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Patent Searching and Data


Title:
SIMPLIFIED PARAMETERISATION OF A DRIVE CONTROLLER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/170430
Kind Code:
A1
Abstract:
An electric drive (1) comprises a power component (2) and an electric machine (3) which is supplied with electrical energy via the power component (2). The power component (2) is embodied as an inverter. When a starting condition is met, a drive controller (5) for controlling the electric drive (1) retrieves a project-planning-specific parameter set (PS) from a data pool (11) via a computer-computer interface (10), parameterises itself in accordance with the retrieved parameter set (PS) and then determines control commands (C) for the power component (2) as a function of setpoint actuation states (A*) predefined for the drive controller (5), taking into account their parameterisation, and actuates the power component (2) correspondingly. The setpoint actuation states (A*) are setpoint currents.

Inventors:
KRAUSE-LEIPOLDT, Tammo (Am Schellenwehr 15, Baiersdorf, 91083, DE)
WEGMANN, Harald (Langer Platz 15, Herzogenaurach, 91074, DE)
Application Number:
EP2019/054342
Publication Date:
September 12, 2019
Filing Date:
February 21, 2019
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
G05B19/042
Foreign References:
DE102007021146A12008-11-06
CN103279124B2015-04-08
DE102007021146A12008-11-06
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Claims:
Patentansprüche / Patent Claims

1. Betriebsverfahren für eine Antriebssteuerung (5) zum Steu ern eines elektrischen Antriebs (1), der ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil (2) und eine über das Leistungs teil (2) mit elektrischer Energie versorgte elektrische Ma schine (3) umfasst, wobei die Antriebssteuerung (5) bei Vor liegen einer Startbedingung über eine Rechner-Rechner- Schnittstelle (10) aus einem Datenpool (11) einen projektie rungsspezifischen Parametersatz (PS) abruft, sich entspre chend dem abgerufenen Parametersatz (PS) parametriert und so dann in Abhängigkeit von der Antriebssteuerung (5) vorgegebe nen Soll-Ansteuerzuständen (A*) unter Berücksichtigung ihrer Parametrierung Steuerbefehle (C) für das Leistungsteil (2) ermittelt und das Leistungsteil (2) entsprechend ansteuert, wobei die Soll-Ansteuerzustände (A*) Sollströme sind.

2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t ,

dass die Startbedingung dadurch erfüllt wird, dass die An triebssteuerung (5) an ihre Energieversorgung angeschaltet wird, dass die Antriebssteuerung (5) über die Rechner-Rech- ner-Schnittstelle (10) an den Datenpool (11) angeschlossen wird oder dass in der Antriebssteuerung (5) noch kein Parame tersatz (PS) gespeichert ist.

3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t ,

dass der Antriebssteuerung (5) vor dem Abrufen des Parameter satzes (PS) Kenndaten (KD) der elektrischen Maschine (3) be kannt werden und dass der abgerufene Parametersatz (PS) kenn datenabhängig ist.

4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t ,

dass die Antriebssteuerung (5) von Zeit zu Zeit über die Rechner-Rechner-Schnittsteile (10) prüft, ob in dem Datenpool (11) ein neuer projektierungsspezifischer Parametersatz (PS) für sie hinterlegt ist, und den neuen projektierungsspezifi schen Parametersatz (PS) gegebenenfalls über die Rechner- Rechner-Schnittstelle (10) aus dem Datenpool (11) abruft, sich entsprechend dem neu abgerufenen Parametersatz (PS) pa- rametriert und sodann das Leistungsteil (2) in Abhängigkeit von den der Antriebssteuerung (5) vorgegebenen Soll-Ansteuer- zuständen (A*) unter Berücksichtigung ihrer neuen Parametrie rung ansteuert.

5. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t ,

dass die Antriebssteuerung (5) von Zeit zu Zeit Betriebsdaten (BD) des elektrischen Antriebs (1) erfasst und über die Rech- ner-Rechner-Schnittstelle (10) in dem Datenpool (11) hinter legt .

6. Steuerprogramm für eine Antriebssteuerung (5) zum Steuern eines elektrischen Antriebs (1), der ein als Umrichter ausge bildetes Leistungsteil (2) und eine über das Leistungsteil

(2) mit elektrischer Energie versorgte elektrische Maschine

(3) umfasst, wobei das Steuerprogramm Maschinencode (9) um fasst, der von der Antriebssteuerung (5) abarbeitbar ist, wo bei die Abarbeitung des Maschinencodes (9) durch die An triebssteuerung (5) bewirkt, dass die Antriebssteuerung (5) ein Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche aus führt .

7. Antriebssteuerung für einen elektrischen Antrieb (1), der ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil (2) und eine über das Leistungsteil (2) mit elektrischer Energie versorgte elektrische Maschine (3) umfasst, wobei die Antriebssteuerung derart ausgebildet ist, dass sie im Betrieb ein Betriebsver fahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ausführt, insbesonde re mit einem Steuerprogramm (8) nach Anspruch 6 programmiert ist .

8. Elektrischer Antrieb,

- wobei der elektrische Antrieb ein als Umrichter ausgebilde tes Leistungsteil (2) und eine über das Leistungsteil (2) mit elektrischer Energie versorgte elektrische Maschine (3) umfasst,

- wobei der elektrische Antrieb eine Antriebssteuerung (5) nach Anspruch 7 aufweist, von der das Leistungsteil (2) ge steuert wird.

Description:
Beschreibung / Description

Vereinfachte Parametrierung einer Antriebssteuerung

Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfah ren für eine Antriebssteuerung zum Steuern eines elektrischen Antriebs, der ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil und eine über das Leistungsteil mit elektrischer Energie ver sorgte elektrische Maschine umfasst, wobei die Antriebssteue rung in Abhängigkeit von der Antriebssteuerung vorgegebenen Soll-Ansteuerzuständen unter Berücksichtigung einer durch ei nen Parametersatz bestimmten Parametrierung Steuerbefehle für das Leistungsteil ermittelt und das Leistungsteil entspre chend ansteuert, wobei die Soll-Ansteuerzustände Sollströme sind .

Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Steu erprogramm für eine Antriebssteuerung zum Steuern eines elektrischen Antriebs, der ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil und eine über das Leistungsteil mit elektri scher Energie versorgte elektrische Maschine umfasst, wobei das Steuerprogramm Maschinencode umfasst, der von der An triebssteuerung abarbeitbar ist, wobei die Abarbeitung des Maschinencodes durch die Antriebssteuerung bewirkt, dass die Antriebssteuerung ein derartiges Betriebsverfahren ausführt.

Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer An triebssteuerung für einen elektrischen Antrieb, der ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil und eine über das Leis tungsteil mit elektrischer Energie versorgte elektrische Ma schine umfasst, wobei die Antriebssteuerung derart ausgebil det ist, dass sie im Betrieb ein derartiges Betriebsverfahren ausführt, insbesondere mit einem derartigen Steuerprogramm programmiert ist.

Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem elektrischen Antrieb, - wobei der elektrische Antrieb ein als Umrichter ausgebilde tes Leistungsteil und eine über das Leistungsteil mit elektrischer Energie versorgte elektrische Maschine um fasst,

- wobei der elektrische Antrieb eine derartige Antriebssteu erung aufweist, von der das Leistungsteil gesteuert wird.

Die Inbetriebnahme elektrischer Antriebe bzw. von deren An triebssteuerungen ist oftmals komplex und zeitaufwändig. Fer ner ist die Inbetriebnahme oftmals fehlerträchtig. Dies gilt ganz besonders bei größeren Anlagen, bei denen eine Vielzahl von elektrischen Antrieben in Betrieb genommen werden muss. Darüber hinaus ist selbst bei einer formal korrekten Inbe triebnahme die Parametrierung des elektrischen Antriebs oft mals nicht optimal und/oder muss im Laufe des Lebenszyklus des elektrischen Antriebs an eine geänderte Betriebssituation oder an verbesserte Erkenntnisse angepasst werden. Das Nach führen einer derartigen Parametrierung ist ähnlich aufwändig wie die erstmalige Inbetriebnahme. Es besteht daher ein Be dürfnis nach einer einfachen standardisierten Inbetriebnahme elektrischer Antriebe einschließlich der Möglichkeit zu einer nachträglichen Optimierung.

Im Stand der Technik ist bekannt, elektrische Antriebe (bzw. deren Antriebssteuerungen) mittels Softwarewerkzeugen vor Ort zu parametrieren . In diesem Fall müssen eine Vielzahl von Pa rametern anwendungsspezifisch angepasst werden. Das Anpassen der Parameter erfolgt entweder einzeln manuell oder über vor bereitete Skripte. Es ist weiterhin bekannt, dass ein Projek tieren derartige Parametersätze an den Hersteller der An triebssteuerungen übermittelt, der dann seinerseits die An triebssteuerungen entsprechend parametriert und in bereits parametrierter Form ausliefert.

Die letztgenannte Vorgehensweise bietet zwar den Vorteil, dass der Anwender von der Inbetriebnahme und der damit ver bundenen Parametrierung entlastet wird. Es muss jedoch si chergestellt werden, dass an jedem Ort einer größeren Anlage der „richtige" Antrieb mit der „richtigen" Antriebssteuerung angeordnet wird. Ferner ist auch bei dieser Vorgehensweise eine einmal vorgenommene Parametrierung nicht mehr auf einfa che Weise änderbar.

Aus der DE 10 2007 021 146 Al sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Handhaben von flachen Gegenständen bekannt. Die flachen Gegenstände werden über verschiedene Fördereinrich tungen transportiert, die von Antrieben angetrieben werden. Die Antriebe werden von einer Steuereinrichtung gesteuert.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Mög lichkeiten zu schaffen, mittels derer auf einfache und zuver lässige Weise eine optimale Parametrierung der Antriebssteue rungen elektrischer Antriebe möglich ist.

Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkma len des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 5.

Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren für eine Antriebs steuerung zum Steuern eines elektrischen Antriebs geschaffen, wobei der elektrische Antrieb ein als Umrichter ausgebildetes Leistungsteil und eine über das Leistungsteil mit elektri scher Energie versorgte elektrische Maschine umfasst, wobei die Antriebssteuerung bei Vorliegen einer Startbedingung über eine Rechner-Rechner-Schnittsteile aus einem Datenpool einen projektierungsspezifischen Parametersatz abruft, sich ent sprechend dem abgerufenen Parametersatz parametriert und so dann das Leistungsteil in Abhängigkeit von der Antriebssteue rung vorgegebenen Soll-Ansteuerzuständen unter Berücksichti gung ihrer Parametrierung Steuerbefehle für das Leistungsteil ermittelt und das Leistungsteil entsprechend ansteuert, wobei die Soll-Ansteuerzustände Sollströme sind.

Dadurch ist es möglich, in der Antriebssteuerung lediglich eine Projektierungskennung zu hinterlegen, wobei die Projek- tierungskennung eine einmalig individuell vergebene Kennung - also sozusagen eine Art „Fingerabdruck" - ist, die den zuge hörigen elektrischen Antrieb und die Antriebssteuerung iden tifiziert. Es ist daher möglich, den projektierungsspezifi schen Datensatz (= Parametersatz) unter der entsprechenden Projektierungskennung in dem Datenpool zu hinterlegen und ihn, basierend auf der Projektierungskennung, in dem Daten pool aufzufinden und aus dem Datenpool abzurufen.

Das Abrufen des Parametersatzes kann durch verschiedene

Startbedingungen ausgelöst werden. Beispielsweise kann die Startbedingung dadurch erfüllt werden, dass die Antriebssteu erung an ihre Energieversorgung angeschaltet wird, dass die Antriebssteuerung über die Rechner-Rechner-Schnittsteile an den Datenpool angeschlossen wird oder dass in der Antriebs steuerung noch kein Parametersatz gespeichert ist. Dement sprechend wird also der projektierungsspezifische Parameter satz durch das Anschalten der Antriebssteuerung an ihre Ener gieversorgung, durch das Anschließen der Antriebssteuerung an den Datenpool oder dadurch, dass die Antriebssteuerung noch nicht parametriert ist, aus dem Datenpool abgerufen.

Im einfachsten Fall ist vorab bekannt, welche elektrische Ma schine von dem Leistungsteil mit elektrischer Energie ver sorgt wird. In diesem Fall kann der Parametersatz direkt aus dem Datenpool abgerufen werden. In anderen Fällen werden der Antriebssteuerung vor dem Abrufen des Parametersatzes Kennda ten der elektrischen Maschine bekannt. In diesem Fall kann der abgerufene Parametersatz kenndatenabhängig sein. Insbe sondere können in dem Datenpool für die Antriebssteuerung mehrere Parametersätze hinterlegt sein, wobei durch die Kenn daten der elektrischen Maschine festgelegt wird, welcher die ser Parametersätze aus dem Datenpool abgerufen wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung des Betriebsverfahrens prüft die Antriebssteuerung von Zeit zu Zeit über die Rech- ner-Rechner-Schnittstelle, ob in dem Datenpool ein neuer pro jektierungsspezifischer Parametersatz für sie hinterlegt ist. Wenn dies der Fall sein sollte, ruft die Antriebssteuerung den neuen projektierungsspezifischen Parametersatz über die Rechner-Rechner-Schnittsteile aus dem Datenpool ab, parame- triert sich entsprechend dem neu abgerufenen Parametersatz und steuert sodann das Leistungsteil in Abhängigkeit von den der Antriebssteuerung vorgegebenen Soll-Ansteuerzuständen un ter Berücksichtigung ihrer neuen Parametrierung an. Durch diese Vorgehensweise ist es möglich, die Parametrierung der Antriebssteuerung automatisch aktuell zu halten und an geän derte Umstände anzupassen.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Betriebsver fahrens erfasst die Antriebssteuerung von Zeit zu Zeit Be triebsdaten des elektrischen Antriebs und hinterlegt sie über die Rechner-Rechner-Schnittsteile in dem Datenpool. Die Be triebsdaten können bei Bedarf - teilweise oder vollständig - die Parameter des Parametersatzes mit umfassen. Durch die Hinterlegung der Betriebsdaten ist es auf Seiten des Daten pools zum einen möglich, beispielsweise zu Dokumentationszwe cken eine Historie des Betriebs der Antriebssteuerung aufzu bauen. Zum anderen ist es möglich, die hinterlegten Betriebs daten auf Seiten des Datenpools auszuwerten und dadurch bei spielsweise die Grundlage für eine Optimierung des Parameter satzes zu schaffen.

Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Steuerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst. Erfindungsgemäß bewirkt die Abarbeitung des Steuerprogramms, dass die Antriebssteuerung ein erfindungsgemäßes Betriebsverfahren ausführt.

Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Antriebssteuerung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Antriebssteuerung derart ausgebildet, dass sie ein erfin dungsgemäßes Betriebsverfahren ausführt. Insbesondere kann die Antriebssteuerung mit einem erfindungsgemäßen Steuerpro gramm programmiert sein. Die Aufgabe wird weiterhin durch einen elektrischen Antrieb mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Erfindungsgemäß wird das Leistungsteil von einer erfindungsgemäßen Antriebs steuerung gesteuert.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusam menhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbei spiele, die in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:

FIG 1 einen elektrischen Antrieb, ein Datennetz und einen

Datenpool ,

FIG 2 eine Antriebssteuerung,

FIG 3 ein Ablaufdiagramm,

FIG 4 ein weiteres Ablaufdiagramm und

FIG 5 ein weiteres Ablaufdiagramm.

Gemäß FIG 1 weist ein elektrischer Antrieb 1 ein Leistungs teil 2 auf. Über das Leistungsteil 2 wird eine elektrische Maschine 3 des elektrischen Antriebs 1 mit elektrischer Ener gie versorgt. Es besteht eine direkte Zuordnung des Leis tungsteils 2 zur elektrischen Maschine 3. Das Leistungsteil 2 versorgt also ausschließlich die elektrische Maschine 3 mit elektrischer Energie, nicht zusätzlich auch andere Einrich tungen .

Das Leistungsteil 2 ist als Umrichter ausgebildet. Es kann als elektronische Schaltelemente beispielsweise IGBTs aufwei sen. Über die elektronischen Schaltelemente kann beispiels weise nach Bedarf ein hohes Potenzial U+ oder ein niedriges Potenzial U- an Phasen 4 der elektrischen Maschine 3 ange schaltet werden und so die elektrische Maschine 3 mit Strom versorgt werden.

Der elektrische Antrieb 1 wird von einer Antriebssteuerung 5 gesteuert. Die Antriebssteuerung 5 ist Bestandteil des elektrischen Antriebs 1. Es besteht daher eine 1 : 1-Zuordnung der Antriebssteuerung 5 zu dem Leistungsteil 2. Die Antriebs steuerung 5 steuert also das Leistungsteil 2, aber nicht zu sätzlich auch andere Einrichtungen. Es handelt sich vielmehr um die sogenannte control unit des Umrichters, welche die Steuerbefehle für die einzelnen elektronischen Schaltelemente des Umrichters ermittelt und an die elektronischen Schaltele mente des Umrichters ausgibt.

Die Antriebssteuerung 5 weist gemäß FIG 2 eine Logikeinrich tung 6 auf. Die Logikeinrichtung 6 umfasst in der Regel einen Prozessor 7. Sie kann zusätzlich auch fest programmierte Kom ponenten wie beispielsweise ASICs und durch Programmieren verdrahtete Komponenten wie beispielsweise FPGAs (field pro- grammable gate array) oder PLAs (programmable logic array) umfassen .

Die Antriebssteuerung 5 ist derart ausgebildet, dass sie ein Betriebsverfahren ausführt, das nachstehend in Verbindung mit FIG 3 näher erläutert wird. Die Antriebssteuerung 5 kann zu diesem Zweck insbesondere mit einem Steuerprogramm 8 program miert sein. Das Steuerprogramm 8 umfasst in diesem Fall Ma schinencode 9, der von der Antriebssteuerung 5 - genauer: von deren Logikeinrichtung 6 - abarbeitbar ist. In diesem Fall bewirkt die Abarbeitung des Maschinencodes 9 durch die An triebssteuerung 5, dass die Antriebssteuerung 5 das entspre chende Betriebsverfahren ausführt.

Im Rahmen des Betriebsverfahrens prüft die Antriebssteuerung 5 zunächst in einem Schritt Sl, ob eine Startbedingung er füllt ist. Die Startbedingung kann beispielsweise darin be stehen, dass die Antriebssteuerung 5 an ihre Energieversor gung angeschaltet wird. In diesem Fall wird das Betriebsver fahren jedes Mal ausgeführt, wenn die Antriebssteuerung 5 aus dem energiefreien Zustand heraus wieder mit Energie versorgt wird. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass die Startbedingung darin besteht, dass die Antriebssteuerung 5 über eine Rechner-Rechner-Schnittsteile 10 (beispielsweise eine RJ45-Schnittstelle, eine WLAN-Verbindung oder eine Blue- tooth-Verbindung) an einen Datenpool 11 angeschlossen wird. Hierbei kann die Antriebssteuerung 5 beispielsweise prüfen, ob ein Anschlusskabel 12 in die entsprechende Schnittstelle 10 eingesteckt wird oder ob die entsprechende leitungslose Verbindung aufgebaut werden kann. Alternativ kann die An triebssteuerung 5 prüfen, ob über die Schnittstelle 10 und gegebenenfalls das Anschlusskabel 12 ein Anschluss an ein Rechnernetz 13 (beispielsweise das World Wide Web) besteht. Wiederum alternativ kann die Antriebssteuerung 5 prüfen, ob über die Schnittstelle 10 und das Rechnernetz 13 ein Zugriff auf den Datenpool 11 möglich ist. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass die Startbedingung darin besteht, dass in der Antriebssteuerung 5 - konkret in einem Parameterspei cher 14 der Antriebssteuerung 5 - noch kein Parametersatz ge speichert ist.

In manchen Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung ist es möglich, dass der Schritt S1 ausgeführt wird, bis die Start bedingung erfüllt ist bzw. vorliegt. In anderen Ausgestaltun gen wird der Schritt S1 nur einmal ausgeführt. Ist die Start bedingung nicht erfüllt, wird in diesem Fall zu einem später erläuterten Schritt S5 übergegangen.

Wenn die Startbedingung erfüllt ist, geht die Antriebssteue rung 5 zu einem Schritt S2 über. Im Schritt S2 übermittelt die Antriebssteuerung 5 über die Rechner-Rechner-Schnitt steile 10 eine Projektierungskennung PK an den Datenpool 11. Die Projektierungskennung PK ist vorab von einem Projektierer in der Antriebssteuerung 5 hinterlegt worden. Innerhalb des Datenpools 11 wird anhand der Projektierungskennung PK ein zugehöriger projektierungsspezifischer Parametersatz PS er mittelt. Der Parametersatz PS ist - zusammen mit der Projek tierungskennung PK - vorab von dem Projektierer in dem Daten pool 11 hinterlegt worden. Der projektierungsspezifische Pa rametersatz PS wird an die Antriebssteuerung 5 übermittelt und von der Antriebssteuerung 5 in einem Schritt S3 entgegen genommen. Im Ergebnis ruft die Antriebssteuerung 5 somit über die Rechner-Rechner-Schnittsteile 10 den projektierungsspezi fischen Parametersatz PS ab. Insbesondere hinterlegt die An triebssteuerung 5 den Parametersatz PS im Parameterspeicher 14. In einem Schritt S4 parametriert sich die Antriebssteue rung 5 entsprechend dem abgerufenen Parametersatz PS. Das Pa- rametrieren als solches kann unter Umständen durch das Hin terlegen des Parametersatzes PS im Parameterspeicher 14 er folgen. Alternativ kann es sich um einen eigenständigen, vom Hinterlegen im Parameterspeicher 14 verschiedenen Vorgang handeln .

Inhalt und Umfang des Parametersatzes PS können nach Bedarf bestimmt sein. Beispielsweise können durch den Parametersatz PS folgende Parameter festgelegt werden: Eine Solldrehzahl, eine Maximaldrehzahl, ein Maximalstrom, eine Sollspannung, eine Nennspannung, eine Maximalspannung, eine Pulsfrequenz, eine Ausgangsfrequenz sowie Hochlaufzeiten und Rücklauf Z eiten für einen Hochlaufgeber, d.h. im Ergebnis eine Beschleuni gungsrampe und eine Bremsrampe.

Im Schritt S5 führt die Antriebssteuerung 5 einen Normalbe trieb aus. Im Normalbetrieb nimmt die Antriebssteuerung 5 Soll-Ansteuerzustände A* entgegen, ermittelt daraus unter Be rücksichtigung ihrer Parametrierung Steuerbefehle C für das Leistungsteil 2 und steuert das Leistungsteil 2 entsprechend den ermittelten Steuerbefehlen C an. Bei den Soll-Ansteuerzu- ständen A* handelt es sich um Sollströme .

Die Vorgehensweise von FIG 3 ist dann von Vorteil, wenn Kenn daten der elektrischen Maschine 3 bereits aus der Projektie rung des elektrischen Antriebs 1 bekannt sind. Wenn dies hin gegen nicht der Fall ist, kann die Vorgehensweise von FIG 3 auf verschiedene Art und Weise ausgestaltet werden.

So ist es beispielsweise möglich, dass der Antriebssteuerung 5 vor dem Abrufen des Parametersatzes PS Kenndaten KD der elektrischen Maschine 3 bekannt werden. In Einzelfällen ist es möglich, dass die Kenndaten KD der Antriebssteuerung 5 über eine Antriebsschnittstelle 15 zum Leistungsteil 2 be kannt werden. In der Regel erfolgt jedoch entsprechend der Darstellung in den FIG 1 und 2 eine Vorgabe durch eine Bedi enperson 16. Beispielsweise kann die Bedienperson 16 der An triebssteuerung 5 die Kenndaten KD manuell vorgeben. Auch ist es möglich, dass die Bedienperson 16 - beispielsweise über ein Smartphone oder ein Lesegerät - einen Code der elektri schen Maschine 3 einliest oder den Code oder ein Typenschild der elektrischen Maschine 3 fotografiert und den Code oder das Foto über eine entsprechende App an die Antriebssteuerung 5 übermittelt. In diesem Fall kann die Antriebssteuerung 5 die Kenndaten KD der elektrischen Maschine 3 durch Auswertung des eingelesenen Codes oder des übermittelten Fotos automa tisch ermitteln. Soweit erforderlich, kann die Antriebssteue rung 5 weiterhin auch über eine Verbindung zum Internet wei tere Informationen über die elektrische Maschine 3 anfordern. Beispielsweise können der Code und/oder das Typenschild eine Seriennummer oder eine Typnummer mit umfassen, anhand derer die entsprechenden Informationen über die elektrische Maschi ne im Internet auffindbar sind.

Im Falle der Verwertung der Kenndaten KD der elektrischen Ma schine 3 ist die Vorgehensweise von FIG 3 so ausgestaltet, wie dies nachstehend in Verbindung mit FIG 4 näher erläutert wird .

Gemäß FIG 4 ist der Schritt S2 durch einen Schritt S12 er setzt. Ferner ist dem Schritt S12 ein Schritt Sil vorgeord net. Im Schritt Sil nimmt die Antriebssteuerung 5 - direkt oder indirekt - die Kenndaten KD entgegen. Im Schritt S12 übermittelt die Antriebssteuerung 5 nicht nur die Projektie rungskennung PK, sondern zusätzlich auch die Kenndaten KD an den Datenpool 11. Demzufolge ist der abgerufene Parametersatz PS - zusätzlich zu seiner Abhängigkeit von der Projektie rungskennung PK - auch kenndatenabhängig.

Weiterhin ist es - alternativ oder zusätzlich zu der Ausge staltung gemäß FIG 4 - möglich, das Betriebsverfahren ent- sprechend der Darstellung von FIG 5 auszugestalten. FIG 5 zeigt hierbei mit den Schritten S21 bis S25 einerseits und S31 bis S33 andererseits zwei voneinander verschiedene vor teilhafte Ausgestaltungen, die nach Bedarf einzeln oder zu sammen realisiert werden können.

Im Schritt S21 prüft die Antriebssteuerung 5, ob eine erste Bedingung erfüllt ist. Die erste Bedingung kann beispielswei se ein Zeitablauf sein. Unabhängig von ihrer konkreten Ausge staltung ist die erste Bedingung jedoch nur von Zeit zu Zeit erfüllt, beispielsweise einmal am Tag oder einmal in der Wo che .

Im Schritt S22 übermittelt die Antriebssteuerung 5 über die Rechner-Rechner-Schnittsteile 10 die Projektierungskennung PK und gegebenenfalls auch die Kenndaten KD an den Datenpool 11. Im Schritt S23 nimmt die Antriebssteuerung 5 den vom Daten pool 11 übermittelten Parametersatz PS entgegen. Im Schritt S24 prüft die Antriebssteuerung 5, soweit erforderlich, ob der Parametersatz PS sich gegenüber dem bereits gespeicherten Parametersatz PS geändert hat. Wenn dies der Fall ist, para- metriert sich die Antriebssteuerung 5 im Schritt S25 entspre chend dem neu abgerufenen Parametersatz PS. Alternativ ist es möglich, dass der Schritt S24 entfällt und die Antriebssteue rung 5 - gegebenenfalls mit unveränderten Parametern - stets eine Neuparametrierung vornimmt.

Mit dem Schritt S25 ist die eine Ausgestaltung von FIG 5 be endet. Soweit es die eine Ausgestaltung von FIG 5 betrifft, geht die Antriebssteuerung 5 somit wieder zum Schritt S5 über. Bei der erneuten Ausführung des Schrittes S5 ermittelt die Antriebssteuerung 5 die Steuerbefehle C für das Leis tungsteil 2 jedoch unter Berücksichtigung ihrer neuen Para metrierung .

Im Schritt S31 prüft die Antriebssteuerung 5, ob eine zweite Bedingung erfüllt ist. Die zweite Bedingung kann beispiels weise ein Zeitablauf sein. Unabhängig von ihrer konkreten Ausgestaltung ist die zweite Bedingung jedoch nur von Zeit zu Zeit erfüllt, beispielsweise einmal pro Minute oder einmal pro Stunde. Im Einzelfall kann die zweite Bedingung mit der ersten Bedingung identisch sein. In der Regel handelt es sich jedoch um eine eigenständige Bedingung.

Im Schritt S32 erfasst die Antriebssteuerung 5 Betriebsdaten BD des elektrischen Antriebs 1. Die erfassten Betriebsdaten BD übermittelt die Antriebssteuerung 5 im Schritt S33 über die Rechner-Rechner-Schnittsteile 10 an den Datenpool 11 und hinterlegt sie dadurch im Datenpool 11. Die Betriebsdaten BD können vollständig oder teilweise den Parametersatz PS mit umfassen .

Zusammengefasst betrifft die vorliegende Erfindung somit fol genden Sachverhalt:

Ein elektrischer Antrieb 1 umfasst ein Leistungsteil 2 und eine über das Leistungsteil 2 mit elektrischer Energie ver sorgte elektrische Maschine 3. Das Leistungsteil 2 ist als Umrichter ausgebildet. Eine Antriebssteuerung 5 zum Steuern des elektrischen Antriebs 1 ruft bei Vorliegen einer Startbe dingung über eine Rechner-Rechner-Schnittsteile 10 aus einem Datenpool 11 einen projektierungsspezifischen Parametersatz PS ab, parametriert sich entsprechend dem abgerufenen Parame tersatz PS und ermittelt sodann in Abhängigkeit von der An triebssteuerung 5 vorgegebenen Soll-Ansteuerzuständen A* un ter Berücksichtigung ihrer Parametrierung Steuerbefehle C für das Leistungsteil 2 und steuert das Leistungsteil 2 entspre chend an. Die Soll-Ansteuerzustände A* sind Sollströme.

Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbeson dere ist es auf leichte, einfache und zuverlässige Weise mög lich, die Antriebssteuerung 5 vor Ort korrekt zu parametrie- ren. Weiterhin ist es möglich, die Parametrierung der An triebssteuerung 5 auf einfache Weise jederzeit aktuell zu halten. Schließlich stehen - beispielsweise zu Dokumentati onszwecken - die historischen Betriebsdaten BD der Antriebs- Steuerung 5 bzw. des elektrischen Antriebs 1 (soweit erfor derlich, einschließlich des jeweils gültigen Parametersatzes PS) jederzeit zur Verfügung, ohne übermäßig Speicherkapazität in der Antriebssteuerung 5 zu belegen. Schließlich ist eine zentrale - auch antriebs- und herstellerübergreifende - Aus wertung der Betriebsdaten BD mit einer darauf aufbauenden Op timierung des Parametersatzes PS möglich.

Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausfüh- rungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele einge schränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .




 
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