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Title:
SEPARATING DEVICE FOR INTERRUPTING A DIRECT CURRENT OF A CURRENT PATH, AND ON-BOARD ELECTRICAL SYSTEM OF A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/170317
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a separating device (12) for interrupting a direct current of a current path (8), in particular for an on-board electrical system (4) of a motor vehicle (2), having a hybrid switch (14) with a current-conducting mechanical contact system (18) and a first semiconductor switch (20) connected to the hybrid switch in parallel and having a switchable resistance cascade (22) with at least one ohmic resistor (24) which is connected to the contact system (18) of the hybrid switch (14) in parallel.

Inventors:
BÖSCHE, Dirk (Holzweg 9, Seershausen, 38536, DE)
WILKENING, Ernst-Dieter (Schreberweg 2b, Braunschweig, 38108, DE)
Application Number:
EP2019/051718
Publication Date:
September 12, 2019
Filing Date:
January 24, 2019
Export Citation:
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Assignee:
ELLENBERGER & POENSGEN GMBH (Industriestraße 2-8, Altdorf, 90518, DE)
International Classes:
H01H9/54; H01H33/59
Domestic Patent References:
WO2010108565A12010-09-30
Foreign References:
DE10315982A12003-11-06
CH588153A51977-05-31
DE10225259B32004-01-22
Attorney, Agent or Firm:
FDST PATENTANWÄLTE (Nordostpark 16, Nürnberg, 90411, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Trennvorrichtung (12) zur Gleichstromunterbrechung eines Strompfads (8), insbesondere für ein Bordnetz (4) eines Kraftfahrzeugs (2), aufweisend - einen Hybridschalter (14) mit einem stromführenden mechanischen Kon- taktsystem (18) und mit einem hierzu parallel geschalteten ersten Halblei- terschalter (20), und

- eine schaltbare Widerstandskaskade (22) mit mindestens einem ohm- schen Widerstand (24), welche parallel zu dem Kontaktsystem (18) des Hybridschalters (14) geschaltet ist.

2. Trennvorrichtung (12) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Widerstandskaskade (22) als ein kaskadierender Ausschaltüber- Spannungsbegrenzer ausgebildet ist.

3. Trennvorrichtung (12) nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Widerstandskaskade (22) mindestens einen zweiten Halbleiter- Schalter (26) aufweist, welcher dem mindestens einen Widerstand (24) in

Reihe geschaltet ist.

4. Trennvorrichtung (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Hybridschalter (14), insbesondere dessen Kontaktsystem (18), mit- tels einer Reihenschaltung der Widerstandskaskade (22) mit einem dritter Halbleiterschalter (28) kurzschließbar ist.

5. Trennvorrichtung (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass der oder jeder Halbleiterschalter (20, 26, 28) ansteuerseitig an einen gemeinsamen Controller (30) geführt ist.

6. Trennvorrichtung (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass dem Hybridschalter (14) eine Überstromschutzeinrichtung (16) vor- geschaltet ist.

7. Trennvorrichtung (12) nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Überstromschutzeinrichtung (16) als eine Schmelzsicherung ausge- führt ist.

8. Bordnetz (4) für ein Kraftfahrzeug (2), aufweisend einen Gleichstromkreis mit einem Energiespeicher (6) und mit einem Strompfad (8), wobei der Strom- pfad (8) eine Trennvorrichtung (12) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 auf- weist.

Description:
Beschreibung

Trennvorrichtung zur Gleichstromunterbrechung eines Strompfads, und

Bordnetz eines Kraftfahrzeugs Die Erfindung betrifft eine Trennvorrichtung zur Gleichstromunterbrechung eines Strompfads, insbesondere für ein Bordnetz eines Kraftfahrzeugs. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Bordnetz für ein Kraftfahrzeug mit einer solchen Trennvorrich- tung. Bordnetze dienen der Versorgung von elektrischen Verbrauchern und Geräten mit einer Betriebsspannung des Bordnetzes. Derartige Bordnetze werden in der Regel mittels eines Energiespeichers, beispielsweise in Form eines elektrochemischen Batteriesystems, versorgt. Derartige Batteriesysteme liefern systembedingt einer- seits dauerhaft einen Betriebsstrom und eine Betriebsspannung, welche sich in einem Niedrigvoltbereich (NV) zwischen 12V bis 48 V (DC) und in einem Hoch- voltbereich (HV) bis etwa 1500 V (DC) und höher bemisst. Hierbei ist beispiels weise zu Installations-, Montage- oder Servicezwecken sowie insbesondere auch zum allgemeinen Personenschutz eine zuverlässige Trennung von elektrischen Komponenten oder Einrichtungen von dem als Gleichstromquelle wirksamen Bat- teriesystem gewünscht. Eine entsprechende Trennvorrichtung muss hierbei in der Lage sein, eine Unterbrechung unter Last, das bedeutet ohne ein vorheriges Ab- schalten der Gleichstromquelle, zuverlässig und betriebssicher vorzunehmen.

Zur Lasttrennung ist es möglich, einen mechanischen Schalter (Schaltkontakt, Kontaktsystem) mit dem Vorteil einzusetzen, dass bei einer erfolgten Kontaktöff- nung eine galvanische Trennung der elektrischen Einrichtung (Verbraucher) von der Gleichstromquelle (Batteriesystem) hergestellt ist. Werden demgegenüber zur Lasttrennung leistungsfähige Halbleiterschalter eingesetzt, so treten auch im Normalbetrieb unvermeidbare Leistungsverluste an den Halbleiterschaltern auf. Des Weiteren ist es mit derartigen Leistungshalbleitern typischerweise nicht mög- lich, eine galvanische Trennung und somit einen zuverlässigen Personenschutz sicherzustellen.

Aus der DE 102 25 259 B3 ist ein als Lasttrenner ausgebildeter elektrischer Steckverbinder bekannt, welcher nach Art eines Hybridschalters ein Halbleiter- schalter sowie Haupt- und Hilfskontakte aufweist, welche mit einer Gleichstrom- quelle verbunden sind. Der bei einem Aussteckvorgang voreilende Hauptkontakt ist dem nacheilenden und mit den Halbleiterschaltern in Reihe geschalteten Hilfs- kontakt parallel geschaltet. Dabei wird der Halbleiterschalter zur Lichtbogenver- meidung bzw. Lichtbogenverlöschung angesteuert, in dem dieser periodisch ein- und ausgeschaltet wird. Aus der WO 2010/108565 A1 ist eine hybride Trennvorrichtung mit einem mecha- nischen Kontaktsystem und einem diesen parallel geschalteten Halbleiterschalter bekannt. Der Halbleiterschalter ist mit einer Steuerelektronik gekoppelt, welche keine zusätzliche Energiequelle aufweist. Bei einem geschlossenen mechani- schen Kontaktsystem ist die Steuerelektronik bzw. der Halbleiterschalter strom- sperrend, dies bedeutet, praktisch ström- und spannungslos. Die Steuerelektronik gewinnt die zu deren Betrieb erforderliche Energie aus der Trennvorrichtung, das bedeutet, aus dem Trennschaltersystem selbst, wobei die Energie des beim Öff- nen des mechanischen Kontaktsystems entstehenden Lichtbogens genutzt wird. Hierbei ist die Steuerelektronik ansteuerseitig derart mit dem mechanischen Kon- taktsystem verschaltet, das bei sich öffnendem Kontaktsystem die Lichtbogen- spannung über dessen Schaltkontakte in Folge des Lichtbogens die Steuerelekt- ronik und somit den Halbleiterschalter stromleitend schaltet.

Sobald die Steuerelektronik stromleitend geschaltet ist, beginnt der Lichtbogen- strom von dem mechanischen Kontaktsystem auf den Halbleiterschalter zu kom- mutieren. Dadurch wird der Lichtbogen zwischen den Schaltkontakten des Kon- taktsystems verlöscht. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders geeignete Trennvor- richtung (Hybridschalter oder Elektronik) zur Gleichstromunterbrechung eines Strompfades, insbesondere für ein Bordnetz eines Kraftfahrzeugs, anzugeben. Insbesondere soll hierbei eine Trennvorrichtung mit einer verbesserten Betriebssi- cherheit, auch beim Schalten von hohen Bordnetzspannungen angegeben wer- den. Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein besonders geeigne- tes Bordnetz eines Kraftfahrzeugs mit einer derartigen Trennvorrichtung anzuge- ben. Hinsichtlich der Trennvorrichtung wird die Aufgabe mit den Merkmalen des An- spruchs 1 und hinsichtlich des Bordnetzes mit den Merkmalen des Anspruchs 8 erfindungsgemäß gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche. Die erfindungsgemäße Trennvorrichtung ist als Trennschaltersystem zur Gleich- stromunterbrechung eines Strompfads, insbesondere für ein Bordnetz eines Kraft- fahrzeugs, geeignet und eingerichtet. Die Trennvorrichtung weist hierbei einen Hybridschalter mit einem stromführenden mechanischen Kontaktsystem (Schalter) und mit einem hierzu parallel geschalteten ersten Halbleiterschalter auf. Der paral- lei geschaltete erste Halbleiterschalter ist hierbei in einem geschlossenen Zustand des mechanischen Kontaktsystems geöffnet, also sperrend oder nicht leitend ge- schaltet, so dass der elektrische Strom über die Schaltstrecke des mechanischen Kontaktsystems geführt wird. Dadurch sind besonders niedrige Durchlassverluste der Trennvorrichtung im Normalbetrieb gewährleistet.

Die Trennvorrichtung weist weiterhin eine schaltbare Widerstandskaskade mit mindestens einem ohmschen Widerstand auf. Die Widerstandskaskade ist hierbei parallel zu dem Kontaktsystem des Hybridschalters geschaltet. Die Widerstands- kaskade wirkt somit als eine Schutzbeschaltung des Hybridschalters. Dadurch ist eine besonders geeignete und betriebssichere Trennvorrichtung realisiert.

Bei einem Öffnen des Kontaktsystems wird ein sich ausbildender Lichtbogen zu- verlässig und betriebssicher verlöscht. Durch das Schließen oder leitend Schalten des Halbleiterschalters wird die Schaltstrecke des Kontaktsystems kurzgeschlos- sen, wodurch der Lichtbogenstrom über den Halbleiterschalter und die Wider- standskaskade kommutiert und dadurch verlöscht wird. Durch die erfindungsgemäße Trennvorrichtung ist insbesondere ein besonders bauraumsparendes und kompaktes Trennschaltersystem realisiert. Dies überträgt sich in der Folge besonders vorteilhaft auf eine beengte Einbausituation in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeugs. Bei einer Anwendung der Trennvorrichtung in einem Bordnetz ist es beispielswei- se denkbar, dass die Widerstandskaskade bzw. der mindestens eine Widerstand zusätzlich als ein Lade- und/oder Entladewiderstand für einen Zwischenkreiskon- densator nutzbar ist. In einer vorteilhaften Ausführung ist die Widerstandskaskade als ein kaskadie- render Ausschaltüberspannungsbegrenzer (Überspannungsbegrenzer) ausgebil- det. Dadurch ist eine zuverlässige und betriebssichere Verlöschung von Lichtbö gen gewährleistet. In einer geeigneten Weiterbildung weist die Widerstandskaskade mindestens ei- nen zweiten Halbleiterschalter auf, welcher dem mindestens einen Widerstand in Reihe geschaltet ist. Vorzugsweise weist die Widerstandskaskade hierbei mehre- rer solcher Widerstands- und Halbleiterschalterpaarungen auf, welche

kaskadierend nacheinander geschaltet sind. Dadurch ist es möglich, einen auftre- tenden Strom schrittweise oder sukzessive zu Null zu zwingen. Vorzugsweise ist es hierbei vorgesehen, dass der oder jeder zweite Halbleiterschalter im Wesentli- chen zeitgleich zu dem ersten Halbleiterschalter leitend geschaltet wird.

In einer ersten bevorzugten Ausbildung ist der Hybridschalter, insbesondere des- sen mechanisches Kontaktsystem, mittels einer Reihenschaltung der Wider- standskaskade mit einem dritten Halbleiterschalter kurzschließbar. Dadurch wer- den trotz einer fehlenden galvanischen Trennung gefährliche Berührungsspan- nungen am Kontaktsystem zuverlässig vermieden. Dadurch ist ein besonders ef- fektiver und betriebssicherer Personenschutz (Fingersicherheit) gewährleistet.

In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist der oder jeder Halbleiterschalter an- steuerseitig an einen gemeinsamen Controller geführt. Der Controller ist hierbei insbesondere als eine gemeinsame Steuereinheit für den ersten, den zweiten und den dritten Halbleiterschalter ausgeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Halbleiterschalter gemeinsam und zuverlässig geschaltet werden. Somit ist eine besonders betriebssichere und schnelle Verlöschung des Lichtbogens gewährleis- tet.

Der Controller ist allgemein programm- und/oder schaltungstechnisch zur An- steuerung der Halbleiterschalter im Zuge eines Schließ- oder Öffnungsvorgangs des mechanischen Kontaktsystems geeignet und eingerichtet. Der Controller ist somit konkret dazu eingerichtet, bei einem Schließvorgang, bei welchem die Kon- takte des Kontaktsystems geschlossen werden, die Halbleiterschalter derart anzu- steuern, dass das Kontaktsystem spannungslos eingeschaltet werden kann. Bei einem Öffnungsvorgang steuert der Controller die Halbleiterschalter derart an, dass ein Lichtbogen zwischen den sich öffnenenden Kontakten des Kontaktsys- tems zuverlässig und zeitnah verlöscht wird, und ein Berührungsschutz, insbe- sondere im Sinne einer ausreichenden„Fingersicherheit“, gewährleistet ist.

In bevorzugter Ausgestaltung ist der Controller zumindest im Kern durch einen Microcontroller mit einem Prozessor und mit einem Datenspeicher gebildet, in dem die Funktionalität zur Durchführung der Ansteuerung in Form einer Betriebs- Software (Firmware) programmtechnisch implementiert ist, sodass die Ansteue- rung - gegebenenfalls in Interaktion mit einem Benutzer - bei Ausführung der Be- triebssoftware in dem Microcontroller automatisch durchgeführt wird. Der Controller kann im Rahmen der Erfindung alternativ aber auch durch ein nicht programmierbares elektronisches Bauteil, z.B. einen anwendungsspezifischen Schaltkreis (ASIC), gebildet sein, in dem die Funktionalität zur Ansteuerung des Verfahrens mit schaltungstechnischen Mitteln implementiert ist. In einer besonders betriebssicheren Ausbildung ist dem Hybridschalter eine Über- stromschutzeinrichtung vorgeschaltet. Dadurch wird die Schaltaufgabe der Trenn- vorrichtung unter Last von den Halbleiterschaltern und im Kurzschlussfall von der Überstromschutzeinrichtung übernommen. Insbesondere ist hierdurch eine siche- re galvanische Unterbrechung des Strompfades im Fehlerfall gewährleistet.

In einer vorteilhaften Ausführung ist die Überstromschutzeinrichtung als eine Schnellsicherung, beispielsweise in Form eines stromführenden Dehn- oder Schmelzdrahtes, ausgeführt. Dadurch ist eine galvanische Trennung des Strom- pfades im Fehlerfall sichergestellt.

Ein zusätzlicher oder weiterer Aspekt der Erfindung sieht die Anwendung der vor- stehend beschriebenen Trennvorrichtung in einem Bordnetz eines Kraftfahrzeugs vor. Das Bordnetz weist hierbei einen Gleichstromkreis mit einem Energiespeicher und mindestens einen Strompfad auf. Der Energiespeicher ist beispielsweise als ein elektrochemisches Batteriesystem ausgeführt, welche als Gleichstromquelle an den Strompfad angeschlossen ist. Der Strompfad ist hierbei beispielsweise an einen Zwischenkreis des Bordnetzes geführt. Die Trennvorrichtung ist hierbei in den Strompfad verschaltet. Dadurch ist ein besonders betriebssicheres und zuver- lässig abschaltbares Bordnetz realisiert.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt die einzige Figur in einer schematischen und verein- fachten Darstellung ein Bordnetz für ein Kraftfahrzeug, mit einer Trennvorrichtung zur Unterbrechung eines Gleichstromkreises.

Die Figur zeigt in schematischer und vereinfachter Darstellung ein Kraftfahrzeug 2. Das Kraftfahrzeug 2 weist ein ausschnittsweise dargestelltes Bordnetz 4 auf. Das Bordnetz 4 ist mit einem elektrochemischen Batteriesystem 6 als Energie- speicher oder Gleichstromquelle ausgeführt. An die Pole des Batteriesystems 6 ist jeweils ein Strompfad 8, 10 angeschlossen. Der an den Pluspol des Batteriesys- tems 6 geführte Strompfad 8 ist nachfolgend auch als Pluspfad und der an den Minuspol der an das Batteriesystem 6 geführte Strompfad 10 ist nachfolgend ent- sprechend auch als Minuspfad bezeichnet.

In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Trennvorrichtung 12 zur Gleich- Stromunterbrechung in dem Pluspfad 8 verschaltet. Die Trennvorrichtung 12 weist einen Hybridschalter 14 und eine diesem vorgeschalteten Überstromschutzein- richtung 16 auf. Die Überstromschutzeinrichtung 16 ist hierbei beispielsweise als eine Schmelzsicherung ausgeführt. Der Hybridschalter 14 weist ein stromführendes mechanisches Kontaktsystem 18 in Form eines Schalters auf, dem ein Halbleiterschalter 20 parallel geschaltet ist. Parallel zu dem Halbleiterschalter 20 und zu der Schaltstrecke des Kontaktsys- tems 18 ist weiterhin eine Widerstandskaskade 22 als kaskadierende Ausschalt- überspannungsbegrenzer der Trennvorrichtung 12 verschaltet.

In dem gezeigten Ausführungsbeispiel weist die Widerstandskaskade 22 einen ohmschen Widerstand 24 und einen hierzu in Reihe geschalteten Halbleiterschal- terschalter 26 auf. In Reihe zu der Widerstandskaskade 22 ist ein weiter Halblei- terschalter 28 verschaltet, welcher ausgangsseitig an den Minuspfad 10 geführt ist. Die Halbleiterschalter 20, 26, 28 sind ansteuersteuerseitig an einen gemein- samen Controller 30 geführt.

Die Halbleiterschalter 20, 26 und 28 sind als Leistungshalbleiter, insbesondere als Transistoren, vorzugsweise als IGBTs (Insulated-Gate Bipolar Transistor) ausge- führt. Die Eingangs- oder Kollektoranschlüsse der Halbleiterschalter 20 und 26 sind hierbei zwischen der Überstromschutzeinrichtung 16 und dem Kontaktsystem 18 verschaltet. Der Ausgangs- oder Emitteranschluss des Halbleiterschalters 26 ist hierbei zwischen den Widerstand 24 und den Eingangs- oder Kollektoran- schluss des Halbleiterschalters 28 geschaltet. Der Halbleiterschalter 28 ist aus- gangs- oder emitterseitig an den Minuspfad 10 geführt.

Im eingeschalteten oder stromführenden Betrieb der Trennvorrichtung 12 sind die Halbleiterschalter 20, 26 und 28 ausgeschaltet, also sperrend oder elektrisch nicht leitend geschaltet, und das mechanische Kontaktsystem 18 ist geschlossen. Da- durch wird ein Gleichstrom des Batteriesystems 6 lediglich über die mechanischen Kontakte des Kontaktsystems 18 geführt. Dadurch sind besonders geringe Durch- lassverluste der Trennvorrichtung 12 gewährleistet.

Im Zuge eines Ausschaltvorgangs, also eines Trennvorgangs der Trennvorrich- tung 12, wird das stromdurchflossene Kontaktsystem 18 geöffnet. Bei einem Öff- nen des Kontaktsystems 18 bildet sich ein Lichtbogen aufgrund der anliegenden Betriebs- oder Bordnetzspannung des Bordnetzes 4 aus.

Bei einem Öffnen des Kontaktsystems 18 schaltet der Controller 30 den Halblei- terschalter 20 leitend, so dass der auftretende Lichtbogenstrom auf den Halblei- terschalter 20 kommutiert und dadurch verlöscht. Der Controller 30 schaltet im Wesentlichen zeitgleich zum Halbleiterschalter 20 auch den Halbleiterschalter 26 der Widerstandskaskade 22 ein.

Sobald die Schaltstrecke des Kontaktsystems 18 eine ausreichende elektrische Festigkeit aufweist, wird der Halbleiterschalter 20 abgeschaltet, wodurch der Strom durch die Widerstandskaskade 22 schrittweise über den Widerstand 24 zu Null gezwungen wird. Unter einer ausreichenden elektrischen Festigkeit ist hierbei insbesondere ein Verlöschen des Lichtbogens zu verstehen. Um trotz einer feh- lenden galvanischen Trennung personengefährliche Berührungsspannungen am Kontaktsystem 18 zuverlässig zu vermeiden, wird der Halbleiterschalter 28 von dem Controller 30 leitend geschaltet. Dadurch wird das Kontaktsystem 18 durch die Reihenschaltung aus dem Widerstand 24 und dem Halbleiterschalter 28 kurz- geschlossen. Die Reihenschaltung bildet somit eine niederohmige Verbindung zwischen dem Pluspfad 8 und dem Minuspfad 10. Bei einem Fehlerfall würde so- mit die Überstromschutzeinrichtung 16 auslösen, und dadurch den Pluspfad 8 zu- verlässig und betriebssicher galvanisch unterbrechen. Bei einem Einschaltvorgang der Trennvorrichtung 12 wird zunächst der Halbleiter schalter 28 von dem Controller 30 ausgeschaltet, also sperrend angesteuert. Im Anschluss wird der Halbleiterschalter 26 eingeschaltet und somit ein an dem Bordnetz 4 angeschlossener Last- oder Zwischenkreis über den Widerstand 24 der Widerstandskaskade 22 vorgeladen. Ist der dabei fließende Ladestrom auf einen gewissen Wert abgeklungen, wird der Halbleiterschalter 20 von dem Con- troller 30 eingeschaltet. Zur Überwachung des Ladestroms weist der Controller 30 beispielsweise einen nicht näher dargestellten Strommesser im Pluspfad 8 auf.

Durch den leitend geschalteten Halbleiterschalter 20 wird das mechanische Kon- taktsystem 18 überbrückt, wodurch dieser spannungslos zugeschaltet werden kann. Dadurch ist ein Verschließen der mechanischen Kontakte des Kontaktsys- tems 18 zuverlässig und einfach vermieden. Aufgrund der geringeren Durchlass- Spannung der mechanischen Schaltstrecke kommutiert der Strom somit vollstän- dig von dem Halbleiterschalter 20 auf das Kontaktsystem 18. Abschließend wer- den die Halbleiterschalter 20 und 26 stromlos von dem Controller 30 ausgeschal- tet. Die Halbleiterschalter 20, 26 und 28 werden somit im Betrieb der Trennvorrichtung 12 lediglich kurzzeitigen und niedrigen Belastungen ausgesetzt. Dadurch werden Wärmeverluste der Halbleiterschalter 20, 26 und 28 reduziert, wodurch auf einen Kühlkörper der Trennvorrichtung 12 im Wesentlichen verzichtet werden kann. Die Schaltaufgabe der Trennvorrichtung 12 wird unter Last von den Halbleiter- schaltern 22, 26 und 28 und in einem Kurzschluss oder Fehlerfall von der Über- stromschutzeinrichtung 16 übernommen. Dadurch ist es möglich, die Schaltstelle des Kontaktsystems 18 lediglich hinsichtlich der zu führenden Ströme des Bord- netzes zu dimensionieren.

Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel be- schränkt. Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fach- mann hieraus abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlas- sen. Insbesondere sind ferner alle im Zusammenhang mit dem Ausführungsbei- spiel beschriebenen Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombi- nierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere ist es beispielsweise denkbar, dass die Widerstandskaskade 22 mehrere kaskadierend geschaltete Paarungen von Widerständen 24 und Halblei- terschaltern 26 aufweist, sodass die Widerstände 24 mittels der Halbleiterschalter 26 schrittweise oder sukzessive hinzu- oder weggeschaltet werden können. Da- durch ist eine besonders effektive und betriebssichere Abführung von Wärmever- lusten im Zuge der Stromkommutierung ermöglicht.

Bezugszeichenliste

2 Kraftfahrzeug

4 Bordnetz

6 Batteriesystem/Energiespeicher

8 Strompfad/Pluspfad

10 Strompfad/Minuspfad

12 Trennvorrichtung

14 Hybridschalter

16 Überstromschutzeinrichtung

18 Kontaktsystem

20 Halbleiterschalter

22 Widerstandskaskade

24 Widerstand

26 Halbleiterschalter

28 Halbleiterschalter

30 Controller