fluidvorrat zur Verfügung, mit dem die Höhenverstellung bzw. Neigung individuell regulierbar ist. Die gewünschten Einstellungen für die Einstellmechanik 8 werden über den Hebel 27 getroffen. Durch die voreinstellbare und/oder beschränkbare Bewegung der Sitzhälfte 5a können z. B. Beckenfehlstellungen mittels der Sitzvorrichtung 1 korrigiert werden. Alternativ kann ein Festlager ein Paar Hydraulikzylinder eines Querträgers einer Sitzhälfte ersetzen. Dies ermöglicht zwar noch die Einstellung der Neigung, jedoch kann keine Höhenverstellung mehr vorgenommen werden. Um eine abhängige Bewegung der Sitzhälften voneinander zu ermöglichen, kann eine Verbindung der Fluidleitungen 1 1 der einzelnen Sitzhälften 5a, 5b vorgesehen sein. Anstelle der Hydraulikzylinder können unter jeder Sitzhälfte mit Fluid gefüllte, gegebenenfalls leitend miteinander verbundene Kammerangeordnet sein, ähnlich einem Wasserbett. [0045] Figur 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Neigemechanismus 7. Im Unterschied zu Fig. 4 sind die Hydraulikzylinder durch Federn 13 ersetzt. Zwar ist mithilfe der Federn keine Einstellung der Höhe einer Sitzhälfte möglich, jedoch ist die Fähigkeit zur Neigung mittels unterschiedlicher Federstärken realisierbar. In Figur 5 ist zudem die Festellmechanik als Schaumstoffblock 29 ausgebildet, der je nach persönlichem Gutdünken in der Härte variierbar ist. Mittels verschiedener Formen, Härtegrade, Breiten und Dicken, (nicht dargestellt) wird die Rotation und Translation erschwert oder erleichtert. Auch ist somit der Sitzkomfort beinflussbar. Aufgrund der permanent einwirkenden Federkraft wird die Sitzhälfte in die Ausgangsposition zurückgedrückt. Folglich dienen die Federn 13 als Rückstellmechanismus 9. Ferner ist auch eine Ausbildung nur mit Federn möglich, wobei diese in verschiedenen Winkeln zwischen Sitzfläche und Querträger angeordnet sein können, wie beispielhaft mit Feder 34 dargestellt.
[0046] Einen alternativen Rückstellmechanismus 9 zeigt Fig. 6. Hierbei ist die Sitzhälfte 5a über ein Zugband 14 auf ein kreisförmiges, kugelförmiges oder halbzylinderförmiges Element 30 gespannt. Das Zugband 14 ist dabei durch eine durch das Element 30, die Sitzhälfte 5a und durch den Querträger 21 verlaufende Bohrung 140 geführt. Die Sitzhälfte liegt dabei auf dem halbzylinder- förmigen Element 30 auf, wobei der konvexe Abschnitt zur Sitzhälfte 5a zeigt. Unterseitig des Querträgers 21 befindet sich eine Einstellvorrichtung 25, mittels welcher die Spannung des Zugbandes 14 justiert wird. Die Einstellvorrichtung 25 weist einen Zylinder mit außenseitigem Gewinde 31 auf, durch den das Zugband 14 hindurchgeführt wird. In das Gewinde des Zylinders 31 greift ein wei- terer Zylinder mit einem Innengewinde 32, an dessen unteren Ende das an seinen Enden seinerseits Verstärkungen aufweisende Zugband 14 befestigt ist. Durch Drehen des unteren Hohlzylinders 32 auf den anderen Zylinder 31 wird der Abstand der Zugbandenden und somit die Spannung variiert. Folglich kann die Kraft des Rückstellmechanismus 9 zur Veränderung der Position der Sitzhälfte 5a mittels der Einsteilvorrichtung 25 eingestellt werden.
[0047] In Fig. 7 ist eine Koppelvorrichtung 6 mit der Sitzhälfte 5a dargestellt. Die Sitzhälfte ist auf einem Gummiblock 15 angeordnet, der mit einer Platte 33 verbunden ist und der der Sitzhälfte die gewünschten Grade an Beweglichkeit er- möglicht. Die Platte 33 befindet sich in einer Aussparung des Querträgers 21 und kann über eine Einstellvorrichtung 35 in der Aussparung versenkt bzw. angehoben werden. Die Einstellvorrichtung 35 ist als eine Stellschraube ausgebildet, die in ein Gewinde eingreift, das in dem Querträger 21 geschnitten ist. Mittels der versenkbaren Anordnung wird der Grad der Rotation sowie der Transla- tion bzw. die dreidimensionale Bewegung der Sitzhälfte 5a reguliert, wobei ein komplett versenkter Gummiblock 15 keine Beweglichkeit ermöglicht und ein maximal ausgefahrener für eine größtmögliche Bewegung sorgt.
[0048] Figur 8 zeigt drei Varianten A-C der erfindungsgemäßen Sitzvorrichtung mit Sensoren und einer Einrichtung zur Rückmeldung. Variante A ist mit einem Kipp-Neigesensor 37 ausgeführt, der aus der Neigung die Position der Sitzhälfte 5a bzw. der Sitzbeinhöcker erfasst. Für die Rückmeldung der Sitzposition sind unterhalb des Querträgers 21 verschiedenfarbige LEDs 38 angeordnet. Diese leuchten entsprechend der jeweiligen Stellung der Sitzhälften. Eine Auswahl verschiedener Sitzhälftenstellungen zeigt Fig. 10. Dabei weisen die Sitz- flächen in a) eine konkave Neigung (nach innen) auf, wodurch die LEDs rot (Kreuz in Fig. 9 a)) leuchten, da dies zu einer Annäherung der Sitzbeinhöcker und in der Folge zu dem nicht gewünschten„outflair" führt. Hingegen erscheint die Farbe grün (Haken in Fig. 10 b)), wenn die Sitzflächen horizontal oder leicht nach außen (konvex) orientiert sind. Eine zu stark konvex geneigte Anordnung der Sitzflächen erzeugt eine ungewünschte Sitzposition, wodurch die LEDs 38 orange aufleuchten, um an ein korrektes Sitzen zu erinnern (Fig. 10 c)). Für den Fall der synchronen Neigung der Sitzflächen sind weiße LEDs vorgesehen (Gleichheitszeichen in Fig. 10 d)). Somit ist der Sitznutzer jederzeit darüber in- formiert, ob seine Sitzhaltung bzw. Beckenstellung informiert.
[0049] Variante B aus Fig. 9 zeigt unterhalb des Querträgers 21 einen Lautsprecher 39, der unterschiedliche Warntöne für die oben beschriebenen Möglichkeiten der Sitzhälften erzeugt. Statt der Lautsprecher kann auch ein Vibrations- element angeordnet werden, das über die Haptik den Nutzer über die Sitzposition informiert. Bevorzugter weise ist ein Haptikelement nahe, auf oder in mindestens einer Sitzhälfte angeordnet.
[0050] In Variante C aus Fig. 9 ist die Sitzvorrichtung mit einem Computer 40 verbunden, der mithilfe einer Software den Nutzer auf dessen Sitzposition hin- weist. Die Information wird dem Nutzer dergestalt vermittelt, dass auf dem Bildschirm angezeigt wird, wie er sich zu verhalten hat, um in eine bessere Sitzposition zu gelangen. Der Anschluss an den Computer erfolgt via Funktechnik wie z. B. Bluetooth, Auch eine Kabelverbindung ist möglich.
[0051] In Fig. 10 ist beispielhaft eine Arretierung für die Bewegung der Sitzhälf- ten relativ zueinander dargestellt. Eine solche Arretierung ermöglicht es, die Beweglichkeit der Sitzhälften auszuschalten, so dass das Sitzmöbel zwischendurch von Benutzern genutzt werden kann, bei denen die Beweglichkeit aus verschiedenen nicht gewünscht ist.
[0052] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind unter den Sitzhälften (5a, 5b) Arretierungsaufnahmen (30 a; 301b) angeordnet, die mit verschiebbaren Arretierungsstangen (300) zusammenwirken. Die Arretierungsaufnahmen (301a; 301 b) sind hier in zweifacher Ausführung an den Sitzhälften angeordnet, es kann jedoch bei entsprechender Bemessung nur eine mittlere Arretierung vorgesehen sein. Die beiden Arretierungsstangen (300) sind in dem dargestell- ten Beispiel von einer gemeinsamen Betätigungsstange (302) verschiebbar. In der gezeigten Stellung befinden sich die Stangen in der Arretierungsposition. Werden die Stangen (300) nach rechts in X-Richtung gezogen, verlässt das Ende der Arretierungsstange (300) die Arretierungsaufnahme (301a), so dass beide Sitzhälften (5a, 5b) entkoppelt sind und sich wieder frei bewegen können. [0053] Eine solche Arretierung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform beschränkt. So kann gegebenenfalls die Betätigungsstange über einen Gelenkhebel auf die Arretierungsstangen einwirken, um dadurch ein zu weites Heraus- ragen über die Sitzfläche hinaus zu vermeiden.
[0054] Bei einer vereinfachten Ausführungsform kann vorgesehen sein, statt einer gemeinsamen Stangenanordnung einzelne Arretierungsstangen zu verwenden, die vollständig aus Arretierungshalterungen, die sich über die gesamte Breite der Sitzhälften erstrecken, herausgezogen werden können (nicht dargestellt).
[0055] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend angegebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht. So liegt es z. B. im Schutzbereich der beschriebenen Erfindung, die einzelnen Ausführungsbeispiele zu kombinieren, sodass z. B. im Ausführungsbeispiel nach Figur 7 auch Hydraulikzylinder angeordnet sein können. Auch sind für die Elemente 2 neben Gummi auch die Materialien Gel oder Schaumstoff verwendbar. Ferner kann z. B. zusätzlich ein Gelpolster in Figur 8 angeordnet sein, das eine dreidimensionale Bewegungsfreiheit ermöglicht. Desweiteren können die genannten Ausführungsbeispiele um das Element 20 ergänzt werden. Auch eine Kombination von mehreren Sensoren mit haptischen und/oder akustischen und/oder optischen Elementen zur Anzeige der Sitzposition ist möglich.
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