Eggert, Axel (Alte Schulstrasse 20 Monheim, 40789, DE)
Das liegt zum einen daran, daß es schlecht rieselfähig ist und zum anderen daran, daß es beim Verpressen von kleineren Einheiten einen verhältnismäßig großen Luftanteil enthält, der den Zusammenhalt des Materials beeinträchtigt. Deshalb ist es üblich, das pulverförmige Material zunächst in einer Walzenpresse unter hohem Druck zu Schülpen zu kompaktieren und diese grobstückigen Schülpen anschließend in einem Granulator zu einem gut rieselfähigen Granulat zu zerkleinern. Die Körner dieses Granulats enthalten praktisch keine Luft und lassen sich problemlos zu kleineren Einheiten, wie Tabletten, verpressen.
Beim Zerkleinern in einem Granulator wird eine möglichst schonende Bearbeitung angestrebt, um den entstehenden Feinanteil bei einer möglichst kleinen Korngrößenverteilung klein zu halten, weil sonst die Fließfähigkeit des Granulates schlecht ist, was wiederum eine Feinkornabsiebung und eine Rückführung eines nicht unerheblichen Anteils des Granulates zur Walzenpresse und erneute Zuführung zum Granulator nötig macht.
Mit einem bekannten Siebgranulator wird dieses Ziel nur teilweise erreicht. Ein solcher Siebgranulator besteht aus einem muldenförmigen Arbeitsraum, der im wesentlichen von einem an seiner Peripherie angeordneten Sieb oder perforiertem Blech und einem in dem Arbeitsraum rotierenden, offenen, zylindrischen Käfig besteht, der an seinem Umfang eine Vielzahl von Längsstreben des Käfigs bildende Streichleisten aufweist, die bei Rotation des Käfigs das zu granulierende, grobstückige Material an dem perforierten Blech oder Sieb entlangstreifen. Das perforierte Blech oder Sieb erstreckt sich über den Bereich des zweiten und dritten Quadranten des Arbeitsraums.
Beim Betrieb eines solchen Siebgranulators hat sich gezeigt, daß das von oben in den offenen Käfig eingefüllte, zu granulierende, grobstückige Material verhältnismäßig lange im Arbeitsraum bearbeitet wird und dabei ein Granulat mit einem unerwünscht hohem Feinanteil und verhältnismäßig großer Korngrößenverteilung entsteht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Siebgranulator zu schaffen, der effektiver als der bekannte Siebgranulator grobstückiges Material granuliert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das perforierte Blech oder Sieb den Käfig in dessen Drehrichtung bis in den Bereich des vierten Quadranten umschlingt.
Beim Betrieb mit dem erfindungsgemäßen Siebgranulator hat sich herausgestellt, daß die Verweilzeit des Materials im Arbeitsraum erheblich verringert und der entstehende Feinanteil erheblich herabgesetzt werden konnte.
Vorteilhaft wirkt sich in diesem Sinn aus, wenn die aus Flachmaterial bestehenden Streichleisten derart schräg angestellt sind, daß sie mit dem perforierten Blech oder Sieb keilförmig sich verjüngende Taschen bilden, die das zu zerkleinernde Material bis etwa zum oberen Scheitelpunkt des Käfigs tragen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert, die den Siebgranulator im seitlichen Vertikalschnitt zeigt.
Der Siebgranulator weist einen muldenförmigen Arbeitsraum 1, der von einem perforierten Blech 2 und stirnseitigen Wänden 3 gebildet wird, und ein den Arbeitsraum 1 aufnehmendes, trichterförmiges Gehäuse 4 mit Auslauf 5 auf. In dem muldenförmigen Arbeitsraum 1 ist ein rotierend angetriebener, zylinderförmiger Käfig 6 angeordnet, der am Umfang als Streichleisten 7 axiale Längsstreben aufweist. Das perforierte Blech 2 umschlingt den Käfig 6 bis in den Bereich des vierten Quadranten in Drehrichtung des Käfigs 6. Wegen der schräg angestellten Streichleisten 7 wird bei rotierendem Käfig 6 von oben in den Arbeitsraum 1 eingefülltes, grobstückiges Material 8 bis in den Bereich des vierten Quadranten an dem perforierten Blech entlanggestreift. Das bedeutet, daß sich der Arbeitsbereich für das Granulieren bis in diesen Bereich erstreckt. Das bis zu diesem Ort nicht durch das perforierte Blech 2 in den trichterförmigen Sammelraum des Gehäuses 4 hindurchgedrückte Material fällt dann zurück in den offenen Käfig 6 und wird erneut von den Streichleisten 7 aus dem unteren Bereich des Arbeitsraums 1 entlang dem gelochten Blech 2 bis in den oberen Bereich transportiert.
Wegen des vergrößerten Arbeitsbereichs des erfindungsgemäßen Siebgranulators ist die Verweilzeit des zu zerkleinernden grobstückigen Materials im Arbeitsraum 1 kurz. Aus dem gleichen Grund wird auch ein geringerer Anteil des grobstückigen Materials unerwünscht stark zerkleinert. Die Ausbeute für unmittelbar weiterzuverarbeitendes Granulat ist deshalb hoch. In den Fällen, in denen es auf eine Minimierung des Feinanteils nicht ankommt, sind bei gleicher Maschinengröße wesentlich höhere Durchsatzleistungen zu erreichen. Je nach Zerkleinerungsaufgabe und Produkt wurden Leistungssteigerungen bis zum Faktor 3 gemessen. Der für diesen überraschend großen technischen Erfolg zu treibende Aufwand ist nicht größer als der Aufwand, der für einen herkömmlichen Siebgranulator zu treiben ist, weil er lediglich in dem größeren Umschlingungsbereich des mit den Streichleisten 7 versehenen Käfigs 6 besteht.
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