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Patent Searching and Data


Title:
SPINDLE CLAMPING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/039375
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a balancing device, having a measuring system for determining the rotational unbalance of a test object, comprising a spindle unit 7 with a spindle 11, which is intended to hold the test object 17 and rotate it at a test rotational speed, and a spindle mounting 49, by means of which the spindle unit 7 is movably anchored on the machine base 1, such that the spindle unit 7 can oscillate in a predetermined measuring direction M as a result of of the unbalance forces occurring during the measurement operation, and at least one sensor 61, which upon rotation of the spindle 11 detects at least one unbalance characteristic variable occurring in the measuring direction (M), and a material removal system 65 for balancing the test object by material removal in a predetermined site. The measuring system and the material removal system are designed such that material can be removed when the test object is held in the spindle. In addition, a spindle lock 64 is provided, by means of which the spindle unit 7, without the spindle mounting 49 or at least without the sensor(s) 61, can be fixed by a force generated during the fixation such that it does not move under the influence of the forces caused by the material removal system 65.

Inventors:
HAIMER, Franz (Weiherstr. 21, Hollenbach, 86568, DE)
Application Number:
EP2010/064739
Publication Date:
April 07, 2011
Filing Date:
October 04, 2010
Export Citation:
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Assignee:
FRANZ HAIMER MASCHINENBAU KG (Weiherstr. 21, Hollenbach, 86568, DE)
HAIMER, Franz (Weiherstr. 21, Hollenbach, 86568, DE)
International Classes:
G01M1/02; G01M1/04; G01M1/34
Attorney, Agent or Firm:
MISSELHORN, Martin (nospat Patent- und Rechtsanwälte, Isartorplatz 5, München, 80331, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Auswuchtvorrichtung mit einer Messeinrichtung zur Bestimmung der Rotationsunwucht eines Prüflings umfassend eine Spindel¬ einheit (7) mit einer Spindel (11), die dazu bestimmt ist, den Prüfling (17) zu halten und mit Prüfdrehzahl rotieren zu lassen, sowie eine Spindelaufhängung (49) mittels derer die Spindeleinheit (7) beweglich an der Maschinenbasis (1) ver¬ ankert ist, so, dass die Spindeleinheit (7) durch die im Messbetrieb auftretenden Unwuchtkräfte in einer vorgegebenen Messrichtung (M) schwingen kann und mindestens einen Sensor (61), der bei Rotation der Spindel (11) mindestens eine in Messrichtung (M) auftretende Unwuchtkenngröße erfasst und einer Materialabtragseinrichtung (65) zum Auswuchten des Prüflings durch Materialabtrag an einer vorbestimmten Stel¬ le, wobei die Messeinrichtung und die Materialabtragseinrichtung so beschaffen sind, dass der Materialabtrag bei in der Spindel gehaltenem Prüfling erfolgen kann, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Spindelarretierung (64) vorgesehen ist, mittels derer die Spindeleinheit (7) ohne die Spindelaufhängung (49) oder zumindest ohne den oder die Sensoren (61) mit einer durch das Festsetzen erzeugten Kraft zu belasten, so festgesetzt werden kann, dass sie sich unter dem Einfluss der von der Materialabtragseinrichtung (65) hervorgerufenen Kräfte nicht bewegt.

2. Auswuchtvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelarretierung (64) ausschließlich auf einer Seite am Umfang der Spindeleinheit (7) angreift.

3. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelarretierung (64) Klemmflächen (75a, 75b; 85a, 85b; 95a, 95b)umfasst, auf die mindestens eine offen- und schließbare Klemmbacke (69, 71; 79, 81; 89; 91) wirkt, wobei die Klemmbacken und/oder die Klemmflächen derart gelenkig oder biegeweich ausgeführt sind, dass die Klemmbacken durch ihre Einwirkung auf die Klemmflächen keine Kraft auf die Spindeleinheit (7) ausüben oder den mindestens einen Sensor (61) belasten.

4. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmflächen (75a, 75b; 85a, 85b; 95a, 95b) als biegeweiche Klemmleisten (75, 85; 95) ausgeführt sind;

5. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Klemmleisten (75, 85; 95) vorhanden sind, die in unterschiedlichen Ebenen angeordnet sind;

6. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Klemmleisten (75 oder 85 bzw. 95) vorgesehen sind, die parallel und mit Abstand zueinander angeordnet sind;

7. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmbacken jeweils eine Schwenkleiste (69, 79; 89) umfassen, die einen elastisch verformbaren Haltesteg (70; 80; 90) aufweist, um den die Schwenkleiste im Zuge der Betätigung des Klemmbackens (69, 71; 79, 91; 87 91) gegen die Klemmleiste geschwenkt wird;

8. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Klemmbacken (69, 71; 79, 81; 89, 91) von einem gemeinsamen Aktuator (72, 73) betätigt werden;

9. Auswuchtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (72, 73) die mindestens eine ihm zugeordnete Schwenkleiste (69; 79) unter Zwischenschaltung eines Kraft-Weg-Wandlers (74, 84) betä¬ tigt, der die vom Aktuator in einer ersten Wirkrichtung aufgebrachte Betätigungskraft in eine zweite, andere, vorzugs¬ weise annähernd dazu senkrechte Wirkrichtung umlenkt, bevor er sie der Schwenkleiste mitteilt und dabei zugleich die vom Aktuator entlang eines längeren Weges aufgebrachte kleinere Kraft in eine entlang eines kürzeren Weges wirkende größere Kraft umwandelt.

Description:
Spindelklemmung

Die Erfindung betrifft eine auch als Auswuchtvorrichtung bezeichnete Wuchtmaschine zur Bestimmung und Beseitigung der Ro ¬ tationsunwucht eines Prüflings (insbesondere in Gestalt eines Werkzeughalters) mit den Gattungsmerkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Vorrichtungen, mit denen sich das Maß und die Lage der Unwucht eines Werkzeughalters hochpräzise ermitteln lassen, sind be ¬ kannt, beispielsweise aus der deutschen Patentanmeldung DE 102 33 917 AI.

Ebenfalls bekannt ist es, nach Bestimmung des Maßes und der Lage der Unwucht an geeigneter Stelle etwas Material am Werk ¬ zeughalter abzunehmen, um den Werkzeughalter auf diese Art und Weise dauerhaft auszuwuchten.

Im Regelfall spannt man den Werkzeughalter zu diesem Zweck aus der Wuchtmaschine aus und nimmt an der vorbestimmten Stelle die nötige Materialmenge ab. Danach wird der Werkzeughalter erneut in die Wuchtmaschine eingespannt, um eine Kontrollmes ¬ sung durchzuführen. Das Ein- und Ausspannen kostet Zeit und beeinträchtigt unter Umständen die Messgenauigkeit, da immer damit zu rechnen ist, dass der Werkzeughalter im Zuge des Wie- dereinspannens etwas anders zu liegen kommt, als bei der ers ¬ ten Einspannung. Es ist daher intern auch schon daran gedacht worden; den Werkzeughalter eingespannt zu lassen, während er zum Zwecke seiner Auswuchtung spanabhebend bearbeitet wird. Zu diesem Zweck muss die Spindeleinheit festgesetzt werden, damit die im Zuge der spanenden Bearbeitung auftretenden Kräfte und Schwingungen nicht die hochempfindlichen Mess-Sensoren beschädigen bzw. die zur Messeinrichtung gehörende Spindelaufhängung. Außerdem könnte die Spindeleinheit ohne Arretierung dem materialabtra ¬ genden Werkzeug ausweichen und so die Genauigkeit des Materi ¬ alabtrags beeinträchtigen. Es ist bereits in Erwägung gezogen worden, zu diesem Zweck von zwei Seiten her Klemmbacken an die Spindeleinheit anzulegen, die diese nach Art einer Außenbrems- trommel zwischen sich einklemmen. Ein derartiges Vorgehen belastet jedoch zumindest die Sensoren und führt daher ebenfalls zu Messungenauigkeiten .

Zudem verhindert eine Klemmvorrichtung, die direkt an der Spindeleinheit angreift, auch eine Drehbewegung der Spindel. Eine solche Drehbewegung kann aber bei bestimmten Arten des Materialabtrags, z. B. Fräsen einer Nut entlang des Außenum- fangs des Prüflings, durchaus erwünscht und notwendig sein.

Es ist Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung anzugeben, mit der die Rotationsunwucht eines Werkzeughalters bestimmt und beseitigt werden kann, ohne die genannten Probleme in Kauf nehmen zu müssen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird die Wuchtmaschine mit einer Spindelarre ¬ tierung ausgerüstet, die so gestaltet ist, dass sie die Spin ¬ deleinheit derart festsetzten kann, dass die Spindelaufhängung der Spindeleinheit, oder zumindest der oder die Sensoren, so ¬ wohl während des Festklemmens der Spindeleinheit als auch wäh- rend der Materialabnahme am Werkzeughalter (im Wesentlichen) außerhalb des Kraftflusses liegen, der zwischen der Spindel ¬ einheit und der Maschinenbasis entsteht. Weder die im Zuge des Festklemmens noch die anschließend im Zuge der Materialabnahme auftretenden Kräfte beeinflussen also die für die Messgenauig ¬ keit mitverantwortlichen Spindelaufhängungen bzw. lassen zumindest die noch empfindlicheren Sensoren unbeeinflusst . Denn diese genannten Kräfte werden erfindungsgemäß unmittelbar über die Spindelarretierung in die Maschinenbasis abgeleitet.

Es ist also so, dass die Spindelarretierung nach Art einer Klemmvorrichtung ausgestaltet ist, mit deren Hilfe die

Spindelanordnung, ohne ihr eine spürbare Lageänderung aufzuzwingen, festgeklemmt werden kann, so dass die Spindeleinheit, d. h. die Trommel, in der die Spindel gelagert und am Maschi ¬ nengestell gehalten ist, keine Schwenk - oder Translationsbe ¬ wegungen ausführen kann. Bei gelöster Klemmung hängt die Spindeleinheit hingegen ausschließlich an ihren Spindelaufhängungen und kann daher völlig frei schwingen.

Dabei ist die die Spindelarretierung ausmachende Klemmvorrichtung vorzugsweise so gestaltet, dass die von den Klemmbacken gegenüber den mit ihnen zusammenwirkenden Klemmflächen aufgebrachten Normalkräfte bzw. deren Resultierende eine Wirklinie aufweisen, die die Spindeldrehachse nicht schneidet. Die Spin ¬ deleinheit wird also nicht etwa nach Art einer Außenbremstrom- mel geklemmt, also nicht mit Hilfe mindestens zweier Klemmba ¬ cken, welche an sich beidseitig der Spindeldrehachse gegenü ¬ berliegenden Umfangsbereichen der Spindeleinheit angreifen und damit der Spindelanordnung unweigerlich eine Lageänderung aufzwingen, sobald sie nicht (wegen der unvermeidbaren Wärmedehnungen mehr oder minder zufällig) absolut symmetrisch zwischen den sich beim Festklemmen auf einer zu bewegenden Klemmbacken liegt . Sinnvollerweise ist die Klemmvorrichtung so konstruiert, dass von ihr im Zuge des Festklemmens der Spindeleinheit keine Kräfte in einer Richtung parallel zu der Richtung, in der der oder die Sensoren zur Messung der Unwucht ansprechen, erzeugt werden .

Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist die Spindelarretierung Klemmflächen auf, auf die offen- und schließbare

Klemmbacken wirken, wobei die Klemmbacken und/oder die Klemmflächen derart gelenkig oder biegeweich ausgeführt sind, dass die Klemmbacken durch ihre Einwirkung auf die Klemmflächen im Wesentlichen keine Kraft auf die Spindelaufhängung ausüben oder zumindest keine Kraft auf die Spindeleinheit ausüben, die die Sensoranordnung wesentlich belastet. Vorzugsweise sind die besagten Klemmflächen an Blattfedern ausgebildet, die die Klemmleisten verkörpern, von denen gleich noch die Rede ist.

Derartige Klemmbacken oder Klemmflächen, deren Positionen schon aufgrund von Temperatureinflüssen nie stets die gleiche ist, zwingen der Spindeleinheit keine spürbare Lageänderung auf, wenn sie sich an die Spindeleinheit anlegen. Stattdessen ist es umgekehrt - die relativ schwere und entsprechend träge Spindeleinheit zwingt die Klemmbacken oder Klemmflächen dazu sich an die Spindeleinheit anzupassen. An dieser Stelle muss man sich vergegenwärtigen, dass der Freigang bei gelösten Klemmbacken von Haus aus recht klein ist und im Regelfall un ¬ terhalb 0,5 mm liegt (0,5 mm bis 0,05 mm, vorzugsweise etwa 0,15 mm) .

Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass mindestens zwei Klemmleisten vorhanden sind, deren Klemmflächen in unterschiedlichen, vorzugsweise im Wesentlichen rechtwinklig oder schräg zueinander verlaufenden Ebenen angeordnet sind. Es sind, allgemeiner gesagt, also zwei getrennte Klemmsysteme vorgesehen, von denen das erste die Spindeleinheit gegen die Einwirkung von Kräften aus einer ersten Richtung festsetzt und das zweite die die Spindeleinheit gegen die Einwirkung von Kräfte aus einer zweiten, von der ersten Richtung unterschiedlichen Richtung festsetzt. Vorzugsweise entspricht die erste Richtung einer Richtung parallel zur Drehachse der Spindel und die zweite Richtung einer Richtung senkrecht dazu, wobei beide Richtungen vorzugsweise zugleich auch senkrecht zu der Mess ¬ richtung M der Sensoren oder des Sensors orientiert sind. Eine solche Gestaltung erlaubt es, die Spindeleinheit durch Ein ¬ klemmen der Klemmleisten insgesamt starr festzusetzen, obwohl jede der Klemmleisten in einer Richtung biegeweich bzw. federnd nachgiebig ist - auf diese Art und Weise ergänzen sich die Klemmleisten gegenseitig in ihrer Funktion bzw. stützen sich gegenseitig. Das verleiht der Spindelarretierung eine ausgesprochen starre Charakteristik und ermöglicht eine hoch präzise Materialabnahme am Prüfling bzw. am Werkzeughalter, was dessen Auswuchtgüte verbessert.

Vorzugsweise sind mindestens zwei Klemmleisten vorgesehen, die parallel und mit Abstand zueinander angeordnet sind. Durch ei ¬ ne solche Anordnung erhöht sich der Widerstand, den die Spin ¬ delarretierung den im Zuge des Materialabtrags am Prüfling entstehenden Bearbeitungskräften entgegensetzen kann, welche die Tendenz haben, die Spindeleinheit zu verkippen.

Es ist günstig, wenn die Klemmbacken jeweils eine Schwenkleis ¬ te umfassen, die einen elastisch verformbaren Haltesteg aufweist, um den die Schwenkleiste im Zuge der Betätigung des Klemmbackens gegen die Klemmleiste geschwenkt wird, um diese einzuklemmen. Hierdurch kann auf ein Scharnier mit relativ zueinander gleitbeweglichen Elementen zur Anlenkung der Schwenkleiste verzichtet werden. Dies verbessert die Messgenauigkeit bzw. die Zuverlässigkeit, da sich nie ganz ausschließen lässt, dass ein Scharnier - zumindest auf Dauer - zuviel Spiel be ¬ kommt und dadurch bei der Unwuchtmessung minimal zu „klappern" beginnt, was die genaue Erfassung der sehr kleinen unwuchtbe ¬ dingten Bewegungen stört.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung werden mindestens zwei Klemmbacken von einem gemeinsamen Aktuator betätigt. Eine solche Gestaltung ist nicht nur unter dem Gesichts ¬ punkt der Verringerung der Anzahl der bewegten Bauteile zweckmäßig, sondern verringert bzw. beseitigt die Gefahr, dass es im Zuge des Festsetzens der Spindeleinheit schon dadurch zur Ausübung von Kräften auf die Spindeleinheit kommt, dass unter ¬ schiedliche Aktuatoren toleranzbedingt unterschiedliche Kräfte entwickeln .

Eine besonders bevorzugte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Aktuator die mindestens eine ihm zugeordnete Schwenkleiste unter Zwischenschaltung eines Kraft- Weg-Wandlers betätigt, der die vom Aktuator in einer ersten Wirkrichtung aufgebrachte Betätigungskraft in ein zweite, an ¬ nähernd dazu senkrechte Wirkrichtung umlenkt, bevor er sie der Schwenkleiste mitteilt und dabei zugleich die vom Aktuator entlang eines längeren Weges aufgebrachte kleinere Kraft in eine entlang eines kürzeren Weges wirkende größere Kraft um ¬ wandelt .

Idealerweise arbeitet ein solcher Kraft-Weg-Wandler nach dem Kniehebelprinzip, d. h. er wirkt auf eine Membrane oder ein schwenkbar angelenktes Gestänge bzw. eine schwenkbar angelenkte, meist v-förmige Plattenanordnung in einer Richtung ein, die im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche der Membrane bzw. zur Längsachse des Gestänges oder zur Schwenkachse der Plat ¬ tenanordnung verläuft. Er zwingt dadurch die Membrane bzw. das Gestänge oder die Plattenanordnung eine Bewegung auszuführen, infolge derer sie sich im Wesentlichen orthogonal zur Einwirkrichtung längen. Infolge dieser Längenänderung entstehen große Kräfte, die zur Betätigung der Schwenkleisten und zur kräftigen Klemmung der Klemmleisten genutzt werden.

Weitere Vorteile, Wirkungsweisen und Ausgestaltungsmöglichkei ¬ ten ergeben sich nun aus den nachfolgend, anhand der Figuren geschilderten Ausführungsbeispielen .

Es zeigen:

Figur 1: einen Mittelschnitt durch eine erfindungsgemäße Aus ¬ führungsform (Spindelarretierung 64, nicht eingezeichnet) ;

Figur 2: eine Schnittansicht von oben, durch ein erfindungsge ¬ mäßes Ausführungsbeispiel (Spindelarretierung 64 nicht eingezeichnet) ;

Figur 3: eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbei ¬ spiels, mit angedeuteter Spindelarretierung;

Figur 4: ein Mittelschnitt durch die erste Ausführungsform, wobei nur ein erster Teil gezeigt ist, in gelüftetem Zustand;

Figur 5: zeigt den gleichen Mittelschnitt durch die erste Aus ¬ führungsform, wie die Figur 4, wobei hier aber andere, zweite Teile der Spindelarretierung gezeigt sind, in geklemmtem Zustand;

Figur 6: zeigt einen Querschnitt von oben durch das erste Aus ¬ führungsbeispiel, wobei nur ein zweiter Teil der Spindelarretierung gezeigt ist (auch im gelüfteten Zustand) ; zeigt einen Querschnitt von oben durch das erste Aus führungsbeispiel , wobei nur ein zweiter Teil der Spindelarretierung gezeigt ist (in geklemmten Zustand) ; zeigt einen perspektivischen Querschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel (nur) der erfindungsgemä ßen Spindelarretierung; zeigt einen Querschnitt von oben durch ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Spindelar retierung;

Figuren 10 und 11: zeigen zwei weitere Querschnitte durch das erste Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Spindelarretierung und dienen zur weiteren Illustration.

Zunächst ist kurz allgemein die Funktion des hier zum Zwecke der Veranschaulichung der Erfindung vorgestellten Ausführungsbeispiels zu beschreiben.

Die in den Fig. 1 und 2 in Gesamtansicht dargestellte Wuchtma ¬ schine hat ein als Maschinenbasis dienendes Gehäuse 1. Das Ge ¬ häuse beherbergt in einer von oben zugänglichen Kammer 3 eine von einem Elektromotor 5 angetriebene Spindeleinheit 7. Die Spindeleinheit 7 besitzt eine rotierende Spindel 11, deren Drehachse 9 vorzugsweise vertikal angeordnet ist.

Die Spindel weist an ihrem oberen Ende einen betriebsmäßig auswechselbaren Kupplungsadapter 13 mit einer zur Drehachse 9 zentrischen Aufnahmeöffnung auf. Diese dient zum Anschluss ei- nes auszuwuchtenden, genormten, bei dem Werkzeughalter 17 angedeuteten Prüflings. Bei dem Prüfling kann es sich um einen Werkzeughalter, z.B. in herkömmlicher Steilkegel-Ausführung oder um einen Hohlschaftkegel-Halter (HSK-Halter) oder auch um einen anderen Rotor handeln.

Die bei diesem Ausführungsbeispiel aus dem Elektromotor 5 und der Spindeleinheit 7 bestehende Baugruppe ist mittels einer lösbar am Spindelhalter 29 befestigten Spindelaufhängung 49 am Gehäuse bzw. der Maschinenbasis 1 gehalten.

Die Spindelaufhängung ist so gestaltet, dass die Spindeleinheit im Messrichtung M leicht beweglich ist, in allen anderen Richtungen jedoch relativ starr aufgehängt ist. In Messrichtung sind Sensoren angebracht, die die Auswirkung der Unwucht des Prüflings messen. Dies kann beispielsweise eine Kraft, ei ¬ ne Auslenkung oder eine Beschleunigung etc. sein.

Der auszuwuchtende Werkzeughalter wird im Regelfall mit Hilfe des Kupplungsadapters 13 an der Spindel 11 befestigt, worauf ¬ hin die Spindel in Rotation versetzt wird. Mit Hilfe der Sen ¬ soren 61 und einer gesonderten Einrichtung zur Bestimmung der Winkellage der Spindel kann nun die genaue Lage und das Maß der Unwucht bestimmt werden. Die numerische Steuerung der Wuchtmaschine berechnet darauf an welcher Stelle bzw. welchen Stellen des Werkzeughalters wie viel Material mit Hilfe der wuchtmaschineneigenen Materialabtragseinrichtung 65 vom auszuwuchtenden Werkzeughalter abgenommen werden muss, um die angestrebte Auswuchtgüte zu erreichen.

Die wuchtmaschineneigene Materialabtragseinrichtung 65 ist vorzugsweise in Gestalt eines Bohrwerks ausgeführt, das mit Hilfe eines Spiralbohrers eine entsprechende Materialmenge ab- trägt. Stattdessen kann der Materialabtrag auch mit anderen Verfahren wie Fräsen, Schleifen, etc. durchgeführt werden.

Vorzugsweise liegt die Materialabtragsvorrichtung 65 der Spindelarretierung 64 am Umfang der Spindeleinheit diametral gegenüber. Die Spindelaufhängung 49 hingegen liegt seitlich neben der Spindelarretierung 64, so dass ihre horizontalen Mittellinien einen rechten Winkel einschließen.

Der Materialabtrag erfolgt, ohne dass der Werkzeughalter von der Spindel 11 gelöst wird. Zu diesem Zweck positioniert der Spindelantrieb die Spindel 11 so, dass die Stelle des Werkhal ¬ ters an der der Materialabtrag erfolgen soll, positionsgenau unter dem Spiralbohrer zu liegen kommt, vgl. auch die Fig. 4 und 5 in denen die Materialabtragseinrichtung 65 angedeutet ist. Der Spindelantrieb dient ebenfalls dazu, um die Spindel während des Materialabtrags in Position zu halten bzw. um eine für den Materialabtrag evtl. nötige Drehbewegung der Spindel aus zuführen .

Vor Beginn des Materialabtrags wird die erfindungsgemäße Spin ¬ delarretierung 64 aktiviert, die die Spindeleinheit 7 so fest ¬ setzt, dass sie sich unter dem Einfluss der Kräfte, mit denen die Materialabtragseinrichtung die Spindeleinheit beauf ¬ schlagt, nicht bzw. nicht in einer Richtung bewegt, in der an den Sensoren aufgrund der Bewegung ein Signal entstehen würde. Es werden also keine wesentlichen Kräfte auf die Sensoren 61 übertragen. Das Besondere an der Spindelarretierung 64 ist mithin, dass sie die Spindeleinheit arretiert, ohne dass durch den Arretiervorgang auch solche Kräfte hervorgerufen werden, die mehr als nur unwesentlich an die Sensoren 61 weitergegeben werden. Erreicht wird dies, indem die Spindelarretierung so ausgelegt ist, dass im Zuge ihrer Aktivierung, dann aus ¬ schließlich solche Kräfte erzeugt werden, die über die die be- wegliche Aufhängung der Spindeleinheit 11 realisierenden Fe ¬ der- bzw. Blattelemente 55 von der Spindeleinheit in die Ma ¬ schinenbasis abgeleitet werden können, ohne die Sensoren 61 zu belasten .

Die Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch ein Ausführungsbei ¬ spiel der erfindungsgemäßen Spindelarretierung 64, wobei wesentliche aber nicht alle Teile der Spindelarretierung 64 zu erkennen sind.

Auf den ersten Blick zu erkennen sind die Maschinenbasis 1, die Spindeleinheit 7, die Drehachse 9, der Spindel und die noch nicht aktivierte Materialabtragsvorrichtung 65.

Die oben erörterte Spindelaufhängung 49 ist nicht zu erkennen, da sie in Fig. 4 durch die Spindeleinheit 7 verdeckt wird, vgl . auch Figur 3.

Ebenfalls sehr gut zu erkennen ist die an der Spindeleinheit angebrachte erste Klemmbackeneinheit 67 und die damit inter- agierende, an der Maschinenbasis 1 befestigte erste Klemmleis ¬ teneinheit 68. Zur Befestigung der Klemmbackeneinheit an der Spindeleinheit wird idealerweise eine Schwalbenschwanzbefesti ¬ gung oder eine vergleichbare, zum Zwecke des Ausbaus der Spin ¬ deleinheit leicht lösbare und später wieder präzise herstell ¬ bare Befestigung gewählt.

Die erste Klemmbackeneinheit 67 trägt erste Schwenkleisten 69, die mit ihrem hier nach Art einer dünnen, durchgehenden oder lokal unterbrochenen Leiste ausgeführten Haltesteg elastisch an der Basis der Klemmbackeneinheit 67 festgelegt sind. Statt eines derartigen elastischen Haltesteges könnte beispielsweise auch ein entsprechendes Scharnier zum Einsatz kommen, das jedoch unter Präzisionsgesichtspunkten dem elastischen Haltesteg auf Dauer unterlegen ist. Die Schwenkleisten bilden hier längliche, gerade Leisten mit ebenen Klemmflächen aus, deren

Längsachse senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 4 verläuft, d. h. senkrecht zur Spindeldrehachse 9

Die Klemmbackeneinheit 67 trägt des Weiteren leistenartige erste Widerlager 71, die im Klemmbetrieb mit den Schwenkleis ¬ ten 69 zusammenwirken und ebenfalls ebene Klemmflächen besitzen und gemeinsam mit den ersten Schwenkleisten einen ersten Klemmbacken bilden.

Vorzugsweise direkt in der Klemmbackeneinheit 67 selbst ist ein Zylinder 72 ausgebildet, in der ein zweckmäßigerweise pneumatisch betätigter Kolben 73 läuft, welcher bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel den Aktuator bildet. Dessen Kol ¬ benstange ist mit einer zweckmäßigerweise aus Metall bzw. Fe ¬ derstahl gefertigten, gekrümmten Membrane 74 gekoppelt, die, zumindest abschnittweise, an ihren äußeren Enden mit den

Schwenkleisten 69 gekoppelt ist und deren Funktion gleich noch näher erläutert wird. Die Membrane ist dünn genug, um in Rich ¬ tung senkrecht zu ihrer Hauptfläche, mehr als nur unwesentlich ausgelenkt werden zu können und dick genug, um in Richtung ihrer Hauptfläche Kräfte aufbringen bzw. weiterleiten zu können, die die Schwenkleisten zuverlässig klemmend an die Klemmleis ¬ ten und die Widerlager anlegen. Um sicherzustellen, dass die flächige Membrane 74 nicht durch punktuelle Einwirkung der Kolbenstange lokal überlastet wird und sich ungleichmäßig ver ¬ formt, wirkt die Kolbenstange vorzugsweise über eine die loka ¬ le Festigkeit der Membrane erhöhende Stützleiste 76 auf die Membrane 74 ein.

Alternativ zur Membrane 74 können auch jeweils zwei starre Platten verwendet werden, die gelenkig mit dem Aktuator bzw. der Stützleiste 76 und den Schwenkleisten 69 verbunden sind. Die erste Klemmleisteneinheit 68 trägt zwei erste Klemmleisten 75. Die Klemmleisten 75 bestehen zweckmäßigerweise aus einem Federstahl. Sie bilden hier längliche, gerade Leisten aus, deren Längsachse senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 4 verläuft, d. h. senkrecht zur Spindeldrehachse 9.

Das freie Ende der Klemmleisten ist hinreichend weit von deren Fußpunkt entfernt, dass sie sich durch elastische Verformung zwischen den Schwenkleisten und den Widerlagern zentrieren, ohne wesentliche Kräfte auf die Spindeleinheit auszuüben.

Die Fig. 4 zeigt die Spindelarretierung in inaktivem, d. h. gelüftetem Zustand. Dabei ist die Membrane bei diesem Ausfüh ¬ rungsbeispiel so ausgelegt, dass sie in der von Fig. 4 gezeig ¬ ten Position entspannt ist. In diesem Zustand ist zwischen den ersten Schwenkleisten 69 und ihren ersten Widerlagern 71 jeweils eine sich senkrecht zur Zeichenebene ersteckende Nut frei, in die die korrespondierende erste Klemmleiste mit Spiel hineinragt, ohne während der Messung (d. h. bei sich unter dem Einfluss der Unwucht mit geringer Amplitude bewegenden Spin ¬ deleinheit 7) mit der jeweiligen Schwenkleiste oder dem jewei ¬ ligen Widerlager in Kontakt zu kommen. Die Spindeleinheit 7 hat also bei inaktiver Spindelarretierung 64 völligen Freigang. Dabei beträgt die maximale Breite der Nut in einer Rich ¬ tung senkrecht zur Längsrichtung der Nut lediglich 0,5 mm bis 0,05 mm, vorzugsweise etwa 0,15 mm. Entsprechend klein ist der Freigang der jeweiligen Klemmleiste.

Bevor die Materialabtragsvorrichtung 65 auf das Werkstück einzuwirken beginnt, wird die Spindelarretierung 64 aktiviert. Zu diesem Zweck wird der erste Kolben 73 mit Druckluft beauf ¬ schlagt, so dass er sich in Richtung der ersten Membrane 74 bewegt. Nachdem die Ränder der Membrane an den ersten Schwenk- leisten 69 festgelegt sind, wird die Membrane durch die Kol ¬ benbewegung mehr und mehr in ihren gestreckten, ebenen Zustand gebracht. Infolge dessen übt die Membrane eine Druckkraft auf die Schwenkleisten 69 aus, welche die Schwenkleisten 69 unter elastischer Verformung ihres Haltestegs 70 in Richtung der Widerlager 71 schwenken lässt. Hierdurch werden schließlich die ersten Klemmflächen 75a, 75b einer jeden ersten Klemmleiste 75 zwischen je einer ersten Schwenkleiste 69 und einem ersten Widerlager 71 bzw. deren Klemmflächen mit großer Kraft eingeklemmt. Letztes deshalb, weil die Membrane 74 funktionell ei ¬ nen Kraft-Weg-Wandler darstellt, der die vergleichsweise ge ¬ ringe Betätigungskraft, die der Kolben 73 entlang seines ver ¬ gleichsweise großen Kolbenhubes aufbringt, in eine im Ver ¬ gleich zur Betätigungskraft des Kolbens große Klemmkraft um ¬ setzt, die aber nur auf dem im Vergleich zum Kolbenhub kurzen Weg wirkt, bis die Schwenkleisten unter Zwischenlage der

Klemmleisten gegen die Widerlager auf Block gehen. Anstelle der bevorzugt zu verwendenden Membrane könnte ein solcher Kraft-Weg-Wandler beispielsweise auch durch ein Gestänge oder eine Art Kniehebel realisiert werden, das bzw. der die

Schwenkleisten in entsprechender Weise, wie die Membrane, beiseite drückt, sobald sich der Kolben bewegt.

Um die Spindelarretierung wieder zu deaktivieren, wird entweder der Arbeitsraum des Kolbens 73 drucklos geschaltet, so dass die Membrane 74 aufgrund der ihr eigenen Rückstellkräfte und ggf. der Rückstellkräfte der Schwenkleisten wieder in ihre entspannte Position zurückkehrt, wodurch die Klemmung aufgeho ¬ ben wird. Alternativ kann der Kolben bidirektional betätigbar ausgeführt sein und so angesteuert werden, dass er die Membra ¬ ne aktiv in ihre entspannte Position zurückdrückt.

Der entscheidende Punkt bei alledem ist, dass die ersten

Klemmleisten in Richtung der Drehachse der Spindel biegeweich ausgeführt sind. Aufgrund dessen erzeugt die Arretierungsein ¬ richtung 64 im Zuge des Festsetzens der Spindeleinheit auch dann keine Kräfte, die die Spindeleinheit verlagern und damit die Sensoranordnung 61 belasten, wenn die Klemmflächen 75a und 75b bei inaktiver Spindelarretierung nicht genau mittig liegen, d. h. wenn die Klemmleisten sich nicht mittig im Spalt zwischen ihren jeweiligen Schwenkleisten 69 und ihren jeweiligen Widerlagern 71 befinden. Mit Letzterem ist in der Praxis auch bei hochpräzise gefertigten Maschinen wie den hier zur Diskussion stehenden Wuchtmaschinen wegen der allgegenwärtigen thermischen Ausdehnung immer wieder zu rechnen.

Maßgeblich ist, dass die Klemmleisten in einem derartigen Fall in einem solchen Maß der elastischen Verformung unterliegen, dass sie sauber an den Schwenkleisten und ihren Widerlagern zur Anlage kommen, ohne dass wesentliche Kräfte auf die Spin ¬ deleinheit übertragen werden - die eventuell aufgrund der elastischen Verformung auftretenden geringen Kräfte wirken in einer Richtung parallel zur Drehachse der Spindel. Sie werden daher ohne Weiteres von der Spindelaufhängung 49 aufgenommen, deren Blattfederelemente 55 Kräften, die in dieser Richtung wirken, einen hohen Widerstand entgegensetzen und daher solche Kräfte zuverlässig von der Sensoreinrichtung 61 fernhalten.

Gleichzeitig sind die ersten Klemmleisten jede für sich so ausgeführt, dass sie in Richtung der Kräfte senkrecht zur Drehachse der Spindel, die durch die Einwirkung der Material ¬ abtragsvorrichtung auf das zu wuchtende Werkstück bzw. den Prüfling 17 entstehen, relativ steif sind. Zudem sind die beiden ersten, gleichsinnig wirkenden Klemmleisten hinreichend beabstandet voneinander angebracht, was ebenfalls die (gemein ¬ same) Steifigkeit bzw. den Widerstand erhöht, der einem Ver ¬ kippen der Spindeleinheit entgegengesetzt werden kann. Die soeben beschriebene erste Klemmbackeneinheit und die so ¬ eben beschriebene erste Klemmleisteneinheit müssen die durch die Materialabtragsvorrichtung erzeugten Kräfte nicht allein abfangen, sondern gemeinschaftlich mit einer von den Fig. 6 und Fig.7 gezeigten zweiten Klemmbackeneinheit 77 und einer zweiten Klemmleisteneinheit 78. Diese beiden zweiten Klemmba ¬ ckeneinheiten 77, 78 sind im Prinzip genauso gestaltet, wie die soeben beschriebenen ersten Klemmbackeneinheiten 67, 68, so dass für die beiden zweiten Klemmbackeneinheiten vorbehaltlich der nachfolgend geschilderten Unterschiede das für die beiden ersten Einheiten Beschriebene sinngemäß gilt.

Die zweite Klemmbackeneinheit 77 ist vorzugsweise an der Ma ¬ schinenbasis 1 befestigt, anstatt an der Spindeleinheit 7. Um ¬ gekehrt ist die zweite Klemmleisteneinheit 78 vorzugsweise an der Spindeleinheit 7 bzw. an der ersten Klemmbackeneinheit 67 befestigt, anstatt an der Maschinenbasis 1, wobei idealerweise eine Schwalbenschwanzbefestigung oder eine vergleichbare, zum Zwecke des Ausbaus der Spindeleinheit leicht lösbare Befesti ¬ gung gewählt wird. Darüber hinaus sind die zweite Klemmbacken ¬ einheit 77 und die zweite Klemmleisteneinheit 78 idealerweise um 90° verdreht gegenüber der ersten Klemmbackeneinheit 67 bzw. der ersten Klemmleisteneinheit 68 eingebaut, so dass die zweiten Klemmflächen 85a, 85b bzw. die Längsachsen der zweiten Klemmleisten 85 parallel zur Drehachse 9 der Spindel 1 verlau ¬ fen .

Die zweiten Klemmleisten 85 sind in einer Richtung senkrecht zur Drehachse 1 der Spindel und senkrecht zur Messrichtung M der Sensoreinrichtung 61 elastisch. Dort, wo - wie im hiesigen Ausführungsbeispiel - eine Spindelaufhängung 49 mit Blattfe ¬ derelementen 55 verwendet wird, sind die Klemmleisten 85 also in einer Richtung elastisch, die mit der (in diesem Ausführungsbeispiel horizontal verlaufenden) Längsachse der Blattfe- dern 55 parallel ist. Die geringen Kräfte, die durch die elas ¬ tische Verformung der Klemmleisten 85 entstehen, werden also ohne Weiteres von den Blattfedern 55 aufgefangen und somit von den Sensoren 61 ferngehalten.

Das bislang Beschriebene sei nun anhand der Fig. 8 noch einmal übersichtlich zusammengefasst - wobei die Fig. 8 eine etwas abgewandelte Variante der Spindelarretierung 64 zeigt, die sich von der zuvor beschriebenen ersten Variante aber nur dadurch unterscheidet, dass der Aktuator jeweils in Gestalt ei ¬ nes Kolbentandems ausgeführt ist, anstatt eines einzelnen Kol ¬ bens und ansonsten mit ihr identisch ist.

In Figur 8 erkennt man die spindelseitig befestigte erste Klemmbackeneinheit 67 mit ihren beiden Zylindern 72 und ihren beiden Kolben 73, die mittels einer Stützleiste 76 auf die erste Membrane 74 einwirken. Weiterhin ist zu erkennen, wie die erste Membrane an einer der beiden ersten Schwenkleisten 69 befestigt ist, hinter der eine der ersten Klemmleisten 75 zu erkennen ist.

Darüber hinaus erkennt man die beiden zweiten Klemmleisten 85 mit ihren Klemmflächen 85a und 85b, die jeweils zwischen der zweiten Schwenkleiste 79 und dem zugehörigen zweiten Widerlager 81 geklemmt werden, in der gleichen Art und Weise, wie oben für das erste Widerlager beschrieben.

Die beiden zweiten Klemmleisten sind an den Stirnseiten der ersten Klemmbackeneinheit befestigt, so dass die Basis der ersten Klemmbackeneinheit zugleich als Basis der zweiten

Klemmleisteneinheit dient, weshalb man das Ensemble aus den zweiten Klemmleisten 85 und der Basis der ersten Klemmbackeneinheit als zweite Klemmleisteneinheit 78 definieren kann, so dass letztendlich eine funktionale Integration vorliegt, da- hingehend, dass die ersten Klemmbackeneinheit 67 zugleich die zweite Klemmleisteneinheit 78 ist und umgekehrt. Sinngemäß Gleiches für die erste, an der Maschinenbasis befestigte

Klemmleisteneinheit 68 die funktional mit der zweiten Klemmba ¬ ckeneinheit 77 verschmolzen ist.

Darüber hinaus zeigt die Fig. 8 die zweite Membrane84 sehr deutlich, die hier ebenfalls über eine zweite Stützleiste 86 von einem entsprechend angeordneten, nicht näher gezeigten Kolbentandem mit Kraft beaufschlagt wird.

Man sieht anhand dessen, dass die Klemmleisten ein Rechteck zwischen sich einschließen, das in geklemmtem Zustand eine großes Flächenträgheitsmoment aufweist und daher die Spindel ¬ einheit starr festhält - fast so, als kralle sich die Spindel ¬ einheit an einem rechteckigen Kastenträger fest.

Alternativ ist auch eine etwas abweichende Klemmleistenanord ¬ nung denkbar, etwa so, dass die Klemmleisten ein Dreieck zwischen sich einschließen oder einen Kreis. Kräftemäßig am günstigsten und herstellungsseitig am einfachsten zu beherrschen ist indes die Anordnung der Klemmleisten in Gestalt der Seitenflächen eines rechteckigen Quaders.

Die Fig. 9 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei der statt eines durch Druckluft angetriebenen Kolbens oder Kolbentandems unter Zwischenschaltung eines Kraft-Weg-Wandlers hyd ¬ raulisch angetriebene Kolben als Aktuatoren eingesetzt werden, die von Haus aus große Kräfte aufbringen und so die Klemmleis ¬ ten zwischen den Schwenkleisten und den Widerlagern einklemmen .

Ein drittes Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von den beiden bislang beschriebenen Ausführungsbeispielen ausschließ- lieh durch das Zusammenspiel seiner Membrane 74 und seines Ak- tuators in Gestalt des pneumatisch betätigten Kolbens 73 und seines Zylinders 72. Letztere sind auch bei diesem Ausfüh ¬ rungsbeispiel so ausgelegt, dass der Kolben die Membrane in eine (zumindest im Wesentlichen) vollständig gestreckte Posi ¬ tion drückt, um die Klemmleisten zwischen den Schwenkleisten und den Widerlagern zu klemmen. Anders als bei den anderen Ausführungsbeispielen wird die Membrane zum Zwecke der Freiga ¬ be der Klemmleisten nicht nur in ihre entspannte Position zurückgeführt bzw. „entlassen", sondern aktiv vom Kolben gegensinnig verformt, d. h. in eine Position überführt, in der der Abstand der an den Schwenkleisten befestigten Ränder der Membrane relativ zueinander noch kleiner ist, als bei entspannter Membrane. Hierdurch können beispielsweise Schwenkleisten, wie die von Fig. 4 Gezeigten, in eine Position gezwungen werden, in der sie nach innen, hin zur Mitte der Membrane gebogen sind, so dass sie nicht nur die von Fig. 4 gezeigte entspannte Position einnehmen. Dadurch wird es möglich den Betrag des Freigangs zu erhöhen, der bei deaktivierter Spindelarretierung zu verzeichnen ist.

Festzuhalten ist, dass für die Unteransprüche jeweils auch für sich allein, ohne die Rückbeziehung auf Anspruch 1 Schutz beansprucht wird. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass der der ¬ zeitige Anspruch 1 nur ein Formulierungsvorschlag ist, dessen Streichung und Ersetzung durch folgenden Hauptanspruch (ggf. ergänzt durch Merkmale oder Funktionsangaben aus der Beschreibung) vorbehalten ist, auch in Kombination mit einzelnen oder allen Unteransprüchen.

Die manuelle oder (regelmäßig) automatische Steuerung der Wuchtmaschine ist vorzugsweise so ausgelegt, dass nicht an al ¬ len Klemmleisten gleichzeitig eine Klemmung hergestellt wird, sondern gezielt nacheinander. Bei einer Wuchtmaschine, deren Spindelaufhängung 49 Blattfe ¬ dern 52 verwendet, um die Spindeleinheit unter Zwischenschal ¬ tung mindestens eines Sensor 61 schwenkbar am Maschinengestell 1 zu lagern, wird im Normalfall zuerst an denjenigen Klemmleisten die Klemmung hergestellt, die in horizontaler Richtung flexibel bzw. beweglich sind. Denn in dieser Richtung sind die Blattfedern 55 besonders steif, können also die geringen Horizontalkräfte, die im Zuge der Herstellung der Klemmung an den Klemmleisten entstehen, gut abfangen, ohne dass die Messgenauigkeit leidet.

Sobald diese erste Klemmung hergestellt ist, wird die Spindel ¬ einheit in vertikaler Richtung bereits durch die Spindelarre ¬ tierung stabilisiert bzw. fixiert, so dass nun die Klemmung an denjenigen Klemmleisten hergestellt werden kann, die in vertikaler Richtung flexibel sind. Die dabei aufgrund der elasti ¬ schen Verformung der Klemmleisten auftretenden Vertikalkräfte werden bereits von den zuerst geklemmten Klemmleisten der Spindelarretierung abgefangen und vermögen daher keinen Ein- fluss auf die Spindelaufhängung 49 bzw. den oder die Sensoren 61 auszuüben.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Spindelarretierung erlaubt es mit einfachen Mitteln zu überwachen, ob die Spindeleinheit während der Unwuchtmessung vollständigen Freigang hat - eine einfache Messung des elektrischen Widerstands zwischen den Klemmleisten und den Schwenkleisten bzw. deren Widerlagern zeigt, ob der erforderliche vollständige Freigang besteht. Zu diesem Zweck werden die Klemmleisten bzw. die Schwenkleisten und/oder die Widerlager derart elektrisch isoliert befestigt und mit Spannung beaufschlagt, dass zwischen ihnen nur dann ein endlicher Widerstand gemessen werden kann, wenn sich ihre Klemmflächen zumindest schwach berühren, mit denen sich die genannten Teile in geklemmtem Zustand aneinander anlegen.

Festzuhalten ist noch, dass die Erfindung äquivalent zum Einsatz gebracht werden kann, falls (selten) durch Materialauftrag am Prüfling ausgewuchtet wird.

Bezugs zeichenliste

1 Maschinenbasis

3 Kammer zur Aufnahme der Spindeleinhe

5 Elektromotor

7 Spindeleinheit

9 Drehachse der Spindel

11 Spindel

13 Kupplungsadapter

15 Aufnahmeöffnung für den auszuwuchtenden Gegenstand

17 Prüfling

19 Betätigungseinrichtung

21 Spannzange

23 Schrauben z. Befestigung des Kupplungsadapters a. d. Spin ¬ del

25 erstes Kugellager der Spindel

27 zweites Kugellager der Spindel

29 Spindelhalter

31 Vorspannfedern zum Eliminieren des Lagerspiels der Spindel

33 Federmutter

35 Verbindungsj och zur Befestigung des Elektromotors

37 entfallen

39 entfallen

41 entfallen

43 entfallen

45 entfallen

47 Riementrieb

49 Spindelaufhängung

51 erstes plattenförmiges Halterelement

53 zweites plattenförmiges Halterelement

55 Blattfeder bzw. Blattfederelement

57 Haltevorsprung für einen Sensor

59 Haltevorsprung für einen Sensor Sensor

Auflagekugel z. Koppelung des Sensors an Haltevorsprung Spindelarretierung

Materialabtragseinrichtung

nicht vergeben

erste Klemmbackeneinheit

erste Klemmleisteneinheit

erste Schwenkleisten

erster Haltesteg

erster Widerlager

Zylinder

Kolben

Membrane

erste Klemmleiste

a erste Klemmflächen

b erste Klemmflächen

erste Stützleiste

zweite Klemmbackeneinheit

zweite Klemmleisteneinheit

zweite Schwenkleisten

zweiter Haltesteg

zweite Widerlager

nicht vergeben

nicht vergeben

zweite Membrane

zweite Klemmleiste

a zweite Klemmflächen

b zweite Klemmflächen

zweite Stützleiste

zweite Klemmbackeneinheit (drittes Ausführungsbsp . ) zweite Klemmleisteneinheit (drittes Ausführungsbsp . ) zweite Schwenkleisten (drittes Ausführungsbsp . )

Haltesteg (drittes Ausführungsbeispiel)

zweite Widerlager (drittes Ausführungsbsp . ) 92 nicht vergeben

93 nicht vergeben

94 nicht vergeben

95 zweite Klemmleiste (drittes Ausführungsbeispiel) 95a zweite Klemmfläche (drittes Ausführungsbeispiel) 95b zweite Klemmfläche (drittes Ausführungsbeispiel)

96 Hydraulikkolben

M Messrichtung