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Patent Searching and Data


Title:
SLIDING-CONTACT BEARING FOR A SHAFT JOURNAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/104031
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sliding-contact bearing for a shaft journal, said sliding-contact bearing being designed in the manner of a multi-surface sliding-contact bearing and having at least two circumferential sections of different diameters, with a sliding-contact bearing bush which has an opening for the shaft journal, wherein the shaft journal runs in the sliding-contact bearing bush. The invention is characterized in that the opening is formed by at least three cylindrical bores, wherein the central axes of the at least three cylindrical bores are each arranged eccentrically with respect to the central axis of the sliding-contact bearing bush.

Inventors:
GROTHE CHRISTIAN (DE)
Application Number:
EP2012/000322
Publication Date:
August 09, 2012
Filing Date:
January 25, 2012
Export Citation:
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Assignee:
VOITH PATENT GMBH (DE)
GROTHE CHRISTIAN (DE)
International Classes:
F16C17/02; F16C33/14
Foreign References:
FR2651845A11991-03-15
US4971459A1990-11-20
US5112145A1992-05-12
DE3332357C11985-04-04
DE102007008142A12008-03-20
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
SENFT, STEFAN M. (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. - Gleitlager (1) für einen Wellenzapfen (3), welches in der Art eines

Mehrflächengleitlagers ausgebildet ist, und welches wenigstens zwei Umfangsabschnitte mit verschiedenen Durchmessern aufweist, mit

1.1 einer Gleitlagerbuchse (2), welche eine Öffnung (4) für den Wellenzapfen (3) aufweist, wobei

1.2 der Wellenzapfen (3) in der Gleitlagerbuchse (2) läuft,

dadurch gekennzeichnet, dass

1.3 die Öffnung (4) durch wenigstens drei zylindrische Bohrungen gebildet ist, wobei

1.4 die Mittelachsen der wenigstens drei zylindrischen Bohrungen jeweils

exzentrisch zur Mittelachse (MA) der Gleitlagerbuchse (2) angeordnet sind.

2. Gleitlager (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die

wenigstens drei zylindrischen Bohrungen jeweils denselben Durchmesser aufweisen.

3. Gleitlager (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei zylindrischen Bohrungen jeweils um ein Wegstück mit demselben Betrag zur Mittelachse (MA) der Gleitlagerbuchse (2) radial versetzt angeordnet sind.

4. Gleitlager (1) nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Durchmesser der Öffnung (4) der Gleitlagerbuchse (2) kleiner als die Summe aus dem Durchmesser der zylindrischen Bohrung und dem Doppelten des Betrags des radialen Versatzes der zylindrischen Bohrung gegenüber der Mittelachse (MA) der Gleitlagerbuchse (2) ist.

5. Gleitlager (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei zylindrischen Bohrungen jeweils um denselben Winkelbetrag untereinander, bezogen auf die Mittelachse (MA) der

Gleitlagerbuchse (2) versetzt angeordnet sind.

6. Gleitlager (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Bereich, in dem der Durchmesser der Öffnung (4) der Gleitlagerbuchse (2) maximal ist, ein Kanal (6) zur Schmiermittelzufuhr radial durch die Gleitlagerbuchse (2) verläuft.

7. Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens drei zylindrischen Bohrungen durch spanende Bearbeitung, insbesondere durch Drehen, in die Gleitlagerbuchse (2) eingebracht werden.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die

Gleitlagerbuchse (2) über ein Mehrbacken-Spannfutter gehalten wird, wobei zum Einbringen der jeweiligen zylindrischen Bohrung jeweils ein anderer der Backen (9.1, 9.2, 9.3) des Spannfutters mit einem Aufmaß (10) versehen wird.

9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass in die Gleitlagerbuchse (2) zuerst eine zylindrische exzentrische Bohrung eingebracht wird, wonach die wenigstens drei exzentrischen zylindrischen Bohrungen eingebracht werden.

10. Verwendung eines Gleitlagers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 oder eines nach einem der Ansprüche 7 bis 9 hergestellten Gleitlagers (1) zur Lagerung einer Laufradwelle (3) in einem Abgasturbolader (12) oder einem Turbocompound-System (12).

Description:
Gleitlager für einen Wellenzapfen

Die Erfindung betrifft ein Gleitlager für einen Wellenzapfen nach der im

Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art. Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Gleitlagers sowie die Verwendung eines derartigen Gleitlagers.

Gleitlager sind aus dem allgemeinen Stand der Technik bekannt. Sie bestehen typischerweise aus einer Gleitlagerbuchse, welche eine Welle beziehungsweise einen Wellenzapfen umschließt. Der Wellenzapfen läuft dann in dieser

Gleitlagerbuchse im Allgemeinen auf einem Schmierfilm, welcher sich in der Gleitlagerbuchse, beispielsweise durch zugeführtes Schmiermittel, entsprechend aufbaut. Bei sehr schnell drehenden Wellenzapfen und/oder einseitiger Belastung der Wellenzapfen kann es sehr leicht zu einem Aufschaukeln des Wellenzapfens in radialer Richtung innerhalb des Gleitlagers kommen, was zu einem erhöhten

Verschleiß führen kann. Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind daher für derartige Anwendungen sogenannte Mehrflächengleitlager bekannt. Diese

Mehrflächengleitlager weisen wenigstens zwei Umfangsabschnitte mit

unterschiedlichem Durchmesser auf. Dadurch kommt es um den Umfang zu zwei Verringerungen im Spaltmaß zwischen Wellenzapfen und Gleitlagerbuchse und es ergibt sich eine Druckverteilung in dem Schmiermittel, welche stabilisierend auf den Wellenzapfen wirkt. Mehrflächengleitlager weisen daher gegenüber

zylindrischen Gleitlagern eine höhere hydrodynamische Tragfähigkeit sowie eine höhere Dämpfung und damit verbunden eine höhere Steifigkeit auf. Dadurch, dass typischerweise drei oder mehr Umfangsabschnitte mit verschiedenen

Durchmessern vorhanden sind, kommt es bei geringer Exzentrizität des

Wellenzapfens in der Gleitlagerbuchse zu einer Selbstzentrierung der Welle, sodass diese auch bei hohen Drehzahlen entsprechend stabil läuft.

BESTÄTIGUNGSKOPIE Diese Vorteile von Mehrflächengleitlagern sind nach allgemeiner Ansicht nur durch sehr aufwändig herstellbare Geometrien zu erzielen. Aufgrund der komplexen Geometrie um den Innenumfang der Gleitlagerbuchse ist die Herstellung entsprechend aufwändig und typischerweise nur bei entsprechend großen

Durchmessern, wie sie typischerweise in der industriellen Antriebstechnik üblich sind, mit vertretbarem Aufwand zu realisieren. Für kleine Wellendurchmesser und entsprechend hohe Stückzahlen kommen derartige Mehrflächengleitlager aus Herstellungs- und/oder Kostengründen meist nicht in Frage. Insbesondere bei schnelllaufenden Wellen, wie sie beispielsweise in

Abgasturboladern oder Turbocompound-Systemen zur Nutzung von Druckenergie in den Abgasen von Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen, wären die oben genannten Vorteile der Mehrflächengleitlager sehr günstig. Allerdings sind die typischerweise eher geringen Wellendurchmesser der die Laufräder tragenden Wellen zur Realisierung derartiger Mehrflächengleitlager - wie oben dargelegt- ungeeignet.

Es ist nun die Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung, ein Gleitlager in der Art eines Mehrflächengleitlagers anzugeben, welches einfach und effizient, auch bei geringem Durchmesser des Wellenzapfens, hergestellt werden kann.

Erfmdungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Gleitlager mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst. Ein besonders einfaches und effizientes Verfahren zum Herstellen eines derartigen Gleitlagers ist im

kennzeichnenden Teil des Anspruchs 7 angegeben. Vorteilhafte Weiterbildungen des Gleitlagers beziehungsweise des Verfahrens zu seiner Herstellung ergeben sich aus den jeweils abhängigen Unteransprüchen. Letztlich ist außerdem eine besonders bevorzugte Verwendung im Anspruch 10 angegeben. Das erfindungsgemäße Gleitlager für einen Wellenzapfen ist in der Art eines Mehrflächengleitlagers ausgebildet. Es weist im Gegensatz zu herkömmlichen Mehrflächengleitlagern jedoch eine sehr einfache Geometrie auf, welche dadurch erzielt wird, dass die Öffnung in der Gleitlagerbuchse durch wenigstens drei zylindrische Bohrungen gebildet ist, wobei die Mittelachsen der wenigstens drei zylindrischen Bohrungen jeweils exzentrisch zur Mittelachse der Gleitlagerbuchse angeordnet sind. Die Öffnung in der Gleitlagerbuchse wird also gemäß der

Erfindung mit einer sehr einfachen Geometrie durch wenigstens drei exzentrisch angeordnete Bohrungen ausgebildet. Damit ergibt sich eine Umfangsform der Öffnung der Gleitlagerbuchse, welche eine Wirkung in der Art eines

Mehrflächengleitlagers erzielt und damit eine entsprechend hohe hydrodynamische Tragfähigkeit gewährleistet. Gleichzeitig wird eine hohe Dämpfung und eine erhöhte Steifigkeit sowie eine Selbstzentrierung des Wellenzapfens in der Öffnung der Gleitlagerbuchse gewährleistet. Der Aufbau ist dennoch sehr einfach und kostengünstig herzustellen und erlaubt den Einsatz des erfindungsgemäßen

Gleitlagers auch bei Anwendungen mit vergleichsweise geringen Durchmessern, beispielsweise von weniger als 30 - 50 mm, beispielsweise zur Lagerung der Laufrad- beziehungsweise Läuferwelle in einem Abgasturbolader oder einem Tu rbocom pou nd-System .

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gleitlagers weisen die drei zylindrischen Bohrungen dabei jeweils denselben Durchmesser auf. Sie können gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung jeweils um ein Wegstück mit demselben Betrag zur Mittelachse der Gleitlagerbuchse radial versetzt angeordnet sein. Außerdem können sie gemäß einer besonders

bevorzugten Ausgestaltung so angeordnet sein, dass sie jeweils um denselben Winkelbetrag untereinander, bezogen auf die Mittelachse der Gleitlagerbuchse, versetzt angeordnet sind. Dieser Aufbau kann optional noch mit einem radial durch die Gleitlagerbuchse verlaufenden Kanal zur Schmiermittelzufuhr in zumindest einem Bereich, in dem der Durchmesser der Öffnung in der

Gleitlagerbuchse maximal ist, versehen sein.

Bei diesem Aufbau wird dann ein Gleitlager in der Art eines Mehrflächengleitlagers ausgebildet, welches in seiner Funktionalität alle Vorteile eines herkömmlichen Mehrflächengleitlagers aufweist, und welches besonders einfach und effizient in der Herstellung ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines derartigen Gleitlagers kann insbesondere so ausgebildet sein, dass die wenigstens drei zylindrischen

Bohrungen durch spanende Bearbeitung, insbesondere durch Drehen, in die Gleitlagerbuchse eingebracht werden. Durch diese spanende Bearbeitung lässt sich einfach und effizient, auch bei geringen Stückzahlen, die Herstellung des erfindungsgemäßen Gleitlagers beziehungsweise der hierfür geeigneten

Gleitlagerbuchse realisieren. Dadurch, dass die wenigstens drei Bohrungen jeweils zylindrisch ausgebildet sind, können diese einfach durch Bohren oder Drehen hergestellt werden und es ist kein aufwändiges Herstellungsverfahren wie bei den Mehrflächengleitlagern gemäß dem Stand der Technik notwendig. In einer besonders günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es dabei vorgesehen, dass die Gleitlagerbuchse über ein Mehrbacken- Spannfutter, insbesondere ein Drei-Backen-Spannfutter, gehalten wird, wobei zum Einbringen der jeweiligen zylindrischen Bohrung jeweils ein anderer der Backen des Spannfutters mit einem Aufmaß versehen wird. Ein Mehrbacken-Spannfutter, insbesondere ein Mehrbacken-Spannfutter mit einer zur Anzahl der zylindrischen Bohrungen korrespondierenden Anzahl von Backen, kann ideal genutzt werden, um die Gleitlagerbuchse des erfindungsgemäßen Gleitlagers herzustellen. Jeweils einer der Backen wird mit einem entsprechenden Aufmaß - z.B. durch ein

Zwischenstück zwischen Buchsen und Gleitlagerbuchse - versehen. Insbesondere ist das Aufmaß so dick ausgebildet, dass es in seinem Betrag dem Wegstück entspricht, um den die jeweilige zylindrische Bohrung gegenüber der Mittelachse der Gleitlagerbuchse radial versetzt ausgeführt werden soll. Die Gleitlagerbuchse durchläuft dann eine drehende oder bohrende Bearbeitung, durch welche die erste zylindrische Bohrung in die Gleitlagerbuchse eingebracht wird. Danach wird das Aufmaß auf den nächsten der Spannbacken aufgebracht und dieselbe Bearbeitung läuft erneut ab. Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel mit drei zylindrischen Bohrungen erfolgt das Spannen vorzugsweise in einem Drei-Backen-Spannfutter. Nachdem jeder Backen einmal mit dem Aufmaß versehen worden ist, ist die Gleitlagerbuchse nach dem Einbringen der dritten zylindrischen Bohrung fertig bearbeitet.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen

Verfahrens kann in einem vorgelagerten Schritt in die Gleitlagerbuchse zuerst eine zylindrische zentrische Bohrung eingebracht werden, bevor die wenigstens drei exzentrischen zylindrischen Bohrungen eingebracht werden. Dies erleichtert die Herstellung, insbesondere wenn als spannendes Bearbeitungsverfahren das Drehen eingesetzt wird.

Wie oben bereits erwähnt, kann das erfindungsgemäße Gleitlager auch bei vergleichsweise geringen Durchmessern einfach und effizient hergestellt werden. Es bietet sich daher als Mehrflächengleitlager für die Welle eines Laufrads beziehungsweise eines Läufers in einem Abgasturbolader oder einem

Turbocompound-System an, sodass in dieser Anwendung die bevorzugte, nicht jedoch die einzig mögliche Anwendung für das erfindungsgemäße Gleitlager zu sehen ist.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Gleitlagers sowie des Verfahrens zu seiner Herstellung ergeben sich aus den restlichen jeweils abhängigen Unteransprüchen und werden anhand des Ausführungsbeispiels deutlich, welches nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren näher beschrieben wird.

Es zeigen:

Fig. 1 ein Mehrflächengleitlager gemäß dem Stand der Technik;

Fig. 2 ein Gleitlager gemäß der Erfindung in einer prinzipmäßigen

Schnittdarstellung;

Fig. 3 einen ersten Schritt eines möglichen Herstellungsverfahrens für das erfindungsgemäße Gleitlager;

Fig. 4 einen zweiten Schritt eines möglichen Herstellungsverfahrens für das erfindungsgemäße Gleitlager;

Fig. 5 einen dritten Schritt eines möglichen Herstellungsverfahrens für das erfindungsgemäße Gleitlager;

Fig. 6 einen vierten Schritt eines möglichen Herstellungsverfahrens für das erfindungsgemäße Gleitlager; und

Fig. 7 eine beispielhafte Darstellung der Verwendung des

erfindungsgemäßen Gleitlagers zur Lagerung einer Laufradwelle eines Laufrads in einem Abgasturbolader oder einem

Turbocompound-System.

In der Darstellung der Figur 1 ist ein Gleitlager 1 als Mehrflächengleitlager gemäß dem Stand der Technik dargestellt. Dieses besteht im Wesentlichen aus einer Gleitlagerbuchse 2 beziehungsweise einer Lagerschale, welche einen Wellenzapfen 3 zur Lagerung umgibt. Der Wellenzapfen 3 liegt dabei in einer Öffnung 4 der Lagerbuchse 2. Diese Öffnung 4 weist um den Umfang mehrere unterschiedliche Abschnitte mit unterschiedlichen Durchmessern auf, sodass sich zwischen dem Wellenzapfen 3 und der Gleitlagerbuchse 2 um den Umfang unterschiedliche Spaltbreiten zwischen dem Wellenzapfen 3 und der Gleitlagerbuchse 2 ausbilden. Über vier Kanäle 5 wird, wie durch die Pfeile 6 angedeutet, ein Schmiermittel, beispielsweise ein Schmieröl, zugeführt. Bei der durch den Pfeil 7 angedeuteten Drehrichtung des Wellenzapfens 3 und der durch den Pfeil F dargestellten

Kraftein Wirkung auf den Wellenzapfen 3 bildet sich dann die mit 8 bezeichnete Druckverteilung in dem Schmierfilm aus. Diese mehrfach über den Umfang auftretende Druckverteilung sorgt für die besonderen Vorteile des

Mehrflächengleitlagers, nämlich die hohe hydrodynamische Tragfähigkeit sowie die höhere Dämpfung und Steifigkeit des Gleitlagers 1. Der Aufbau gemäß dem Stand der Technik, wie er in der Darstellung der Figur 1 zu erkennen ist, ist dabei aufgrund des komplexen Profils am Innendurchmesser der Gleitlagerbuchse 2 sehr aufwändig in der Herstellung. Außerdem muss das Profil jeweils auf die

Drehrichtung 7 des Wellenzapfens 3 abgestimmt sein. Aufgrund des sehr komplexen Profils der Öffnung 4 in der Gleitlagerbuchse 2 ist die Herstellung entsprechend aufwändig, teuer und typischerweise auf größere

Wellendurchmesser beschränkt.

In der Darstellung der Figur 2 ist ein Gleitlager 1 gemäß der Erfindung in einer einfachen Prinzipdarstellung zu erkennen. Dieses Gleitlager 1, wobei hier auf die Darstellung des Wellenzapfens 3 verzichtet worden ist, ist dabei so aufgebaut, dass die Öffnung 4 aus drei zylindrischen Bohrungen gebildet wird, welche gegenüber der senkrecht zur dargestellten Ebene stehenden Mittelachse MA der Gleitlagerbuchse 2 exzentrisch angeordnet sind. Durch diese Anordnung entsteht ein Aufbau, welcher eine vergleichbare Wirkung wie ein Mehrflächengleitlager ermöglicht, wobei hier bei der Herstellung der Grundform der Öffnung 4 in der Gleitlagerbuchse 2 die Drehrichtung des Wellenzapfens 3 keine Rolle spielt. Lediglich bei der Anordnung in der Darstellung der Figur 2 nicht dargestellten Kanäle 5 zur Zufuhr des Schmiermittels 6 ist die Drehrichtung zu berücksichtigen. Da diese Kanäle radial durch die Gleitlagerbuchse 2 gebohrt werden müssen, können diese jedoch auch später nach der Herstellung der Gleitlagerbuchse selbst eingebracht werden, sodass immer noch entschieden werden kann, in welche

Drehrichtung die Gleitlagerbuchse 2 in der Art eines Mehrflächengleitlagers wirken soll. Dadurch lassen sich einfach und effizient vergleichsweise große Stückzahlen der Gleitlagerbuchse 2 mit dem sehr einfachen Profil herstellen. Die Funktionalität eines Mehrflächengleitlagers lässt sich somit sehr viel kostengünstiger als bei dem Aufbau gemäß dem Stand der Technik erschließen und kann insbesondere auch bei kleinen Durchmessern - z.B. Durchmesser von weniger als 30 - 50 mm - eingesetzt werden, welche für herkömmliche Gleitlager gemäß dem Stand der Technik viel zu klein wären.

In den nachfolgenden Figuren 3 bis 6 sind hier einzelne Schritte zur Herstellung der Gleitlagerbuchse 2 für ein erfindungsgemäßes Gleitlager 1 dargestellt. Bei der Herstellung wird dabei von einer spanenden Bearbeitung in Form von Drehen ausgegangen. Prinzipiell wäre selbstverständlich auch ein Bohren oder dergleichen möglich.

Für das Drehen ist es besonders einfach und effizient, die Gleitlagerbuchse 2 in vier Einzelschritten herzustellen. Der erste Einzelschritt ist dabei optional und könnte prinzipiell auch entfallen.

In der Darstellung der Figur 3 ist zu erkennen, dass die Gleitlagerbuchse 1 in einem Drei-Backen-Futter 9, von welchem lediglich die drei Backen 9.1, 9.2 und 9.3 zu erkennen sind, zentrisch eingespannt ist. Eine zentrische Bohrung wird dann als erster Teil der Öffnung 4 in die Gleitlagerbuchse 2 eingebracht. Im nächsten Herstellungsschritt, welcher in der Darstellung der Figur 4 zu erkennen ist, wird die Gleitlagerbuchse 2 dann exzentrisch eingespannt. Dies wird in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, dass auf einen der Spannbacken, hier auf den Spannbacken 9.1, ein Aufmaß 10 vor dem Spannen der Gleitlagerbuchse eingebracht wird. Eine zweite Bohrung wird dann exzentrisch zur ersten Bohrung in die Gleitlagerbuchse 2 eingedreht. Dadurch wird das in der Darstellung der Figur 4 senkrecht von oben nach unten schraffierte Teilstück ausgedreht. In der Darstellung der Figur 5 ist die Buchse dann um 120 Grad versetzt zur Einspannung in der Darstellung der Figur 4 exzentrisch eingespannt. Das Aufmaß 10 ist hierfür auf den Spannbacken 9.2 verlagert worden. Mit demselben Durchmesser wie im zuvor erfolgenden Fertigungsschritt wird dann die zweite zylindrische Bohrung eingedreht, wobei hier das durch eine schräge

Schraffur von links oben nach rechts unten dargestellte Material entfernt wird.

In der Darstellung der Figur 6 ist die Gleitlagerbuchse um weitere 120 Grad verdreht exzentrisch eingespannt, indem das Aufmaß 10 auf den Spannbacken 9.3 verlagert worden ist. In diesem Fertigungsschritt wird dann wiederum mit demselben Durchmesser wie in den beiden zuvor beschriebenen

Fertigungsschritten das durch die Kreuzschraffur markierte Material abgetragen. Damit entsteht eine Gleitlagerbuchse, welche den in der Figur 2 dargestellten Aufbau zeigt. Die Gleitlagerbuchse wurde also so ausgebildet, dass die zentrale Öffnung 4 aus drei jeweils für sich zylindrisch ausgebildeten Bohrungen desselben Durchmessers erzeugt worden ist, welche jeweils exzentrisch zu der Mittelachse MA der Gleitlagerbuchse 2 angeordnet sind. Insbesondere sind diese Bohrungen jeweils um denselben Winkel zueinander versetzt und um denselben Betrag exzentrisch von der Mittelachse MA beanstandet. Im hier dargestellten

Ausführungsbeispiel mit drei zylindrischen Bohrungen ergibt sich so ein Winkel des Versatzes von jeweils 120 Grad. Bei vier Bohrungen wären es dementsprechend 90 Grad, bei sechs zylindrischen Bohrungen 60 Grad und so weiter. Der maximale Durchmesser der Öffnung 4 der Gleitlagerbuchse 2 bleibt dabei in jedem Fall kleiner als die Summe aus dem Durchmesser der zylindrischen Bohrungen und dem Doppelten des Betrages des radialen Versatzes der zylindrischen Bohrungen gegenüber der Mittelachse MA der Gleitlagerbuchse 2.

Um die Funktionalität mit idealer Zufuhr von Schmiermittel 6 zu gewährleisten, können nun außerdem Kanäle 5 radial durch die Gleitlagerbuchse 2 gebohrt werden, insbesondere in den Bereichen, in denen die Öffnung 4 ihren größten Durchmesser hat. In der Darstellung der Gleitlagerbuchse gemäß Figur 2 wären dies jeweils drei um den Winkel von 120 Grad zueinander versetzt angeordnete Bereiche. Ob die Bereiche dabei links oder rechts der entstandenen Erhebungen zwischen den drei einzelnen exzentrischen Bohrungen angeordnet werden müssen, hängt von der Drehrichtung des Wellenzapfens 3 ab. Es ist nämlich jeweils darauf zu achten, dass in Drehrichtung des Wellenzapfens 3 nach der Erhebung die Zufuhr des Schmieröls erfolgt, da so eine ideale

Schmierölversorgung in dem Schmierölkeil, welcher sich zwischen der

Schmierölzufuhr und der nächsten Erhebung in Umfangsrichtung der Öffnung 4 ergibt, gewährleistet ist.

Wie bereits erwähnt, lässt sich die Gleitlagerbuchse 2 für das erfindungsgemäße Gleitlager 1 einfach und effizient herstellen. Damit ist der Aufbau nicht mehr wie beim Stand der Technik auf entsprechend große Durchmesser von Wellenzapfen 3 und Gleitlagerbuchse 2 eingeschränkt, sondern kann auch bei kleinen

Durchmessern eingesetzt werden.

In der Darstellung der Figur 7 ist eine bevorzugte Verwendung des Gleitlagers 1 dargestellt. Diese Verwendung soll für die Lagerung des Wellenzapfens 3 beziehungsweise der Welle 3 eines Turbinenrads 11 in einem nur ausschnittsweise dargestellten Abgasturbolader oder Turbocompound-System 12 sein. Im Falle eines Turbocompound-Systems 12 würde die Welle 3 lediglich das Turbinenrad 11 tragen und wäre an ihrem anderen hier nicht dargestellten Ende beispielsweise über eine hydrodynamische Kupplung mit einer Kurbelwelle eines Motors, welcher das Abgas zum Antreiben des Turbinenrads 11 liefert, verbunden. Bei einem Abgasturbolader wäre die Welle 3 typischerweise die Welle des sogenannten Läufers, welcher neben dem hier dargestellten Turbinenrad 11 auf der anderen Seite der Welle 3 ein Verdichterrad tragen würde. Eine derartige Welle 3 könnte dann über eines oder mehrere der Gleitlager 1 in der oben beschrieben

Ausgestaltung gelagert werden.