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Patent Searching and Data


Title:
SLIDING DOOR DRIVE FOR A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/101271
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a sliding door drive (1) for a motor vehicle, having an electric drive (12), a first winding drum (3) for receiving a first cable (2), and a second winding drum (19) for receiving a second cable (18), wherein the first and second cable (2, 18) interact with a sliding door (11) in such a way that, upon an actuation of the drive (12), the sliding door (11) can be moved by means of the cables (2, 18), and wherein the first cable (2) has a smaller cable diameter (d) than the second cable (18).

Inventors:
HEINZEN, Inga (Schafgarbenweg 25, Krefeld, 47807, DE)
DYLLONG, Pascal (Paracelsusstr. 11, Velbert, 42549, DE)
NEIDHARDT, Andreas (Dorfstrasse 29 U, Sassenburg, 38524, DE)
BIERMANN, Jörg (Bahnhofstr. 307, Castrop-Rauxel, 44579, DE)
Application Number:
DE2018/100944
Publication Date:
May 31, 2019
Filing Date:
November 20, 2018
Export Citation:
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Assignee:
KIEKERT AG (Höseler Platz 2, Heiligenhaus, 42579, DE)
International Classes:
E05F15/643; E05F15/646
Domestic Patent References:
WO2008039753A22008-04-03
Foreign References:
DE102014109055A12015-12-31
DE102014109055A12015-12-31
EP2076648B12017-01-25
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Claims:
Patentansprüche

1. Schiebetürantrieb (1) für ein Kraftfahrzeug aufwei send einen elektrischen Antrieb (12), eine erste Wickel trommel (3) zur Aufnahme eines ersten Seils (2) und eine zweite Wickeltrommel (19) zur Aufnahme eines zweiten Seils (18), wobei das erste und zweite Seil (2, 18) der art mit einer Schiebetür (11) Zusammenwirken, dass bei einer Betätigung des Antriebs (12) die Schiebetür (11) mittels der Seile (2, 18) verfahrbar ist, dadurch gekenn zeichnet, dass das erste Seil (2) einen geringeren Seil durchmesser (d) aufweist als das zweite Seil (3) .

2. Schiebetürantrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass die Wickeltrommeln (3, 19) einen an den Seildurchmesser (D, d) angepassten Nutradius aufwei sen .

3. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 o- der 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wickeltrom mel (3) in Bezug auf die zweite Wickeltrommel (19) eine geringere axiale Breite (b) aufweist.

4. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Seildurchmesser (d) des ersten Seils (2) einem 0,5-fachen bis 0,9-fachen, vorzugsweise einem 0,7-fachen bis 0,8-fachen, Seildurch messer (D) des zweiten Seils (18) entspricht.

5. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

4, dadurch gekennzeichnet, dass eine das erste Seil (2) in Richtung der ersten Wickeltrommel (3) führende Seiltülle (8) einen geringeren Abstand (A) zur ersten Wi ckeltrommel (3) aufweist als eine das zweite Seil (18) in Richtung der zweiten Wickeltrommel (19) führende Seiltül le (17) .

6. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

5, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des ersten Seils (2) ein Öffnen der Schiebetür (11) durchführbar ist.

7. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Wi ckeltrommel (3, 19) auf einer gemeinsamen Drehachse (4) anordbar sind.

8. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiebetür (11) mit tels eines Schlittens (10) und entlang einer Führung ver schiebbar im Kraftfahrzeug aufgenommen ist.

9. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seile (2, 18) aus ei nem gleichen, insbesondere identischen Werkstoffen gebil det sind.

10. Schiebetürantrieb (1) nach einem der Ansprüche 1 bis

9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Seil (2,

18) auf einer Wickeltrommel (3, 19) stapelbar ist.

Description:
Beschreibung

Schiebetürantrieb für ein Kraftfahrzeug

Die Erfindung betrifft einen Schiebetürantrieb für ein Kraftfahrzeug aufweisend einen elektrischen Antrieb, eine erste Wickeltrommel zur Aufnahme eines ersten Seils und eine zweite Wickeltrommel zur Aufnahme eines zweiten Seils, wobei das erste und zweite Seil derart mit einer Schiebetür Z usammenwirken, dass bei einer Betätigung des Antriebs die Schiebetür mittels der Seile verfahrbar ist.

In heutigen Kraftfahrzeugen und bevorzugt bei großen Tü ren ist es üblich, die Türen elektromotorisch angetrieben zu betätigen. Ein bevorzugtes Einsatzgebiet ist dabei ei ne Schiebetür für Transportfahrzeuge oder geräumige Per sonenkraftwagen. Das automatische Öffnen der Türen, das heißt Schiebetüren, erfolgt dabei zumeist in Kombination mit einem elektrisch betätigten Schloss, wobei ein Bedie ner mittels einer zum Beispiel Funkfernbedienung oder mittels eines Betätigungsmittels im Inneren des Kraft fahrzeugs ein Öffnen und/oder Schließen initiiert. Bei geschlossener Schiebetür wird dabei das Kraftfahrzeug schloss elektrisch geöffnet, wonach die Schiebetür elektrisch angetrieben aufgezogen oder verfahren wird. In der geöffneten Stellung wird die Schiebetür dann in einer Offenstellung gehalten bzw. verrastet in einer Offenstel lung. Ein nochmaliges Betätigen einer Funkfernbedienung und/oder eines Schaltmittels verfährt die Schiebetür dann wieder in die Schließposition, wonach eine zum Beispiel in das Schließsystem integrierte Zuziehhilfe das Schließ system in eine Schließposition überführt. Elektrische Schiebetürantriebe sind aus dem Stand der Technik be kannt .

Die DE 10 2014 109 055 Al offenbart einen Schiebetüran trieb, der einen Seiltrieb umfasst. Der Schiebetürantrieb umfasst dabei Seile, die auf einer Wickeltrommel aufgewi ckelt werden, wobei die Wickeltrommel zumindest eine um die Drehachse umlaufende Nut aufweist und das Seil ent lang der Nut auf- und abwickelbar ist. Ein beweglich im Schiebetürantrieb gehaltenes Führungselement, insbesonde re eine Seiltülle, führt dabei das Seil in Bezug auf die Wickeltrommel. Zwei Seiltrommeln sind dabei auf einer ge meinsamen Achse gelagert und mittels des Schiebetüran triebs antreibbar. Zwei den Seiltrommeln zugeordnete se parate Seile dienen dabei zum Öffnen und Schließen der Schiebetür. Mittels eines Seils ist ein Zuziehen und mit tels eines zweiten Seils ein Aufziehen der Schiebetür er möglichbar .

Aus der EP 2 076 648 Bl ist eine weitere Antriebsanord nung zum Öffnen und Schließen einer Schiebetür eines Fahrzeugs bekannt geworden. Dabei verläuft die Schiebetür entlang einer Führungsschiene und wird mittels der Sei lenden bewegt. Ein erstes Ende eines ersten Seils ist an der Seiltrommel befestigt, wobei ein zweites Ende des ersten Seils an einem festen Ort im Kraftfahrzeug ange ordnet ist. Hierbei werden zwei separate Seile einge setzt, die mittels einer Seiltrommel elektrisch betätigt eine Rollenanordnung betätigen, wobei die Bewegung der Rollenanordnung eine Bewegung der Schiebetür verursacht.

Der bekannte Stand der Technik kann nicht in allen Punk ten überzeugen. Einerseits bedarf es bezüglich des Aufwi- ckelns einer großen Wickeltrommel und andererseits sind die bekannten konstruktiven Lösungen in Bezug auf die re alen Umstände und Anforderungen optimierbar. Hier setzt die Erfindung an.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten Schiebe türantrieb für ein Kraftfahrzeug bereitzustellen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung, den benötigten Bau raum zu optimieren und den Schiebetürantrieb auf die rea len Beanspruchungen hin anzupassen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung, eine konstruktiv einfache und kos tengünstige Lösung bereitzustellen.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des un abhängigen Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltun gen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die im Folgenden be schriebenen Ausführungsbeispiele nicht beschränkend sind, vielmehr sind beliebige Variationsmöglichkeiten der in der Beschreibung und den Unteransprüchen beschriebenen Merkmale möglich.

Gemäß dem Patentanspruch 1 wird die Aufgabe der Erfindung dadurch gelöst, dass ein Schiebetürantrieb für ein Kraft fahrzeug bereitgestellt wird, aufweisend einen elektri- sehen Antrieb, eine erste Wickeltrommel zur Aufnahme ei nes ersten Seils und eine zweite Wickeltrommel zur Auf nahme eines zweiten Seils, wobei das erste und zweite Seil derart mit einer Schiebetür Z usammenwirken, dass bei einer Betätigung des Antriebs die Schiebetür mittels der Seile verfahrbar ist und wobei das erste Seil einen ge ringeren Seildurchmesser aufweist als das zweite Seil. Durch den erfindungsgemäßen Aufbau des Schiebetürantriebs ist nun die Möglichkeit geschaffen, die Abmaße des Schie betürantriebs zu reduzieren. Insbesondere kann bei gerin geren Seildurchmessern mit geringeren Bauräumen für den Schiebetürantrieb berechnet werden.

Sei es, dass der geringere Durchmesser des ersten An triebsseils geringere Wickelradien ermöglicht und somit an geringere konstruktive Abmaße gebunden ist, so kann es darüber hinaus durch die Anpassung des Seildurchmessers bei gleichen Werkstoffeigenschaften der beiden eingesetz ten Seile eine Anpassung an die benötigten Zugkräfte in den Seilen erfolgen. Gleichzeitig ergibt sich der Vor teil, dass durch den geringeren Seildurchmesser das Ge wicht des Schiebetürantriebs reduzierbar ist. Insgesamt kommt es somit zu einer Verringerung der Abmaße des Schiebetürantriebs und einer Reduzierung des Gewichts, wobei die Anforderungen an den Schiebetürantrieb in vol lem Umfang erfüllbar sind.

Schiebetürantriebe im Sinne der Erfindung können dort eingesetzt werden, wo beweglich am Kraftfahrzeug angeord nete Türen zum Einsatz kommen. Ein bevorzugtes Einsatzge- biet ist im Bereich des hinteren Einstiegs, wie sie bei spielsweise bei Personenkraftwagen eingesetzt sind, die auch als Transportwagen bezeichenbar sind. Dabei werden die Türen zumeist in Schienen entlang des Kraftfahrzeugs geführt, wobei der Antrieb zumeist ortsfest im Kraftfahr zeug angeordnet ist. Vorstellbar ist es natürlich eben falls, dass der Schiebetürantrieb im beweglichen Teil der Schiebetür angeordnet ist oder sich entlang der Kraft fahrzeugkarosserie bewegt.

Die erfindungsgemäßen Schiebetürantriebe weisen einen elektrischen Antrieb auf. Hierbei ist ein elektrischer Antrieb im Einsatz, der auf eine erste und zweite Wickel trommel wirkt. Die Wickeltrommeln sind mittels einer Kupplung verbindbar und auf einer Achse lagerbar. Ein erstes Seil kann dabei zum Aufziehen der Tür verwendet werden, wobei ein zweites Seil zum Zuziehen dient. Dabei sind die Seile in unterschiedliche Wickelrichtungen auf der Wickeltrommel aufgenommen. Ein Ende jedes Seils ist dabei fest mit der Wickeltrommel verbunden, so dass bei einer Betätigung der Wickeltrommel, das heißt einem elektrischen Antreiben der Wickeltrommeln in eine Wickel richtung ein Seil aufgewickelt und das andere Seil abge wickelt wird. Die Seilspannung wird dabei durch ein zwi schen den Seiltrommeln angeordnetes Federelement erzeugt. Durch die Befestigung der Seilenden an den Wickeltrommeln kann gewährleistet werden, dass dieselbe Länge die von der einen Seiltrommel abgewickelt wird, auf der anderen Seiltrommel aufgewickelt wird, das heißt der Seilspan nungswinkel bleibt gleich, beziehungsweise nahezu gleich. Somit wird ein sicheres und vor allen Dingen geräuschar mes Bewegen der Schiebetür ermöglicht.

Bevorzugt ist die Schiebetür in Führungen am Kraftfahr zeug gehalten. Diese Führungen ermöglichen es, dass die Tür leicht hin und her in Bezug auf das Kraftfahrzeug be wegbar ist. Die Seile sind dabei einerseits fest mit der Wickeltrommel verbunden und andererseits an entgegenge setzten Seiten der Schiebetür befestigbar. Zumindest sind die Enden der Seile derart mit der Schiebetür verbunden, dass durch ein jedes Ende eines Seils eine Zugkraft in eine dem anderen Seil gegengesetzte Richtung in die Schiebetür einleitbar ist. Dabei können die beiden Enden der Seile zum Beispiel auch mit einem Schlitten verbunden sein, wobei der Schlitten mit der Schiebetür in Eingriff steht, so dass die Schiebetür mittels der Seile bewegten Schlitten bewegt wird. Die Seile ziehen die Schiebetür somit mittelbar entlang der Führungsschienen in eine ge öffnete oder geschlossene Position.

In einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante ergibt sich dann ein Vorteil, wenn die Wickeltrommeln einen an den Seildurchmesser angepassten Nutradius aufweisen. Eine An passung der Wickeltrommeln an die Seildurchmesser bietet den Vorteil, dass die Abmaße der Wickeltrommeln reduziert werden können. Insbesondere ist eine an den geringeren Seildurchmesser angepasste Wickeltrommel in den Abmaßen deutlich geringer ausführbar als eine mit einem größeren Seildurchmesser ausgeführte Wickeltrommel. Die Seildurchmesser sind dabei an die unterschiedlichen

Anforderungen anpassbar. Insbesondere können die Seil durchmesser unmittelbar an die geforderten Belastungen beim Aufziehen bzw. Zuziehen der Schiebetür angepasst sein. Hierbei ändert sich der Weg der Schiebetür nicht, es ändert sich aber der Nutradius in der Wickeltrommel, wobei der Nutradius zur Aufnahme des Seils geringer aus- fallen kann, so dass bei gleicher Anzahl der vorhandenen Nuten in der Wickeltrommel die Wickeltrommel in axialer Richtung eine geringere konstruktive Größe aufweisen kann. Hierdurch wird der Bauraum für den Schiebetüran trieb reduziert. Durch eine axiale Verringerung, das heißt axiale Breite der Wickeltrommel kann somit einer seits der Bauraum optimiert, das heißt verkleinert werden und gleichzeitig wird das Gewicht des Schiebetürantriebs durch die geringeren Abmaße weiter reduzierbar.

Der Nutradius bildet dabei den Radius, der dem Durchmes ser des zu wickelnden Seils entspricht, wobei die Nut ei nerseits dem Seildurchmesser entspricht und andererseits eine ausreichende Tiefe aufweist, um ein sicheres Wickeln des Seils in die Wickelnut der Wickeltrommel hinein zu gewährleisten. Bevorzugt weist dazu der Schiebetürantrieb eine Seilführung auf.

Weist die erste Wickeltrommel in Bezug auf die zweite Wi ckeltrommel eine geringere axiale Breite auf, so ergibt sich eine weitere vorteilhafte Ausgestaltungsvariante der Erfindung. Durch die Ausbildung eines geringeren Seil durchmessers kann die axiale Breite der Wickeltrommel re- duziert werden. Die axiale Breite ist dabei dadurch be stimmt, dass die Achsrichtung in Richtung der Lagerung der Wickeltrommel bestimmt ist. Bei der axialen Breite wird somit von der Breite der Wickeltrommel in Wickel richtung gesprochen. Durch die Verringerung der axialen Breite ergibt sich ein weiterer Vorteil der Erfindung. Durch die geringere Breite kann der Wickelwinkel redu ziert werden. Das Seil wird bevorzugt durch eine Führung, insbesondere eine Seiltülle, in Richtung der Wickeltrom mel geführt. Dabei ist die Seilführung zum Beispiel in einer Längsnut führbar, so dass die Seilführung dem Wi ckeln auf der Wickeltrommel folgen kann. Durch die gerin gere Breite der Wickeltrommel kann dabei der Winkel beim Aufwickeln verringert werden, wodurch sich wiederum die Abmaße der Seilführung reduzieren. In vorteilhafter Weise wird somit zu einer Reduzierung der Abmaße des Schiebe türantriebs beigetragen.

In einer weiteren Ausgestaltungsvariante der Erfindung entspricht der Seildurchmesser des ersten Seils einem 0,5-fachen bis 0,9-fachen, vorzugsweise einem 0,7-fachen bis 0,8-fachen Seildurchmesser des zweiten Seils. In ei nem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann der kleinere Durchmesser einen Durchmesser von 2,2 mm und der größere Durchmesser einen Durchmesser von 3,2 mm aufweisen. Die bevorzugte Ausbildung eines ersten Seils mit einem gerin geren Seildurchmesser, der in etwa einer Hälfte des zwei ten Seildurchmessers entsprechen kann, kann die Wickel trommel entsprechend in Bezug auf den Wickelbereich hal biert werden. In Bezug auf eine lediglich 0,9-fache Aus- bildung des Seildurchmessers kann der Wickelbereich im merhin noch um 10 % reduziert werden.

In vorteilhafter Weise kann auf die gleichen Werkstoffei genschaften der beiden Seile zurückgegriffen werden. Er findungsgemäß hat sich herausgestellt, dass die Belastun gen der Zugseile in Bezug auf ein Öffnen oder Schließen der Schiebetür unterschiedlich sind. Unterschiedliche An forderungen, das heißt Belastungen auf die Seile beim Öffnen und Schließen bilden die Grundlage für die Auswahl der Seildurchmesser, bei der konstruktiven Auslegung der eingesetzten Seile. Der jeweilige Unterschied zwischen den beiden eingesetzten Seilen ist dabei abhängig von dem Einsatzgebiet des Schiebetürantriebs und/oder der Abmaße der zu verfahrenden Schiebetür. Auch das Gewicht der zu verfahrenden Tür und/oder die Lagerung der Schiebetür in den Führungen kann Einfluss auf die Auswahl des benötig ten Seildurchmessers haben. Es hat sich aber überra schenderweise herausgestellt, dass ein Aufziehen der Tür mit geringeren Zugkräften möglich ist, als dies beim Schließen der Tür erforderlich ist. Beim Schließen der Tür muss beispielsweise die Schiebetür zumindest be reichsweise gegen eine Federvorspannung der Führungen bzw. Ausstellmittel für die Schiebetür gearbeitet werden und gleichzeitig kann das Einführen der Schiebetür in den Bereich der Türdichtung und/oder in den zum Zuziehen der Tür notwendigen Eingriff in den Schlosshalter eine zu sätzliche Kraftkomponente beim Zuziehen bedingen. Weist eine das erste Seil in Richtung der ersten Wickel trommel führende Seiltülle einen geringeren Abstand zur ersten Wickeltrommel auf, als eine das zweite Seil in Richtung der zweiten Wickeltrommel führenden Seiltülle, so ergibt sich eine weitere vorteilhafte Ausgestaltungs form der Erfindung. Das Seil wird in Bezug auf die Wi ckeltrommel geführt. Die Seilführung wird bevorzugt durch eine Seiltülle vorgenommen, die beweglich im Schiebetür antrieb aufgenommen ist. In vorteilhafter Weise kann die Seiltülle in einer schlitzartigen Führung hin und her be weglich im Schiebetürantrieb gehalten sein. Durch den ge ringeren Durchmesser des ersten Seils kann das Führen des ersten Seils in Richtung der ersten Wickeltrommel mit ei nem geringeren Wickelwinkel erfolgen. Der Wickelwinkel wird dabei bestimmt durch die Ausrichtung zwischen Aus gangsende der Seiltülle und Aufnahme des Seils in der Nut der Wickeltrommel. Bei einem geradlinigen Herausführen des Seils aus der Seiltülle in Richtung der Wickeltrom mel, wobei das Seil rechtwinkelig in Bezug auf eine Achse der Wickeltrommel ausgerichtet ist, liegt dabei ein Wi ckelwinkel von 0° vor.

Bei einer Auslenkung des Seils ausgehend von der Seiltül le in Richtung einer Seilnut auf der Wickeltrommel, ver größert sich dann ein Winkel ausgehend von der rechtwin keligen Ausrichtung des Seils in Bezug auf die Achse der Wickeltrommel. Ist nun der erste Seildurchmesser redu ziert, und es wird zum sicheren Wickeln des Seils auf der Wickeltrommel ein Wickelwinkel nicht überschritten, so kann bei geringerer Seildicke der Abstand zwischen der Seiltülle und der Wickeltrommel reduziert werden. In vor teilhafter Weise wird dadurch der für den Schiebetüran trieb benötigte Bauraum weiter reduziert.

In einer weiteren Ausgestaltungsvariante der Erfindung ist mittels des ersten Seils ein Öffnen der Schiebetür durchführbar. Das erste Seil ist dabei derart mit der Schiebetür mittelbar oder unmittelbar verbunden, dass durch ein Einleiten einer Zugkraft auf das erste Seil die Schiebetür in Öffnungsrichtung bewegt wird. Das Öffnen der Schiebetür ist an geringere Zugkräfte gebunden, da einerseits die Türdichtung eine Vorspannung auf die Schiebetür ausübt und Aufstellmittel , die bevorzugt fe dervorbelastet sind, die Schiebetür in eine von der Ka rosserie abgehobene Position bewegen. Somit wirken die Aufstellmittel , bevorzugt durch Federkraft, und die Tür dichtung in Richtung der Türöffnungsbewegung. Hierdurch kann ein leichtes Bewegen der Schiebetür unterstützt wer den. Insbesondere beim Öffnen des Schließsystems, das heißt beim Entsperren des Gesperres des Schlosses, kommt es auch aufgrund des Türdichtungsdrucks zu einem unter stützten Öffnen des Gesperres, wodurch die Schiebetür frei wird.

Der Dichtungsdruck, durch den die Schiebetür dicht an das Kraftfahrzeug gehalten ist, wirkt in dem Moment des Öff nens des Gesperres beschleunigend auf die Öffnungsbewe gung. Die Türdichtung hält die Schiebetür somit unter Vorspannung, wobei die Vorspannung durch das Öffnen des Gesperres frei wird und das Aufziehen der Schiebetür un- terstützt. Diese Vorspannung, sowie die Vorspannung aus den Positioniermitteln zum Aufstellen der Schiebetür un terstützen das Aufziehen, so dass die kontinuierliche Zugbewegung des Zugseils mit geringeren Kräften zum Öff nen der Tür ausgestattet sein muss. Wie vorstehend be schrieben müssen die die Vorspannung bzw. das Aufstellen erzeugenden Kräfte beim Zuziehen der Tür überwunden wer den, so dass zum Zuziehen eine größere Krafteinleitung in das Zugseil erforderlich ist. Das erste Seil dient bevor zugt zum Aufziehen und weist einen geringeren Seildurch messer auf, wobei das zweite Seil bevorzugt als Zu ziehseil dient, und einen größeren Seildurchmesser auf weist. Dies gilt auch in Kombination mit einem Öffnen und Schließen der Schiebetür im Falle einer Schrägstellung des Fahrzeugs, wobei die Schrägstellung bis zu 30% betra gen kann.

Sind die erste und zweite Seiltrommel auf einer gemeinsa men Drehachse anordbar, so ergibt sich eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schiebetürantriebs. Durch die Anordnung der beiden Wickeltrommeln auf einer gemeinsamen Drehachse kann ein vorteilhafter konstrukti ver Aufbau und eine kompakte Ausgestaltung des Antriebs erzielt werden. Darüber hinaus ist die Schiebetür mittels eines Schlittens und entlang einer Führung verschiebbar im Kraftfahrzeug aufnehmbar, so dass ein mittelbares Öff nen und Schließen der Schiebetür mittels des Schiebetür antriebs ermöglichbar ist. Ein mittelbares Zuziehen bzw. Öffnen der Schiebetür bietet den Vorteil, dass die Seil führungen in der Karosserie selbst vorhanden sein können, und die Seile selbst vor Umgebungseinflüssen schützbar sind .

In vorteilhafter Weise sind die Seile aus einem ver gleichbaren, insbesondere identischen, Werkstoff gefer tigt. Der Einsatz eines vergleichbaren Werkstoffs bietet die Möglichkeit, mit gleichen Wickelradien arbeiten zu können und den Vorteil, dass eine konstruktive Auslegung, zum Beispiel auf eine Festigkeitssimulation, erleichtert wird .

In einer weiteren Ausgestaltungsvariante der Erfindung ist zumindest ein Seil auf einer Wickeltrommel stapelbar. Wird zumindest ein Seil auf einer Wickeltrommel zumindest bereichsweise gestapelt, so kann die axiale Breite der Wickeltrommel weiter reduziert werden. Insbesondere kann der Wickelwinkel verringert und der Abstand zwischen Seiltülle und Wickeltrommel weiter reduziert werden.

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Schiebetüran triebs ist somit insgesamt die konstruktive Auslegung er leichtert, da ein geringerer Platzbedarf für den Schiebe antrieb zur Verfügung gestellt werden muss und gleichzei tig kann eine Kostenreduzierung dahingehend erfolgen, dass mit geringeren Gewichten und geringeren Materialkos ten für die Auslegung des Schiebetürantriebs gerechnet werden kann.

Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand eines bevorzugten Ausfüh- rungsbeispiels näher erläutert. Es gilt jedoch der Grund satz, dass das Ausführungsbeispiel die Erfindung nicht beschränkt, sondern lediglich eine Ausgestaltungsform darstellt. Die dargestellten Merkmale können einzeln oder in Kombination mit weiteren Merkmalen der Beschreibung wie auch den Patentansprüchen einzeln oder in Kombination ausgeführt werden.

Es zeigt:

Figur 1 eine prinzipielle Darstellung eines Schiebe türantriebs in einer dreidimensionalen An sicht gemäß dem Stand der Technik, und

Figur 2 eine prinzipielle Darstellung zweier Wickel trommeln gemäß der Erfindung.

Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Schiebetürantriebs 1 für ein Kraftfahrzeug mit einem ers ten Seil 2, einem zweiten Seil 18, einer ersten Wickel trommel 3 und einer zweiten Wickeltrommel 19, wobei beide Wickeltrommeln um eine Achse 4 drehbar sind.

Die erste Wickeltrommel 3 weist eine um die Drehachse 4 umlaufende Nut 5 auf, wobei die Nut 5 eine Steigung ge genüber einer Ebene 9 der ersten Wickeltrommel 3 auf weist, wobei die Ebene 9 senkrecht zur Drehachse 4 ver läuft. Das erste Seil 2 ist entlang der Nut 5 auf- und abwickelbar, wobei die Nut 5 vorzugsweise mehrfach die erste Wickeltrommel 3 umläuft. Der Punkt, an welchem das erste Seil beim Aufwickeln mittels der umlaufenden Nut 5 an der ersten Wickeltrommel 3 aufgenommen wird, wird im Folgenden als Aufnahmepunkt 6 bezeichnet. Ebenso hat die zweite Wickeltrommel 19 eine umlaufende Nut 15, welche bevorzugt mehrfach die zweite Wickeltrommel 19 umläuft und an welcher das zweite Seil 18 auf- und abwickelbar ist .

Das erste Seil 2 ist über eine Seiltülle 8 als erstes Führungselement des Schiebetürantriebs 1 hin zu dem Auf nahmebund 6 geführt. Die Seiltülle 8 ist beweglich in ei nem Langloch 7 als Aufnahme für die Seiltülle 8 geführt. In der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform ist die Seiltülle 8 in dem Langloch 7 parallel zur Drehachse 4 beweglich geführt.

Das zweite Seil 18 ist über eine Seilrolle 13 als zweites Führungselement geführt. Die Seilrolle 13 ist schwenkbar an einer Achse 14 als Aufnahme geführt. Mittels Aufwi ckeln des ersten Seils 2 oder des zweiten Seils 18 ist eine an einem Tragarm 10 befestigte Schiebetür 11 ver schiebbar, insbesondere in eine geöffnete bzw. entspre chend geschlossene Position hin verschiebbar, wobei das erste Seil 2 und das zweite 18 beim Öffnen bzw. Schließen entsprechend an dem Schlitten bzw. Tragarm 10 ziehen.

Die Wickeltrommeln 3 und 19 sind über einen Motor 12 an getrieben und bevorzugt mittels einer Kupplung miteinan der gekoppelt, wobei der Motor 12 bevorzugt eine Wickel- trommel, die erste Wickeltrommel oder die zweite Wickel trommel 19, direkt antreibt.

Beim Aufwickeln des ersten Seils 2 kann das erste Seil mittels der Seiltülle 8 in einer Umlenkebene 9, welche parallel zur Drehachse und parallel zu dem zwischen der Seiltülle und der ersten Wickeltrommel gespannten ersten Seil verläuft, umgelenkt werden. In einer speziellen Ab wandlung der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform kann anstatt der Seiltülle 8 eine weitere an einer weiteren Aufnahme bewegliche Seilrolle vorgesehen sein. Umgekehrt kann in einer weiteren Ausführungsform des Schiebetüran triebs 1 anstatt der in Figur 1 gezeigten Seilrolle 13 eine weitere beweglich an einer Aufnahme 16 geführte Seiltülle 17 vorgesehen sein.

Mittels des elektrischen Antriebs 12 ist beispielsweise über ein Winkelgetriebe die Achse 4 antreibbar. Mittels der Achse 4 ist dann ein Drehmoment T in die Achse 4 ein leitbar und somit die Wickeltrommeln 3, 19 antreibbar. Die Wickeltrommeln 3, 19 sind gegenseitig gewickelt, so dass aus einer Drehbewegung der Wickeltrommeln 3, 19 in eine Drehrichtung einerseits ein Aufwickeln und auf einer ersten Wickeltrommel und ein Abwickeln auf einer zweiten Wickeltrommel erfolgt. Mittels der Seiltüllen 8, 17 sind die Seile 2, 18 in Richtung der Nuten 5, 15 der Wickel trommeln 3, 19 führbar. Dazu sind die Seiltüllen 8, 17 in Langlöchern 7, 20 hin und her verschiebbar geführt. Die Seile 2, 18 sind jeweils an einem gegenüberliegenden Ende des Schlittens 10 mit dem Schlitten 10 verbunden, so dass je nach Bewegungsrichtung, das heißt Drehrichtung der Wickeltrommeln 3, 19 der Schlitten in eine unter schiedliche Richtung bewegbar ist. Der Schlitten ist da bei mit der Schiebetür verbunden, so dass die Schiebetür 11 in eine Öffnungsstellung oder eine Schließstellung verfahrbar ist.

In der Figur 2 ist eine prinzipielle Darstellung einer Anordnung von Wickeltrommeln 3, 19 wiedergegeben. Die erste Wickeltrommel 3 weist dabei eine Breite b auf, die geringer ist als eine Breite B der zweiten Wickeltrommel 19. Die Breite B ist größer als die Breite b der ersten Wickeltrommel 3. Die unterschiedlichen Breiten B, b sind dadurch erzielbar, dass die Seile 2, 18 unterschiedliche Querschnitte, das heißt unterschiedliche Durchmesser D, d aufweisen. Bedingt durch die unterschiedlichen Durchmes ser D, d können die Nuten 5, 15 in den Wickeltrommeln 3, 19 einen unterschiedlichen Radius aufweisen. Die Wickel trommel 3 ist bevorzugt die erste Wickeltrommel 3, die zum Öffnen der Schiebetür 11 dient. Zum Öffnen der Schie betür 11 sind geringere Zugkräfte erforderlich, so dass mit einem geringeren Querschnitt, das heißt einem gerin geren Durchmesser d gearbeitet werden kann.

Bedingt durch die geringere Breite b der ersten Wickel trommel 3 kann der Abstand zwischen der ersten Aufnahme 21 und der Wickeltrommel 3 geringer ausfallen, als der

Abstand der zweiten Aufnahme 16 und der Wickeltrommel 19 groß ist. Es ergibt sich somit eine Differenz als Abstand A zwischen den Aufnahmen 16, 21 der Seiltüllen 8, 17. Da bei kann bei unterschiedlichen Distanzen der Aufnahmen 16, 21 von den Wickeltrommeln 3, 19 mit einem gleichen Wickelwinkel OC gearbeitet werden.

Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Wickeltrommeln mit unterschiedlichen Breiten B, b ist die Möglichkeit ge schaffen, den Schiebetürantrieb 1 insgesamt kompakter auszubilden. Darüber hinaus können Gewichts- und Kosten einsparungen durch den geringeren Querschnitt, das heißt Durchmesser d des ersten Seils 2 erzielt werden.

Bezugszeichenliste

1 Schiebetürantrieb

2 erstes Seil

3 erste Wickeltrommel

4 Achse

5 Nut

6 Aufnahmepunkt

7 Langloch

8 erste Seiltülle

9 Ebene

10 Schlitten, Tragarm 11 Schiebetür

12 elektrischer Antrieb 13 Seilrolle

14 Achse

15 Nut

16 zweite Aufnahme 17 Seiltülle

18 zweites Seil

19 zweite Wickeltrommel

20 Langloch

21 erste Aufnahme DM Drehmoment

B, b Breite

D, d Durchmesser

a Winkel

A Abstand