ULLER, Klaus (Doerfl 47, Feldbach, A-8330, AT)
MATHI, Franz (Alois-Grogger-Gasse 44, Gleisdorf, A-8200, AT)
ULLER, Klaus (Doerfl 47, Feldbach, A-8330, AT)
| Patentansprüche: 1. Verfahren zum Kommissionieren von Produkten (P) in einer Kommissionieranlage (1; 2) mit zumindest einem Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) zum Lagern der Produkte (P) und einem zugeordnetem Lagertransportsystem zum Aus- und Einlagern der Produkte (P) und zur Übergabe ausgelagerter Produkte (P) an ein Transportsystem (FO), mit der ausgelagerte Produkte (P) zu einem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZM1) transportiert werden, an dem die in einem Kommissionierauftrag festgelegte Stückzahl der ausgelagerten Produkte (P) in eine Auftragstransporteinheit (A) je Kommissionierauftrag manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, kommissioniert werden, wobei dem Kommissionierauftrag entsprechende Produktarten ausgelagert, an dem Ware-zu- Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZM1) nacheinander kommissioniert und verbliebene Produkte (P) der Produktart über das Transportsystem (FO) wieder in dem Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) eingelagert werden, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagertransportsystem ausgelagerte Produkte (P) weiters über zumindest einen Durchlaufkanal (D) an einen Zwischenlagerplatz (Z) eines Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes (ZBF1, ZFB2) übergibt, von dem ausgelagerte Produkte (P) manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, einer Zentralbandtechnik (ZF) zum Kommissionieren auf einem Zentralband (ZB) der Zentralbandtechnik (ZF) zugeführt werden und dass unabhängig davon, ob ein Produkt (P) an dem Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz (WZM1) oder an dem Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes (ZBF1, ZFB2) kommissioniert werden soll, das Produkt (P) aus demselben Lagerplatz des Regals (Rl bis R4; Kl bis K4) ausgelagert wird. 2. Verfahren zum Kommissionieren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagertransportsystem ausgelagerte Produkte (P) weiters über Durchlaufkanäle (D) an Zwischenlagerplätze (Z) eines Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatz (MZW1 bis MZW3) übergibt, wobei alle an dem Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatz (MZW1 bis MZW3) zu kommissionierenden ausgelagerten Produkte (P) eines Kommissionierauftrags während der Zeitdauer des Kommissionierens je Produktart in einem der Zwischenlagerplätze (Z) des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes (MZW1 bis MZW3) zwischengelagerten und aus diesen Zwischenlagerplätzen (Z) manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, in eine Auftragstransporteinheit (A) des Kommissionierauftrags kommissioniert werden. 3. Verfahren zum Kommissionieren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZMl) auch Produkte (P) zumindest einer statisch ausgelagerten Produktart kommissioniert werden, die an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZMl) über einen längeren Zeitbereich, insbesondere für die Zeitdauer des Kommissionierens mehrere Kommissionieraufträge zwischengelagert wird. 4. Verfahren zum Kommissionieren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit den ausgelagerten im Zwischenlagerplatz (Z) des Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes (ZBF1) befindlichen Produkten (P) ein Zentralbandautomat (ZA) des Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes (ZBF1) manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, befüllt wird, mit dem von einem Lagerverwaltungsrechner gesteuert jeder Kommissionierauftrag automatisch auf das Zentralband (ZB) kommissioniert wird, wobei am Ende des Zentralbandes (ZB) die kommissionierten Produkte (P) jedes Kommissionierauftrags je in eine Auftragstransporteinheit (A) eingebracht werden. 5. Verfahren zum Kommissionieren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit den ausgelagerten im Zwischenlagerplatz (Z) des Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes (ZBF2) befindlichen Produkten (P) ein Zentralbandhalbautomat (ZHA) des Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes (ZBF2) je Kommissionierauftrag manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, befüllt und anschließend auf das Zentralband (ZB) kommissioniert wird, wobei am Ende des Zentralbandes (ZB) die kommissionierten Produkte (P) jedes Kommissionierauftrags je in eine eigene Auftragstransporteinheit (A) eingebracht werden. 6. Verfahren zum Kommissionieren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Lagerverwaltungsrechner der Kommissionieranlage (1; 2) jedem einzulagernden Produkt (P) abhängig von Produkteigenschaften und der für das Produkt (P) zu erwartenden Kommissionierart einen geeigneten Lagerplatz zuweist, um Ein- und Auslagerwege beziehungsweise Ein- und Auslagerzeiten des Lagertransportsystemes gering zu halten und die Kommissionierleistung zu erhöhen. 7. Verfahren zum Kommissionieren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (P) in einem Karusselllager (Kl bis K4) gelagert sind, in dem die Produkte (P) auf einer Endlosfachbodenkette (EF) geführt und ausgelagerte Produkte (P) mit dem Lagertransportsystem von der Endlosfachbodenkette (EF) entweder an das Transportsystem (FO) oder an einen der Durchlaufkanäle (D) übergeben werden. 8. Kommissionieranlage (1; 2) zum Kommissionieren von Produkten (P), wobei die Kommissionieranlage (1; 2) zumindest ein Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) zum Lagern der Produkte (P) und ein dem Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) zugeordnetes Lagertransportsystem zum Aus- und Einlagern der Produkte (P) und zur Übergabe ausgelagerter Produkte (P) an ein Transportsystem (FO) aufweist und ein Lagerverwaltungsrechner zum Steuern der Kommissionieranlage (1; 2) vorgesehen ist, und wobei ein Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz (WZM1) vorgesehen ist, an dem die in einem Kommissionierauftrag festgelegte Stückzahl der ausgelagerten Produkte (P) in eine Auftragstransporteinheit (A) je Kommissionierauftrag kommissionierbar sind, wobei dem Kommissionierauftrag entsprechend Produktarten von dem Lagertransportsystem auslagerbar, an dem Ware-zu- Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZM1) nacheinander kommissionierbar und nach dem Kommissionieren verbliebene Produkte (P) der Produktart über das Transportsystem (FO) wieder in dem Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) einlagerbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Regal (Rl bis R4; Kl bis K4) zumindest einen Durchlaufkanal (D) und Zwischenlagerplatz (Z) eines an der dem Lagertransportsystem gegenüberliegenden Seite des Regals (Rl bis R4; Kl bis K4) vorgesehenen Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes (ZBF1, ZBF2) der Kommissionieranlage (1; 2) aufweist und dass das Lagertransportsystem dazu ausgebildet ist ausgelagerte Produkte (P) über den Durchlaufkanal (D) an den Zwischenlagerplatz (Z) zu übergeben, an dem ausgelagerte Produkte (P) einer Zentralbandtechnik (ZF) der Kommissionieranlage (1; 2) zum Kommissionieren auf einem Zentralband (ZB) der Zentralbandtechnik (ZF) zuführbar sind, und dass das Lagertransportsystem unabhängig davon, ob ein Produkt (P) an dem Ware-zu- Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZM1) oder an dem Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes (ZBF1, ZFB2) kommissioniert werden soll, zum Auslagern des Produkts (P) aus demselben Lagerplatz des Regals (Rl bis R4; Kl bis K4) ausgebildet ist. 9. Kommissionieranlage (1; 2) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagertransportsystem dazu ausgebildet ist ausgelagerte Produkte (P) weiters über Durchlaufkanäle (D) an Zwischenlagerplätze (Z) eines an der dem Lagertransportsystem gegenüberliegenden Seite des Regals (Rl bis R4) vorgesehenen Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplatzes (MZW1 bis MZW3) zu übergeben, wobei im Bereich (B) des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes (MZW1 bis MZW3) für jede zu kommissionierende Produktart eines Kommissionierauftrags ein Zwischenlagerplatz (Z) vorgesehen ist, von denen die ausgelagerten Produkte (P) manuell in eine Auftragstransporteinheit (A) je Kommissionierauftrag kommissionierbar sind. 10. Kommissionieranlage (1; 2) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchlaufkanäle (D) und die Zwischenlagerplätze (Z) des Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes (ZBF1, ZBF2) beziehungsweise des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes (MZWl bis MZW3) in bodennahen unteren Regalebenen des zumindest einen Regals (Rl bis R4; Kl bis K4) vorgesehen sind. 11. Kommissionieranlage (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Regale (Rl, R4) parallel angeordnet ein Hochregallager (Hl bis H6) bilden, und dass die Durchlaufkanäle (D) und die Zwischenlagerplätze (Z) des Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes (ZBF1, ZBF2) in einem das Hochregallager (Hl bis H6) begrenzenden ersten äußeren Regal (Rl) vorgesehen sind und dass die Durchlaufkanäle (D) und die Zwischenlagerplätze (Z) des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes (MZWl bis MZW3) in einem zu dem ersten Regal (Rl) gegenüberliegenden, das Hochregallager (Hl bis H6) begrenzenden zweiten äußeren Regal (R4) vorgesehen sind. 12. Kommissionieranlage (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Regale (Rl bis R4) mit je zumindest zwei Regalebenen eine Fahrgasse (Fl, F2) bilden in der je Regalebene ein Ebenenbediengerät des Lagertransportsystems vorgesehen ist, das zum Ein- und Auslagern von Produkten (P) in die Lagerplätze der Regale (Rl bis R4) und zum Abgeben ausgelagerter Produkte (P) an einen Lift (LI bis L4) des Transportsystems (FO) ausgebildet ist, der die ausgelagerten Produkte (P) auf eine Förderbandebene befördert. 13. Kommissionieranlage (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz (WZM1) und/oder an dem Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatz (MZWl bis MZW3) ein von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuerter Roboter vorgesehen ist, der zum Kommissionieren ausgelagerter Produkte (P) ausgebildet ist und/oder, dass an dem Zentralbandtechnik- Kommissionierplatz (MZWl bis MZW3) ein von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuerter Roboter vorgesehen ist, der zum Kommissionieren ausgelagerter Produkte (P) in einen Zentralbandhalbautomaten (ZHA) und/oder zum Befüllen eines Zentralbandautomaten (ZA) mit ausgelagerten Produkten (P) ausgebildet ist. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kommissionieren von Produkten in einer Kommissionieranlage mit zumindest einem Regal zum Lagern der Produkte und einem zugeordnetem Lagertransportsystem zum Aus- und Einlagern der Produkte und zur Übergabe ausgelagerter Produkte an ein Transportsystem, mit der ausgelagerte Produkte zu einem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz transportiert werden, an dem die in einem Kommissionierauftrag festgelegte Stückzahl der ausgelagerten Produkte in eine Auftragstransporteinheit je Kommissionierauftrag manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, kommissioniert werden, wobei dem Kommissionierauftrag entsprechende Produktarten ausgelagert, an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz nacheinander kommissioniert und verbliebene Produkte der Produktart über das
Transportsystem wieder in dem Regal eingelagert werden.
Die Erfindung betrifft weiters eine Kommissionieranlage zum Kommissionieren von Produkten, wobei die Kommissionieranlage zumindest ein Regal zum Lagern der Produkte und ein dem Regal zugeordnetes Lagertransportsystem zum Aus- und Einlagern der Produkte und zur Übergabe ausgelagerter Produkte an ein Transportsystem aufweist und ein Lagerverwaltungsrechner zum Steuern der Kommissionieranlage vorgesehen ist, und wobei ein Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz vorgesehen ist, an dem die in einem Kommissionierauftrag festgelegte Stückzahl der ausgelagerten Produkte in eine
Auftragstransporteinheit je Kommissionierauftrag kommissionierbar sind, wobei dem Kommissionierauftrag entsprechend Produktarten von dem Lagertransportsystem auslagerbar, an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz nacheinander kommissionierbar und nach dem Kommissionieren verbliebene Produkte der Produktart über das Transportsystem wieder in dem Regal einlagerbar sind.
So ein Verfahren und so eine Kommissionieranlage sind beispielsweise aus dem Dokument DE 101 36 354 AI bekannt. Das bekannte System weist mehrere Hochregale eines
Hochregallagers auf, zwischen denen je eine Fahrgasse gebildet ist, in denen je ein
Lagertransportsystem vorgesehen ist, um in dem Hochregallager gelagerte Produkte ein- oder auszulagern. Jedes der Lagertransportsysteme weist je Regalebene ein
Ebenenbediengerät auf, mit dem auszulagernde Produkte von Lagerplätzen abgeholt und an einen Lift des Transportsystems abgegeben werden. Mit Förderbändern des
Transportsystems werden ausgelagerte Produkte an den Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz befördert, an dem eine Bedienperson die für einen
Kommissionierauftrag vorgesehene Anzahl der Produktart des ausgelagerten Produktes nimmt und in einen Auftragsbehälter bzw. eine Auftragstransporteinheit des
Kommissionierauftrags legt. Ein Lagerverwaltungsrechner der Kommissionieranlage steuert die Lagertransportsysteme und das Transportsystem so an, dass alle für einen
Kommissionierauftrag zu kommissionierenden Produkte nacheinander aus dem
Hochregallager ausgelagert und zu dem Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz transportiert werden. Die Bedienperson muss somit nur die jeweils an einem Bildschirm oder durch Lichtzeichen angezeigte Stückzahl der Produktart von den ausgelagerten
Produkten entnehmen und in den Auftragsbehälter A legen. Nach dem Kommissionieren noch verbliebene ausgelagerte Produkte werden von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuert wiederum in das Hochregallager eingelagert.
Bei dem bekannten Verfahren zum Kommissionieren und der bekannten
Kommissionieranlage hat sich erwiesen, dass diese Art des Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierens für bestimmte Kommissionieraufträge sehr zufrieden stellend anwendbar ist. Als Nachteil hat sich aber erwiesen, dass für bestimmte Produktarten, beziehungsweise bei bestimmten Produkteigenschaften (z.B. Umschlagshäufigkeit, Produktgeometrie), oder zum Erzielen hoher Kommissionierdurchsatzleistungen für bestimmte
Kommissionieraufträge oder Teile bestimmter Kommissionieraufträge besser geeignete Kommissionierarten als das Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionieren angewendet werden könnten. So ist zum Kommissionieren von beispielsweise Arzneimitteln das
Kommissionieren mit einer Zentralbandtechnik erfolgreich im Einsatz. Bei der
Zentralbandtechnik ist gemäß dem Stand der Technik ein gänzlich anderes Lagerungssystem vorgesehen, weshalb bei bekannten Kommissionieranlagen bereits unmittelbar nach der Anlieferung der Produkte durch den LKW oder die Bahn entschieden werden muss, wie die Produkte letztendlich kommissioniert werden sollen, um die geeignete Lagerungsart in der Kommissionieranlage festzulegen.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Kommissionieren von Produkten und eine Kommissionieranlage zu schaffen, bei der größtmögliche Flexibilität bezüglich der Art, wie die Produkte kommissioniert werden sollen, und der je
Kommissionierauftrag erforderlichen Kommissionierdurchsatzleistung sowie der
Lagerkosten und Kommissionierkosten zu erhalten. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren zum Kommissionieren dadurch gelöst, dass das Lagertransportsystem ausgelagerte Produkte über zumindest einen
Durchlaufkanal an einen Zwischenlagerplatz eines Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes übergibt, von dem ausgelagerte Produkte manuell, beziehungsweise automatisch mittels Roboter, einer Zentralbandtechnik zum Kommissionieren auf einem Zentralband der Zentralbandtechnik zugeführt werden, und dass unabhängig davon, ob ein Produkt an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz oder an dem
Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes kommissioniert werden soll, das Produkt aus demselben Lagerplatz des Regals ausgelagert wird.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Kommissionieranlage dadurch gelöst, dass das Regal zumindest einen Durchlaufkanal und Zwischenlagerplatz eines an der dem Lagertransportsystem gegenüberliegenden Seite des Regals vorgesehenen
Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes der Kommissionieranlage aufweist und dass das Lagertransportsystem dazu ausgebildet ist ausgelagerte Produkte über den Durchlaufkanal an den Zwischenlagerplatz zu übergeben, an dem ausgelagerte Produkte einer
Zentralbandtechnik der Kommissionieranlage zum Kommissionieren auf einem Zentralband der Zentralbandtechnik zuführbar sind, und dass das Lagertransportsystem unabhängig davon, ob ein Produkt an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz oder an dem Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes kommissioniert werden soll, zum Auslagern des Produkts aus demselben Lagerplatz des Regals ausgebildet ist.
Hierdurch ist erreicht, dass sämtliche in der Kommissionieranlage zu lagernden und zu kommissionierenden Produkte in das ein oder mehrere Regale aufweisende Hochregallager oder in ein Karusselllager eingelagert werden können, wobei vorteilhafterweise noch keine Entscheidung getroffen werden muss, wie die eingelagerten Produkte später kommissioniert werden sollen. Die eingelagerten Produkte können von den jeweiligen Lagerplätzen in dem Hochregallager oder dem Karusselllager mit dem Lagertransportsystem und dem
Transportsystem zu dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz transportiert werden, wenn diese Art der Kommissionierung bei diesen Produkten und der geforderten Kommissionierdurchsatzleistung Sinn macht. Vorteilhafterweise können die in dem
Hochregallager oder dem Karusselllager gelagerten Produkte aber von dem
Lagertransportsystem auch unmittelbar über Durchlaufkanäle an Zwischenlagerplätze des Zentralbandtechnik-Kommissionierplatzes übergeben werden, von dem eine Bedienperson oder ein Roboter die ausgelagerten Produkte mittels der Zentralbandtechnik kommissionieren kann. Bei dieser Kommissionierart werden sehr hohe
Kommissionierdurchsatzleistungen erzielt.
Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, zusätzlich eine weitere Art von
Kommissionierplatz, nämlich einen Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatz in der Kommissionieranlage vorzusehen. An diesem Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplatz können sämtliche Produktarten und insbesondere so genannte schnelldrehende Produktarten besonders gut kommissioniert werden. Durch das Vorsehen von zumindest zwei beziehungsweise bis zu vier unterschiedlichen Arten von
Kommissionierplätzen in einer Kommissionieranlage ist eine besonders große Flexibilität zur effektiven Auftragsabwicklung erhalten. Hierdurch ist vorteilhafterweise unter anderem erreicht, dass kein Umlagern von dem Lagersystem einer Kommissionierart zu dem
Lagersystem einer anderen Kommissionierart nötig ist, wenn der Kommissionierauftrag oder ein Teil des Kommissionierauftrags mit einer anderen Kommissionierart abgearbeitet werden soll. Weiters ist durch das Vorsehen nur eines zentralen Lagersystems der Vorteil erhalten, dass durch zeitnahe Umlagerung und kurze Wege von dem jeweiligen Lagerplatz in dem Regal zu dem Kommissionierplatz und wieder retour und durch einheitliche Transporteinheiten für die Produkte eine hohe Produktverfügbarkeit gegeben ist und Kosten eingespart werden.
Die weiteren Ausbildungen und Vorteile der erfindungsgemäßen Kommissionieranlage und des erfindungs gemäßen Verfahrens zum Kommissionieren sind im Folgenden anhand mehrerer in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Ausschnitt einer Kommissionieranlage in einer ersten 3-D-Ansicht.
Figur 2 zeigt die Kommissionieranlage gemäß Figur 1 in einer Seitenansicht.
Figur 3 zeigt die Kommissionieranlage gemäß Figur 1 in einer Draufsicht.
Figur 4 zeigt die Kommissionieranlage gemäß Figur 1 in einer zweiten 3-D-Ansicht.
Figur 5 zeigt die gesamte Kommissionieranlage gemäß Figur 1 in einer Seitenansicht.
Figur 6 zeigt eine weitere Kommissionieranlage mit einem Karusselllager in einer
Draufsicht. Figur 1 zeigt einen Ausschnitt einer Kommissionieranlage 1 zum Kommissionieren von Produkten P. Unter dem„Kommissionieren" versteht man das Zusammenstellen von der gewünschten Anzahl von Produkt P je gewünschter Produktart eines
Kommissionierauftrages bzw. Bestellauftrages eines Kunden. Die die unterschiedlichen Produktarten werden per LKW oder Bahn in großer Stückzahl zu der Kommissionieranlage 1 angeliefert und in einem Hochregallager Hl eingelagert. In Figur 1 sind vier Hochregale Rl, R2, R3 und R4 des Hochregallagers Hl dargestellt, wobei jedes Hochregal 23 Ebenen übereinander aufweist und etwa 50 Lagerplätze je Hochregal Rl bis R4 in Längsrichtung des Hochregallagers Hl in Figur 1 dargestellt sind. Das in Figur 1 dargestellte
Hochregallager Hl weist weiters eine so genannte doppelt tiefe Lagerung auf, bei der jedes Regal Rl bis R4 durch ein Doppelregal gebildet ist, in dem zwei Lagerplätze hintereinander angeordnet vorgesehen sind. Eine erfindungs gemäße Kommissionieranlage kann aber ebenso eine nur einfach tiefe Lagerung oder auch eine mehr als doppelt tiefe Lagerung aufweisen.
Figur 2 zeigt die Kommissionieranlage 1 gemäß Figur 1 in einer Seitenansicht und Figur 3 in einer Draufsicht. In Figur 2 ist eine erste Fahrgasse Fl, die zwischen den zwei
Hochregalen Rl und R2 gebildet ist, und eine zweite Fahrgasse F2, die zwischen den zwei Hochregalen R3 und R4 gebildet ist, dargestellt. In den Fahrgassen Fl und F2 sind, in den Figuren nicht näher dargestellte Lagertransportsysteme vorgesehen, die je Regalebene ein Ebenenbediengerät aufweisen. Die Produkte P je Produktart sind in den einzelnen
Lagerplätzen auf Lagertransporteinheiten gelagert, die von dem Ebenenbediengerät samt darauf befindlichen Produkten P aus dem Lagerplatz ausgelagert und an ein Transportsystem FO übergeben werden. Das Transportsystem FO ist durch einen Lift LI bis L4 je Hochregal Rl bis R4 und durch Förderbänder FB gebildet. Ein solches Lagertransportsystem samt Ebenenbediengeräten ist beispielsweise in der DE 101 36 354 AI offenbart, weshalb hierauf in diesen Ausführungsbeispielen nicht näher eingegangen ist.
Ein in den Figuren nicht dargestellter Lagerverwaltungsrechner ist dazu vorgesehen, jeder der zu der Kommissionieranlage 1 angelieferten Produktart einen oder mehrere geeignete Lagerplätze in dem Hochregallager Hl zuzuweisen und die Produkte P über das
Transportsystem FO und das Lagertransportsystem auf den oder die zugewiesenen
Lagerplätze einzulagern. Weiters gehen bei dem Lagerverwaltungsrechner
Kommissionieraufträge ein, die entsprechend einem nachfolgend beschriebenen Verfahren zum Kommissionieren von Produkten P abgearbeitet werden. Die Kommissionieranlage 1 weist nunmehr weiters einen so genannten Ware-zu- Kommissionierer- Kommissionierplatz WZM1 auf, der sich dadurch auszeichnet, dass die zu kommissionierenden Produkte P aus dem Hochregallager Hl von dem
Lagerverwaltungsrechner gesteuert ausgelagert und zu dem„Mann" bzw. der Bedienperson B-WZM1 transportiert werden. An einem Bildschirm BS kann die Bedienperson B-WZM1 ablesen, welche Stückzahl von Produkten P der jeweiligen Produktart kommissioniert werden sollen und legt diese Stückzahl der Produkte P in einem diesem
Kommissionierauftrag zugewiesenen Auftragsbehälter A ab, der eine
Auftragstransporteinheit bildet. Die auf der Lagertransporteinheit nach dem
Kommissionieren verbliebenen Produkte P werden hierauf von dem
Lagerverwaltungsrechner mittels des Transportsystems FO und dem Lagertransportsystem wieder auf den Lagerplatz in das Hochregallager Hl transportiert und dort gelagert.
Ebenso könnten Lichtzeichen anstatt des Bildschirms BS die Anzahl der zu
kommissionierenden Produkte anzeigen oder es könnte durch Sprachausgabe oder mit Hilfe einer 3d-Brille die Bedienperson entsprechend informiert werden. Besonders vorteilhaft ist es einen von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuerten Roboter beziehungsweise
Roboterarm anstatt der Bedienperson vorzusehen, welcher Roboter die zu
kommissionierenden Produkte P in der richtigen Anzahl an dem Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz entnimmt und in den Auftragsbehälter A legt. Die Auftragsbehälter A können als Karton oder anderen Behältnissen gebildet sein.
Die Kommissionieranlage 1 weist weiters in den untersten fünf Regalebenen des Regals Rl keine Lagerplätze sondern einen Durchlaufkanal D je Regallagerplatz auf, wobei das Ende der Durchlaufkanäle D Zwischenlagerplätze Z für Fachböden bildet. In diesen fünf
Regalebenen ist das Regal Rl auf der zu der Fahrgasse Fl gegenüberliegenden Seite verbreitert, um ausreichend Platz für die Zwischenlagerplätze Z ausgelagerter Produkte P zu bieten. Die Kommissionieranlage 1 weist nunmehr weiters eine Zentralbandtechnik ZF auf, die ein Zentralband ZB und mehrere Zentralbandtechnik- Kommissionierplätze aufweist. In den Figuren sind allerdings nur ein Zentralbandtechnik-Kommissionierplatz ZBF1 mit einem Zentralbandautomaten ZA und ein Zentralbandtechnik- Kommissionierplatz ZBF2 mit einem Zentralbandhalbautomaten ZHA dargestellt. Die Durchlaufkanäle D bilden hierbei die unmittelbare Anbindung des Hochregallagers Hl an den Zentralbandtechnik ZF. Eine Bedienperson B-ZBF1 für den Zentralbandtechnik-Kommissionierplatz ZBF1 holt Produkte P aus den Zwischenlagerplätzen Z und bestückt den Zentralbandautomaten ZA. Hierbei kommissioniert die Bedienperson B-ZBF1 keine Kommissionieraufträge, sonder füllt nur die von dem Zentralbandautomaten ZA kommissionierten Produktarten in dem Zentralbandautomaten ZA nach. Der Zentralbandautomat ZA kommissioniert von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuert automatisch auf das Zentralband ZB, worauf bei der Erläuterung des Verfahrens zum Kommissionieren von Produkten P näher eingegangen ist. Eine Bedienperson B-ZBF2 für den Zentralbandtechnik-Kommissionierplatz ZBF2 holt Produkte P aus den Zwischenlagerplätzen Z und schlichtet sie in den
Zentralbandhalbautomaten ZHA entsprechend einem Kommissionierauftrag ein. Der Zentralbandhalbautomat ZA kommissioniert von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuert zu einem bestimmten Zeitpunkt die in den Zentralbandhalbautomaten ZHA gelegten Produkte P auf das Zentralband ZB, worauf bei der Erläuterung des Verfahrens zum Kommissionieren von Produkten P näher eingegangen ist.
Es kann erwähnt werden, dass auch nur die unterste Regalebene oder aber beispielsweise auch dem untersten zehn Regalebenen Durchlaufkanälen und Zwischenlagerplätzen vorgesehen sein könnten.
Figur 4 zeigt die Kommissionieranlage 1 gemäß Figur 1 in einer zweiten 3-D-Ansicht, wobei an der Außenseite des Hochregals R4 vorgesehene Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplätze MZW1 bis MZW3 dargestellt sind. Ein Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplatz zeichnet sich dadurch aus, dass von je eine Bedienperson B-MZWl bis B-MZW3 aus dem ihr zugewiesenen Bereich B Produkte P aus Zwischenlagerplätzen Z des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes oder aus Dauerlagerplätzen DL entnimmt und entsprechend dem jeweiligen Kommissionierauftrag in einen Auftragsbehälter A legt. Der Mann bzw. die Bedienperson B-MZWl bis B-MZW3 muss hierbei kürzere Wege im Bereich B zurücklegen und zu den zu kommissionierenden Produkten P gehen, um diese zu holen, worauf bei der Erläuterung des Verfahrens zum Kommissionieren von Produkten P näher eingegangen ist.
Besonders vorteilhaft ist es auch bei diesem Kommissionierplatz einen von dem
Lagerverwaltungsrechner gesteuerten Roboter beziehungsweise Roboterarm anstatt der Bedienperson vorzusehen, welcher Roboter die zu kommissionierenden Produkte P in der richtigen Anzahl an dem Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatz entnimmt und in den Auftragsbehälter A legt. Beispielsweise könnte ein so genannter ABB„Spinnen" Roboters verwendet werden.
Figur 5 zeigt die gesamte Kommissionieranlage 1 gemäß Figur 1 in einer Seitenansicht, bei der sechs Hochregallager Hl bis H6 in zwei Ebenen übereinander angeordnet sind. Das Transportsystem FO verbindet die einzelnen Hochregallager Hl bis H6 und
Kommissionierplätze miteinander, wobei Teile des Transportsystems FO unterirdisch geführt sind. Eine solche Kommissionieranlage 1 kann aus beliebig vielen Hochregalen und zugeordneten Kommissionierplätzen modular in mehreren Ebenen übereinander und in beliebig vielen Modulen nebeneinander mit einer beliebigen Länge der Hochregale zusammengesetzt werden. Dieser modulare Aufbau ermöglicht somit größtmögliche Flexibilität sowohl bei der Größe der Kommissionieranlage 1 als auch bei der für den jeweiligen Kommissionierauftrag zu wählenden Art die Produkte zu kommissionieren.
Im Folgenden ist nun das Verfahren zum Kommissionieren von Produkten P in der
Kommissionieranlage 1 anhand von einzelnen Beispielen näher erläutert. Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel sei angenommen, dass ein LKW eine Ladung mit
unterschiedlichen Produktarten, gemäß dem Beispiel Arzneimitteln, angeliefert hat. Die Arten unterschiedlicher Arzneimittel werden in die Datenbank des
Lagerverwaltungsrechners eingepflegt oder sind bereits durch den Lieferanten elektronisch übermittelt worden. Der Lagerverwaltungsrechner verwaltet eine Datenbank, in der zu jedem Lagerplatz in den Hochregallagern Hl bis H6 angegeben ist, welche Produktart und Stückzahl der Produkte P auf dem Lagerplatz gelagert sind. Der Lagerverwaltungsrechner ist nunmehr dazu ausgebildet jeder einzulagernden Produktart beziehungsweise jedem einzulagernden Produkt P einen Lagerplatz zuzuweisen, der im Hinblick darauf, wie diese Produktart ( z.B. Produktform) üblicherweise oder am Besten kommissioniert werden kann, festgelegt wird, um Ein- und Auslagerungswege beziehungsweise Ein- und
Auslagerungszeiten des Lagertransportsystemes möglichst gering zu halten. Auch kann es einen Unterschied machen, ob eine Produktart angeliefert und neu eingelagert oder als Retoure in die Regale erneut eingelagert wird. Wenn also eine Produktart, wie
beispielsweise eine Schachtel Kopfwehtabletten, am effizientesten und folglich auch am öftesten mit der Zentralbandtechnik ZF kommissioniert wird, dann weist der
Lagerverwaltungsrechner dieser Produktart einen Lagerplatz im Regal oder Hochregal Rl oder R2 an der Fahrgasse Fl an. Hierdurch ist der Vorteil gegeben, dass, wenn die
Kopfwehtabletten in dem Zentralbandautomaten ZA ausgehen und nachgeschlichtet werden müssen ein relativ kurzer Weg von dem Lagertransportsystem zurückgelegt werden muss, um die Lagertransporteinheit mit z.B. 1.000 Schachteln Kopfwehtabletten in den
Durchlaufkanal D und von diesem in den Zwischenlagerplatz Z des Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes ZBF1 zu befördern. Ebenso beziehungsweise zusätzlich könnte der Lagerverwaltungsrechner den Lagerplatz für die Kopfwehtabletten dahingehend festlegen, wie oft die Kopfwehtabletten voraussichtlich kommissioniert werden, also wie groß die Auslagerfrequenz für diese Produktart ist. Öfter auszulagernde Produktarten könnten in unteren Regalebenen und näher an den Kommissionierplätzen in Lagerplätze des
Hochregallagers Hl eingelagert werden.
Das Nachfüllen des Zentralbandautomaten ZA würde gemäß obigem Beispiel so
abgewickelt werden, dass der Zentralbandautomat ZA an den Lagerverwaltungsrechner die Information übermitteln, dass die Schachteln Kopfwehtabletten in dem
Zentralbandautomaten ZA ausgehen. Hierauf würde der Lagerverwaltungsrechner das Lagertransportsystem dahingehend ansteuern, dass die Lagertransporteinheit mit den Kopfwehtabletten über den Durchlaufkanal D in den Zwischenlagerplatz Z gelangen. Die Bedienperson B-ZBFl würde einen Auftrag an dem Bildschirm dargestellt erhalten, dass die Schachteln Kopfwehtabletten von dem Zwischenlagerplatz Z in den Zentralbandautomaten ZA eingeschlichtet werden sollen. Entweder es werden alle auf der Lagertransporteinheit befindlichen Schachteln Kopfwehtabletten in den Zentralbandautomaten ZA eingeschlichtet oder die restlichen auf der Lagertransporteinheit verbliebenen werden wieder als Retoure von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuert zurück auf den Lagerplatz transportiert werden. Ebenso könnte die Lagertransporteinheit mit den restlichen Schachteln Kopfwehtabletten für einen der folgenden Kommissionieraufträge in dem Zwischenlagerplatz Z gelagert beleiben.
Das Kommissionieren eines Kommissionierauftrags mit der Zentralbandtechnik ZF wird so abgewickelt, dass ein Kundenauftrag für eine Apotheke beziehungsweise ein
Kommissionierauftrag neun Schachteln Kopfwehtabletten und drei Schachteln Salbe aufweist. Dieser Kommissionierauftrag wird dem Lagerverwaltungsrechner zugeführt und der Lagerverwaltungsrechner legt fest, dass sich diese beiden Produktarten im
Zentralbandautomaten ZA befinden und daher sehr leicht und effizient dort kommissioniert werden können. Der Lagerverwaltungsrechner legt daher eine Fläche auf dem sich ständig mit beispielsweise ca. einem Meter pro Sekunde bewegenden Zentralband ZB virtuell fest, auf die dieser Kommissionierauftrag kommissioniert werden wird. Sobald diese virtuelle Fläche unter dem Zentralbandautomaten ZA bei der Ausgabe der Kopfwehtabletten ist kommissioniert der Zentralbandautomat ZA, gesteuert durch den Lagerverwaltungsrechner, neun Schachteln der Kopfwehtabletten auf das Zentralband ZB. Sobald dann diese virtuelle Fläche des Kommissionierauftrages, auf der bereits die neuen Schachteln Kopfwehtabletten liegen, bei der Ausgabe der Schachteln mit Salbe vorbeikommt, kommissioniert der Zentralbandautomat ZA die drei Schachteln Salbe dazu, wodurch der Kommissionierauftrag fertig kommissioniert ist. Am Ende des Zentralbandes werden die kommissionierten Schachteln in einen Auftragsbehälter A für diesen Kommissionierauftrag eingebracht und von dort mit dem Transportsystem versandbereit gemacht oder zur Abarbeitung eines weiteren Teil-Kommissionierauftrags an einen der anderen Kommissionierplätze der Kommissionieranlage 1 transportiert. Hierdurch ist der Vorteil erhalten, dass mit der Kommissionieranlage 1 die Produktart kleiner Schachteln für den medizinischen - insbesondere den Apothekenbedarf - flexibel und effizient mit dem Zentralbandautomaten ZA der Zentralbandtechnik ZF kommissioniert wurden.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sei angenommen, dass fünf sehr selten bestellte Schachteln Kräutertinktur und zwei sehr selten bestellte Schachteln Nasentropfen und eine Schachtel Kopfwehtabletten bestellt wurden. Der Lagerverwaltungsrechner steuert das Lagertransportsystem und das Transportsystem an, die Lagertransporteinheit mit den Schachteln Kräutertinktur und mit den Schachteln Nasentropfen aus dem Hochregal Rl und R2 zu holen und über den Durchlaufkanal D in je einen der Zwischenlagerplatz Z bei dem Zentralbandtechnik-Kommissionierplatz ZBF2 mit dem Zentralbandhalbautomaten ZHA zu transportieren. Die Bedienperson B-ZBF2 nimmt hierauf fünf Schachteln Kräutertinktur und zwei Schachteln Nasentropfen und legt diese in den Zentralbandhalbautomaten ZHA und bestätigt den Kommissionierauftrag. Hierauf legt der Lagerverwaltungsrechner wiederum eine Fläche auf dem Zentralband ZB fest und kommissioniert auf diese Fläche sowohl die Schachtel Kopfwehtabletten aus dem Zentralbandautomaten ZA als die fünf Schachteln Kräutertinktur und die zwei Schachteln Nasentropfen. Hierdurch ist vorteilhafterweise wiederum eine besonders flexible Art erhalten Kommissionieraufträge mit der am effizientesten zur Verfügung stehenden Art zu Kommissionieren.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sollen je eine bestimmte Stückzahl von drei unterschiedlichen Produktarten kommissioniert werden, die am effizientesten mit der Ware- zu-Kommissionierer-Kommissionierung kommissioniert werden können. Vorteilhafterweise kann der Lagerverwaltungsrechner anhand des jeweiligen Kommissionierauftrags festlegen, wo welcher Teil kommissioniert werden soll und das Lagertransportsystem und das Transportsystem entsprechen ansteuern. In diesem Fall steuert der Lagerverwaltungsrechner das Lagertransportsystem und das Transportsystem an, die Fachböden mit den drei
Produktarten in ausreichender Stückzahl aus dem Hochregallager Hl auszulagern und hintereinander an dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz WZM1
bereitzustellen. Die Bedienperson B-WZM1 erhält an dem Bildschirm BS angezeigt, wie viel Stück welcher Produktart sie von der Lagertransporteinheit entnehmen und in den Auftragsbehälter A des Kommissionierauftrags legen soll. Auf den Fachböden verbliebene Produkte der Produktarten werden von dem Lagerverwaltungsrechner gesteuert wieder auf die ihnen zugewiesenen Lagerplätze eingelagert. Der mit den Produkten P des
Kommissionierauftrags gefüllte Auftragsbehälter A wird über das Transportsystem FO zum Versandt oder zu einem der anderen Kommissionierplätze transportiert. Ebenso wäre es möglich und vorteilhaft, dass eine statisch aus dem Hochregallager Hl ausgelagerte
Produktart neben dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz WZM1 über längere Zeitbereiche zwischengelagert wird, beispielsweise, wenn der Lagerverwaltungsrechner anhand der in den nächsten Stunden und Tagen abzuarbeitenden Kommissionieraufträgen erkennt, dass diese Produktart sehr oft am Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz WZM1 benötigt werden wird. Hierdurch kann Kapazität des Transportsystems FO und des Lagertransportsystems zum Ein- und Auslagern dieser Produktart eingespart werden.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sollen Produkte P kommissioniert werden, die in großen Kisten oder Schachteln auf Paletten von einem LKW zu der Kommissionieranlage 1 angeliefert werden. Diese Paletten werden von Gabelstaplern unmittelbar auf einen der Dauerlagerplätze DL befördert und dort gelagert. Weitere in dem Hochregallager Hl gelagerte Produktarten sollen ebenfalls für diesen Kunden in dem Kommissionierauftrag kommissioniert werden. Der Lagerverwaltungsrechner entscheidet sich anhand dieser Informationen dazu, diesen Kommissionierauftrag an dem Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplatz MZW1 zu kommissionieren und steuert das Lagertransportsystem und das Transportsystem FO entsprechend an, die in dem Hochregal Hl gelagerten Produktarten des Kommissionierauftrags über je einen Durchlaufkanal D in je einen Zwischenlagerplatz Z je Produktart zu transportieren. Die in dem Kommissionierauftrag zu kommissionierenden Produktarten sind somit parallel während der in benachbarten Zwischenlagerplätzen Z vorrätig und können von dort entnommen werden. Somit sind alle an dem Kommissionierer- zu-Ware-Kommissionierplatz MZW1 zu kommissionierenden ausgelagerten Produkte P des Kommissionierauftrags während der Zeitdauer des Kommissionierens je Produktart in einem der Zwischenlagerplätze Z des Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplatzes MZW1 zwischengelagerten und können aus diesen Zwischenlagerplätzen Z manuell oder auch von einem Roboter kommissioniert werden. Wenn dies manuell erfolgt, dann erhält die
Bedienperson B-MZW1 einen Kommissionierauftrag und entnimmt die entsprechenden Stückzahlen der Produkte P aus den Zwischenlagerplätzen Z und dem Dauerlagerplatz DL in ihrem Bereich B und kommissioniert die Produkte P in einen Auftragsbehälter A des Kommissionierauftrags. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist durch die flexible Möglichkeit für jeden Kommissionierauftrag die am besten geeignete Art der
Kommissionierung festzulegen ein wesentlicher Vorteil erhalten.
Gemäß oben beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde die Entscheidung darüber, welche Art oder welche Arten der Kommissionierung eines Kommissionierauftrages durch den Lagerverwaltungsrechner getroffen. Es kann erwähnt werden, dass diese Entscheidung auch von einer Bedienperson getroffen werden kann, die ihre Entscheidung, basierend auf mit dem Lagerverwaltungsrechner angezeigten Informationen über den Kommissionierauftrag, fällt und in den Lagerverwaltungsrechner eingibt.
Die Durchlaufkanäle D und Zwischenlagerplätze Z für die Zentralbandtechnik- Kommissionierplätze und die Kommissionierer-zu-Ware-Kommissionierplätze sind vorteilhafterweise in den unteren Regalebenen der äußeren Hocheregale Rl und R4 des Hochregallagers Hl vorgesehen, damit die Bedienpersonen B-ZBF1 und B-MZW1 gut zu den Zwischenlagerplätzen Z gelangen, um Produkte entnehmen zu können. Je nach der Höhe der Zwischenlagerplätze können die unteren Regalebenen hierbei durch die untersten beispielsweise drei, fünf oder auch zwanzig Regalebenen des Regals gebildet sein.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel in den Figuren 1 bis 5 ist das Lagertransportsystem durch je ein Ebenenbediengerät je Regalebene gebildet, was zum Erzielen einer hohen
Kommissionierdurchsatzleistung vorteilhaft ist. Ebenso könnte das Lagertransportsystem aber durch einen in der Fahrgasse Fl und F2 fahrenden und in der Höhe verstellbares Regalbediengerät gebildet sein. Das Regalbediengerät könnte nur einen Mast über die gesamte Regalhöhe oder auch mehrere Mastgeräte übereinander aufweisen. Das
Lagertransportsystem könnte weiters durch ein Karussell gebildet sein. Ebenso könnte das Transportsystem FO durch das Regalbediengerät gebildet sein, das fahrerlos aus der Fahrgasse fährt und die ausgelagerten Produkte P direkt zu einem der Kommissionierplätze befördert. Das Transportsystem könnte aber auch durch eine Palletten-Fördertechnik oder Hängebahnen gebildet sein.
In Figur 6 ist eine zweite Ausführung einer erfindungsgemäßen Kommissionieranlage 2 dargestellt, bei der die Produkte P nicht in einem Hochregallager, sondern in einem
Karusselllager Kl bis K4 gelagert werden. Die Produkte P werden auf einer
Endlosfachbodenkette EF gelagert. Wenn ein bestimmtes Produkt P ausgelagert werden soll, dann wird die Endlosfachbodenkette EF so lange transportiert, bis der entsprechende Lagerplatz an dem Transportsystem, insbesondere an dem Lift, oder an einem Hebearm, der beispielsweise in dem mittleren Bereich des Karusselllagers positioniert ist, um die
Lagertransporteinheit mit dem Produkt P zu einem der vorstehend beschriebenen
Kommissionierplätze zu transportieren. Das Karusselllager kann ebenfalls in mehreren Ebenen übereinander als Hoch-Karusselllager ausgeführt sein.
Bei einer erfindungsgemäßen Kommissionieranlage befindet sich folglich zentral in der Mitte zumindest ein Regal, insbesondere aber ein Hochregallager oder Karusselllager in das eine große Anzahl an unterschiedlichen Produktarten eingelagert werden kann. An den Rändern des zentralen Lagers befinden sich unterschiedliche Arten von
Kommissionierplätzen und je nach Kommissionierauftrag die geeignete Art der
Kommissionierung auszuwählen oder die geeigneten Arten der Kommissionierung zu kombinieren, um den Kommissionierauftrag möglichst effizient und schnelle abarbeiten zu können.
Es kann erwähnt werden, dass das Kommissionieren an dem Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz überwiegend mit Produkten erfolgt, die nacheinander von dem
Transportsystem dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz zugeführt werden, wobei die restlichen Produkte statisch oder zumindest über einen Zeitbereich von einigen Stunden oder mehreren Tagen vorübergehend an dem Ware-zu-Kommissionierer- Kommissionierplatz zwischengelagert sind.
Es kann erwähnt werden, dass eine Auftragstransporteinheit und eine Lagertransporteinheit als Kunststoffbehälter oder als Karton oder als Tray oder als Ladungsträger ausgebildet sein können. Weiters ist es möglich die Lagertransporteinheit auch gleich als
Auftragstransporteinheit zu verwenden. Weiters kann erwähnt werden, dass Produkte P nicht auf Lagertransporteinheiten in den Regalen gelagert sein müssen sonder, dass die Produkte P beispielsweise auch direkt eingelagert werden könnten. Es kann erwähnt werden, dass zum Transport ausgelagerter Produkte P zu den Durchlaufkanälen D des Zentralband-Kommissionierplatzes das Transportsystem
vorteilhafterweise nicht belastet wird sondern die Produkte P direkt von dem
Lagertransportsystem in die Durchlaufkanäle D übergeben werden.
Es kann erwähnt werden, dass die Produkte mittels Schwerkraft durch den Durchlaufkanal D in den Zwischenlagerplatz Z transportiert werden können, dass dies aber ebenfalls elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch angetrieben erfolgen kann. Weiters kann anschließend an einen Durchlaufkanal D ein Zwischenlagerplatz Z oder es können auch mehrere Zwischenlagerplätze Z vorgesehen sein.
Es kann erwähnt werden, dass ein Kommissionierauftrag zur Gänze an einem
Kommissionierplatz gemäß nur einer Kommissionierart durchgeführt werden kann, dass ein Kommissionierauftrag aber auch in ein, zwei oder mehrere Teil-Kommissionieraufträge aufgeteilt werden kann. In diesem Fall könnte beispielsweise ein Teil des
Kommissionierauftrags bei dem Zentralbandtechnik-Kommissionierplatz und ein anderer Teil bei dem Ware-zu-Kommissionierer-Kommissionierplatz durchgeführt werden. Ebenso könnte ein Teil-Kommissionierauftrag bei dem Kommissionierer-zu-Ware- Kommissionierplatz und ein anderer Teil-Kommissionierauftrag mittels des
Zentralbandhalbautomaten des Zentralbandautomaten-Kommissionierplatzes durchgeführt werden. Erfindungsgemäß können somit vorteilhafterweise beliebige der von der
Kommissionieranlage unterstützten Kommissionierarten zur Kommissionierung verwendet werden, wobei unter anderem sowohl auf die Kommissionierdurchsatzleistung, aber auch auf die Lagerkosten und Kommissionierkosten geachtet wird. Die für einen
Kommissionierauftrag gewählte Kommissionierart könnte sich beispielsweise auch abhängig von der Jahreszeit ändern. So könnten beispielsweise in der kalten Jahreszeit Produktarten, wie Kopfwehtabletten oder Nasentropfen, so stark nachgefragt sein, dass diese in den Zentralbandautomat des Zentralbandtechnik- Kommissionierplatzes aufgenommen werden, und in der warmen Jahreszeit effizienter an dem Ware-zu-Mann- Kommissionierplatz kommissioniert werden.
Um in dem Hochregal Hl alle möglichen Produktarten den Erfordernissen der Produkten P entsprechend zu lagern, könnte beispielsweise eines der Regale R als Kühlregal ausgebildet sein, um Tiefkühlware oder normale Kühlware frisch zu halten.
Next Patent: GAS GENERATOR AND MANUFACTURING PROCESS THEREOF
