FIEDLER, Joachim (Oranienburger Strasse 32, Berlin, 10117, DE)
| Patentansprüche 1. Magnetsteckverschluss mit einem Stecker (3) und einer Steckeraufnahme (4), wobei - in dem Stecker (3) ein Steckermagnet (1 ) und in der Steckeraufnahme (4) ein Steckeraufnahmemagnet (2) vorgesehen sind, - der Stecker und die Steckeraufnahme so ausgebildet sind, dass - zum Schließen der Stecker stirnseitig in einer Schließrichtung X in die Steckeraufnahme steckbar ist und - zum Öffnen der Stecker seitlich zur Schließrichtung X aus der Steckeraufnahme herausschiebbar ist, - der Steckermagnet (1) und der Steckeraufnahmemagnet (2) quer zur Schließrichtung X magnetisiert sind und - Steckermagnet (1) und der Steckeraufnahmemagnet (2) sich gegensätzlich polarisiert gegenüberliegen und - wenigstens ein Abschirmblech (5) aus ferromagnetischem Material am Stecker oder an der Steckeraufnahme vorgesehen ist, wobei das Ab- schirmblech sowohl den Steckermagneten als auch den Steckeraufnahmemagneten so weit überdeckt und das ferromag netische Material und die Dicke des Abschirmblechs so gewählt sind, dass eine für einen vorbestimmten Einsatzzweck ausreichende magnetische Abschirmung erreicht wird. 2. Magnetsteckverschluss nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass am Stecker und an der Steckeraufnahme eine Federverrastung so angeordnet ist, dass - beim Einstecken des Steckers in die Steckeraufnahme die Magnetkraft zwischen den Magneten bewirkt, dass die Federverrastung selbsttätig einrastet und - beim Öffnen durch Verschiebung des Steckers seitlich zur Schließrichtung X die Federverrastung seitlich außer Eingriff verschoben wird oder - beim Öffnen durch Verschiebung des Steckers seitlich zur Schließrichtung X die Federverrastung mittels einer kraftumlenkenden Schräge wäh- rend der Verschiebung allmählich geöffnet wird. 3. Magnetsteckverschluss nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zwei Abschirmbleche einstückig zu einem Blech verbunden sind. 4. Magnetsteckerverschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine mechanische Federrastverriegelung vorgesehen ist, bei welcher der Stecker beim Zusammenstecken eine Federrastung beiseite drückt, bis der Stecker einrastet, wobei wenigstens ein Abschnitt eines Abschirmblechs als Feder ausgebildet ist. |
Die Erfindung betrifft einen abgeschirmten Magnetverschluss, der magnetisch empfindliche Instrumente oder Gegenstände, wie z. B. Kreditkarten, Herzschrittmacher, Magnet-Datenspeicher oder Tonbänder nicht beschädigt oder ungewünscht beeinflusst und insbesondere einen Magnetsteckverschluss, bei welchem ein Stecker in eine Steckeraufnahme gesteckt wird und darin durch Magnethaltekräfte oder zusätzlich mittels mechanischer Verrastung gehalten wird.
Eine spezielle Gruppe derartiger Verschlüsse zeichnet sich dadurch aus, dass zum Schließen die beiden Verschlusshälften in einer Schließrichtung zusammengesteckt werden, wobei sich die in den Verschlusshälften angeordneten Magnete gegenseitig anziehen, zum Öffnen aber die beiden Verschlusshälften nicht ruckartig entgegengesetzt zur Schließrichtung wieder auseinandergezogen werden, sondern allmählich seitlich voneinander in einer Öffnungsrichtung abgeschoben werden. Damit wird eine angenehme Haptik erzielt, wobei unter Haptik verstanden wird, wie sich der Verschluss beim Öffnen und beim Schließen für die Person, die den Verschluss betätigt, anfühlt. Diese Eigenschaft ist ein wesentliches Kriterium dafür, ob ein von Hand zu bedienender Verschluss für die Praxis tauglich ist, d. h., ein Verschluss muss sich haptisch angenehm schließen und öffnen lassen.
Um die Probleme der Abschirmung eines Magnetverschlusses anschaulicher darstellen zu können, sind in den Fig. 4a, 4b lediglich die Magnete eines solchen Verschlusses gezeigt, d. h. das Gehäuse für den Stecker und das Gehäuse für die Steckeraufnahme sind nicht gezeichnet. Die Fig. 4a zeigt, dass sich Nord und Südpol gegenüberliegen, sodass eine maximale Anziehung gewährleistet ist. Um den Verlauf der Magnetfeldlinien besser zeigen zu können, ist der Verschluss nicht vollständig geschlossen, d. h. die Magnete sind noch voneinander geringfügig beabstandet. Es ist dargestellt, dass ein Teil der Magnetfeldlinien kreisbogenförmig außerhalb der Magnete verlaufen. Dieser Teil des Magnetfeldes ist auf den Außenseiten des Steckverschlusses, das heißt außerhalb, wirksam und könnte den magnetfeldempfindlichen Teil einer direkt darauf gelegten Kreditkarte beschädigen. Daher muss verhindert werden, dass dieser Teil der Magnetfeldlinien austritt.
Beim Öffnen des Verschlusses werden die Verschlusshälften zueinander so bewegt, dass die Magnete voneinander abgeschoben werden, siehe Fig. 4b. Weitere Erläuterungen dazu erfolgen in der Beschreibung der Ausführungsformen der Erfindung.
Um das Austreten von Magnetfeldlinien, wie in Fig. 4a gezeigt, zu verhindern, können Magnetleitbleche eingesetzt werden. Diese Magnetleitbleche und deren Wirkung sind in Fig. 5 gezeigt und aus dem Stand der Technik bereits bekannt. Wie aus den Figuren 5a und 5b ersichtlich ist, treten weder im geschlossenen Zustand des Verschlusses, noch bei geöffnetem Verschluss nahezu keine Magnetfelder auf den Außenseiten des Verschlusses aus, was für diesen Verschluss wünschenswert wäre. Trotzdem ist diese Art der Abschirmung für Verschlüsse nach Fig. 4 nicht anwendbar. Das hat folgenden Grund:
Die Magnetanordnungen nach Fig. 4 verfügen über die Eigenschaft, sich bei einer seitlichen Verschiebung zueinander selbsttätig zurückzustellen. Diese Eigenschaft ist aus dem Stand der Technik bekannt und wird bei einigen Arten von Magnetverschlüssen eingesetzt, um z. B. die Öffnungs- haptik zu verbessern. Das soll anhand der Fig. 4b beschrieben werden: Die Pfeile zwischen den zueinander versetzt liegenden Magnetflächen symbolisieren die Rückstellkäfte. Die Pfeile können auch als gedehnte Gummibänder aufgefasst werden, die versuchen, den verschobenen Magneten 2 wieder über den Magneten 1 zurück zuziehen. So wird verständlich, dass beim Öffnen eines solchen Magnetverschlusses eine sanft ansteigende Kraft überwunden werden muss, wodurch eine für die menschliche Hand angenehme Haptik entsteht. Die in Fig. 5 gezeigte Anordnung weist jedoch diese Rückstellkraft nicht auf. Insofern ist einerseits eine Anordnung nach Fig. 5 für vorstehend beschriebene Magnetsteckverschlüsse hinsichtlich ihrer geringen magnetischen Streuwirkung sehr gut geeignet, andererseits ist diese Anordnung wegen der fehlenden Rückstellkraft nicht geeignet. Insofern musste nach weiteren Möglichkeiten zur magnetischen Abschirmung gesucht werden. Eine firmenintern entwickelte, nicht veröffentlichte Lösung ist in den Fig. 3a, 3b gezeigt. Es wird eine Magnetanordnung nach Fig. 4 verwendet. Ein Magnet ist in dem Stecker und der zweite Magnet ist in der Steckeraufnahme angeordnet. Der Stecker wird in der Schließrichtung X in die Steckeraufnahme gesteckt, wobei sich der Südpol des Stecker-Magneten und der Nordpol des Steckeraufnahme-Magneten anziehend gegenüberliegen. Zum Öffnen wird der Stecker seitlich aus der Steckeraufnahme herausgeschoben, sodass sich die Magnete gegeneinander verschieben.
Zur Vermeidung der in Fig. 4a gezeigten, nach außen wirkenden Magnetfeldlinien, wurden in der Steckeraufnahme Abschirmbleche 5, 5' angeordnet. Dieses Mittel hat sich als geeignet erwiesen, die magnetischen Streu- linien nach außen ausreichend abzuschirmen. Bei dieser Konstruktion trat jedoch ein neuer Effekt auf, der beim Einstecken des Steckers die Haptik stark verschlechterte. Der Stecker ließ sich nicht mehr leicht einstecken, sondern blieb am oberen Rand der Steckeraufnahme hängen, was durch eine magnetische Anziehung bewirkt wurde. Das hat folgende Ursache: Entlang den seitlichen Oberkanten der Steckeraufnahme verlaufen auch die Oberkanten der Abschirmbleche. Die Oberkanten der beiden Abschirmbleche 5, 5' sind magnetisch gleichnamig gepolt, da sie beide im Streufeld des Nordpols des Steckeraufnahmemagneten liegen. Daher sind im vorliegenden Beispiel nach Fig. 3 beide Oberkanten N-polig. Wird nun versucht, den Stecker von Hand in die Steckeraufnahme zu stecken, wird der Stecker entweder an den linken oder an den rechten Seitenrand der Steckeraufnahme gezogen, weil im Steckermagnet der Südpol vorn liegt und sich ungleichnamige Pole anziehen.
Insofern muss sich die Bedienperson stark konzentrieren und auch eine gewisse Kraft aufbringen, um den Stecker zwischen diese magnetischen N-PoIe in die Einstecköffnung zu stecken, was als sehr schlechte Haptik empfunden wird.
Es ist demzufolge die Aufgabe der Erfindung, einen Magnetsteckver- schluss der eingangs beschriebenen Bauart bereitzustellen, der sowohl eine gute magnetische Abschirmung aufweist, als auch eine gute Haptik beim Schließen und beim Öffnen hat.
Diese Aufgabe wird mit einem Magnetsteckverschluss nach Anspruch 1 gelöst, wobei der einen Stecker und eine Steckeraufnahme aufweist. In dem Stecker ist ein Steckermagnet und in der Steckeraufnahme ist ein Steckeraufnahmemagnet angeordnet. Der Stecker und die Steckeraufnahme sind so ausgebildet, dass zum Schließen des Magnetsteckverschlusses der Stecker stirnseitig in die Steckeraufnahme steckbar ist. Die Richtung, in welche der Stecker beim Einstecken bewegt wird, ist die Schließrichtung X. Zum Öffnen des Magnetsteckverschlusses wird der Stecker seitlich zu dieser Schließrichtung X aus der Steckeraufnahme herausgeschoben, d. h. die Öffnungsrichtung ist nicht entgegengesetzt zur Schließrichtung X.
Erfindungsgemäß sind der Steckermagnet und der Steckeraufnahmemag- net quer zur Schließrichtung X des Magnetsteckverschlusses magnetisiert. Weiterhin sind der Steckermagnet und der Steckeraufnahmemagnet bezogen auf die Schließrichtung X folgendermaßen positioniert: Im Steckermagnet liegt der Nordpol links und der Südpol rechts. Beim Steckerauf- nahmemagnet liegen die Pole vertauscht, sodass sich Stecker und Steckeraufnahme gegenseitig anziehen. Mit anderen Worten, der Steckermagnet und der Steckeraufnahmemagnet liegen sich gegensätzlich polarisiert gegenüber.
Es ist für den Fachmann klar, dass durch diese Merkmalskombination eine geringere magnetische Anzugskraft bewirkt wird, als wenn jede der sich gegenüber liegenden Magnetflächen nur je einen Magnetpol aufweist, d. h. die Magnete längs zur Schließrichtung X polarisiert sind und somit die Anzugskraft höher ist.
Es soll hervorgehoben werden, dass es für den Fachmann, der einen Magnetsteckverschluss konstruiert, daher keinen Grund gibt, diese Magnetisierungsrichtung zu wählen, weil ihm der Nachteil dieser Anordnung bekannt ist.
Zur Erfindung gehören weiterhin ein oder mehrere Abschirmbleche aus ferromagnetischem Material. Diese Abschirmbleche überdecken sowohl den Steckermagneten und als auch den Steckeraufnahmemagneten so weit, dass eine für den jeweiligen Einsatzzweck genügende Abschirmung gewährleistet ist. Dem Fachmann ist klar, dass die Eigenschaften des ferromag netischen Materials selbst und deren Dicke die Abschirmeigenschaften der Abschirmbleche beeinflussen, sodass der Fachmann bei der Bestimmung der erforderlichen Größe des Abschirmbleches auch das Material und die Dicke berücksichtigt. Insofern ist es auch nicht möglich genau anzugeben, wie groß das Abschirmblech ausgebildet sein muss.
Diese Anordnung weist gegenüber dem vorstehend beschriebenen Stand der Technik eine für den Bediener des Magnetsteckverschlusses sehr angenehme haptische Eigenschaft auf: Wenn der Stecker von Hand in X- Richtung in die Nähe des Einzugsbereiches geführt wird, bleibt er nicht mehr an der Oberkante der Steckeraufnahme hängen, sondern wird durch eine magnetische Selbstzentrierung in die optimale Einsteckposition zentriert. Dieser Effekt wird nachfolgend erklärt:
Die Abschirmbleche werden durch den Steckeraufnahmemagneten mag- netisch polarisiert. Da der Steckeraufnahmemagnet quer zur Schließrichtung polarisiert ist, sind die Oberkanten der Abschirmbleche ungleichnamig polarisiert. Dadurch erhält der Stecker die vorstehend erwähnte Tendenz zur Selbstzentrierung, wenn er in die Nähe des Einsteckbereichs der Steckeraufnahme gelangt. Im Ausführungsbeispiel werden die magneti- sehen Kräfteverhältnisse noch näher erläutert.
Vorstehend wurde nur die Version mit zwei Abschirmblechen beschrieben. Die technische Lehre des angenehmen, selbstzentrierenden Schließens ohne versehentliches Anhaften des Steckers an der Oberkante des Ab- schirmblechs funktioniert aber auch mit nur einem Abschirmblech auf einer Seite des Verschlusses.
Somit ist festzustellen, dass die bei der Konstruktion nach Fig. 3 beschriebenen Probleme bei der Erfindung nicht auftreten. Insofern weist der erfin- dungsgemäße Verschluss eine deutlich verbesserte Schließhaptik bei gleichzeitig guter Abschirmung des Magnetfeldes auf.
Nach Anspruch 2 ist die Erfindung so weitergebildet, dass beim Schließen in Schließrichtung X eine Federverrastung zwischen Stecker und Stecker- aufnähme durch die magnetische Anziehung geschlossen wird. Der Verschluss hält dann magnetisch und mechanisch zu. Zum Öffnen wird der Stecker seitlich zur Schließrichtung X verschoben, wobei die Federverrastung seitlich außer Eingriff verschoben wird, ohne dass die Rastfedern zum Öffnen durch eine Kraft aufgespreizt werden müssen. Durch die zusätzliche Anordnung der mechanischen Verrastung entsteht ein Verschluss mit einer stabilen mechanischen Verriegelung, wobei die weiche Haptik erhalten bleibt. Während bei der vorstehend beschriebenen Weiterbildung die Federn der Federverrastung beim Öffnen nicht aufgespreizt werden, werden bei einer sehr ähnlichen Weiterbildung der Erfindung die Federn aufgespreizt. Dazu wird eine kraftumlenkende Schräge eingesetzt, die beim Öffnen durch Verschiebung seitlich zur Schließrichtung X die Federverrastung während der Verschiebung durch Aufspreizen der Federn allmählich öffnet.
Diese Ausführungsform bedarf eines höheren Kraftaufwands beim Öffnen, da sowohl die Magnete zueinander abgeschert werden müssen und zu- sätzlich die Rastfeder aufgespreizt werden muss. Dieser Eigenschaft kann aber bei Verschlüssen, die sich nicht versehentlich öffnen dürfen, vorteilhaft sein.
Nach Anspruch 3 sind zwei seitliche Abschirmbleche zu einem einstücki- gen Blech verbunden. Damit kann die Magnetfeldstreuung weiter vermindert werden, und es wird die Montage des Abschirmbleches erleichtert. Dies ist in einem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6a, 6b gezeigt. Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem in Fig 1a, 1b gezeigtem nur dadurch, dass die Abschirmbleche 5, 5' zu einem einzigen, U-förmigen Abschirmblech 5 zusammengefügt sind.
Nach Anspruch 4 ist ebenfalls zusätzlich eine mechanische Federrastverriegelung vorgesehen, bei welcher der Stecker beim Zusammenstecken eine Federrastung beiseite drückt, bis der Stecker einrastet. Die Weiterbil- düng der Erfindung besteht darin, dass wenigstens ein Abschnitt eines Abschirmblechs als Feder ausgebildet ist. Diese Ausführungsform der Erfindung ist besonders vorteilhaft, da das Abschirmblech gleichzeitig die Funktion der Feder übernimmt. Insofern hat dieses Bauteil eine Doppelfunktion.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und im Vergleich mit dem Stand der Technik und einem firmeninternen, nicht zur Erfindung gehörenden Beispiel näher erläutert. Fig. 1a, b zeigen eine Ausführungsform der Erfindung im geöffneten Zustand, wobei die Abschirmbleche an der Steckeraufnahme angeordnet sind.
Fig. 2a, b zeigen eine Ausführungsform der Erfindung im geschlossenen Zustand.
Fig. 3a, b zeigen ein firmeninternes, nicht zur Erfindung gehörendes Vergleichsbeispiel.
Fig. 4a, b zeigen zwei Magnete, die in dem nicht zur Erfindung gehörenden Vergleichsbeispiel nach Fig. 3 verwendet werden.
Fig. 5a, b zeigen zur Erläuterung zwei abgeschirmte Magnete, die in der Erfindung nicht verwendbar sind.
Fig. 6a, b zeigen eine Ausführungsform der Erfindung mit U-förmig verbunden Abschirmblechen nach Anspruch 3.
Fig. 7a, b zeigen eine Ausführungsform der Erfindung nach Anspruch 1 mit rundbogenförmiger Öffnungsrichtung nach rechts oder links.
Fig. 8a, b, c, d zeigen eine Ausführungsform nach Anspruch 4 mit federndem Abschirmblech.
Fig 9a-g zeigen eine Ausführungsform nach Anspruch 1 mit am Stecker angeordneten Abschirmblechen.
Fig 10a-e zeigen eine Ausführungsform nach Anspruch 1 mit einem am Stecker und einem an der Steckeraufnahme angeordneten Abschirmblech.
Fig 11a-g zeigen eine Ausführungsform nach Anspruch 2 mit Öffnung der Federverrastung mittels kraftumleitender Schräge. Die Fig. 1a zeigt den erfindungsgemäßen Magnetsteckverschluss in der Vorderansicht und Fig. 1 b zeigt eine Schnittansicht B-B. Mit 1 und 2 sind stabförmige Magnete bezeichnet, die sich über die Breite des in Fig. 1a gezeigten Magnetsteckverschlusses erstrecken und in diesem Beispiel einen quadratischen Querschnitt aufweisen. Mit N für Nordpol und S für Südpol ist die Magnetisierung bezeichnet. Die Magnetisierung verläuft quer zur Schließrichtung X, in der der Stecker 3 in die Steckeraufnahme 4 gesteckt wird und dabei die Federverrastung aus den Rastnasen 8a, 8b und den federnden Federrastnasen 6a, 6b einrastet. Die Fig. 2a, b zeigt den zusammengesteckten Zustand, bei dem der Stecker 3 in der Steckeraufnahme 4 eingesteckt ist, wobei die Magnete 1 , 2 gegensätzlich polarisiert anziehend beieinander liegen.
Das mit der Erfindung gelöste Problem soll zuerst anhand eines firmenin- ternen, nicht zur Erfindung gehörenden Vergleichsbeispiels nach Fig. 3a, b erläutert werden. Dieser Magnetsteckverschluss ist bis auf einen Unterschied identisch mit der Erfindung. Die Magnetisierung der Magnete ist hier nicht quer, sondern längs zur Schließrichtung, d. h., der im Stecker 3 vorn liegende Südpol des Steckermagnets 1 trifft beim Zusammenstecken auf den in der Steckeraufnahme 4 vorn liegenden Nordpol des Steckeraufnahmemagnets 2. An jeder Seite der Steckeraufnahme 4 ist ein 1 mm dickes Abschirmblech 5, 5' aus ferromagnetischem Material, in dem Beispiel Eisen, das eine gute magnetische Leitfähigkeit aufweist, angeordnet. Aufgrund der magnetischen Wechselwirkung mit dem Steckeraufnahme- magnet 2 sind die Oberkanten 5a, 5b der Abschirmbleche jeweils als Nordpol polarisiert. Wenn versucht wird, den Stecker 3 in die Steckeraufnahme 4 einzustecken, nähert sich der Südpol des Steckers den nordpolig magnetisierten Oberkanten 5a, 5b der Abschirmbleche 5. Je nach dem, von welcher Seite die Annäherung erfolgt, bleibt der Stecker an dieser Seite hängen. In Fig. 3b wird der Stecker gemäß der Pfeilrichtung an die linke Oberkante der Steckeraufnahme gezogen. Die Person, die den Verschluss bedient, muss den Stecker ruckartig wieder abreißen und erneut versuchen, den Stecker zentrisch einzuführen. Diese mangelhafte Haptik ist bei der Erfindung beseitigt, was anhand der Fig. 1 b erläutert wird. Aufgrund der magnetischen Wechselwirkung mit dem Steckeraufnahmemagnet sind die Oberkanten 5a, 5b der Abschirmbleche 5 unterschiedlich polarisiert. Anhand der eingezeichneten Pfeile, die Anziehung und Absto- ßung symbolisieren, ist erkennbar, dass die Magnetkräfte der Oberkanten der Abschirmbleche und des Steckeraufnahmemagnets auf den Stecker eine selbstzentrierende Wirkung ausüben.
Die Fig. 4a zeigen in perspektivischer Darstellung zwei Magnete 1 , 2, die in dem nicht zur Erfindung gehörenden Vergleichsbeispiel nach Fig. 3 verwendet werden. Die Pfeile deuten die austretenden Magnetfeldlinien an, die abgeschirmt werden müssen. Fig. 4b zeigt den verschobenen Zustand, d. h. bei dem der Verschluss geöffnet wird. Die Pfeile symbolisieren die Rückstellkräfte zwischen den verschobenen Magneten, d. h., die Magnete stellen sich automatisch in die Position 4a zurück, wenn die Reibungskräfte zwischen den Magneten ausreichend klein sind.
Die Fig. 5a, b zeigen zwei abgeschirmte Magnete, die in der Erfindung nicht verwendbar sind, da diese Konstruktion nicht über die geforderten Rückstellkräfte verfügt.
Die Fig. 6a, b zeigen eine Ausführungsform mit einem einstückigen U- förmigen Abschirmblech 5 nach Anspruch 2. Diese Ausführungsform ist besonders einfach zu montieren und schirmt den Verschluss zusätzlich an der Unterseite magnetisch ab. Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem in Fig 1a, 1b gezeigten Ausführungsbeispiel nur dadurch, dass die Abschirmbleche 5, 5' zu einem einzigen, U-förmigen Abschirmblech 5 zusammengefügt sind.
Die Fig 7a, b zeigen einen erfindungsgemäßen Magnetsteckverschluss nach Anspruch 1 , bei dem der Stecker zum Öffnen bogenförmig seitlich nach rechts oder links herausgeschwenkt wird. Die Abschirmbleche 5,5' überdecken die Magnete 1 ,2 soweit, dass der Magnetsteckverschluss auf den Außenseiten magnetisch abgeschirmt ist. Die Magnete 1 ,2 sind quer zur Schließrichtung X magnetisiert. Bis auf die variierte Öffnungsrichtung ist die Funktion identisch mit der Ausführung nach Fig 1a,b, sodass zur weiteren Erklärung auf diese Figuren verwiesen wird.
Die Fig. 8a,b,c,d zeigen eine Magnetsteckschnalle nach Anspruch 3 in verschiedenen Ansichten. Fig 8d ist eine Vergrößerung der Fig 8a. Das Abschirmblech 5 nimmt hier zusätzlich zur Abschirmung eine weitere Funktion ein: Es ist gleichzeitig die Feder eines Federrastverschlusses, der aus den federnden Abschirmblechflügeln 7a,7b, den mit den Abschirmblechflügeln 7a, 7b verbundenen Rastnasen 6a, 6b und den Rastnasen 8a, 8b des Steckers gebildet wird. Das Abschirmblech hat somit eine Doppelfunktion, was die Baugröße des Verschlusses minimiert. Beim Einrasten werden Stecker 3 und Steckeraufnahme 4 durch die Magnete 1 , 2 zu- sammengezogen, bis die Rastnasen 6a, 6b und 8a, 8b federnd ausweichen und schließlich in einen Eingriff einrasten. Zum Öffnen wird die Magnetsteckschnalle dann seitlich zur Schließrichtung X aufgeschoben.
In den Fig. 1a, 1 b, 2a, 2b, 7a, 7b, 8a-d, 9a-g, 10a-e sind Ausführungsbei- spiele dargestellt, die eine Federverrastung aus den Rastnasen 8a, 8b und den Federrastnasen 6a, 6b aufweisen. Beim Schließen zieht die Magnetkraft die Federverrastung selbsttätig zu, wobei die Federrastnasen 6a, 6b federnd ausweichen. Beim Öffnen seitlich zur Schließrichtung X wird die Federverrastung umgangen, d.h. die Federrastnasen 6a,6b werden nicht gespreizt. Der Verschluss wird also ebenso leicht geöffnet, als wenn keine Federverrastung eingebaut wäre. Der Verschluss wird nur durch die seitliche Haltekraft der Magnete an einer Öffnung gehindert, d. h. durch die in Fig. 4b gezeigten und erläuterten Rückstellkräfte gegen Verschiebung. Beim Öffnen des erfindungsgemäßen Verschlusses werden die Magnete haptisch angenehm allmählich voneinander abgeschert.
Alternativ ist in den Fig 11a-g ein nahe verwandtes Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem während des Öffnens durch ein seitliches Verschieben die Federrastnasen 6a,6b allmählich durch kraftumleitende Schrägen 70a, 70b so weit beiseite gedrückt werden, bis die Rastnasen 8a, 8b und die Federrastnasen 6a, 6b außer Eingriff gelangt sind. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn eine vorbestimmte Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen gewährleistet werden soll. Fig 11a, b,c zeigen in Untenansicht, Seitenansicht und perspektivischer Ansicht den Steckers 3, an dessen Unterkante die Rastnasen 8a, 8b und die kraftumleitenden Schrägen 70a, 70b liegen. Fig.11e-g zeigen in Untenansicht, Seitenansicht und perspektivischer Ansicht die Steckeraufnahme 4 mit den Federrastnasen 6a, 6b und zwei weiteren kraftumlenkenden Schrägen 71a, 71 b. In Zeichnung 11d ist in der linken Schnittansicht der verschobene Öffnungszustand gezeichnet, bei dem die kraftumleitenden Schrägen 70a, 70b die Federrastnasen 6a, 6b soweit gespreizt haben, dass die Rastung außer Eingriff gelangt ist. Gleichzeitig wurden die Magnete 1 ,2 allmählich vonei- nander abgeschert, d. h. abgeschoben. Die Abschirmbleche 5,5' sind an der Steckeraufnahme angebracht. Sie überdecken im geschlossenen Zustand die Magnete 1 ,2 so weit, dass der Verschluss so weit wie erforderlich abgeschirmt ist.
Auch ohne die Federverrastung ist ein haptisch angenehm zu schließender, wie angenehm zu öffnender Verschluss bereitgestellt, der durch die Abschirmbleche abgeschirmt ist.
Die Figuren 9a-g zeigen ein Ausführungsbeispiel, in dem zwei Abschirm- bleche 5,5' am Stecker angebracht sind. Fig. 9a zeigt den geschlossenen Zustand, in dem die Abschirmbleche die Magnete so weit überdecken, dass der Verschluss so weit wie erforderlich abgeschirmt ist. Fig 9c zeigt den offenen Zustand kurz vor Schließung. Hier sind mit Pfeilen die Abstoßungseffekte zwischen den Vorderkanten der Abschirmbleche 5,5', die wie gezeichnet Nord (N) und Süd (S) polarisiert sind, und dem Nord- und Südpol des Steckeraufnahmemagnets 2 gezeichnet. Diese tragen neben den vorhandenen Anziehungskräften zur Selbstzentrierung von Stecker und Steckeraufnahme bei. In Fig. 9e ist eine unerwünschte Position ge- zeichnet, in der Stecker und Steckeraufnahme ungünstig verhakt sind. Durch die erfindungsgemäß quer zur Schließrichtung x verlaufende Magnetisierung und damit einhergehenden Polarisierungen der Vorderkanten der Abschirmbleche 5,5' entstehen Abstoßungseffekte in dieser uner- wünschten Position, d.h. der Verschluss kann sich dort nicht verhaken und der Stecker zentriert sich von selbst in der Steckeraufnahme. Die Fig. 9g zeigt den geöffneten Verschluss in perspektivischer Ansicht. Wie oben beschrieben, besteht eine Federverrastung zwischen den Rastnasen 8a, 8b und den Federrastnasen 6a, 6b.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig 10a-e ist sowohl am Stecker 3, wie an der Steckeraufnahme 4 je ein Abschirmblech vorgesehen. Im geschlossenen Zustand nach Fig 10a überdecken diese die Magnete 1 ,2 so weit wie für eine ausreichende Abschirmung nötig ist. Stecker und Steckeraufnah- me sind baugleich ausgeführt - dies ist vorteilhaft, da nur ein Bauteil produziert werden muss. Auch hier sorgt die erfindungsgemäße Polarisierung der Magnete dafür, dass der Verschluss sich zuverlässig selbstzentrierend schließt. Fig 10c zeigt den offenen Zustand und 10e eine perspektivische Ansicht des offenen Verschlusses.
Dem Fachmann ist klar, dass nach dieser technischen Lehre eine Vielzahl von abgeschirmten Magnetverschlüssen gebaut werden kann, wobei die Bewegungsrichtung der Module zueinander beim Öffnen auch ein Kippen oder ein Drehen sein kann. Ein optionaler mechanischer Rastverschluss kann entweder seitlich umgangen werden oder die Rastfedern können während der Verschiebung allmählich aufgedrückt werden. Außerdem kann das U-förmige Abschirmblech auch Teil des mechanischen Rastverschlusses sein. Der Verschluss kann als Steckschnalle ausgebildet sein mit Gurtanbindungen, er kann als Taschenverschluss auf einer Seite oder beiden Seiten fest mit Deckel oder Boden der Tasche z.B. durch Aufschweißen verbunden sein. Er kann in Koffern o. a. Behältnissen integriert sein. Diese Aufzählung von Anwendungen schränkt jedoch die Anwendbarkeit der Erfindung nicht ein.
