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Title:
SEAT WITH A HEADREST FOR A MEANS OF TRANSPORT, AND MEANS OF TRANSPORT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/004861
Kind Code:
A1
Abstract:
A control unit (111) and a control method (200) for an ego vehicle (110) are described, wherein the ego vehicle (110) comprises one or more surroundings sensors (112) that are configured to record surroundings data in relation to surroundings of the ego vehicle (110). The control unit is configured - to determine, on the basis of the surroundings data, that another vehicle (120) could collide with the rear of the ego vehicle (110) and - in response thereto, to initiate a warning to a driver of the other vehicle (120).

Inventors:
SUESS CHRISTIAN (DE)
Application Number:
EP2020/068549
Publication Date:
January 14, 2021
Filing Date:
July 01, 2020
Export Citation:
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Assignee:
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG (DE)
International Classes:
B60W30/095; B60Q5/00; B60Q9/00; B60R21/0134; B60W30/09; B60W30/18; G08G1/16
Foreign References:
DE102013200493A12014-07-17
DE102013204076A12014-09-11
DE102016010289A12017-04-06
DE102010027952A12011-12-01
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Claims:
Ansprüche

1) Steuereinheit (111) für ein Ego-Fahrzeug (110); wobei das Ego-Fahrzeug (110) ein oder mehrere Umfeldsensoren (112) umfasst, die eingerichtet sind, Umfelddaten in Bezug auf ein Umfeld des Ego-Fahrzeugs (110) zu erfassen; wobei die Steuereinheit (111) eingerichtet ist,

- auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass ein anderes Fahrzeug (120) auf das Ego-Fahrzeug (110) auffahren könnte; und

- in Reaktion darauf zu veranlassen, dass ein Fahrer des anderen

Fahrzeugs (120) gewarnt wird.

2) Steuereinheit (111) gemäß Anspruch 1, wobei

- die ein oder mehreren Umfeldsensoren (112) eingerichtet sind,

Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld vor einer Front des Ego- Fahrzeugs (110) zu erfassen; und

- die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug (120), insbesondere durch Zurücksetzen, auf die Front des Ego-Fahrzeugs (110) auffahren könnte.

3) Steuereinheit (111) gemäß Anspruch 2, wobei die Steuereinheit (111)

eingerichtet ist,

- auf Basis der Umfelddaten zu erkennen, dass das andere Fahrzeug (120) einen Rückwärtsgang eingelegt hat; und

- basierend darauf zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug (120) durch Zurücksetzen auf die Front des Ego-Fahrzeugs (110) auffahren könnte.

4) Steuereinheit (111) gemäß einem der Ansprüche 2 bis 3, wobei die

Steuereinheit (111) eingerichtet ist, eine Leuchte an der Front des Fahrzeugs (110) zu aktivieren, um einen Wamhinweis an den Fahrer des anderen Fahrzeugs (120) zu generieren.

5) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei

- die ein oder mehreren Umfeldsensoren (112) eingerichtet sind,

Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld an einer Seite, insbesondere an einer Beifahrer- und/oder an einer Fahrerseite, des Ego-Fahrzeugs (110) zu erfassen; und

- die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug (120), insbesondere durch Zurücksetzen, auf die Seite des Ego-Fahrzeugs (110) auffahren könnte.

6) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei

- die ein oder mehreren Umfeldsensoren (112) eingerichtet sind,

Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld an einem Heck des Ego- Fahrzeugs (110) zu erfassen; und

- die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug (120) auf das Heck des Ego- Fahrzeugs (110) auffahren könnte.

7) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, das drohende Auffahren des anderen Fahrzeugs (120) zu erkennen, und den anderen Fahrer des anderen Fahrzeugs (120) zu warnen, auch dann, wenn das Ego-Fahrzeug (110) steht, parkt oder abgestellt ist.

8) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, Daten, insbesondere zumindest einen Teil der Umfelddaten, in Bezug auf das drohende Auffahren des anderen

Fahrzeugs (120) zu speichern und/oder einer Fahrzeug-externen Einheit bereitzu stellen. 9) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit (111) eingerichtet ist,

- einen optischen und/oder einen akustischen Signalgeber (113) des Ego-Fahrzeugs (110) zu betreiben, um den Fahrer des anderen Fahrzeugs (120) vor dem drohenden Auffahren zu warnen; und/oder

- eine Kommunikationsnachricht in Bezug auf das drohende Auffahren über ein drahtloses Kommunikationsnetz an das andere Fahrzeug (120) zu senden.

10) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, in Reaktion darauf, dass bestimmt wurde, dass das andere Fahrzeug (120) auf das Ego-Fahrzeug (110) auffahren könnte, automatisch ein Ausweichmanöver des Ego-Fahrzeugs (110) zu bewirken, um dem drohenden Auffahrunfall auszuweichen.

11) Steuereinheit (111) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei

- die Steuereinheit (111) eingerichtet ist, in Reaktion darauf, dass

bestimmt wurde, dass das andere Fahrzeug (120) auf das Ego- Fahrzeug (110) auffahren könnte, ein oder mehrere Schutzmaßnahmen zu veranlassen, um eine Auswirkung des drohenden Auffahrunfalls auf das Ego-Fahrzeug (110) und/oder auf einen Insassen des Ego- Fahrzeugs (110) zu reduzieren; und

- die ein oder mehreren Schutzmaßnahmen insbesondere umfassen:

- das Bewirken einer Gutstraffung; und/oder

- das Aktivieren und/oder das Konditionieren eines Airbags.

12) Verfahren (200) zum Schutz eines Ego-Fahrzeugs (110) vor einem

Auffahrunfall; wobei das Ego-Fahrzeug (110) ein oder mehrere

Umfeldsensoren (112) umfasst, die eingerichtet sind, Umfelddaten in Bezug auf ein Umfeld des Ego-Fahrzeugs (110) zu erfassen; wobei das Verfahren (200) umfasst, Bestimmen (201), auf Basis der Umfelddaten, dass ein anderes Fahrzeug (120) auf das Ego-Fahrzeug (110) auffahren könnte; und in Reaktion darauf, Bewirken (202) eines Wamhinweises an einen Fahrer des anderen Fahrzeugs (120).

Description:
Verfahren und Steuereinheit zum Schutz eines Fahrzeugs vor einem

Auffahrunfall

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine entsprechende Steuereinheit, die darauf ausgerichtet sind, einen Auffahrunfall zu vermeiden.

Ein Fahrzeug kann Umfeldsensoren, wie z.B. eine Kamera, einen Radarsensor, einen Lidarsensor, umfassen, die eingerichtet sind, Umfelddaten (d.h.

Sensordaten) in Bezug auf ein Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die

Umfelddaten können von einer Steuereinheit des Fahrzeugs verwendet werden, um ein oder mehrere Fahrerassistenzfunktion (wie z.B. einen Abstands- und/oder Geschwindigkeitsregler, einen Spurhalteassistenten und/oder einen

Nothalteassistenten) bereitzustellen. So können der Komfort und die Sicherheit eines Fahrzeugs erhöht werden.

Es gibt jedoch weiterhin zahlreiche Fahrzeuge im Straßenverkehr, die keine oder nur eine relativ beschränkte Umfelderfassung aufweisen. Derartige Fahrzeuge können ein relativ großes Kollisionsrisiko für andere Fahrzeuge darstellen (auch für Fahrzeuge, die eine relativ umfassende Umfelderfassung aufweisen).

Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, die Sicherheit eines Ego-Fahrzeugs in Bezug auf eine mögliche Kollision mit einem Fahrzeug, das ggf. nur eine relativ beschränkte Umfelderfassung aufweist, zu erhöhen.

Die Aufgabe wird durch jeden der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen werden u.a. in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Es wird darauf hingewiesen, dass zusätzliche Merkmale eines von einem

unabhängigen Patentanspruch abhängigen Patentanspruchs ohne die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs oder nur in Kombination mit einer Teilmenge der Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs eine eigene und von der Kombination sämtlicher Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs unabhängige Erfindung bilden können, die zum Gegenstand eines unabhängigen Anspruchs, einer Teilungsanmeldung oder einer Nachanmeldung gemacht werden kann. Dies gilt in gleicher Weise für in der Beschreibung beschriebene technische Lehren, die eine von den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche unabhängige Erfindung bilden können.

Gemäß einem Aspekt wird eine Steuereinheit für ein Ego-Fahrzeug (insbesondere für ein Kraftfahrzeug) beschrieben. Das Ego-Fahrzeug umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren, die eingerichtet sind, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld des Ego-Fahrzeugs zu erfassen. Beispielhafte Umfeldsensoren sind: ein Radarsensor, eine Kamera, ein Lidarsensor, ein Ultraschallsensor, etc. Die ein oder mehreren Umfeldsensoren können eingerichtet sein, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld vor der Front, hinter dem Heck, an der rechten Seite und/oder an der linken Seite des Ego-Fahrzeugs zu erfassen.

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass ein anderes Fahrzeug (insbesondere ein anderes Kraftfahrzeug) auf das Ego-Fahrzeug auffahren könnte. Beispielsweise kann erkannt werden, dass sich ein anderes Fahrzeug auf das Ego-Fahrzeug zu bewegt. Die

Steuereinheit kann dabei ein maschinen-erlerntes Modell (z.B. ein neuronales Netz) verwenden, um auf Basis der Umfelddaten einen drohenden Auffahrunfall zu prädizieren. Es kann somit ein drohender Auffahrunfall detektiert werden, der durch das andere Fahrzeug bewirkt werden könnte. Beispielsweise kann detektiert werden, dass das andere Fahrzeug von vome auf die Front, von hintern auf das Heck und/oder seitlich auf eine Seite des (ggf. stehenden) Ego-Fahrzeugs auffahren könnte. Des Weiteren kann die Steuereinheit eingerichtet sein, in Reaktion darauf zu veranlassen, dass ein Fahrer des anderen Fahrzeugs gewarnt wird. Insbesondere kann ein Warnhinweis an den Fahrer des anderen Fahrzeugs ausgegeben werden, wobei der Wamhinweis ausgebildet ist, den Fahrer des anderen Fahrzeugs auf den drohenden Auffahrunfall hinzuweisen. Als Folge daraus kann die

Wahrscheinlichkeit dafür erhöht werden, dass der Auffahrunfall durch einen Fahreingriff des Fahrers des anderen Fahrzeugs vermieden wird. Es kann somit ein zuverlässiger Schutz des Ego-Fahrzeugs bewirkt werden (auch dann, wenn das andere Fahrzeug keine oder nur unzureichende Umfeldsensorik aufweist).

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, einen optischen und/oder einen akustischen Signalgeber (z.B. eine Leuchte und/oder eine Hupe) des Ego- Fahrzeugs zu betreiben, um den Fahrer des anderen Fahrzeugs vor dem drohenden Auffahren zu warnen. Alternativ oder ergänzend kann die Steuereinheit eingerichtet sein, eine Kommunikationsnachricht in Bezug auf das drohende Auffahren über ein drahtloses Kommunikationsnetz an das andere Fahrzeug zu senden (z.B. mittels Vehicle-to-Vehicle Kommunikation). So kann der Fahrer des anderen Fahrzeugs in zuverlässiger Weise vor dem drohenden Auffahrunfall gewarnt werden.

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, zu bestimmen, in welchem Bereich des Ego-Fahrzeugs ein Auffahrunfall droht (an der Front, an dem Heck oder an einer Seite). Der Wamhinweis an den Fahrer des anderen Fahrzeugs kann dann in Abhängigkeit von dem Bereich bewirkt werden, in dem der Auffahrunfall droht. Bei einem drohenden Auffahrunfall an der Front kann ein Signalgeber an der Front, bei einem drohenden Auffahrunfall an einer Seite kann ein Signalgeber an einer Seite, und/oder bei einem drohenden Auffahrunfall am Heck kann ein Signalgeber am Heck des Ego-Fahrzeugs aktiviert werden. So kann der Fahrer des anderen Fahrzeugs in zuverlässiger Weise vor dem drohenden Auffahrunfall gewarnt und/oder auf den drohenden Auffahrunfall aufmerksam gemacht werden. In einem bevorzugten Beispiel sind die ein oder mehreren Umfeldsensoren eingerichtet, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld vor der Front des Ego- Fahrzeugs zu erfassen. Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug, insbesondere durch Zurücksetzen, auf die Front des Ego-Fahrzeugs auffahren könnte. So kann in zuverlässiger Weise ein durch ein anderes Fahrzeug an der Front des Ego- Fahrzeugs bewirkter Auffahrunfall vermieden werden.

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu erkennen, dass das andere Fahrzeug einen Rückwärtsgang eingelegt hat (z.B. aufgrund einer Rückleuchte des anderen Fahrzeugs). Es kann dann basierend darauf bestimmt werden, dass das andere Fahrzeug durch Zurücksetzen auf die Front des Ego- Fahrzeugs auffahren könnte. Durch das Erkennen des eingelegten

Rückwärtsgangs kann besonders frühzeitig ein drohender Auffahrunfall erkannt werden. Somit kann der Schutz des Ego-Fahrzeugs weiter erhöht werden.

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein (bei Erkennen eines drohenden

Auffahrunfalls an der Front des Ego-Fahrzeugs), eine Leuchte an der Front des Fahrzeugs zu aktivieren, um einen Wamhinweis an den Fahrer des anderen Fahrzeugs zu generieren. So kann der Fahrer des (zurücksetzenden) anderen Fahrzeugs in zuverlässiger Weise gewarnt werden.

Alternativ oder ergänzend können die ein oder mehreren Umfeldsensoren eingerichtet sein, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld an einer Seite, insbesondere an einer Beifahrer- und/oder an einer Fahrerseite, des Ego- Fahrzeugs zu erfassen. Die Steuereinheit kann dann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug, insbesondere durch Zurücksetzen, auf die Seite des Ego-Fahrzeugs auffahren könnte. So kann in zuverlässiger Weise ein durch ein anderes Fahrzeug an einer Seite des Ego- Fahrzeugs bewirkter Auffahrunfall vermieden werden. Alternativ oder ergänzend können die ein oder mehreren Umfeldsensoren eingerichtet sein, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld an dem Heck des Ego- Fahrzeugs zu erfassen. Die Steuereinheit kann dann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu bestimmen, dass das andere Fahrzeug auf das Heck des Ego- Fahrzeugs auffahren könnte. So kann in zuverlässiger Weise ein durch ein anderes Fahrzeug an dem Heck des Ego-Fahrzeugs bewirkter Auffahrunfall vermieden werden.

Die Steuereinheit kann eingerichtet ist, das drohende Auffahren des anderen Fahrzeugs zu erkennen, und den anderen Fahrer des anderen Fahrzeugs zu warnen, auch dann, wenn das Ego-Fahrzeug steht, parkt oder abgestellt ist. Es kann somit ein Schutz des Ego-Fahrzeugs bewirkt werden, auch dann, wenn das Ego-Fahrzeug ggf. nicht aktiv an dem Verkehrsgeschehen teilnimmt. Ggf. kann auch dann ein Schutz bereitgestellt werden, wenn sich kein Insasse in dem

Fahrzeug befindet (wie z.B. wenn das Ego-Fahrzeug auf einem Parkplatz abgestellt ist).

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, Daten, insbesondere zumindest einen Teil der Umfelddaten, in Bezug auf das drohende Auffahren des anderen

Fahrzeugs (z.B. ein Video, Daten in Bezug auf die Position des Ego-Fahrzeug, etc.) zu speichern und/oder einer Fahrzeug-externen Einheit bereitzustellen. So kann die Begleichung von Unfallschäden vereinfacht werden.

Die Steuereinheit kann eingerichtet sein, in Reaktion darauf, dass bestimmt wurde, dass das andere Fahrzeug auf das Ego-Fahrzeug auffahren könnte, automatisch ein Ausweichmanöver des Ego-Fahrzeugs zu bewirken, um dem drohenden Auffahrunfall auszuweichen. So kann die Sicherheit des Ego- Fahrzeugs weiter erhöht werden.

Alternativ oder ergänzend kann die Steuereinheit eingerichtet sein, in Reaktion darauf, dass bestimmt wurde, dass das andere Fahrzeug auf das Ego-Fahrzeug auffahren könnte, ein oder mehrere Schutzmaßnahmen zu veranlassen, um eine Auswirkung des drohenden Auffahrunfalls auf das Ego-Fahrzeug und/oder auf einen Insassen des Ego-Fahrzeugs zu reduzieren. Beispielhafte Schutzmaßnahmen sind das Bewirken einer Gutstraffung und/oder das Aktivieren und/oder das Konditionieren eines Airbags. So kann die Sicherheit des Ego-Fahrzeugs weiter erhöht werden.

Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein (Straßen-) Kraftfahrzeug (insbesondere ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen oder ein Bus oder ein Motorrad) beschrieben, das die in diesem Dokument beschriebene Steuereinheit umfasst.

Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein (Computer-implementiertes) Verfahren zum Schutz eines Ego-Fahrzeugs vor einem Auffahrunfall beschrieben. Das Ego- Fahrzeug umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren, die eingerichtet sind, Umfelddaten in Bezug auf ein Umfeld des Ego-Fahrzeugs zu erfassen. Das Verfahren umfasst das Bestimmen, auf Basis der Umfelddaten, dass ein anderes Fahrzeug auf das Ego-Fahrzeug auffahren könnte. Des Weiteren umfasst das Verfahren, in Reaktion darauf, das Bewirken eines Warnhinweises an einen Fahrer des anderen Fahrzeugs.

Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Software (SW) Programm beschrieben. Das SW Programm kann eingerichtet werden, um auf einem Prozessor (z.B. auf einem Steuergerät eines Fahrzeugs) ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem Dokument beschriebene Verfahren auszuführen.

Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Speichermedium beschrieben. Das Speichermedium kann ein SW Programm umfassen, welches eingerichtet ist, um auf einem Prozessor ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem

Dokument beschriebene Verfahren auszuführen. Es ist zu beachten, dass die in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme sowohl alleine, als auch in Kombination mit anderen in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen verwendet werden können. Des Weiteren können jegliche Aspekte der in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden. Insbesondere können die Merkmale der Ansprüche in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden.

Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen

Figuren la undlb beispielhafte Verkehrs Situationen an einer Straßenkreuzung; Figur lc beispielhafte Komponenten eines Fahrzeugs; und

Figur 2 ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften Verfahrens zur Vermeidung eines Auffahrunfalls.

Wie eingangs dargelegt, befasst sich das vorliegende Dokument damit, in zuverlässiger Weise eine Kollision zwischen unterschiedlichen Fahrzeugen zu vermeiden (auch dann, wenn einer der beiden Fahrzeuge eine relativ beschränkte Umfelderfassung aufweist). In diesem Zusammenhang zeigen Figuren la und lb beispielhafte Verkehrs Situationen an einer Kreuzung 101.

Fig. la zeigt eine Situation, bei der ein Vorder-Fahrzeug 120 auf der Kreuzung 101 und das Ego-Fahrzeug 110 auf der Fahrbahn 100 an der Kreuzung 101 stehen. Der Fahrer des Vorder-Fahrzeug s 120 erkennt, dass er die Kreuzung 101 nicht überqueren kann (z.B. weil die relevante Ampel für das Vorder-Fahrzeug 120 auf rot gewechselt hat). Als Folge daraus entscheidet sich der Fahrer des Vorder- Fahrzeugs 120 dazu, im Rückwärtsgang von der Kreuzung 101 zurück zu der Fahrbahn 100 zu fahren (dargestellt durch den Pfeil). Da das Ego-Fahrzeug 110 auf der Fahrbahn 100 steht, könnte es durch das Zurücksetzen des Vorder- Fahrzeugs 120 zu einem frontseitigen Auffahrunfall auf dem Ego-Fahrzeug 110 kommen (der von dem Vorder-Fahrzeug 120 verursacht wird). Fig. lb zeigt eine Situation, bei der das Ego-Fahrzeug 110 auf einer Kreuzung 101 steht. Der Fahrer des Folge-Fahrzeugs 120 möchte auch auf die Kreuzung 101 fahren und sieht ggf. das Ego-Fahrzeug 110 nicht (z.B. da das Ego-Fahrzeug 110 zumindest teilweise von der A-Säule des Folge-Fahrzeugs 120 verdeckt ist). Es kann dann zu einem heckseitigen Auffahrunfall des Folge-Fahrzeugs 120 auf dem Ego-Fahrzeug 110 kommen.

In den Figuren la und lb sind Situationen beschrieben, bei denen das Ego- Fahrzeug 110 steht, und es dennoch zu einer Kollision mit einem anderen

Fahrzeug 120 kommt (das keine ausreichende Fahrerassistenzsysteme aufweist, um den Fahrer des Fahrzeugs 120 vor der Kollision zu warnen).

Fig. lc zeigt beispielhafte Komponenten des Ego-Fahrzeugs 110. Das Ego- Fahrzeug 110 umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren 112, die eingerichtet sind, Umfelddaten (d.h. Sensordaten) in Bezug auf das Umfeld des Ego- Fahrzeugs 110 zu erfassen. Beispielhafte Umfeldsensoren 112 sind eine

Bildkamera, ein Radarsensor, ein Lidarsensor, ein Ultraschallsensor, etc. Die ein oder mehreren Umfeldsensoren 112 können eingerichtet sein, Umfelddaten in Bezug auf den Frontbereich vor dem Ego-Fahrzeug 110 und/oder in Bezug auf den Heckbereich hinter dem Ego-Fahrzeug 110 und/oder in Bezug auf einen Seitenbereich neben dem Ego-Fahrzeug 110 zu erfassen.

Eine Steuereinheit 111 des Ego-Fahrzeugs 110 kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten zu detektieren, dass sich ein anderes Fahrzeug 120 auf einem Kollisionskurs mit dem Ego-Fahrzeug 110 befindet. Insbesondere kann detektiert werden, dass ein anderes Fahrzeug 120 dabei ist, auf die Front des Ego-Fahrzeugs 110 oder auf das Heck des Ego-Fahrzeugs 110 oder auf eine Seite des Ego- Fahrzeugs 110 aufzufahren (auch wenn das Ego-Fahrzeug 110 stillsteht). In Reaktion darauf kann die Steuereinheit 111 des Ego-Fahrzeugs 110 ein oder mehrere Signalisierungseinheiten bzw. Signalgeber 113 des Ego-Fahrzeugs 110 veranlassen, den Fahrer des anderen Fahrzeugs 120 und/oder das andere Fahrzeug 120 vor der drohenden Kollision zu warnen. Die ein oder mehreren

Signalisierungseinheiten 113 können eingerichtet sein,

• ein optisches oder akustisches Signal an das andere Fahrzeug 120 zu

senden (z.B. mittels eines Scheinwerfers und/oder mittels einer

Rückleuchte und/oder mittels einer Hupe); und/oder

• eine Car-to-Car Kommunikationsnachricht an das andere Fahrzeug 120 zu senden.

Des Weiteren kann die Steuereinheit 111 eingerichtet sein, ein oder mehrere Aktoren 114 des Ego-Fahrzeugs 110 zu betreiben, um den Fahrer des Ego- Fahrzeugs 110 vor der drohenden Kollision zu warnen und/oder um die Sicherheit des Fahrers des Ego-Fahrzeugs 110 zu erhöhen. Beispielsweise kann ein optisches, haptisches und/oder akustisches Warnsignal bewirkt werden. Alternativ oder ergänzend kann der Sicherheitsgut der ein oder mehreren Insassen des Ego- Fahrzeugs 110 gestrafft werden, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Die Steuereinheit 111 kann eingerichtet sein (z.B. in der in Fig. la dargestellten Situation), auf Basis der Umfelddaten von ein oder mehreren Umfeldsensoren 112 (die eingerichtet sind, einen Bereich vor der Front des Ego-Fahrzeugs 110 zu erfassen) zu detektieren, dass ein Vorder-Fahrzeug 120 vor dem Ego-Fahrzeug 110 zurücksetzt, und mit der Front des Ego-Fahrzeugs 110 kollidieren könnte. In Reaktion darauf können ein oder mehreren Maßnahmen bewirkt werden, um die Kollision zu verhindern und/oder um eine Konsequenz der Kollision abzumildem. Insbesondere können ein Front- Schweinwerf er und/oder eine Hupe des Ego- Fahrzeugs 110 aktiviert werden, um den Fahrer des Vorder-Fahrzeugs 120 zu warnen. Alternativ oder ergänzend kann eine Schutzmaßnahme für den Fahrer des Ego-Fahrzeugs 110 bewirkt werden. Alternativ oder ergänzend kann die Steuereinheit 111 eingerichtet sein, (z.B. in der in Fig. lb dargestellten Situation), auf Basis der Umfelddaten von ein oder mehreren Umfeldsensoren 112 (die eingerichtet sind, einen Bereich hinter dem Heck des Ego-Fahrzeugs 110 zu erfassen) zu detektieren, dass ein Folge-Fahrzeug 120 hinter dem Ego-Fahrzeug 110 fährt, und mit dem Heck des Ego-Fahrzeugs

110 kollidieren könnte. In Reaktion darauf können ein oder mehreren Maßnahmen bewirkt werden, um die Kollision zu verhindern und/oder um eine Konsequenz der Kollision abzumildern. Insbesondere können eine Rückleuchte und/oder eine Hupe des Ego-Fahrzeugs 110 aktiviert werden, um den Fahrer des Folge - Fahrzeugs 120 zu warnen. Alternativ oder ergänzend kann eine Schutzmaßnahme für den Fahrer des Ego-Fahrzeugs 110 bewirkt werden.

Es wird somit ein Ego-Fahrzeug 110 beschrieben, das ausgebildet ist, auch im stehenden Zustand die Umfeldsensorik 112 des Ego-Fahrzeugs 110 zu nutzen, um ein anderes Fahrzeug 120 zu detektieren, dass sich auf das Ego-Fahrzeug 110 zu bewegt. Das andere Fahrzeug 120 kann dann mit einer vorhandenen

Signalisierung des Ego-Fahrzeugs 110 vor einer möglichen Kollision gewarnt werden. Ggf. kann das Ego-Fahrzeug 110 (falls möglich) automatisch der Kollision ausweichen und/oder das Ego-Fahrzeug 110 kann sich auf die Kollision vorbereiten. Des Weiteren kann das Fahrzeug 110 ausgebildet sein, automatisch eine Bildkamera 112 (und/oder ein oder mehreren weitere Umfeldsensoren 112) zu betreiben, um ein Video in Bezug auf die Fahrsituation und die mögliche Kollision aufzuzeichnen.

Es wird eine Situation beschrieben, bei der ein Ego-Fahrzeug 110 z.B. hinter oder vor einem anderen Fahrzeug 120 an einer Kreuzung 101, an einer Ampel und/oder auf einem Parkplatz steht. Das andere Fahrzeug 120 bewegt sich unerwartet von vome bzw. von hinten auf das Ego-Fahrzeug 110 zu. Das Ego-Fahrzeug 110 umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren 112, die es dem Ego-Fahrzeug 110 ermöglichen, den Abstand und/oder die Bewegung des anderen Fahrzeugs 120 zu erfassen (z.B. mittels PDC (Park Distance Control), Radar, Kamera in Frontrichtung und/oder Rückrichtung). Alternativ oder ergänzend kann auf Basis der Umfelddaten erkannt werden, dass das andere Fahrzeug 120 den

Rückwärtsgang einlegt (z.B. durch Erkennen des entsprechenden Rücklichts am anderen Fahrzeug 120).

Das Ego-Fahrzeug 110 kann ausgebildet sein, auf Basis der Umfelddaten (z.B. unter Verwendung eines Machine-Learning Modells, einen Auffahrunfall mit dem anderen Fahrzeug 120 zu prädizieren. In Reaktion darauf kann das Ego-Fahrzeug 110 den Fahrer des anderen Fahrzeugs 120 warnen (z.B. durch Aktivieren von ein oder mehreren Leuchten, z.B. Lichthupe, Bremslichter etc., und/oder durch die Generierung von ein oder mehreren Tönen, z.B. Hupe, Diebstahlwarn-Signal etc.). Alternativ oder ergänzend kann das Ego-Fahrzeug 110 ausgebildet sein, den Fahrer des Ego-Fahrzeugs 110 zu warnen. Alternativ oder ergänzend kann das Ego-Fahrzeug 110 ausgebildet sein, (falls möglich) automatisch einen

Ausweichvorgang durchzuführen (z.B. falls der Fahrer des anderen Fahrzeugs 120 nicht reagiert). Alternativ oder ergänzend kann das Ego-Fahrzeug 110 ausgebildet sein, (z.B. falls ein Ausweichvorgang nicht möglich ist) das Ego-Fahrzeug 110 auf die Kollision vorzubereiten, z.B. durch Gurtstraffung, Airbags etc. Alternativ oder ergänzend kann das Ego-Fahrzeug 110 ausgebildet sein, den Vorgang zu dokumentieren, z.B. per Video z.B. per Frontkamera, Rückwärtskamera etc. und/oder mit weiterer Sensorik z.B. GPS, Motordrehzahl, Getriebeposition etc.

Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften Verfahrens 200 zum Schutz eines Ego-Fahrzeugs 110 vor einem Auffahrunfall, der durch ein anderes

Fahrzeug 120 (insbesondere ein Vorder-Fahrzeug oder ein Folge-Fahrzeug) bewirkt werden könnte. Das Verfahren 200 kann durch eine Steuereinheit 111 des Ego-Fahrzeugs 110 ausgeführt werden. Das Ego-Fahrzeug 110 umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren 112, die eingerichtet sind, Umfelddaten in Bezug auf das Umfeld des Ego-Fahrzeugs 110 (insbesondere vor oder hinter oder seitlich zu dem Ego-Fahrzeug 110) zu erfassen. Das Verfahren 200 umfasst das Bestimmen 201, auf Basis der Umfelddaten, dass ein anderes Fahrzeug 120 auf das Ego-Fahrzeug 110 auffahren könnte. Des Weiteren umfasst das Verfahren 200, in Reaktion darauf, das Bewirken 202 eines Warnhinweises an den Fahrer des anderen Fahrzeugs 120. Durch das Ausgeben eines Warnhinweise kann die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht werden, dass der Fahrer des anderen Fahrzeugs 120 den drohenden Auffahrunfall bemerkt und vermeidet. Folglich kann das Ego-Fahrzeug 110 vor einem drohenden

Auffahrunfall geschützt werden. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere ist zu beachten, dass die Beschreibung und die Figuren nur das Prinzip der vorgeschlagenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme veranschaulichen sollen.