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Patent Searching and Data


Title:
SUPPORT STRUCTURE, FURNACE INSTALLATION, TREATMENT PLANT, AND METHOD FOR TREATING WORKPIECES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/192894
Kind Code:
A1
Abstract:
A support structure for carrying and/or conveying workpieces (12), in particular metal workpieces, in particular AlSi-coated steel sheets, in a furnace installation (16) at temperatures above 600°C is specified. The support structure defines a supporting surface (48) for the workpieces (12). The support structure (42) has at least one porous region (68) made of a material (70) that is accessible through the supporting surface (48). In a furnace installation for heating workpieces (12) to temperatures above 600°C, having a furnace chamber or a furnace tunnel (28) and a support structure (42) for carrying and/or conveying the workpieces (12), the support structure (42) is configured in such a way. A plant for the hot stamping of workpieces (12), in particular metal workpieces, in particular AlSi-coated steel sheets, comprises a furnace installation (16), in which workpieces (12) can be heated to a forming temperature above 600°C, and a forming installation (20), in which the heated workpieces (12) are able to be formed. The plant comprises a corresponding furnace installation. Also specified is a method for the hot stamping of workpieces (12), in particular metal workpieces, in particular AlSi-coated steel sheets, in which the workpieces (12) are heated in a furnace installation (8) to a forming temperature above 600°C and the workpieces (12) are formed in a forming installation (20). In this method, a furnace installation of this kind is used.

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Inventors:
ESFEHANIAN ARIAN (DE)
Application Number:
EP2019/057578
Publication Date:
October 10, 2019
Filing Date:
March 26, 2019
Export Citation:
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Assignee:
EISENMANN SE (DE)
International Classes:
F27B9/24; F27D3/02
Domestic Patent References:
WO2011009769A12011-01-27
Foreign References:
DE102010016046A12011-09-22
GB1389852A1975-04-09
JPH11302029A1999-11-02
DE202012013282U12015-11-20
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
OSTERTAG & PARTNER PATENTANWÄLTE MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Tragstruktur zum Tragen und/oder Fördern von Werkstücken (12), insbeson dere von metallischen Werkstücken, insbesondere von AlSi-beschichteten Stahlblechen, in einer Ofeneinrichtung (16) bei Temperaturen oberhalb von 600°C, wobei die Tragstruktur eine Auflagefläche (48) für die Werkstücke (12) definiert, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (42) wenigstens einen porösen Bereich (68) aus einem Mate rial (70) aufweist, der durch die Auflagefläche (48) hindurch zugänglich ist.

2. Tragstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der poröse Be- reich (68) flexibel oder starr ist.

3. Tragstruktur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mate rial (70) des porösen Bereichs (68) eine oxidische oder nichtoxidische Keramik, insbesondere Aluminiumoxid AI2O3, Mullit AI2AI2+2XS12-2XO10-X, Siliciumcarbid SiC oder Siliciumdioxid S1O2, oder ein metallisches Material ist. 4. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Material (70) in dem porösen Bereich (68) Schaum-, Faser-, Draht-, Hohl- raum-, Hohlkugel-, Wabenstrukturen oder dergleichen ausbildet, die offene Kavitäten aufweisen.

5. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass a) der poröse Bereich (68) eine poröse Außenschicht (76) ist, welche die Auf lagefläche (48) vorgibt; oder b) der poröse Bereich (68) die Tragstruktur (42) bildet und die Auflagefläche (48) vorgibt; oder c) der poröse Bereich (68) eine innere poröse Schicht (88) ist, die an eine Au ßenschicht (84) angrenzt, welche die Auflagefläche (48) vorgibt. 6. Tragstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (42) eine Tragrolle (44) mit einem Rollenkörper (50) ist, wel cher den porösen Bereich (68) umfasst und bei dem die Auflagefläche (48) durch eine in Umfangsrichtung ganz außen liegende Tragmantelfläche (58) ausgebildet ist. 7. Tragstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass a) der poröse Bereich (68) eine poröse Außenmantelschicht (80) ist, welche die Tragmantelfläche (58) vorgibt; oder b) der poröse Bereich (68) den Rollenkörper (50) bildet und die Tragmantel fläche (58) vorgibt; oder c) der poröse Bereich (68) eine poröse Innenmantelschicht (92) des Rollen körpers (50) ist, die an eine Außenmantelschicht (90) angrenzt, welche die Tragmantelfläche (58) vorgibt.

8. Ofeneinrichtung zum Erwärmen von Werkstücken (12), insbesondere von me tallischen Werkstücken, insbesondere von AlSi-beschichteten Stahlblechen, auf Temperaturen oberhalb von 600°C mit a) einer Ofenkammer oder einem Ofentunnel (28); b) einer Tragstruktur (42) zum Tragen und/oder Fördern der Werkstücke (12) dadurch gekennzeichnet, dass c) die Tragstruktur (42) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet ist.

9. Ofeneinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ofenein richtung (16) ein Rollenofen oder eine Rollenherdofen mit dem Ofentunnel (28) und einem Fördersystem (38) ist, mittels welchem die Werkstücke (12) in einer Förderrichtung (40) durch den Ofentunnel (28) förderbar sind und wel ches Tragrollen (44) gemäß der Tragstruktur (42) nach Anspruch 6 oder 7 um fasst.

10. Anlage zum Formhärten von Werkstücken (12), insbesondere von metallischen Werkstücken, insbesondere von AlSi-beschichteten Stahlblechen, mit a) einer Ofeneinrichtung (16), in welcher Werkstücke (12) auf eine Umform temperatur oberhalb von 600°C erwärmbar sind; b) einer Umformeinrichtung (20), in welcher die erwärmten Werkstücke (12) formbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass c) die Ofeneinrichtung (16) eine Ofeneinrichtung (16) nach einem der An sprüche 8 oder 9 ist.

1 1. Verfahren zum Formhärten von Werkstücken (12), insbesondere von metalli schen Werkstücken, insbesondere von AlSi-beschichteten Stahlblechen, bei dem a) die Werkstücke (12) in einer Ofeneinrichtung (16) auf eine Umformtempe ratur oberhalb von 600°C erwärmt werden; b) die Werkstücke (12) in einer Umformeinrichtung (20) geformt werden, dadurch gekennzeichnet, dass c) eine Ofeneinrichtung (16) nach Anspruch 8 oder 9 verwendet wird.

Description:
Tragstruktur, Ofeneinrichtung, Behandlungsanlage

und Verfahren zum Behandeln von Werkstücken

Die Erfindung betrifft eine Tragstruktur zum Tragen und/oder Fördern von Werk stücken, insbesondere von metallischen Werkstücken, insbesondere von AISi-be- schichteten Stahlblechen, in einer Ofeneinrichtung bei Temperaturen oberhalb von 600°C, wobei die Tragstruktur eine Auflagefläche für die Werkstücke definiert. Außerdem betrifft die Erfindung eine Ofeneinrichtung zum Erwärmen von solchen Werkstücken auf Temperaturen oberhalb von 600°C mit a) einer Ofenkammer oder einem Ofentunnel; b) einer Tragstruktur zum Tragen und/oder Fördern der Werkstücke,

Ferner befasst sich die Erfindung mit einer Anlage zum Formhärten von derartigen Werkstücken mit a) einer Ofeneinrichtung, in welcher Werkstücke auf eine Umformtemperatur oberhalb von 600°C erwärmbar sind; b) einer Umformeinrichtung, in welcher die erwärmten Werkstücke formbar sind, sowie mit einem Verfahren zum Formhärten von solchen Werkstücken, insbeson- dere von metallischen Werkstücken, insbesondere von AlSi-beschichteten Stahlble chen, bei dem a) die Werkstücke in einer Ofeneinrichtung auf eine Umformtemperatur oberhalb von 600°C erwärmt werden; b) die Werkstücke in einer Umformeinrichtung geformt werden. Formhärten hat sich besonders als Verfahren zur Warmumformung von Werkstü cken aus Metall zu Bauteilen insbesondere in der Automobilindustrie etabliert und ist auch unter den Begriffen Presshärten oder Hot-Stamping geläufig. Die umzu formenden Werkstücke werden in einer Ofeneinrichtung erwärmt, mit einer Über- gabeeinrichtung wie beispielsweise einem mehrachsigen Roboter von der Ofenein richtung an eine Umformeinrichtung übergeben und dort durch ein Presswerkzeug in das gewünschte Bauteil umgeformt.

Eine entsprechende Ofeneinrichtung kann ein Durchlaufofen, beispielsweise in Form eines Rollenofens oder Rollenherdofens, sein, bei dem die Tragstrukturen der eingangs genannten Art für die Werkstücke als Tragrollen ausgebildet sind, auf de nen die Werkstücke im Ofen aufliegen. Alternativ sind auch Batchofen mit einzel nen Ofenkammern bekannt, die jeweils einen einzigen Zugang haben, über den die Werkstücke in die Ofenkammer hinein und auch wieder heraus bewegt werden. Tragstrukturen für die Werkstücke sind in diesem Fall entweder Auflageplatten, die ständig in einer Ofenkammer verbleiben, oder Werkstückträger, welche die Werkstücke aufnehmen und mit den Werkstücken in die Ofenkammer hinein und aus dieser heraus bewegt werden. Auch beispielsweise eine Strebe, über welche ein Werkstück zur Lagerung im Ofen gestülpt werden kann, ist als Tragstruktur der eingangs genannten Art zu verstehen. Für pressgehärtete Bauteile werden in der Regel Werkstücke verwendet, die mit ei ner Schutzbeschichtung versehen sind, welche unter anderem einen Korrosions schutz sowie eine Hitze- und Oxidationsbeständigkeit des Werkstücks bewirken.

In der Ofeneinrichtung liegen die beschichteten Werkstücke unmittelbar auf der Auflagefläche der Tragstrukturen auf, wobei es zu thermo-chemischen Reaktionen der Schutzbeschichtung und jeder Tragstruktur kommen kann. Die vorliegende Erfindung wird am Beispiel von Werkstücken aus Stahlblech erläu tert, die mit einer Aluminium-Silicium-Legierung beschichtet sind, wofür oben und im Weiteren die Kurzbezeichnung AISi-Beschichtung verwendet wird. Außerdem wird die Erfindung beispielhaft anhand einer Ofenbehandlung dieser Werkstücke in einem entsprechenden Durchlaufofen beschrieben, bei der die Werkstücke, meist in einer sauerstofffreien Atmosphäre, auf Temperaturen oberhalb von 600°C und bei einer so genannten Austenitisierung auf eine Umformtemperatur zwischen etwa 800°C und 1 100°C erwärmt werden. In der Praxis liegt die Umformtemperatur bei Stahlblechen aus gängigen Bor-Mangan-Stahl-Legierungen bei 930°C. Ein sol- ches Stahlblech-Werkstück kann beispielsweise eine flache Stahlblechtafel oder - platine oder auch ein bereits in einem vorhergehenden Schritt, zum Beispiel durch kaltes Tiefziehen, vorgeformtes Stahlblechteil sein. Anschließend wird das er wärmte Werkstück in der Umformeinrichtung mit einem gekühlten Presswerkzeug umgeformt und zugleich abgeschreckt. Hierdurch ändert sich beim Formprozess das Materialgefüge und die erhaltenden Bauteile haben eine beträchtlich höhere Festigkeit und Steifigkeit als Bauteile, die aus dem Werkstück kalt geformt wurden.

Bei am Markt bekannten Ofeneinrichtungen werden vor allem keramische Trag strukturen, insbesondere Tragrollen, aus Sinter-Mullit oder aus Quarzgut verwen det. Bei Tragrollen ist die Auflagefläche durch eine außenliegende Mantelfläche definiert.

Bei der Wärmebehandlung im Ofen schmilzt die AISi-Beschichtung der Werkstücke auf, wobei das Aluminium ab einer Temperatur von etwa 650°C mit Sauerstoff zu Aluminiumoxid AI2O3 reagiert. Der hierfür notwendige Sauerstoff wird aus dem Material der Tragstrukturen herausgelöst, insbesondere, wenn kein freier Sauer- Stoff in der Ofenatmosphäre vorliegt. Hierdurch wird das Gefüge der Tragstruktu ren jedoch verändert und die Tragstrukturen werden geschädigt. Auf den Werkstü- cken bildet sich dabei eine Schicht aus A Os aus. Insbesondere in einem Durch laufofen platzt diese Schicht durch die mechanische Belastung auf die Werkstücke beim Transport ab, wodurch die darunter liegende AISi-Beschichtung wieder in un mittelbaren Kontakt mit den Tragstrukturen kommen kann, die dadurch zuneh- mend in der erläuterten Weise geschädigt werden. Darüber hinaus kann AlSi- Schmelze in das Materialgefüge der Tragstrukturen eindringen, wodurch es zu sig nifikanten lokalen Dichteunterschieden in den Tragstrukturen kommen kann, die zum Bruch der Tragstrukturen führen können.

Es sind auch Tragstrukturen, insbesondere Tragrollen für Durchlauföfen, aus nichtoxidischen aluphoben Materialien, d.h. Materialen ohne Reaktionsaffinität zu Aluminium oder zu Aluminium-Legierungen oder -Verbindungen, bekannt, bei de nen kein Sauerstoff aus dem Material herausgelöst oder eine AlSi-Schmelze in das Materialgefüge eindringen kann. Allerdings kommt es in diesem Fall zu Aufwachs ungen aus AlSi auf den Tragrollen, was zu beträchtlichen Höhenunterschieden auf den Tragrollen führen kann, wodurch wiederum der Transport der Werkstücke be einträchtigt ist. Darüber hinaus sind solche Tragrollen verhältnismäßig teuer.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Tragstruktur, eine Ofeneinrichtung, eine Anlage und ein Verfahren der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche die sen Gedanken Rechnung tragen. Diese Aufgabe wird bei einer Tragstruktur der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Tragstruktur wenigstens einen porösen Bereich aus einem Material aufweist, der durch die Auflagefläche hindurch zugänglich ist.

Der poröse Bereich ist auf diese Weise für ein fluides, insbesondere fließfähiges, Fremdmaterial zugänglich, welches nicht originär von der Tragstruktur stammt. Ein solches Fremdmaterial kann beispielsweise in Form der AlSi-Schmelze vorliegen, die bei der Wärmebehandlung von AlSi-beschichteten Werkstücke entsteht. Erfin dungsgemäß wird also nicht versucht, ein Eindringen von solchem Fremdmaterial in die Tragstruktur hinein zu verhindern. Vielmehr wird der Aufbau der Tragstruktur so konzipiert, dass ein Aufnahmereservoir für das Fremdmaterial abseits der Aufla- gefläche zur Verfügung steht, so dass das Fremdmaterial von der Auflagefläche weggeführt wird. Dies wird weiter unten nochmals erläutert.

Es ist günstig, wenn der poröse Bereich flexibel oder starr ist. Ein flexibler Bereich kann Vorteile bei dem Aufbringen des porösen Bereichs auf einen Kern haben. Ein starrer poröser Bereich trägt zur Stabilität der Tragstruktur bei. Das Material des porösen Bereichs ist vorzugsweise eine oxidische oder nichtoxidi sche Keramik, insbesondere Aluminiumoxid AI2O3, Mullit AI2AI2 +2X S12-2 X O10- X , Silici- umcarbid SiC oder Siliciumdioxid S1O 2 , oder ein metallisches Material ist.

Eine gute Aufnahme von Fremdmaterial, insbesondere einer AlSi-Schmelze, ist si chergestellt, wenn das Material in dem porösen Bereich Schaum-, Faser-, Draht-, Hohlraum-, Hohlkugel-, Wabenstrukturen oder dergleichen ausbildet, die offene Kavitäten aufweisen.

Es gibt unterschiedliche vorteilhafte Aufbaukonzepte der Tragstruktur, bei denen a) der poröse Bereich eine poröse Außenschicht ist, welche die Auflagefläche vor gibt; oder b) der poröse Bereich die Tragstruktur bildet und die Auflagefläche vorgibt; oder c) der poröse Bereich eine innere poröse Schicht ist, die an eine Außenschicht an grenzt, welche die Auflagefläche vorgibt. Für die Verwendung der Tragstruktur in einem Rollenofen oder einem Rollen herdofen ist es besonders vorteilhaft, wenn die Tragstruktur eine Tragrolle mit ei nem Rollenkörper ist, welcher den porösen Bereich umfasst und bei dem die Aufla gefläche durch eine in Umfangsrichtung ganz außen liegende Tragmantelfläche ausgebildet ist.

In diesem Fall ist es günstig, wenn a) der poröse Bereich eine poröse Außenmantelschicht ist, welche die Tragman telfläche vorgibt; oder b) der poröse Bereich den Rollenkörper bildet und die Tragmantelfläche vorgibt; oder c) der poröse Bereich eine poröse Innenmantelschicht des Rollenkörpers ist, die an eine Außenmantelschicht angrenzt, welche die Tragmantelfläche vorgibt.

Bei einer Ofeneinrichtung der eingangs genannten Art wird die oben angegebene Aufgabe mit den entsprechenden Vorteilen dadurch gelöst, dass die Tragstruktur mit einigen oder allen der oben erläuterten Merkmale ausgebildet ist.

Vorzugsweise ist die Ofeneinrichtung ein Rollenofen oder ein Rollenherdofen mit dem Ofentunnel und einem Fördersystem, mittels welchem die Werkstücke in einer Förderrichtung durch den Ofentunnel förderbar sind und welches Tragrollen der oben beschriebenen Art als Tragstruktur umfasst. Bei einer Anlage zum Formhärten von Werkstücken der eingangs genannten Art wird die oben genannte Aufgabe dadurch gelöst, dass die Ofeneinrichtung einige oder alle Merkmale der oben beschriebenen Ofeneinrichtung verwirklicht. Bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfolgt die Lösung der oben an gegebenen Aufgabe dadurch, dass eine entsprechende Ofeneinrichtung verwendet wird.

Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnun- gen näher erläutert. In diesen zeigen:

Figur 1 eine Seitenansicht einer Anlage zum Formhärten von Werkstücken mit ei ner Ofeneinrichtung und einer Umformeinrichtung;

Figur 2 eine Ansicht von oben auf die Anlage von Figur 1;

Figur 3 einen Schnitt der Ofeneinrichtung entlang der Schnittlinie lll-lll in Figur 2, bei dem eine Tragrolle eines Fördersystems zu erkennen ist, welche einen

Rollenkörper mit einer außenliegenden Tragmantelfläche hat, deren Rol lenkörper außerdem einen durch die Tragmantelfläche zugänglichen porö sen Bereich aufweist;

Figur 4 einen Querschnitt und eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts eines ersten Ausführungsbeispiels einer solchen Tragrolle, bei welcher der po röse Bereich durch eine poröse Außenmantelschicht gebildet ist, die einen Rollenkern umgibt;

Figur 5 einen Querschnitt und eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Tragrolle, bei welcher der poröse Be reich den Rollenkörper ausbildet;

Figur 6 eine perspektivische Ansicht und einen Teillängsschnitt eines Abschnitts ei nes dritten Ausführungsbeispiels einer Tragrolle, bei welchen der poröse Bereich durch eine innere Mantelschicht gebildet ist, die von einer Außen mantelschicht mit Durchgängen umgeben ist; Figur 7 ein viertes Ausführungsbeispiel einer Tragrolle mit einer abgewandelten Geometrie der außenliegenden Tragmantelfläche.

In den Figuren 1 bis 3 bezeichnet 10 insgesamt eine Anlage zum Formhärten, in welcher Werkstücke 12 in Bauteile 14 umgeformt werden. Bei den Werkstücken 12 handelt es sich beispielsweise um metallische Werkstücke 12 und insbesondere um Werkstücke 12 aus AlSi-beschichtetem Stahlblech, wie es eingangs erläutert wurde.

Die Anlage 10 umfasst eine Ofeneinrichtung 16, in welcher die Werkstücke 12 auf eine Umformtemperatur erwärmt werden, die wie eingangs erläutert oberhalb 600°C und insbesondere zwischen 800°C und 1000°C, bei gängigen Bor-Mangan- Stahl-Legierungen bei 930°Cliegt. Bei Werkstücken 12 aus Stahlblech erfolgt dabei insbesondere die ebenfalls eingangs erläuterte Austenitisierung auf eine Umform temperatur zwischen etwa 800°C und 1 100°C erwärmt werden.

Wenn ein Werkstück 12 seine Umformtemperatur erreicht hat, wird es mit Hilfe ei ner Übergabeeinrichtung 18 aus der Ofeneinrichtung 16 entnommen und an eine Umformeinrichtung 20 übergeben. Diese umfasst in an und für sich bekannter Weise ein gekühltes Presswerkzeug 22, mit dem das Werkstück 12 in einem Um formprozess in das Bauteil 14 umgeformt und abgeschreckt wird. Nach einer vor gegebenen Verweilzeit in dem Presswerkzeug 22, in welcher das nun erzeugte Bauteil 14 auf eine Endtemperatur abkühlt, wird das Bauteil 14 freigegeben und mit Hilfe einer Entnahmeeinrichtung 24 aus der Umformeinrichtung 20 entnom men und sodann seiner weiteren Bestimmung, wie beispielsweise einer mechani schen Nachbearbeitung, zugeführt.

Sowohl als Übergabeeinrichtung 18 als auch als Entnahmeeinrichtung 24 können mehrachsige Gelenkarmroboter 26 eingesetzt werden, wie sie an und für sich zum Handhaben von Werkstücken bekannt sind; vorliegend sind daher ein Übergabero boter 26a und ein Entnahmeroboter 26b vorhanden. Wie in den Figuren 1 bis 3 zu erkennen ist, umfasst die Ofeneinrichtung 16 einen Ofentunnel 28, der von einem thermisch isolierten Ofengehäuse 30 begrenzt ist und sich zwischen einem Eingang 32 und einem Ausgang 34 der Ofeneinrichtung 16 erstreckt. Der Eingang 32 und der Ausgang 34 können durch jeweils ein Ofen- tor 36 freigegeben oder verschlossen werden. Alternativ können auch in an und für sich bekannter Weise eine Eingangsschleuse und/oder eine Ausgangsschleuse vor handen sein.

Die Ofeneinrichtung 16 umfasst ein Fördersystem 38, mittels welchem die Werk stücke 12 in einer nur in Figur 1 gezeigten Förderrichtung 40 durch den Ofentun- nel 28 hindurch gefördert werden. Das Fördersystem 38 umfasst eine Vielzahl von Tragstrukturen 42, die beim vorliegenden Ausführungsbeispiel in Form von Trag rollen 44 vorliegen. Die Tragrollen 44 sind quer und beim vorliegenden Ausfüh rungsbeispiel in einem Winkel von 90° zur Förderrichtung 40 hintereinander ange ordnet und definieren gemeinsam eine Förderebene 46. Jede Tragstruktur 42 definiert eine Auflagefläche 48 für die Werkstücke 12.

Bei den Tragrollen 44 sind ein Rollenkörper 50 mit einer Längsachse 52 und zwei dazu koaxiale Lagerachsen 54 an dessen beiden Enden vorhanden. Bei den vorlie genden Ausführungsbeispielen weist der Rollenkörper 50 an seinen gegenüberlie genden Stirnseiten Verbindungsbuchsen 56 auf, in welche die Lagerachsen 54 je- weils derart eingesteckt und gesichert sind, dass die Lagerachsen 54 und der Rol lenkörper 50 drehfest miteinander verbunden sind. Bei einer nicht eigens gezeig ten Abwandlung können der Rollenkörper 50 und die Lagerachsen 54 der Tragrolle 44 auch einstückig miteinander verbunden sein. Die Auflagefläche 48 der Trag struktur 42 ist bei der Tragrolle 44 durch eine in Umfangsrichtung ganz außen lie- gende Tragmantelfläche 58 des Rollenkörpers 50 ausgebildet, auf welcher zu transportierende Werkstücke 12 aufliegen. Die Lagerachsen 54 der Tragrollen 44 sind durch dazu komplementäre Durch gänge 60 zu beiden Seiten des Ofengehäuses 30 hindurch in einen Bereich außer halb des Ofentunnels 28 geführt, wo sie mit Hilfe von Lagereinrichtungen 62 dreh bar gelagert sind. Auf einer Seite des Ofengehäuses 30 ist außerdem ein Antriebs- System 64 ausgebildet, mit welchem Tragrollen 44 angetrieben werden können. Dabei können in an und für sich bekannter Art und Weise entweder alle Tragrollen 44 oder nur einige der Tragrollen 44 des Fördersystems 38 angetrieben sein. In letzterem Fall laufen die nicht angetriebenen Tragrollen 44 passiv mit.

Damit keine Tunnelatmosphäre durch die Durchgänge 60 hindurch aus dem Ofen- tunnel 28 nach außen in die Umgebung gelangen kann, sind die Durchgänge 60 des Ofengehäuses 30 und die Lagereinrichtungen 62 sowie das Antriebssystem 64 abgedichtet, was in Figur 3 durch Dichtmittel 66 schematisch veranschaulicht ist.

Die Tragstrukturen 42 weist wenigstens einen, d.h. einen oder mehrere, poröse Be reiche 68, die durch die Auflagefläche 48 hindurch zugänglich sind. Im Weiteren wird von einem porösen Bereich 68 im Singular gesprochen.

Der poröse Bereich 68 ist aus einem Material 70 gebildet. Bei den Tragrollen 44 ist dieser poröse Bereich 68 folglich durch die Tragmantelfläche 58 hindurch zugäng lich. Wie eingangs erwähnt, ist der poröse Bereich 68 für ein fluides, insbesondere fließfähiges, Fremdmaterial zugänglich, welches nicht originär von der Tragstruktur 42 stammt. Ein solches Fremdmaterial kann beispielsweise in Form der AlSi-

Schmelze vorliegen, die bei der Wärmebehandlung von AlSi-beschichteten Werk stücken 12 entsteht. Der poröse Bereich 68 definiert eine innere Oberfläche 72, die einen oder mehrere Porenräume 74 begrenzt.

Der poröse Bereich 68 ist in der Lage, die AlSi-Schmelze, oder allgemein ausge- drückt das Fremdmaterial, aufzunehmen, ohne dass das AlSi in das Materialgefüge eines oder mehrerer Materialien, aus denen die Tragstruktur 42 aufgebaut ist, ein dringt oder eindringen muss, wie es oben zu keramischen Tragstrukturen erläutert wurde.

Durch den wenigstens einen porösen Bereich 68 weist die Tragstruktur 42 somit eine Grundporosität auf, die bereits nach der Herstellung und vor der ersten Ver wendung der Tragstruktur 42 vorhanden ist und sich nicht erst im Gebrauch der Tragstruktur 42, beispielsweise durch das oben beschriebene Herauslösen von Sauerstoff und damit verbundene Änderungen im Materialgefüge, ausbildet.

Der poröse Bereich 68 ist vorzugsweise starr. Hierfür ist das Material 70 des porö- sen Bereichs 68 bevorzugt eine oxidische oder nichoxidische Keramik, die hoch- temperatur- und thermoschockbeständig ist. Hierzu zählen beispielsweise insbe sondere Aluminiumoxid AI2O3, Mullit Al2Al2+2xSi2-2xOio-x, Siliciumcarbid SiC und Sili ¬ ciumdioxid S1O2. Das Material 70 kann auch ein metallisches Material sein. Das Ma terial 70 kann auch ein Verbundmaterial oder ein Mischmaterial sein, welche aus mehreren Materialkomponenten ausgebildet sind bzw. mehrere Materialkompo nenten umfassen.

Das Material 70 kann in den porösen Bereichen 68 Schaum-, Faser-, Draht-, Hohl- raum-, Hohlkugel-, Wabenstrukturen und dergleichen ausbilden, die offene Kavitä ten aufweisen, in welche das Fremdmaterial, insbesondere die AlSi-Schmelze, hin- einfließen kann.

Das Material 70 kann aluphil oder aluphob sein. Bei einem aluphilen Material 70 gestattet der poröse Bereich 68, insbesondere im Fall von AlSi als Fremdmaterial, eine thermo-chemische Reaktion, wie sie oben beschrieben wurde. Bei einem alu- phoben Material 70 wird eine solche Reaktion verhindert und das Fremdmaterial, insbesondere eine AlSi-Schmelze, wird in den Porenräumen 74 aufgenommen und ist dann von dem Material 70 reaktionsfrei oder zumindest weitgehend reaktions frei umhüllt.

In den Figuren 4 bis 7 sind nun verschiedene Ausführungsbeispiele der Tragstruk tur 42 in Form der Tragrolle 44 veranschaulicht. Bei der Tragrolle 44 umfasst stets deren Rollenkörper 50 den porösen Bereich 68.

Bei dem in Figur 4 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel umfasst die Tragstruktur 42 von außen nach innen den porösen Bereich 68 in Form einer porösen Außen schicht 76 aus dem Material 70, welche die Auflagefläche 48 vorgibt, und eine da ran angrenzende Kernschicht 78. Gegebenenfalls kann die Kernschicht 78 ihrerseits nochmals aus zwei oder mehreren Schichten aufgebaut sein.

Bei der Tragrolle 44 ist die poröse Außenschicht 76 eine poröse Außenmantel schicht 80 des Rollenkörpers 50 aus dem Material 70, welche die Tragmantelfläche 58 der Tragrolle 44 vorgibt; die Kernschicht 78 ist ein Rollenkern 82, der von der Außenmantelschicht 80 umgeben ist. Der Rollenkern 82 kann seinerseits aus einem Material als Vollwelle oder abgewandelt aus zwei oder mehr Schichten aufgebaut oder auch als Hohlrohr ausgebildet sein. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel sind in den Rollenkern 82 auch die Verbindungsbuchsen 56 eingearbeitet. Anders ausgedrückt umfasst der Rollenkörper 50 der Tragrolle 44 somit die poröse Außen mantelschicht 80 mit der Tragmantelfläche 58 und den Rollenkern 82. Bei dem in Figur 5 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel bildet die Tragstruktur 42 als solche den porösen Bereich 68, ist folglich aus dem Material 70 gebildet und gibt entsprechend auch die Auflagefläche 48 vor.

Bei der Tragrolle 44 bildet der poröse Bereich 68 dementsprechend den Rollenkör per 50, der als solcher aus dem Material 70 gefertigt ist und auch die Tragmantel- fläche 58 definiert. Insbesondere bei einer einstückigen Ausbildung kann die Trag rolle 44 auch insgesamt aus dem Material 70 gefertigt sein und dadurch insgesamt den porösen Bereich 68 vorgeben.

Bei dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 umfasst die Tragstruktur 42 von außen nach innen eine Außenschicht 84 mit Durchgangskanälen 86, welche die Auflagefläche 48 vorgibt, und den porösen Bereich 68 in Form einer inneren porösen Schicht 88 aus dem Material 70, die an die Außenschicht 84 angrenzt. Die Außenschicht kann beispielsweise aus einem Metall gefertigt sein.

Bei der Tragrolle 44 ist die Außenschicht 84 eine Außenmantelschicht 90 mit den Durchgangskanälen 86 und die innere poröse Schicht 88 eine poröse Innenmantel schicht 92 aus dem Material 70. Diese umgibt ihrerseits den auch hier vorhande nen Rollenkern 82, der in Figur 6 als Hohlrohr veranschaulicht ist. Die oben erläu terten Abwandlungen bei dem Rollenkern 82 sind auch hier möglich.

Figur 7 veranschaulicht als viertes Ausführungsbeispiel eine Tragrolle 44 mit einer abgewandelten Geometrie. Diese Tragrolle 44 weist in Längsrichtung in regelmäßi gen Abständen vorgesehen Umfangsnuten 94 auf, so dass die Tragmantelfläche 58 durch umlaufende Mantelringe 96 ausgebildet ist, die zwischen den Umfangsnuten 94 verbleiben. Hierdurch wird die Auflagefläche für die Werkstücke 12 verringert. Eine entstehende AlSi-Schmelze kann rasch in die Umfangsnuten 94 von dem Werkstück 12 abfließen. Ansonsten kann die Tragrolle 44 mit den Umfangsnuten 94 denselben Schichtaufbau haben, wie es in den Figuren 4 bis 6 gezeigt und oben beschrieben ist.

Bei den Ausführungsbeispielen, bei denen die Tragstruktur 42 mehrere Schichten bzw. die Tragrolle 44 mehrere Schichten und den Rollenkern bei einer trag und ei- nen Rollenkern gibt, können mehrere vorhandene Schichten und/oder der Rollen kern 82 umfasst, können die Schichten und/oder der Rollenkern 82 aus ein und demselben Material 70 ausgebildet sein, welches in den einzelnen Schichten und gegebenenfalls dem Rollenkern 82 mit unterschiedlicher Morphologie vorliegt.

Der oder die porösen Bereiche 68 sind nach einer gewissen Gebrauchszeit mit Fremdmaterial, vornehmlich mit AlSi, gesättigt, so dass die Tragstruktur 42 ihre Zielwirkung nicht mehr entfalten kann. In diesem Fall können zumindest bei den Ausführungsbeispielen nach den Figuren 3 und 5 die porösen Bereiche 68 entfernt und ersetzt werden. Bei den Tragrollen 44 bilden die porösen Bereiche 68 eine Art Hülle um den Rollenkern 82; diese Hülle kann dann entfernt und durch eine neue Hülle in Form des porösen Bereichs ersetzt werden. Der Rollenkern 82 kann dann weiterverwendet werden.

Eine solche Hülle kann im Falle einer Art porösen Matte auf den Rollenkern 82 auf gewickelt oder aufgeschoben werden; gegebenenfalls kann sie mit einem Hoch temperatu rklebstoff auf den Rollenkern 82 aufgeklebt werden. Auch kann eine solche Hülle gegebenenfalls mit Hilfe von Lochplatten, Gitterplatten, Gitternetzen oder dergleichen auf den Rollenkern 82 gewickelt, gedruckt und befestigt werden.