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Title:
SUBSEQUENT ALTERING OF A DECORATIVE SURFACE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/145443
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for subsequently altering a decorative surface that is ready for use, comprising the following steps: providing a material panel with a decorative layer which is ready for use and has a first coloured decoration and a protective layer with a structured surface. According to the invention, in order to provide a method for subsequently altering a decorative surface that is ready for use, with which the structures can be optically highlighted, without interfering with the mechanical or structural integrity of the decorative surface, a second coloured decoration is applied to the protective layer and unevenly distributed.

Inventors:
STEINMANN, Pius (Sonnrain 56, 6247 Schötz, 6247, CH)
MONTELEONE, Vito (Menznauerstrasse 11, 6110 Wolhusen, 6110, CH)
CHRISTEN, Stefan (Schachenmatt 11, 6133 Hergiswil, 6133, CH)
Application Number:
EP2019/051788
Publication Date:
August 01, 2019
Filing Date:
January 24, 2019
Export Citation:
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Assignee:
SWISS KRONO TEC AG (Museggstraße 14, 6004 Luzern, 6004, CH)
International Classes:
B44C5/04; B05D5/00; B44D5/00; B44C1/24
Foreign References:
EP1628839A22006-03-01
JP2005307582A2005-11-04
GB2054458A1981-02-18
DE20300412U12003-03-20
EP2105320A12009-09-30
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
KALKOFF & PARTNER (Martin-Schmeisser-Weg 3a-3b, Dortmund, 44227, DE)
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Claims:
Ansprüche l. Verfahren zum nachträglichen Verändern einer verwendungsfertigen dekorativen Oberfläche, mit den Schritten:

Bereitstellen einer Werkstoffplatte mit einer verwendungsfertigen Dekor schicht, die ein erstes Farbdekor und eine Schutzschicht mit einer struktu rierten Oberfläche umfasst,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein zweites Farbdekor auf die Schutzschicht aufgetragen und ungleichmäßig verteilt wird.

2. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die strukturierte Oberfläche Erhebungen und Vertiefungen aufweist und das zweite Farbdekor im Bereich der Erhebungen und/oder der Vertiefungen angeord net wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Erhebungen und/oder im Bereich der Vertiefungen eine grö ßere Menge der das zweite Farbdekor erzeugenden Partikel angeordnet wird, ge genüber einer mittleren Ebene.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für das zweite Farbdekor Farbpartikel in Pulverform auf die strukturierte

Oberfläche aufgetragen und anschließend überschüssige Farbpartikel entfernt werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbpartikel abgebürstet werden.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abbürsten der Farbpartikel in eine Richtung durchgeführt wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf den pulverförmigen Farbpartikeln eine Fixierschicht angeordnet wird.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für das zweite Farbdekor eine pigmentierte flüssige Oberflächenbeschichtung auf die strukturierte Oberfläche aufgetragen wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der pigmentierte Lack mittels einer Auftragswalze aufgetragen wird.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die strukturierte Oberfläche Abschnitte mit hoher und niedriger Rauheit um fasst und die ungleichmäßige Verteilung des zweiten Farbdekors derart erfolgt, dass an Abschnitten mit höherer Rauheit eine größere Menge an Farbpigmenten angeordnet wird als an Abschnitten mit einer demgegenüber geringeren Rauheit.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die strukturierte Oberfläche Abschnitte mit unterschiedlichen Glanzgraden aufweist, wobei das zweite Farbdekor an Abschnitten mit einem niedrigeren Glanzgrad mit einer größeren Menge aufgetragen ist als an Abschnitten, die dem gegenüber einen höheren Glanzgrad aufweisen.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Partikel aus Grafit oder Kohle, ferromagnetische Teilchen, Iriodine oder Kao lin oder Gemische aus zwei oder mehr der vorgenannten Partikel als pulverförmi ger Partikel oder als Partikel in einer flüssigen Oberflächenbeschichtung verwendet werden.

13. Werkstoffplatte umfassend ein verwendungsfertiges Paneel mit

- einer Dekorschicht, die ein erstes Farbdekor und eine Schutzschicht mit ei ner strukturierten Oberfläche aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass

- auf der Schutzschicht ein ungleichmäßig verteiltes, zweites Farbdekor ange ordnet ist.

Description:
NACHTRÄGLICHES VERÄNDERN EINER DEKORATIVEN OBERFLÄCHE

Die Erfindung betrifft eine Werkstoffplatte gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum nachträglichen Verändern einer verwendungsfertigen dekorativen Oberfläche gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13.

Dekorative Oberflächen sind beispielsweise aus der Holzwerkstoffindustrie bekannt. Dort werden Holzwerkstoffplatten mit einem Farbdekor versehen, auf das anschließend eine entsprechende Schutzschicht zum Schutz des Farbdekors aufgetragen wird. An- schließend kann die dekorative Oberfläche zusätzlich eine Oberflächenstruktur erhalten.

Die Oberflächenstrukturen werden beispielsweise mit Hilfe von Prägeblechen in die Schutzschicht, gegebenenfalls auch bis in die Farbdekorschicht, eingeprägt. Dabei kön nen an verschiedenen Abschnitten auch unterschiedliche Glanzgrade auf der Oberfläche erzeugt werden.

Ein wesentlicher Nachteil der erzeugten Oberflächenstrukturen ist, dass die optische Wirkung der Strukturen von der Farbe des Dekorpapiers und der Tiefe der jeweiligen Strukturen auf dem Pressblech abhängig ist.

Aus dem Stand der Technik bekannte Möglichkeiten zur Veränderung der Optik der Oberfläche wie beispielsweise das Aufträgen von Lacken, Beizen oder das Überkleben von Oberflächenabschnitten führen entweder ebenfalls zu Einschränkungen der mecha nischen und technischen Eigenschaften oder können nicht strukturbezogen durchge- führt werden, sondern sind zumeist vollflächig deckend auf der Oberfläche angeordnet.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum nachträglichen Ver ändern einer für die Verwendung fertigen dekorativen Oberfläche bereitzustellen, mit dem die Strukturen optisch verändert werden können, ohne einen Eingriff in die mecha- nische oder strukturelle Festigkeit der dekorativen Oberfläche durchzuführen. Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine entsprechend hergestellte Werkstoffplat te mit nachträglich veränderter dekorativer Oberfläche bereitzustellen.

Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs l und einer Werkstoffplatte mit den Merkmalen des Anspruchs 13. Vorteilhafte Weiterbil dungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Dabei sind alle beschriebenen Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegen stand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

Erfindungsgemäß wird bei dem Verfahren zum nachträglichen Verändern einer verwen dungsfertigen dekorativen Oberfläche eine Werkstoffplatte mit einer verwendungsferti gen Dekorschicht, die ein erstes Farbdekor und eine Schutzschicht mit einer strukturier ten Oberfläche umfasst, bereitgestellt, ein zweites Farbdekor auf die Schutzschicht auf getragen und ungleichmäßig verteilt.

Das Verfahren ermöglicht auf besonders einfache Weise eine nachträgliche Veränderung der Optik der an sich dekorativen Oberfläche der Dekorschicht. Dabei werden insbeson dere die Strukturen der Dekorschicht durch den ungleichmäßigen Auftrag der zweiten Farbdekorschicht hervorgehoben, wodurch die Optik der fertigen Dekorschicht umfas send verändert werden kann.

Werkstoffplatten weisen insbesondere eine Trägerplatte auf, die bspw. Holzwerkstoff, insbesondere eine Spanplatte, Faserplatte, zementgebundene Holzfaserplatte, Wood- Plastik-Composite (WPC), Schichtstoff (bspw. HPL, CPL, Vollkern aus Kunstharz und Papier zur weiteren Beschichtung), Mineralfaser, die insbesondere mit einem Kunstharz oder einem mineralischen Bindemittel gebunden sind, o.ä. umfasst.

Insbesondere werden die Werkstoffplatten als Fußbodenbeläge, Wandbeläge, Deckenbe läge oder Möbelplatten verwendet.

Die Dekorschicht ist Teil der Werkstoffplatte und bspw. mit der Trägerplatte verbunden. Die Dekorschicht umfasst die dekorative Oberfläche. Die dekorative Oberfläche ist eine in ihrer vorgesehenen Verwendungssituation sichtbare Oberfläche, die ein mindestens einfarbiges erstes Farbdekor, insbesondere jedoch ein mehrfarbiges Farbdekor zeigt. Die Dekorschicht weist somit ein erstes Farbdekor und eine Schutzschicht auf. Das erste Farbdekor wie auch die Schutzschicht können mehrschichtig ausgebildet sein. Das erste Farbdekor kann bspw. ein Holzdekor, Fliesendekor, Fantasiedekor o.ä. zeigen.

Die Schutzschicht kann insbesondere eine zumindest weitestgehend transparente, sepa rat ausgebildete Schicht, wie bspw. ein Lack, Overlay mit Kunstharz, wie Melaminharz o.ä. sein, die insbesondere vollflächig auf dem Farbdekor angeordnet ist und dieses vor äußeren Einflüssen schützt. Gerade bei Oberflächen, die bei ihrer späteren Verwendung keinen hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, kann die Schutzschicht bspw. auch durch das Kunstharz gebildet sein, mit dem das Dekorpapier des Farbdekores ge tränkt wurde, die Schutzschicht kann als integraler Bestandteil des Farbdekores ausge bildet sein.

Für die Strukturierung der dekorativen Oberfläche kann die Schutzschicht eine 3D Struktur, d.h. ausgehend von einer mittleren Ebene sich aus der Ebene erstreckende Erhebungen und/oder in die Ebene erstreckende Vertiefungen aufweisen, die ggf. bis in das erste Farbdekor hineinreichen. Die Struktur kann eingeprägt sein. Die ßD-Struktur ergänzend oder alternativ kann die Strukturierung der Oberfläche bspw. durch eine ab schnittsweise auf die Schutzschicht aufgetragene weitere Schicht, wie bspw. einem transparenten Lack oder einem transparenten Kunstharz, ausgebildet sein, wobei sich hieraus letztlich auch eine 3D-Struktur ergibt.

Die Strukturierung kann bspw. bei einem ein Holz darstellenden Farbdekor synchron zu den dargestellten Holzporen oder bei einem Fliesendekor synchron zu den Fugen ausge bildet sein.

Unter„verwendungsfertig“ wird verstanden, dass die dekorative Oberfläche der Werk stoffplatte in ihrer Oberflächenausbildung für ihren Einsatzzweck fertig erstellt ist. D.h., an der dekorativen Oberfläche erfolgt üblicherweise kein die Dekorschicht verändernder Eingriff mehr. Die Werkstoffplatten mit verwendungsfertiger dekorativer Oberfläche können jedoch bspw. noch maßlich angepasst werden. Auch können noch Profilierungen an den Seitenkanten angeordnet werden. So sind besonders vorteilhaft korrespondie rende Verrieglungsprofile vorgesehen, die eine leimlose Verriegelung von zwei Werk- stoffplatten miteinander ermöglichen und bspw. einen Höhenversatz und das Auftreten eines Spaltes zwischen zwei miteinander verriegelten Werkstoffplatten verhindern.

Werkstoffplatten mit einer verwendungsfertigen Dekorschicht sind bspw. Holzwerk stoffplatten mit einer verpressten und strukturierten Schichtstoffoberfläche, wie bspw. einem High Pressure Laminate (HPL) oder einem Continuous Pressure Laminate (CPL), oder als„direct pressed laminate“ hergestellte Laminate (DPL) mit Holzwerkstoffplatten oder einer Trägerplatte aus einem anderen Material. Auch Trägerplatten mit einer be reits endlackierten strukturierten dekorativen Oberfläche aus Lack, die bspw. auf einer Holzwerkstoffplatte angeordnet sein kann, können als Werkstoffplatten mit einer ver wendungsfertigen Dekorschicht ausgebildet sein. Als Trägerplatte der Werkstoffplatten werden somit bspw. Holzwerkstoffplatten wie Faserplatten, vorzugsweise MDF (Medium Density Fiberboard), HDF (High Density Fiberboard) oder CDF (Compact Density Fiberboard) oder Spanplatten eingesetzt.

Genauso können Werkstoffplatten aus WPC mit einer strukturierten endgültigen Ober fläche als verwendungsfertig angesehen werden, wobei das erste Farbdekor oder Teile des ersten Farbdekores zumeist aus der Grundfarbe des WPC-Materials, d.h., der Kunst stoffmatrix und den Holzpartikeln bzw. Papierpartikeln o.ä. gebildet wird. Auch reine Schichtstoffplatten, wie HPL, CPL u. ä., die eine oder mehrere Lagen eines Trägerpapie- res, ein entsprechendes erstes Farbdekor, eine Schutzschicht und bereits eine struktu rierte Oberfläche aufweisen, können als verwendungsfertig angesehen werden. Dement sprechend können bspw. Vollkerne aus mehreren miteinander verpressten kunstharzge tränkten Papieren, die mit einer Dekorschicht beschichtet werden können, ebenfalls als Trägerplatte für die Werkstoffplatte angesehen werden.

Letztlich können als Trägerplatte für die Werkstoffplatte auch bspw. Faserzementplatten oder glasfaserverstärkte Kunststoffplatten eingesetzt werden. Diese können bspw. wie Holzwerkstoffplatten oder Vollkerne mit einer Schichtstoffoberfläche, im DPL Verfahren mit kunstharzgetränkten Papieren oder mit einer verwendungsfertigen Dekorschicht auf Grundlage einer Lackbeschichtung beschichtet werden. Auch kann die verwendungsfer tige Dekorschicht bspw. ähnlich WPC-Platten, zumindest teilweise aus dem Material der Faserzementplatten oder der glasfaserverstärkten Kunststoffplatten selbst gebildet wer den. Unter dem nachträglichen Verändern wird verstanden, dass eine Werkstoffplatte mit einer für ihren Einsatzzweck fertiggestellten dekorativen Oberfläche durch ein zweites Farbdekor angepasst wird. Die Anordnung des zweiten Farbdekors erfolgt somit auch bereits nach dem vollständigen Aushärten der Schutzschicht. Es erfolgt kein Nass-in- Nass Auftrag.

Das zweite Farbdekor wird dementsprechend über auf die Schutzschicht aufgetragene Farbpartikel gebildet. Dabei kann das zweite Farbdekor beispielsweise einfarbig ausge- bildet werden. Es können aber auch Farbpartikel mit unterschiedlicher Farbgebung ge gebenenfalls auch in mehreren Arbeitsschritten angeordnet werden. Insbesondere ist die Farbe des zweiten Farbdekors kontrastierend zum ersten Farbdekor ausgebildet.

Unter dem Aufträgen des zweiten Farbdekors wird verstanden, dass die das zweite Farb- dekor ausbildenden Partikel auf die Schutzschicht aufgebracht werden. Das kann mittels bekannter Verfahren und Vorrichtungen zum Aufbringen von festen pulverförmigen Partikeln oder auch durch Verfahren und Vorrichtungen zum Aufbringen von entspre chend pigmentierten flüssigen Oberflächenbeschichtungen erfolgen. Insbesondere kann das zweite Farbdekor somit aufgesprüht, aufgewalzt oder aufgestreut werden.

Die ungleichmäßige Verteilung der Partikel erfolgt dabei unterschiedlich. Bei festen pul verförmigen Partikeln kann nach dem Aufbringen bspw. einer weitestgehend gleichmä ßigen Schichtdicke ein Entfernen der überschüssigen pulverförmigen Partikel erfolgen. Dabei werden diese ungleichmäßig entfernt, woraus eine ungleichmäßige Verteilung der auf der Oberfläche verbleibenden Partikel resultiert.

Bei flüssig aufgetragenen Oberflächenbeschichtungen kann die ungleichmäßige Vertei lung entweder ebenfalls nach dem Aufträgen oder auch direkt beim Aufträgen der flüssi gen Beschichtung erfolgen.

Zum Aufträgen des zweiten Farbdekores und/oder zum Herstellen der ungleichmäßigen Verteilung können verschiedene Verfahren oder Zwischenschritte durchgeführt werden. So können die pulverförmigen Farbpartikel bzw. die flüssige Oberflächenbeschichtung zum Aufträgen bspw. aufgesprüht, gestreut, verrieben, eingebürstet, einmassiert, einge- drückt oder eingesprüht (in die Strukturen) werden, wodurch zwei Arbeitsschritte, näm lich das Aufträgen und das ungleichmäßige Verteilen, bspw. gleichzeitig durchgeführt werden können.

Selbstverständlich können Verfahrensschritte wie Verreiben, Einbürsten, Einmassieren Eindrücken, Einsprühen usw. auch nur zum ungleichmäßigen Verteilen durchgeführt werden. D. h., das zweite Farbdekor wird aufgetragen, bspw. aufgesprüht, aufgestreut oder durch Rieseln aufgebracht und anschließend entsprechend verrieben, eingebürstet, einmassiert, eingedrückt usw.

Eine ungleichmäßige Verteilung kann bei einem zweiten Farbdekor, das magnetische oder ferromagnetische Partikel enthält, bspw. auch über eine elektromagnetische Vertei lung durchgeführt werden.

Unter„ungleichmäßig“ wird im Zusammenhang mit der Erfindung verstanden, dass sichtbare optische Effekte erzeugt werden, insbesondere weist das zweite Farbdekor über die Oberfläche unterschiedliche Farbstärken (dunkel-hell) auf. Dies resultiert daraus, dass die nach der Verteilung verbleibende Auftragsmenge des zweiten Farbdekors zwi schen einzelnen Abschnitten der Oberfläche unterschiedlich ist. Das zweite Farbdekor kann insbesondere einfarbig oder zumindest weitestgehend einfarbig ausgebildet sein.

So können Farbpartikel für das zweite Farbdekor beispielsweise alle die gleiche Farbe aufweisen oder ein Gemisch von Farbpartikeln mit ähnlicher Farbe sein. So kann insbe sondere durch die verbleibende Auftragsmenge eine entsprechende Steuerung der Farb- stärke, d. h. des Helligkeitsgrades erfolgen. Letztlich bedeutet dies, dass nach dem Auf trägen und der Verteilung der Farbpartikel des zweiten Farbdekors die dekorative Ober fläche Abschnitte mit einer maximalen Menge an Farbpartikeln, Abschnitte mit einer minimalen Menge an Farbpartikeln und Abschnitte mit einer Menge an Farbpartikeln, die zwischen der maximalen und minimalen Menge liegen aufweist. Insbesondere ist das zweite Farbdekor über die gesamte strukturierte Oberfläche angeordnet, sodass nach dem Verteilen bevorzugt keine Abschnitte der strukturierten Oberfläche ohne Farbparti kel vorhanden sind, wobei dies selbstverständlich als dekorative Variante möglich ist.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist die strukturierte Oberfläche Erhebungen und Vertiefungen auf und das zweite Farbdekor wird im Bereich der Erhebungen und/oder der Vertiefungen angeordnet.

Die strukturierte Oberfläche, insbesondere die Schutzschicht, weist dabei eine mittlere Ebene auf, aus der sich die Erhebungen von dem ersten Farbdekor weg nach außen er strecken bzw. von der sich die Vertiefungen in Richtung des ersten Farbdekors ggf. bis in das erste Farbdekor nach innen erstrecken. Durch eine abschnittsweise Anordnung des zweiten Farbdekors im Bereich der Erhebungen und/oder im Bereich der Vertiefungen werden die dadurch erzeugten Strukturen besonders hervorgehoben. Der optische Ein druck wird dahingehend verändert, dass der Betrachter die Strukturierung der Oberflä che deutlich verstärkt wahrnehmen kann.

Grundsätzlich kann auf der gesamten Oberfläche, das heißt sowohl auf den Erhebungen, den Vertiefungen als auch im Bereich der mittleren Ebene das zweite Farbdekor ange ordnet werden. Dabei wird jedoch die verbleibende Menge abschnittsweise variiert. Eine besondere Verbesserung der Wahrnehmung der Strukturen wird nach einer Weiterbil dung der Erfindung dadurch erreicht, dass im Bereich der Erhebungen und/oder im Be reich der Vertiefungen eine größere Menge der das zweite Farbdekor erzeugenden Parti kel angeordnet sind, als in den dazwischenliegenden mittleren Ebenen.

Wie bereits angedeutet gibt es verschiedene Möglichkeiten das zweite Farbdekor zu er zeugen. Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zum Erzeugen des zweiten Farbdekors Farbpartikel in Pulverform auf die strukturierte Oberfläche aufge tragen und anschließend überschüssige Farbpartikel entfernt werden.

Das Aufträgen der Farbpartikel kann dabei weitestgehend gleichmäßig auf die struktu rierte Oberfläche erfolgen. Dies kann beispielsweise mittels einer Sprüh- und/ oder Streuvorrichtung durchgeführt werden. Die ungleichmäßige Verteilung wird anschlie ßend durch das Entfernen von überschüssigen Farbpartikeln durchgeführt. Hierfür kön nen die Farbpartikel beispielsweise abgesaugt oder abgeblasen werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die Farbpartikel abgebürstet werden. Das Abbürsten erfolgt dabei insbesondere mittels einer Rundbürs te. Die Bürste, welcher Ausformung auch immer, wird insbesondere mit geringem Druck über die Oberfläche bewegt, sodass gerade im Bereich von Vertiefungen die vorliegenden Farbpartikel nur in einem geringen Maße abgebürstet werden.

Um zudem die Verteilung von pulverförmigen Farbpartikeln im Bereich von Erhöhungen zu verbessern, erfolgt das Abbürsten der Farbpartikel insbesondere nur in eine Richtung über die Fläche. Hierdurch werden die Farbpartikel mittels der Bürste im Bereich von Erhebungen an eine der Bewegungsrichtung der Bürste entgegengesetzten Flanke einer Erhebung angedrückt bzw. auf der in Bewegungsrichtung der Bürste zeigenden Flanke der Erhebung gar nicht oder nur in einem geringen Maße abgebürstet. Die Verteilungs menge der Farbpartikel im Bereich der Erhebungen kann somit gegenüber der mittleren Ebene bzw. den Abschnitten, die keine Strukturierung aufweisen, sondern eben ausge führt sind, deutlich erhöht werden.

Grundsätzlich wäre es möglich, dass die pulverförmigen Farbpigmente beispielsweise mittels einer Wärmebehandlung auf der Schutzschicht fixiert werden. Besonders bevor zugt wird jedoch eine Fixierschicht auf dem zweiten Farbdekor und somit auch oberhalb der Schutzschicht angeordnet. Die Fixierschicht kann beispielsweise als Lackschicht aus gebildet sein und beispielsweise auch mehrschichtig aufgetragen werden. Die fixierende Schicht wird dabei insbesondere besonders dünn bevorzugt im Bereich von 0,5 g/m 2 bis 100 g/m 2 , vorzugsweise im Bereich von 5 g/m 2 bis 50 g/m 2 aufgetragen. Die Fixier schicht kann dabei auch als Schutzschicht für das zweite Farbdekor ausgebildet sein. Die Fixierschicht ist vorzugsweise vollständig transparent ausgebildet.

Alternativ zum Aufträgen von pulverförmigen Farbpartikeln wird nach einer Weiterbil dung der Erfindung eine pigmentiert flüssige Oberflächenbeschichtung auf die struktu rierte Oberfläche aufgetragen, um das zweite Farbdekor zu erzeugen. D. h., die die Farbe des Farbdekors bildenden Farbpartikel liegen als Pigmente in einer Flüssigkeit vor und werden gemeinsam mit dieser auf die strukturierte Oberfläche aufgetragen.

Die flüssige Oberflächenbeschichtung kann beispielsweise als pigmentierter flüssiger Lack ausgebildet sein. Diese Oberflächenbeschichtung kann vollflächig, beispielsweise besonders dünn aber auch abschnittsweise aufgetragen werden. Grundsätzlich kann das Aufträgen mit üblichen Auftragsvorrichtungen erfolgen. So könnten beispielsweise mit tels einer Sprühvorrichtung abschnittsweise unterschiedliche Mengen an flüssigem Be schichtungsmittel aufgetragen werden. Nach dem Aufträgen und der gegebenenfalls nachfolgenden Verteilung wird die flüssige Oberflächenbeschichtung ausgehärtet. Dies kann beispielsweise mittels UV- Licht oder auch mittels Elektronenstrahlhärtung erfol gen. Selbstverständlich kann auch auf das als pigmentierte flüssige Oberflächenbeschich tung aufgetragene und ausgehärtete zweite Farbdekor eine Fixierschicht bzw. eine weite re Schutzschicht aufgetragen werden. Diese ist insbesondere aus dem gleichem Material wie das zweite Farbdekor, bspw. einem Lack und vorzugsweise vollständig transparent ausgebildet.

Die pigmentierte flüssige Oberflächenbeschichtung wird im Weiteren auch als eine Farbpartikel enthaltende flüssige Oberflächenbeschichtung beschrieben.

Sowohl die pulverförmig ausgebildeten Farbpartikel als auch die in dem flüssigen Be schichtungsmittel vorliegenden Farbpartikel (pigmentiertes flüssiges Beschichtungsmit tel) können sowohl auf eine verwendungsfertige dekorative Oberfläche mit einer Schutz schicht aus Kunstharz als auch auf eine Schutzschicht aus Lack aufgetragen werden. Um die Haftfähigkeit zu verbessern, kann vor dem Aufträgen des zweiten Farbdekores bspw. noch ein Haftvermittler, Primer o.ä. auf die verwendungsfertige Dekorschicht aufgetra gen werden.

Besonders bevorzugt erfolgt das Aufträgen der zweiten Farbdekor Schicht, insbesondere einer als flüssiges Beschichtungsmittel ausgebildeten zweiten Farbdekorschicht, mittels einer Auftragswalze. Dabei kann die Walze derart geführt werden, dass im Bereich von Erhebungen ein größerer Anpressdruck auf die Walze erzeugt wird, aufgrund dessen auch eine größere Menge des flüssigen Beschichtungsmittels von der Auftragswalze auf die Erhebung übertragen wird. Dementsprechend kann im Bereich der mittleren Ebene bzw. von Vertiefungen eine geringe Auftragsmenge von der Walze übertragen werden. Auch ist es beispielsweise möglich, über die Einstellung der Viskosität des flüssigen Be schichtungsmittels ein Verlaufen des aufgetragenen Beschichtungsmittels zu erzeugen, sodass sich im Bereich von Vertiefungen eine größere Menge an Beschichtungsmitteln sammelt als beispielsweise im Bereich von Erhebungen.

Alternativ oder ergänzend wird nach einer Weiterbildung der Erfindung die Auftrags menge sowohl des Farbpartikel enthaltenden, flüssigen Beschichtungsmittels als auch der pulverförmigen Farbpartikel über die Ausgestaltung der Schutzschicht auf dem ers- - lo

ten Farbdekor gesteuert.

Hierfür ist nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die strukturierte Oberfläche Abschnitte mit hoher und niedriger Rauheit aufweist und die ungleichmäßige Verteilung des zweiten Farbdekors derart erfolgt, dass an Abschnitten mit höherer Rau heit eine größere Menge an Farbpartikeln (pulverförmig oder in Form des pigmentierten flüssigen Beschichtungsmittels) angeordnet wird als an Abschnitten mit einer demge genüber geringeren Rauheit, die demgegenüber glatter sind. Über die Rauheit einzelner Abschnitte kann somit gesteuert werden, in welchem Maße die jeweiligen Abschnitte die aufgetragenen Farbpartikel aufnehmen bzw. wie gut die aufgetragenen Farbpartikel an den jeweiligen Abschnitten haften. Anzumerken ist, dass die Rauheit insbesondere im Bereich von Mikrostrukturen betrachtet wird. Darunter wird verstanden, dass bspw. die Mikroporosität der Oberfläche angepasst wird. So kann die Oberfläche einer Erhebung, einer Vertiefung und/oder einer mittleren Ebene beispielsweise abschnittsweise oder auch vollständig Mikroporen aufweisen oder auch abschnittsweise hochverdichtet sein (weniger bis keine Mikroporen). Selbstverständlich können bspw. auch aneinandergren zende Erhebungen, Vertiefungen und/oder mittlere Ebenen hochverdichtet oder mit Mikroporen versehen sein. An hoch verdichteten Abschnitten bleiben weniger Farbparti kel haften als an den weniger verdichteten Oberflächenabschnitten, die beispielsweise demgegenüber mehr Mikroporen aufweisen.

Alternativ oder ergänzend zur Steuerung über die Rauheit einzelner Abschnitte kann noch eine Steuerung über den Glanzgrad der einzelnen Abschnitte erfolgen. So ist nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die strukturierte Oberfläche Ab schnitte mit unterschiedlichen Glanzgraden aufweist, wobei das zweite Farbdekor an Abschnitten mit einem niedrigeren Glanzgrad mit einer größeren Menge aufgetragen ist als an Abschnitten, die demgegenüber einen höheren Glanzgrad aufweisen.

Die Bestimmung des Glanzgrades der dekorativen Oberflächen bzw. der einzelnen Ab schnitte, die beispielsweise als Lackoberflächen oder Kunstharzoberflächen ausgebildet sind, kann nach DIN EN ISO 2813 erfolgen. Bei der erfinderischen Ausführung ist für die ungleichmäßige Verteilung jedoch nicht der absolute Glanzgrad der jeweiligen Abschnit te entscheidend, sondern der Glanzgradunterschied zwischen zwei bzw. mehreren Ab schnitten und der damit verbundene Unterschied in der Auftragsmenge. Die für das zweite Farbdekor verwendeten Farbpartikel sind nach einer Weiterbildung der Erfindung Partikel aus Grafit, Kohle, ferromagnetischen Teilchen, Iriodine oder Kao lin oder einem Gemisch aus mindestens zwei der vorgenannten Partikel, die als pulver förmige Partikel oder als Partikel (Pigmente) in einer flüssigen Oberflächenbeschichtung verwendet werden.

Weiter wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch eine Werkstoffplatte (Möbel- und Verkleidungsplatte) umfassend eine verwendungsfertige dekorative Oberfläche mit einer Dekorschicht, die ein erstes Farbdekor, eine Schutzschicht und eine strukturierte Ober fläche aufweist, wobei auf der Schutzschicht ein ungleichmäßig verteiltes, zweites Farb dekor angeordnet ist.

Die erfinderische Werkstoffplatte ermöglicht eine besonders einfache und umfassende Umgestaltung der Oberfläche und dabei insbesondere das Herausheben der Strukturen, wodurch die umfassende optische Umgestaltung bewirkt werden kann.

Die Werkstoffplatte kann insbesondere eine als Trägerplatte ausgebildete Holzwerk stoffplatte, wie eine Spanplatte, Faserplatte, OSB-Platte umfassen. Dabei ist die jeweilige Trägerplatte mit der dekorativen Oberfläche versehen. Die dekorative Oberfläche wird dabei über eine Dekorschicht gebildet, die zumindest ein erstes Farbdekor und eine Schutzschicht und eine Strukturierung der Oberfläche, insbesondere der Schutzschicht umfasst. Das zweite Farbdekor ist ausgehend von dem ersten Farbdekor oberhalb bzw. auf der Schutzschicht aufgetragen.

Dabei ist die ungleiche Verteilung des zweiten Farbdekors insbesondere an die Struktu rierung angepasst. Die Strukturierung wiederum kann beispielsweise Erhebungen oder Vertiefungen umfassen. Alternativ oder ergänzend ist es möglich, die Strukturierung beispielsweise über Abschnitte der Oberfläche, die eine unterschiedliche Rauheit aufwei sen und/oder über Abschnitte der Oberfläche, die unterschiedliche Glanzgrade aufwei sen, auszubilden.

Zum Erzeugen der Farbe des Farbdekors enthält das zweite Farbdekor Farbpartikel bzw. besteht aus Farbpartikeln. Besonders bevorzugt ist das zweite Farbdekor einfarbig oder zumindest weitestgehend einfarbig ausgebildet, d. h., die im zweiten Farbdekor enthal tenen Partikel weisen alle die gleiche bzw. weitestgehend gleiche Farbe auf. Dies erleich tert den Auftrag des zweiten Farbdekors erheblich und bewirkt bereits eine deutliche Veränderung der Gesamtansicht der dekorativen Oberfläche. Durch die ungleichmäßige Verteilung des zweiten Farbdekors entstehen bei einfarbigen oder zumindest weitestge hend einfarbigen Farbdekoren Abschnitte mit unterschiedlicher Farbstärke. D. h., Ab schnitte mit weniger Farbpartikeln wirken deutlich heller, bspw. wie ein transparenter Farbschleier, gegenüber Abschnitten mit einer größeren Menge an Farbpartikeln. Dabei wird für das zweite Farbdekor insbesondere ein dunkles Pigment verwendet.

Die Werkstoffplatte ist insbesondere eine Möbelplatte und/oder eine Verkleidungsplat te, die als Wand-, Decken- und/oder Fußbodenbelag eingesetzt werden kann.

Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Beispiel l

Zum nachträglichen Verändern einer dekorativen Oberfläche wird zuerst eine Werk stoffplatte mit einer verwendungsfertigen Dekorschicht bereitgestellt. Die Werkstoffplat te weist eine Trägerplatte, hier eine Holzwerkstoffplatte, die als Faserplatte ausgebildet ist, auf. Als Faserplatte wird insbesondere eine MDF-Platte, HDF-Platte oder CDF-Platte verwendet. Alternativ kann als Trägerplatte auch eine Spanplatte, eine Faserzementplat te, eine glasfaserverstärkte Kunststoffplatte oder Vollkern verwendet werden.

Auf die Trägerplatte ist eine DPL-Dekorschicht angeordnet. Diese wurde unter Einwir kung von Druck und Wärme mit der Trägerplatte in einer Presse zusammengepresst. Die DPL-Dekorschicht weist neben verschiedenen Trägerpapieren auch ein erstes Farbdekor auf, das in diesem Fall ein Holzdekor zeigt. Auf dem ersten Farbdekor ist ein kunstharz getränktes Overlay als Schutzschicht angeordnet. Beim Verpressen der DPL- Dekorschicht mit der Trägerplatte wurde eine 3-D Struktur in die Schutzschicht mittels einer Prägevorrichtung eingeprägt. Zudem wurden beim Verpressen Glanzporen auf der Schutzschicht, d.h. auf der Oberfläche des DPL erzeugt. Diese sind insbesondere im Be reich der Erhebungen der 3-D Struktur angeordnet. Die erzeugte dekorative Oberfläche ist verwendungsfertig. Zur Veränderung der Optik, insbesondere zum Hervorheben der eingeprägten Struktu ren, werden Farbpartikel, hier Grafitpartikel in Pulverform, auf die strukturierte Ober fläche der Schutzschicht aufgetragen. Anschließend werden die Grafitpartikel teilweise von der Oberfläche entfernt, in diesem Fall mit einer Rundbürste abgebürstet. Die sich drehende Rundbürste wird in einer Bewegungsrichtung über die Werkstoffplatte ge führt. Dabei verbleiben unterschiedliche Mengen an Grafitpartikeln an den einzelnen Abschnitten der strukturierten Oberfläche. Während im Bereich der größten Vertiefun gen eine besonders große Menge an Grafitpartikeln eingebürstet wird und somit dort verbleibt, ist die verbleibende Menge in weniger tief strukturierten Bereichen deutlich geringer. Davon unabhängig ist die verbleibende Menge an Farbpartikeln (Grafitstaub) im Bereich der matten Abschnitte höher als im Bereich der Glanzporen. Hierdurch ent steht eine ungleichmäßige Verteilung der Grafitpartikel auf der Schutzschicht. Zur Fixie rung der Grafitpartikel wird anschließend eine besonders dünne Lackschicht, die die gesamte dekorative Oberfläche der Werkstoffplatte und somit auch die Grafitpartikel überdeckt, aufgetragen und mittels UV- Licht ausgehärtet. Alternativ können beispiels weise auch andere pulverförmige Pigmente aufgetragen werden. Auch könnte ein Lack, der mittels Elektronenstrahlhärtung ausgehärtet wird, als Fixierschicht aufgetragen werden.

Eine derart hergestellte Werkstoffplatte kann für die Weiterverarbeitung beispielsweise aufgetrennt werden. Anschließend können korrespondierende Verriegelungsprofile an die Seitenkanten angeordnet werden, sodass Paneele entstehen. Die korrespondierenden Verriegelungsprofile können als leimlose Verriegelungsprofile ausgebildet sein, die so wohl einen Höhenversatz der miteinander verbundenen Paneele als auch eine Spaltbil dung zwischen den verbundenen Paneelen verhindern. Alternativ kann das Auftrennen bzw. das Herstellen von Paneelen mit dem Anordnen der korrespondierenden Verriege lungsprofile auch vor der nachträglichen Bearbeitung erfolgen.

Beispiel 2

Eine Werkstoffplatte mit einer dekorativen Oberfläche wird bereitgestellt. Die Werk stoffplatte weist eine Trägerplatte aus Holzwerkstoff, in diesem Fall eine Faserplatte auf. Auf die Faserplatte wurde ein erstes Farbdekor aufgetragen. Das Farbdekor wurde in mehreren dünnen Schichten erzeugt und zeigt ein Holzdekor. Auf das Farbdekor wurde eine transparente Schutzschicht aus Lack aufgetragen. Auf die transparente Schutz- schicht wiederum wurden in Bereichen, in der das Farbdekor Poren des Holzes zeigt, Glanzporen aufgetragen. Die Glanzporen bestehen ebenfalls aus einem Lack, der gegen über der transparenten Schutzschicht einen höheren Glanzgrad aufweist, jedoch -wie beschrieben- nur auf einzelnen Abschnitten der Oberfläche aufgetragen wurde. Die de korative Oberfläche ist verwendungsfertig.

Zur Veränderung der Optik der dekorativen Oberfläche wird ein dunkel pigmentierter Lack bereitgestellt. Der Lack wird mittels einer Auftragswalze auf die Oberfläche mit besonders geringem Druck und besonders dünn aufgewalzt. Aufgrund des geringen Drucks und der besonders dünnen Auftragsweise bleibt im Bereich der Glanzporen deut lich weniger pigmentierter Lack haften gegenüber den Abschnitten der strukturierten Oberfläche, auf denen keine Glanzporen aufgetragen sind. Anschließend wird die pig mentierte Lackschicht ausgehärtet, in diesem Fall mittels UV-Licht. Alternativ kann hierfür zum Beispiel auch eine Elektronenstrahlhärtung durchgeführt werden.

Auch eine derart hergestellte Werkstoffplatte mit nachträglich veränderter dekorativer Oberfläche kann wie im Beispiel l beschrieben aufgetrennt und zum Paneel weiterbear beitet werden. Alternativ können das Auftrennen und die Weiterverarbeitung zum Pa neel auch vor der Veränderung der Optik der dekorativen Oberfläche erfolgen, sodass die nachträgliche Veränderung der dekorativen Oberfläche an den einzelnen Paneelen durchgeführt wird.

Unabhängig davon, ob das zweite Farbdekor als Pulver, plattenförmiges Pigment oder als flüssige Oberflächenbeschichtung aufgetragen wird, kann grundsätzlich eine Werk stoffplatte beispielsweise aus Faserplatte, Spanplatte, OSB-Platte, Schichtstoffplatte oder WPC bzw. eine Mehrschichtplatte aus einer Kombination dieser Werkstoffe verwendet werden. Zudem kann das mittels eines Pulvers und einer Fixierschicht erzeugte zweite Farbdekor selbstverständlich auch auf eine verwendungsfertige Lackoberfläche bzw. das als flüssiges Beschichtungsmittel ausgebildete zweite Farbdekor auf eine verwendungs fertige Kunstharzoberfläche aufgetragen werden.

Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt beschrieben wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung darstellen. Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens dar, sodass ein Block- oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfah rensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist.

Beispiel 3

Es wird eine Werkstoffplatte mit einer verwendungsfertigen Dekorschicht bereitgestellt. Die Werkstoffplatte umfasst eine Trägerplatte, die als MDF-Platte, CDF-Platte, HDF- Platte, Spanplatte, Vollkern, Faserzementplatte oder glasfaserverstärkte Kunststoffplatte ausgebildet ist. Die Trägerplatte ist mit einer verwendungsfertigen Dekorschicht be schichtet. Die Dekorschicht kann eine Schichtstoffoberfläche, insbesondere ein CPL oder HPL oder eine Lackbeschichtung umfassen. Zudem weist die verwendungsfertige Dekor schicht eine strukturierte Oberfläche mit einer 3-D Struktur auf. Auch kann die verwen dungsfertige Dekorschicht entsprechend Beispiel 1 im DPL-Verfahren aufgetragen sein.

Auf die verwendungsfertige Dekorschicht wird ein zweites Farbdekor aufgetragen. Hier für werden Farbpartikel in Pulverform auf die strukturierte Oberfläche der verwen dungsfertigen Dekorschicht aufgesprüht, aufgerieselt oder bspw. mittels einer Auftrags walze aufgetragen. Anschließend erfolgt ein Einmassieren der Farbpartikel in die Struk turen der Oberfläche mittels einer Eintragsvorrichtung wie bspw. einem Lappen oder einem Schwamm. Alternativ können die Partikel auch direkt auf die Eintragsvorrichtung aufgetragen und beim Einmassieren auf die Oberfläche übertragen werden. Alternativ oder ergänzend können die aufgetragenen, überschüssigen Partikel des zweiten Farbde- kores bspw. auch teilweise abgebürstet, abgesaugt oder abgeblasen werden, so dass eine ungleichmäßige Verteilung entsteht.

Unabhängig von der Auftragsart und Verteilart wird nach der ungleichmäßigen Vertei lung eine transparente Fixierschicht aufgetragen. Die Fixierschicht kann bspw. als Lack schicht ausgebildet sein.

Beispiel 4

Ausgehend von einer bereitgestellten Werkstoffplatte gemäß Beispiel 1, 2 oder 3 wird eine pigmentierte flüssige Oberflächenbeschichtung als zweites Farbdekor auf die struk turierte Oberfläche der verwendungsfertigen Dekorschicht aufgetragen. Der Auftrag er- folgt mittels einer Sprühvorrichtung, kann alternativ aber bspw. auch mittels einer Auf tragswalze erfolgen. Anschließend erfolgt eine Zwischenbearbeitung des zweiten Farbde- kores, bei der die aufgetragene flüssige Oberflächenbeschichtung mittels einer Eintrags vorrichtung verteilt wird. So kann die flüssige Oberflächenbeschichtung entsprechend Beispiel 3 in die Strukturen einmassiert werden. Überschüssiges Material wird dabei entfernt. Anschließend wird die ungleichmäßig verteilte pigmentierte flüssige Oberflä chenbeschichtung (zweites Farbdekor) getrocknet und ausgehärtet, bspw. mittels UV- Licht. Zum besonderen Schutz des zweiten Farbdekores kann eine Schutzschicht, bspw. eine Korund enthaltende Lackschicht, auf das zweite Farbdekor aufgetragen und ausge- härtet werden.

Grundsätzlich können die aufgeführten Materialien der Trägerplatte und die Materialien der verwendungsfertigen Dekorschicht frei kombiniert werden. So können letztlich alle aufgeführten Trägerplatten (Faserplatte, MDF-Platte, HDF-Platte, CDF-Platte, Span- platte, Vollkern, Faserzementplatte, glasfaserverstärkte Kunststoffplatte und WPC- Platte mit jeder der aufgeführten Dekorschichten (HPL, CPL, DPL, Lackbeschichtung usw.) beschichtet werden und eine Werkstoffplatte bilden. Dabei sind alle der aufgeführ ten verwendungsfertigen Dekor schichten auch sowohl mit Farbpartikeln in Pulverform als auch mit einer pigmentierten Oberflächenbeschichtung zum jeweiligen Ausbilden eines zweiten Farbdekores beschichtbar.