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Title:
SLIP CONTROL SYSTEM FOR A TWO-WHEELED MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/079384
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a slip control system for a two-wheeled motor vehicle, comprising: means for detecting the rotation of the front and rear wheel of the motor vehicle; means for detecting a sloped position angle of the motor vehicle, and; means for influencing the driving and/or braking forces acting upon a wheel of the motor vehicle. Means are also provided for storing type-specific tire data, and the means for influencing the driving and/or braking forces acting upon a vehicle wheel are designed in such a manner that the influence of the driving and/or braking forces ensues according to the type-specific tire data.

Inventors:
Wagner, Hans-albert (Oskar-Maria-Graf-Ring 68, München, 81737, DE)
Application Number:
PCT/EP2005/012930
Publication Date:
August 03, 2006
Filing Date:
December 02, 2005
Export Citation:
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Assignee:
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT (Petuelring 130, München, 80809, DE)
Wagner, Hans-albert (Oskar-Maria-Graf-Ring 68, München, 81737, DE)
International Classes:
B60T8/17; B60K28/16
Domestic Patent References:
WO2001076925A1
Foreign References:
US5067778A
DE3839520A1
DE4112738A1
DE19651968A1
DE10222199A1
DE19908481A1
Attorney, Agent or Firm:
BMW AG (Patentabteilung, AJ-3, München, 80788, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Schlupfregelsystem für ein einspuriges Kraftfahrzeug, umfassend Mittel (2) zur Erfassung der Radumdrehung von Vorder und Hinterrad des Kraftfahrzeugs, Mittel (4) zur Erfassung eines Schräglagenwinkels des Kraftfahrzeugs, sowie Mittel (6, 8) zur Beeinflussung der auf ein Rad des Kraftfahrzeugs wirkenden Antriebs und/oder Bremskräfte, gekennzeichnet durch Mittel (10) zur Hinterlegung von reifentypspezifischen Daten, wobei die Mittel (8, 10) zur Beeinflussung der auf ein Fahrzeugrad wirkenden Antriebs und/oder Bremskräfte derart ausgebildet sind, dass die Beeinflussung der Antriebs und/oder Bremskräfte in Abhängigkeit von den reifentypspezifischen Daten erfolgt.
2. Schlupfregelsystem nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (10) zur Hinterlegung eines Fahrzeugreifentyps und/oder der typspezifischen Reifendaten zumindest eine Information über die Abrollradien von Vorder und/oder Hinterrad beinhalten.
3. Schlupfregelsystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlupfregelsystem als Antiblockiersystem, als Antriebsschlupfregelsystem oder kombiniertes AntiblockierAntriebsschlupfRegelsystem ausgebildet ist.
4. Schlupfregelsystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (4) zur Erfassung des Schräglagenwinkels des Kraftfahrzeugs einem Lenkwinkelsensor zur Erfassung des Lenkereinschlages umfassen.
Description:
Schlupfregelsystem für ein einspuriges Kraftfahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Schlupfregelsystem für ein einspuriges Kraftfahrzeug, insbesondere eine Schlupfregelung für ein Motorrad, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Herkömmliche Schlupfregelsysteme sind hinreichend in Form von Antiblockierregelsystemen (ABS) und Antriebs-Schlupf-Regelsystemen (ASR Antriebs-Schlupf-Regelung, ASC automatic stability control) bekannt. Dabei wird mittels Antiblockiersystemen ein Blockieren der Räder bei einem Bremsvorgang unterbunden, während bei einem sogenannten Antischlupfsystem das ungewollte Durchdrehen eines Antriebsrades während eines Beschleunigungsvorgangs vermieden wird. Beiden Systemen liegt die (Aus-)Regelung eines Schlupfes zwischen mindestens zwei zu vergleichenden Rädern (Radgeschwindigkeiten) zugrunde.

Aus der DE 4244 112 C2 ist bereits ein Schlupfregelsystem in Form eines Antiblockiersystems für Motorräder bekannt, bei dem der Schräglagenwinkel des Motorrades bei Kurvenfahrt ermittelt wird und falls dieser einen vorgegebenen Wert überschreitet, den ABS-Regler durch Steuersignale veranlasst, den Bremsdruck am Vorderrad auf einen Wert zu beschränken, der kleiner ist als der zu erwartende Blockierdruck. Mit zunehmender Schräglage wird der Bremsdruck auf einen immer geringeren Wert reduziert. Hierdurch wird eine Blockierschutzregelung erreicht, die sich dynamisch an den Grad der erreichten Schräglage anpasst.

Ferner ist aus der DE 102 35 378 A1 ein Verfahren zur Bremsenregelung bei einem einspurigen Kraftfahrzeug bekannt, bei dem mittels Gierratensensor eine Seitenneigung erfasst wird und eine Bremsenregelung in Abhängigkeit von der erkannten Seitenneigung erfolgt.

Auf die verwendeten und aus dem Stand der Technik bereits hinlänglich bekannten Sensoren zur Ermittlung der Schräglagen wird im Folgenden nicht weiter eingegangen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schlupfregelsystem für ein einspuriges Kraftfahrzeug zu schaffen, welches im Hinblick auf die Schlupfregelung bei Seitenneigung (Schräglage) des Fahrzeugs verbessert ist.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Radschlupfsignale von Vorder- und Hinterrad bei einem einspurigen Fahrzeug, insbesondere in Schräglage des Fahrzeugs, aufgrund unterschiedlicher Reifengeometrien von Vorder- und Hinterradreifen verfälscht werden. Erfindungsgemäß wird die zu lösende Aufgabe durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Gemäß der Erfindung sind neben Mitteln zur Erfassung der Fahrzeugschräglage (Neigungswinkel) und Mitteln zur Beeinflussung von Antriebs- und/oder Bremsmomenten ferner Mittel vorhanden, in denen spezifische Daten von Vorderradreifen und Hinterradreifen (insbesondere Daten die korrelieren mit dem seitlichen Abrollradius der Fahrzeugreifen) abgelegt sind. Dabei sind erfindungsgemäß mindestens Daten für eine Reifenpaarung (Vorder- und Hinterrad) im Speicher hinterlegt. Da zumeist aber mehrere Reifenfreigaben für ein Fahrzeug vorliegen ist vorzugsweise eine Mehrzahl von Reifenpaarungen im Datenspeicher hinterlegt. Die Reifenpaarung, die am Fahrzeug aktuell montiert ist (oder die der aktuelle montierten Reifenpaarung von ihren relevanten Daten her am ähnlichsten ist)

kann entweder von einer legitimierten Person ausgewählt bzw. eingestellt werden oder wird vom Fahrzeug bei der Inbetriebnahme automatisch erkannt und für die erfindungsgemäße Regelung zugrunde gelegt. Anhand der hinterlegten Daten kann durch Mittel zur Beeinflussung der auf eines oder beide Räder des Fahrzeugs (bzw. alle Räder des einspurigen Fahrzeugs) wirkenden Antriebs- und/oder Bremskräfte eine verbesserte Schlupfregelung erfolgen. Die Schlupfregelung wird insbesondere dadurch verbessert, dass nunmehr eine genauere Bestimmung von Grenzwerten für zulässige Maximalbremsdücke (bei ABS-Betrieb) oder zulässige Maximalbeschleunigungswerte (bei Antriebsschlupfregelungsbetrieb) möglich ist.

Wird beispielsweise ein Motorrad in einer Schräglage durch eine Kurve gefahren, kommt es allein aufgrund der unterschiedlichen Reifengeometrien von Vorder- und Hinterrad zu einem - im Stand der Technik bislang nicht berücksichtigten - Schlupf (im Folgenden Fehlerschlupf genannt). Bei einer Kurvendurchfahrt mit einem heutigen Motorrad, beispielsweise in Form eines Sporttourers (z.B. BMW R 1100 S), mit einer Schräglage bzw. einem Neigungswinkel von beispielsweise 45 ° Grad ohne Motorantrieb bzw. Bremswirkung ist ein Geschwindigkeitsfehler von zirka 6 % zu erwarten um den sich das Hinterrad schneller dreht als das Vorderrad. Aufgrund dieses Fehlerschlupfes werden zu berechnende Grenzwerte, z.B. maximal zulässiger Bremsdruck oder maximal zulässige Beschleunigung (Motormoment) für eine entsprechende Schräglage, verfälscht.

Bei einem Schlupfregelsystem gemäß der Erfindung wird durch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Reifengeometrien von Vorder- und Hinterrad ein derartig auftretender Fehlerschlupf herausgerechnet, so dass die Berechnung von Grenzwerten für eine Beschleunigung und/oder Verzögerung des Fahrzeugs während dieser Schräglage, bereinigt um diesen Fehlerschlupf erheblich genauere Grenzwerte für die maximal

zulässige Beschleunigung oder Verzögerung liefert. Ohne die Berücksichtigung dieses Fehlerschlupfes würden in einer ersten Grenzbetrachtung ggf. unzulässig hohe Verzögerungs- oder Beschleunigungsgrenzwerte ermittelt, die eine verminderte Beschleunigungsstabilität infolge der Verringerung der Seitenführungskräfte und damit ein Wegrutschen des Motorrades zur Folge haben könnten, oder in einer zweiten Grenzbetrachtung würden die ermittelten unbereinigten Verzögerungs- bzw. Beschleunigungswerte zu einer verminderten Beschleunigungseffizienz führen.

In den Mitteln zur Hinterlegung der Reifendaten, die vorzugsweise als herkömmlicher Datenspeicher ausgebildet sind, sind typenspezifische Reifendaten mit zumindest Informationen über Abrollradien und/oder Informationen über den verwendeten Reifentyp (anhand der auf Reifenabrollradien geschlossen werden kann) enthalten. Das erfindungsgemäße Schlupfregelsystem findet bevorzugt Anwendung in einem Antiblockiersystem, einem Antriebsschlupfregelungssystem oder einem aus diesen beiden System kombinierten Regelsystem eines Motorrades.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines, in einer einzigen Figur schematisch dargestellten Schlupfregelsystems für ein Motorrad kurz näher erläutert. Das erfindungsgemäße Schlupfregelsystem umfasst Mittel 2 (im Drehzahlsensoren genannt) zur Erfassung der Radumdrehungen (Raddrehzahl) von Vorder- und Hinterrad (VR, HR), Mittel 4 (im Folgenden Neigungsermittler oder Neigungssensorik genannt) zur Erfassung des Schräglagen- bzw. Neigungswinkels des Motorrades sowie Steuermittel 6 (z.B. Motorsteuerung, Bremssteuerung oder dergleichen) zur Steuerung der auf zumindest ein Rad des Motorrades mittels Motor oder Bremse wirkenden Antriebs- und/oder Bremskräfte. Während eines Bremsvorganges in einer Kurve werden beispielsweise Bremskräfte entsprechend gesteuert bzw.

geregelt, wobei während eines Beschleunigungsvorganges in einer Kurve beispielsweise die Radumfangsmomente durch Motordrehmomente und möglicherweise Bremsmomente gesteuert und/oder geregelt werden.

Bei einem derartigen System wird in herkömmlicher Weise aus den Daten der beiden Drehzahlsensoren 2 von Vorder- und Hinterrad (Einlesen von Raddrehzahlimpulsen) in Verbindung mit einem vorgegebenen Raddurchmesser bzw. -radius die Geschwindigkeit jedes einzelnen Rades und damit die entsprechende Fahrzeuggeschwindigkeit ermittelt. Diese Fahrzeuggeschwindigkeit wird dem Steuersystem (den Steuersystemen) - hier dargestellt durch die Steuerkomponenten einer Motorsteuerung 6 mit integrierter Antriebsschlupf-Steuerung und einer separaten ABS-Steuerung 8 - zur weiteren Verarbeitung zugeführt.

Für den Fall einer Kurvenfahrt mit Schräglage wird über den Neigungsermittler 4 (die in bekannter Weise durch Gierraten- und oder Beschleunigungssensoren gebildet sein können) eine Schräglage des Motorrades erkannt und ein entsprechender Neigungswinkel ermittelt. Wird nunmehr während dieser Kurvenfahrt mit Schräglage das Bremssystem aktiviert, wird in Abhängigkeit von der vorliegenden Schräglage und dem ermittelten Schlupf zwischen Vorderrad und Hinterrad ein Maximalbremsdruck ermittelt, der während der geregelten Bremsung während der Kurvenfahrt nicht überschritten werden darf. Gemäß der Erfindung wird bei der Ermittlung des Schlupfes zwischen Vorderrad und Hinterrad bzw. bei der Ermittlung des besagten Grenzwertes der aufgrund der verwendeten Reifen vorliegende Fehlerschlupf bei Schräglage bei der Ermittlung berücksichtigt (herausgerechnet) und so ein fehlerbereinigter Grenzwert für einen maximal zulässigen Bremsdruck für eine entsprechende Schräglage ermittelt.

Analog verhält sich die Ermittlung eines Grenzwertes (hier: eines Beschleunigungsgrenzwertes zum Beschleunigen während einer Kurvenfahrt

mit Schräglage des Fahrzeugs) für ein Antriebs-Schlupf-Regelsystem. Hier soll verhindert werden, dass ein zu großes Drehmoment zur Beschleunigung des Motorrades während einer Kurvenfahrt mit Schräglage auf das Antriebsrad übertragen wird. Auch hierbei wird gemäß der Erfindung der Grenzwert (hier: maximales Beschleunigungsmoment), bereinigt durch den in Schräglage auftretenden Fehlerschlupf aufgrund der unterschiedlichen Reifengeometrien von Vorder- und Hinterrad, genauestens ermittelt. Ausgehend von der durch die Drehzahlsensoren 2 ermittelten Rad- und Fahrzeuggeschwindigkeit und den hieraus ermittelten Schlupf zwischen Hinterrad und Vorderrad wird in Abhängigkeit von der durch die Neigungsermittler 4 ermittelten Fahrzeugneigung während einer Kurvenfahrt und in Abhängigkeit vom verwendeten Reifentyp (Reifendaten) und den hierdurch ermittelten Fehlerschlupf ein fehlerbereinigter Grenzwert für die Fahrzeugbeschleunigung ermittelt. Ein Durchdrehen des Hinterrades und damit ein Wegrutschen während der Kurvenfahrt aufgrund einer zu großen Beschleunigung wird durch die Erfindung deutlich verbessert. In einer Weiterbildung der Erfindung umfasst der Neigungsermittler 4 des Schlupfregelsystems Mittel zur Erfassung Lenkwinkels. Bevorzugt wird der tatsächliche Neigungswinkel ermittelt, in Abhängigkeit von Signalen aus mindestens einem Lenkwinkelsensor in Kombination mit mindestens einem Gierratensensor und/oder einem Beschleunigungssensor. Durch diese Kombination von Sensoren kann der Neigungswinkel eines Motorrades bei Kurvendurchfahrt mit Schräglage sehr genau ermittelt werden.