Brunner, Robert (Hirschstr. 116, Augsburg, 86156, DE)
Frehsdorf, Wolfgang (Freystr. 2a, München, 80802, DE)
Holzner, Manfred (Bussardstr. 18, Gröbenzell, 82194, DE)
Brunner, Robert (Hirschstr. 116, Augsburg, 86156, DE)
Frehsdorf, Wolfgang (Freystr. 2a, München, 80802, DE)
| 1. | SlushAnlage zur Herstellung von Kunststoffhäuten umfassend ein SlushWerkzeug bestehend aus zumindest einer GalvanoForm (16, 56) und einem Pulverkasten (14', 14", 54), einer Heizeinrichtung (20, 48, 50, 52) zur Aufnahme zumindest einer GalvanoForm, einer Kühleinrichtung (22, 42) zur Aufnahme zumindest einer GalvanoForm (16, 56) und einer ersten Handlingseinrichtung (10, 10') zum Transport zumindest der GalvanoForm (16, 56), dadurch gekennzeichnet, dass die erste Handlingseinrichtung, insbesondere hinsichtlich ihrer Bewegungsfreiheit, als frei programmierbarer Roboterarm (10, 10') realisiert ist. |
| 2. | SlushAnlage nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die erste Handlingseinrichtung (10, 10') zum Handling der GalvanoForm (16, 56) vorgesehen ist. |
| 3. | SlushAnlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Handlingseinrichtung (12, 12'), insbesondere hinsichtlich ihrer Bewegungsfreiheit, in Form eines frei programmierbaren Roboterarms zum Handling von Pulverkästen (14', 14", 54) vorgesehen ist. |
| 4. | SlushAnlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (20, 48, 50, 52) und/oder die Kühleinrichtung (22, 42) derart um die erste Handlingseinrichtung (10, 10') positioniert sind, dass die GalvanoForm (16, 56) mittels der ersten Handlingseinrichtung (10, 10') den Heiz und Kühleinrichtungen zuführbar und/oder entnehmbar sind. |
| 5. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Pulverkästen (14', 14", 54) vorgesehen sind. |
| 6. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verriegelungsmechanismus an der GalvanoForm (16, 56) und/oder dem Pulverkasten (14', 14", 54) vorgesehen ist, um die GalvanoForm (16, 56) fest mit dem Pulverkasten (14', 14", 56) zusammenzufügen. |
| 7. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während des Beschichtungsvorganges einer beheizten GalvanoForm (16, 56) die GalvanoForm (16, 56) von der ersten Handlingseinheit (10, 10') gehalten ist und der Pulverkasten (14', 14", 54) von der zweiten Handlingseinheit (12, 12') gehalten ist, wobei die erste und zweite Handlingseinheit (10, 10'; 12, 12') derart ausgebildet sind, dass die insbesondere verriegelte Kombination von Galvano Form (16, 56) und Pulverkasten (14', 14", 54) gemeinsam eine vordefinierte Bewegung durchführen. |
| 8. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Heizeinrichtungen (48, 50, 52) vorgesehen sind, die von der ersten Handlingseinheit (10, 10') erreichbar sind. |
| 9. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Nachgelierofen (40) separat zu der oder den Heizeinrichtungen (48, 50, 52) vorgesehen ist. |
| 10. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (46) zur Ablage der GalvanoForm (56) vorgesehen ist, die von der ersten Handlingseinheit (10') erreichbar ist. |
| 11. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufnahmeeinrichtung für zumindest zwei Pulverkästen vorgesehen ist. |
| 12. | SlushAnlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen, welche von der ersten Handlingseinheit (10, 10') erreichbar sind, im wesentlichen kreisförmig um diese Handlingseinheit (10, 10') positioniert sind. |
Slush-Anlage zur Herstellung von Kunststoffhäuten
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Slush-Anlage zur Herstellung von Kunststoffhäuten gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Slush-Anlagen sind im Stand der Technik in vielen Ausführungsformen bekannt. Gemäß einem Grundprinzip wird ein Pulverkasten, in dem ein Kunststoffausgangsmaterial beispielsweise in Pulver- oder Granulatform aufgenommen ist, mit einer beheizten Galvano-Form (z.B. mit einer Nickeloberfläche) zusammen gebracht, welche eine entsprechend einer herzustellenden Kunststoffhaut ausgebildete Oberfläche besitzt. Durch Drehen und Schwenken des aus der Galvano-Form und dem Pulverkasten kombinierten Slush-Werkzeugs wird das Ausgangsmaterial auf der beheizten Oberfläche verteilt, kommt dort zum Schmelzen und bildet so eine entsprechend der Oberflächenform ausgebildete dünne Schicht bzw. Haut. Nach einem etwaigen Ausgelieren in einem Ofen sowie Abkühlen der aufgebrachten Hautschicht kann diese nach dem Abnehmen des Pulverkastens von der Galvano-Form abgezogen und einem weiteren Bearbeitungsvorgang (z.B. Hinterschäumen) zugeführt werden.
Das Beheizen und/oder Kühlen der Galvano-Form kann dabei mit Heizfluiden wie Wasser oder Öl erfolgen. Alternativ kann die Galvano-Form auch mittels heißer Luft beheizt bzw. gekühlt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Aufheizung der Galvano-Form in einem Ofen, beispielsweise auf eine Temperatur von 26O 0 C.
Um einen möglichst hohen Grad einer Automatisierung zu realisieren, sind bereits Gesamtanlagen bekannt, bei denen ein Pulverkasten einer Galvano-Form zugeführt wird, das durch die Kombination dieser beiden Einheiten hergestellte Slush-Werkzeug mittels einer Vorrichtung gedreht wird, nach dem Lösen der Galvano-Form vom Pulverkasten
die Galvano-Form einem Nachgel ierofen zugeführt wird und eine Entnahme der Kunststoffhaut von der Galvano-Form veranlasst wird.
Allerdings werden bislang zur Handhabung der Galvano-Form speziell konstruierte Einrichtungen, sogenannte Manipulatoren, verwendet, welche eine Bewegung und einen Transport der Galvano-Form bzw. des Slush-Werkzeuges auf fest vorgelegten Wegen (z.B. mit Rotationen um eine oder mehrere Achsen) durchführen können. Auch der Transport der Galvan-Form von einer zur nächsten Station kann -je nach Anlagentyp - durch einen zentralen oder auch durch mehrere separate Manipulatoren oder eine andere spezielle Fördertechnik geschehen.
Die marktüblichen Handhabungsgeräte besitzen in der Regel zwei Freiheitsgrade für das Rotationssintern und sind kostenaufwändig. Zudem bieten diese Handhabungsgeräte nur eine geringe Flexibilität, wodurch eine spezielle Fördertechnik zum Tausch der Pulverkästen oder zum Auswechseln der Galvano-Formen notwendig wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Slush-Anlage derart weiterzubilden, dass die Variabilität insgesamt erhöht werden kann und im Gegenzug dennoch die Kosten verminderbar sind.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass bei einer eingangs genannten Slush-Anlage die Handlingsvorrichtung, insbesondere hinsichtlich ihrer Bewegungsfreiheit, in Form eines frei programmierbaren Roboterarms (Industrieroboter) realisiert ist.
Frei programmierbare Roboterarme sind auf dem Markt in verschiedenen handelsüblichen Formen erhältlich und gegenüber speziell konstruierten und hergestellten Beförderungseinrichtungen deutlich kostengünstiger. Der Vorteil eines frei programmierbaren Roboterarms liegt aber auch darin, dass Bewegungsabläufe entsprechend den Notwendigkeiten oder Anforderungen nahezu grenzenlos geändert werden können.
So ist es möglich, dass die notwendige Verschwenk-, Rüttel- oder Drehbewegungen beim Aufbringen des Kunststoffpulvers oder des Kunststoffgranulats auf der Galvano- Formoberfläche entscheidend von der Gestaltung der Formoberfläche selbst, also bei-
spielsweise von Hinterschnitten etc., abhängt. Überdies kann auch die Handlingsreihenfolge, ob also eine Galvano-Form zuerst einer ersten Bearbeitungseinrichtung oder dann einer zweiten Bearbeitungseinrichtung zugeführt wird, geändert und auch zeitlich frei gestaltet werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die erste Handlingseinrichtung in Form eines frei programmierbaren Roboterarms, insbesondere zum Handling der Galvano-Form, vorgesehen. Alternativ kann auch eine zweite Handlingseinrichtung in Form eines frei programmierbaren Roboterarms zum Handling des oder der Pulverkästen vorgesehen sein. Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn das Gesamtgewicht aus Galvano- Form und befülltem Pulverkasten die Tragfähigkeit eines einzelnen Roboterarms übersteigt. Im Zusammenwirken von zwei Roboterarmen ist das Gesamtslush-Werkzeug, bestehend aus der Galvano-Form und einem Pulverkasten, handelbar. In diesem Zusammenhang sollte dann natürlich sichergestellt werden, dass das aus der Galvano- Form und dem Pulverkasten zusammengefügte Slush-Werkzeug in einer Einheit und gemeinsam in der definierten Weise (Drehen, Schwenken, Rütteln etc.) bewegt werden kann. Diesbezüglich müssen die Bewegungsabläufe der beiden Roboterarme entsprechend koordinierbar sein. Bei der Verwendung von zwei Robotarmen können diese natürlich baugleich oder mit unterschiedlicher Bauart ausgeführt sein.
Zur raschen Koppelung der Galvano-Form bzw. des Pulverkastens mit einem zugeordneten Roboterarm ist vorzugsweise jeweils eine Werkzeugkoppeleinrichtung sowohl an der Galvno-Form wie auch am Pulverkasten und an den Robotarmen vorgesehen.
Vorzugsweise sind die Heizeinrichtung und/oder die Kühleinrichtung derart um die erste Handlingseinrichtung positioniert, dass die Galvano-Form mittels der ersten Handlingseinrichtung der Kühl- wie auch der Heizeinrichtungen zuführbar und/oder aus diesen entnehmbar sind. In diesem Fall brauch man für das gesamte Handling der Galvano- Form lediglich eine einzige Handlingseinrichtung.
Gemäß einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung der Erfindung sind zumindest zwei Pulverkästen vorgesehen, so dass ein Pulverkasten befüllt werden kann, während ein Beschichtungsvorgang mit einem anderen Pulverkasten stattfindet.
Um eine Relatiwerschiebung zwischen einer Galvano-Form und einem Pulverkasten während eines Beschichtungsvorgangs zu vermeiden, ist es von Vorteil, wenn ein Verriegelungsmechanismus entweder an der Galvano-Form oder an einem Pulverkasten oder an beiden Bestandteilen vorgesehen ist. Dieser Verriegelungsmechanismus führt zu einem festen Zusammenfügen der beiden Bestandteile eines Slush-Werkzeugs vor einem Beschichtungsvorgang.
Natürlich kann eine erfindungsgemäße Slush-Anlage sehr variabel und bausteinartig entsprechend den Anforderungen eines Betreibers zusammengestellt werden. So können zumindest zwei oder mehr Heizseinrichtungen vorgesehen sein, die von der ersten Handlingseinheit bedient werden. Zusätzlich kann ein Nachgelierofen separat zu der oder den Heizeinrichtungen vorgesehen sein. Auch können Ablagemöglichkeiten für die Galvano-Form bzw. Aufnahmeeinrichtungen für zumindest zwei Pulverkästen vorgesehen sein. Dabei ist es von Vorteil, wenn alle Einrichtungen, denen die Galvano-Form im Laufe eines Bearbeitungszyklusses zugeführt werden soll, von der ersten Handlingseinheit erreichbar sind. Beispielsweise können die Einrichtungen im wesentlichen kreisförmig um die Handlingseinrichtung positioniert werden.
Dabei bildet eine Ablage für die Galvano-Form die Möglichkeit, diese ein- oder auszuschleusen und so gegen eine andere Galvano-Form zu ersetzen. Auf diese Art ist es ohne weiteres möglich, während des kontinuierlichen Betriebs der Anlage möglich, eine andere Form für eine zu erzeugende Kunststoffhaut zu wählen. In gleicher Weise können zumindest zwei oder mehrere Pulverkästen in einer Aufnahmeeinrichtung vorgesehen sein, von der die erste Handlingseinrichtung den Pulverkasten entnehmen kann. In diesem Fall können die Pulverkästen beispielsweise mit unterschiedlichen Materialien oder verschiedenfarbigen Materialien befüllt sein, so dass auch bezüglich der Material- und Farbgestaltung der herzustellenden Formhäute keinerlei Grenzen gesetzt sind. Insgesamt lässt sich damit die Variabilität einer bestehenden Anlage deutlich vergrößern.
So lassen Sie bei einer erfindungsgemäßen Anlage ohne weiteres Zwischenschritte, wie das Lackieren der Werkzeugoberfläche, einführen. Auch bedarf es für einen Wechsel des Pulverkastens keines weiteren baulichen Aufwandes. Genauso ist eine Ein- und
Ausschleusen einer Galvano-Form ohne weitere möglich. Insgesamt ist die vorliegende Lösung einer konventionellen Ausführungsform mit Manipulatoren nicht nur bezüglich der Freiheitsgrade sondern auch bezüglich der Kosten überlegen. Dabei lässt sich die Programmierung eines beliebig komplexen Bewegungsablaufes mit der Robotsoftware unterstützen. Nicht zuletzt ist die Anlage auch zukunftssicher und ohne weitere erweiterbar.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend im Hinblich auf zwei Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die Zeichnungen in:
Fig. 1 : eine perspektivische, schematische Darstellung einer Slush-Anlage mit zwei Roboterarmen,
Fig. 2: eine schematische Draufsicht auf einer erfindungsgemäße Slush-Anlage mit zwei frei programmierbaren Roboterarmen,
Fig. 3: eine perspektivische, schematische Darstellung der Anlage aus Fig. 2 und Fig. 4: eine weitere Slush-Anlage gemäß der vorliegenden Erfindung.
In Fig. 1 ist in perspektivischer Ansicht ein Teil einer erfindungsgemäßen Slush-Anlage dargestellt, die eine erste Handlingseinheit 10 in Form eines frei programmierbaren Roboterarms und eine zweite Handlingseinheit 12 ebenfalls in Form eines frei programmierbaren Roboterarms umfasst. Die Handlingseinheit 10 besitzt eine Kupplung, die mit einem Anschlussteil 17 einer Galvano-Form 16 zusammenwirkt und das Aufnehmen und Halten der Galvano-Form 16 am Robotarm ermöglicht.
In analoger Weise ist eine Kupplung am vorderen Ende der zweiten Handlingseinheit 12 vorgesehen, die eine Kopplung mit dem korrespondierenden Gegenstück der Pulverkästen 14' und 14" ermöglicht. Auf diese Art und Weise kann die erste Handlingseinheit an der Galvano-Form 16 ankuppeln und sich entsprechend bewegen. Da der Roboterarm 10 hinsichtlich seines Bewegungsspielraums frei programmierbar ist, kann die Galvano-Form im Arbeitsbereich des Roboters völlig frei bewegt werden. Gleiches gilt für die zweite Handlingseinrichtung hinsichtlich der Betätigung der Pulverkästen 14' und
14". Dem gemäß können die Galvano-Form 16 und die Pulverkästen 14' bzw. 14" auch entsprechend zusammengefügt und zu einem Gesamtslush-Werkzeug kombiniert werden, wobei dieser Bewegungsbereich durch beide Robotarme definiert ist.
Nicht in Fig. 1 dargestellt sind Verriegelungsvorrichtungen, die zum Bilden einer fest zusammengefügten Form aus Galvano-Form und Pulverkasten beiträgt. Sind beide Einheiten zu dem gesamten Slush-Werkzeug zusammengefügt und verriegelt, können sie auch gemeinsam durch eine entsprechende Steuerung der beiden Roboterarme 10 und 12 bewegt, also gerüttelt, gedreht, verschwenkt etc., werden. Als Roboterarm wird vorliegend ein Gerät mit einer Handhabungskapazität von 500 kg gewählt, dessen Reichweite bei 5 Achsen im Bereich von 2,3 m liegt.
In Fig. 2 ist nun neben den beiden Handlingseinrichtungen 10 und 12 sowie den Pulverkästen 14' und 14" und der Galvano-Form 16 noch ein Aufheiz- und Nachgelierofen 20, eine Kühlstation 22 sowie eine Entnahmestation 24 vorgesehen. Sowohl die Pulverkästen 14' und 14" wie auch der Aufheiz- und Nachgelierofen 20 sowie die Kühlstation 22 und die Entnahmestation 24 sind im wesentlichen auf einer Kreisbahn um den ersten Roboterarm 10 herum angeordnet. Für eine Aufheiz- und Nachgeliereinrichtung sind beispielsweise Truhenöfen mit Maßen von 80 cm (Breite), 210 cm (Tiefe) und 90 cm (Höhe), bekannt, die eine Luftumwälzung im Innenraum von 13.000 m 3 pro Stunde bei zwei horizontalen, linearen Luftauslässen besitzen. Die Aufheizzeit auf ca. 260°-300°C ist in 14-15 min. gegeben. Die Maximaltemperatur liegt bei 300 0 C. Die Heizleistung erreicht etwa 90 kW. Die Temperaturgleichmäßigkeit liegt bei plus/minus 2 %.
Beim Betrieb der Slushanlage gemäß Fig. 2 wird zumindest eine Pulverform 14' oder 14" mit dem entsprechenden Ausgangsmaterial beschickt. Gleichzeitig wird die Galvano-Form 16 in dem Aufheiz- und Nachgelierofen 20 aufgeheizt. Hat die Galvano-Form 16 die entsprechende Temperatur erreicht, wird sie aus dem Aufheiz- und Nachgelierofen 20 mittels des Roboterarms 10 entnommen und eine Position gebracht, in der ein Pulverkasten (hier 14") mittels des zweiten Roboterarms zugeführt wird. Nach dem Verriegeln von Galvano-Form 16 und Pulverkasten 14" erfolgt eine entsprechende, programmierte Dreh-, Schüttel- und Schwenkbewegung, so dass sich das Ausgangsmaterial gleichmäßig auf der Galvano-Form-Oberfläche anlagert, und dort unter Schmelzen
eine geschlossene Kunststoffhaut ausbildet. Nach dem entsprechend programmierbaren Bewegungsablauf erfolgt eine Entriegelung von Galvano-Form und Pulverkasten 14' und der Pulverkasten kann abgesetzt oder neu beschickt werden. Gleichzeitig wird die Galvano-Form mittels des Roboterarms dem Aufheiz- und Nachgelierofen 20 zum weiteren Ausgelieren zugeführt. In Anschluss daran wird die Galvano-Form mittels des Roboterarms 10 in die Kühleinrichtung 22 verbracht und nach Abkühlen auf eine bestimmte Temperatur zum Entnahmebereich geführt. Im Entnahmebereich kann ein Bediener die so gebildete Kunststoffhaut von der Galvano-Form 16 abnehmen und der Zyklus wird von neuem gestartet.
Wichtig bei dieser Betriebsweise ist ein synchroner und koordinierter Betrieb der beiden Roboterarme 10 und 12, so dass Galvano-Form und Pulverkasten kombiniert bewegt werden können. Sollte es die Tragfähigkeit des Roboterarms 10 ermöglichen, könnte die Kombination von Galvano-Form 16 und Pulverkasten 14', 14" auch über nur einen einzigen Roboterarm 10 erfolgen. Diesbezüglich müsste die Tragfähigkeit des Roboterarms vorliegend aber mit zumindest 1000 kg gewährleistet sein.
Sowohl im Aufheiz- bzw. Nachgelierofen 20 wie auch in der Kühlstation 22 kann die Galvano-Form 16 vom Roboterarm 10 getrennt werden, falls dies erforderlich ist. So können verschiedene Galvano-Formen vom Roboterarm 10 gehandhabt werden, wodurch die verschiedenen Zyklen der verschiedenen Galvano-Formen ineinander verlaufen. Vorteilhaft hier ist, dass ein einziger Roboterarm 10 für das Handling und die Betätigung sämtlicher Galvano-Formen ausreichend ist und unterschiedliche Abläufe gewählt werden können.
Überdies ermöglicht die Verwendung eines marktüblichen Roboterarms 10 eine kostengünstige Herstellung der Gesamtanlage. Zudem lässt sich mit einem solchen Roboterarm auch eine hohe Bewegungsfreiheit für das Slush-Werkzeug schaffen.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 4 dargestellt, wobei das vorgehend beschriebene Prinzip im wesentlichen beibehalten ist, die Slush-Anlage jedoch deutlich ausgebaut wurde.
Nunmehr ist ein erster Roboterarm 10' im Zentrum von verschiedenen, noch zu beschreibenden Einrichtungen angeordnet. Radial außerhalb dieser Einrichtungen ist ein zweiter Roboterarm 12' vorgesehen, der im wesentlichen zum Handling der Pulverkästen 54 vorgesehen ist. Bei der Slush-Anlage gemäß Fig. 4 ist nunmehr ein separater Nachgelierofen 40 neben den Aufheizhöfen 48, 50 und 52 angeordnet. Überdies gibt es wiederum eine Kühleinrichtung 42 sowie eine Hautentnahmeposition 44. Zusätzlich zum Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 2 und 3 ist nunmehr eine Ablageeinrichtung 46 zum Ein- und Ausschleusen von Galvano-Formen vorgesehen.
Die Beschickung der Galvano-Form mittels eines Ausgangsmaterials durch die Kombination von Galvano-Form 56 und Pulverkasten 54 geschieht analog zu der Ausführungsform in den Figuren 2 und 3. Diesbezüglich wird auf diese Ausführung verwiesen.
Allerdings ermöglicht die Ausführungsform einer Slush-Anlage gemäß Fig. 4 einen stärker ineinander verzahnten Betrieb einer Mehrzahl von Galvano-Formen. So kann eine Galvano-Form gerade aufgeheizt werden (diesbezüglich ist eine Galvano-Form in dem Aufheizofen 52 angeordnet). Es kann sich eine weitere Galvano-Form im Bereich der Hautentnahme 44 befinden. Gleichzeitig kann eine weitere Galvano-Form 56 in Kombination mit einem Pulverkasten gerade beschichtet werden. Durch den wechselweisen Betrieb können so gleichzeitig Galvano-Formen aufgeheizt, beschichtet, gekühlt und Formhäute von der Galvano-Form entnommen werden. Damit werden die verschiedenen Betriebszeiten in den jeweiligen Einrichtungen möglichst optimal genutzt, und auch weiterhin ist zum Handling der verschiedenen Galvano-Formen nur eine einzige Handlingseinrichtung in Form eines Roboterarms 10' notwendig.
Die Ablageeinrichtung 46, welche auch in Form eines Regals ausgeführt sein kann, dient zum Ein- und Ausschleusen verschiedener Galvano-Formen, die beispielsweise unterschiedliche Oberflächen aufweisen. So kann ohne weiteres von einem Zyklus zum anderen Zyklus ohne Produktionsunterbrechung auf verschiedene Hautformen umgeschaltet werden.
In gleicher Weise können Pulverkästen (nicht dargestellt) in einem Regal vorgesehen werden, welche allesamt gegenüber dem zweiten Roboterarm 12' zugänglich sind. Die-
se Pulverkästen können unterschiedliches Material (verschiedene Farben, verschiedene Materialien) beinhalten, so dass auch bezüglich des Hautmaterials während des kontinuierlichen Produktionsbetriebs jederzeit umgeschaltet werden kann.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine besonders variable Slush-Anlage, die durch den Einsatz marktüblicher Roboterarmsysteme auch kostengünstig ausgebildet werden kann.
Bezugszeichenliste
, 10' Erster Roboterarm , 12' Zweiter Roboterarm ', 14" Pulverkasten
Kupplung für Pulverkasten
Galvano-Form
Kupplung für Galvano-Form
Aufheiz- und Nachgelierofen
Abkühlstation
Entnahmestelle für Bediener
Nachgelierofen
Abkühlstation
Hautentnahmegestell
Galvano-Form Ablage
Aufheizofen 1
Aufheizofen 2
Aufheizofen 3
Pulverkasten
Galvano-Form
