Raffler, Dieter (Seutterweg 18, Ulm, D-7900, DE)
| 1. | *& 00240. |
| 2. | Sporthelm, insbesondere Fahrradhelm, mit einer ein oder mehrteiligen Helmschale, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale zur Erzielung einer guten Luftdurch Strömung zumindest teilweise aus dreidimensional vernetz tem, schlagdämpfendem, offenzelligem Material, insbeson dere Kunststoff, besteht. 00247 2. Sporthelm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff in mindestens einer Raumrichtung offenzellig ist und, bezogen auf das Volumen, eine mitt lere Porengröße von mehr als 1 mm aufweist. 00252 3. Sporthelm nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich net, daß der Kunststoff in allen drei Raumriσhtungen völlig offenzellig ist. 00256. |
| 3. | Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Porengröße des Kunststoffs, bezogen auf das Volumen, zwischen 3 und 8 mm liegt. 00261 5. Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff über iteinan der vernetzte bzw. verzweigte und überwiegend eindimen sional ausgeformte Materialbrücken vernetzt ist. 00266 6. Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale aus verschie den harten Schaumstoffschichten besteht. 00270 7. Sporthelm nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Härte des Sporthelms in der/den Schaumstoff schicht/en von innen nach außen hin zunimmt. 00274 8. Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale aus mehreren Schaumstoffschichten unterschiedlicher Härte und/oder Porosität besteht. 00279 9. Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale aus Polyure thanschaum besteht. 00283 10. Sporthelm nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyurethanschaum auf Polyester und/oder Po lyetherbasis hergestellt ist. 00287 11. Sporthelm nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekenn zeichnet, daß der Polyurethanschaum durch Tränkung mit einem polymeren Reaktionsharz gehärtet ist. 00291 12. Sporthelm nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale aus Polyesterschaum besteht. 00295 13. Sporthelm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Helmschale aus einer thermisch, chemisch oder physikalisch formgehärteten Weichkunststoffschaummatte mit einer Porengröße größer 1 mm besteht. 00301 1. |
| 4. | Sporthelm nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Weichkunststoffschaummatte mit einem polymeren Reaktionsharz gehärtet ist. |
00003 Die Erfindung betrifft einen Sporthelm, insbesondere
00004 Fahrradhelm, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. 00005
00006 An Sporthelme, insbesondere Fahrradhelme, werden unter-
00007 schiedliche Anforderungen gestellt, die in der Regel nur
00008 in Form eines Kompromisses gelöst werden. So muß ein
00009 zugelassener Sporthelm z.B. an bestimmten Kopfbereichen
00010 eine vorgegebene Schlagfestigkeit aufweisen. Auf der
00011 anderen Seite muß der Helm eine Luftkonvektion im Be-
00012 reich der Kopfhaut ermöglichen. Dies ist sehr wichtig,
00013 da der Sportler und vor allem der Fahrradfahrer im Hoch-
00014 leistungsbereich sehr stark transpiriert. Mangelnde
00015 Luftkonvektion oder gar eine durch den Helm bedingte
00016 Wärmeisolierung gegenüber der ümgebungsluft bewirkt hier
00017 einen Hitzestau, der die Leistungsfähigkeit des Sport-
00018 1ers mindert oder im Extremfall zu gesundheitlichen
00019 Problemen führen kann. 00020
00021 Bisher versuchte man, das Problem in der Art zu lösen,
00022 daß man in eine Helmschale aus Kunststoffschaum Bohrun-
00023 gen oder Schlitze anordnete, die zu einer Zwangskonvek-
00024 tion des Fahrtwindes durch die Innenseite des Helms
00025 führen sollten. Andere Lösungen führten zu Helmen, die
00026 aus mehreren Kunststoffelementen bestanden, die über
00027 Bänder miteinander verbunden waren. 00028
00029 Diese Versuche ergaben jedoch in der Regel nicht zufrie-
00030 denstellende Lösungen, was durch die negative Einstel-
00031 lung der Radprofis in der Helmfrage zum Ausdruck kam. 00032
00033 Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Sporthelm,
00034 insbesondere Fahrradhelm, der gattungsgemäßen Art zu
00035 schaffen, der eine gute Schutzfunktion und eine ausrei-
00036 chende Luftkonvektion gewährleistet. 00037
00038 Die Aufgabe wird bei einem Sporthelm der gattungsgemäßen
00039 Art erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale
00040 des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der
00041 Erfindung sind Gegenstand der ünteransprüσhe. 00042
00043 Eine grundsätzliche Idee ist hierbei, ein offenzelliges,
00044 die Luftkonvektion zulassendes Material zu verwenden,
00045 das schlagdämpfend ist und somit eine gute Schutzfunk-
00046 tion gewährleistet. 00047
00048 Die offene Porosität des harten oder gehärteten Kunst-
00049 stoffschaums erlaubt eine weitgehend widerstandsfreie
00050 Luftkonvektion bis in den Innenbereich der Helmschale.
00051 Hierfür ist es notwendig, daß der Kunststoffschaum in
00052 mindestens einer Raumrichtung völlig offenzellig ist und
00053 eine Porengröße von größer als 1 mm aufweist. Dies bedeu-
00054 tet nicht, daß alle Poren größer als 1 mm sein müssen,
00055 es ist jedoch notwendig, daß der Volumenanteil an großen
00056 Poren überwiegt. Durch die Offenzelligkeit und die gro-
00057 ßen Poren wird die Bildung von Sackporen verhindert, die
00058 einen erheblichen Widerstand gegen die Konvektion durch
00059 den Kunststoffschaum verursachen. Durch die großen Poren
00060 wird weiterhin der durch die Porenwände erzeugte Luftwi-
00061 derstand verringert, weil, bezogen auf das Volumen weni-
00062 ger Porenwände vorhanden sind. 00063
00064 Der Kunststoffschäum ist in einer vorteilhaften Weiter-
00065 bildung der Erfindung in allen drei Raumrichtungen völ-
00066 lig offenzellig, wodurch eine Luftkonvektion nicht nur
00067 von der Außenseite zur Innenseite und vice versa, son-
00068 dem auch in der Ebene der Helmschale stattfinden kann.
00069 Somit ist eine Luftkonvektion auch in Bereichen möglich.
00070 die vom Fahrtwind nicht so sehr erfaßt werden, z.B. im
00071 Bereich des Hinterkopfes. 00072
00073 Der Kunststoffschäum ist vorzugsweise über miteinander
00074 verzweigte massivere und überwiegend eindimensional
00075 ausgeformte Materialbrücken vernetzt. Diese Morphologie
00076 des Kunststoffschaums ermöglicht unter Aufrechterhaltung
00077 einer großen Härte einen sehr guten Luftdurchgang auch
00078 durch dickere Schaumstoffschichten. Wenn der Helm aus
00079 einem derartigen Kunststoffschäum in einer Dicke von
00080 mehr als 1 cm ausgebildet ist, wird außerdem ein sehr
00081 gutes Dämpfungsverhalten erreicht, da der in obiger
00082 Weise ausgeformte Kunststoffschäum neben einem gewissen
00083 Grad an reversibler Verformung auch über einen weiten
00084 Bereich irreversibel verformbar ist und auf diese Weise
00085 harte Schläge stark abdämpft. 00086
00087 Das Schlagabsorptionsverhalten und der Tragekomfort
00088 lassen sich gleichermaßen verbessern, wenn der Kunst-
00089 stoffschaum verschieden harte Kunststoffschichten auf-
00090 weist. Die am Kopf anliegende innere Schicht des Kunst-
00091 stoffschaums kann z.B. völlig ungehärtet sein und die
00092 Härte kann zur Helmaußenseite hin zunehmen. Auf diese
00093 Weise wird zum einen vermieden, daß auf der Innenseite
00094 des Helms eine zusätzliche WeichschaumstoffSchicht zur
00095 Erhöhung des Treibekomforts angeordnet werden muß, da
00096 derartige Weichschaumstoffschichten wiederum die Luftkon-
00097 vektion im Innenbereich des Helms verhindern und an den
00098 am Kopf anliegenden Stellen die Schweißbildung fördern.
00099 Zum anderen entfällt die Notwendigkeit einer harten
00100 massiven Kunststoffschale, die das Problem der Luftkon-
00101 vektion im wesentlichen auf die Verbindungsstelle zwi-
00102 sehen Helmschale und Kunststoffschaumschicht verlagern
00103 würde. Der Härteübergang von der Innen- zur Außenseite
00104 des Helms kann in diskreten Stufen, z.B. durch Verbin-
00105 düng zweier unterschiedlich gehärteter Schaumstoffschich-
00106 ten oder kontinuierlich erfolgen. Der kontinuierliche
00107 Härteübergang läßt sich z.B. dadurch erreichen, daß die
00108 Außenseite des Helms einem längeren Härtungsprozeß uπter-
00109 worfen wird. 00110
00111 Der Kunststoffschäum kann z.B. ein Polyurethanschaum auf
00112 Polyester- und/oder Polyetherbasis sein. Ein derartiger
00113 Kunststoffschaum ist als Filterschaum in Form von Weich-
00114 Schaumstoff atten erhältlich. Die Härtung eines derarti-
00115 gen Schaums erfolgt durch Tränkung mit einem polymeren
00116 Reaktionsharz. Zum Beispiel kann hierfür ein Reaktions-
00117 harz auf der Basis eines ungesättigten Polyesters, wie
00118 UP 303 (WZ "Adpolit") verwendet werden. Eine unterschied-
00119 liehe Härtung über die Dicke des Schaums läßt sich z.B.
00120 dadurch einstellen, daß man die Außenseite länger als
00121 die Innenseite mit dem Reaktionsharz tränkt, daß man für
00122 die Tränkung der Außenseite ein höherviskoses Reaktions-
00123 harz verwendet und/oder daß man die Tränkung nicht über
00124 die gesamte Dicke der Kunststoffschaumschicht bis zur
00125 Innenseite des Helms durchführt. 00126
00127 Die Weichkunststoffschaummatte wird auf die obige Weise
00128 oder auch thermisch, chemisch oder physikalisch for ge-
00129 härtet. Dies bedeutet, daß die Weichkunststoffschaummat-
00130 te bei der Härtung ihre Helmform erhält. 00131
00132 Verwendet man zwei oder mehrere Kunststoffschaumschich-
00133 ten zur Herstellung des Helms, so kann die an der Helmin-
00134 nenseite liegende Schicht eine etwas geringere, mittlere
00135 Porengröße als die äußere Schicht aufweisen, was den
00136 Tragekomfort des Helms erhöht. 00137
00138 Der Helm kann einteilig oder auch mehrteilig ausgebildet
00139 sein. Im letzteren Fall empfiehlt es sich , die Formtei-
00140 le aus Kunststoffschäum mit Durchbrechungen zu versehen,
00141 durch die Bänder geführt sind. Über diese Bänder werden
00142 zum einen die Teile des Kunststoffheims zusammengehalten
00143 und zum anderen wird der Helm damit auf dem Kopf des
00144 Sportlers befestigt. Die Ausbildung des Sporthelms als
00145 über Bänder verbundener mehrteiliger Helm hat zusätzlich
00146 den Vorteil, daß die Verpackung des Helms einfacher
00147 gestaltet werden kann, wodurch die Transportabmessungen
00148 verkleinert werden und daß sich der Helm der Kopfgröße
00149 des Sportlers anpaßt. Neben der ohnehin durch den Kunst-
00150 stoffschäum erfolgenden Luftkonvektion erfolgt nebenher
00151 die Konvektion durch die offenen Bereiche zwischen den
00152 Helmteilen. 00153
00154 Obwohl die Härte des Kunststoffschaummaterials ausrei-
00155 chend ist, kann der Sporthelm selbstverständlich eine
00156 textile Umhüllung oder eine massive Hartkunststoffschale
00157 aufweisen. Im letzteren Fall ist dafür Sorge zu tragen,
00158 daß durch entsprechende Lüftungsschlitze im Frontbereich
00159 des Helms eine Zwangskonvektion zwischen Helmschale und
00160 Kunststoffschäum hergestellt wird. Diese Konvektion kann
00161 weiterhin dadurch verbessert werden, daß der Kunststoff-
00162 schäum nicht vollflächig an der Helmschale anliegt, so
00163 daß über die gesamte Helmbreite ein breiter Strömungska-
00164 nal zwischen der Schale und dem Kunststoffschaum gebil-
00165 det wird. Diese Helmform empfiehlt sich jedoch lediglich
00166 bei Sportarten, die an die Schutzfunktion des Helms
00167 besonders hohe Ansprüche stellen, z.B. Kanufahrer oder
00168 Radfahrer in Querfeldeinrennen. 00169
00170 Der Sporthelm kann auch aus synthetisch hergestellten
00171 dreidimensionalen Strukturen bestehen, z.B. aus vernetz-
00172 ten Fäden, die entweder selbst aus härterem Kunststoff
00173 bestehen, oder die durch Tränkung mit einem polymeren
00174 Reaktionsharz gehärtet werden. In diesem Fall lassen
00175 sich über die Geometrie des dreidimensional vernetzten
00176 Gebildes die Härte und strömungstechnischen Eigenschaf-
00177 ten des Helmbereichs sehr genau einstellen. 00178
00179 Bewährt hat sich ein Herstellungsverfahren, bei dem eine
00180 Filterschaumstoffmatte, z.B. in der Größe von 50 x 50
00181 cm, in ein polymeres Reaktionsharz getaucht wird und vor
00182 oder während der Erstarrungsphase in eine Form einge-
00183 bracht wird. 00184
00185 Die Härtung könnte bei einem entsprechenden Harz ther-
00186 misch oder chemisch erfolgen. Als Härtungsmittel ließe
00187 sich auch ein flüssiges Acrylmaterial verwenden, das
00188 unter UV-Bestrahlung aushärtet. 00189
00190 Bei der Härtung der Schaumstoffmatte ist darauf zu ach-
00191 ten, daß die Viskosität des Reaktionsharzes möglichst
00192 gering ist, damit die Porenstrukturen nicht durch das
00193 Harz verstopft werden. 00194
00195 Gegenüber den bekannten Styroporhelmen hat der aus dem
00196 neuen Material hergestellte Sporthelm den Vorteil, daß
00197 die Luftzirkulation stark verbessert und der sagittale
00198 Bereich des Kopfes wesentlich besser geschützt wird. Es
00199 ist prinzipiell jedoch auch vorstellbar, den Kopfring
00200 für den Helm weiterhin aus Styropor zu fertigen, ohne
00201 daß die Luftzirkulation erheblich verschlechtert wird. 00202
00203 Als Schaummaterialien lassen sich duroplastische und
00204 thermoplastische Kunststoffe verwenden. Die Stärke der
00205 Kunststoffschaumschicht sollte zwischen 1 und 4 cm lie-
00206 gen. 00207
00208 In einem vorteilhaften Herstellungsverfahren wird eine
00209 Weichkunststoffschaummatte mit einem polymeren Reaktions-
00210 harz getränkt und dadurch gehärtet. Die getränkte Weich-
00211 kunststoffschaummatte wird vorzugsweise vor der Erstar-
00212 rung geformt. Wenn die Weichkunststoffschaummatte nicht
00213 in ihrer gesamten Dicke getränkt wird, kann man den
00214 äußeren Bereich der Helmschale stärker härten als den am
00215 Kopf liegenden inneren Bereich der Helmschale. Die Här-
00216 tung kann z.B. vorzugsweise in unter UV-Strahlung aushär-
00217 tendem Acrylharz erfolgen. 00218
00219 Das völlig offenporige Kunststoffmaterial ist nicht nur
00220 für die Herstellung der Helmschale allein verwendbar,
00221 sondern kann auch dazu dienen, insbesondere große Durch-
00222 brechungen für die Luftzirkulation bei bestehenden Hel-
00223 men auszukleiden und damit gegen Stoßbeeinträσhtigungen
00224 abzusichern. Auf diese Weise werden die Helme trotz
00225 derartiger Luftöffnungen und Durchbrechungen im Schlagab-
00226 sorptionsverhalten äußerst sicher. 00227
00228 Auch erscheint es zweckmäßig, das erfindungsgemäße Kunst-
00229 Stoffmaterial als eine innere Helmschale mit einer äuße-
00230 ren Hartschale des Helms zu verwenden. 00231
00232 Weiterhin ist die Verwendung gehärteter aufgeschäumter
00233 Naturkautschukmaterialien möglich. 00234
00235 Geeignet sein könnte z.B. auch ein Kunststoffsch um wie
00236 "illpren" S- oder T-Filterschaum SPPI/TPPI 10-30 der
00237 Firma Illbruck, Leverkusen.
