SCHNITTER, Steffen (Preusserstrasse 8, Dresden, 01257, DE)
HERRMANN, Marcus (Lehnertstrasse 8, Dresden, 01324, DE)
KULKE, Matthias (Bernhardstrasse 16, Dresden, 01069, DE)
GASSMANN, Jörg (Basedowstrasse 25, Dresden, 01237, DE)
SCHNITTER, Steffen (Preusserstrasse 8, Dresden, 01257, DE)
HERRMANN, Marcus (Lehnertstrasse 8, Dresden, 01324, DE)
KULKE, Matthias (Bernhardstrasse 16, Dresden, 01069, DE)
| PATENTANSPRÜCHE 1. Bistabiles Kleinrelais großer Leistung, aufweisend ein Isolierstoffgehäuse mit einer ersten Gehäusekammer, in der eine einphasige Kontaktbaugruppe mit zwei Stromschienen und einer Kontaktfeder angeordnet ist, wobei die Kontaktfeder mit einem Schenkelende fest an eine der Stromschienen angeschlossen ist und mit ihrem anderen freien mindestens einen beweglichen Kontakt tragenden Schenkelende auf mindestens einen Festkontakt arbeitet, der auf der zweiten Stromschiene sitzt, und wobei in einer zweiten Gehäusekammer eine bistabile magnetische Aktorbaugruppe mit einem verschwenkbaren Anker angeordnet ist, welcher über eine im Gehäuse angeordnete Abtriebseinrichtung die Kontaktfeder auslenkt, um einen Stromkreis über die Stromschienen zu schließen oder zu unterbrechen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktbaugruppe (4) und die Aktorbaugruppe (3) in einer oder in zwei Ebenen im Isolierstoffgehäuse angeordnet sind, dass die Kontaktbaugruppe (4) eine zu einer die elektrodynamischen Stromkräfte nutzenden Stromschleife U-förmig gebogene mehrlagige Kontaktfeder (13) aufweist und die Aktorbaugruppe (3) ein einteiliges U-förmiges Joch (14) mit mindestens einer Erregerwicklung (17) je Jochschenkel sowie einen von einem flachen Permanentmagnet (15) getragenen Jochmittelschenkel (16) aufweist, auf dem ein leicht V-förmig ausgeformter Wippanker (11 ) gelagert ist. 2. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch , dadurch gekennzeichnet, dass die beiden innerhalb des Isolierstoffgehäuses vorgesehenen Gehäusekammern (1a, 1 b; 22a, 22b) für die Kontaktbaugruppe (4) und die Aktorbaugruppe (3) dieselben Grundabmessungen in Länge, Breite und Höhe haben. 3. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusekammer (22a) für die Aktorbaugruppe (3) in einer Ebene oberhalb der Gehäusekammer (22b) für die Kontaktbaugruppe (4) im Isolierstoffgehäuse angeordnet ist und die Abtriebseinrichtung als ein vom Wippanker (11 ) der Aktorbaugruppe (3) betätigter und im Isolierstoffgehäuse über beide Gehäusekammern (22a, 22b) translatorisch geführter Schieber (23) gebildet ist, die das freie Ende der Kontaktfeder (13) auslenkt. 4. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusekammer (1a) für die Aktorbaugruppe (3) seitlich neben der Gehäusekammer (1 b) für die Kontaktbaugruppe (4) im Isolierstoffgehäuse angeordnet ist und die Abtriebseinrichtung als ein vom Wippanker (11 ) der Aktorbaugruppe (3) betätigtes und im Isolierstoffgehäuse gelagertes zweiarmiges Wipphebelelement (6) ausgebildet ist, das das freie Ende der Kontaktfeder (13) auslenkt. 5. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die mehrlagige Kontaktfeder (13) über mindestens einen Teilbereich ihrer freien Länge in zwei Federarme längsgeschlitzt ist und jeder Federarm endseitig ein bewegbares Kontaktstück (20) für einen korrespondierendes Festkontakt (21 ) trägt. 6. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfederlagen im Bereich ihrer U- Biegezone aufgefächert sind. 7. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 , 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kontaktfederlage höhere Federungseigenschaften gegenüber mindestens einer anderen Kontaktfederlage höherer Stromtragfähigkeit aufweist. 8. Bistabiles Kleinrelais nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine bewegbare Kontakt (20) auf der Innen- oder auf der Außenseite des Kontaktfederendes der Kontaktfeder (13) sitzt und die Stromschiene (8b) mit ihrem mindestens einen korrespondierenden Festkontakt (21 ) entsprechend zugeordnet in der Gehäusekammer (1 b; 22b) der Kontaktbaugrupe (4) gelagert ist. 9. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zum Umschalten diejenige Erregerwicklung (17) in dem über den Wippanker (11 ) geschlossenen Magnetzweig mit einem solchen Gleichspannungsimpuls beaufschlagt wird, dass ein elektromagnetischer Verdrängungsfluss entgegen dem dauermagnetischen Fluss in diesem Magnetzweig erzeugbar ist. 10. Bistabiles Kleinrelais nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den auf beiden Jochschenkeln der Aktorbaugruppe (3) angeordneten Erregerwicklungen (17) eine weitere Erregerwicklung auf demjenigen Jochschenkel angeordnet ist, zu dessen Seite der Wippanker (11 ) eine höhere Umschaltkraft aufbringen muss. |
Die Erfindung betrifft ein bistabiles Kleinrelais großer Leistung, aufweisend ein Isolierstoffgehäuse mit einer ersten Gehäusekammer, in der eine einphasige Kontaktbaugruppe mit zwei Stromschienen und einer Kontaktfeder angeordnet ist, wobei die Kontaktfeder mit einem Schenkelende fest an eine der Stromschienen angeschlossen ist und mit ihrem anderen freien mindestens einen beweglichen Kontakt tragenden Schenkelende auf mindestens einen Festkontakt arbeitet, der auf der zweiten Stromschiene sitzt, und wobei in einer zweiten Gehäusekammer eine bistabile magnetische Aktorbaugruppe mit einem verschwenkbaren Anker angeordnet ist, welcher über eine im Gehäuse angeordnete Abtriebseinrichtung die Kontaktfeder auslenkt, um einen Stromkreis über die Stromschienen zu schließen oder zu unterbrechen.
Ein solches gattungsgemäßes Kleinrelais ist beispielsweise aus der DE 10 2007 011 328 A1 bekannt. Bei diesem Relais ist die Aktorbaugruppe in einer Gehäusekammer oberhalb einer Gehäusekammer für die Kontaktbaugruppe angeordnet, wobei beide Gehäusekammern unterschiedliche Abmessungen aufweisen. Dies erfordert die langgestreckte Kontaktfeder. Der Aktor besitzt einen so genannten H-Anker, bestehend aus zwei parallelen Weicheisen- Ankerplatten, zwischen denen ein Permanentmagnet eingespannt ist, der so magnetisiert ist, dass ein Pol zu der einen Ankerplatte und der andere Pol zu der anderen Ankerplatte gerichtet ist. Der H-Anker ist auf einem Bolzen in der Gehäusekammer des Aktors gelagert und schwenkt je nach Erregungsimpuls einer umpolbaren Magnetspule zwischen zwei aufeinander zu gerichteten Abschnitten zweier Jochteile des Magnetkreises. Die Bolzenlagerung verursacht Reibung. Der H-Anker hat einen radial abstehenden Arm, der eine im Wesentlichen gestreckte Kontaktfeder untergreift und auf diese Weise auslenkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein bipolares elektrisches Kleinrelais mit einer Schaltleistung im Bereich von 100 A oder mehr zu entwickeln, dass einfach in der Herstellung ist, in verschiedenen Konfigurationen leicht an vorgegebene Einsatzbedingungen anpassbar ist und mit einer geringen Umschaltenergie auskommt.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausgestaltungen geben die begleitenden Ansprüche an.
Aufgrund seiner modularen Struktur ist das erfindungsgemäße Relais außergewöhnlich variabel für unterschiedlichste Einbauanforderungen zu konfigurieren. Aufgrund der einfachen und automatengerechten Bauteile und einer zweckmäßigen Aufteilung in eine Aktor- und eine Kontaktbaugruppe verringern sich die Fertigungskosten. Weitere Vorteile sind der geringe Bauraum bei großer Schaltleistung und die Möglichkeit, mit denselben Baugruppen entweder die Bauhöhe oder die Baubreite zu minimieren. Das Relais erlaubt hohe Schaltzyklen und zeichnet sich durch ein geringes Kontaktprellen, einen sehr geringen Kontaktwiderstand, einen geringen Eigenenergieverbrauch, eine geringe Umschaltenergie, eine lange Lebensdauer und ein schnelles Kontakttrennen im Kurzschlussfall aus.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen: Fig. 1 ein bistabiles Relais mit einem abgenommenen Isolierstoffgehäuse,
Fig. 2 ein in Baugruppen zerlegtes Relais nach Fig. 1 ,
Fig. 3 eine Aktorbaugruppe in Explosionsdarstellung,
Fig. 4 die Aktorbaugruppe nach Fig. 3 im montierten Zustand,
Fig. 5 Bauteile einer Kontaktbaugruppe in Explosionsdarstellung,
Fig. 6 die Bauteile nach Fig. 5 im montierten Zustand,
Fig. 7 eine Relaisvariante mit abgenommener Gehäusekappe,
Fig. 8 eine zweite Relaisvariante mit abgenommener Gehäusekappe,
Fig. 9 eine dritte Relaisvariante mit abgenommener Gehäusekappe und
Fig. 10 schematisiert dargestellte Aufbauvarianten des erfindungsgemäßen Relais.
Figur 1 zeigt eine erste Ausführung eines erfindungsgemäßen bistabilen Relais bei abgenommenem Isolierstoffgehäuse. Das Isolierstoffgehäuse besteht aus einem quadratischen Gehäuseunterteil 1 und einer quadratischen Gehäusekappe 2, die eine Aktorbaugruppe 3 und eine neben der Aktorbaugruppe 3 angeordnete Kontaktbaugruppe 4 zwischen sich einschließen. Eine Zwischenwand 5 trennt das Gehäuseunterteil 1 in zwei etwa gleich große Gehäusekammern 1a, 1 b auf. Die eine Kammer 1a nimmt die Aktorbaugruppe 3 formschlüssig auf, und die andere Kammer nimmt die Kontaktbaugruppe 4 formschlüssig auf, wozu nicht näher bezeichnete innere Gehäusekonturen im Isolierstoffgehäuse dienen. Die Aktorbaugruppe 3 betätigt über eine die Kammern 1a, 1 b übergreifende Abtriebseinrichtung die Kontaktbaugruppe 4. Bei geschlossenem Isolierstoffgehäuse schauen lediglich drei Anschlussstifte 7 für eine Steuerung des Aktors und zwei Stromschienen 8a, 8b für den zu schaltenden Verbraucherstrom heraus, deren Enden je nach Verwendung des Relais konfiguriert sein können. Beispielsweise kann das Relais Bestandteil eines intelligenten elektronischen Stromzählers sein.
Figur 2 zeigt dieselbe Ausführung eines Relais nochmals bei abgenommenem Isolierstoffgehäuse, wobei die Aktorbaugruppe 3, die Kontaktbaugruppe 4 und die Abtriebseinrichtung zur besseren Sichtbarmachung von Einzelheiten voneinander getrennt dargestellt sind. Die Abtriebseinrichtung ist in der gezeigten Relaisausführung als im Isolierstoffgehäuse gelagertes drehbewegliches zweiarmiges Wippelement 6 ausgeführt. Für die Lagerung des Wippelementes 6 ist mittig in Höhe der Trennwand 5 der Gehäusekammern 1a, 1 b im Gehäuseunterteil 1 eine Bohrung 9 vorgesehen. Mit einem Greiferarm 6a ergreift das Wippelement 6 ein Kraftangriffselement 10 eines Wippankers 11 der Aktorbaugruppe 3 und mit dem anderen Greiferarm 6b ein Kraftangriffselement 12 einer Kontaktfeder 13 der Kontaktbaugruppe 4. Beide Greiferarme 6a, 6b sind gleichlang, wodurch sich dieselben Kraft-Weg-Verhältnisse ergeben. Es sind aber auch andere Hebelübersetzungen möglich.
In der Figur 3 ist eine Aktorbaugruppe 3 in einer Explosionszeichnung näher ausgeführt. Ein U-förmiges Joch 14 ist mit seinen beiden Jochschenkeln einteilig aus Weicheisenblech gestanzt und gebogen. Auf den Mittelteil des Jochs 14 ist ein flacher Permanentmagnet 15 angeordnet, der seinerseits einen Weicheisenmittelschenkel 16 trägt. Auf diese Weise ergibt sich ein E-förmiger Magnetkern. Auf den äußeren Jochschenkeln sitzen getrennt ansteuerbare Erregerwicklungen 17, die von einem Isolierkörper 18 getragen werden. Die Isolierkörper 18 der Erregerwicklungen 17 sind mittels einer oder mehrerer Filmscharniere 19 verbundenen und können so in einem Arbeitsgang unter Herausführung der inneren Wicklungsenden gewickelt werden. Die inneren Wicklungsenden werden an einen der drei Anschlussstifte 7 gelötet, die äußeren getrennt an die anderen zwei Anschlussstifte 7. Auf dem Mittelschenkel 16 ist der leicht V-förmig ausgeformte Wippanker 11 schneidengelagert. Eine solche Ankerlagerung ist sehr reibungsarm und verbraucht demzufolge wenig Steuerenergie. Die Magnetkraft des extrem flachen Permanentmagneten 15 reicht aus, um alle vier magnetischen Bauteile 14, 15, 16 und 11 ohne sonstige Befestigungsmittel zu halten, abgesehen von einer seitlichen Führung des Wippankers am Isolierkörper 18. An einem Flügel des Wippankers 11 ist das Kraftangriffselement 10 für den Greiferarm 6a des zweiarmigen Wippelements 6 montiert oder angeformt. Je nach Schaltstellung des Wippankers 11 schließt oder trennt das Relais einen über die beiden Stromschienen 8a, 8b geführten Verbraucherstromkreis.
In Figur 4 ist die Aktorbaugruppe 3 nochmals im montierten Zustand dargestellt, wobei wie auch bei allen anderen Zeichnungen dieselben Bezugszeichen für funktionsgleiche Bauteile verwendet sind. Zu erkennen ist die besonders flache Bauweise der Aktorbaugruppe und die geringe Zahl der Bauteile.
Die Aktorbaugruppe 3 wird über die Anschlussstifte 7 nach einer bevorzugten Variante so angesteuert, dass zum Umschalten des Wippankers 11 von einer Schaltstellung in die andere der dauermagnetische Haltefluss durch den über den Wippanker 11 jeweils geschlossenen parallelen Magnetkreis bei einem von der Erregerwicklung 17 dieses Magnetkreises generierten elektromagnetischen Steuerfluss mit einer zum dauermagnetischen Haltefluss entgegengesetzter Richtung in den anderen parallelen Magnetkreis kommutiert, der die unerregte Erregerwicklung 17 trägt. Es wird also jeweils zum Umschalten diejenige Erregerwicklung 17 angesteuert, die im Magnetkreis mit dem angezogenen Ankerflügel des Wippankers 11 sitzt. Hierdurch verringert sich die Ansteuerenergie. Figur 5 zeigt eine Variante der Kontaktbaugruppe in einer Explosionsdarstellung. Dargestellt sind drei Lagen einer U-förmig gebogenen Kontaktfeder 13. Die drei Lagen unterschiedlicher Länge werden lediglich an ihren Enden miteinander mechanisch und elektrisch verbunden. Die kürzeren U-Schenkel sind mit ihren Enden an eine der Stromschienen 8a befestigt, die längeren Enden tragen einen bewegbaren Kontakt 20, der mit einem Festkontakt 21 auf der anderen Stromschiene 8b zusammenarbeitet. An die freien Enden der oberen und unteren Kontaktfederlage sind Kraftangriffselemente 12 in Form von ausgeschnittenen federnden Zungen angeformt, die für den Angriff einer Abtriebseinrichtung dienen. Nicht näher bezeichnete Ausformungen in den Stromschienen 8a, 8b greifen in entsprechende Ausformungen in der Gehäusekammer 1 b des Gehäuseunterteils 1 für einen Formschluss ein. Zusätzlich sind beide Enden der Stromschienen 8a, 8b für den Anschluss von Leitern gestaltet.
In Figur 6 ist eine Kontaktbaugruppe 4 nochmals im zusammengebauten Zustand gezeichnet. Mit der U-förmigen Gestalt der Kontaktfeder 13 lässt sich trotz kurzer Baulänge und hoher erforderlicher Stromtragfähigkeit eine zum Aktor gut abgestimmte Kraft-Weg-Kennlinie erzielen. Unterstützt wird dieses Erfordernis durch die Mehrlagigkeit der Kontaktfeder 13, wobei es für eine Wärmeabfuhr, einen Längenausgleich von Fertigungstoleranzen, einen Längenausgleich bei Temperaturausdehnung der Lagen und die Flexibilität der Kontaktfeder 13 von Vorteil ist, wenn in der U-Biegezone sich die einzelnen Lagen selbstausrichtend auffächern. Auch kann vorgesehen sein, dass die einzelnen Lagen unterschiedliche Federungs- und Leitfähigkeitseigenschaften aufweisen. Aufgrund der U-förmigen Kontaktfeder 13 läuft der Strom durch die eng beieinander liegenden und parallelen Kontaktfederabschnitte der U- Schenkel in entgegengesetzter Richtung, wodurch die Kontakte 20, 21 im Falle eines Kurzschlussstromes in vorteilhafter Weise durch die auftretenden elektrodynamischen Kräfte auf die Kontaktfeder 13 verzögerungsarm aufgerissen werden.
Figur 7 zeigt eine weitere Relaisvariante. Das Relais ist mit Ausnahme des Aufsetzens der Gehäusekappe 2 bereits montiert. Der prinzipielle Aufbau entspricht dem der Grundbauform gemäß Figur 1. Im Unterschied zu den Figuren 1 , 2, 5 und 6 ist jedoch eine Variante einer Kontaktbaugruppe 4 mit zwei Kontakten 20 auf der Kontaktfeder 13 und zwei Festkontakten 21 auf der Stromschiene 8b dargestellt. Mit zwei Kontakten für einen Schaltpol wird der Übergangswiderstand zwischen den Kontakten 20, 21 halbiert, was sich günstig auf die Erwärmung, den Eigenenergieverbrauch und die Lebensdauer des Kontaktsystems auswirkt. Die mehrlagige Kontaktfeder 13 ist an ihrem Kontakte tragenden Ende geschlitzt, so dass jeder der beiden bewegbaren Kontakte 20 für sich federnd beweglich ist und etwaige Fertigungstoleranzen zu den Festkontakten 21 ausgleichen kann. Außerdem sinkt die Prellneigung und damit der Kontaktabbrand. Die Abmessungen der beiden Gehäusekammern 1a, 1 b haben sich nicht gegenüber den Abmessungen zu Figur 1 geändert. Im Drehlager 9 in Höhe der Trennwand 5 ist das zweiarmige Wippelement 6 als Abtriebseinrichtung gelagert.
In Figur 8 ist eine weitere Relaisvariante dargestellt. Sie enthält eine weit ausholende dreilagige U-förmig gebogene Kontaktfeder 13, die über eine größere Länge in zwei Federarme längsgeschlitzt ist. Die Lagen sind wiederum beidendig miteinander verbunden. Der kürzere U-Schenkel der Kontaktfeder 13 ist mit seinem Ende an einer Stromschiene 8a befestigt, der längere Ii- Schenkel der Kontaktfeder 13 trägt jeweils an den Enden seiner Federarme einen bewegbaren Kontakt 20. Diese bewegbaren Kontakte 20 arbeiten mit Festkontakten 21 zusammen, die auf der zweiten Stromschiene 8b angebracht sind. Die Kontakte 20, 21 liegen im Gegensatz zu den vorherigen Kontaktbaugruppen auf der anderen Schaltseite, die dem U-Bogen abgewandt ist. Hierzu ist die Stromschiene 8b, die die Festkontakte 21 trägt, in der Gehäusekammer 1 b für die Kontaktbaugruppe 4 abgekröpft. In der gezeigten Schließstellung der Kontakte 20, 21 fließt ein Strom über die erste Stromschiene 8a, den kürzeren U-Schenkel der Kontaktfeder 13, die U- Biegezone der Kontaktfeder 13, den längeren U-Schenkel der Kontaktfeder 13, die Kontakte 20, 21 zur zweiten Stromschiene 8b. Mit der U-förmigen Gestalt der Kontaktfeder 13 lässt sich trotz ihrer relativ kurzen Baulänge und der hohen erforderlichen Stromtragfähigkeit eine zum Aktor gut abgestimmte Kraft- Weg-Kennlinie erreichen. Unterstützt wird dieses Erfordernis durch die Mehrlagigkeit der Kontaktfeder 13, wobei es für eine Wärmeabfuhr und Flexibilität für die Kontaktfeder 13 von Vorteil ist, dass sich die einzelnen Lagen der Kontaktfeder 13 in der U-Biegezone aufgrund ihrer unterschiedlichen Längen auffächern. Auch kann wieder vorgesehen sein, dass die einzelnen Lagen unterschiedliche Federungs- und Leitfähigkeitseigenschaften aufweisen. Aufgrund der U-förmigen Kontaktfeder 13 läuft der Strom durch die parallelen und eng nebeneinander liegenden U-Schenkel in entgegengesetzter Richtung. In der Schließstellung der Kontakte 20, 21 werden bei hohen Strömen die Kontakte 20, 21 in vorteilhafter Weise durch die auftretenden elektrodynamischen Kräfte auf die Kontaktfeder 13 zusätzlich zur Kontaktkraft aufeinander gepresst. Zur Betätigung der Kontaktfeder 13 über die Aktorbaugruppe 3 dient wiederum ein zweiarmiges Wippelement 6.
Während in den Figuren 1 , 2, 7 und 8 Relaisvarianten beschrieben wurden, bei denen die Aktorbaugruppe 3 und die Kontaktbaugruppe 4 in einer Ebene im Isolierstoffgehäuse angeordnet sind, also nebeneinander in den Gehäusekammern 1a, 1 b des Gehäuseunterteils 1 , legt Figur 9 eine weitere Relaisvariante dar, bei der die Aktorbaugruppe 3 oberhalb der Kontaktbaugruppe 4 im Isolierstoffgehäuse 1 angeordnet ist. Die Baugruppen 3, 4 selbst haben prinzipiell denselben Aufbau und dieselbe Größe im Vergleich zu den vorherigen Baugruppen. Allerdings sind in diesem Beispiel die Stromschienen 8a, 8b im rechten Winkel aus dem Isolierstoffgehäuse herausgeführt. Auch die Gehäusekammern 22a, 22b haben dieselben Abmessungen. Das Isolierstoffgehäuse 22 ist jedoch nunmehr nicht mehr im Grundriss quadratisch, sondern rechteckig und die nicht näher dargestellte Gehäusekappe L-förmig. Das Isolierstoffgehäuse ist doppelt so hoch und dafür halb so breit wie das Isolierstoffgehäuse mit quadratischem Grundriss. In die untere Gehäusekammer 22b ist die Kontaktbaugruppe 4 eingeschoben. In die obere Gehäusekammer 22a ist die Aktorbaugruppe 3 eingesetzt. Die Abtriebseinrichtung besteht aus einem Schieber 23, der auf einer Schmalseite durch Konturen des Gehäuseunterteils 22b geführt ist. Der Schieber 23 besitzt beidseitig Greiferarme 23a, 23b, welche wiederum einerseits ein Kraftangriffselement 10 eines Wippankers 11 der Aktorbaugruppe 3 und andererseits ein Kraftangriffselement 12 einer Kontaktfeder 13 der Kontaktbaugruppe 4 angreifen. Als weitere Besonderheit ist jede Erregerwicklungen 17 an ein Paar von Anschlussstiften 7 geführt.
Die Zusammenstellungszeichnung mit den Figuren 10 a) bis 10 e) zeigt rein schematisch einige Varianten eines Relaisaufbau, wobei nach Figur 10 a) bis Figur 10 d) die Gehäusekammer 1a für die Aktorbaugruppe mit der Gehäusekammer 1 b für die Kontaktbaugruppe jeweils in einer Ebene nebeneinander in einem Isolierstoffgehäuse liegen und gemäß Fig. 10 e) in zwei Ebenen übereinander. Die Stromschienen 8a, 8b sind in den Beispielen in allen Varianten parallel zueinander herausgeführt. Bevorzugt sind die Relaisanordnungen nach den Figuren 1 a) und 1 e) aufgrund ihrer kompakten Bauweise. Lassen es jedoch die Einbauvorgaben nicht anders zu, kann ohne weiteres eine Relaisbauart nach den Figuren 10 b) bis 10 d) Anwendung finden. Je nach Anforderung der einzelnen Varianten können als Abtriebseinrichtungen Wippen, Schieber, Hebel, Stifte usw. eingesetzt sein und die Stromschienen 8a, 8b flach, hochkant, parallel oder im Winkel zueinander stehen. Für Sondereinsatzfälle lassen sich Relais mit einer Aktorbaugruppe und mehr als einer Kontaktbaugruppe bauen. Zum Beispiel lassen sich in Anlehnung nach Figur 10 e) Relais mit zwei Kontaktbaugruppen übereinander konfigurieren oder in Anlehnung nach Figur 10 a) Relais mit beiderseits einer Aktorbaugruppe angeordneten Kontaktbaugruppen. Dabei kann zum Beispiel die Aktorbaugruppe eine Schließer-Kontaktbaugruppe und eine Öffner-Kontaktbaugruppe betätigen. Auch kann eine Umschaltkontaktbaugruppe konfiguriert werden, indem beiderseits der Kontaktfeder sich ein bewegbarer Kontakt befindet, der jeweils mit einem Festkontakt zusammenarbeitet. In diesem Fall führen drei Stromschienen aus dem Isolierstoffgehäuse.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
1 Quadratisches Gehäuseunterteil
1 a Gehäusekammer für Aktorbaugruppe 1 b Gehäusekammer für Kontaktbaugruppe
2 Quadratische Gehäusekappe
3 Aktorbaugruppe
4 Kontaktbaugruppe
5 Zwischenwand
6 Zweiarmiges Wippelement als Abtriebseinrichtung 6a Greiferarm
6b Greiferarm
7 Anschlussstifte
8a Stromschiene
8b Stromschiene mit Festkontakt
9 Drehlager im Gehäuseunterteil
10 Kraftangriffselement am Wippanker
1 Wippanker
12 Kraftangriffselement an der Kontaktfeder
13 Kontaktfeder
14 U-förmiges Weicheisenjoch
15 Permanentmagnet
16 Mittelschenkel
17 Erregerwicklungen
8 Isolierkörper
19 Filmscharnier
20 Bewegbarer Kontakt Festkontakt
Rechteckiges Gehäuseunterteil
22a obere Gehäusekammer für die Aktorbaugruppe 22b untere Gehäusekammer für die Kontaktbaugruppe Schieber als Abtriebseinrichtung
23a oberer Greiferarm am Schieber
23b unterer Greiferarm am Schieber
Next Patent: VIDEO CENTERING SYSTEM HAVING VISUAL-FIELD EVALUATION AND METHOD FOR EVALUATING VISUAL FIELDS
