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Patent Searching and Data


Title:
STATIC MEASURING DEVICE FOR COOLING TOWERS AND METHOD FOR TAKING MEASUREMENTS INSIDE A COOLING TOWER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/140762
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a static measuring device (1) for cooling towers (20), in particular cooling towers (20) of power plants, comprising at least one measuring train (2) between two opposite sides of the cooling tower (20), wherein at least one measuring gondola (3) is provided so as to be able to move on the at least one measuring train (2), wherein the measuring gondola (3) comprises at least one sensor (4) for taking measurements in the cooling tower interior (18) during operation of the cooling tower (20). The invention also relates to a method for taking measurements inside a cooling tower (20), in particular using a measuring device (1) according to the invention.

Inventors:
STROHMER, Franz (Greiffenbergstr. 81, Bamberg, 96052, DE)
LANDEAU, Olivier (Eichholzstraße 18, Erlangen, 91058, DE)
Application Number:
EP2017/053476
Publication Date:
August 24, 2017
Filing Date:
February 16, 2017
Export Citation:
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Assignee:
AREVA GMBH (Paul-Gossen-Strasse 100, Erlangen, 91052, DE)
International Classes:
F28F27/00; F28F25/00; G01M9/00; G01N35/00
Foreign References:
US20150279488A12015-10-01
EP2096395A12009-09-02
DE19800018A11999-07-08
US20130228941A12013-09-05
DE2622225A11977-05-26
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
SCHLÖGL, Markus (Meissner Bolte Patentanwälte Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Bankgasse 3, Nürnberg, 90402, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Stationäre Messvorrichtung (1) für Kühltürme (20), insbesondere Kühltürme (20) von Kraftwerken, umfassend

wenigstens einen Messstrang (2) zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten des Kühlturms (20),

wobei wenigstens eine Messgondel (3) beweglich an dem mindestens einen Messstrang (2) vorgesehen ist,

wobei die Messgondel (3) wenigstens einen Sensor (4) zum Messen von Daten im Kühlturminnenraum (18) während des Betriebs des Kühlturms (20) umfasst.

2. Stationäre Messvorrichtung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Messvorrichtung (1) wenigstens ein Paar Supportmittel (5) umfasst, zwischen denen der Messstrang (2) vorgesehen, insbesondere gespannt, ist.

3. Stationäre Messvorrichtung nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Supportmittel (5) auf einem Laufsteg (8) im Kühlturminnenraum (18) vorgesehen sind.

Stationäre Messvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

eines der Supportmittel (5) oder beide Supportmittel (5) wenigstens einen vertikalen Mast (6) und wenigstens einen horizontalen Arm (7) umfassen, wobei der horizontale Arm (7) am oberen Ende oder im oberen Bereich des Masts (6) vorgesehen ist. Stationäre Messvorrichtung nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass der horizontale Arm (7) längenverstellbar, insbesondere ausziehbar oder ausschiebbar, ist, und/oder

dass der vertikale Mast (6) und/oder der horizontale Arm (7) über wenigstens eine, vorzugsweise mehrere, Stahlfedern (10) im Kühlturminnen- raum (18) gesichert sind, um eine konstante Spannung des Messstrangs (2) zu gewährleisten.

Stationäre Messvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

der oder jeder Messstrang (2) zwischen einem Paar Supportmitteln doppelt gespannt ist, wobei der Messstrang (2) über Umlenkrollen (11) an den Supportmitteln (5) umgelenkt ist.

Stationäre Messvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Messvorrichtung (1) wenigstens einen Motor (13) zum Antrieb der wenigstens einen Messgondel (3) umfasst, wobei die Messgondel (3) durch den Motor (13) konstant oder schrittweise an dem Messstrang (2) verfahrbar ist.

Stationäre Messvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

der wenigstens eine Sensor (4) der Messgondel (3) ein Temperatursensor und/oder ein Luftgeschwindigkeitssensor und/oder ein Luftdrucksensor und/oder ein Drucksensor und/oder ein Luftfeuchtigkeitssensor ist.

Stationäre Messvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

dass die Messgondel (3) wenigstens ein Kabel (14) zur Energieversorgung der Messgondel (3) und/oder zur Übermittlung von durch den oder die Sensoren (4) gemessenen Daten umfasst, und/oder dass die Messgondel (3) wenigstens einen Akku zur Energieversorgung der Messgondel (3) und/oder einen Speicher zum Speichern von durch den oder die Sensoren (4) gemessenen Daten umfasst.

Stationäre Messvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Messvorrichtung (1) einen Messcomputer (16) zum digitalen Weiterverarbeiten und/oder Speichern der von dem oder den Sensoren (4) im Kühlturminnenraum (18) gemessenen Daten umfasst, wobei der

Messcomputer außerhalb des Kühlturminnenraumes (18) vorgesehen ist.

Stationäre Messvorrichtung nach Anspruch 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Messvorrichtung (1) eine Wetterstation (17) umfasst, wobei die Wetterstation (17) zum Abgleich von durch den oder die Sensoren (4) gemessenen Daten und Wetterdaten der Wetterstation (17) mit dem Messcomputer (16) verbunden ist.

Stationäre Messvorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Messvorrichtung (1) mehrere Messstränge (2) umfasst,

wobei alle Messstränge (2) parallel und/oder beabstandet zueinander ausgerichtet sind oder wobei eine erste Gruppe von Messsträngen parallel und/oder beabstandet zueinander ausgerichtet ist und eine zweite Gruppe von Messsträngen senkrecht zur ersten Gruppe orientiert ist, so dass die Messstränge (1) ein Netz bilden,

wobei zumindest eine Messgondel (3) beweglich an jedem Messstrang (2) vorgesehen ist, und

wobei jede Messgondel (3) wenigstens einen Sensor (4) zum Messen von Daten im Kühlturminnenraum (18) während des Betriebs des Kühlturms (20) umfasst. Verfahren zum Messen von Daten im Innenraum eines Kühlturms (20), insbesondere mit einer stationären Messvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend die Schritte:

Initiieren eines Messprozesses während des laufenden Kühlturmbetriebs, insbesondere ferngesteuertes Initiieren eines Messprozesses während des laufenden Kühlturmbetriebs,

Messen von Daten im Kühlturminnenraum (18) während des laufenden Kühlturmbetriebs, vorzugsweise mittels eines oder mehrerer Sensoren einer oder mehrerer Messgondeln.

Verfahren nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet, dass

Wetterdaten abgefragt und anschließend zu einem Messcomputer (16) übertragen werden, wobei der Messcomputer (16) die im Kühlturminnenraum (18) gemessenen Daten mit den Wetterdaten abgleicht und/oder die Daten in Bezug setzt.

Verfahren nach Anspruch 14,

dadurch gekennzeichnet,

dass die im Kühlturminnenraum (18) gemessenen Daten durch den Messcomputer (16) digital weiterverarbeitet und/oder gespeichert werden, und/oder

dass die gemessenen Daten zu einem weiteren Computer (21) weitergeleitet und/oder von einem weiteren Computer (21) abgefragt werden.

Description:
STATIONÄRE MESSVORRICHTUNG FÜR KÜHLTÜRME UND VERFAHREN ZUM MESSEN VON MESSDATEN IM INNEREN EINES KÜHLTURMS

Die Erfindung betrifft eine stationäre Messvorrichtung für Kühltürme, bei- spielsweise Kühltürme von Kraftwerken, zum Beispiel Kernkraftwerken. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Messen von Messdaten im Inneren eines Kühlturms, insbesondere mit einer erfindungsgemäßen Messvorrichtung.

Für die Zustandsbestimmung eines Kühlturms, beispielsweise eines typischen Naturzugkühlturmes, sind 300 bis 400 Messdatenpunkte nötig, die bei laufendem Kühlturmbetrieb im Plenum des Kühlturmes gemessen werden müssen. Bisher werden die Daten manuell gemessen, d.h. ein Team von mindestens zwei Personen ist mit Atemschutz und Schutzanzug auf der Plenumsebene des Kühlturmes mehrere Stunden beschäftigt, die Messdaten aufzunehmen und zu notieren. Aus Gründen des Arbeitsschutzes muss die Arbeit stündlich unterbrochen werden, was die Relevanz der Messdaten reduziert, weil sich in der Zwischenzeit die meteorologischen Bedingungen und eventuell die Betriebsbedingungen des Kühlturms geändert haben könnten. Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine neue Messvorrichtung anzugeben, insbesondere eine stationäre Messvorrichtung. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein neues Verfahren zum Messen von Messdaten im Inneren eines Kühlturms anzugeben. Diese Aufgabe wird hinsichtlich der Messvorrichtung gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1 und hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmale des Anspruchs 13. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben. Die erfindungsgemäße stationäre Messvorrichtung umfasst wenigstens einen Messstrang zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten des Kühlturms, wobei wenigstens eine Messgondel beweglich an dem mindestens einen Messstrang vorgesehen, insbesondere eingehängt und/oder geführt, ist, wobei die Mess- gondel wenigstens einen Sensor zum Messen von Daten im Kühlturminnenraum während des Betriebs des Kühlturms umfasst.

Unter einer stationären Messvorrichtung wird in diesem Zusammenhang eine Messvorrichtung verstanden, die fest im Kühlturm installiert ist und dort, zumindest für einen vorgegebenen Zeitraum, verbleibt.

Der wenigstens eine Messstrang ist vorzugsweise aus Stahl oder Kunststoff gebildet. Die weiteren Bauteile der Messvorrichtung bestehen beispielsweise aus leichten Einzelteilen wie beispielsweise Aluminiumprofilen, Gitterträgern, Gerüststangen, mechanischen Verbindungsteilen, Stellmotoren, Seilführungsrollen und AbStützungen, welche alle so dimensioniert sind, dass sie händisch auf das Niveau des Plenums eines Kühlturms transportiert und dort zur eigentlichen Messeinrichtung zusammengebaut und installiert werden können.

Die vorliegende Erfindung hat zum Vorteil, dass es mit der Messvorrichtung möglich ist, die zur Zustandsbeschreibung eines Kühlturms erforderlichen Daten ferngesteuert und automatisch aufzunehmen, da die Messvorrichtung fest im Kühlturm installiert ist und dort verbleibt. Dazu wird die Vorrichtung beim Stillstand des Kühlturmes, also z. B. während der Revision, installiert. Die Vorrichtung kann dann zum Beispiel während des gesamten Jahres bis zum nächsten Stillstand im Kühlturm verbleiben.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Messung ferngesteuert initiiert werden kann, d.h. das Messteam kann den Start der Messungen unabhängig vom Standort des Messteams in irgendeinem Kühlturm weltweit starten. Diese Flexibilität ist wichtig, weil der ideale Zeitpunkt der Messdaten- aufnähme vom Anlagenzustand des Kraftwerkes, und/oder vom Betriebszustand und den Betriebsbedingungen des Kühlturms, und/oder von den Wetterbedingungen abhängt.

Der Vorzug einer derartigen Messvorrichtung liegt auf der Hand, weil dadurch das Messteam nicht zum Messen anreisen muss. Zum derzeitigen Stand muss das Messteam Wetter- und Anlagendaten von der Kraftwerkswarte abfragen und danach anreisen, um die Messungen vorzunehmen. Bei weiter entfernt liegenden Kraftwerken kann sich während der Anreisezeit schon die Wetterprognose ändern, so dass das Team dann vor Ort gar nicht mehr messen kann.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass mit der Vorrichtung die Messungen schneller und in beliebiger Dichte im Plenum des Kühlturmes vorgenommen werden können. Dadurch wird die Qualität der Messdaten besser. Die automatische Messung kann für alle Messpunkte weniger als 30 min dauern. Für die manuelle Messdatenermittlung waren bisher ungefähr drei Stunden nötig.

Durch die Verkürzung der Messzeit auf unter 30 min erfolgt die Erfassung aller Messdaten bei sehr ähnliche Wetter- und Anlagenbetriebsbedingungen, was bei einer Gesamtmesszeit der manuellen Messung gemäß dem Stand der Technik von drei Stunden eher unwahrscheinlich ist, weil sich meistens die Außentem- peratur mit dem Sonnenstand ändert. Gleichzeitig können mit der neuen Messvorrichtung nahezu beliebig viele Messungen vorgenommen werden, z. B. vier Messreihen pro Tag, was manuell derzeit zeitlich gar nicht möglich ist.

Letztendlich ist der Messvorgang zusätzlich sicherer, weil keine Mitarbeiter un- ter Atemschutz tätig sein müssen. Im Innenraum der Kühltürme ist die Atmosphäre in der Regel mit Aerosolen beaufschlagt. Durch diese Aerosole können Keime und Krankheitserreger aus dem Kühlwasser über die Atemwege und die Haut übertragen werden. Aus diesen Gründen ist es z.B. in Frankreich, aber auch in den Vereinigten Staaten verboten, Kühltürme während des Betriebes zu betreten. Dort wird durch die Messvorrichtung eine Zustandsermittlung der Kühltürme erst technisch ermöglicht. In Deutschland sind umfangreiche Arbeitsschutzmaßnahmen, wie Schutzanzug und Atemschutz erforderlich, hier liefert die Anlage neben der Erhöhung der Sicherheit auch qualitativ bessere Messdaten.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Messvorrichtung wenigstens ein Paar Supportmittel umfasst, zwischen denen der Mess- sträng vorgesehen, insbesondere gespannt, ist.

Die Supportmittel sind vorzugsweise auf einem Laufsteg im Kühlturminnenraum vorgesehen, und insbesondere an einem Geländer des Laufstegs und/oder am Boden des Laufstegs abgestützt. Dies erhöht die mechanische Stabilität.

Ferner kann vorgesehen sein, dass eines der Supportmittel oder beide Supportmittel des Supportmittelpaares wenigstens einen vertikalen Mast und/oder wenigstens einen horizontalen Arm umfassen, wobei der horizontale Arm am oberen Ende oder im oberen Bereich des Masts vorgesehen ist. Der horizontale Mast kann beispielsweise am Geländer und/oder Boden des Laufstegs abgestützt und/oder befestigt sein.

Es kann vorgesehen sein, dass der horizontale Arm längenverstellbar, insbe- sondere ausziehbar oder ausschiebbar, ist. Alternativ oder additiv kann vorgesehen sein, dass der vertikale Mast und/oder der horizontale Arm über wenigstens eine, vorzugsweise mehrere, Stahlfedern im Kühlturminnenraum gesichert sind, um eine konstante Spannung des Messstrangs zu gewährleisten. Da die Messvorrichtung vorzugsweise während des Stillstandes des Kühlturmes, also bei niedrigen Temperaturen installiert wird, erhöht sich die Temperatur beim Betrieb des Kühlturmes und der installierte Messstrang würde durch die thermische Ausdehnung länger werden und durchhängen. Die Vorspannung der Supportmittel kompensiert die Längenausdehnung und verhindert ein zu starkes Durchhängen des Seils.

Vorzugsweise ist der oder jeder Messstrang zwischen einem Paar Supportmit- teln doppelt gespannt, wobei der Messstrang über Umlenkrollen an den Supportmitteln, insbesondere den horizontalen Armen, umgelenkt ist, wobei die Messgondel vorzugsweise an einem unteren Abschnitt oder an beiden Abschnitten des Messstranges vorgesehen, insbesondere eingehängt, ist. Eine Einhängung an beiden Abschnitten hat den Vorteil einer Gewichtsverteilung.

Gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung umfasst die Messvorrichtung wenigstens einen Motor zum Antrieb der wenigstens einen Messgondel, wobei die Messgondel durch den Motor konstant oder schrittweise an dem Messstrang verfahrbar ist. Dies ermöglicht Messungen an vorher definierten Stellen entlang des Messstrangs im Kühlturminnenraum. Der wenigstens eine Motor kann an einem der Supportmittel eines Supportmittelpaares vorgesehen, insbesondere angebracht sein.

Der wenigstens eine Sensor der Messgondel kann ein Temperatursensor und/oder ein Luftgeschwindigkeitssensor und/oder ein Luftdrucksensor und/oder ein Drucksensor und/oder ein Luftfeuchtigkeitssensor sein. Es können auch beliebige weitere Sensoren vorgesehen werden.

Vorzugsweise umfasst die Messgondel wenigstens ein, vorzugsweise auffaltba- res, Kabel zur Energieversorgung der Messgondel und/oder zur Übermittlung von durch den oder die Sensoren gemessenen Daten. Alternativ oder additiv umfasst die Messgondel wenigstens einen Akku zur Energieversorgung der Messgondel. Ferner kann vorgesehen sein, dass die Messgondel einen Speicher zum Speichern von durch den oder die Sensoren gemessenen Daten umfasst.

Bevorzugt ist eine Kontrollbox zur Steuerung der Messgondel und/oder des Motors vorgesehen, insbesondere im Kühlturminnenraum. Vorzugsweise ist die Kontrollbox an einem der Supportmittel eines Supportmittelpaares vorgesehen. Die Kontrollbox kann über das bereits genannte Kabel mit der Messgondel und/oder dem oder den Sensoren der Messgondel verbunden sein. Die Kontrollbox kann eine Ladestation zum Laden von Akkus der Messgondel und/oder eine Dockingstation zur zeitweisen Verbindung mit der Messgondel umfassen. Bei Verbindung der Messgondel mit der Dockingstation können nach einem Messvorgang gemessene Daten von der Messgondel oder dem mindestens einen Sensor an die Kontrollbox übertragen werden. Die Dockingstation kann auch als Ladestation ausgebildet sein. Die Kontrollbox selbst ist vorzugsweise fernsteuerbar ausgebildet. Ein Bediener muss somit nicht vor Ort im Kühltur- minnenraum anwesend sein. Vielmehr kann der Bediener mit der Kontrollbox und damit der Messgondel von außerhalb des Kühlturms, gegebenenfalls auch über weite Entfernungen, kommunizieren.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung umfasst die Messvorrichtung einen Messcomputer zum digitalen Weiterverarbeiten und/oder Speichern der von dem oder den Sensoren im Kühlturminnenraum gemessener Daten, wobei der Messcomputer außerhalb des Kühlturminnenraumes vorgesehen ist. Vorzugsweise ist der Messcomputer über ein Kabel mit der Messgondel und/oder dem oder den Sensoren der Messgondel und/oder der vorgenannten Kontrollbox im Kühlturminnenraum verbunden. Der Messcomputer ist beispielsweise zur Fernsteuerung der Kontrollbox vorgesehen. Der Messcomputer selbst kann auch selbst ferngesteuert werden, beispielsweise über einen weiteren Computer. Hierzu kann der Messcomputer einen Internetzugang aufweisen, so dass die Fernsteuerung ausgehend von dem vorgenannten weiteren Computer über das Internet erfolgen kann. Der Messcomputer ist in diesem Fall von einem Bediener aus der Ferne, auch über weite Distanzen hinweg, über das Internet und einen weiteren Computer ferngesteuert nutzbar.

Gemäß einer vorteilhaften und zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung um- fasst die Messvorrichtung eine, insbesondere mobile, Wetterstation, wobei die Wetterstation zum Abgleich von durch den oder die Sensoren gemessenen Messdaten und Wetterdaten der Wetterstation mit dem Messcomputer verbunden ist. Die Wetterstation ist dazu bestimmt, Wetterdaten zum Standort des Kühlturms zu ermitteln. Dementsprechend wird oder ist die Wetterstation zweckmäßigerweise in der Nähe des Kühlturms angeordnet.

Der Vorteil der Wetterstation besteht darin, dass zum Zeitpunkt einer jeden Messung von Daten im Kühlturm zeitgleich meteorologische Wetterdaten wie atmosphärischer Druck, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchte, Lufttemperatur, Niederschlagsmenge, Windrichtung und Sonneneinstrahlung aufgenommen werden können. Gleichzeitig kann der atmosphärische Druck im Innenraum des Kühlturms für jede Messung durch einen entsprechenden Sensor gemessen werden. Über den weiteren Computer können auch die lokal auf dem

Messcomputer gespeicherten Daten abgerufen und bearbeitet werden.

Ein weiterer Vorteil der Wetterstation beruht auf dem Umstand, dass dem Messcomputer zu jedem Zeitpunkt meteorologische Daten zum Standort des Kühlturmes zur Verfügung stehen. Auf diese Weise können die Daten eines jeden Messpunktes mit den zeitgleich ermittelten meteorologischen Daten abgeglichen und korrigiert werden. Durch die Messung entsteht so innerhalb von ca. 30 min ein Feld von meteorologisch korrigierten Datenpunkten aus dem Plenum des Kühlturmes. Je nach Dimension des Kühlturms werden so 300 bis 400 Datenmesspunkte erzeugt, die zur Beurteilung des Kühlturmzustandes Verwendung finden. Die Messung kann zu jedem Zeitpunkt in Abhängigkeit vom Betriebszustand der Anlage wiederholt werden. Über die Wetterstation, die am Messecomputer angeschlossen ist, können meteorologische Daten aus der Ferne abgerufen werden und es kann vor einer Messreihe entschieden werden, ob die Wetterlage eine günstige Situation für eine Messreihe bietet. So können die Messungen bei optimalen Wetterbedingungen durchgeführt werden.

Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung um- fasst die Messvorrichtung mehrere Messstränge. Hierbei kann jeder Messstrang zwischen einem Paar von Supportmitteln gespannt sein. Die Messstränge können parallel und/oder beabstandet zueinander ausgerichtet sein. Alternativ kann eine erste Gruppe von Messsträngen parallel und/oder beabstandet zuei- nander ausgerichtet sein und eine zweite Gruppe von Messsträngen ist senkrecht zur ersten Gruppe orientiert, so dass die Messstränge ein Netz bilden. In beiden Varianten ist zumindest eine Messgondel beweglich an jedem Messstrang vorgesehen, insbesondere eingehängt und/oder geführt, wobei jede Messgondel wenigstens einen Sensor zum Messen von Daten im Kühlturmin- nenraum während des Betriebs des Kühlturms umfasst. Durch das Vorsehen mehrerer Messstränge ist es möglich, das Plenum des Kühlturms oder den Kühlturminnenraum durch ein Netz von Messpunkten zu erfassen. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Messen von Daten im Innenraum eines Kühlturms, insbesondere mit einer erfindungsgemäßen stationären Messvorrichtung, umfasst die Schritte:

Initiieren eines Messprozesses während des laufenden Kühlturmbetriebs, insbesondere ferngesteuertes Initiieren eines Messprozesses während des lau- fenden Kühlturmbetriebs,

Messen von Messdaten im Kühlturminnenraum während des laufenden Kühlturmbetriebs, vorzugsweise mittels einem oder mehreren Sensoren einer oder mehrerer Messgondeln. Das Verfahren ist insbesondere zur Messung von Daten im Plenum des Kühlturms und/oder in etwa auf Höhe oder - im Vergleich zur Höhe des Kühlturms - geringfügig oberhalb eines Laufstegs im Kühlturminnenraum vorgesehen.

Eine Weiterbildung des Verfahrens sieht vor, dass Wetterdaten, vorzugsweise von einer Wetterstation in der Nähe des Kühlturms, insbesondere einer mobilen Wetterstation, abgefragt und anschließend zum Messcomputer übertragen werden, wobei der Messcomputer die im Kühlturminnenraum gemessenen Daten mit den Wetterdaten abgleicht und/oder die Daten in Bezug setzt. Der Abgleich der Daten kann online oder nachträglich erfolgen.

Ferner kann vorgesehen sein, dass gemessenen Daten durch den Messcomputer digital weiterverarbeitet und/oder gespeichert werden. Alternativ oder additiv kann vorgesehen sein, dass die gemessenen Daten zu einem weiteren Computer weitergeleitet und/oder von einem weiteren Computer abgefragt werden. Dieser weitere Computer kann an einem entfernten Ort stehen. Der weitere Computer kann beispielsweise über das Internet mit dem Messcomputer verbunden werden.

Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen FIG 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvorrichtung in einer Prinzipskizze;

FIG 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvorrichtung in einer schematischen Darstellung.

FIG 1 zeigt eine erfindungsgemäße stationäre Messvorrichtung 1 für Kühltürme 20, beispielsweise für Kühltürme von Kraftwerken. Die Messstation umfasst einen Messstrang 2 zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten des Kühlturms 20. Eine Messgondel 3 ist beweglich an dem Messstrang 2 eingehängt und ge- führt. Die Messgondel 3 umfasst mehrere Sensoren 4 zum Messen von Daten im Kühlturminnenraum 18 während des Betriebs des Kühlturms 20. Bei den mehreren Sensoren der Messgondel 3 handelt es sich einen Temperatursensor und einen Luftgeschwindigkeitssensor und einen Luftdrucksensor und einen Drucksensor und einen Luftfeuchtigkeitssensor.

Die Messvorrichtung 1 umfasst zudem ein Paar Supportmittel 5, zwischen denen der Messstrang 2 doppelt gespannt ist. Der Messstrang 2 wird über Umlenkrollen 11 an den horizontalen Armen 7 der Supportmittel umgelenkt, wobei die Messgondel 3 an einem unteren Abschnitt 12 des Messstranges 2 einge- hängt ist.

Beide Supportmittel 5 umfassen je einen vertikalen Mast 6 und einen längenverstellbaren horizontalen Arm 7, wobei der horizontale Arm 7 am oberen Ende oder im oberen Bereich des Masts 6 vorgesehen ist. Die Su pportmittel 5 sind auf dem Laufsteg 8 des Kü hlturms 20 vorgesehen, insbesondere an den Geländern 9 des Laufstegs 8 und a m Boden des Laufstegs 8 abgestützt. Der vertikale Mast 6 ist ü ber mehrere Stahlfedern 10 im Kühltu rminnenrau m 18 gesichert, u m eine konstante Spannung des Messstrangs 2 zu gewährleisten .

Die Messvorrichtu ng 1 umfasst einen Motor 13 zu m Antrieb der Messgondel 3, wobei der Motor 13 an einem Su pportmittel 5 eines Paares an Supportmitteln 5 vorgesehen ist. Die Messgondel 3 ist durch den Motor 13 konstant oder schrittweise an dem Messstrang 2 verfahrba r.

Die Messgondel 3 u mfasst ein auffaltbares Kabel 14 zu r Energ ieversorgu ng der Messgondel 3 und/oder zu r Übermittlung von du rch den oder die Sensoren 4 gemessenen Daten .

Zudem ist eine Kontroll box 15 vorgesehen, wobei d ie Kontroll box 15 an einem der Su pportmittel 5 eines Paares von Supportmitteln 5 vorgesehen ist. Die Kontrollbox 15 ist über das Kabel 14 mit der Messgondel 3 u nd den Sensoren 4 der Messgondel 3 verbunden u nd zur Steueru ng der Messgondel 3 und des Mo- tors 13 vorgesehen .

Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Messgondel 3 über Akkus verfügt, die an einer Ladestation der Kontrollbox 15 aufladbar sind oder aufgeladen werden. In diesem Fall kann das Kabel 14 entfallen. Ferner kann die Messgon- del 3 mit einem Speicher zum Speichern von du rch den oder die Sensoren 4 gemessenen Daten ausgestattet sein . Die Daten können dann von dem Speicher an eine Dockingstation der Kontroll box 15 übertragen werden .

FIG 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Messvor- richtung 1, bei dem die Messvorrichtung 1 eine Mehrzahl an Messsträngen 2 u mfasst. Jeder Messstrang 2 ist zwischen einem Paar von Su pportmitteln 5 gespannt, wobei die Messstränge 2 parallel und beabstandet zueinander ausgerichtet sind . Die Messvorrichtung 1 umfasst einen Messcomputer 16 zum digitalen Weiterverarbeiten und Speichern der gemessenen Daten, wobei der Messcomputer außerhalb des Kühlturminnenraumes 18 vorgesehen ist und über ein Kabel 19, insbesondere zur Energieversorgung und/oder zur Datenübermittlung, mit der Kontrollbox 15 und über die Kontrollbox 15 mit der Messgondel 3 und den Sensoren 4 verbunden ist.

Die Messvorrichtung 1 umfasst ferner eine mobile Wetterstation 17, wobei die Wetterstation 17 zum Abgleich von durch die Sensoren 4 gemessenen Daten und Wetterdaten der Wetterstation 17 mit dem Messcomputer 16 verbunden ist. Der Messcomputer 16 weist einen Internetzugang aufweist, so dass der Messcomputer 16 durch einen weiteren Computer 21 ferngesteuert genutzt werden kann.

Bezugszeichen liste

1 Messvorrichtung

2 Messstrang

3 Messgondel

4 Sensor

5 Supportmittel

6 vertikaler Mast

7 horizontaler Arm

8 Laufsteg

9 Geländer

10 Stahlfeder

11 Umlenkrolle

12 unterer Abschnitt

13 Motor

14 Kabel

15 Kontrollbox

16 Messcomputer

17 Wetterstation

18 Kühlturminnenraum

19 Kabel

20 Kühlturm

21 Computer

22 Kühlturminnenwand