KANCSAR, Peter (Schaffhauserstr. 81, Zürich, CH-8057, CH)
BOSSEL, Daniel (Stadthausgasse 17, Schaffhausen, CH-8200, CH)
KANCSAR, Peter (Schaffhauserstr. 81, Zürich, CH-8057, CH)
| Patentansprüche 1. Streicheinheit mit einem Pinsel, umfassend einen Halterteil und einen Bors¬ tenteil (14, 64, 84) mit vom Halterteil abragenden Borsten (16, 16a, 66, 88) und wenigstens einem ein Streichgut enthaltenden Behälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Halterteil aus dem wenigstens einen Behälter (12, 50, 72, 73) aus wenigstens einem Folienmaterial gebildet ist und die Borsten (16, 16a, 66, 88) aus einem der Folienmaterialien bestehen und von dem wenigstens einen Behälter (12, 50, 72, 73) in einer Borstenlängsrichtung (x) abragen, wobei der wenigstens eine Behälter (12, 50, 72, 73) und/oder die Borsten (12, 50, 72, 73) wenigstens eine Austrittsöffnung (32, 32a, 32b, 59, 87) für den Austritt eines in dem wenigstens einen Behälter (12, 50, 72, 73) enthaltenen, streichfähigen Füllguts (22) aufweisen. 2. Streicheinheit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der als Beutelteil (12) ausgestaltete Halterteil wenigstens einen Aussenbeutel (18) aus einem Folienmaterial aufweist und die Borsten (16a, 16b) aus dem Folienmaterial bestehen und vom Aussenbeutel (18) in einer Borstenlängsrichtung (x) abragen, wobei der Aussenbeutel (18) und/oder die Borsten (16a) Austrittsöffnungen (32, 32a, 32b) für den Austritt eines im Beutelteil (12) enthaltenen, streichfähigen Füllguts (22) aufweisen. 3. Streicheinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Aussenbeutel (18) ein das Füllgut (22) enthaltender Innenbeutel (20) mit einer Schwächungszone (48) als Öffnungshilfe angeordnet ist. 4. Streicheinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussenbeutel (18) über eine Quernaht (30) vom Borstenteil (14) getrennt ist und die Austrittsöffnungen (32) im Bereich der Quernaht (30) angeord- net sind, wobei die Austrittsöffnungen (32) vorzugsweise nicht oder schwächer gesiegelte, unter Druck trennbare Bereiche in der Quernaht (30) sind. 5. Streicheinheit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (16, 66, 88) aus einer Vielzahl von in Borstenlängsrichtung (x) verlaufenden Streifen aus dem wenigstens einen Folienmaterial bestehen. 6. Streicheinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aussenbeutel (18) in eine Vielzahl durch in Borstenlängsrichtung (x) verlaufende Siegelnähte (42) von einander getrennter, rohrförmiger Borsten (16a) übergeht. 7. Streicheinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die rohrförmigen Borsten (16a) an ihrer Rohrwand und/oder an ihrer vom Aussenbeutel (18) wegweisenden Stirnseite Austrittsöffnungen (32b, 32a) aufweisen. 8. Streicheinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die rohrförmigen Borsten (16a) an ihrer Stirnseite über eine gemeinsame, quer zur Borstenlängsrichtung (x) verlaufende, abtrennbare Verschlussnaht (44) verschlossen sind. 9. Streicheinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (16, 16a, 66, 88) durch in Borstenlängsrichtung (x) verlaufende Trennschnitte (46, 67) von einander getrennt sind. 10. Streicheinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Behälter (12) und der Borstenteil (14) aus zwei aus dem Folienmaterial bestehenden Wandteilen (34, 36) gebildet ist, welche über Längsnähte (24, 26) und Quernähte (28, 30) zur Bildung des Aussenbeutels (18) miteinander verbunden sind. 11. Streicheinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Behälter (12) aus dem Folienmaterial als Schlauchbeutel mit einer Längsnaht und zwei Quernähten gebildet ist. 12. Streicheinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (52) aus einem ersten Folienmaterial herausgeformt und mit einem zweiten Folienmaterial als Abdeckteil (62) versiegelt ist und der Borstenteil (64) aus dem zweiten Folienmaterial gebildet ist. 13. Streicheinheit nach Ansprüche 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdeckteil (62) eine Ausformung (63) aus dem zweiten Folienmaterial aufweist. 14. Streicheinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwei untereinander verbundene Behälter (72, 73) nebeneinander aus einem ersten Folienmaterial herausgeformt und mit einem zweiten Folienmaterial als Abdeckteil (82) versiegelt sind und der Borstenteil (84) aus dem zweiten Folienmaterial gebildet ist. |
Die Erfindung betrifft eine Streicheinheit mit einem Pinsel, umfassend einen Halterteil und einen Borstenteil mit vom Halterteil abragenden Borsten und wenigstens einem ein Streichgut enthaltenden Behälter. Pinsel zum Streichen geringer Mengen eines Streichguts, wie z.B. einer Farbe, werden häufig zusammen mit einem das Streichgut enthaltenden, kleinen Fläschchen angeboten. Hierbei ist der Pinsel in der Regel an der Innenseite eines zum Wiederverschliessen des Fläschchens verwendeten Schraubdeckels angeordnet. Derartige Fläschchen mit zugehörigem Pinsel werden u. a. zum Ausbessern lackierter Oberflächen von z. B. Autokarosserien mit kleineren Farbschäden verwendet.
Sind Pinsel und Streichgut nur für einen einmaligen Gebrauch bestimmt, sind die im Handel erhältlichen Einheiten häufig zu gross und für einen Einmal- gebrauch im allgemeinen verhältnismässig teuer.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache, insbesondere für den Einmalgebrauch bestimmte Streicheinheit der eingangs genannten Art zu schaffen, die kostengünstig in der Herstellung und einfach in der Handhabung ist.
Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt, dass der Halterteil aus dem wenigstens einen Behälter aus wenigstens einem Folienmaterial gebildet ist und die Borsten aus einem der Folienmaterialien bestehen und von dem we- nigstens einen Behälter in einer Borstenlängsrichtung abragen, wobei der wenigstens eine Behälter und/oder die Borsten wenigstens eine Austrittsöffnung für den Austritt eines in dem wenigstens einen Behälter enthaltenen, streichfä- higen Füllguts aufweisen.
Bei einer ersten und einer zweiten Ausführungsform weist der als Beutelteil ausgestaltete Halterteil wenigstens einen Aussenbeutel aus einem Folienmate- rial auf und die Borsten bestehen aus dem Folienmaterial und ragen vom Aus ¬ senbeutel in einer Borstenlängsrichtung ab, wobei der Aussenbeutel und/oder die Borsten Austrittsöffnungen für den Austritt eines im Beutelteil enthaltenen, streichfähigen Füllguts aufweisen. Bevorzugt ist im Aussenbeutel ein das Füllgut enthaltender Innenbeutel mit einer Schwächungszone als Öffnungshilfe angeordnet. Der Aussenbeutel kann über eine Quernaht vom Borstenteil getrennt sein. Die Austrittsöffnungen können beispielsweise im Bereich der Quernaht angeordnet sein. Bei einer zweck- mässigen Ausgestaltung sind die Austrittsöffnungen z. B. nicht gesiegelte Be- reiche in der Quernaht. Die Austrittsöffnungen können auch schwächer gesiegelte Bereiche in der Quernaht sein. Unter Druckbeaufschlagung, d.h. wenn Füllgut ausgepresst werden soll, werden die schwächer gesiegelten Bereiche der Quernaht unter Bildung der Austrittsöffnungen aufgetrennt. Bei einer ersten erfindungsgemässen Ausführungsform bestehen die Borsten aus einer Vielzahl von in Borstenlängsrichtung verlaufenden Streifen aus dem Folienmaterial.
Bei einer zweiten erfindungsgemässen Ausführungsform geht der Aussenbeutel in eine Vielzahl durch in Borstenlängsrichtung verlaufende Siegelnähte von einander getrennter, rohrförmiger Borsten über.
Die rohrförmigen Borsten können an ihrer Rohrwand und/oder an ihrer vom Aussenbeutel wegweisenden Stirnseite Austrittsöffnungen aufweisen.
Die rohrförmigen Borsten können an ihrer Stirnseite über eine gemeinsame, quer zur Borstenlängsrichtung verlaufende, abtrennbare Verschlussnaht ver- schlössen sein.
Zweckmässigerweise sind die Borsten durch in Borstenlängsrichtung verlau ¬ fende Trennschnitte von einander getrennt. Das Borstenteil kann jedoch auch ohne Unterteilung in eine Vielzahl von einzelnen Borsten verwendet werden.
Bevorzugt sind der wenigstens eine Behälter bzw. der Beutelteil und der Borstenteil aus zwei aus dem Folienmaterial bestehenden Wandteilen gebildet, welche über Längs- und Quernähte miteinander verbunden sind und den Aussen- beutel bilden. Der wenigstens eine Behälter aus dem Folienmaterial kann auch als Schlauchbeutel mit einer Längsnaht und zwei Quernähten gebildet sein.
Bei einer dritten erfindungsgemässen Ausführungsform ist der Behälter aus einem ersten Folienmaterial herausgeformt und mit einem zweiten Folienmaterial als Abdeckteil versiegelt und der Borstenteil ist aus dem zweiten Folienmaterial gebildet. Der Abdeckteil kann ebenfalls eine Ausformung aus dem zweiten Folienmaterial aufweisen.
Bei einer vierten erfindungsgemässen Ausführungsform sind zwei untereinan- der verbundene Behälter nebeneinander aus einem ersten Folienmaterial herausgeformt und mit einem zweiten Folienmaterial als Abdeckteil versiegelt sind und der Borstenteil ist aus dem zweiten Folienmaterial gebildet.
Die erfindungsgemässen Streicheinheiten können zusätzlich mit einem Ver- Schlusssystem, z.B. mit einem Schraubverschluss, ausgestattet werden. Die Einheiten können so leer in den Handel gelangen und erst bei Bedarf abgefüllt werden. Die Streicheinheiten können als kostengünstiger Pinsel auch mit offenem Beutelteil vertrieben werden. In diesem Fall wäre es den Konsumenten überlassen, wie viel Produkt abgefüllt werden soll.
Als Folienmaterial für die Ausführungsformen mit einem Beutelteil können im wesentlichen alle bekannten flexiblen Verpackungsmaterialien verwendet werden. Die Verpackungsmaterialien sollen maschinengängig, d.h. für die Verwendung auf Verpackungsmaschinen geeignet sein. Das Folienmaterial kann grundsätzlich einlagig sein, ist jedoch in den meisten Fälle mehrlagig.
In Abhängigkeit des zu verpackenden Produktes und dessen Anforderungen können auch alle Arten von beschichtetem Papier, laminiertem Karton und Folien aus bioabbaubaren Kunststoffen, wie z.B. Polylactat oder anderer Filme, die aus Getreide, Kartoffeln, etc. herstellbar sind, als Verpackungsmaterial ver- wendet werden.
Die einzelnen Materiallagen können Lackauftrage, Folien aus Metallen, metallisierte Schichten oder Folien aus Kunststoffen, insbesondere thermoplastischen Kunststoffen, oder Verbünde aus Metallfolien und Kunststofffolien sein. Eine oder mehrere Materiallagen können extrudierte Schichten oder Filme aus thermoplastischen Kunststoffen, gegebenenfalls im Verbund mit Folien aus Metallen oder Kunststoffen, sein. Wenigstens eine Materiallage kann ein Lackauftrag, wie ein Klarlack, eine Farblackierung, eine Hotmeltbeschichtung usw. sein. Wenigstens eine Materiallage kann eine metallisierte Schicht oder eine aus dem Vakuum abgeschiedene, keramische Dünnschicht sein.
Zwischen den einzelnen Schichten können sich Klebstoffe, Extrusi- onsklebstoffe, Haftvermittler und/oder Primer befinden. Zur Erhöhung der Haftung der Schichten untereinander können die Oberflächen der Materiallagen beispielsweise einer Corona-, Flamm-, Ozon- oder Plasmabehandlung unterzogen werden.
Die Materiallagen aus thermoplastischen Kunststoffen können transparent, durchscheinend oder opak sein. Beispielsweise kann die an der Verpackung aussenliegende Materiallage, Folie oder Schicht eine Bedruckung aufweisen. Im Falle einer transparenten oder durchscheinenden aussenliegenden Materi ¬ allage, Folie oder Schicht kann ein Konterdruck oder eine aussenliegende Bedruckung und ein Konterdruck angebracht sein. Als Folien aus Metall kommen beispielsweise Stahlfolien und vorzugsweise Aluminiumfolien zur Anwendung. Die Dicke der Folien kann beispielsweise 5 bis 100 μm, vorzugsweise 8 bis 30 μm betragen.
Geeignete Folien aus Kunststoffen sind zweckmässig aus thermoplastischen Kunststoffen, wie Polyester, Polyolefinen, wie Polypropylenen oder Polyethyle- nen, Polyamiden, Polyvinylchlorid, Polycarbonat usw. oder aus cellulosehalti- gen Materialien, wie Cellophan. Die Folien aus Kunststoff können als Monofo- lien oder Folienverbunde vorliegen. Die Dicke der Folien aus Kunststoffen kann beispielsweise 8 bis 100 μm, vorzugsweise 12 bis 30 μm und insbesondere 12 bis 23 μm, betragen.
Extrudierte oder Schichten können beispielsweise aus Polyolefinen, wie Polypropylenen oder Polyethylenen sein. Die Dicke der Extrusionsschichten kann beispielsweise 8 bis 100 μm, vorzugsweise 12 bis 30 μm und insbeson- dere 12 bis 23 μm, betragen.
Beispiele für ein Folienmaterial sind Verbünde aus wenigstens zwei Materiallagen. Eine erste Materiallage kann eine Folie, wie eine Mono- oder Verbundfolie, aus thermoplastischen Kunststoffen, wie Polyester, Polyolefinen, wie PoIy- propylenen oder Polyethylenen, Polyamiden, Polyvinylchlorid, Polycarbonat usw. oder aus cellulosehaltigen Materialien, wie Cellophan oder Papieren, sein. Die Folie kann auf der an der fertigen Verpackung nach aussen weisenden Seite bedruckt und/oder konterbedruckt sein und ist bevorzugt mit einer siegelbaren Schicht, wie z. B. einem Siegellack, versehen. Die zweite Materiallage kann beispielsweise eine Metallfolie oder eine Metallfolie mit einer auf an der fertigen Verpackung nach innen weisenden Seite angebrachten Siegelschicht oder siegelbaren Folie sein. Die zweite Materiallage kann in anderer Ausfüh ¬ rungsform eine siegelbare Folie aus thermoplastischem Kunststoff oder eine Extrusionschicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, die vorzugsweise siegelbar ist, sein. Gegebenenfalls können als zweite Materiallage auch Pa- piere, z. B. beschichtete Papiere, eingesetzt werden. Gegebenenfalls können als zweite Materiallage auch Lackschichten oder Lackauftrage eingesetzt werden. Die Lacke können klar, opak und farblos oder farbig sein. Entsprechend dem zu verpackenden Gut kann das Verbundmaterial Barriereeigenschaften gegen den Durchtritt von Flüssigkeiten, Gasen, Dämpfen, Wasserdampf, Aro- men oder Geruchsstoffen usw. aufweisen. Zur Erzielung von Barriereeigenschaften können Metallfolien, metallisierte Schichten, z. B. aus Aluminium, keramische Dünnschichten, z. B. aus Siliciumoxiden und/oder Aluminiumoxid, die durch Sputtem oder durch Abscheidung aus dem Vakuum aufgetragen werden, oder Kunststofffolien z. B. aus Materialien der Reihe der Styrol-Copolymere, des Ethyl-Vinyl-Alkohol-Polymere oder des Polyvinylidenchlorids angewendet werden. Beispiele von siegelbaren Materialien für die Folien oder Extrudate sind Polyolefine, wie Polyethylene, Polypropylene oder Co-und Terpolymere des Ethylens mit Acrylsäure. Die Siegelfähigkeit des Folienmaterials kann auch durch einen Auftrag eines Siegellackes erreicht werden.
Zur Herstellung der Ausführungsformen mit aus einem Folienmaterial herausgeformten Behälter eignen sich alle bekannten, kalt- oder warmformbaren Kunststofffolien und Laminate aus Kunststofffolien und einer Metallfolie, insbesondere einer Aluminiumfolie.
Zur Herstellung und Befüllung der erfindungsgemässen Streicheinheit mit einem Schlauchbeutel als Behälter ist eine vertikale FFS (Form FiII Seal) - Schlauchabpackmaschine besonders geeignet. Zur Siegelung können alle bekannten Siegeltechnologien eingesetzt werden. Die geeignete Siegelart wird in Abhängigkeit des Pinseldesigns, der Produktviskosität und weiterer Parameter ausgewählt. Der Anwendungsbereich der erfindungsgemässen Streicheinheit ist vielfältig und umfasst u. a. das Ausbessern von Farbschäden, das Aufstreichen einer Salbe auf die Haut, das Aufstreichen von Lebensmitteln, wie z.B. Butter oder Olivenöl auf Brot, und v. a. m.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung, die lediglich zur Erläuterung dient und nicht einschränkend auszulegen ist. Die Zeichnung zeigt schematisch in
Fig. 1 eine Schrägsicht auf eine erste Streicheinheit;
Fig. 2 einen Schnitt durch die Streicheinheit von Fig. 1 nach der Linie I-I; Fig. 3 die Funktionsweise der Streicheinheit von Fig. 1 erläutert an einem Schnitt durch die Streicheinheit gemäss Fig. 2;
Fig. 4 eine Schrägsicht auf eine zweite Streicheinheit; Fig. 5 eine Schrägsicht auf den Borstenteil einer Variante der Streicheinheit von Fig. 4;
Fig. 6 eine Draufsicht auf eine dritte Streicheinheit; Fig. 7 einen Längsschnitt durch die Streicheinheit von Fig. 6 nach der
Linie H-II;
Fig. 8 einen Längsschnitt durch eine Variante der Streicheinheit von Fig.
6 nach der Linie II-II;
Fig. 9 eine Draufsicht auf eine vierte Streicheinheit; Fig. 10 einen Längsschnitt durch die Streicheinheit von Fig. 9 nach der
Linie IH-III;
Fig. 11 die Funktionsweise der Streicheinheit von Fig. 10.
Eine in den Figuren 1 bis 3 dargestellte erste Streicheinheit 10-1 weist einen Beutelteil 12 und einen Borstenteil 14 mit Borsten 16 auf. Der Beutelteil 12 besteht aus einem Aussenbeutel 18 und einem im Inneren des Aussenbeutels 18 angeordneten, ein streichfähiges Füllgut 22 enthaltenden Innenbeutel 20.
Der Aussenbeutel 18 umfasst eine vordere Aussenbeutelwand 34 und eine hintere Aussenbeutelwand 36. Die zwei Aussenbeutelwände 34, 36 sind über zwei parallele Längsnähte 24, 26 und zwei parallele Quernähte 28, 30 unter Bildung des Aussenbeutels 18 miteinander verbunden. Der Aussenbeutel 18 kann auch ein Schlauchbeutel mit einer Längsnaht und zwei Quernähten sein.
Die vordere Quernaht 30 trennt den Beutelteil 12 vom Borstenteil 14. Die beiden Aussenbeutelwände 34, 36 erstrecken sich über die vordere Quernaht 30 hinaus und bilden den Borstenteil 14. Hierbei sind die beiden Aussenbeutel- wände 34, 36 nicht mehr miteinander verbunden und sind durch eine Vielzahl parallel zu einer Borstenlängsrichtung x verlaufende Trennschnitte 17 in eine Vielzahl von streifenförmigen Borsten 16 unterteilt. Die Trennschnitte 17 im Borstenteil 14 erstrecken sich vom freien Ende der Aussenbeutelwände 34, 36 bis zur vorderen Quernaht 30.
Die vordere Quernaht 30 ist durch eine Vielzahl nicht miteinander verbundener Bereiche unterbrochen. Diese Bereiche bilden kanalförmige Öffnungen 32 zwischen dem Inneren des Aussenbeutels 18 und dem Borstenteil 14. Der im Aussenbeutel 18 angeordnete Innenbeutels 20 mit dem streichfähigen Füllgut 22 ist mit einer Schwächungszone als Öffnungshilfe ausgestattet, welche bei Ausübung eines Druckes auf den Innenbeutel 20 zu einer Öffnung des Innenbeutels und in der Folge zu einem Auslaufen des Füllguts 22 vom Innen ¬ beutel 20 in den Aussenbeutel 18 führt. Der Innenbeutel 20 kann am Aussen- beutel 18 über Hotmelt oder einen anderen Klebstoff festgelegt sein. Die Funktionsweise der Streicheinheit 10-1 ergibt sich durch die Betrachtung der Figur 3. Der Beutelteil 12 der Streicheinheit 10-1 wird zwischen Zeigefinger 38 und Daumen 40 einer Hand ergriffen. Durch Ausübung eines Druckes auf den Aussenbeutel 18 wird auch der Innenbeutel 20 unter Druck gesetzt, wobei die Schwächungszone beispielsweise eine Siegelnaht 40 mit begrenzter Haft- kraft ist. Durch das Zusammendrücken von Aussenbeutel 18 und Innenbeutel 20 tritt das Füllgut 22 vom Innenbeutel 20 in den Aussenbeutel 18 und weiter durch die Öffnungen 32 in der vorderen Quernaht 30 in den Bereich des Borstenteils 14, so dass das streichfähige Füllgut 22 über die Borsten 16 auf eine Oberfläche aufgetragen werden kann.
Bei einer anderen Ausführungsform ohne Innenbeutel 20 befindet sich das Füllgut 22 direkt im Aussenbeutel. Die Austrittsöffnungen 32 sind als schwächer gesiegelte Bereiche in der Quernaht 30 zunächst verschlossen. Unter Druckbeaufschlagung, d.h. beim Auspressen von Füllgut 22, werden die schwächer ge- siegelten Bereiche der Quernaht 30 unter Bildung der Austrittsöffnungen 32 aufgetrennt.
Bei der in Figur 4 dargestellten zweiten Streicheinheit 10-2 mit Beutelteil 12 und Borstenteil 14 sind die Borsten 16a röhrenförmig ausgestaltet. Die röhrenför- mige Ausbildung der Borsten 16a ergibt sich durch die Anordnung einer Vielzahl von parallel zueinander angeordneten, in Borstenlängsrichtung x verlaufenden Siegelnähten 42, welche die Aussenbeutelwände 34, 36 im Bereich des Borstenteils 14 miteinander verbinden. Die vordere Quernaht 30 ist zwischen den Siegelnähten 42 unter Bildung der Öffnungen 32a unterbrochen. Am freien Ende des Borstenteils 14 sind die Aussenbeutelwände 34, 36 über eine quer zur Borstenlängsrichtung x verlaufende Verschlussnaht 44 miteinander verbunden, so dass die röhrenförmigen Borsten 16a an ihrem freien Ende verschlos- sen sind. Bei dieser Ausführungsform der Streicheinheit 10-2 kann auf einen Innenbeutel 20 verzichtet und das Füllgut 22 beispielsweise vor dem Anbringen der hinteren Quernaht 28 direkt in den Aussenbeutel 18 eingefüllt werden. Vor Gebrauch der Streicheinheit 10-2 wird beispielsweise mittels einer Schere die Verschlussnaht 44 vom übrigen Borstenteil 14 entlang einer Schnittlinie s abgetrennt, so dass die röhrenförmigen Borsten 16a unter Bildung von Öffnungen 32a geöffnet werden. Durch Druck auf den Aussenbeutel 18 analog zur Darstellung von Fig. 3 wird das Füllgut 22 durch die röhrenförmigen Borsten 16 ge- presst und tritt über die endständigen Öffnungen 32a am Ende der Borsten 16a aus.
Bei der in Figur 5 dargestellten Variante eines Borstenteils 14 der in Fig. 4 gezeigten Streicheinheit sind die röhrenförmigen Borsten 16a mit Austrittsöffnungen 32b in der Rohrwand versehen. Um ein vorzeitiges Ausfliessen von Füllgut 22 durch die Austrittsöffnungen 32b zu verhindern, ist das Füllgut 22 bevorzugt - wie vorstehend beschrieben - in einem Innenbeutel 20 mit einer Schwächungszone angeordnet.
Eine in den Figuren 6 bis 8 dargestellte dritte Streicheinheit 10-3 weist ein Un- terteil 50 mit einem aus einem Flachmaterial kalt oder warm geformten, schalenförmigen Behälter 52 für das Füllgut auf. Weiter sind aus dem Flachmaterial eine in Längsrichtung der Streicheinheit 10-3 verlaufende erste Längsrinne 54, eine an die erste Längsrinne 54 anschliessende Querrinne 56 und eine Vielzahl von an die Querrinne 56 anschliessenden, parallel zueinander in Längsrichtung der Streicheinheit 10-3 verlaufenden zweiten Längsrinnen 58 herausgeformt. Der unverformte Teil des Flachmaterials des im gezeigten Beispiel rechteck- förmigen Unterteils 50 bildet eine Siegelfläche 60 zum Aufsiegeln eines folien- förmigen Abdeckteils 62, welcher im Anschluss an die zweiten Längsrillen 58 in Längsrichtung der Streicheinheit 10-3 verlaufend in einen Streich- oder Bors- tenteil 64 übergeht. Der Borstenteil 64 ist durch eine Vielzahl parallel zu einer in Längsrichtung der Streicheinheit 10-3 verlaufenden Borstenlängsrichtung x verlaufende Trennschnitte 67 in eine Vielzahl von streifenförmigen Borsten 66 unterteilt.
Die Funktionsweise der in den Figuren 6 und 7 dargestellten Streicheinheit 10-3 ergibt sich durch die Betrachtung der Figur 7. Der das Füllgut enthaltende, vom folienförmigen Abdeckteil 62 verschlossene Behälter 52 wird zwischen Zeigefinger und Daumen einer Hand ergriffen und in Pfeilrichtung gemäss Figur 7 zusammengedrückt. Durch das Zusammendrücken des Behälters 52 tritt das Füllgut 22 aus dem Behälter 52 über die durch den Abdeckteil 62 aus der ersten Längsrinne 54, der Querrinne 56 und den zweiten Längsrinnen 58 gebilde- ten Kanäle beim Übergang des Abdeckteils 62 durch Austrittsöffnungen 59 an den Enden der zweiten Längsrinnen 58 in den Streichteil 64 aus, so dass das streichfähige Füllgut 22 über die Borsten 66 auf eine Oberfläche aufgetragen werden kann. Bei einer in Figur 8 gezeigten Variante der in den Figuren 6 und 7 dargestellten Streicheinheit 10-3 ist der Abdeckteil 62 über dem Behälter 52 mit einer Ausformung 63 versehen. Mit dieser Variante lässt sich das Füllvolumen auf einfache Weise erhöhen. Eine in den Figuren 9 und 10 dargestellte vierte Streicheinheit 10-4 weist ein Unterteil 70 mit zwei aus einem Flachmaterial kalt oder warm geformten, schalenförmigen Behältern 72, 73 für zwei gleiche oder unterschiedliche Füllgüter auf. Die beiden Behälter 72, 73 weisen eine im wesentlichen gleiche Gestalt auf, sind quer zu einer Längsrichtung symmetrisch zu einander angeordnet. Weiter ist aus dem Flachmaterial eine in Längsrichtung verlaufende, die beiden Behälter 72, 73 verbindende Längsrinne 74 herausgeformt. Der unverformte Teil des Flachmaterials des im gezeigten Beispiel rechteckförmigen Unterteils 70 bildet eine Siegelfläche 80 zum Aufsiegeln eines folienförmigen Abdeckteils 82, der eine quer über die Längsrinne 74 verlaufende Schwächungslinie 88 aufweist. Über dem Abdeckteil 82 ist ein im wesentlichen den Dimensionen des Abdeckteils 82 entsprechender Streich- oder Borstenteil 84 angeordnet. Der Borstenteil 84 ist in einem ersten Bereich A durch eine Vielzahl parallel zu einer in der Längsrichtung verlaufenden Borstenlängsrichtung x verlaufende Trennschnitte in eine Vielzahl von streifenförmigen Borsten 86 unterteilt. Der mit den Trennschnitten in die streifenförmigen Borsten 86 unterteilte erste Bereich A des Borstenteils 84 erstreckt sich von der Längsmitte M des Unterteils 70 über die Länge eines der Behälter 72, 73 und ist mit dem darunterliegenden Abdeckteil 82 nicht verbunden. Der nicht mit Borsten 86 versehene zweite Bereich B des Borstenteils 84 erstreckt sich von der Längsmitte M des Unterteils 70 über die Länge des zweiten Behälters 72, 73 und ist mit dem darunterliegenden Abdeckteil 82 verbunden.
Die Funktionsweise der in den Figuren 9 und 10 dargestellten Streicheinheit 10- 4 ergibt sich durch die Betrachtung der Figur 11. Die das Füllgut enthaltenden, vom folienförmigen Abdeckteil 62 verschlossene Behälter 72, 73 werden zwischen Zeigefinger und Daumen einer Hand ergriffen und in Pfeilrichtung ge- mäss Figur 10 so zusammengedrückt, dass sie um die quer zur Längsrichtung verlaufende Symmetrieachse verschwenkt und die Behälter 72, 73 mit ihrer Rückseite gegeneinander gepresst werden. Durch das Verschwenken der beiden Behälter 72, 73 gegeneinander reisst die Schwächungslinie 88 und das Füllgut aus den Behältern 72, 73 tritt aus der auf diese Weise geöffneten, eine Austrittsöffnung 87 bildenden Längsrinne 74 gegen den mit den Borsten 86 versehenen Streichteil 84 aus, so dass das streichfähige Füllgut 22 über die Borsten 86 auf eine Oberfläche aufgetragen werden kann.
Bezuqszeichenliste
10 Streicheinheit 46 Trennschnitt
12 Beutelteil (Halterteil) 48 Siegelnaht von 20
14 Borstenteil (Streichteil) 50 Unterteil
16 Borsten 52 Behälter
17 Trennschnitt 54 erste Längsrinne
18 Aussenbeutel 56 Querrinne
20 Innenbeutel 58 zweite Längsrinnen
22 Füllgut 60 Siegelfläche
24 Längsnaht 62 Abdeckteil
26 Längsnaht 64 Borstenteil (Streichteil)
28 hintere Quernaht 66 Borsten
30 vordere Quernaht 67 Trennschnitt
32 Austrittsöffnungen 70 Unterteil
34 vordere Aussenbeutelwand 72, 73 Behälter
36 hintere Aussenbeutelwand 82 Abdeckteil
38 Zeigfinger 84 Borstenteil (Streichteil)
40 Daumen 86 Borsten
42 Siegelnaht 88 Schwächungslinie
44 Verschlussnaht S Öffnungsschnitt
