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Patent Searching and Data


Title:
SHEET-FED PRINTING PRESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/072612
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sheet-fed printing press having a feeder, a deliverer and at least one sheet guiding cylinder which is arranged between the feeder and the deliverer, has a gripper system, and is assigned a digital printing device and a first sheet guiding device which receives sheets from the sheet guiding cylinder. The invention is based on the object of providing a sheet-fed printing press which can be used in a relatively variable manner and by way of which, in particular, a relatively great spectrum of different products can be produced. According to the invention, the object is achieved by virtue of the fact that the first sheet guiding device (12) is configured for the selective transfer of the sheets to a second sheet guiding device (8) which transfers the sheets to the sheet guiding cylinder (3), or for the transfer to the deliverer (11), wherein the second sheet guiding device (8) is configured as a turner device (8) and can be switched over between an operating mode, in which it turns the sheets, and an operating mode, in which it feeds the sheets in a non-turned state to the sheet guiding cylinder (3).

Inventors:
PATZELT, Bernd (Muldenweg 2, Meißen, 01662, DE)
SAMMECK, Ralf (Weinbergstr. 46, Radebeul, 01445, DE)
Application Number:
EP2018/076654
Publication Date:
April 18, 2019
Filing Date:
October 01, 2018
Export Citation:
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Assignee:
KOENIG & BAUER AG (Friedrich-Koenig-Str. 4, Würzburg, 97080, DE)
International Classes:
B41J3/60; B41J11/00; B41J13/22; B65H85/00; B41J25/00
Domestic Patent References:
WO2016181914A12016-11-17
WO2015060060A12015-04-30
Foreign References:
DE102016200652A12016-08-11
US20120098880A12012-04-26
JP2014177314A2014-09-25
DE102015216728A12016-03-24
DE102016202124A12016-09-22
DE19757163A11999-06-24
DE102012017436A12014-03-06
Attorney, Agent or Firm:
KOENIG & BAUER AG (Lizenzen - Patente, Friedrich-List-Str. 47, Radebeul, 01445, DE)
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Claims:
Ansprüche

1 . Bogendruckmaschine mit einem Anleger (1 ), einer Auslage (1 1 ) und mindestens einem zwischen dem Anleger (1 ) und der Auslage (1 1 ) angeordneten mindestens ein Greifersystem aufweisenden Bogenführungszylinder (3), dem eine

Digitaldruckeinrichtung (4) und eine Bogen vom Bogenführungszylinder (3) abnehmende erste Bogenführungseinnchtung (12) zugeordnet sind,

wobei die erste Bogenführungseinnchtung (12) zur wahlweisen Übergabe der Bogen an eine zweite Bogenführungseinnchtung (8), die die Bogen an den Bogenführungszylinder (3) übergibt, oder zur Übergabe an die Auslage (1 1 ) ausgebildet ist, wobei die zweite Bogenführungseinnchtung (8) als

Wendeeinrichtung (8) ausgebildet ist und zwischen einer Betriebsart, in der sie die Bogen gewendet, und einer Betriebsart, in der sie die Bogen nicht gewendet, dem Bogenführungszylinder (3) zuführt, umschaltbar ist und

wobei die erste Bogenführungseinnchtung (12) als Kettenfördersystem ausgebildet ist und dem Kettenfördersystem mindestens ein Trockner (7) zugeordnet ist, und/oder wobei die Wendeeinrichtung (8) einen ersten Transferzylinder (13) aufweist, der in einer Betriebsart Bogen an einen zweiten Transferzylinder (14) übergibt und in einer weiteren Betriebsart Bogen an eine Wendetrommel (15) übergibt.

2. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , wobei die Wendeeinrichtung (8) einen ersten Transferzylinder (13) und eine Wendetrommel (15) mit einem

Zangengreifersystem aufweist, das zwischen zwei Betriebsarten umschaltbar ist, wobei das Zangengreifersystem in einer Betriebsart die Vorderkante eines jeweiligen Bogens von dem ersten Transferzylinder (13) übernimmt und das Zangengreifersystem in einer weiteren Betriebsart die Hinterkante eines jeweiligen Bogens von dem ersten Transferzylinder (13) übernimmt. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, wobei dem Bogenführungszylinder (3) ein Primerwerk (5) und/oder ein Lackwerk (6) zugeordnet ist.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , wobei der Trockner (7) als Infrarottrockner und/oder als Thermolufttrockner ausgebildet ist.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3 oder 4, wobei der Anleger (1 ) neben der Auslage (1 1 ) angeordnet ist.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4 oder 5, wobei der

Bogenführungszylinder (3) und die erste Bogenführungseinrichtung (12) oberhalb des Anlegers (1 ) und/oder der Auslage (1 1 ) angeordnet sind.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5 oder 6, wobei der

Bogenführungszylinder (3) einfach- oder zweifach- oder dreifach- oder vierfachgroß ausgebildet ist und mindestens ein Greifersystem zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen und mindestens ein Haltesystem zum Fixieren der Bogen in einem von ihren Vorderkanten beabstandeten Bereich aufweist.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6 oder 7, wobei der

Bogenführungszylinder (3) eine gerade Anzahl von Greifersystemen zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen aufweist und sich an jedes Greifersystem ein als Bogenführungsfläche ausgebildeter Mantelbereich des Bogenführungszylinders (3) anschließt, wobei mindestens eine Bogenführungsfläche geschlossen ist und mindestens eine Bogenführungsfläche mit Saugluft beaufschlagbare Öffnungen aufweist.

9. Bogendruckmaschine mit einem Anleger (1 ), einer Auslage (1 1 ) und mindestens einem zwischen dem Anleger (1 ) und der Auslage (1 1 ) angeordneten mindestens ein Greifersystem aufweisenden Bogenführungszylinder (3), dem eine

Digitaldruckeinrichtung (4) und eine Bogen vom Bogenführungszylinder (3) abnehmende erste Bogenführungseinrichtung (12) zugeordnet sind,

wobei die erste Bogenführungseinrichtung (12) zur wahlweisen Übergabe der Bogen an eine zweite Bogenführungseinrichtung (8), die die Bogen an den

Bogenführungszylinder (3) übergibt, oder zur Übergabe an die Auslage (1 1 ) ausgebildet ist, wobei dem Bogenführungszylinder (3) ein Primerwerk (5) und/oder ein Lackwerk (6) zugeordnet ist.

10. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8 oder 9, wobei das Lackwerk (6) eine mit einem Kammerrakel zusammenwirkende Rasterwalze und einen

Lackformzylinder aufweist und/oder das Primerwerk (5) als Flexod ruckwerk ausgebildet ist.

1 1 . Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10, wobei das

Lackwerk (6) und/oder das Primerwerk (5) dem Bogenführungszylinder (3) zwischen der Digitaldruckeinrichtung (4) und der ersten Bogenführungseinrichtung (12) zugeordnet sind.

12. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10, wobei das Lackwerk (6) dem Bogenführungszylinder (3) zwischen der Digitaldruckeinrichtung (4) und der ersten Bogenführungseinrichtung (12) und das Primerwerk (5) dem

Bogenführungszylinder (3) zwischen der zweiten Bogenführungseinrichtung (8) und der Digitaldruckeinrichtung (4) zugeordnet ist.

13. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 oder 12, wobei die zweite Bogenführungseinrichtung (8) als Wendeeinrichtung (8) ausgebildet ist und zwischen einer Betriebsart, in der sie die Bogen gewendet, und einer Betriebsart, in der sie die Bogen nicht gewendet, dem Bogenführungszylinder (3) zuführt, umschaltbar ist.

14. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12 oder 13, wobei die erste Bogenführungseinrichtung (12) als Kettenfördersystem ausgebildet ist und dem Kettenfördersystem mindestens ein als Infrarottrockner und/oder als

Thermolufttrockner ausgebildeter Trockner (7) zugeordnet ist.

15. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13 oder 14, wobei der Anleger (1 ) neben der Auslage (1 1 ) angeordnet ist.

16. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14 oder 15, wobei der Bogenführungszylinder (3) und die erste Bogenführungseinrichtung (12) oberhalb des Anlegers (1 ) und/oder der Auslage (1 1 ) angeordnet sind.

17. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15 oder 16, wobei der Bogenführungszylinder (3) einfach- oder zweifach- oder dreifach- oder vierfachgroß ausgebildet ist und mindestens ein Greifersystem zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen und mindestens ein Haltesystem zum Fixieren der Bogen in einem von ihren Vorderkanten beabstandeten Bereich aufweist.

18. Bogendruckmaschine nach Anspruch 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16 oder 17, wobei der Bogenführungszylinder (3) eine gerade Anzahl von

Greifersystemen zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen aufweist und sich an jedes Greifersystem ein als Bogenführungsfläche ausgebildeter Mantelbereich des Bogenführungszylinders (3) anschließt, wobei mindestens eine Bogenführungsfläche geschlossen ist und mindestens eine Bogenführungsfläche mit Saugluft beaufschlagbare Öffnungen aufweist.

19. Bogendruckmaschine mit einem Anleger (1 ), einer Auslage (1 1 ) und mindestens einem zwischen dem Anleger (1 ) und der Auslage (1 1 ) angeordneten mindestens ein Greifersystem aufweisenden Bogenführungszylinder (3), dem eine

Digitaldruckeinrichtung (4) und eine Bogen vom Bogenführungszylinder (3) abnehmende erste Bogenführungseinrichtung (12) zugeordnet sind,

wobei die erste Bogenführungseinrichtung (12) zur wahlweisen Übergabe der Bogen an eine zweite Bogenführungseinrichtung (8), die die Bogen an den

Bogenführungszylinder (3) übergibt, oder zur Übergabe an die Auslage (1 1 ) ausgebildet ist, wobei die erste Bogenführungseinrichtung (12) den

Bogenführungszylinder (3) in einem Umfangsbereich größer als 180 Grad umschließt und als Kettenfördersystem oder Bänderfördersystem ausgebildet ist und dem Kettenfördersystem oder Bänderfördersystem mindestens ein Trockner (7) zugeordnet ist, der als Infrarottrockner und/oder als Thermolufttrockner ausgebildet ist und wobei die zweite Bogenführungseinrichtung (8) als Wendeeinrichtung (8) ausgebildet ist und zwischen einer Betriebsart, in der sie die Bogen gewendet, und einer Betriebsart, in der sie die Bogen nicht gewendet, dem Bogenführungszylinder (3) zuführt, umschaltbar ist.

20. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 oder 19, wobei dem Bogenführungszylinder (3) oder jedem

Bogenführungszylinder (3) ein Primerwerk (5) und/oder ein Lackwerk (6) zugeordnet ist.

21 . Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 oder 20, wobei der Anleger (1 ) neben der Auslage (1 1 ) angeordnet ist.

22. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20 oder 21 , wobei der Bogenführungszylinder (3) und die erste Bogenführungseinrichtung (12) oberhalb des Anlegers (1 ) und/oder der Auslage (1 1 ) angeordnet sind.

23. Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21 oder 22, wobei der Bogenführungszylinder (3) einfach- oder zweifach- oder dreifach- oder vierfachgroß ausgebildet ist und mindestens ein Greifersystem zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen und mindestens ein Haltesystem zum Fixieren der Bogen in einem von ihren Vorderkanten

beabstandeten Bereich aufweist.

Bogendruckmaschine nach Anspruch 1 , 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1 1 , 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21 , 22 oder 23, wobei der Bogenführungszylinder (3) eine gerade Anzahl von Greifersystemen zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen aufweist und sich an jedes Greifersystem ein als Bogenführungsfläche ausgebildeter

Mantelbereich des Bogenführungszylinders (3) anschließt, wobei mindestens eine Bogenführungsfläche geschlossen ist und mindestens eine Bogenführungsfläche mit Saugluft beaufschlagbare Öffnungen aufweist.

Description:
Bogendruckmaschine

Die Erfindung betrifft eine Bogendruckmaschine mit einem Anleger, einer Auslage und mindestens einem zwischen dem Anleger und der Auslage angeordneten ein

Greifersystem aufweisenden Bogenführungszylinder, dem eine Digitaldruckeinrichtung und eine Bogen vom Bogenführungszylinder abnehmende erste

Bogenführungseinrichtung zugeordnet sind.

Aus der DE 10 2015 216 728 A1 ist eine Vorrichtung zum Zuführen von Bogen bekannt, die Bestandteil einer Bogenrotationsdruckmaschine ist. Die Bogenrotationsdruckmaschine umfasst eine Inkjetdruckeinheit und einen als Inkjetzylinder bezeichneten

Bogenführungszylinder, dem die Inkjetdruckeinheit zugeordnet ist. Auf dem Inkjetzylinder werden Bogen bedruckt, die mit einem Anleger von einem Stapel vereinzelt und über zwei Übergabetrommeln dem Inkjetzylinder zugeführt werden. Die Bogendruckmaschine umfasst des Weiteren eine Übergabetrommel, die einen jeweiligen Bogen vom

Inkjetzylinder übernimmt und über weitere Transportelemente an einen Ausleger übergibt. Die Übergabetrommel kann auch als Speichertrommel betrieben werden und führt in diesem Fall einen auf einer Seite bedruckten Bogen einer Wendetrommel zu, die den Bogen wendet und zum Bedrucken der unbedruckten Seite des Bogens über weitere Transportelemente dem Inkjetzylinder wiederholt zuführt. Ein wiederholtes Bedrucken ein und derselben Seite eines Bogens sowie ein Primern vor dem Druck in einem

Maschinendurchlauf sind nicht möglich.

Die DE 10 2016 202 124 A1 offenbart eine Duplexdigitaldruckmaschine in

Reihenbauweise mit modularem Aufbau zur Bearbeitung von Bogen mit einem

Bogenanlegemodul, einem Druckmodul und einem Bogenauslegemodul. Die

Duplexdigitaldruckmaschine verfügt über eine zwischen dem Bogenanlegemodul und dem Bogenauslegemodul angeordnete Bogenrückführung mit der einseitig von Druckköpfen bedruckte Bogen wiederholt den Druckköpfen zugeführt werden können. Der Bogentransport erfolgt im Bereich der Druckköpfe in einer Ebene unter Verwendung von Transportbändern. Im Transportpfad der Bogenrückführung ist eine Wendetasche angeordnet, die die rückgeführten Bogen wendet, um ein Bedrucken der zweiten Seite der Bogen zu ermöglichen. Auch bei der aus der DE 10 2016 202 124 A1 bekannten

Vorrichtung ist ein wiederholtes Bedrucken ein und derselben Seite eines Bogens sowie ein Primern vor dem Druck in einem Maschinendurchlauf nicht möglich.

Aus der DE 197 57 163 A1 ist eine Bogendruckmaschine mit mehreren in einer Reihe angeordneten Stationen, zu denen ein Anleger, ein digitales Druckwerk, eine

Nachverarbeitungseinheit und ein Ausleger gehören, bekannt. Das digitale Druckwerk umfasst eine beispielsweise als Inkjetdrucker ausgebildete Digitaldruckeinheit, die einem Transportband zugeordnet ist und einen eben auf dem Transportband transportierten Bogen bedruckt. Zwischen dem Druckwerk und dem Ausleger ist ein gemeinsamer Bogentransportweg ausgebildet, den jeder Bogen durchläuft.

Die Bogendruckmaschine weist eine Bogenweiche auf, mit der Bogen wahlweise über einen Rücktransportweg in eine Probebogenauslage oder in eine Wendetasche geleitet werden können. Ein in die Wendetasche geleiteter Bogen wird mit der Rückseite nach oben wieder auf das Transportband befördert, um die Rückseite bedrucken zu können.

Die DE 10 2012 017 436 A1 beschreibt eine Douplex-Druckmaschine mit einem Anleger, einem Ausleger und mindestens zwei Druckwerken. Jedes Druckwerk verdruckt eine Farbe und weist jeweils einen das Druckbild tragenden zweifach großen Gummizylinder, eine das Druckbild digital erzeugende Vorrichtung, z. B. einen Inkjetkopf, einen ersten Trockner und einen zweiten Trockner auf. Jeder Gummizylinder wirkt mit einem dreifach großen drei Greiferreihen aufweisenden Druckzylinder zusammen, auf welchem der Bogen das Druckbild vom Gummizylinder erhält. Die das Druckbild digital erzeugenden Vorrichtungen sind jeweils dem Gummizylinder zugeordnet. Zwischen den Druckzylindern der Druckwerke sind jeweils zwei parallel angeordnete Übergabetrommeln angeordnet. Die Bogen werden von den Übergabetrommeln zwischen den Druckzylindern gefördert und derart übergeben, dass sie sich abhängig von der Betriebsart vom Anleger in

Richtung Ausleger oder in umgekehrter Richtung bewegen. Der Druckzylinder des letzten Druckwerks kann eine Wendeeinrichtung aufweisen, die einseitig im letzten Druckwerk bedruckte Bogen wendet und dem letzten Druckzylinder gewendet zum Bedrucken der anderen Seite oder zur Übergaben an den Druckzylinder eines vorgelagertem Druckwerk zuführt.

Bei den aus der DE 197 57 163 A1 und der DE 10 2012 017 436 A1 bekannten

Vorrichtungen ist ein wiederholtes Bedrucken ein und derselben Seite eines Bogens sowie ein Primern vor dem Druck in einem Maschinendurchlauf nicht möglich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bogendruckmaschine zu schaffen, die variabler einsetzbar ist und mit der insbesondere ein größeres Spektrum unterschiedlicher Produkte produziert werden kann.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Bogendruckmaschine mit den Merkmalen der unabhängigen Vorrichtungsansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Zeichnung und der Beschreibung.

Figur 1 zeigt eine Bogendruckmaschine.

Die Bogendruckmaschine weist einen Anleger 1 , eine Auslage 1 1 und mindestens einen zwischen dem Anleger 1 und der Auslage 1 1 angeordneten Bogenführungszylinder 3 auf. Der Anleger 1 kann in an sich bekannter Weise als Bogenanleger, insbesondere als Vorderkantentrenner oder als Hinterkantentrenner ausgebildet sein. Eine Ausbildung als Rollenanleger mit Querschneider ist ebenfalls möglich. Der Anleger 1 dient dem

Vereinzeln von Bogen von einem Stapel und führt die Bogen direkt oder über ein zwischengeschaltetes Beschleunigungssystem, insbesondere eine Schwinganlage 2, und/oder ein Bogentransportsystem, insbesondere eine Trommel, vereinzelt dem Bogenführungszylinder 3 zu. Zur Aufnahme der Bogen weist der Anleger 1 vorzugsweise eine an Ketten aufgehängte Stapeltragplatte auf, die über einen Stapelhubantrieb vertikal verlagerbar ist und auf der ein Stapelträger, insbesondere als Palette ausgebildet, positioniert werden kann. Der Stapelträger kann einen Stapel einseitig bedruckter, teilbedruckter oder unbedruckter Bogen aufnehmen.

Der Bogenführungszylinder 3 kann einfachgroß mit einem Greifersystem oder mehrfachgroß ausgebildet sein. Die mehrfachgroße Ausbildung kann insbesondere zweifachgroß mit zwei Greifersystemen oder dreifachgroß mit drei Greifersystemen oder vierfachgroß mit vier Greifersystemen erfolgen. Ein einzelnes, mehrere oder alle Greifersysteme können als Klemmgreifer oder als Sauggreifer ausgebildet sein. Vorzugsweise ist mindestens ein Greifersystem zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen vorgesehen und mindestens ein Haltesystem zum Fixieren der Bogen in einem von ihren Vorderkanten beabstandeten Bereich ausgebildet. Falls mehrere Greifersysteme zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen am Bogenführungszylinder 3 vorgesehen sind, kann korrespondierend zu jedem Greifersystem zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen auch ein Haltesystem zum Fixieren der Bogen in einem von ihren Vorderkanten beabstandeten Bereich am Bogenführungszylinder 3 ausgebildet sein.

Das eine oder jedes Haltesystem kann durch in einer jeweiligen Bogenführungsfläche des Bogenführungszylinders 3 ausgebildete, mit Saugluft beaufschlagbare Öffnungen gebildet sein.

Der Bogenführungszylinder 3 weist bevorzugt eine gerade Anzahl von Greifersystemen zum Fixieren der Vorderkanten der Bogen auf, wobei sich an jedes Greifersystem ein als Bogenführungsfläche ausgebildeter Mantelbereich des Bogenführungszylinders 3 anschließen kann und wobei mindestens eine Bogenführungsfläche geschlossen ist und mindestens eine Bogenführungsfläche mit Saugluft beaufschlagbare Öffnungen aufweist.

Durch die Anordnung von unterschiedlich ausgestalteten und abwechselnd angeordneten auch als Bogenführungssättel bezeichneten Bogenführungsflächen auf einem geradzahligfachen Bogenführungszylinder 3 kann einerseits auf die Anforderungen für das Lackieren (vollflächiger Gegendruck) und andererseits auf die Anforderungen für den Inkjetdruck (innig gehaltene Bedruckstoffführung am Zylindermantel durch Saug-, Haftoder/und Zugkräfte) optimal Rechnung getragen werden.

Dem Bogenführungszylinder 3 sind vorzugsweise eine Digitaldruckeinrichtung 4 und eine Bogen vom Bogenführungszylinder 3 abnehmende erste Bogenführungseinrichtung 12 zugeordnet. Die Digitaldruckeinrichtung 4 ist vorzugsweise als eine pixelansteuerbare Druckeinrichtung, insbesondere als Laserdruckeinrichtung oder als Inkjetdruckeinrichtung, ausgebildet.

Die erste Bogenführungseinrichtung 12 kann als Kettenfördersystem oder

Bänderfördersystem ausgebildet sein und über hintere und vordere Umlenkräder 16, 17 oder Kettenräder 16, 17 mit umlaufenden Ketten oder Bänder aufweisen. An den Ketten sind vorzugsweise Greifereinrichtungen angeordnet, die mit den Ketten umlaufen und auch als Greiferbrücken bezeichnet werden. Statt der Ketten können auch Saugbänder vorgesehen sein, an denen die zu transportierenden Bogen unter der Wirkung

anliegenden Unterdruckes gehalten werden. Zur Führung der Ketten oder Saugbänder können Umlenkräder 16, 17 und/oder Führungsbahnen vorgesehen sein. Die

Führungsbahnen sind vorzugsweise seitlichen Gestellteilen oder Gestellwandnungen zugeordnet. Die erste Bogenführungseinrichtung 12 ist vorzugsweise derart geführt, dass sie den Bogenführungszylinder 3 in einem Umfangsbereich (Umfangswinkel) des

Bogenführungszylinders 3 umschließt, der größer als 180 Grad, insbesondere größer als 270 Grad ist. Mit anderen Worten ist der Bogenführungszylinder 3 von einer linearen Bogenführungsstrecke, die durch die erste Bogenführungseinrichtung 12 gebildet ist, eingeschlungen.

Die erste Bogenführungseinrichtung 12 ist vorzugsweise zur wahlweisen Übergabe der Bogen an eine zweite Bogenführungseinrichtung 8, die die vom Bogenführungszylinder 3 abgenommenen Bogen wiederholt an den Bogenführungszylinder 3 übergibt oder zur Übergabe an die Auslage 1 1 ausgebildet ist. In einer ersten Betriebsart können alle Bogen einer Bogenfolge an die Auslage 1 1 , in einer zweiten Betriebsart können alle Bogen einer Bogenfolge an die zweite Bogenführungseinrichtung 8 und in einer dritten Betriebsart können die Bogen einer Bogenfolge gemäß einer festgelegten Taktung abwechselnd an die Auslage 1 1 oder an die zweite Bogenführungseinrichtung 8 übergeben werden.

Die zweite Bogenführungseinrichtung 8 ist vorzugsweise als Wendeeinrichtung 8 ausgebildet und zwischen einer Betriebsart, in der sie die Bogen gewendet, und einer Betriebsart, in der sie die Bogen nicht gewendet, dem Bogenführungszylinder 3 zuführt, umschaltbar.

Die Wendeeinrichtung 8 kann gemäß einer ersten Ausführungsform einen ersten

Transferzylinder 13 aufweisen, der in einer Betriebsart Schöndruck Bogen an einen zweiten Transferzylinder 14 zur Weitergabe an den Bogenführungszylinder 3 und in einer weiteren Betriebsart Schön-und Widerdruck Bogen an eine Wendetrommel 15 zum Wenden und zur Weitergabe an den Bogenführungszylinder 3 übergibt.

Die Wendeeinrichtung 8 kann gemäß einer zweiten Ausführungsforme einen ersten Transferzylinder 13 und eine Wendetrommel 15 mit einem Zangengreifersystem aufweisen, das zwischen zwei Betriebsarten umschaltbar ist. In der Betriebsart

Schöndruck übernimmt das Zangengreifersystem die Vorderkante eines jeweiligen Bogens von dem ersten Transferzylinder 13 und übergibt sie an den

Bogenführungszylinder 3 und in der Betriebsart Schön-und Widerdruck übernimmt das Zangengreifersystem die Hinterkante eines jeweiligen Bogens von dem ersten

Transferzylinder 13 und übergibt sie an den Bogenführungszylinder 3, wobei sie zur Vorderkante wird.

Dem Bogenführungszylinder 3 ist vorzugsweise ein Primerwerk 5 und/oder ein Lackwerk 6 zugeordnet. Primerwerk 5 und/oder Lackwerk 6 können in an sich bekannter Weise aufgebaut sein und ein Primerdosiersystem beziehungsweise ein Lackdosiersystem mit einer Rasterwalze und einem Kammerrakel sowie eine oder mehrere Übertragungswalzen aufweisen.

Das Lackwerk 6 kann einen Lackformzylinder aufweisen. Ebenso kann das Primerwerk 5 als Flexodruckwerk ausgebildet sein. Der ersten Bogenführungseinrichtung 12 sind vorzugsweise ein oder mehrere Trockner 7 zugeordnet, die als Infrarottrockner und/oder als Thermolufttrockner ausgebildet sein können.

In Rotationsrichtung des Bogenführungszylinders 3 betrachtet, die auch der

Bogentransportrichtung des Bogenführungszylinders 3 entspricht, ist das Primerwerk 5 gemäß einer alternativen Form der Digitaldruckeinrichtung 4 vorzugsweise vorgeordnet und das Lackwerk 6 der Digitaldruckeinrichtung 4 vorzugsweise nachgeordnet. Das Primerwerk 5 und das Lackwerk 6 können der Digitaldruckeinrichtung 4 in

Rotationsrichtung des Bogenführungszylinders 3 betrachtet auch nachgeordnet sein, wobei in diesem Fall das Primerwerk 5 vor dem Lackwerk 6 angeordnet ist.

Vorzugsweise ist das Lackwerk 6 und/oder das Primerwerk 5 dem Bogenführungszylinder 3 zwischen der Digitaldruckeinrichtung 4 und der ersten Bogenführungseinrichtung 12 zugeordnet.

Das Lackwerk 6 kann dem Bogenführungszylinder 3 auch zwischen der

Digitaldruckeinrichtung 4 und der ersten Bogenführungseinrichtung 12 und das

Primerwerk 5 dem Bogenführungszylinder 3 zwischen der zweiten

Bogenführungseinrichtung 8 und der Digitaldruckeinrichtung 4 zugeordnet sein.

Die Auslage 1 1 enthält vorzugsweise ein Kettenfördersystem. Sie kann über hintere und vordere Kettenräder umlaufende Ketten aufweisen. An den Ketten sind vorzugsweise Greifereinrichtungen angeordnet, die mit den Ketten umlaufen und auch als

Greiferbrücken bezeichnet werden. Ähnlich wie der Anleger 1 weist auch die Auslage 1 1 vorzugsweise eine an Ketten aufgehängte Stapeltragplatte auf, die über einen

Stapelhubantrieb vertikal verlagerbar ist und auf der ein Stapelträger, insbesondere als Palette ausgebildet, positioniert werden kann. Der Stapelträger kann einen Stapel einseitig bedruckter, teilbedruckter oder beidseitig bedruckter Bogen aufnehmen.

Vorzugsweise ist die Auslage 1 1 neben dem Anleger 1 angeordnet. Der

Bogenführungszylinder 3 und die erste Bogenführungseinrichtung 12 können oberhalb des Anlegers 1 und/oder der Auslage 1 1 angeordnet sein. Dadurch weist die

Bogendruckmaschine eine sehr kompakte Bauform auf. Mit den beschriebenen Ausgestaltungen kann mit einem einzigen Bogenführungszylinder

3 geprimert (vorbeschichtet), gedruckt und lackiert werden. Zudem ist es möglich, den Trocknungsprozess von allen Verfahrensstufen bei kleinem Bauraum zu realisieren. Durch schaltbare Bogenübergaben zwischen den Elementen, insbesondere dem

Bogenführungszylinder 3 und der ersten und der zweiten Bogenführungseinrichtung 12, 8 können verschiedene Produktionsvarianten in beliebiger Kombination ausgeführt werden, wie zum Beispiel Simplex oder Duplex, Primern oder nicht Primern und Lackieren oder nicht Lackieren.

Statt eines einzigen Bogenführungszylinders 3 können auch mehrere

Bogenführungszylinders 3 in Reihe angeordnet sein, die vorzugsweise über eine zum Bogentransport ausgebildete Transfertrommel miteinander verbunden sind. Vorzugsweise ist bei dieser Ausführung jedem der Bogenführungszylinder 3 eine Digitaldruckeinrichtung

4 zugeordnet. Zudem kann jedem der Bogenführungszylinder 3 auch ein Primerwerk 5 und/oder ein Lackwerk 6 zugeordnet sein. Bei der Ausbildung von mehreren, jeweils über eine Transfertrommel miteinander verbundenen Bogenführungszylindern 3 verbindet die erste Bogenführungseinrichtung 12 den letzten mit dem ersten Bogenführungszylinder 3 derart, dass sie zur Abnahme von Bogen von der Mantelfläche des letzten

Bogenführungszylinders 3 und zur Zuführung derselben Bogen zur Mantelfläche des ersten Bogenführungszylinders 3 ausgebildet ist. Dabei kann zwischen der ersten Bogenführungseinrichtung 12 und dem ersten Bogenführungszylinder 3 eine,

vorzugsweise als Wendeeinrichtung 8 ausgebildete, zweite Bogenführungseinrichtung 8 vorgesehen sein.

Bezugszeichenliste

1 Anleger

2 Schwinganlage

3 Bogenführungszylinder

4 Digitaldruckeinrichtung

5 Primerwerk

6 Lackwerk

7 Trockner

8 zweite Bogenführungseinrichtung, Wendeeinrichtung

1 1 Auslage

12 erste Bogenführungseinrichtung

13 erster Transferzylinder

14 zweiter Transferzylinder

15 Wendetrommel

16, 17 Umlenkrader, Kettenräder