FRÜHWIRT, Christine (Pottendorferstraße 64b/23/2, Wiener Neustadt, A-2700, AT)
KMENT, Christoph (Trabertgasse 42, Wien, A-1130, AT)
WEISSENBÖCK, Herbert (Landesstraße 283, Feistritz am Wechsel, A-2873, AT)
FRÜHWIRT, Christine (Pottendorferstraße 64b/23/2, Wiener Neustadt, A-2700, AT)
KMENT, Christoph (Trabertgasse 42, Wien, A-1130, AT)
| Patentansprüche : 1. Stützschalenanordnung zum Stützen und Schienen von Beinen umfassend eine linke und eine rechte Beinschale und ein an den Beinschalen festgelegtes Sohlenelement, wobei die Beinschalen und das Sohlenelement Befestigungsmittel zur Aufnahme eines Spannelementes aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Stützschalenanordnung (5) wenigstens eine Lage eines 3D-Gewirkes (1) bestehend aus wenigstens zwei Lagen eines tex- tilen Materials, welche durch flexible Fäden in einem definierten und druckelastischen Abstand zueinander gehalten werden, angeordnet ist. 2. Stützschalenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sohlenelement (8) höhenverstellbar an den Beinschalen (6, 7) festgelegt ist. 3. Stützschalenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge- kennzeichnet, dass das Sohlenelement (8) mehrteilig ausgebildet ist und mit ausziehbaren Elementen (9) in seiner Länge und Breite anpassbar ist. 4. Stützschalenanordnung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fersenbereich des Sohlenelements (8) gesondert höhenverstellbar ist. 5. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Sohlenelement (8) in seinem Fer- senbereich eine Aufnahme für wenigstens einen Keil aufweist. 6. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein im Wesentlichen U- förmiger, in Umfangsrichtung des Beines verlaufender Träger mit dem 3D-Gewirk (1) verbunden oder in dieses eingebettet ist. 7. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da- durch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger mit den Beinschalen (6, 7) verbindbar ist. 8. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger aus Streifen einer anisotrop verformbaren Kunststoff-Folie, bspw. LLDPE, oder Streifen eines Aluminiumbleches gebildet ist. 9. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da- durch gekennzeichnet, dass die Stützschalenanordnung (5) weiters eine Schienbeinschale (13) und/oder eine Wadenbeinschale (14) umfasst, die jeweils über das Spannelement mit den Beinschalen (6, 7) bzw. dem Sohlenelement (8) verbunden sind. 10. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement von Zugbändern oder Zugseilen gebildet ist. 11. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugbänder oder Zugseile mit einer das Drehmoment begrenzenden Aufrollvorrichtung (11) spannbar sind. 12. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die das Drehmoment begrenzende Aufrollvorrichtung (11) über eine lösbare Kopplung an unterschiedlichen Stellen der Stützschalenanordnung festlegbar ist. 13. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement mit einem Schnellverschlusselement ausgestattet ist. 14. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützschalenanordnung (5) aus schlagzähem bzw. schlagfestem Kunststoff, insbesondere Glasfaser-Epoxidharz-Verbundwerkstoff gebildet ist. 15. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das 3D-Gewirk (1) mit einem atmungsaktiven Funktionstextil überzogen ist. 16. Stützschalendanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das 3D-Gewirk Bereiche unterschiedlicher Stauchhärte aufweist. 17. Stützschalenanordnung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Stauchhärte der Materialien für das 3D- Gewirk bei ca. 160N/cm Dicke liegt und dass in Bereichen, wo die Lagen des Materials überlappen, die Stauchhärte bei gleicher Dicke etwa halb so groß gewählt ist. 18. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützschalenanordnung weiters eine ggf. mit der Schienbeinschale verbundene Vorfußschale und/oder eine Fersenschale umfasst. 19. Stützschalenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugbänder oder Zugseile mit einem Ratschenverschluß spannbar sind. |
Die Erfindung betrifft eine Stützschalenanordnung zum Stützen und Schienen von Beinen umfassend eine linke und eine rechte Beinschale und ein an den Beinschalen festgelegtes Sohlenelement, wobei die Beinschalen und das Sohlenelement Befestigungsmittel zur Aufnahme eines Spannelementes aufweisen.
Zum Stützen und Schienen im medizinischen Bereich wird heutzu- tage häufig auf einen Gipsverband verzichtet. Im einfachsten Falle besteht ein herkömmlicher Gipsverband aus Baumwolle und Gipspulver, wobei die betroffenen Gliedmaßen oder Gelenke zur Ruhigstellung und Stabilisierung mit feuchten Gipsbinden umwickelt werden, die dann innerhalb von Minuten aushärten und nach ungefähr zwölf Stunden voll belastbar sind. Die Nachteile eines Gipsverbandes liegen hierbei darin, dass ein an einer Extremität ausgehärteter Gips nachträglich nicht mehr einfach in seiner Passform geändert werden kann und dadurch bei einem zu engen Gips die Gefahr der negativen Beeinflussung der Durch- blutung und der Nervenfunktion besteht. Ein weiterer Nachteil von Gipsverbänden ist, dass sie nicht atmungsaktiv sind, nicht gegen Nässe resistent sind und nicht von einem Patienten selbst angelegt werden können. Auch kann ein Gips nicht wiederverwendet werden. Deshalb werden bei längeren Behandlungen inzwischen überwiegend Kunststofffasern mit Kunstharz verwendet. Die Vorteile sind schnellere Härtung, geringeres Gewicht und bessere Resistenz gegen Nässe. Allerdings sind die Kosten bedeutend höher und die Umweltverträglichkeit (bei Herstellung und Entsorgung) problematisch. Kunststoffschienen, welche auch als Casts bezeichnet werden, haben aber die gleichen Nachteile wie Gipsverbände bezüglich der Atmungsaktivität und der negativen Beeinflussung der Durchblutung und der Nervenfunktion durch Druckstellen. Zur Dekubitusprophylaxe werden in der Medizin immer häufiger sogenannte 3D-Gewirke verwendet. Diese neuartigen Materialien bestehen im Wesentlichen aus 2 textilen Flächen, die durch spezielle flexible Fäden in einem definierten und druckelastischen Abstand zueinander gehalten werden. Das Ausmaß der Druckelastizität lässt sich durch entsprechende Gestaltung des Gewirkes einstellen, wobei die Druckelastizität über die Fläche des Tex- tils variieren kann. Bei Dekubitusmatratzen — auch Antidekubi- tusmatratzen —, welche in der Krankenpflege verwendet werden und die zur Prophylaxe oder Therapie von Dekubitalgeschwüren bei Patienten primär durch Verringerung des maximalen Auflagedrucks dienen, werden solche 3D-Gewirke mit Erfolg eingesetzt. Neben dem funktionellen Vorteil der progressiven Druckverteilung bieten 3D-Gewirke durch ihre hohe Maschenweite eine beson- ders gute Durch- bzw. Belüftung und durch ihre geringe Dichte auch ein geringes Gewicht.
Ziel der Erfindung ist es nun, eine Stützschalenanordnung zum Stützen und Schienen von Beinen zu schaffen, die einfach in der Anpassung an die jeweilige Extremität, hochgradig atmungsaktiv, wieder verwendbar, vom Patienten selbst anlegbar und leicht ist und bei der keine Gefahr der negativen Beeinflussung der Durchblutung und der Nervenfunktion besteht. Die Stützschalenanordnung soll weiters als medizinischer Walker, also Stütze bzw. Schiene, mit welcher der Patient gehen kann, verwendet werden können, weshalb die Stabilität der Stützschalenanordnung von größter Bedeutung ist, da diese sich beim Gehen nicht verformen sollte, um den schienenden bzw. stützenden Effekt nicht zu vermindern.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Stützschalenanordnung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß so ausgebildet, dass innerhalb der Stützschalenanordnung wenigstens eine Lage eines 3D-Gewirkes angeordnet ist. Durch die Verwendung wenigstens einer Lage eines 3D-Gewirkes innerhalb der Stützschalenanordnung, welche sich zwischen der gestützten Extremität und der harten Stützschalenanordnung befindet, muss die Stützschalenanordnung nicht perfekt an die betreffende Extremität angepasst sein, da die Druckverteilung über das 3D-Gewirk alle Druckspitzen auf die betreffende Extremität minimiert. Dadurch, dass keine großen Druckspitzen auf die Extremität einwirken, wird die Durchblutung ebenso wie die Nervenfunktion der Extremität so wenig wie möglich eingeschränkt. Trotz dessen, dass die Ex- tremität in direktem Kontakt mit dem 3D-Gewirk steht, welches in bevorzugter Weise noch entsprechend beschichtet sein kann, ist die Belüftung der Extremität sichergestellt was insbesondere bei oberflächlichen Wunden auf der gestützten Extremität den Heilungsprozess beschleunigt. Spezielle Beschichtungen des 3D- Gewirkes umfassen unter Anderem wundtrocknende, antibakterielle, desinfizierende, Wundheilung beschleunigende, nicht- klebende und weitere Beschichtungen.
In bevorzugter Weise ist die erfindungsgemäße Stützschalenan- Ordnung derart weitergebildet, dass das Sohlenelement höhenverstellbar an den Beinschalen festgelegt ist. Dadurch kann die Stützschalenanordnung in einfacher Weise für längere Beine angepasst werden, ohne dass Teile der Stützschalenanordnung ausgetauscht werden müssen.
Damit die Stützschalenanordnung nicht nur in der Höhe sondern auch in der Länge und Breite verschiedenen Füßen angepasst werden kann, ist die Stützschalenanordnung in bevorzugter Weise derart weitergebildet, dass das Sohlenelement mehrteilig ausge- bildet ist und mit ausziehbaren Elementen in seiner Länge und Breite anpassbar ist.
Um eine therapeutische Spitzfußstellung zu erzielen ist die Stützschalenanordnung in bevorzugter Weise derart weitergebil- det, dass der Fersenbereich des Sohlenelements gesondert höhenverstellbar ist. In besonders bevorzugter Weise wird dies dadurch bewerkstelligt, dass das Sohlenelement im Fersenbereich eine Aufnahme für wenigstens einen Keil aufweist. Durch das Anbringen eines Keils im Fersenbereich des Sohlenelements kann die Ferse des Patienten in einfacher Weise um bis zu 80mm gegenüber dem Vorfußbereich erhöht werden.
Mit Vorteil ist die Stützanordnung dahingehend weitergebildet, dass wenigstens ein im Wesentlichen U-förmiger, in Umfangsrich- tung des Beines verlaufender Träger mit dem 3D-Gewirk verbunden oder in dieses eingebettet ist. Dadurch, dass in bevorzugter Weise wenigstens ein im Wesentlichen U-förmiger, in Umfangs- richtung des Beines verlaufender Träger mit dem 3D-Gewirk ver- bunden oder in dieses eingebettet ist, kann der Patient in einfacher Art und Weise zuerst das 3D-Gewirk an seinem Bein festlegen, ohne dass das 3D-Gewirk seine Form verliert. Sobald das 3D-Gewirk an dem Fuß des Patienten befestigt ist kann dieser einfach in die Stützschalenanordnung einsteigen, wodurch si- chergestellt ist, dass das 3D-Gewirk richtig auf dem Bein positioniert ist. Dieser Träger hat dabei eine stabilisierende Funktion ist aber im Wesentlichen formbar und an die Beinform anpassbar.
Mit Vorteil ist die Stützanordnung dahingehend weitergebildet, dass in bevorzugter Weise der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger mit den Beinschalen verbindbar ist. Dadurch, dass in bevorzugter Weise der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger mit den Beinschalen verbindbar ist, gewinnt die Stützschalenanordnung in einfacher Weise an Stabilität. Dies ist insbesondere dann von Vorteil wenn der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger außen am 3D-Gewirk angebracht ist, bspw. über einen Klettverschluss. Das Gesamtgewicht der Stützschalenanordnung lässt sich in bevorzugter Weise dadurch reduzieren, dass der wenigstens eine im Wesentlichen U-förmige Träger aus Streifen einer anisotrop verformbaren Kunststoff-Folie, bspw. LLDPE, oder Streifen eines Aluminiumbleches gebildet ist.
Um den Tragekomfort der erfindungsgemäßen Stützschalenanordnung weiter zu erhöhen ist diese bevorzugt derart weitergebildet, dass die Stützschalenanordnung weiters eine Schienbeinschale und eine Wadenbeinschale umfasst, die jeweils über das Spannelement mit den Beinschalen bzw. dem Sohlenelement verbunden sind. Die Schienbeinschale ist dabei bevorzugt so geformt, dass sie Schienbeinirritationen vermeidet und die Wadenbeinschale so beschaffen ist, dass sie sich einerseits selbstständig an un- terschiedliche Wadenformen anpasst und andererseits das Bein auch bei angehobener Ferse unterstützt.
In bevorzugter Weise ist die Stützschalenanordnung derart weitergebildet, dass das Spannelement von Zugbändern oder Zugsei- len gebildet ist. Das Spannelement hat hierbei die Aufgabe, die einzelnen Schalen der Stützschalenanordnung, welche nicht unmittelbar miteinander verbunden sind, zusammenzuhalten und für Stabilität zu sorgen sowie das 3D-Gewirk an den Stellen, an denen es nicht an der Stützschalenanordnung anliegt, zwischen der gestützten Extremität und dem Spannelement gegen Verlagerungen zu sichern.
In bevorzugter Weise ist die Stützschalenanordnung derart weitergebildet, dass die Zugbänder oder Zugseile mit einer das Drehmoment begrenzenden Aufrollvorrichtung spannbar sind. Dadurch, dass in bevorzugter Weise die Zugbänder oder Zugseile mit einer das Drehmoment begrenzenden Aufrollvorrichtung spannbar sind, kann die Stützschalenanordnung einerseits in einfacher Weise vom Patienten verwindungsfrei selbst angelegt wer- den, und andererseits kann der Patient die Stützschalenanordung nicht zu fest anlegen.
In bevorzugter Weise ist die Stützschalenanordnung derart wei- tergebildet, dass die das Drehmoment begrenzende Aufrollvorrichtung über eine lösbare Kopplung an unterschiedlichen Stellen der Stützschalenanordnung festlegbar ist. Bei Verwendung einer Schienbeinschale könnte die Aufrollvorrichtung beispielsweise auf dieser befestigt werden. Wenn keine Schienbeinschale verwendet wird, können die Kopplungsstellen an der linken und rechten Beinschale angeordnet werden, sodass die Aufrollvorrichtung bei Verwendung der Stützschalenanordnung am linken Bein auf der linken Seite angebracht werden kann und bei Verwendung am rechten Bein auf der rechten Seite.
Ein schnelles Abnehmen der Stützschalenanordnung kann in bevorzugter Weise dadurch erreicht werden, dass, wie dies einer bevorzugten Ausbildung der Stützschalenanordnung entspricht, das Spannelement mit einem Schnellverschlusselement ausgestattet ist. Durch Öffnen des Schnellverschlusselementes kann die Stützschalenanordnung gelöst werden, wodurch die gestützte Extremität freigegeben wird. Ist das 3D-Gewirk fest mit der Stützschalenanordnung verbunden, kann der Patient die Extremität ohne Kraftanstrengung aus der Stützschalenanordnung entneh- men, ist das 3D-Gewirk an der Extremität befestigt, muss dieses nach Entnahme der Extremität aus der Stützschalenanordnung gesondert abgenommen werden.
Dadurch, dass, wie dies einer bevorzugten Ausbildung der Stütz- Schalenanordnung entspricht, die Stützschalenanordnung aus schlagzähem bzw. schlagfestem Kunststoff, insbesondere Glasfaser-Epoxidharz-Verbundwerkstoff gebildet ist, ist diese leicht, stabil und praktisch unzerstörbar. Um im Alltagsgebrauch die Abnutzung des Sohlenteils zu vermeiden bzw. Schläge auf den Sohlenteil zu kompensieren, ist der Sohlenteil bevorzugt gummiert bzw. beschichtet.
Für eine zusätzliche Atmungsaktivität der Stützschalenanordnung ist diese in bevorzugter Weise derart weitergebildet, dass das 3D-Gewirk mit einem atmungsaktiven Funktionstextil überzogen ist.
Die erfindungsgemäße Stützschalenanordnung ist bevorzugt dahin- gehend weitergebildet, dass für das 3D-Gewirk Materialien unterschiedlicher Stauchhärte zum Einsatz gelangen, wodurch es möglich ist, die Stauchhärte des Materials für das 3D-Gewirk in verschiedenen Zonen der Stützschalenanordnung nach den jeweils erforderlichen Gegebenheiten geeignet zu wählen.
Bevorzugt sind hierbei Ausbildungsformen, bei denen die Stauchhärte der Materialien für das 3D-Gewirk bei ca. 160N/cm Dicke liegt, wobei in Bereichen, wo die Lagen des Materials überlappen, die Stauchhärte bei gleicher Dicke etwa halb so groß ge- wählt ist.
Um eine optimierte Abstützung auch im Vorfußbereich sicher zu stellen, ist die Stützschalenanordnung gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung dahingehend weitergebildet, dass die Stützschalenanordnung weiters eine ggf. mit der Schienbeinschale verbundene Vorfußschale und/oder eine Fersenschale um- fasst. Die Schienbeinschale und die Vorfußschale sind hierbei in aller Regel einteilig ausgebildet und bilden gemeinsam eine Frontschale. Alle Schalenelemente werden über Bänder bzw. Rie- men am U-förmigen Träger mit den beiden Schalen verbunden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Stützschalenanordnung dahingehend weitergebildet, dass die Zugbänder oder Zugseile mit einem Ratschenverschluß spannbar sind.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 einen Schnitt durch ein 3D- Gewirk, Fig. 2 eine erste Ausbildung der Stützschalenanordnung in perspektivischer Ansicht, Fig. 3 eine zweite Ausbildung einer Stützschalenanordnung mit Schienbein- und Wadenbeinschale und Fig. 4 eine weitere alternative Ausbildung der erfindungsgemäßen StützSchalenanordnung.
In Fig. 1 ist mit 1 ein 3D-Gewirk bezeichnet, wobei eine erste Lage eines textilen Materials mit 2 und eine zweite Lage eines textilen Materials mit 3 bezeichnet ist. Zwischen diesen Lagen sind mit 4 Abstandshalter bezeichnet, welche sehr dünn und flexibel sind, und bei einer Auslenkbewegung dazu tendieren, wieder in ihre Ursprungsposition zurückzufedern. Die Abstandshalter 4 sind normalerweise aus geeigneten Kunststoffen, wie PoIy- estern, hergestellt. Die beiden Lagen sind somit federnd miteinander verbunden und durch Anpassung der Form, Dicke und Dichte der Abstandshalter kann das 3D-G6wirk 1 an unterschiedliche Gegebenheiten angepasst werden. 3D-Gewirke werden auch als Abstandsgewirke bezeichnet. Abstandsgewirke stellen doppel- flächige Textilien dar, bei denen die kettengewirkten Warenflächen durch abstandshaltende Verbindungsfäden, sogenannte Polfäden, auf Distanz gehalten werden. Es handelt sich bei den Abstandsgewirken um Maschinenwaren bzw. Gewirke, die um die dritte Dimension erweitert wurden.
In Fig. 2 ist eine Stützschalenanordnung 5 gezeigt, welche eine linke und eine rechte Beinschale 6 und 7 aufweist. Mit den Beinschalen 6 und 7 ist ein Sohlenelement 8 höhenverstellbar verbunden. Das Sohlenelement 8 selbst ist vierteilig ausgebil- det und über ausziehbare Elemente 9 in der Länge und Breite an den Fuß des Patienten anpassbar. Die Beinschienen 6 und 7 und das Sohlenelement 8 weisen eine Mehrzahl von Langlöchern 10 auf, durch welche im einfachsten Falle das Spannelement direkt durchgeführt sein kann. Bevorzugt jedoch sind Drehmoment begrenzende Aufrollvorrichtungen 11 und Spannelementführungen 12 vorgesehen, die sich in den Langlöchern 10 festlegen lassen. Bei geeigneter Führung des Spannelementes reicht eine Aufrollvorrichtung 11, welche das Spannelement über die ganze Länge der Stützschalenanordnung festzieht. Die Spannelementführungen
12 sind dabei so ausgebildet, dass die Reibung zwischen Spannelementführung 12 und dem Spannelement möglichst gering ist, damit die festziehende Kraft sich gleichmäßig über die ganze Stützschalenanordnung verteilt. Je nachdem ob das linke oder rechte Bein geschient ist kann/können die Aufrollvorrichtung(en) 11 an der linken oder der rechten Beinschale angebracht werden. Die Unterseite des Sohlenelementes 8 ist profiliert ausgebildet, um den Halt beim Gehen zu verbessern.
In Fig. 3 sind zusätzlich zur linken und rechten Beinschale 6,7 auch eine Schienbeinschale 13 und eine Wadenbeinschale 14 ersichtlich. Die Aufrollvorrichtung 11 ist in dieser Ausführungsform auf der Schienbeinschale 13 befestigt, auf welcher auch zwei Seilführungen 15 festgelegt sind, die sicherstellen, dass das Spannelement gleichmäßig von beiden Seiten aufgerollt wird.
In Fig. 4 ist eine weitere modifizierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Stützschalenanordnung dargestellt, bei wel- eher eine Vorfußschale 16 einstückig mit der Schienbeinschale
13 verbunden ist. Weiters ist mit 17 eine Fersenschale bezeichnet. Eine derartige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Stützschalenanordnung gestattet eine optimale Abstützung der betrof- fenen Gliedmaßen und bietet darüber hinaus auch einen erhöhten Schutz vor Schlägen im Vorfußbereich.
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