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Title:
SELECTIVE POSTEXPOSURE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/201498
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for providing control data for an additive manufacture device, having: a first step (S1) of accessing model data: a second step (S2) of generating a data model in which a construction material layer region (51) to be solidified during the production of an object section is specified for a construction material layer, wherein the region (51) to be solidified is divided into a first sub-region (51a) and a second sub-region (51b), and a respective solidification scan of the region (51) locations to be solidified is specified in a data model, said scan solidifying the construction material, and a repeated scan is specified at the locations of the second sub-region (51b) but not at the locations of the first sub-region (51a), the energy input parameter during the repeat scan being measured such that the temperature of the construction material lies above a melting temperature; and a third step (S3) of providing data models generated in the second step (S2) as control data for integrating into a control data set.

Inventors:
PATERNOSTER, Stefan (Pähler-Hart-Str. 2, Andechs, 82346, DE)
Application Number:
EP2019/054945
Publication Date:
October 24, 2019
Filing Date:
February 28, 2019
Export Citation:
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Assignee:
EOS GMBH ELECTRO OPTICAL SYSTEMS (Robert-Stirling-Ring 1, Krailling, 82152, DE)
International Classes:
B29C67/00; B22F3/105; B29C64/386; B29C64/393; B33Y50/02
Domestic Patent References:
WO2008145316A22008-12-04
WO1996006881A21996-03-07
Foreign References:
FR2987293A12013-08-30
EP3305444A12018-04-11
US6136948A2000-10-24
Attorney, Agent or Firm:
PRÜFER & PARTNER MBB PATENTANWÄLTE RECHTSANWÄLTE (Sohnckestr. 12, München, 81479, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Computergestütztes Verfahren zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine ad- ditive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objek- ten, wobei die Objekte mittels der additiven Fertigungsvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Eintra- gen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet,

wobei das Verfahren zur Bereitstellung von Steuerdaten aufweist:

einen ersten Schritt (S1) des Zugriffs auf computerbasierte Modelldaten einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von herzustellenden Objekten,

einen zweiten Schritt (S2), in dem eine Anzahl von Datenmodellen generiert wird, in denen jeweils für eine Aufbaumaterialschicht ein während der Herstellung der Anzahl von Abschnitten zu verfestigender Bereich (51) der Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist,

wobei der zu verfestigende Bereich (51) in einen ersten Teilbereich (51a) und einen zweiten Teilbereich (51 b) unterteilt ist,

wobei in einem Datenmodell jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich (51) mittels der Energieeintragseinrichtung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbereichs (51 b), nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs (51a), eine Wiederholungs- Abtastung mit zumindest einem Strahlbündel spezifiziert ist, wobei die Energieein- tragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber, und einen dritten Schritt (S3), in dem im zweiten Schritt (S2) generierte Datenmodelle als Steuerdaten für die Integration in einen Steuerdatensatz der additiven Her- stellvorrichtung bereitgestellt werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem in dem Steuerdatensatz für mindestens eine Aufbaumaterialschicht eine vom Aufbaumaterial abhängige, bevorzugt einstellba- re, Wartezeit spezifiziert ist, die nach der Abtastung aller in dem zugehörigen Daten- modell spezifizierten Stellen in dem zu verfestigenden Bereich (51) abgewartet wird, bevor die Materialauftragseinrichtung zum Auftrag einer weiteren Aufbaumaterial- schicht angesteuert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem im zweiten Schritt (S2) die Unterteilung in einen ersten Teilbereich (51 a) und einen zweiten Teilbereich (51 b) so erfolgt, dass der zweite Teilbereich (51b) all jene zu verfestigenden Stellen enthält, an denen eine Zeitdifferenz zwischen dem Zeitpunkt der Verfestigungs-Abtastung der jeweiligen Stelle und dem Ende der Wartezeit eine Minimalzeit unterschreitet.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem im zweiten Schritt die Unterteilung des zu verfestigenden Bereichs (51) in einen ersten Teilbereich (51a) und einen zweiten Teilbereich (51b) dergestalt erfolgt, dass bei der Verfestigungs- Abtastung Stellen in dem zweiten Teilbereich (51 b) zeitlich nach Stellen in dem ersten Teilbereich (51a) abgetastet werden.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Energieein- tragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass der Energieeintrag pro Flächeneinheit mehr als 25%, bevorzugter mehr als 30%, noch bevorzugter mehr als 40% und/oder weniger als 60%, bevorzugter weniger als 55%, noch bevorzugter weniger als 50% des Energieeintrags pro Flächeneinheit bei der Verfestigungs-Abtastung beträgt.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem für die Wiederholungs-Abtastung eine höhere Abtastgeschwindigkeit bei der Bewegung des zumin- dest einen Strahlbündels über das Aufbaumaterial spezifiziert ist als bei der Verfesti- gungs-Abtastung.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem im zweiten Schritt in mindestens einem Datenmodell der erste Teilbereich (51a) so gewählt wird, dass er auf einer Kontur eines Objektquerschnitts liegt.

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem im zweiten Schritt (S2) der zweite Teilbereich (51 b) so festgelegt wird, dass er innerhalb eines vorgegebenen ausgezeichneten Abschnitts eines Objekts liegt, für den ein Mindest- wert für einen mechanischen Parameter, insbesondere eine Bruchdehnung und/oder eine Dichte und/oder eine Zugfestigkeit und/oder einen Elastizitätsmodul, vorgegeben sind.

9. Additives Herstellverfahren zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei die Objekte hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhal- tigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbauma- terial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Ener- gieeintragsparametern abtastet,

wobei der Ablauf des additiven Herstellverfahrens durch einen Steuerdatensatz gesteuert wird, in den die nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 bereitgestellten Steuerdaten integriert wurden.

10. Vorrichtung zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrich- tung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei die Objekte mittels der additiven Herstellvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftrags- einrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zuge- ordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet,

wobei die Vorrichtung zur Bereitstellung von Steuerdaten aufweist:

eine Datenzugriffseinheit (101), die ausgelegt ist zum Zugriff auf computerba- sierte Modelldaten einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von herzustellenden Ob- jekten,

eine Datenmodell-Generierungseinheit (102), die ausgelegt ist,

eine Anzahl von Datenmodellen zu generieren , in denen jeweils für eine Aufbaumate- rialschicht ein während der Herstellung der Anzahl von Abschnitten zu verfestigender Bereich (51 ) der jeweiligen Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist,

wobei der zu verfestigende Bereich (51) in einen ersten Teilbereich (51a) und einen zweiten Teilbereich (51 b) unterteilt ist,

wobei in einem Datenmodell jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich (51) mittels der Energieeintragseinrichtung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbereichs (51 b), nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs (51 a), eine Wiederholungs- Abtastung mit zumindest einem Strahlbündel spezifiziert ist, wobei die Energieeintragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass die Tem- peratur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber, und eine Steuerdaten-Bereitstellungseinheit (103), die ausgelegt ist, von der Da- tenmodell-Generierungseinheit (102) generierte Datenmodelle als Steuerdaten für die Integration in einen Steuerdatensatz der additiven Herstellvorrichtung bereit zu stellen.

11. Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrich- tung einer additiven Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten mittels derselben,

wobei die Objekte mittels der additiven Herstellvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Eintra- gen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet,

wobei die Vorrichtung so ausgelegt ist, dass

für eine Anzahl von Aufbaumaterialschichten jeweils ein während der Herstel- lung einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von Objekten zu verfestigender Bereich (51) der Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist,

wobei der zu verfestigende Bereich (51) in einen ersten Teilbereich (51a) und einen zweiten Teilbereich (51 b) unterteilt ist,

wobei jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich (51) mittels der Energieeintragseinrich- tung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbereichs (51 b), nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs (51 a), eine Wiederholungs-Abtastung mit zumin- dest einem Strahlbündel spezifiziert ist,

wobei die Energieeintragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so be- messen sind, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbe- reichs des Strahlbündels auf dem Aufbau material oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbauma- terials oder darüber.

12. Additive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei in der additiven Herstellvorrichtung die Objekte hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Eintra- gen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahl- bündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, wobei die additi- ve Herstellvorrichtung aufweist: eine Materialauftragseinrichtung, die geeignet ist, eine Schicht eines Aufbau- materials auf eine bereits vorhandene, bevorzugt bereits selektiv verfestigte, Aufbau- materialschicht aufzubringen, und

eine Energieeintragseinrichtung, die geeignet ist, die dem Querschnitt des Ob- jekts in einer Schicht zugeordneten Stellen mit mindestens einem Strahlbündel abzu- tasten,

wobei die additive Herstellvorrichtung eine Vorrichtung nach Anspruch 11 auf- weist und/oder mit einer Vorrichtung nach Anspruch 11 signaltechnisch verbunden ist.

13. Additive Herstellvorrichtung nach Anspruch 12, weiterhin aufweisend eine Temperiervorrichtung, die ausgelegt ist, bereits mit einem Strahlbündel abgetastetes Aufbaumaterial auf einer Temperatur zu halten, die oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber.

14. Additive Herstellvorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Temperiervorrichtung eine Strahlungsheizung ist, die bevorzugt ausgelegt ist zum flächigen Einträgen von Strahlungsenergie in das Aufbaumaterial in einer Arbeitsebene der additiven Herstell- vorrichtung, in der das Aufbaumaterial mit dem mindestens einen Strahlbündel abge- tastet wird.

15. Computerprogramm, mit Programmcodemitteln, um alle Schritte eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 auszuführen, wenn das Computerprogramm mittels eines Datenprozessors, insbesondere eines mit einer additiven Herstellvorrich- tung zusammenwirkenden Datenprozessors, ausgeführt wird.

Description:
Selektive Nachbelichtung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bereitstellung von Steu- erdaten für eine additive Herstellvorrichtung, ein entsprechend angepasstes additives Herstellverfahren, eine entsprechende Vorrichtung zur Ansteuerung einer Energieein- tragseinrichtung einer additiven Herstellvorrichtung, eine entsprechend angepasste additive Herstellvorrichtung und ein entsprechend angepasstes Computerprogramm.

Additive Herstellvorrichtungen und zugehörige Verfahren sind allgemein dadurch cha- rakterisiert, dass in ihnen Objekte durch Verfestigen eines formlosen Aufbaumaterials Schicht für Schicht hergestellt werden. Die Verfestigung kann beispielsweise durch Zufuhr von Wärmeenergie zum Aufbaumaterial mittels Bestrahlens desselben mit elektromagnetischer Strahlung oder Teilchenstrahlung (z.B. Lasersintern (Selektives Lasersintern oder Direktes Metall-Lasersintern) oder Laserschmelzen oder Elektro- nenstrahlschmelzen) herbeigeführt werden. Beispielsweise beim Lasersintern oder Laserschmelzen wird der Auftreffbereich eines Laserstrahls auf eine Schicht des Auf- baumaterials über jene Stellen der Schicht bewegt, die dem Objektquerschnitt des herzustellenden Objekts in dieser Schicht entsprechen.

Die internationale Offenlegungsschrift WO 2008/145316 A2 nennt verschiedene Prob- leme, die bei einer additiven Herstellung von Objekten, insbesondere einem Laser- sinterverfahren, zu bewältigen sind. Zum einen ist das Verfahren zeitaufwendig, da alle zu verfestigenden Stellen einzeln mit dem Laser angefahren werden müssen. Weiterhin ist ein energiereicher Laser kostspielig in Anschaffung und Wartung.

Schließlich führen hohe Laserenergien dazu, dass aufwändige Kühllösungen für den Laser und die Strahlablenkeinrichtungen gefunden werden müssen. WO 2008/145316 A2 schlägt vor, den für eine verfestigende Abtastung des Aufbaumaterials notwendigen Energiebetrag dadurch zu verringern, dass das Absorptionsvermögen des Auf- baumaterials durch eine Abtastung mit Laserstrahlung vor dem Verfestigen erhöht wird. Insbesondere wird vorgeschlagen, die für eine Verfestigung notwendige Energie dem Aufbaumaterial flächenhaft mittels eines Flächenheizstrahlers zuzuführen.

Die flächenhafte Zufuhr der für eine Verfestigung des Aufbaumaterials notwendigen Energie erlaubt es nur sehr eingeschränkt, den Energieeintrag innerhalb des zu verfestigenden Bereichs zu variieren. Unterschiedliche Objektgeometrien können es aber erforderlich machen, nicht alle Stellen des Objektquerschnitts bei der Verfestigung gleich zu behandeln. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfah- ren und eine Vorrichtung bereit zu stellen, mittels derer bei der additiven Herstellung von Objekten gezielt auf unterschiedliche lokale Erfordernisse eingegangen werden kann.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein computergestütztes Verfahren zur Bereitstellung von Steuerdaten nach Anspruch 1 , ein additives Herstellverfahren nach Anspruch 9, eine Vorrichtung zur Bereitstellung von Steuerdaten nach Anspruch 10, eine Vorrich- tung zur Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung nach Anspruch 11 , eine additi- ve Herstellvorrichtung nach Anspruch 12 und ein Computerprogramm nach Anspruch 15. Weiterbildungen der Erfindung werden in den abhängigen Ansprüchen bean- sprucht. Insbesondere kann eine erfindungsgemäße Vorrichtung auch durch unten- stehende bzw. in den abhängigen Ansprüchen ausgeführte Merkmale der erfindungs- gemäßen Verfahren weitergebildet sein und umgekehrt. Ferner können die im Zu- sammenhang mit einer Vorrichtung beschriebenen Merkmale auch zur Weiterbildung einer anderen erfindungsgemäßen Vorrichtung benutzt werden, selbst wenn dies nicht explizit angegeben wird. Ein erfindungsgemäßes computergestütztes Verfahren zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei die Objekte mittels der additiven Fertigungsvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, weist auf:

einen ersten Schritt des Zugriffs auf computerbasierte Modelldaten einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von herzustellenden Objekten,

einen zweiten Schritt, in dem eine Anzahl von Datenmodellen generiert wird, in denen jeweils für eine Aufbaumaterialschicht ein während der Herstellung der Anzahl von Abschnitten zu verfestigender Bereich der Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist, wobei der zu verfestigende Bereich in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich unterteilt ist,

wobei in einem Datenmodell jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich mittels der Energieeintragseinrichtung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbereichs, nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs, eine Wiederholungs- Abtastung mit zumindest einem Strahlbündel spezifiziert ist, wobei die Energieeintragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber, und

einen dritten Schritt, in dem im zweiten Schritt generierte Datenmodelle als Steuerdaten für die Integration in einen Steuerdatensatz der additiven Herstellvorrichtung bereitgestellt werden. Additive Herstellvorrichtungen und -verfahren, auf die sich die vorliegende Erfindung bezieht, sind insbesondere solche, bei denen Energie als elektromagnetische Strahlung oder Teilchenstrahlung selektiv einer Schicht des Aufbaumaterials zugeführt wird. Die Strahlung trifft dabei in einer Arbeitsebene auf das Aufbaumaterial, die in der Re- gel eine Ebene ist, in der die Oberseite (also die der Energieeintragseineinrichtung zugewandte Seite) der Schicht liegt, welcher die Energie zugeführt wird. Hierbei kann eine Energieeintragseinrichtung beispielsweise einen Laser oder eine Elektronen- strahlquelle aufweisen, wobei ein Laser aufgrund des verwendeten Aufbaumaterials im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt ist. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf Verfahren und Vorrichtungen, bei denen dem Aufbaumaterial mittels Strahlung Wärme zugeführt wird, wie z.B. das Lasersintern oder Laserschmelzen bzw. Elektronenstrahlschmelzen.

Wenn in dieser Anmeldung von unterhalb oder oberhalb eines Ob- jekt(abschnitts)querschnitts vorhandenen Schichten die Rede ist, dann bezieht sich diese Richtungsangabe auf eine Richtung, die im Wesentlichen senkrecht auf den Schichtebenen steht bzw. senkrecht zur Arbeitsebene liegt. Der Begriff "im Wesentlichen" bringt hier zum Ausdruck, dass die Schichtdicke in manchen Fällen nicht einheitlich sein kann, z. B. die Schichtdicke sich über den Objektquerschnitt hinweg än dern kann. Es wird in diesem Zusammenhang angenommen, dass untenliegende Schichten zeitlich vor den darüberliegenden Schichten aufgetragen werden und daher unterhalb der darüberliegenden Schichten angeordnet sind.

Es sei an dieser Stelle auch bemerkt, dass mittels einer additiven Herstellvorrichtung nicht nur ein Objekt, sondern auch mehrere Objekte gleichzeitig hergestellt werden können. Wenn in der vorliegenden Anmeldung von der Herstellung eines Objekts die Rede ist, dann versteht es sich, dass die jeweilige Beschreibung in gleicher weise auch auf additive Herstellverfahren und -Vorrichtungen anwendbar ist, bei denen mehrere Objekte gleichzeitig hergestellt werden.

Als Steuerdatensatz (oft auch als Steuerbefehlssatz bezeichnet) wird hier eine Abfolge von Anweisungen angesehen, Schichten des Aufbaumaterials nacheinander aufzu- tragen und Bereiche der jeweiligen Schichten, die dem Querschnitt eines oder mehre- rer herzustellender Objekt(abschnitt)e entsprechen, mit Strahlung abzutasten, um das Aufbaumaterial zu verfestigen.

Im Detail basiert ein Steuerdatensatz auf einem computerbasierten Modell des oder der herzustellenden Objekte bzw. Objektabschnitte, bevorzugt einem CAD-Modell.

Der Steuerdatensatz legt für Aufbaumaterialschichten während der additiven Herstellung von Objekten die Stellen fest, an denen durch Strahlungszufuhr eine Verfesti- gung des Aufbaumaterials bewirkt werden soll. Optional wird auch die Dicke der jeweiligen Aufbaumaterialschicht vorgegeben. Ein Steuerdatensatz kann darüberhinaus noch herstellvorrichtungsspezifische Informationen, beispielsweise bezüglich der Lage und Orientierung der Objekte in der additiven Herstellvorrichtung oder aber bezüglich eines Durchmessers eines Auftreffbereichs eines Strahl(bündel)s auf dem Aufbaumaterial enthalten. Oftmals enthält ein Steuerdatensatz auch zur Steuerung einer Energieeintragseinrichtung erforderliche Daten, durch welche z.B. die Strahlungsleistung pro Flächeneinheit und/oder die Verfahrgeschwindigkeit des Strahlbündels über das Aufbaumaterial und/oder ein Bestrahlungsmuster festgelegt werden. Hier wird der Begriff "Strahlbündel" anstelle von "Strahl" verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, dass der Durchmesser des Auftreffbereichs der Strahlung auf dem Aufbaumaterial nicht notwendigerweise sehr klein sein muss, sondern auch eine größere Fläche einnehmen kann, insbesondere wenn die Strahlung schräg auf das Aufbaumaterial auftrifft oder aber Strahlung verwendet wird, die beim Auftreffen auf das Aufbaumaterial bewusst einen größeren Flächenbereich abdecken soll (beispielsweise wenn ein Zeilenbelichter zum Einsatz kommt).

Auf eine einzelne Schicht bezogene Steuerdaten werden im Folgenden auch als Schichtdatensatz bezeichnet. In der vorliegenden Anmeldung wird insbesondere angenommen, dass ein Schichtdatensatz ein Datenmodell von während des Herstellungsverfahrens zu verfestigenden Stellen eines Querschnitts eines oder mehrerer Objekt(abschnitt)e enthält. Solch ein Datenmodell wird in der Regel durch Zerlegen eines CAD-Modells der jeweiligen herzustellenden Objekt(abschnitt)e in Schichten erzeugt (im Fachjargon als Slicing bezeichnet). Es ist aber auch denkbar, eine zwei- dimensionale Repräsentation des/der in einer Schicht mittels eines oder mehrerer Strahlenbündel zu verfestigenden Objektquerschnitts/Objektquerschnitte auf anderweitige Weise aus dem computerbasierten CAD-Modell des Objekts/der Objekte zu extrahieren.

In dem Schichtdatensatz sind einem Querschnitt durch eines oder mehrere Objekte entsprechende Stellen, die in der zugehörigen Aufbaumaterialschicht zu verfestigen sind, spezifiziert. Darüber hinaus können noch weitere Informationen hinsichtlich der Herstellung des Objektquerschnitts bzw. der Objektabschnittsquerschnitte enthalten sein, insbesondere die zeitliche Reihenfolge, in der einem Ob- jekt(abschnitts)querschnitt entsprechende Stellen zu verfestigen sind, also eine Scanlinie bzw. eine Abtastspur, entlang derer verfestigt werden soll. Weiterhin können auch z. B. die Schichtdicke oder Bestrahlungsparameterwerte, wie beispielsweise der Durchmesser oder die Verfahrgeschwindigkeit eines Auftreffbereichs eines Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial, etc. spezifiziert sein. Es sei betont, dass es Fälle gibt, in denen sich ein Schichtdatensatz nicht auf einen kompletten Objektquerschnitt bezieht, sondern nur auf einen Teil desselben.

Bei den computerbasierten Modelldaten kann es sich beispielsweise um ein Modell eines oder mehrerer herzustellender Objektabschnitte handeln, das z. B. als CAD- Modell oder konvertiert in das STL-Format vorliegt, und noch keine Informationen über die Zerlegung in Schichten für eine schichtweise Herstellung enthält. Denkbar ist auch ein Vorliegen der Modelldaten in einer GML(Generative Modelling Language)- Beschreibung. Alternativ kann es sich bei den Modelldaten um eine Anzahl von Schichtdatensätzen handeln, von denen jeder ein Datenmodell eines während der Herstellung selektiv zu verfestigenden Bereichs einer Aufbaumaterialschicht aufweist, der einem Querschnitt des Objektabschnitts/der Objektabschnitte entspricht. An dieser Stelle sei vermerkt, dass in der vorliegenden Anmeldung der Begriff "Anzahl" stets im Sinne von "ein oder mehrere" zu verstehen ist. Ferner sei bemerkt, dass der Begriff "Objektabschnitt" sich nicht notwendigerweise nur auf einen Teil eines herzustellenden Objekts beziehen muss, sondern auch das ganze herzustellende Objekt umfassen kann. Ein Zugriff auf die Modelldaten kann so aussehen, dass die Modelldaten aus einem Speicher ausgelesen werden oder aber über ein Netzwerk entgegengenommen werden. Dabei müssen die Modelldaten eines gesamten Objektabschnitts nicht zwangsläufig auf einmal eingelesen werden. Es ist auch möglich, dass es einen größeren zeitlichen Abstand zwischen den Zugriffsvorgängen auf Teile der Modelldaten gibt, beispielsweise Teile der Modelldaten jeweils bei Bedarf während eines Herstellungs- Vorgangs eines Objektabschnitts aus einem Speicher (auf den z.B. auch von Seiten der additiven Herstellvorrichtung aus zugegriffen werden kann) eingelesen werden und ein erzeugtes Datenmodell dann während des Herstellungsvorgangs in den Steu- erdatensatz integriert wird. Eine additive Herstellvorrichtung kann also unter Zugrundelegung des erfindungsgemäßen Verfahrens den Steuerdatensatz für ihre Ansteuerung selbst generieren/abändern.

Insbesondere wenn die Modelldaten, auf die im ersten Schritt zugegriffen wird, bereits eine Anzahl von Schichtdatensätzen aufweisen, kann die Generierung zumindest eines Datenmodells im zweiten Schritt in der Abänderung einer bereits in den Modelldaten vorhandenen Anzahl von Datenmodellen bestehen. Andernfalls kann ein Datenmodell einer Aufbaumaterialschicht (bzw. eines Teils davon) erstmalig im zweiten Schritt erzeugt werden.

Durch die Erzeugung eines Datenmodells im zweiten Schritt ist jeder in der zugehörigen Aufbaumaterialschicht zu verfestigenden Stelle der Anzahl von Abschnitten der Anzahl von Objekten ein Wert zumindest eines Energieeintragsparameters zugewiesen. Mögliche Energieeintragsparameter in dem Satz von Energieeintragsparametern sind die Energiedichte, also die Strahlungsenergiemenge pro Flächeneinheit eines auf das Aufbaumaterial zur Verfestigung desselben gerichteten Strahlbündels, die Aus- gangsleistung der Strahlungsquelle, die zur Erzeugung des Strahlbündels dient (z. B. einer (Pump-)Laserquelle), die Strahlungsintensität in einem auf das Aufbaumaterial zur Verfestigung desselben gerichteten Strahlbündel, die lokale Verteilung der Energie pro Flächeneinheit oder Strahlungsleistung pro Flächeneinheit innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial, die Bewegungsgeschwindigkeit eines Strahlbündels über das Aufbaumaterial, die Häufigkeit des Energieeintrags an einer Stelle, bei Verwendung eines Lasers als Strahlungsquelle die Pulsdauer und/oder -frequenz der Laserpulse, die Größe und Gestalt des Strahlungsauftreffbereichs auf dem Aufbaumaterial, etc. Ferner ist ein weiterer Energieeintragsparameter der Abstand zwischen zwei Stellen innerhalb einer Schicht, an denen Energie zeitlich aufeinanderfolgend eingetragen wird. Je kürzer der Abstand ist, desto größer ist die gegenseitige Beeinflussung der beiden Stellen.

Bei der im zweiten Schritt spezifizierten Verfestigungs-Abtastung wird dem Aufbauma- terial so viel Energie zugeführt, dass sich durch die resultierende Aufheizung des Aufbaumaterials die Bestandteile des Aufbaumaterials (beispielsweise Pulverkörner) miteinander verbinden und das Aufbaumaterial nach einer Abkühlung als Festkörper vorliegt. Bevorzugt wird infolge der Energiezufuhr eine Schmelztemperatur des Aufbaumaterials überschritten, wodurch der herzustellende Festkörper eine hohe mechanische Stabilität aufweist. Dabei sei erwähnt, dass insbesondere bei Aufbaumaterialien, die nur in teilkristalliner Form vorliegen, der Schmelzvorgang innerhalb eines Temperaturintervalls (dem Schmelzintervall) stattfindet. In der Regel gilt, dass die mechanischen Eigenschaften der hergestellten Objekte umso besser sind, je höher die Temperatur bei der Abtastung liegt. Daher werden die Energieeintragsparameter bei der Verfestigungs-Abtastung so bemessen, dass die Temperatur des Aufbaumaterials zumindest innerhalb, bevorzugt jedoch oberhalb, eines vorhandenen Schmelzintervalls liegt.

Bei der Wiederholungs-Abtastung sind die Energieeintragsparameter so bemessen, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt. Falls das Aufbaumaterial anstelle eines exakten Schmelzpunkts ein

Schmelzintervall aufweist, dann sollte bei der Wiederholungs-Abtastung die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs zumindest oberhalb der unteren Grenztemperatur des Schmelzintervalls liegen. Insbesondere können auch bei der Wiederholungs-Abtastung die Energieeintragsparameter so bemessen werden, dass die Temperatur des Aufbaumaterials oberhalb eines vorhandenen Schmelzintervalls liegt.

Eine Schmelztemperatur bzw. ein Schmelzintervall sind in der Regel für ein bestimm- tes Aufbaumaterial bekannt. Die Kenntnis der Schmelztemperatur bzw. ein Schmelzin- tervall des verwendeten Aufbaumaterials sind notwendig, um das Prozessfenster für die additive Herstellung festlegen zu können. Beispielsweise beim selektiven Laser- sintern (SLS) wird dieses Prozessfenster auch als Sinterfenster bezeichnet. Das Sin- terfenster wird dabei normalerweise definiert als Temperaturbereich zwischen der On- set-Temperatur des Schmelzvorgangs beim Aufheizen (Tm 0 n) und der Onset-

Temperatur des Kristallisationsvorgangs beim Abkühlen (Tc 0 n). Für eine weitergehen- de Erläuterung wird hier beispielsweise auf WO 96/06881 A2 oder US 6,136,948 verwiesen. Die Onset-Temperatur des Schmelzvorgangs beim Aufheizen (Tm 0 n) kann dabei als die Temperatur angesehen werden, bei der Schmelzvorgang einsetzt, wäh- rend die Onset-Temperatur des Kristallisationsvorgangs beim Abkühlen (Tc 0 n) als die Temperatur angesehen werden kann, bei der beim Abkühlen eine Kristallisation einsetzt.

Während des Verfestigens des Aufbaumaterials sollte die Temperatur des Aufbauma- terials oberhalb des Prozessfensters bzw. Sinterfensters liegen. Aufgrund der Definition des Sinterfensters ergibt sich damit automatisch, dass die Temperatur des Aufbaumaterials bei einer verfestigenden Bestrahlung oberhalb der Onset-Temperatur des Schmelzvorgangs beim Aufheizen (Tmon) liegen sollte. Das Prozess- bzw. Sinterfenster sollte für eine erfolgreiche Herstellung von Objekten mittels eines additiven Herstellverfahrens bekannt sein. Normalerweise wird die entsprechende Information vom Lieferanten eines Aufbaumaterials bereitgestellt. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann die Bestimmung des Sinterfensters (Prozessfensters) mittels einer thermischen Analyse, insbesondere mittels dynamischer Differenzkalori- metrie (DDK bzw. DSC) geschehen. Das genaue Vorgehen ist in ISO 1 1357-1 und ISO 11357-3 beschrieben. Der Auftreffbereich der Strahlung bzw. des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial kann z.B. als Bereich definiert werden, innerhalb dessen mehr als ein vordefinierter Prozentsatz der maximalen Strahlungsintensität im Strahlbündel auf das Aufbaumate- rial auftrifft. Andererseits kann der Auftreffbereich der Strahlung auch als Bereich der Arbeitsebene angesehen werden, innerhalb dessen die auftreffende Strahlungsleis- tung pro Flächeneinheit zu einer Überschreitung der unteren Grenztemperatur eines vorhandenen Schmelzintervalls des Aufbaumaterials bzw. einer Schmelztemperatur desselben führt. Verschiedene Definitionen sind möglich.

Die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels ist Messungen (z.B. mittels einer IR-Kamera oder eines Pyrometers) zugänglich. An- hand von Vorversuchen mit dem zu verwendenden Aufbaumaterial und/oder der zu verwendenden additiven Herstellvorrichtung kann sichergestellt werden, dass die für die Wiederholungs-Abtastung spezifizierten Energieeintragsparameter dazu führen, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumate- rials liegt.

Die Bereitstellung des im zweiten Schritt erzeugten zumindest einen Datenmodells für die Generierung eines Steuerdatensatzes kann z. B. durch ein Integrieren des zumin- dest einen Datenmodells in einen Steuerdatensatz für die additive Herstellvorrichtung geschehen. Bereitstellen umfasst aber auch ein Weiterleiten des zumindest einen Datenmodells an eine Datenverarbeitungsvorrichtung, welche das zumindest eine Datenmodell in einen Steuerdatensatz integriert, oder ein direktes Weiterleiten an eine additive Herstellvorrichtung. Insbesondere ist es möglich, während eines Herstellvorgangs in der additiven Herstellvorrichtung dieser dynamisch Datenmodelle für noch herzustellende Objekt(abschnitts)querschnitte zur Verfügung zu stellen. Insbesondere müssen erfindungsgemäß erzeugte Datenmodelle nicht einzeln für einen additiven Herstellvorgang bereitgestellt werden. Vielmehr können auch mehrere Datenmodelle zunächst gesammelt und anschließend in ihrer Gesamtheit zur Integration in einen Steuerdatensatz bereitgestellt werden. Es sei noch bemerkt, dass die für die Generierung eines Steuerdatensatzes bereitgestellten Steuerdaten zum einen aus dem im zweiten Schritt erzeugten zumindest ei- nen Datenmodell selbst bestehen können, zum anderen das zumindest eine Datenmodell aber auch entsprechend etwaigen Formatanforderungen für die Integration in den Steuerdatensatz noch aufbereitet werden kann.

Vorzugsweise wird das Verfahren im Zusammenhang mit der additiven Herstellung von Objekten aus einem kunststoffhaltigen, bevorzugt pulverförmigem, Aufbaumaterial angewandt. Das pulverförmige Aufbaumaterial kann beispielsweise mindestens eines der Polymere, das aus der aus folgenden Polymeren gebildeten Gruppe ausgewählt ist, enthalten: Polyetherimide, Polycarbonate, Polyphenylsulfone, Polyphenyloxide, Polyethersulfone, Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisate, Polyacrylate, Polyester, Polyamide, Polyaryletherketone, Polyether, Polyurethane, Polyimide, Polyamidimide, Polyolefine, Polystyrole, Polyphenylsulfide, Polyvinylidenfluoride, Polyamidelastome- re wie Polyetherblockamide sowie Copolymere, welche mindestens zwei verschiede- ne Monomereinheiten der vorgenannten Polymere enthalten. Geeignete Polyesterpo- lymere oder Copolymere können aus der aus Polyalkylenterephtholaten (z.B. PET, PBT) und deren Copolymeren bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Geeignete Polyolefinpolymere oder Copolymere können aus der aus Polyethylen und Polypropy- len bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Geeignete Polystyrolpolymere oder Co- polymere können aus der aus syndiotaktischen und isotaktischen Polystyrolen bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Das pulverförmige Aufbaumaterial kann zusätzlich oder alternativ mindestens ein Polyblend auf der Basis von mindestens zwei der vorgenannten Polymere und Copolymere enthalten. Dabei können mit dem Kunststoff als Matrix auch noch Zusatzstoffe, z.B. Rieselhilfen, Füllstoffe, Pigmente, etc. vorhanden sein.

Indem erfindungsgemäß im zweiten Schritt der zu verfestigende Bereich in einen ersten und einen zweiten Teilbereich unterteilt wird, kann dem zu verfestigenden Bereich bei der Wiederholungs-Abtastung selektiv zusätzlich Energie zugeführt werden. Indem solch eine Wiederholungs-Abtastung im zweiten Teilbereich spezifiziert wird, kann spezifisch nur jenen Stellen ein Mehr an Energie zugeführt werden, an denen dies aus unterschiedlichsten Gründen für eine hohe Objektqualität notwendig ist.

Durch die Wiederholungsabtastung kann eine Nachversinterung (Nachverfestigung) von bereits abgetasteten Stellen stattfinden, indem die Temperatur des Aufbaumateri- als oberhalb einer Schmelztemperatur gehalten wird, wodurch eine vollständigere Aufschmelzung des Aufbaumaterials ermöglicht wird. Gleichzeitig wird für eine bessere Anbindung der nachfolgend aufgetragenen Schicht gesorgt, da das neu aufgetra- gene unverfestigte Pulver auf niedrigviskoses, eventuell zumindest teilweise aufgeschmolzenes, Aufbaumaterial auftrifft.

Da erfindungsgemäß die Wiederholungs-Abtastung nur in einem Teil des zu verfesti- genden Bereichs spezifiziert wird, wird bei der Herstellung des Objekts Zeit einge- spart. Insbesondere wenn der erste Teilbereich jene Stellen des zu verfestigenden Bereichs umfasst, an denen die Verfestigungs-Abtastung für eine akzeptable Objekt- qualität ausreichend ist, kann ein übergroßer Energieeintrag an diesen Stellen des ersten Teilbereichs vermieden werden. Hier ist zu berücksichtigen, dass bei kunst- stoffhaltigem Aufbaumaterial darauf geachtet werden muss, dass durch einen Energieeintrag nicht eine Zersetzung des Aufbaumaterials stattfindet.

Bevorzugt wird im zweiten Schritt ein Datenmodell für alle Schichten erzeugt, die dem Objektabschnitt entsprechende zu verfestigende Bereiche enthalten.

Bevorzugt ist in dem Steuerdatensatz für mindestens eine Aufbaumaterialschicht eine vom Aufbaumaterial abhängige, bevorzugt einstellbare, Wartezeit spezifiziert, die nach der Abtastung aller in dem zugehörigen Datenmodell spezifizierten Stellen in dem zu verfestigenden Bereich (51) abgewartet wird, bevor die Materialauftragseinrichtung zum Auftrag einer weiteren Aufbaumaterialschicht angesteuert wird.

In jeder additiven Herstellvorrichtung vergeht eine gewisse systembedingte Zeit zwischen der Abtastung der letzten zu verfestigenden Stelle einer Aufbaumaterialschicht und dem Auftrag einer neuen Aufbaumaterialschicht. Dies ist der Geschwindigkeit der Datenverarbeitung in der additiven Herstellvorrichtung oder einer damit verbundenen Datenprozessorvorrichtung bzw. der Reaktionszeit der Mechanik in der Schichtauf- tragsvorrichtung geschuldet. Die angegebene Wartezeit ist im Vergleich dazu eine Zeit, die zusätzlich vor dem Auftrag einer neuen Aufbaumaterialschicht abgewartet wird, um eine vorhandene Temperiereinrichtung (z.B. eine zur Vorheizung des Pulver sowieso vorhandene Flächenheizung) auf Stellen der Aufbaumaterialschicht einwirken zu lassen, an denen bereits eine Verfestigungs-Abtastung durchgeführt wurde. Natür- lich kann man erfindungsgemäß auch anstelle oder zusätzlich zur Einführung einer expliziten zusätzlichen Wartezeit die systembedingte Zeit entsprechend ausdehnen, z.B. indem eine Geschwindigkeit der Datenverarbeitung verlangsamt wird und/oder eine Bewegungsgeschwindigkeit der Schichtauftragsvorrichtung verlangsamt wird. Bevorzugt ist die Wartezeit einstellbar (also veränderbar), um auf diese Weise die Wartezeit an unterschiedliche Aufbaumaterialien anpassen zu können. Die Wartezeit ist beispielhaft größer oder gleich 7 Sekunden und/oder kleiner oder gleich 30 Sekun- den.

Während der Wartezeit kann eine Nachversinterung (Nachverfestigung) von bereits abgetasteten Stellen stattfinden, indem die Strahlung der Temperiereinrichtung die Temperatur des Aufbaumaterials oberhalb einer Schmelztemperatur hält, wodurch eine vollständigere Aufschmelzung des Aufbaumaterials ermöglicht wird. Bei der er- findungsgemäßen Wiederholungs-Abtastung kann eine Nachverfestigung nur an eini- gen Stellen des zu verfestigenden Bereichs durchgeführt werden. Damit kann im Ver- gleich zu einer Nachverfestigung alleine mittels einer flächenhaften Temperiereinrich- tung spezifischer nachverfestigt werden. Insbesondere kann eine Nachverfestigung mittels der Wiederholungs-Abtastung unterstützend zu einer Nachverfestigung mittels einer Temperiereinrichtung stattfinden, wodurch eine zu starke Aufheizung von Stellen durch eine global auf die Aufbaumaterialschicht einwirkende Temperiereinrichtung vermieden wird.

Weiter bevorzugt erfolgt im zweiten Schritt die Unterteilung in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich so, dass der zweite Teilbereich all jene zu verfestigen- den Stellen enthält, an denen eine Zeitdifferenz zwischen dem Zeitpunkt der Verfestigungs-Abtastung der jeweiligen Stelle und dem Ende der Wartezeit eine Minimalzeit unterschreitet. Bei dem soeben beschriebenen Vorgehen macht man sich zunutze, dass die Tempe- riereinrichtung während des Ablaufs der Verfestigungs-Abtastung bereits auf abgetas- tete Stellen einwirken kann. Damit kann die Wartezeit, während der die Tempe- riereinrichtung auf das Aufbaumaterial einwirkt, verringert werden, da letztere lediglich eine Minimalzeit einwirken muss, die geringer ist als eine Standard-Wartezeit ohne Anwendung der Wiederholungs-Abtastung. Als Folge kann der Herstellvorgang eines Objekts schneller vonstattengehen, da nicht vor dem Auftrag einer neuen Aufbaumaterialschicht die standardmäßig vorgegebene Wartezeit abgewartet werden muss.

Bevorzugt erfolgt im zweiten Schritt die Unterteilung des zu verfestigenden Bereichs in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich dergestalt, dass bei der Verfestigungs-Abtastung Stellen in dem zweiten Teilbereich zeitlich nach Stellen in dem ersten Teilbereich abgetastet werden.

Bei dem soeben beschriebenen Vorgehen werden gezielt jene Stellen einer Wiederholungs-Abtastung unterzogen, die bei der (sequentiellen) Verfestigungs-Abtastung zuletzt abgetastet wurden. Bevorzugt trifft dies auf mindestens 80% der Stellen im zweiten Teilbereich zu, noch weiter bevorzugt auf alle Stellen im zweiten Teilbereich. Damit wird bei der Wiederholungs-Abtastung gezielt auf jene Stellen eingewirkt, an denen die Einwirkzeit der Temperiereinrichtung auf das Aufbaumaterial kürzer ist als an den anderen Stellen (nämlich jenen im ersten Teilbereich). Dadurch kann die Wartezeit nach der Verfestigungs-Abtastung aller Stellen des zu verfestigenden Bereichs gering gehalten werden.

Bevorzugt sind die Energieeintragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen, dass der Energieeintrag pro Flächeneinheit mehr als 25%, bevorzugter mehr als 30%, noch bevorzugter mehr als 40% und/oder weniger als 60%, bevorzugter weniger als 55%, noch bevorzugter weniger als 50% des Energieeintrags pro Flä cheneinheit bei der Verfestigungs-Abtastung beträgt. Es hat sich herausgestellt, dass die genannten Prozentwerte für die meisten Aufbau- materialien ausreichend sind, um die Temperatur im Auftreffbereich des Strahlbündels oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials zu halten. Bevorzugt ist für die Wiederholungs-Abtastung eine höhere Abtastgeschwindigkeit bei der Bewegung des zumindest einen Strahlbündels über das Aufbaumaterial spezifiziert als bei der Verfestigungs-Abtastung.

Bei dieser Vorgehensvariante kann bei der Wiederholungs-Abtastung ein im Vergleich zur Verfestigungs-Abtastung niedrigerer Energieeintrag dadurch eingestellt werden, dass die Abtastgeschwindigkeit höher ist. Dies hat auch noch den Vorteil, dass die Wiederholungs-Abtastung schneller durchgeführt werden kann, wodurch die Herstellungszeit der Objekte verringert wird. Bevorzugt wird im zweiten Schritt in mindestens einem Datenmodell der erste Teilbereich so gewählt wird, dass er auf einer Kontur eines Objektquerschnitts liegt.

Durch dieses Vorgehen ist es möglich, gerade im Objektinneren, durch die Wiederholungs-Abtastung für eine möglichst vollständige Aufschmelzung des Aufbaumaterials zu sorgen, aus der gute mechanische Parameter resultieren, ohne dass es durch die Wiederholungs-Abtastung zu einem vermehrten Anhaften von nicht zu verfestigendem Aufbaumaterial am Objekt kommt, wie es an der Kontur eines Objektquerschnitts der Fall sein kann. Bevorzugt wird im zweiten Schritt (S2) der zweite Teilbereich (51 b) so festgelegt, dass er innerhalb eines vorgegebenen ausgezeichneten Abschnitts eines Objekts liegt, für den ein Mindestwert für einen mechanischen Parameter, insbesondere eine Bruch- dehnung und/oder eine Dichte und/oder eine Zugfestigkeit und/oder einen Elastizitätsmodul, vorgegeben sind.

Durch das Vorgehen kann für eine möglichst vollständige Auschmelzung des Auf baumaterials gerade an jenen Orten gesorgt werden, an denen erhöhte Anforderun- gen an die mechanischen Eigenschaften in Gestalt von Mindestvorgaben für mechanische Parameter vorliegen.

Bei einem erfindungsgemäßen additiven Herstellverfahren zur Herstellung einer An- zahl von dreidimensionalen Objekten, wobei die Objekte hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, wird der Ablauf des addi- tiven Herstellverfahrens durch einen Steuerdatensatz gesteuert wird, in den die nach einem erfindungsgemäßen Verfahren bereitgestellten Steuerdaten integriert wurden.

Wenn erfindungsgemäß bereitgestellte Steuerdaten in einem Steuerdatensatz ver- wendet werden, der für die Steuerung eines additiven Herstellverfahrens generiert wurde, insbesondere die Steuerung eines schichtweisen additiven Herstellverfahrens, wie beispielsweise eines schichtweisen Pulverschmelz- oder Sinterverfahrens, können die Herstellgeschwindigkeit und/oder die mechanischen Eigenschaften des Objekts verbessert werden.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei die Objekte mittels der additiven Herstellvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, weist auf:

eine Datenzugriffseinheit, die ausgelegt ist zum Zugriff auf computerbasierte Modelldaten einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von herzustellenden Objekten, eine Datenmodell-Generierungseinheit, die ausgelegt ist,

eine Anzahl von Datenmodellen zu generieren , in denen jeweils für eine Aufbaumate- rialschicht ein während der Herstellung der Anzahl von Abschnitten zu verfestigender Bereich der jeweiligen Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist,

wobei der zu verfestigende Bereich in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich unterteilt ist,

wobei in einem Datenmodell jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich mittels der Energieeintragseinrichtung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbe- reichs, nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs, eine Wiederholungs- Abtastung mit zumindest einem Strahlbündel spezifiziert ist, wobei die Energieein- tragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber, und eine Steuerdaten-Bereitstellungseinheit, die ausgelegt ist, von der Datenmodell-Generierungseinheit generierte Datenmodelle als Steuerdaten für die Integration in einen Steuerdatensatz der additiven Herstellvorrichtung bereit zu stellen.

Die Bereitstellung des im zweiten Schritt erzeugten Datenmodells für die Generierung eines Steuerdatensatzes kann durch die Steuerdaten-Bereitstellungseinheit selbst geschehen, indem diese das erzeugte Datenmodell in einen Steuerdatensatz für die additive Herstellvorrichtung integriert. Ein Bereitstellen umfasst hier auch ein Weiterleiten des Datenmodells an eine Datenverarbeitungsvorrichtung, welche das Datenmodell in einen Steuerdatensatz integriert, oder ein direktes Weiterleiten an eine additive Herstellvorrichtung. Insbesondere ist es möglich, während eines Herstellvorgangs in der additiven Herstellvorrichtung dieser dynamisch Datenmodelle für noch herzustellende Objektquerschnitte zur Verfügung zu stellen. Insbesondere müssen im zweiten Schritt erzeugte Datenmodelle nicht einzeln für einen additiven Herstellvorgang bereitgestellt werden. Vielmehr können auch mehrere erzeugte Datenmodelle zunächst gesammelt und anschließend in ihrer Gesamtheit zur Integration in einen Steuerdatensatz bereitgestellt werden. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung einer additiven Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten mittels derselben,

wobei die Objekte mittels der additiven Herstellvorrichtung hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Eintra- gen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, ist so ausgelegt, dass

für eine Anzahl von Aufbaumaterialschichten jeweils ein während der Herstellung einer Anzahl von Abschnitten der Anzahl von Objekten zu verfestigender Bereich der Aufbaumaterialschicht spezifiziert ist,

wobei der zu verfestigende Bereich in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich unterteilt ist,

wobei jeweils eine das Aufbaumaterial verfestigende Verfestigungs-Abtastung der Stellen in dem zu verfestigenden Bereich mittels der Energieeintragseinrichtung spezifiziert ist und an den Stellen des zweiten Teilbereichs, nicht aber an den Stellen des ersten Teilbereichs, eine Wiederholungs-Abtastung mit zumindest einem Strahlbündel spezifiziert ist,

wobei die Energieeintragsparameter bei der Wiederholungs-Abtastung so bemessen sind, dass die Temperatur des Aufbaumaterials innerhalb des Auftreffbereichs des Strahlbündels auf dem Aufbaumaterial oberhalb einer Schmelztemperatur des Aufbaumaterials liegt, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbaumaterials oder darüber.

Die Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung kann alleine mittels Software-Komponenten, mittels einer Mischung aus Hardware- und Softwarekomponenten oder sogar alleine mittels Hardwarekomponenten realisiert werden. Eine alleine mittels Softwarekomponenten realisierte Vorrichtung kann zur Herstellung eines dreidimensionalen Objekts insbesondere mit einer Steuereinrichtung in einer additiven Herstellvorrichtung interagieren oder in solch eine Steuerein- richtung integriert sein. Mittels der Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung kann die Bauteilhomogenität von durch ein additives Herstellverfahren hergestellten Objekten verbessert werden. Insbesondere kann die Vorrichtung eine Herstellung von Objekten durch ein additives Herstellverfahren unter Zugrundelegung eines Steuerdatensatzes implementieren, der mittels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bereitstellung von Steuerdaten generiert wurde.

Eine erfindungsgemäße additive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten, wobei in der additiven Herstellvorrichtung die Objekte hergestellt werden durch Aufbringen eines kunststoffhaltigen Aufbaumaterials Schicht auf Schicht mittels einer Materialauftragseinrichtung und Verfestigen des Aufbaumaterials mittels Zufuhr von Strahlungsenergie zu Stellen in jeder Schicht, die den Querschnitten der Objekte in dieser Schicht zugeordnet sind, indem eine Energieeintragseinrichtung zum Einträgen von Energie in das Aufbaumaterial diese Stellen mit mindestens einem Strahlbündel gemäß einem Satz von Energieeintragsparametern abtastet, weist auf:

eine Materialauftragseinrichtung, die geeignet ist, eine Schicht eines Aufbau- materials auf eine bereits vorhandene, bevorzugt bereits selektiv verfestigte, Aufbaumaterialschicht aufzubringen, und

eine Energieeintragseinrichtung, die geeignet ist, die dem Querschnitt des Objekts in einer Schicht zugeordneten Stellen mit mindestens einem Strahlbündel abzutasten,

wobei die additive Herstellvorrichtung eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung einer additiven Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten mittels derselben aufweist und/oder mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur computergestützten Ansteuerung einer Energieeintragseinrichtung einer additiven Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten mittels derselben signaltechnisch verbunden ist. Eine Energieeintragseinrichtung kann hierbei eine Anzahl von Strahlungsquellen zur Erzeugung von Strahlung, z.B. elektromagnetischer Strahlung oder Teilchenstrahlung, sowie eine damit verbundene Anzahl von Strahlablenk- oder -Umlenkeinrichtungen zum Richten der Strahlung auf das Aufbaumaterial umfassen. Insbesondere trifft be- vorzugt in einem Strahlungseinwirkbereich Strahlung genau einer Strahlablenkeinrich- tung auf das Aufbaumaterial. Bei den Strahlungsquellen kann es sich beispielsweise um einen oder mehrere Gas- oder Festkörperlaser oder jede andere Art von Lasern wie z.B. Laserdioden, insbesondere VCSELn (Vertical Cavity Surface Emitting Laser) oder VECSELn (Vertical External Cavity Surface Emitting Laser) oder eine Zeile die- ser Laser handeln.

Insbesondere kann bei Erzeugung der Steuerdaten in der additiven Herstellvorrich- tung diese während eines Herstellvorgangs mittels der Datenmodell- Erzeugungseinheit dynamisch Datenmodelle für noch herzustellende Ob- jekt(tei l)q uersch n itte erzeugen.

Bevorzugt weist die erfindungsgemäße additive Herstellvorrichtung weiterhin eine Temperiervorrichtung auf, die ausgelegt ist, bereits mit einem Strahlbündel abgetaste- tes Aufbaumaterial auf einer Temperatur zu halten, die oberhalb einer Schmelztempe- ratur des Aufbaumaterials, bevorzugt innerhalb des Schmelzintervalls des Aufbauma- terials oder darüber.

Eine Temperiereinrichtung ist eine Bestrahlungsvorrichtung, die elektromagnetische Strahlung in eine Aufbaumaterialschicht eintragen kann, um dieser unabhängig von einer vorhandenen Energieeintragseinrichtung Energie zuzuführen. Bevorzugt wirkt dabei die Strahlung der Temperiereinrichtung über einen größeren Zeitraum auf das Aufbaumaterial ein, mit anderen Worten die Temperiereinrichtung wird nicht für die Dauer der Verfestigungs-Abtastung abgeschaltet. Wie bereits weiter oben teilweise erwähnt, kann mittels der Temperiereinrichtung eine Nachverfestigung bereits bei der Verfestigungs-Abtastung abgetasteter Stellen bewirkt werden. Während solch eine Nachverfestigung auch beim eingangs genannten Stand der Technik angewendet wird, nachdem mit einem Laserstrahl zunächst lediglich das Absorptionsverhalten verändert wurde, haben die Erfinder festgestellt, dass sich das Einfügen einer Warte- zeit überraschenderweise auch in solchen Fällen positiv auf die Objekteigenschaften auswirkt, in denen bei der Abtastung mit einem Strahlbündel das Aufbaumaterial be- reits verfestigt wurde, insbesondere bereits vollständig aufgeschmolzen wurde. Die Erfinder erklären sich dies so, dass durch die Wirkung der Strahlung der Temperiereinrichtung auf das Aufbaumaterial einer zu starken Abkühlung der belichteten Be- reiche vor dem Aufträgen der nächsten Aufbaumaterialschicht entgegen gewirkt wird. Insbesondere bewirkt die Strahlung der Temperiereinrichtung, dass beim Auftrag einer neuen Schicht mit noch kühlem Aufbaumaterial letzteres in Kontakt mit einer niedrig- viskosen, heißen Schmelze der bereits vorhandenen Schicht gelangt, was zu einer besseren Durchdringung von kühlem und heißem Material führt. Insbesondere kann infolge der Verwendung einer Temperiereinrichtung die bei der Verfestigungs- Abtastung eingetragene Energie verringert werden, wodurch Überhitzungen, insbe- sondere eine Schädigung des Aufbaumaterials infolge eines zu hohen Wärmeein- trags, vermieden werden.

Weiter bevorzugt ist bei der erfindungsgemäßen additiven Herstellvorrichtung die Temperiervorrichtung eine Strahlungsheizung, die bevorzugt ausgelegt ist zum flächigen Einträgen von Strahlungsenergie in das Aufbaumaterial in einer Arbeitsebene der additiven Herstellvorrichtung, in der das Aufbaumaterial mit dem mindestens einen Strahlbündel abgetastet wird.

Eine Strahlungsheizung ist hierbei insbesondere eine Bestrahlungsvorrichtung, die elektromagnetische Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung, flächig in eine Aufbaumaterialschicht eintragen kann. Flächig bedeutet hier, dass der Strahlungsauftreffbereich auf dem Aufbaumaterial jeweils einen Mindestdurchmesser von 1000 pm in zwei aufeinander senkrecht stehenden Richtungen parallel zur Aufbaumaterialschicht bzw. Arbeitsebene aufweist. Bevorzugt ist die Strahlungsheizung in der Lage mindestens 10% des Baufeldes, bevorzugt mindestens 20% des Baufeldes, weiter bevor- zugt mindestens 50% des Baufeldes, zeitgleich zu bestrahlen. Durch den flächigen Energieeintrag ist es insbesondere auch möglich, die Strahlungsheizung stationär einen bestimmten Bereich des Baufeldes bestrahlen zu lassen, wodurch die Ansteue- rung der Temperiereinrichtung sehr einfach ist. Insbesondere kann auch eine zur Vor- heizung des Aufbaumaterials auf eine Prozesstemperatur innerhalb eines Prozess- oder Sinterfensters dienende Strahlungsheizung zusätzlich als Temperiereinrichtung verwendet werden.

Ein erfindungsgemäßes Computerprogramm, weist Programmcodemittel auf, um alle Schritte eines erfindungsgemäßen computergestützten Verfahrens zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung zur Herstellung einer Anzahl von dreidimensionalen Objekten Verfahrens oder eines erfindungsgemäßen additiven Herstellverfahrens auszuführen, wenn das Computerprogramm mittels eines Datenprozessors, insbesondere eines mit einer additiven Herstellvorrichtung zusammenwir- kenden Datenprozessors, ausgeführt wird.

"Zusammenwirken" heißt hierbei, dass der Datenprozessor entweder in die additive Herstellvorrichtung integriert ist oder mit ihr Daten austauschen kann. Die Implemen- tierung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bereitstellung von Steuerdaten sowie die Implementierung der zugehörigen Vorrichtung mittels Software ermöglicht eine einfache Installierbarkeit auf verschiedenen EDV-Systemen an verschiedenen Orten (beispielsweise beim Ersteller des Designs des Objekts oder aber beim Betreiber der additiven Herstellvorrichtung).

Weitere Merkmale und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der beigefügten Zeichnungen.

Fig. 1 zeigt eine schematische, teilweise im Schnitt dargestellte Ansicht einer beispielhaften Vorrichtung zum additiven Herstellen eines dreidimensionalen Objekts gemäß einer Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 2 zeigt schematisch eine Draufsicht auf einen Querschnitt eines Objekts während seiner Herstellung zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Bereiche eines Objektquerschnitts im Rahmen eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung, Fig. 3 zeigt schematisch die zeitliche Reihenfolge der Abtastung der einzelnen Stellen für den Objektquerschnitt von Fig. 2,

Fig. 4 veranschaulicht die Aufteilung des zu verfestigenden Bereichs in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich für den in Fig. 2 und 3 gezeigten Objektquerschnitt,

Fig. 5 zeigt schematisch eine Draufsicht auf einen Querschnitt eines Objekts zur Veranschaulichung des Vorgehens bei einem zweiten Ausführungs- beispiel,

Fig. 6 veranschaulichen ein mögliches Vorgehen gemäß einem dritten Ausfüh- rungsbeispiel,

Fig. 7 veranschaulicht den Ablauf eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bereitstellung von Steuerdaten und

Fig. 8 zeigt den schematischen Aufbau eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bereitstellung von Steuerdaten.

Für eine Beschreibung der Erfindung soll zunächst nachfolgend am Beispiel einer Lasersinter- oder -Schmelzvorrichtung eine erfindungsgemäße additive Herstellvorrichtung unter Bezugnahme auf Fig. 1 beschrieben werden.

Zum Aufbauen eines Objekts 2 enthält die Lasersinter- oder Laserschmelzvorrichtung 1 eine Prozesskammer oder Baukammer 3 mit einer Kammerwandung 4. In der Prozesskammer 3 ist ein nach oben offener Baubehälter 5 mit einer Behälterwandung 6 angeordnet. Durch die obere Öffnung des Baubehälters 5 ist eine Arbeitsebene 7 definiert, wobei der innerhalb der Öffnung liegende Bereich der Arbeitsebene 7, der zum Aufbau des Objekts 2 verwendet werden kann, als Baufeld 8 bezeichnet wird. In dem Baubehälter 5 ist ein in einer vertikalen Richtung V bewegbarer Träger 10 an- geordnet, an dem eine Grundplatte 11 angebracht ist, die den Behälter 5 nach unten abschließt und damit dessen Boden bildet. Die Grundplatte 11 kann eine getrennt von dem Träger 10 gebildete Platte sein, die an dem Träger 10 befestigt ist, oder sie kann integral mit dem Träger 10 ausgebildet sein. Je nach verwendetem Pulver und Pro- zess kann auf der Grundplatte 11 noch eine Bauplattform 12 als Bauunterlage ange bracht sein, auf der das Objekt 2 aufgebaut wird. Das Objekt 2 kann aber auch auf der Grundplatte 11 selber aufgebaut werden, die dann als Bauunterlage dient. In Fig. 1 ist das in dem Behälter 5 auf der Bauplattform 12 zu bildende Objekt 2 unterhalb der Ar- beitsebene 7 in einem Zwischenzustand dargestellt mit mehreren verfestigten Schich- ten, umgeben von unverfestigt gebliebenem Aufbaumaterial 13.

Die Lasersinter- oder -Schmelzvorrichtung 1 enthält weiterhin einen Vorratsbehälter 14 für ein Aufbaumaterial 15, in diesem Beispiel ein durch elektromagnetische Strahlung verfestigbares Pulver, und einen in einer horizontalen Richtung H bewegbaren Be- schichter 16 als Materialauftragsvorrichtung zum Aufbringen des Aufbaumaterials 15 innerhalb des Baufelds 8. Optional kann in der Prozesskammer 3 eine Heizvorrichtung, z.B. eine Strahlungsheizung 17, angeordnet sein, die zum Beheizen des aufge- brachten Aufbaumaterials dient. Als Strahlungsheizung 17 kann beispielsweise ein Infrarotstrahler vorgesehen sein.

Die beispielhafte additive Herstellvorrichtung 1 enthält ferner eine Energieeintragseinrichtung 20 mit einem Laser 21 , der einen Laserstrahl 22 erzeugt, welcher über eine Umlenkvorrichtung 23 umgelenkt wird und durch eine Fokussiervorrichtung 24 über ein Einkoppelfenster 25, das an der Oberseite der Prozesskammer 3 in der Kammer- wandung 4 angebracht ist, auf die Arbeitsebene 7 fokussiert wird.

Beim Lasersintern oder Laserschmelzen kann eine Energieeintragseinrichtung beispielsweise einen oder mehrere Gas- oder Festkörperlaser oder jede andere Art von Laser wie z.B. Laserdioden, insbesondere VCSEL (Vertical Cavity Surface Emitting Laser) oder VECSEL (Vertical External Cavity Surface Emitting Laser), oder eine Zeile dieser Laser aufweisen. Der in Fig. 1 gezeigte spezifische Aufbau einer Lasersinter- oder -Schmelzvorrichtung ist daher für die vorliegende Erfindung nur beispielhaft und kann natürlich auch abgewandelt werden, insbesondere bei Verwendung einer ande- ren Energieeintragseinrichtung als der gezeigten. Um kenntlich zu machen, dass die Gestalt des Strahlungsauftreffbereichs auf dem Aufbaumaterial nicht notwend igerwei- se annähernd punktförmig, sondern auch flächig sein kann, wird in dieser Anmeldung auch oftmals der Begriff "Strahlbündel" synonym zu "Strahl" verwendet.

Die Lasersintervorrichtung 1 enthält weiterhin eine Steuereinrichtung 29, über die die einzelnen Bestandteile der Vorrichtung 1 in koordinierter Weise zum Durchführen des Bauprozesses gesteuert werden. Alternativ kann die Steuereinrichtung auch teilweise oder ganz außerhalb der additiven Herstellvorrichtung angebracht sein. Die Steuerein- richtung kann eine CPU enthalten, deren Betrieb durch ein Computerprogramm (Software) gesteuert wird. Das Computerprogramm kann getrennt von der additiven Her- stellvorrichtung in einer Speichervorrichtung gespeichert sein, von wo aus es (z.B. über ein Netzwerk) in die additive Herstellvorrichtung, insbesondere in die Steuereinrichtung, geladen werden kann.

Im Betrieb wird durch die Steuereinrichtung 29 der Träger 10 Schicht für Schicht abgesenkt, der Beschichter 16 zum Auftrag einer neuen Pulverschicht angesteuert und die Umlenkvorrichtung 23 und gegebenenfalls auch der Laser 21 und/oder die Fokus- siervorrichtung 24 angesteuert zum Verfestigen der jeweiligen Schicht an den dem jeweiligen Objekt entsprechenden Stellen mittels des Lasers durch Abtasten dieser Stellen mit dem Laser. In der soeben beispielhaft beschriebenen additiven Herstellvorrichtung geht ein Herstellvorgang so vonstatten, dass die Steuereinheit 29 einen Steuerdatensatz abarbei- tet.

Durch den Steuerdatensatz wird einer Energieeintragseinrichtung, im Falle der obigen Lasersinter- oder Laserschmelzvorrichtung speziell der Umlenkvorrichtung 23, für jeden Zeitpunkt während des Verfestigungsvorgangs vorgegeben, auf welche Stelle der Arbeitsebene 7 Strahlung zu richten ist. Insbesondere bei dem weiter unten beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung läuft dabei der Herstellvorgang so ab, dass eine in der additiven Herstellvor- richtung vorhandene Strahlungsheizung 17 als Temperiereinrichtung verwendet wird. Im Detail wird dabei nach dem Richten der Laserstrahlung auf alle zu verfestigenden Stellen einer Aufbaumaterialschicht eine Wartezeit spezifiziert, innerhalb derer die Aufbaumaterialschicht der von der Strahlungsheizung 17 emittierten Strahlung ausge- setzt ist. Durch die Einwirkung der von der als Temperiereinrichtung wirkenden Strah- lungsheizung 17 emittierten Strahlung verbessern sich die mechanischen Eigenschaf- ten der hergestellten Objekte. Die spezifizierte Wartezeit, die auch als Nachsinterzeit bezeichnet wird, ist vom Aufbaumaterial und vom Aufbau der verwendeten additiven Herstellvorrichtung abhängig und liegt beispielsweise in einem Bereich zwischen 5 und 30 Sekunden.

Wie in Fig. 8 gezeigt, enthält eine Vorrichtung 100 zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung eine Datenzugriffseinheit 101 , eine Datenmodell- Generierungseinheit 102 und eine Datenmodell-Bereitstellungseinheit 103. Die Funk- tionsweise der Vorrichtung 100 zur Bereitstellung von Steuerdaten wird unter Bezug- nahme auf Fig. 7 beispielhaft beschrieben.

In der in Fig. 8 gezeigten Vorrichtung 100 zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung greift zunächst die Datenzugriffseinheit 101 auf eine Anzahl, also einen oder mehrere, von Schichtdatensätzen zu, von denen jeder ein Da- tenmodell eines während der Herstellung selektiv zu verfestigenden Bereichs einer Aufbaumaterialschicht, bevorzugt des gesamten zu verfestigenden Bereichs einer Aufbaumaterialschicht, aufweist, der einem Querschnitt eines Objektabschnitts entspricht. In dem in Fig. 7 gezeigten Verfahrensablauf ist dies der erste Schritt S1.

In dem in Fig. 7 gezeigten zweiten Schritt S2 spezifiziert nun die Datenmodell- Generierungseinheit 102 in einem Datenmodell eines selektiv zu verfestigenden Bereichs einer Aufbaumaterialschicht Stellen, auf die der Laserstrahl gerichtet werden soll, und Strahlungsparameter für den Laserstrahl während des Richtens des Laser- Strahls auf die einzelnen Stellen. Weiterhin wird auch eine zeitliche Reihenfolge der Verfestigung von Stellen der Aufbaumaterialschicht spezifiziert. Beispielsweise wird eine Bewegung des einen oder der mehreren Strahlbündel, die in der additiven Her- stellvorrichtung verwendet werden, entlang von Scanlinien über das Aufbaumaterial festgelegt.

Die Figuren 2 bis 4 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel für das detaillierte Vorge- hen im zweiten Schritt. Fig. 2 zeigt Abtastbereiche 53 eines Objektquerschnitts 50, die im Beispiel streifenförmig, d.h. rechteckig, sind und durch Bewegen eines Strahlbün- dels Scanlinie für Scanlinie abgetastet werden. In Fig. 2 wird dabei der zu verfestigen- de Bereich 51 , der mit dem Objektquerschnitt 50 identisch ist, so mit Energiestrahlung abgetastet, dass bereichsweise, also Abtastbereich 53 für Abtastbereich 53 das Mate- rial verfestigt wird. Aus Gründen der besseren Darstellbarkeit sind in Fig. 2 nicht alle Abtastbereiche 53, sondern lediglich zwei, gezeigt. Die Bewegung des Strahlbündels innerhalb der Abtastbereiche 53 entlang von zueinander parallelen Scanlinien bzw. Hatchlinien bzw. Verfestigungsbahnen 54 wird üblicherweise als "Hatchen" (deutsch: schraffieren) bezeichnet. Die Pfeile in Fig. 2 sollen die Bewegungsrichtung des Strahl- bündels über die Aufbaumaterialschicht veranschaulichen. Man erkennt, dass in Fig. 2 zwei benachbarte Hatchlinien bzw. Verfestigungsbahnen 54 stets in entgegengesetz- ter Richtung durchlaufen werden. Solch ein Vorgehen birgt Geschwindigkeitsvorteile, da der Weg des Strahlbündels ohne Energieeintrag in das Aufbaumaterial (an den Umkehrpunkten der Bewegungsrichtung) dadurch kurz sein kann. Alternativ ist es aber auch möglich, dass alle Hatchlinien in der gleichen Richtung durchlaufen werden. Fig. 3 zeigt alle bei der Verfestigung des Bereichs 51 zu verfestigenden Abtastbereiche 53a bis 53f. Die an die Bezugszeichen angefügten Buchstaben a bis f sollen dabei die zeitliche Reihenfolge veranschaulichen, in der die Abtastbereiche 53a bis 53f nacheinander mit einem Strahlbündel abgetastet werden. In Fig. 3 wird also der Abtastbereich 53a rechts unten als erstes verfestigt und der Abtastbereich 53f links oben als letztes verfestigt. Wie in Fig. 4 gezeigt, führt die Datenmodell-Generierungseinheit 102 eine Aufteilung des zu verfestigenden Teilbereichs 51 in einen ersten Teilbereich 51 a und einen zwei- ten Teilbereich 51b durch, die sich dadurch voneinander unterscheiden, dass es für die beiden Teilbereiche eine unterschiedliche Spezifikation für die Abtastung mit Energiestrahlung gibt. In Fig. 4 wird die Unterscheidung zwischen den beiden Teilbereichen dadurch kenntlich gemacht, dass der Teilbereich 51a im Gegensatz zum Teilbereich 51 b mit einer horizontalen gestrichelten Schraffur versehen ist. Man erkennt, dass der Teilbereich 51 b aus dem Abtastbereich 53f besteht und der Teilbereich 51 a aus den Abtastbereichen 53a bis 53e besteht.

Im Gegensatz zum ersten Teilbereich 51a findet im zweiten Teilbereich 51 b eine wiederholte Abtastung des Aufbaumaterials mit Energiestrahlung statt. In diesem Ausführungsbeispiel ist diesbezüglich spezifiziert, dass im gesamten Teilbereich 51 b ein Strahlbündel wiederholt entlang von Hatchlinien über das Aufbaumaterial bewegt wird. In Fig. 4 sind dies mit dem Bezugszeichen 542 versehene gestrichelte Hatchlinien.

Zur Veranschaulichung des unterschiedlichen Vorgehens in den Teilbereichen 51a und 51 b ist in Fig. 4 auch noch der Abtastbereich 53e gezeigt, in welchem keine Hatchlinien 542 vorhanden sind. Es sei hier nochmals betont, dass die wiederholte Abtastung im zweiten Teilbereich 51 b erfindungsgemäß immer vor dem Aufträgen der nächsten Aufbaumaterialschicht durchgeführt wird.

Infolge der wiederholten Abtastung des Aufbaumaterials im zweiten Teilbereich 51 b, welcher so gewählt wurde, dass es sich um jenen Abschnitt des zu verfestigenden Bereichs 51 handelt, der bei der Verfestigungs-Abtastung zuletzt abgetastet wurde, ist es zum Einen möglich, im zweiten Teilbereich 51b die Objektqualität zu verbessern. In diesem Bereich kann die Strahlung der Temperiereinrichtung nicht so lange auf das Aufbaumaterial einwirken wie im Teilbereich 51a, wenn man berücksichtigt, dass die Strahlung der Temperiereinrichtung nicht nur während der spezifizierten Wartezeit, sondern auch bereits während der Verfestigungs-Abtastung auf das Aufbaumaterial einwirkt. Durch die Wiederholungs-Abtastung kann dabei gezielt in diesem Bereich zusätzlich Energie in das Aufbaumaterial eingetragen werden. Zum Anderen kann bei dem Vorgehen gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel die Wartezeit kürzer, insbe- sondere kürzer als eine minimal notwendige Wartezeit (Minimalwartezeit bzw. Mini- malzeit), gewählt werden, da im zuletzt abgetasteten zweiten Teilbereich 51b zusätz- lich zur Strahlung der Temperiereinrichtung die Strahlung bei der wiederholten Abtastung auf das Aufbaumaterial einwirkt. Dadurch wird die für einen Herstellvorgang insgesamt benötigte Zeitdauer geringer.

Für die bei der Wiederholungs-Abtastung im Teilbereich 51 b einzutragende Energie pro Flächeneinheit wird bevorzugt ein geringerer Wert spezifiziert als für die bei der verfestigenden Abtastung in den Teilbereichen 51a und 51 b eingetragenen Energie pro Flächeneinheit. Dies kann beispielsweise durch eine geringeren spezifizierten

Wert für die Strahlungsleistung pro Flächeneinheit im Auftreffbereich des bei der Wiederholungs-Abtastung verwendeten Strahlbündels und/oder eine höhere Verfahrge- schwindigkeit des Strahlbündels über das Aufbaumaterial und/oder eine veränderte räumliche Verteilung der Strahlungsleistung pro Flächeneinheit innerhalb des Auftreff- bereichs des Strahlbündels bewerkstelligt werden.

Bei dem in Fig. 5 veranschaulichten zweiten Ausführungsbeispiel wird die Aufteilung des zu verfestigenden Bereichs in einen ersten Teilbereich und einen zweiten Teilbereich nicht basierend auf der zeitlichen Reihenfolge vorgenommen, in der die einzel- nen Stellen bei der Verfestigungs-Abtastung abgetastet werden, sondern basierend auf den unterschiedlichen mechanischen Anforderungen, denen unterschiedliche Regionen im herzustellenden Objekt genügen müssen. Fig. 5 zeigt diesbezüglich eine Draufsicht auf einen zu verfestigenden Querschnitt 60 eines beispielhaften Objekts. Dabei wird beispielhaft angenommen, dass alle Querschnitte des Objekts die gleiche Gestalt haben und im Objekt ohne gegenseitigen Versatz übereinander liegen.

Man erkennt in Fig. 5 unmittelbar, dass an der Engstelle des dargestellten Querschnitts 60, also dort, wo in der Figur der Querschnitt die geringste horizontale Aus- dehnung aufweist, die größte mechanische Belastung (z.B. infolge von Hebelkräften) auftreten wird. Aus diesem Grund wird bei dem zweiten Ausführungsbeispiel der zu verfestigende Bereich in einen ersten Teilbereich 601 a und einen zweiten, durch eine horizontale Schraffur gekennzeichneten, Teilbereich 601b aufgeteilt. Unterschiedlich zum ersten Teilbereich 601a erfolgt im zweiten Teilbereich 601 b eine wiederholte Ab- tastung des Aufbaumaterials mit einem oder mehreren Strahlbündeln, Dadurch kann gerade in jenem Teil des Objektquerschnitts für eine hohe strukturelle Festigkeit des verfestigten Aufbaumaterials gesorgt werden, in dem die größte mechanische Bela- stung am fertiggestellten Objekt auftreten wird.

Fig. 6 veranschaulicht ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung und zeigt zur Veranschaulichung nochmals den beispielhaften Objektquerschnitt von Fig. 2. Aus Gründen der besseren Darstellbarkeit sind auch in Fig. 6 nicht alle Abtastbereiche 53, sondern lediglich zwei gezeigt. Unterschiedlich zu dem Beispiel von Fig. 2 wird beim dritten Ausführungsbeispiel in Fig. 6 der zu verfestigende Bereich in einen ersten Teil- bereich 51a, der die Kontur des Objektquerschnitts umfasst, und einen zweiten Teilbe- reich 51b, der das Innere des Objektquerschnitts umfasst, unterteilt. Im Innern des Objektquerschnitts wird eine höhere strukturelle Festigkeit angestrebt als im Konturbe- reich, der einen Rand des fertiggestellten Objekts bilden wird. Darüberhinaus muss im Konturbereich darauf geachtet werden, dass nicht unverfestigtes Aufbaumaterial außerhalb des Objektquerschnitts durch den Energieeintrag im Konturbereich mit aufgeschmolzen wird und ungewollt außen am Rand des fertiggestellten Objekts anhaftet. Mit anderen Worten, im Konturbereich sollte der Energieeintrag durch die Strahlung nicht zu hoch sein.

Beim dritten Ausführungsbeispiel wird daher zunächst eine Verfestigungs-Abtastung des ersten und zweiten Teilbereichs 51a und 51 b durchgeführt, bei der die dem Aufbaumaterial zugeführte Energie begrenzt ist, um sicherzustellen, dass möglichst wenig Aufbaumaterial außerhalb des Objektquerschnitts mit aufgeschmolzen wird. An- schließend wird eine Wiederholungs-Abtastung des mit dem Objektquerschnittsinnern identischen zweiten Teilbereichs 51 b durchgeführt, um in diesem Teilbereich für eine erhöhte strukturelle Festigkeit zu sorgen. In Fig. 6 ist diese Wiederholungs-Abtastung durch gestrichelte Hatchlinien 542 veranschaulicht.

Abschließend sei noch erwähnt, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung 100 zur Bereitstellung von Steuerdaten für eine additive Herstellvorrichtung nicht nur allein durch Softwarekomponenten, sondern auch allein durch Hardware-Komponenten oder Mischungen aus Hard- und Software realisiert sein kann, In der vorliegenden Anmeldung erwähnte Schnittstellen müssen insbesondere nicht zwangsläufig als Hardware- Komponenten ausgebildet sein, sondern können auch als Softwaremodule realisiert sein, beispielsweise, wenn die eingespeisten bzw. ausgegebenen Daten von bereits auf dem gleichen Gerät realisierten anderen Komponenten übernommen werden kön- nen, oder an eine andere Komponente nur softwaremäßig übergeben werden müs- sen. Ebenso könnten die Schnittstellen aus Hardware- und Software-Komponenten bestehen, wie zum Beispiel einer Standard-Hardware-Schnittstelle, die durch Software für den konkreten Einsatzzweck speziell konfiguriert wird. Außerdem können mehrere Schnittstellen auch in einer gemeinsamen Schnittstelle, beispielsweise einer Input- Output-Schnittstelle, zusammengefasst sein.