MÄDER, Hans, Rudolf (Gallusäckerstrasse 23, Mörschwil, CH-9402, CH)
| Patentansprüche 1. Abstandhalter (1) für die Beabstandung von Gläsern (4, 4', 5) einer Mehrfachglasscheibe (6), wobei die Mehrfachglasscheibe (6) zwei Aussengläser (4, 4') und mindestens ein Mittelglas (5) umfasst, wobei der Abstandhalter (1) für jedes Mittelglas (5) ein Aufnahmeprofil (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (1) mindestens einen Hohlraum (2, 2' , 2'') zur Aufnahme eines Trocknungsmittels (3) aufweist. 2. Abstandhalter (1) gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (1) einstückig ausgebildet ist . 3. Abstandhalter (1) gemäss Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (1) für jedes Paar von benachbarten Gläsern (4, 4', 5) je einen Hohlraum (2, 2', 2'') zur Aufnahme des Trocknungsmittels (3) aufweist. 4. Abstandhalter (1) gemäss Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlräume (2, 2', 2'') und das mindestens eine Mittelglas (5) asymmetrisch zwischen den Aussen- gläsern (4, 4') angeordnet sind. 5. Abstandhalter (1) gemäss einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlräume (2, 2', 2'') untereinander verbunden sind. 6. Abstandhalter (1) gemäss einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeprofil (7) für jedes Mittelglas (5) eine Abstützung (8) zu der dem Aufnahme- profil (7) gegenüberliegenden Seite des Abstandhalters (1) aufweist . 7. Mehrfachglasscheibe (6) umfassend zwei Aussengläser (4, 4')/ mindestens ein Mittelglas (5) und einen Abstandhalter (1) gemäss einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalter (1) mindestens einen Hohlraum (2, 2' , 2'') aufweist, welcher mit einem Trocknungsmittel (3) befüllt ist. 8. Mehrfachglasscheibe (6) gemäss Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelglas (5) mittels einer Primärdichtung (9) im Aufnahmeprofil (7) fixiert ist. 9. Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe (6) mit zwei Aussengläser (4, 4') und mindestens einem Mittelglas (5) gekennzeichnet durch die Schritte: - Bereitstellen des mindestens einen Mittelglases (5) und eines Abstandhalters (1), - Eingeben eines Trocknungsmittels (3) in oder auf den Abstandhalter (1), - Einfassen jedes Mittelglases (5) mit dem Abstandhalter (1), so dass jedes Mittelglas (5) randseitig von einem Aufnahmeprofil (7) des Abstandhalters (1) aufgenommen wird, - Bereitstellen von zwei Aussengläsern (4, 4') und - Aufsetzten der beiden Aussengläser (4, 4') auf den Abstandhalter ( ) . 10. Verfahren nach Patentanspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bereitstellen der Aussengläser (4, 4') zeitgleich mit dem Einfassen des mindestens einen Mittelglases (5) erfolgt. 11. Verfahren nach Patentanspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingeben des Trocknungsmittels (3) in oder auf den Abstandhalter (1) unmittelbar vor oder gleichzeitig mit dem Einfassen des mindestens einen Mittelglases (5) erfolgt. 12. Verfahren nach einem der Patentansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknungsmittel (3) in mindestens einen Hohlraum (2, 2', 2'') des Abstandhalters (1) eingefüllt wird. 13. Verfahren nach einem der Patentansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknungsmittel (3) beim Eingeben in oder auf den Abstandhalter (1) mittels einer Analyseeinrichtung zum Messen des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels (3) , insbesondere die Adsorbtionskapazität des Trocknungsmittels (3) , überwacht wird. 14. Verfahren nach einem der Patentansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einfassen jedes Mittelglases (5) dieses mit Hilfe einer Primärdichtung (9) im Aufnahmeprofil (7) des Abstandhalters (1) fixiert wird. |
Die Erfindung betrifft einen Abstandhalter für die Beabstandung von Gläsern einer Mehrfachglasscheibe, eine Mehrfachglasschreibe sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe mit den Merkmalen der Oberbegriffe der unabhängigen Ansprüche.
Übliche Isolierverglasungen wurden bis anhin vor allem in Dop- pelverglasungstechnik hergestellt. Für deren Ausführung und Herstellung sind verschiedene Abstandhalter sowie verschiedene Verfahren zur Herstellung der Isolierverglasung bekannt.
WO2008/022877A1 beispielsweise zeigt ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierglasscheibe, wobei der Abstandhalter flexibel ist und dieser unmittelbar vor oder während der Montage des Abstandhalters auf der einen Glasscheibe mit einem Trocknungsmittel versehen wird. Bei diesem Verfahren wird sequenziell zuerst eine Glasscheibe bereitgestellt, dann der Abstandhalter auf dieser Glasscheibe aufgebracht und anschliessend eine zweite Glasscheibe auf dem auf der ersten Glasscheibe montieren Abstandhalter befestigt. Wenn mit diesem Verfahren eine Mehrfachglasscheibe hergestellt werden soll, so wird wiederum ein Abstandhalter auf das vorher gefertigte Glasscheibenpaket aufgebracht und anschliessend eine weitere Glasscheibe auf den Abstandhalter montiert. Nachteilig an einem solchen Verfahren ist insbesondere, dass bei einer Mehrfachverglasung die Abstandhalter jeweils präzise aufeinander ausgerichtet werden müssen und dass die Montageschritte aufwändig und zeitintensiv sind. In WO 98/19036 Al wird ein Verfahren und ein Abstandhalter zur Einglasung von Mehrfachisolierglasscheiben gezeigt. Dabei wird der Abstandhalter aus einem Polymerwerkstoff hergestellt. Etwa mittig weist der Abstandhalter eine Ausnehmung zur Aufnahme eines Mittelglases auf. Die beiden Aussengläser werden randseitig mit einem doppelseitigen Klebeband am Abstandhalter fixiert. Mit einer zusätzlichen Primärdichtung wird der Zwischenraum zwischen den einzelnen Gläsern gasdicht verschlossen. Ein Trocknungsmittel ist auf dem Abstandhalter zwischen den einzelnen Gläsern aufgebracht .
US 2003/0074859 Al zeigt einen Abstandhalter bestehend aus einem inneren und einem äusseren Element, wobei das innere Element U- förmig ausgebildet ist und insbesondere zur Stabilisierung des Abstandhalters dient. Das äussere Element wird um das innere Element herum aufgebracht. Ein Trocknungsmittel ist integrierter Bestandteil des äusseren Elementes. Wenn die oberen Enden des U- förmigen Profils des inneren Elementes nach innen weiter gezogen werden, kann darin ein Mittelglas festgehalten werden.
Die bekannten Abstandhalter für Mehrfachverglasungen, insbesondere für solche mit mehr als zwei Gläsern, haben den Nachteil, dass das Trocknungsmittel kompliziert auf dem Abstandhalter aufgebracht werden muss. Ausserdem ist durch die aussenseitige Applikation des Trocknungsmittels die Wahl des Trocknungsmittels eingeschränkt .
Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden, insbesondere einen Abstandhalter, eine Mehrfachglasscheibe sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, welche auf einfache Art und Weise die Herstellung solcher Mehrfachglasscheiben ermöglichen. Insbeson- dere soll sichergestellt werden, dass ein Trocknungsmittel mit hoher und dauerhafter Adsorbtionskapazität verwendet werden kann .
Erfindungsgemäss werden diese Aufgaben mit einem Abstandhalter, einer Mehrfachglasscheibe sowie einem Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe mit den Merkmalen gemäss den Ansprüchen 1, 7 und 9 gelöst.
Ein Abstandhalter für die Beabstandung von Gläsern einer Mehrfachglasscheibe, welche zwei Aussengläser um mindestens ein Mittelglas umfasst, weist für jedes Mittelglas ein Aufnahmeprofil auf. Beidseitig seitlich vom Aufnahmeprofil erstreckt sich der Abstandhalter nach aussen, so dass die Aussengläser anlegbar sind. Ausserdem verfügt der Abstandhalter über mindestens einen Hohlraum zur Aufnahme eines Trocknungsmittels. Das Aufnahmeprofil ist vorzugsweise nutförmig ausgebildet und befindet sich auf der Innenseite des Abstandhalters, wenn dieser in einer Mehrfachglasscheibe montiert ist. Für die Aufnahme des Trocknungsmittels weist der Abstandhalter einen oder mehrere Hohlräume auf, welche vorzugsweise einem sich in Längsrichtung erstreckenden Hohlraumprofil entsprechen. Dabei ist es denkbar, dass die Hohlräume untereinander verbunden sind. Unter einem Hohlraum wird hier und im Folgenden ein vom Abstandhalter allseitig umschlossener Raum verstanden. Obwohl ein solcher Hohlraum umschlossen ist, besteht zwischen dem Hohlraum und einem Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Gläsern eine Gasverbindung. Eine solche Gasverbindung kann durch das Material des Abstandhalters erfolgen oder mittels eine Perforation oder anderen Kleinstöffnungen in der Wandung des Hohlraumes ermöglicht werden.
Dadurch, dass der Abstandhalter mindestens einen Hohlraum um- schliesst, wird seine Wärmeleitfähigkeit wesentlich herabge- setzt, was sich in einer verbesserten Isolationsfähigkeit der Mehrfachglasscheibe auswirkt. Ausserdem kann das Trocknungsmittel fest umschlossen werden, so dass der Einsatz eines beispielsweise pulver- oder granulatförmigen Trocknungsmittels ermöglicht wird. Ein solches Trocknungsmittels besitzt eine wesentlich grossere aktive Oberfläche als beispielsweise ein Trocknungsmittel in fester oder pastöser Form.
Der Abstandhalter besteht vorzugsweise aus einem flexiblen Material, so dass dieser entsprechend der Kontur des Glases ange- passt werden kann. Beispielsweise ist der Abstandhalter aus Silikon oder einem ähnlich flexiblen, UV-beständigen und fogging- sicheren Material gefertigt. Bevorzugt können auch geschäumte Kunststoffe für den Abstandhalter verwendet werden. Das Material des Abstandhalters besteht insbesondere aus Silikon, Polypropylen (PP), Polycarbonat (PC), Polyvinylchlorid (PVC) oder Ethy- len-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) . Dabei ist das Material vorzugsweise flexibel. Starre Materialien wie beispielsweise Edelstahl, Aluminium oder andere Materialien sind ebenfalls einsetzbar. Bei Kunststoffmaterialien kann der Abstandhalter auf seiner Aussenseite eine zusätzliche Dampfsperre aufweisen, insbesondere in Form einer metallischen Walzfolie und/oder einer sputter- /bedampften metallischen oder glasartigen Schicht.
Der Abstandhalter ist vorzugsweise einstückig ausgebildet. Dadurch wird das gesamte Handling während der Montage der Mehrfachglasscheibe erleichtert. Ausserdem ist durch die einstückige Ausbildung des Abstandhalters eine besonders kostengünstige Herstellung möglich.
Besonders vorteilhaft weist der Abstandhalter für jedes Paar von benachbarten Gläsern je einen Hohlraum zur Aufnahme des Trocknungsmittels auf. Als Paar von benachbarten Gläsern wird ty- pischerweisen das Mittelglas und eines der Aussengläser verstanden. Bei Mehrfachverglasungen wird ein solches Paar auch durch zwei benachbarte Mittelgläser gebildet. Dadurch wird, sofern jeder Hohlraum mit einem Trocknungsmittel versehen ist, jeder Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Gläsern optimal entfeuchtet.
Die Hohlräume und das mindestens eine Mittelglas können asymmetrisch zwischen den Aussengläsern angeordnet werden. Durch diese asymmetrische Anordnung wird insbesondere eine verbesserte Schalldämpfung erreicht. Selbstverständlich sind auch symmetrische Anordnungen möglich.
Ausserdem können die Hohlräume des Abstandhalters untereinander verbunden sein. Somit kann ein Austausch des Trocknungsmittels von einem Hohlraum zum anderen, insbesondere beim Befüllen des Trocknungsmittels erfolgen. Ausserdem werden Schwankungen, welche beim Befüllen der Hohlräume mit Trocknungsmittel auftreten ausgeglichen. Auch wird somit ein Druckunterschied zwischen den Zwischenräumen zwischen benachbarten Gläsern verhindert.
Das Aufnahmeprofil für jedes Mittelglas kann eine Abstützung zu der dem Aufnahmeprofil gegenüberliegenden Seite des Abstandhalters aufweisen. Durch diese Abstützung wird insbesondere bei grossen Glasscheiben das Mittelglas auf seiner gesamten Unterseite abgestützt, und kann somit möglichst spannungsfrei eingebaut werden. Eine solche Abstützung weist vorzugsweise Durchbrüche auf, durch welche die Hohlräume miteinander verbunden sind.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Mehrfachglasscheibe umfassend zwei Aussengläser, mindestens ein Mittelglas und einen Abstandhalter gemäss der vorgenannten Beschreibung, in dessen Aufnahmeprofil das Mittelglas eingesetzt ist. Der Hohl- räum des Abstandhalters ist dabei mit einem Trocknungsmittel ge ¬ füllt. Dadurch, dass das Trocknungsmittel in einem Hohlraum des Abstandhalters eingeschlossen ist, kann ein beliebiges Trock ¬ nungsmittel verwendet werden. Es gibt keine Einschränkungen in Bezug auf Konsistenz des Trocknungsmittels. Insbesondere kann auch ein rieselfähiges Trocknungsmittel verwendet werden.
Das Mittelglas der Mehrfachglasscheibe ist bevorzugt direkt mit einer Primärdichtung im Aufnahmeprofil fixiert. Das Aufnahmepro ¬ fil kann hierzu eine spezielle Ausnehmung aufweisen, in welcher die Primärdichtung zu liegen kommt. Eine solche Ausnehmung kann beispielsweise als Hinterschnitt realisiert sein. Durch die Fi ¬ xierung des Mittelglases mit der Primärdichtung wird ein Luft ¬ austausch zwischen den verschiedenen Zwischenräumen der Mehrfachglasscheibe verhindert, bzw. ist nur noch durch die mit Trocknungsmittel befüllten Hohlräume und deren Verbindungen mög ¬ lich. Ausserdem kann auf die Verwendung eines zusätzlichen Klebstoffes für die Fixierung des Mittelglases verzichtet werden. Für die Primärdichtung können insbesondere Kleber auf Butyl-, Acrylat- oder Hotmelt-Basis eingesetzt werden.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe mit zwei Aussengläsern und mindestens einem Mittelglas. Das Verfahren umfasst im Wesentli ¬ chen die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen des mindestens einen Mittelglases und eines Abstandhalters, b) Eingeben eines Trocknungsmittels in oder auf den Abstandhal ¬ ter, c) Einfassen jedes Mittelglases mit dem Abstandhalter, sodass jedes Mittelglas randseitig von einem Aufnahmeprofil des Ab ¬ standhalters aufgenommen wird, d) Bereitstellen von zwei Aussengläsern und e) Aufsetzen der beiden Aussengläser auf den Abstandhalter.
Bevorzugt erfolgt das Bereitstellen der Aussengläser zeitgleich mit dem Einfassen des mindestens einen Mittelglases. Somit kann eine Montageanlage optimal ausgenutzt und Wartezeiten möglichst vermieden werden. Insbesondere vorteilhaft ist das gleichzeitige Waschen der Aussengläser mit dem Einfassen des Mittelglases, da das Waschen relativ zeitaufwändig ist.
In einem besonders bevorzugten Verfahren erfolgt das Eingeben des Trocknungsmittels in oder auf den Abstandhalter unmittelbar vor oder gleichzeitig mit dem Einfassen der Mittelgläser. Dadurch kann sichergestellt werden, dass das Trocknungsmittel möglichst frisch ist und eine hohe Kapazität zur Aufnahme von Feuchtigkeit aufweist.
Das Trocknungsmittel kann in mindestens einen Hohlraum des Abstandhalters eingefüllt werden. Das Einfüllen des Trocknungsmittels in einen Hohlraum des Abstandhalters ermöglicht die Verwendung von Trocknungsmittel mit unterschiedlicher Konsistenz. Vorteilhaft ist jedoch das Trocknungsmittel rieselfähig. Wenn die Hohlräume des Abstandhalters untereinander verbunden sind, kann ein Befüllen durch eine Öffnung in einem einzigen Hohlraum erfolgen und die weiteren Hohlräume werden ebenfalls mit Trocknungsmittel versetzt. Das Befüllen ist somit besonders einfach.
In bevorzugter Weise wird das Trocknungsmittel bei der Eingabe in oder auf den Abstandhalter mittels einer Analyseeinrichtung zum Messen des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels überwacht. Bei der Messung des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels kann insbesondere die Absorptionskapazität gemessen werden. Durch diese Messung kann sichergestellt werden, dass kein verbrauch- tes, bzw. kein Trocknungsmittel mit schlechter Absorptionskapazität verwenden wird. Die Messung kann batchweise erfolgen oder aber kontinuierlich durchgeführt werden.
Beim Einfassen jedes Mittelglases kann dieses mit Hilfe einer Primärdichtung im Aufnahmeprofil des Abstandhalters fixiert werden .
Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
Figur 1 einen randseitigen Querschnitt durch eine erfindungs- gemässe Dreifachverglasung,
Figur 2 einen randseitigen Querschnitt durch eine erfindungs- gemässe Isolierverglasung mit vier Gläser, und
Figuren 3 a) bis i) eine schematische Darstellung einer zeitlichen Abfolge des Herstellungsprozesses einer Mehr- fachverglasung .
Figur 1 zeigt einen randseitigen Querschnitt durch eine Mehrfachglasscheibe 6 mit drei Gläsern 4, 4' und 5. Das Mittelglas 5 ist von einem Abstandhalter 1 randseitig umfasst. Der Abstandhalter 1 weist zur Aufnahme des Mittelglases 5 ein Aufnahmeprofil 7 in Form einer Nut auf. Das Aufnahmeprofil 7 ist dabei so dimensioniert, dass es neben dem Mittelglas 5 auch eine Primärdichtung 9 aufnimmt. Die Primärdichtung 9 ist beidseitig des Mittelglases 5 angeordnet und dient der Fixierung des Mittelglases in Abstandhalter 1. Das Aufnahmeprofil 7 weist einen Hinterschnitt auf, welcher die Primärdichtung 9 beidseitig des Mittelglases 5 aufnimmt. Beidseitig des Abstandhalters 1 sind parallel zum Mittelglas 5 die Aussengläser 4 und 4' angeordnet. Die Aussengläser 4 und 4' sind mittels einer Primärdichtung 9' am Abstandhalter befestigt. Die Primärdichtungen 9 und 9' sind in Form je einer Butylkante ausgebildet. Alternativ können auch eine Primärdichtungen aus Acrylat oder Hotmelt eingesetzt werden. Der Abstandhalter 1 weist beidseitig des Aufnahmeprofils 7 für das Mittelglas 5 je einen Hohlraum 2, 2' auf. Dieser Hohlraum 2, 2' ist je mit einem Trocknungsmittel 3 gefüllt. Das Aufnahmeprofil 7 ist durch eine Abstützung 8 mit dem den Zwischenräumen 18 zwischen den Glasscheiben 4, 4' und 5 gegenüber liegenden Rand des Abstandhaltes 1 verbunden. Diese Abstützung 8 kann sowohl massiv als auch mit Durchstichen versehen sein, so dass die beiden Hohlräume 2, 2' untereinander verbunden sind. Bündig zur Stirnseite der beiden Aussengläser 4 und 4' befindet sich eine Sekundärdichtung 10 aus Polysulfid, Polyurethan, Hotmelt und/oder Silikon.
Die Primärdichtungen 9' bilden zusammen mit dem Abstandhalter 1 eine Wasserdampfsperre und dichten die Zwischenräume 18 dampfdicht ab. Durch die Primärdichtungen 9 beidseitig des Mittelglases 5 wird ein Gasaustausch zwischen den beiden Zwischenräumen 18 verhindert, bzw. kann nur noch durch die mit Trocknungsmittel 3 befüllten Hohlräume 2, 2' und deren Verbindungen erfolgen.
Der Abstandhalter 1 besteht vorzugsweise aus Silikon, Polypropylen (PP) , Polycarbonat (PC) , Polyvinylchlorid (PVC) oder Ethy- len-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) . Dabei ist das Material vorzugsweise flexibel. Starre Materialien wie beispielsweise Edelstahl, Alu oder andere Materialien sind ebenfalls einsetzbar. Bei Kunststoffmaterialien kann der Abstandhalter 1 mindestens auf seiner Aussenseite eine zusätzliche Dampfsperre 19 aufwei- sen, insbesondere in Form einer metallischen Walzfolie und/oder einer sputter-/bedampften metallischen oder glasartigen Schicht.
Figur 2 zeigt einen randseitigen Querschnitt durch eine Mehrfachglasscheibe 6' mit zwei Aussengläsern 4 und 4' und zwei Mittelgläsern 5. Die Vierfachglasscheibe 6' unterscheidet sich in ihrem Aufbau nur unwesentlich von der Dreifachglasscheibe 6 aus Figur 1. Die Mittelgläser 5 werden randseitig von zwei Aufnahmeprofilen 7 des Abstandhalters 1 aufgenommen. Dabei sind beide Aufnahmeprofile 7 je über eine Abstützung 8 mit dem den Zwischenräumen 18 gegenüberliegenden Rand des Abstandhalters 1 verbunden. Beidseitig des Abstandhalters 1 ist je ein Aussenglas 4 und 4' angeordnet. Der Abstandhalter 1 weist für jeden Zwischenraum 18 zwischen zwei benachbarten Gläsern 4, 4' und 5 je einen Hohlraum 2, 2' , 2'' auf. Jeder dieser Hohlräume ist mit einem Trocknungsmittel 3 befüllt. Obwohl die Hohlräume 2, 2' , 2'' verschlossen sind, findet ein Gasaustausch zwischen den Zwischenräumen 18 und den Hohlräumen 2, 2' , 2'' statt. Somit kann Feuchtigkeit aus den Zwischenräumen 18 vom Trocknungsmittel 3 aufgenommen werden. Die Mittelgläser 5 sind randseitig beidseits mit einer Primärdichtung 9 versehen und somit im Aufnahmeprofil 7 fixiert. Das Aufnahmeprofil 7 weist hierzu einen Hinterschnitt auf. Die beiden Aussengläser 4 und 4' sind mittels einer Primärdichtung 9' am Abstandhalter 1 befestigt. Bündig mit der Unterkante der Aussengläser 4 und 4' ist zwischen den beiden Aussengläsern 4 und 4' eine Sekundärdichtung 10 angebracht. Diese Sekundärdichtung dient vor allem der mechanischen Stabilisierung der Mehrfachglasscheibe 6' . Der Abstandhalter 1 ist auf seiner Aussenseite, d.h. auf der der Sekundärdichtung 10 zugewandten Seite mit einer zusätzlichen Dampfsperre 19 versehen.
In den Figuren 3 a) bis i) ist eine schematische Darstellung einer zeitlichen Abfolge zur Herstellung einer Mehrfachglasscheibe 6 in einer Fertigungsstrasse gezeigt. Im Schritt a) befindet sich ein Mittelglas 5 in einem Glaseinlauf 11 der Fertigungsstrasse. Im Schritt b) befindet sich das Mittelglas 5 in der Waschstation 12, während sich ein Aussenglas 4 im Glaseinlauf 11 befindet. Das Waschen der Gläser ist ein zeitaufwändiger Prozess und dauert im Normalfall länger als die anderen Schritte. Im Schritt c) befindet sich das Mittelglas 5 in einer so genannten Visitierstation 13, wo es auf Fehler oder Unreinheiten kontrolliert wird. Entsprechend ist das Aussenglas 4 in der Waschstation 12 und ein zweites Aussenglas 4' befindet sich im Glaseinlauf 11. Schritt d) zeigt das Mittelglas 5 in einer Einfassstation 14. Das erste Aussenglas 4 ist noch immer in der Waschstation 12 und das zweite Aussenglas 4' im Glaseinlauf 11. Schritt e) zeigt das Mittelglas 5 in der Einfassstation 14, wo es vom Abstandhalter 1 umfasst wird. Die Einfassstation 14 ist dabei aus der Fertigungsstrasse ausgeschwenkt, was eine einfachere Zuführung des Abstandhalters 1 erlaubt. Ebenso wird dadurch die Fertigungsstrasse nicht blockiert und ein nachfolgendes Glas kann an der Einfassstation 14 vorbei in eine nächste Station transportiert werden. Anstelle eines Ausschwenkens kann auch eine Parallelverschiebung der Einfassstation 14 aus der Fertigungsstrasse erfolgen. Das erste Aussenglas 4 wird in der Visitierstation 13 auf Mängel kontrolliert, während das zweite Aussenglas 4' gewaschen wird. Im Schritt f) ist das erste Aussenglas 4 schon in einer Zusammenbaustation 15 und hat die Einfassstation 14 und somit auch das Mittelglas 5 übersprungen. Das Mittelglas 5 wird noch immer vom Abstandhalter 1 in der Einfassstation 14 eingefasst, während das zweite Aussenglas 4 sich noch in der Waschstation 12 befindet. Im Schritt g) befindet sich das zweite Aussenglas 4' in der Visitierstation 13 und wird auf Mängel kontrolliert. Im Schritt h) befindet sich das zweite Aussenglas 4' in der Einfassstation 14, welche zurück in die Fertigungsstrasse geschwenkt ist und wird mit dem Abstandhalter 1 des Mittelglases 5 verbunden. Anschliessend wird im Schritt i) das Mittelglas 5 mit Abstandhalter 1 und zweitem Aussenglas 4' in die Zusammenbaustation 15 transportiert, wo die zweite Seite des Abstandhalters 1 mit dem ersten Aussenglas 4 verbunden wird. Hier erfolg auch das Verpressen der Gläser sowie eventuell ein Befüllen mit einem Gas. In einem nachfolgenden Arbeitsschritt wird die Mehrfachglasscheibe 6 in einer Versiegelungsstation 16 noch weiter bearbeitet. Dieser Schritt ist nicht mehr im Detail dargestellt.
Alternativ kann im Schritt h) das zweite Aussenglas 4' schon in die Zusammenbaustation 15 transportiert werden und die Einfassstation 14 mit dem Mittelglas 5 und dem Abstandhalter 1 in die Fertigungsstrasse zurück geschwenkt werden. Somit wird dann im Schritt i) der Abstandhalter 1 mit dem Mittelglas 5 in die Zusammenbaustation 15 zwischen die beiden Aussengläser 4 und 4' transportiert und mit diesen verbunden, verpresst und optional mit Gas befüllt. Die nachfolgenden Schritte sind dann wieder identisch.
Ebenfalls denkbar ist ein Schrittweiser Zusammenbau in der Zusammenbaustation 15. Dabei wird beispielsweise zuerst das erste Aussenglas 4, dann der Abstandhalter 1 mit dem Mittelglas 5 und schlussendlich das zweite Aussenglas 4' in die Zusammenbaustation 15 transportiert und miteinander verbunden.
