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Patent Searching and Data


Title:
SUPPLEMENTAL FUNCTION ELEMENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2000/032860
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to different supplemental function elements which are integrally configured on a knitted seat cover.

Inventors:
ROELL FRIEDRICH (DE)
Application Number:
PCT/DE1999/003853
Publication Date:
June 08, 2000
Filing Date:
December 01, 1999
Export Citation:
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Assignee:
KEIPER RECARO GMBH CO (DE)
ROELL FRIEDRICH (DE)
International Classes:
D04B1/00; D04B1/22; (IPC1-7): D04B/
Foreign References:
US2201980A1940-05-28
FR1113582A1956-03-30
EP0791672A21997-08-27
EP0361855A21990-04-04
Other References:
See also references of EP 1135549A2
Attorney, Agent or Firm:
Wahl, Hendrik (Zipse & Habersack Wotanstrasse 64 München, DE)
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Claims:
PATENTANSPRVCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines doppellagigen Gestricks für einen Sitzbezug auf einer Flachstrickmaschine mit wenig stens zwei Nadelbetten, wobei während der Herstellung des Ge stricks in parallel zu einer Außenkante des Sitzbezuges verlau fenden linearen Bereichen alternierend mit den Nadeln des vor deren Nadelbetts gestrickt wird, während die Nadeln des hinte ren Nadelbetts inaktiv sind und vice versa.
2. Verfahren zur Herstellung eines doppellagigen Gestricks für einen Sitzbezug auf einer Flachstrickmaschine mit wenig stens zwei Nadelbetten, wobei während der Herstellung des Ge stricks in Bereichen definierter Maschenstäbchen alternierend mit den Nadeln des vorderen Nadelbetts engmaschig und mit den Nadeln des hinteren Nadelbetts locker gestrickt wird und vice versa.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den linearen Bereichen Ab stände von fünf bis hundert Maschenreihen/Maschenstäbchen vor gesehen werden, in welchen mit beiden Nadelbetten gleichmäßig gestrickt wird.
4. Sitzbezug, bestehend aus einem Doppellagengestrick, wobei die Lagen über wenigstens einen Polfaden miteinander verbunden sind, umfassend Bereiche, in denen die erste, die Sichtseite bildende Lage mit einem Faden gestrickt ist, der kein Wasser aufnahmevermögen aufweist, während die zweite Lage und/oder der Polfaden aus einem Mikrofasern enthaltenden Faden besteht/be stehen.
5. Verfahren zum integrierten Stricken einer zylindrischen, schlaufenoder taschenförmigen Haltestruktur, wie z. B. eines Becherhalters oder einer Polstertasche an einem Strickbezug auf einer Flachstrickmaschine, wobei die Haltestruktur entweder als vorgefertigtes Teil in den Strickbereich transferiert oder in einem separaten Bereich der Flachstrickmaschine während des Strickens des Sitzbezuges gestrickt und anschließend an der ge wünschten Stelle auf die Nadeln des Strickbereichs des Sitzbe zuges transferiert und in den Bezug mit eingestrickt oder zu sammen mit dem Sitzbezug hergestellt wird, wobei während des Strickens der Haltestruktur die den Bezug strickenden Nadeln inaktiv sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltestruktur aus einem ther misch härtbaren Faden hergestellt wird, der nach der Herstel lung des Bezugs thermisch behandelt wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines mobilen Sitzes mit einem Sitzbezugträger, der mit einem gestrickten Sitzbezug bezogen ist, der einen Abdeckbereich für einen in dem Sitz integrierten Airbag aufweist, wobei im Abdeckbereich des Airbags wenigstens eine Maschenreihe/Maschenstäbchen zumindest partiell mit einem Faden definierter Reißfestigkeit gestrickt wird, die geringer als die Reißfestigkeit des im übrigen Bereich des Sitzbezugs verwendeten Fadens ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden definierter Reißfestig keit eine Stärke < 300 dtex aufweist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Maschenrei hen/Maschenstäbchen mit einem Faden höherer Reißfestigkeit und/oder einer Stärke > 500 dtex gestrickt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschenstäbchen mit dem Faden höherer Reißfestigkeit in Intarsiatechnik beidseitig bis zu dem Maschenstäbchen definierter Reißfestigkeit gestrickt werden, und daß der Faden definierter Reißfestigkeit ebenfalls in In tarsiatechnik in das dazwischenliegende Maschenstäbchen einge strickt wird.
11. Textilverkleidung mit integrierter Beleuchtungsvorrichtung in Form eines einoder mehrlagigen Gestricks, in welches we nigstens eine Lichtleitfaser vermascht und/oder als Schuß und/oder Kettfaden eingelegt ist und wenigstens ein Ende der Lichtleitfaser (n) mit einer Strahlungsquelle verbunden ist.
12. Textilverkleidung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Schuß/Ketteintrag durch eine separate Lichtleitfaser gebildet ist, und daß die Enden der Lichtleitfasern gebündelt und als Bündel an die Strahlungsquel le angeschlossen sind.
13. Textilverkleidung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine zu vermaschende Lichtleitfaser mit einem, vorzugsweise silikonhaltigen, Gleitmittel beschich tet ist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Sitzbezuges für einen Sitz bestehend aus einer Sitzstütze und einem Sitzbezug, bei dem der Sitzbezug zumindest partiell mehrlagig auf verschiedenen Nadel betten einer Flachstrickmaschine gestrickt wird, wobei die Ver bindung der Maschen auf beiden Nadelbetten in einem Taschenbe reich des Sitzbezugs unterbrochen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschen auf einem Nadelbett an einem offenen Rand der Unterbrechung abgekettelt werden.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschen auf einem Nadelbett an einem zur Gestrickoberseite hin offenen Rand der Unterbrechung mit einem Thermofaden verstrickt und anschließend thermisch be handelt werden.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß ein zur Gestrickoberseite hin offe ner Rand der Unterbrechung durch eine angestrickte Lasche abge deckt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagen des mehrlagigen Gestrick bereichs außerhalb des Taschenbereichs durch einen Polfaden miteinander verbunden werden.
19. Sitzbezug nach einem der Ansprüche 1,2,4 bis 9 oder 14 bis 18.
20. Sitz umfassend einen zumindest partiell Metall aufweisen den Sitzbezugträger und einen textilen Sitzbezug, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitzbezug ein elektrisch leit fähiges oder widerstandsleitfähiges Material aufweist.
21. Sitz nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitzbezug auf seiner dem Träger zugewandten Seite mit dem Material beschichtet ist.
22. Sitz nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Material in Kontakt mit einem Metallteil des Sitzbezugträgers steht.
23. Sitz nach Anspruch 20,21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Material in Form von Maschen, Schußoder Kettfäden in einen gestrickten oder gewebten Sitz bezug eingebracht ist.
24. Sitz nach Anspruch 20,21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Material als Plasmabeschichtung aufgebracht ist.
25. Sitzbezug für einen Sitz nach einem der Ansprüche 20 bis 24.
Description:
ZUSATZFUNKTIONSELEMENTE Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gestrick für einen Sitz- bezug bzw. ein Verfahren zur Herstellung eines Gestricks für einen Sitzbezug und eines Sitzbezuges selbst.

Es ist heutzutage hinlänglich bekannt, Sitzbezüge als dreidi- mensionales, konturiertes Teil fertig zu stricken, ohne daß weitere Konfektionierungsarbeiten vonnöten wären. Einen derar- tigen Sitzbezug beschreibt beispielsweise das europäische Pa- tent 0 361 855. Mit dem dort gezeigten Verfahren lassen sich herkömmliche Sitzbezüge stricken. Nun besteht insbesondere im Bereich der individuellen Sitzherstellung, insbesondere bei Nachrüstsätzen ein Bedarf, individuelle Funktionselemente in den Sitzbezug einzubringen. Dies ist mit den bestehenden Tech- nologien noch nicht möglich.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Gestrick zu schaffen, das individuellen Anforderungen an die Musterung, Gestaltung oder Funktionselementen gerecht wird. Lösungen dieser Aufgabe sind Gegenstand der Ansprüche 1,2,4,5,6,10,13,19,20 und 25. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der zugehörigen Unteransprüche.

Sitze, vor allem im mobilen Bereich, d. h. in Flugzeugen, Kraft- fahrzeugen, Schnellbooten oder Zügen bieten heutzutage oft im Rahmen eines größeren Sitzkomforts die Möglichkeit, die Sitz- fläche nach vorne zu verlängern. Deswegen ist an dem mobilen Sitz ein vorderer Bereich des Sitzes nach vorne hin verstell- bar, um die Länge des Sitzbereichs verstellen zu können. Sitz- bezugtechnisch wurde dieses Problem bislang dahingehend gelöst, daß das verstellbare Teil mit einem separaten Bezug versehen wurde. Dies führt jedoch dazu, daß in die Zwischenräume zwi- schen dem verstellbaren Teil und dem sonstigen Sitz Schmutz eindringt, der das optische Erscheinungsbild und gegebenenfalls sogar die Verstellfunktion beeinträchtigt. Gemäß der vorliegen- den Erfindung wird dieser verstellbare Teil durch den Sitzbezug mit überdeckt, wobei der Sitzbezug im Bereich der Anordnung des verstellbaren Teils, d. h. in der Regel parallel zu einer Außen- kante des Sitzbezuges mit einer Faltenstruktur in Art einer Ziehharmonika oder eines Blasebalgs versehen wird, die selbst- tätig in eine zusammengezogene Stellung vorgespannt ist, und daher die Möglichkeit bietet, eine größere Sitzlänge beim Aus- fahren des verstellbaren Teils durch ziehharmonikaartiges Aus- einanderfahren mit umfassen zu können. Hierfür wird, je nach Herstellungsrichtung des Sitzbezuges, entweder alternierend auf dem vorderen und hinteren Nadelbett nicht gestrickt, wobei zwi- schen diesen linearen Bereichen über mehrere, d. h. beispiels- weise fünf bis hundert Maschenreihen mit beiden Nadelbetten ge- strickt wird. Durch diese Technik erreicht man parallel zu den Maschenreihen eine Ziehharmonikastruktur, die daraus resul- tiert, daß in den nicht gestrickten Bereichen der vorde- ren/hinteren Lage mehr Maschenreihen vorhanden sind als in der hinteren/vorderen Lage was zu gegensätzlich gekrümmten Berei- chen führt. Falls die ziehharmonikaartige Ausbildung parallel zu den Maschenstäbchen verlaufen soll, wird derart gestrickt, daß an den betreffenden Maschenstäbchen alternierend auf dem vorderen und hinteren Nadelbett locker bzw. fest gestrickt oder gestrickt/nicht gestrickt wird und vice versa. Dies läßt sich dadurch realisieren, daß die Nadeln der Flachstrickmaschine un- terschiedlich tief kuliert werden. Auch hier wird zwischen den gekrümmten Bereichen ein Bereich über mehrere, z. B. fünf bis hundert Maschenstäbchen vorgesehen, in denen gleichmäßig mit beiden Nadelbetten gestrickt wird. Auf diese Weise wird eine ziehharmonikaartige Struktur parallel zu den Maschenstäbchen erzeugt. Die Struktur kann daher im Bereich vor allen beliebi- gen Außenkanten eines Sitzes integriert eingestrickt werden, wodurch sich die Herstellung separater Bezüge für bewegliche Teile des Sitzes erübrigt.

Bei der Herstellung der Ziehharmonikastruktur parallel zu den Maschenstäbchen ist es auch möglich, neben dem alternierenden Fest/Locker-Stricken in die aufgeblähte (locker gestrickte) La- ge zusätzlich Maschen vom rückwärtigen Nadelbett zu transfe- rieren oder Maschen zu teilen oder gegebenenfalls einen Kettfa- den, Schußfaden oder Polfaden einzulegen, der mehr Volumen bringt.

Ein weiteres Problem bei der Herstellung von Sitzen, insbeson- dere mobilen Sitzen, sind die Klimaeigenschaften. So muß durch den Sitzbezug hindurch eine gewisse Belüftung und Feuchtig- keits-und Wärmeabfuhr sichergestellt werden. Hierfür ist er- findungsgemäß ein Sitzbezug vorgesehen, der aus einem Doppel- oder Mehrlagengestrick besteht, dessen Lagen über wenigstens einen Polfaden miteinander verbunden sind. Der Faden auf der Sichtseite des Gestricks hat kein Wasseraufnahmevermögen, wo- durch sichergestellt wird, daß die Sichtseite des Bezugst trok- ken bleibt. Der Polfaden und/oder die rückwärtige Gestricklage enthalten jedoch Mikrofasern, die aufgrund ihrer Kapillarwir- kung ein hohes Feuchtigkeitsaufnahmevermögen haben. Auf diese Weise wird die Feuchtigkeit von der Sichtseite des Bezuges sehr wirkungsvoll auf die Rückseite des Bezuges geleitet, von wo sie beispielsweise durch Vorsehen einer geeigneten Belüftung abge- führt werden kann. Dies führt dazu, daß selbst bei einem langen Sitzen unter klimatisch ungünstigen Bedingungen, z. B. im Som- mer, die Oberseite des Gestrickes nie naß wird.

Ebenfalls im Zuge des Komforts innerhalb des Bereichs des mobi- len Sitzens ist es heutzutage üblich, in Fahrzeugen, Flugzeugen oder Zügen Ablagen und Halterungen vorzusehen, um unterschied- liche Gegenstände, wie z. 3. Becher oder Stifte sicher, d. h. ge- gen Umfallen gesichert, unterzubringen. Im Rahmen der individu- ellen Anpassung von Sitzen an unterschiedliche Physiognomien kann es auch wünschenswert sein, den Bezug an definierten Stel- len, z. B. im Lordosenbereich aufzupolstern. Erfindungsgemäß läßt sich daher eine zylindrische schlaufen-oder taschenförmi- ge Haltestruktur z. B. für einen Becherhalter oder eine Polster- tasche an einem Strickbezug auf einer Flachstrickmaschine da- durch herstellen, daß die Haltestruktur, z. B. die Tasche oder ein Zylinder, als vorgefertigtes Teil, z. B. durch einen Kamm, in den Strickbereich transferiert oder in einem separaten Be- reich, z. B. auf einem separaten Nadelbett der Flachstrickma- schine während des Strickens des Sitzbezuges gestrickt und an- schließend an der gewünschten Stelle auf die Nadeln des Strick- bereichs des Sitzbezuges transferiert und in den Bezug mit ein- gestrickt wird. Die Haltestruktur läßt sich auch direkt zusam- men mit dem Sitzbezug herstellen. Währenddessen wird dann die Tätigkeit der anderen, den Bezug strickenden Nadeln unterbro- chen. Auf diese Weise wird durch die Vorfabrikation oder das gleichzeitige Stricken der Haltestruktur die Maschinenlaufzeit nicht wesentlich verlängert und trotzdem ist es möglich, kom- plexe Haltestrukturen wie Taschen, Zylinder oder Schlaufen in- tegriert an den Bezug anzustricken, ohne daß eine nachfolgende textile Bearbeitung (z. B. Annähen) oder Konfektionierung hier- für erforderlich ist. Das beanspruchte Herstellungsverfahren ist daher äußerst preisgünstig und automatisierbar.

Wenn die Haltestruktur eine gewisse Stabilität haben soll, läßt sich die gesamte Haltestruktur beispielsweise aus einem ther- misch härtbaren Faden stricken, der nach Herstellung des Bezugs thermisch behandelt wird und dadurch aushärtet.

Durch das o. g. Verfahren lassen sich auch Taschen für die wahl- weise Einbringung von Stützpolstern z. B. im Lordosenbereich der Rückenlehne herstellen. In diese kann wahlweise ein Schaumgum- mipolster oder dergleichen eingeschoben werden. Der Sitz kann somit in seiner Geometrie individuellen Bedürfnissen angepaßt werden.

Ein Trend in der Automobilherstellung geht heute dahin, dem Sitz immer mehr Funktionen zuzuordnen. Dies fing damit an, daß die Gurtschlösser an den Sitzen befestigt wurden. Heute müssen Sitze auch in der Lage sein, weitere Sicherheitseinrichtungen wie z. B. das gesamte Gurtsystem aufzunehmen. Auch Seitenairbags werden bereits in dem Sitz integriert. Die vorliegende Erfin- dung schafft hierfür einen gestrickten Sitzbezug, der einen Ab- deckbereich für einen im Sitz integrierten Airbag aufweist. Im Abdeckbereich des Airbags, möglichst an zentraler Stelle, wird demzufolge wenigstens eine Maschenreihe und/oder ein Maschen- stäbchen mit einem Faden definierter Reißfestigkeit gestrickt, wobei die Reißfestigkeit dieses Fadens geringer als die des im übrigen Bereich des Sitzbezuges verwendeten Fadens ist. Hier- durch wird zum einen bewirkt, daß der Sitzbezug beim Austritt des Airbags genau an der vorgewählten Maschenreihe bzw. Ma- schenstäbchen aufreißt, da in diesem Bereich die Reißfestigkeit des Strickbezuges im Vergleich zum sonstigen Bezugbereich deut- lich herabgesetzt ist. Zudem kann durch die genaue Definition der Reißfestigkeit des Fadens sichergestellt werden, daß der Strickbezug beim Austreten des Airbags auf jeden Fall aufreißt.

Der Effekt kann abermals verstärkt werden, wenn Bereiche des Gestricks, welche die definiert reißende Maschenreihe oder das entsprechende Maschenstäbchen umgeben, mit einem Faden höherer Reißfestigkeit und/oder geringerer Elastizität gestrickt sind.

Vorzugsweise ist das Gestrick im Abdeckbereich des Airbags auch mit einer geringeren absoluten Elastizität, z. B. kleiner als 15%, gestrickt. Auf diese Weise wird verhindert, daß sich der Strickbezug im Abdeckbereich zu stark deformiert, bevor der Airbag austritt, was eventuell die Funktion des Airbags beein- trächtigen könnte. Vorzugsweise ist die Reißfestigkeit des Fa- dens an der gewählten Maschenreihe bzw. dem gewählten Maschen- stäbchen lediglich 1/20 bis li so groß wie die Reißfestigkeit des Fadens im übrigen Abdeckbereich.

Wenn die Sollbruchstelle für den Austritt des Airbags im Be- reich eines Maschenstäbchens verlaufen soll, wird vorzugsweise die Intarsiatechnik angewandt, wobei in den Bereichen beidsei- tig des Maschenstäbchens mit zwei ersten Fadenführern gestrickt wird, die ein Garn höherer Reißfestigkeit zuführen und im Be- reich des Maschenstäbchens mit einem zweiten Fadenführer ge- strickt wird, der den Faden geringerer definierter Reißfestig- keit zuführt.

Als Faden definierter geringer Reißfestigkeit eigenen sich, Po- lyvinylchlorid-Spinnfasern (Thermovyl), Fluoro-Filamentgarne, Phenyl-Formaldehyd-Spinnfasern, Viskosefilamentgarn normal, Cu- prospinnfasern, Caseinfasern als auch Ca-Alginatfilamentgarn.

Die Gesamtdicke des Mono-oder Multifilamentfadens sollte unter 300 dtex, besser noch unter 150 dtex liegen, während die Faden- stärke im umgebenden Gestrick vorzugsweise über 500 dtex liegen sollte.

Besonders bei hochwertigen und luxuriösen Kraftfahrzeugen geht heute der Trend dahin, daß man technische Elemente, die per se keinen höheren ästhetischen Ansprüchen genügen, möglichst ka- schiert. Durch die vorliegende Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, eine Innenraumbeleuchtung integriert in ein Ge- strick, z. B. am Sitz oder an einer Seitenverkleidung oder dem Dachhimmel integriert vorzusehen. Hierfür wird in das Gestrick wenigstens eine Lichtleitfaser eingebracht. Diese kann entweder als herkömmlicher Vermaschungsfaden oder als zusätzlich einge- brachter Faden vermascht und/oder als Schuß-und/oder als Kett- faden eingelegt werden. Wenigstens ein Ende der Lichtleitfaser wird dann mit einer Strahlungsquelle verbunden. Auf diese Weise wird der Beleuchtungskörper in die Verkleidungstextilie bzw.

Bezugstextilie integriert eingebracht, ohne daß das Beleuch- tungselement als solches nach außen hin in Erscheinung tritt.

Vorzugsweise werden mehrere Lichtleitfasern in Form eines Schusses oder einer Kette eingetragen, z. B. durch Umhängen von Maschen oder durch Auf-Fang-Legen. Die Enden der Lichtleitfa- sern werden gebündelt und als Bündel an die Strahlungsquelle angeschlossen. Dies hat den Vorteil, daß selbst beim Bruch ei- ner Lichtleitfaser die Funktion der gesamten integrierten Leuchte nicht gestört wird. Soll die Lichtleitfaser in dem Ge- strick mit vermascht werden, so wird sie vorzugsweise mit einem möglichst silikonhaltigen Gleitmittel beschichtet, um auf diese Weise besser durch eine Flachstrickmaschine eingestrickt werden zu können. Als Lichtleitfaser werden vorzugsweise dünne flexi- ble Glasfasern oder Epoxidharzfasern verwendet. Diese Technik bietet zudem den Vorteil, daß das Gestrick ansonsten aus einem Faden besteht, dessen Farbe der gewünschten Innenraumfarbe ent- spricht. Tagsüber tritt somit das gesamte Beleuchtungsobjekt nicht in Erscheinung, sondern erst nachts.

In der Regel wird ein Sitzbezug zweilagig hergestellt, was zum einen die Unterteilung von technischen Funktionen und ästheti- schen Funktionen auf die hintere und vordere Lage ermöglicht und zum anderen die Stabilität des Gestricks insgesamt erhöht.

Die beiden Lagen des Gestricks werden auf unterschiedliche Wei- se miteinander verbunden, z. B. durch Umhängen von Maschen von einem Nadelbett auf das andere oder durch eine Polfadenstruktur oder durch gegenseitiges Vermaschen oder Auf-Fang-Legen. Erfin- dungsgemäß kann nun auf sehr einfache und kostengünstige Weise eine Tasche z. B. zum Einschieben einer Polsterstütze bereitge- stellt werden, in dem die Verbindung der beiden Lagen in dem Taschenbereich unterbrochen wird. Hierdurch wird zwischen den beiden Lagen eine Tasche gebildet, die unterschiedliche Funk- tionen haben kann, z. B. zur Aufnahme eines Polsterschaumteils dienen kann. Vorzugsweise sind die Maschen auf dem vorderen Na- delbett an einem zur Gestrickoberseite,-unterseite oder zu den Seiten hin offenen Rand der Unterbrechung abgekettelt. Auf die- se Weise entsteht ein Schlitz in dem Gestrick, über den man Zu- gang zum Innenraum der Tasche hat. Die Maschen an dem Rand der Unterbrechung können alternativ oder zusätzlich auch mit einem Thermofaden verstrickt und anschließend thermisch behandelt werden, so daß ein Auftrennen der Maschen im Randbereich des Schlitzes vermieden wird. Der Schlitz kann durch eine inte- griert eingestrickte Lasche abgedeckt oder kaschiert sein, die einfach auf einem Nadelbett einlagig weiter gestrickt wird.

Es ist selbstverständlich nicht notwendig, daß der gesamte Sitzbezug mehrlagig gestrickt ist. Es ist im Grunde genommen ausreichend, daß der Sitzbezug im Bereich der Tasche und im di- rekt angrenzenden Bereich doppellagig gestrickt ist. Eine der- artige Tasche kann somit auch in einem ansonsten einlagigen Strickbezug vorgesehen werden.

Der letzte Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Pro- blem, das synthetischen textilen Sitzbezügen zu eigen ist. Näm- lich die elektrostatische Aufladung. Um das Entstehen stati- scher elektrischer Ladung zu verhindern weist der Sitzbezug er- findungsgemäß vorzugsweise auf einer dem Sitzbezugträger zuge- wandten Seite ein elektrisch leitfähiges oder widerstandsleit- fähiges Material auf. Eventuell durch Reibung von Kleidung an dem Sitzbezug entstehende statische Elektrizität wird über die- se leitfähigen Bereiche über den Sitzbezugträger in die Fahr- zeugerde bzw. Flugzeugerde abgeleitet. Das Entstehen statischer Elektrizität mit den bekannten unerwünschten Begleiteffekten wird dadurch vermieden. Vorzugsweise steht das leitfähige oder widerstandsleitfähige Material auf der Rückseite des Sitzbezu- ges mit einem Metallteil des Sitzbezugträgers in Kontakt, um die elektrische Erdung zu bewirken. Die leitfähigen Bereiche könnten jedoch auch direkt mit einem Metallteil des Fahrzeugs oder Flugzeugs verbunden sein.

Vorzugsweise wird das leitfähige oder widerstandsleitfähige Ma- terial als Faden in den Strickbezug integriert mit einge- strickt. Das Material kann somit entweder vermascht, aufplat- tiert oder als Schuß-oder Kettfaden eingebracht werden. Diese Technik hat den Vorteil, daß die leitfähigen Stellen genau de- finiert werden können und kein nachfolgender Beschichtungsvor- gang notwendig ist, der gegebenenfalls sogar die klimatischen Eigenschaften des Sitzbezuges nachteilig verändert.

In einer alternativen Ausführungsform ist es jedoch auch mög- lich, die Rückseite des Materials mit einer leitfähigen oder widerstandsleitfähigen Schicht entweder durch Druck-, Tauch-, Dampfverfahren oder dergleichen zu beschichten. Eine weitere Möglichkeit wäre die Plasmabehandlung des gesamten Gewebes oder des zu verstrickenden Fadens, wodurch sehr donne elektrisch leitfähige Schichten aufgebracht werden können, die die klima- tischen Eigenschaften des Sitzbezuges nicht negativ verändern.

In diesem Fall könnte die leitfähige Schicht auch auf die Sichtseite des Gestricks aufgebracht werden.

Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise anhand der Zeich- nung beschrieben. In dieser zeigen : Fig. 1 eine Vorderansicht einer Rückenlehne eines mobilen Sitz- bezuges, Fig. 2 eine Seitenansicht II aus Fig. 1, Fig. 3 eine Aufsicht auf die Sitzfläche eines mobilen Sitzbezu- ges, und Fig. 4 einen Schnitt IV-IV aus Fig. 3.

Fig. 1 zeigt die Rückenlehne 10 eines mobilen Sitzes. Die Rük- kenlehne 10 enthält einen im wesentlichen vertikalen Lehnenbe- reich 12 und beidseitig des Lehnenbereichs Führungsbereiche 14, durch welche eine auf dem Sitz sitzende und im Lehnenbereich 12 anlehnende Person seitlich geführt wird. Der Lehnenbereich 12 umfaßt einen Rückenbereich 15, der optisch wahlweise zurückhal- tend oder akzentuiert gestaltet werden kann, in welchem die rückwärtige Lage des gestrickten Sitzbezuges des Sitzes 10 aus einem Mikrofasern enthaltenden Faden besteht, während gleich- zeitig an der Sichtseite des Sitzbezuges der Faden eine Stärke von über 300 dtex aufweist oder die Filamente des Fadens eine Stärke > 30 dtex aufweisen, so daß er keine feuchtigkeitsspei- chernden Eigenschaften besitzt, während Feuchtigkeit über die Mikrofasern an die Rückseite des Bezugs geleitet wird, wo sie durch Ventilation abgeführt werden kann. Etwas weiter unten an dem Lehnenbereich 12 im Bereich der Lordose ist eine Einschub- tasche 16 vorgesehen, die integriert in dem Lehnenbereich da- durch vorgesehen ist, daß dieser Bereich durch ein vorzugsweise vierlagiges Gestrick gestrickt ist, bei welchem die hinteren beiden Lagen mit den vorderen beiden Lagen nicht verbunden sind. Die vorderen beiden Lagen bilden die Vorderwand der Ta- sche, die eine Ziehharmonikastruktur aufweist. Sie hat daher beim Einschieben eines Lordosenpolsters in die Tasche die not- wendige Elastizität um das Polster aufzunehmen. Die Ziehharmo- nikastruktur der Tasche ist durch wechselseitiges Aktivieren und Nichtaktivieren der Nadeln der beiden Nadelbetten herge- stellt, in welchen dieser Bereich gestrickt wird. Wird der Be- zug von einer Seite aus gestrickt, so verläuft der Ziehharmoni- kabereich der Tasche 16 in Stäbchenrichtung. Der Ziehharmoni- kaeffekt wird dann derart hergestellt, daß alternierend auf vorderen und hinteren Nadeln enger bzw. lockerer gestrickt wird. Zwischen diesem linearen inhomogenen Bereich wird auf beiden Nadelbetten gleichmäßig gestrickt. Am oberen Ende der Tasche 16 ist ein Schlitz 18 vorgesehen, der durch Abketteln der vorderen Lagen der Tasche 16 erzielt worden ist. Seitlich an der Rückenlehne ist ein Becherhalter 20 und drei Bleistift- halter 22 an den Sitzbezug integriert eingestrickt. Diese Teile lagen vorgestrickt fertig vor und wurden beim Stricken des Sitzbezuges in den Strickbereich des Bezuges transferiert und mit eingestrickt.

Seitlich an der Rückenlehne 10 ist eine Maschenreihe 23 mit ei- nem Faden geringerer und definierter Reißfestigkeit als im üb- rigen Gestrick vorgesehen. Diese Maschenreihe ist zentral über einem Airbagbereich der Rückenlehne 10 angeordnet, so daß diese Maschenreihe beim Auslösen eines Airbags definiert aufreißt, wodurch wiederum der Airbag definiert und sicher austreten kann. Durch die Maschenreihe 23 wird somit eine definierte Sollbruchstelle im Sitzbezug für den Airbag geschaffen.

Fig. 3 und 4 zeigen den Sitzteil 24 eines mobilen Sitzes, um- fassend einen Sitzbereich 26, der wiederum von zwei seitlichen Führungsbereichen 28 umgeben ist. Der vordere Bereich 30 des Sitzes 24 ist nach vorne, d. h. in der Zeichnung nach unten hin ausfahrbar, was dadurch möglich ist, daß hinter diesem ausfahr- baren Bereich 30 eine Ziehharmonikastruktur 32 ausgebildet ist, die in gleicher Weise hergestellt wird, wie die vordere Lage der Lordosentasche 16 aus Fig. 1. Im Rückenlehnenbereich ist ebenfalls eine Klimazone 34 vorgesehen, die in Aufbau und Funk- tion der Klimazone 15 in Fig. 1 entspricht.