SCHMIDT, Frank (Hinter dem Dorfe 10, Langenhagen, 30855, DE)
SOIKA, Rainer (Adolf-Falke-Weg 13, Hannover, 30559, DE)
SCHMIDT, Frank (Hinter dem Dorfe 10, Langenhagen, 30855, DE)
| Patentansprüche 1 . Supraleitfähiges elektrisches Kabel, welches mindestens einen supraleitfähigen, aus Bändern oder Drähten bestehenden Leiter aufweist, die in mindestens einer Lage um einen als Rohr ausgeführten Träger herumgewickelt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) elastisch verformbar ist und einen sich über seine ganze Länge erstreckenden, in axialer Richtung verlaufenden Spalt (8) aufweist. 2. Kabel nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) quer zu seiner Längsrichtung gewellt ist. 3. Kabel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (8) geradlinig entlang einer Mantellinie des Rohres (2) verläuft. 4. Kabel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (8) wendeiförmig verläuft. 5. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) aus Edelstahl besteht. 6. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) aus Kupfer bzw. einer Kupferlegierung besteht. 7. Kabel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) aus einer Beryllium-Kupfer-Legierung besteht. 8. Kabel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (2) aus Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung besteht. |
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein supraleitfähiges elektrisches Kabel, welches mindestens einen supraleitfähigen, aus Bändern oder Drähten bestehenden Leiter aufweist, die in mindestens einer Lage um einen als Rohr ausgeführten Träger herumgewickelt sind (WO 03/052775 Al ).
Ein supraleitfähiges Kabel hat in heutiger Technik elektrische Leiter aus einem Verbundwerkstoff, welcher keramisches Material enthält, das bei ausreichend tiefen Temperaturen in den supraleitfähigen Zustand übergeht. Der elektrische Gleichstromwiderstand eines entsprechend aufgebauten Leiters ist bei ausreichender Kühlung Null, solange eine bestimmte Stromstärke, die kritische Stromstärke, nicht überschritten wird. Geeignete keramische Materialien sind beispielsweise oxidische Materialien auf Basis seltener Erden (ReBCO), insbesondere YBCO (Yttrium-Barium-Kupfer-Oxid), oder BSCCO (Wismut-Strontium-Kalzium-Kupfer- Oxid). Ausreichend niedrige Temperaturen, um ein derartiges Material in den supraleitfähigen Zustand zu bringen, liegen beispielsweise zwischen 67 K und 1 10 K. Geeignete Kühlmittel sind beispielsweise Stickstoff, Helium, Neon und Wasserstoff oder Gemische dieser Stoffe.
Das bekannte Kabel nach der eingangs erwähnten WO 03/052775 Al hat einen supraleitfähigen Leiter, der in mindestens einer Lage um ein Rohr herumgeformt ist. Zu dem Kabel gehören weitere, den Leiter umgebende Schichten. Es ist unter Freilassung eines Freiraums in einem aus zwei koaxial zueinander angeordneten metallischen Rohren, zwischen denen sich eine Vakuumisolierung befindet, bestehenden Kryostat angeordnet. Ein den supraleitfähigen Zustand des Leiters bewirkendes Kühlmittel kann durch das Rohr und durch den Freiraum des Kryostats geleitet werden. Der Leiter eines suprαleitfähigen Kabels besteht in bekannter Technik aus Bändern oder Drähten aus supraleitfähigem Material, die in mindestens einer Lage um einen Träger, beispielsweise um ein Rohr, herumgewickelt sind. Durch die zum Betrieb des Kabels erforderliche Abkühlung des Leiters von Raumtemperatur auf die für den supraleitfähigen Zustand benötigte Temperatur schrumpft das supraleitfähige Leitermaterial etwa um 0,25 % bis 0,3 %. Das kann bei einer Kabellänge von beispielsweise 600 m zu einer Verkürzung des Leiters um etwa 1 ,5 m bis 1 ,8 m führen. Das supraleitfähige Kabel und damit auch sein Leiter ist an seinen Enden in Anschlußarmaturen festgelegt. Die durch die Abkühlung erhebliche Verkürzung des Leiters führt zu einer erheblichen Zugbelastung der Anschlußarmaturen. Sie kann außerdem leicht zu einer Überdehnung des Leiters bzw. seiner Einzelelemente und damit zu einer Beschädigung führen, durch welche der Leiter unbrauchbar wird. Um derartige Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des Leiters zu verhindern, sollen seine Enden gemäß der EP 1 821 380 Bl beispielsweise erst nach erfolgter Abkühlung und damit in einer dem supraleitfähigen Zustand entsprechenden, verkürzten Länge innerhalb des Kryostats fixiert werden. Der Aufwand für diese Maßnahme ist relativ hoch. Wenn ein solches supraleitfähiges Kabel beispielsweise für Reparaturzwecke auf Raumtemperatur erwärmt wird, werden die Anschlußarmaturen außerdem durch das sich ausdehnende Kabel mechanisch belastet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs geschilderte Kabel so zu gestalten, daß temperaturbedingte Längenänderungen des Leiters auf einfache Weise ausgeglichen werden können.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Rohr elastisch verformbar ist und einen sich über seine ganze Länge erstreckenden, in axialer Richtung verlaufenden Spalt aufweist.
Bei diesem Kabel ist das als Träger des Leiters eingesetzte Rohr elastisch so verformbar, daß sein Durchmesser sich bei einer von außen einwirkenden radialen Druckbelastung verringern kann. Das wird durch den sich in Längsrichtung des Rohres erstreckenden Spalt sichergestellt, der bei Raumtemperatur ausreichend breit bemessen ist, damit er sich während der Abkühlung des Leiters verengen bzw. maximal ganz schließen kann. Die während der Abkühlung erfolgende Verkürzung des Leiters wirkt sich damit im wesentlichen in radialer Richtung aut seinen Träger aus, so daß aut die Anschlußarmaturen an den Enden des Kabels keine wesentlichen Zugbelastungen ausgeübt werden. Da das Rohr elastisch verformbar ist, weitet sich der Spalt bei Reduzierung oder im Extremfall Fortfall der radialen Belastung des Rohres wieder auf, so daß der Durchmesser des Rohres wieder größer wird. Der Leiter des supraleitfähigen Kabels liegt dadurch unabhängig von seiner Länge beim Abkühlen oder beim Wärmerwerden ständig an der Oberfläche des damit dauernd als Träger wirkenden Rohres an. Die Worte „elastisch verformbar" bedeuten im Sinne der Erfindung, daß das Rohr ständig gegen den dasselbe umgebenden Leiter drückt, also im weitesten Sinne federnde Eigenschaften hat.
Die Breite des Spaltes, die für ein in obigem Sinne wirkendes Rohr bei Raumtemperatur benötigt wird, kann in Abhängigkeit vom Durchmesser des Rohres, vom Material desselben und von der Differenz zwischen Raumtemperatur und Arbeitstemperatur des Kabels im supraleitfähigen Zustand berechnet bzw. vorgegeben werden.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt einer Anordnung mit einem supraleitfähigen Kabel.
Fig. 2 einen für ein supraleitfähiges Kabel nach der Erfindung einsetzbares Rohr als
Träger für den Leiter des Kabels.
Fig. 3 und 4 gegenüber Fig. 2 abgewandelte Ausführungsformen des Rohres.
In Fig. 1 ist ein prinzipieller Aufbau eines in einem Kryostat KR angeordneten supraleitfähigen Kabels SK dargestellt. Das Kabel SK hat einen supraleitfähigen Leiter 1 , der um ein als Träger ausgeführtes Rohr 2 herumgeformt ist. Der Leiter 1 ist von einem Dielektrikum 3 umgeben, über welchem ein supraleitfähiger Schirm 4 angeordnet ist. Der Kryostat KR besteht aus zwei koaxial zueinander angeordneten metallischen Rohren 5 und 6, zwischen denen sich eine Vakuumisolierung 7 befindet. Der Kryostat KR umschließt das Kabel SK und einen Freiraum FR zum Durchleiten eines Kühlmittels. Die Rohre 5 und 6 des Kryostαts KR bestehen mit Vorteil aus Edelstahl. Sie können quer zu ihrer Längsrichtung gewellt sein. Leiter 1 und Schirm 4 können aus üblichen supraleitfähigen Materialien bestehen, insbesondere aus den eingangs erwähnten Materialien YBCO und BSCCO. Der Leiter 1 besteht mit Vorteil aus supraleitfähigen Bändern oder Drähten, die in mindestens einer Lage um das Rohr 2 herumgewickelt sind. Das Dielektrikum 3 ist in üblicher Technik aufgebaut. Das Kabel SK ist in der Ausführungsform nach Fig. 1 ein supraleitfähiges Kabel mit kaltem Dielektrikum.
Das als Träger für den Leiter 1 verwendete Rohr 2 ist im weiter oben geschilderten Sinne elastisch verformbar, und zwar insbesondere in radialer Richtung mit veränderbarem Durchmesser. Das Rohr 2 besteht in bevorzugter Ausführungsform aus Edelstahl, Kupfer oder Aluminium bzw. deren Legierungen. Es kann mit Vorteil beispielsweise aus einer Beryllium-Kupfer-Legierung bestehen. Es kann entsprechend Fig. 4,,quer zu seiner Längsrichtung gewellt sein.
Das Rohr 2 hat einen sich über seine ganze Länge erstreckenden Spalt 8, der gemäß Fig. 2 geradlinig entlang einer Mantellinie des Rohres verläuft. Der Spalt 8 kann gemäß Fig. 3 auch wendeiförmig, mit vorzugsweise großem Steigungswinkel verlaufen.
Beispiel
Die Breite des Spaltes 8 kann beispielsweise wie folgt berechnet werden:
Wenn ein Leiter mit einer Schlaglänge LS um einen Strang mit dem Durchmesser D verseilt wird, ist die Leiterlänge L pro Schlaglänge LS durch die Gleichung
L = ^l LS 2 + Tt 2 D 2 gegeben. Wenn der Leiter abgekühlt wird, wird er durch Schrumpfung insbesondere kürzer. Diese Schrumpfung kann dadurch kompensiert werden, daß eine Reduzierung des Durchmessers des aus dem aufgewickelten Leiter bestehenden Wickelkörpers ermöglicht wird. Dies wird erreicht, wenn für die Länge LK des kalten Leiters folgendes gilt: LK = » L. • ist dabei ein Faktor, der von der thermischen Konfraktion des Materials des Stranges abhängt. Metallische Materialien schrumpfen beispielsweise um etwa 0,3%, wenn sie von Raumtemperatur auf 77 K abgekühlt werden. In einem solchen Falle wäre •= 1 -0,003=0,997. Aus der oben angegeben Gleichung folgt, daß für = -J LS 2 + π 2 D 2 x • = \ 1 L 2 + π 2 DK 2 ein Durchmesser DK bestimmt werden kann, auf den der Wickelkörper des geschrumpften Leiters im kalten Zustand schrumpfen sollte.
In dem supraleitfähigen Kabel SK soll der Leiter beispielsweise um ein aus Edelstahl bestehendes Rohr 2 mit einem Durchmesser von 25 mm herumgewickelt sein. Die Schlaglänge LS soll das zehnfache des Durchmessers betragen, also LS = 250 mm. Mit einem Faktor • von 0,997 ergibt sich dann ein Durchmesser DK des kalten Rohres 2 von 24,58 mm. Ein solcher Durchmesser entspricht einem Umfang des Rohres 2 von 77,22 m. Im Originalzustand war der Umfang desselben - bei einem Durchmesser von D = 25 mm - 78,54 mm. Wenn auch das Rohr 2 radial um 0,3 % schrumpft, dann ist der Durchmesser desselben im abgekühlten Zustand 25 mm x 0,997 = 24,93 mm. Sein Umfang beträgt damit 78,30 mm. Für dieses Beispiel berechnet sich die Breite des Spaltes 8 also zu 78,30 mm - 77,22 mm = 1 ,08 mm.
Das in dem Rohr 2 zur Verwendung kommende Material ist idealerweise so ausgelegt, daß bei dem Verengen des Spaltes 8 durch Schrumpfen keine oder eine nur sehr geringe plastische Verformung auftritt. Dies kann durch eine geeignete Wahl der Materialien mit entsprechenden Wanddicken erreicht werden.
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