| JP2006159388 | ROUGHENING METHOD, CUTTING TOOL AND CYLINDRICAL MEMBER |
| JP07164216 | MACHINING OF PARTS ASSEMBLED INTO ENGINE |
| JP01115509 | MACHINING TOOL |
ROßMANITH, Ralf (Paul-Gerhardt-Weg 4, Oestrich-Winkel, 65375, DE)
DOYLE, Steven (2540 Link Run Road, Blacksburg, 24060, US)
RITTMANN, Stefan (Röntgenstrasse 20, Kirchheimbolanden, 67292, DE)
ROßMANITH, Ralf (Paul-Gerhardt-Weg 4, Oestrich-Winkel, 65375, DE)
DOYLE, Steven (2540 Link Run Road, Blacksburg, 24060, US)
| PATENTANSPRÜCHE 1. Werkzeug zur Gleitflächenbearbeitung einer Lagerschale (30) , mit einem Drehantrieb zum Antreiben einer um eine Drehachse drehbaren Bohrspindel (20) und zumindest einer ersten Schneidpatrone (21), die an der Bohrspindel (20) angebracht ist, um durch Drehung der Bohrspindel (20) , die Lagerschale (30) auf eine gewisse Wanddicke zu schneiden, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneidpatrone (21) in einer Verstellrichtung, die eine Komponente in radialer Richtung der Bohrspindel (20) aufweist, mittels eines Verstellmittels verstellbar ist, während die Bohrspindel (20) vom Drehantrieb gedreht wird. 2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellrichtung senkrecht auf der Achse der Bohrspindel (20) steht. 3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrspindel (20) zumindest eine zweite Schneidpatrone (22) aufweist. 4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schneidpatrone (22) zum Ausbilden von Freilegungsbereichen vorgesehen ist, wobei die zweite Schneidpatrone (22) in Vorschubrichtung des Werkzeugs vor der ersten Schneidpatrone (21) liegt, 5. Werkzeug nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schneidpatronen (21, 22) um 180° gegenüberliegend an der Bohrspindel (20) angebracht sind. 6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass beide Schneidpatronen in Verstellrichtungen, die jeweils eine Komponente in radialer Richtung der Bohrspindel (20) aufweisen, mittels eines Verstellmittels verstellbar sind, während die Bohrspindel (20) vom Drehantrieb gedreht wird. 7. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellmittel ein Piezoelement umfasst. 8. Lagerschale (30), die mit einem Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7 bearbeitet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (31) der Lagerschale (30) eine gezielte konvexe Profilierung aufweist. 9. Lagerschale (30) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die gezielte Profilierung an den Randbereichen (32) der Gleitfläche (31) in axialer Richtung der Lagerschale (30) vorgesehen ist. 10. Lagerschale (30) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerschale (30) an den Randbereichen (32) in axialer Richtung gekrümmt und dazwischen eben ist, wobei die Gleitfläche (31) an den Randbereichen (32) konvex gekrümmt ist. 11. Lagerschale (30) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (31) der Lagerschale (30) in axialer Richtung über den gesamten Bereich gekrümmt ist, wobei der Krümmungsradius an den Randbereichen (32) in axialer Richtung der Lagerschale (30) am größten ist und die Krümmung der Gleitfläche (31) konvex ist. 12. Verfahren zur Bearbeitung einer Lagerschale (30) mit einem Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die erste Schneidpatrone die Lagerschale (30) durch Drehung der Bohrspindel (20) auf eine gewisse Wanddicke schneidet, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneidpatrone während des Schneidvorgangs in der Verstellrichtung verstellt wird, um eine gezielte Profilierung auf der Gleitfläche (31) der Lagerschale (30) zu erzeugen. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung der ersten Schneidpatrone periodisch erfolgt. 14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung so erfolgt, dass eine profilierte Lagerschale (30) nach einem der Ansprüche 8 bis 11 hergestellt wird. |
Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lagerschale mit strukturierter Gleitfläche, ein Werkzeug zur
Gleitflächenbearbeitung von Lagerschalen, mit zwei am
Spindelkopf einer Bohrspindel angebrachten Schneidpatronen und ein Verfahren zur Bearbeitung einer Lagerschale mit einer solchen Bohrspindel.
Stand der Technik
Die Gleitflächenbearbeitung von Lagerschalen erfolgt heute durch ein sogenanntes Ausbohren der Lagerschalen. Hierbei dreht sich eine Bohrspindel mit einer Drehzahl X [U/min] und bewegt sich mit einem Vorschub Y [mm/U] in axialer Richtung. Das Ausbohren erfolgt mit einer Bohrspindel, in deren
Spindelkopf zwei um 180° gegenüberliegende Schneidpatronen eingesetzt sind.
Eine Bohrspindel dieser Art ist in Fig. 1 gezeigt. Die
Bohrspindel 20 weist eine erste Schneidpatrone 21 zum
Schneiden der Lagerschale 30 auf eine gewisse Wanddicke und eine zweite Schneidpatrone 22 zum Ausbilden von sogenannten Freilegungsbereichen, die weiter unten erläutert werden, auf. Die Schneidpatronen 21 und 22 sind axial versetzt auf dem Spindelkopf angeordnet. Eine Einstellung des Durchmessers des Schneidkreises ist bei stillstehender Bohrspindel 20 möglich. Während des Bearbeitungsprozesses sind die beiden
Schneidpatronen bezüglich ihrer axialen Richtung, d.h. in radialer Richtung der Bohrspindel 20, feststehend.
Fig. 2A zeigt den Querschnitt (entlang der in Fig. 3
dargestellten Strich-Punkt-Linie) einer Lagerschale 30. Die Gleitfläche 31 ist, wie es in Fig. 2A gezeigt ist, entlang der axialen Richtung der Lagerschale eben. Bei der Gleitflächenbearbeitung entsteht, abhängig vom
Bearbeitungsvorschub in Verbindung mit der
Bohrspindeldrehzahl, ein mehr oder weniger feiner aber sehr gleichmäßiger Rillenverlauf auf der Gleitfläche (in den
Figuren nicht gezeigt} . Die einzelnen Rillen verlaufen gleichmäßig und, den Krümmungsradius der Lagerschale
ausgenommen, eben. Dieses Phänomen ist prozessbedingt und bei Verwendung eines Schneidwerkzeugs der oben beschriebenen Art unvermeidlich.
Unter einem Freilegungsbereich versteht man einen Bereich an den Lagerschalenenden, in dem die Wandstärke der Lagerschale im Vergleich zur Wandstärke der restlichen Lagerschale kontinuierlich reduziert ist. Auf diese Weise kann der
Verschleiß einer in der Lagerschale laufenden Welle aufgrund von üngenauxgkeiten an den Verbindungsstellen der beiden ein Lager bildenden Lagerschalen verringert werden.
Eine weitere Ursache für Verschleiß am Lager und der darin gelagerten Welle liegt in einer minimalen Durchbiegung oder Verkantung unter Belastung der Welle. Handelt es sich bei dem Lager um ein Pleuelauge oder ein anderes stark beanspruchtes Lager in Verbrennungsmotoren, wirken sich diese
ungleichmäßigen Belastungen der Welle auf das Lager
letztendlich nachteilig auf das Laufverhalten des Motors aus.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Lagerschale mit verbesserten Verschleißeigenschaften, ein Werkzeug und ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Lagerschale bereitzustellen.
Die Aufgabe wird mit den Merkmalen der Ansprüche 1, 8 und 12 gelöst . Das erfindungsgemäße Werkzeug weist eine vorzugsweise zylindrische Bohrspindel auf, die von einem Drehantrieb angetrieben wird und gleichzeitig eine Vorschubbewegung ausführt. Die Bohrspindel dreht sich um eine Drehachse und weist zumindest eine erste Schneidpatrone auf, die an der Bohrspindel am Außenumfang angebracht bzw. eingesetzt ist. Ein Schneidbereich der Schneidpatrone gerät bei der
Bearbeitung einer Lagerschale mit der Gleitschicht der
Lagerschale in Kontakt und schneidet die Lagerschale bei Drehung der Bohrspindel auf eine gewisse Wanddicke, wodurch auch gleichzeitig die eigentliche Gleitfläche erzeugt wird. Erfindungsgemäß ist die erste Schneidpatrone in ihrer axialen Richtung mittels eines Verstellmittels während des Betriebs des Werkzeugs verstellbar. Die Verstellrichtung unterscheidet sich von der Richtung der Drehachse, so dass die
Verstellrichtung eine nicht verschwindende Komponente in der Richtung senkrecht zur Drehachse aufweist. Auf diese Weise lässt sich während der Ausbohrung der Lagerschale gezielt ein Profil in den Gleitbereich der Lagerschale einbringen.
Erfährt die Lagerschale prozessbedingt eine oben beschriebene sehr gleichmäßige Profilierung, so wird diese von der gezielten Profilierung überlagert. Diese gezielte
Strukturierung ist somit von einer gegebenenf lls
zwangsläufig eingebrachten minimalen Rillenprofilierung zu unterscheiden und aufgrund der Gleichmäßigkeit der
prozessbedingten Profilierung auch unterscheidbar. Durch die gezielte Profilierung wird der Schmierfilmaufbau zwischen der Gleitlagerschale und der darin gelagerten Welle verbessert, die Notlaufeigenschaften im Betrieb verbessert sowie eine Verringerung der Ölverluste in der Gleitlagerungsstelle im Betrieb erzielt. Diese Vorteile werden dadurch erzielt, dass minimale Durchbiegungen oder Verkantungen der Welle im
Betrieb und unter Last durch eine den Betriebsbedingungen angepasste Gleitflächengeometrie kompensiert oder zumindest vermindert werden. Zum effektiven Einbringen einer strukturierten Profilierung steht die Verstellrichtung vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht auf der Drehachse,
Vorzugsweise weist die Bohrspindel zumindest eine zweite Schneidpatrone auf. Hierzu ist die erste Schneidpatrone vorzugsweise in der Vorschubrichtung des Werkzeugs versetzt hinter der zweiten Schneidpatrone angeordnet. Vorzugsweise sind die beiden Schneidpatronen um 180° gegenüberliegend an der Bohrspindel angebracht. Durch eine geeignete
Positionierung der zweiten Schneidpatrone und eine
Schrägstellung des Bohrwerkzeugs bezüglich der
Lagerschalenachse während der Bearbeitung lassen sich
Freilegungsbereiche an den Lagerschalenenden ausbilden. Durch die Freilegungsbereiche wird vermieden, dass Ungenauigkeiten an den Verbindungsstellen der beiden Lagerschalen dazu führen, dass die Innenkante einer Teilfläche an einer
Verbindungsstelle nach innen hervorsteht. Dadurch werden die Laufeigenschaften der Welle verbessert und eine
Verschleißreduzierung des Lagers und der Welle bewirkt. Mit nur einem Werkzeug und nur einem Ausbohrungsarbeitsschritt lassen sich auf diese Weise zwei Maßnahmen zur
Verschleißoptimierung und Verbesserung der Lau eigenschaften realisieren. Ein getrennter Bearbeitungsschritt zum
Einbringen der gezielten Profilierung ist nicht notwendig. Darin liegt ein synergetischer Effekt der beiden Maßnahmen.
Vorzugsweise sind die Schneidpatronen in Verstellrichtung, die sich von der Richtung der Drehachse unterscheidet, mittels eines Verstellmittels verstellbar, während die
Bohrspindel vom Drehantrieb gedreht wird. Selbstverständlich ist ebenso denkbar, dass lediglich eine der beiden ersten Schneidpatronen zum Ausbilden eines strukturierten
Rillenprofils in einer Lagerschale in der Verstellrichtung verstellbar ist. Vorzugsweise umfasst das Verstellmittel bzw. umfassen die Verstellmittel {im Falle mehrerer verstellbarer
Schneidpatronen) ein Piezoelement . Die Verstellmöglichkeit wird somit kontinuierlich oder mit einer bestimmten Frequenz durch ein Piezoelement geschaffen, das sich vorzugsweise im Bohrspindelkopf befindet. Die Schneidpatrone ist konstruktiv derart im Spindelkopf angeordnet, dass sie vorzugsweise gegen das Piezoelement verspannt ist. Über eine entsprechende
Ansteuerung des Piezoelements dehnt sich dieses aus und verändert somit die Position der Schneidpatrone in axialer Richtung. Aufgrund der kurzen Reaktionszeiten und der
Präzision, mit der das Piezoelement arbeitet, ist hiermit eine für den Bearbeitungsprozess geeignete
Verstellmöglichkeit der Schneidpatrone geschaffen.
Erfindungsgemäß ermöglicht das Werkzeug die Herstellung einer in axialer Richtung profilierten Lagerschale, deren
Gleitfläche eine gezielte konvexe Profilierung aufweist.
Die gezielte Profilierung befindet sich vorzugsweise an den Randbereichen der Gleitfläche in axialer Richtung der
Lagerschale. Zu unterscheiden von den Randbereichen in axialer Richtung sind die Lagerschalenenden, an denen zwei Lagerschalen zu einem Lager verbunden werden. Wie weit die Profilierung in axialer Richtung von den beiden Rändern in die Lagerschale hineinreicht lässt sich an die konkreten Erfordernisse und Belastungen anpassen. Selbstverständlich kann eine gezielte Profilierung auch in den
Freilegungsbereichen vorgesehen sein.
Vorzugsweise ist die Gleitfläche an den Randbereichen in axialer Richtung gekrümmt und dazwischen eben, wobei die Gleitfläche an den Randbereichen konvex gekrümmt ist; d.h. die Gleitfläche, oder die Gleitfläche und der
Freilegungsbereich, krümmt sich vom Mittelpunkt
(Kreismittelpunkt) der Lagerschale weg. Alternativ ist die Gleitfläche der Lagerschale, und ggf. der Freilegungsbereich, in axialer Richtung über den gesamten Bereich gekrümmt, wobei der Krümmungsradius an den Randbereichen in axialer Richtung der Lagerschale am größten ist und die Krümmung der
Gleitfläche konvex ist. In beiden Fällen wird eine minimale Durchbiegung oder Verkantung einer Welle, die unter Belastung in der Lagerschale läuft, bei einfacher Herstellung der gekrümmten Lauffläche zumindest teilweise kompensiert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen zeigt eine Bohrspindel mit zwei Schneidwerkzeugen, eines zur Bearbeitung von Freilegungsbereichen und eines zur Bearbeitung des Gleitbereichs einer
Lagerschale . zeigt ein herkömmliches, ebenes Gleitflächenprofil zeigt ein gekrümmtes Gleitflächenprofil . zeigt ein an den Randbereichen der Lagerschale gekrümmtes Gleitflächenprofil. ist eine perspektivische Ansicht einer Lagerschale mit an Randbereichen gekrümmten Gleitflächenprofil
Weg zur Ausführung der Erfindung
Oben wurde mit Bezug auf Fig. 1 ein herkömmliches Werkzeug zur Gleitflächenbearbeitung von Lagerschalen beschrieben. In einer erfindungsgemäSen Ausführungsform ist die
Schneidpatrone 21 gegen Piezoelemente {in Fig. 1 nicht gezeigt) verspannt. Über eine entsprechende Ansteuerung des Piezoelements bzw. der Piezoelemente (im Falle mehrere
Schneidpatronen) dehnt sich dieses aus und ändert somit die axiale Position der Schneidpatrone, und zwar hauptsächlich in radialer Richtung bezüglich der Bohrspindel 20. Bei Anwendung der verstellbaren Schneidpatrone lassen sich beispielsweise solche Profile der Lagerschale herstellen, wie sie in den Figuren 2B, 2C und 3 gezeigt sind. Durch die Krümmung insbesondere an den Randbereichen 32 werden die Auswirkungen einer Durchbiegung oder Verkantung einer in der Lagerschale unter Last laufenden Welle hinsichtlich des Verschleißes und der Laufeigenschaften abgemildert. Es sei darauf hingewiesen, dass die Krümmung in den Figuren 2B, 2C und 3 aus Gründen der Darstellung stark überzeichnet ist.
