KITTEL, Sebastian (Teichhausstr. 51, Darmstadt, 64287, DE)
PLANKERT, Torsten (Lenzholzer Wiese 1, Kürten, 51515, DE)
GÖTZ, Christine (Parsevalstr. 17, Mering, 86415, DE)
KITTEL, Sebastian (Teichhausstr. 51, Darmstadt, 64287, DE)
PLANKERT, Torsten (Lenzholzer Wiese 1, Kürten, 51515, DE)
| Patentansprüche 1. System zum Ermitteln einer Sortierinformation für eine Postsendung, umfassend eine in einem ersten Postzentrum (101) angeordnete Steuereinrichtung (105), die dazu ausgestaltet ist, aufgrund von erhaltenen Sendungsabbildern Leseaufträge an eine Leseeinrichtung (103; 104) zu senden, in der die Sortierinformation ermittelbar ist, wobei die Steuereinrichtung eine erste Standardschnittstelle (116) für die Zuführung von Sendungsabbildern aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übertragungseinrichtung (113) vorgesehen ist, die dazu ausgestaltet ist, ein Sendungsabbild der Postsendung in einem zweiten Postzentrum (108) entgegenzunehmen und der Steuereinrichtung (105) über die erste Standardschnittstelle (116) zu übergeben, so dass die Steuereinrichtung (105) einen Leseauftrag bezüglich des Sendungsabbilds für die Leseeinrichtung (103; 104) erzeugt. 2. System nach Anspruch 1 , bei dem die Steuereinrichtung (105) dazu ausgestaltet ist, in der Leseeinrichtung (103; 104) ermittelte Leseergebnisse über die erste Standardschnittstelle (116) auszugeben, wobei die Übertragungseinrichtung (113) dazu ausgestaltet ist, ein Leseergebnis bezüglich des Sendungsabbilds über die erste Standardschnittstelle (116) zu empfangen und das empfangene Leseergebnis zu dem zweiten Postzentrum (108) zu übertragen. 3. System nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die erste Standardschnittstelle (116) einer Standardschnittstelle (116; 106) zwischen der Steuereinrichtung (105) und einer Sortiermaschine (102) entspricht, die eine Bilderfassungseinrichtung zur Erfassung von Sendungsabbildern umfasst und dazu ausgestaltet ist, Postsendungen nach Maßgabe von Leseergebnissen zu sortieren. 4. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem das erste Postzentrum (101) über wenigstens eine Sortiermaschine (102) verfügt, welche über eine weitere erste Standardschnittstelle (106) mit der Steuereinrichtung (105) kommuniziert. 5. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem das erste und/oder das zweite Postverteilzentrum (101 ; 108) über mehrere Leseeinrichtungen (103; 104; 112) unterschiedlichen Typs verfügen, welche nacheinander Leseaufträge erhalten und Leseergebnisse bezüglich des Sendungsabbilds ermitteln. 6. System nach Anspruch 5, bei dem die Leseeinrichtungen (103; 104) in dem ersten Postzentrum (101) angeordnet sind. 7. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem das zweite Postzentrum (108) wenigstens eine Leseeinrichtung (112) eines ersten Typs umfasst, wobei das Sendungsabbild mittels der Übertragungseinrichtung (113) zu dem ersten Postzentrum (101) übertragbar ist, um ein Leseergebnis in einer Leseeinrichtung (104) eines zweiten Typs zu ermitteln, wenn mittels der Leseeinrichtung (112) des ersten Typs ein vorgegebenes Sendungsmerkmal nicht anhand des Sendungsabbilds erkannt werden konnte. 8. System nach Anspruch 7, bei dem es sich bei der Leseeinrichtung (112) des ersten Typs um einen automatischen Adressleser zum Lesen einer Empfängeradresse anhand des Sendungsabbilds handelt. 9. System nach Anspruch 7 oder 8, bei dem es sich bei der Leseeinrichtung (104) des zweiten Typs um einen Videokodiersystem handelt. 10. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem die Steuereinrichtung (105) dazu ausgestaltet ist, den Leseauftrag in Abhängigkeit von vorliegenden Leseergebnissen bezüglich des Sendungsabbilds nach Maßgabe von Kodierregeln zu erzeugen, wobei die Übertragungseinrichtung dazu ausgestaltet ist, zusätzlich zu dem Sendungsabbild ein in dem zweiten Postzentrum (108) anhand des Sendungsabbilds in der Leseeinrichtung (112) des ersten Typs er- mitteltes Leseergebnis der Steuereinrichtung (105) über die erste Standardschnittstelle (116) zu übergeben. 11. System nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem die Steuereinrichtung (105) dazu ausgestaltet ist, in Bezug auf Sendungsabbilder, die von der Übertragungseinrichtung (113) übergeben werden, einen Leseauftrag für eine Leseeinrichtung (104) des zweiten Typs zu erzeugen. 12. System zum Ermitteln einer Sortierinformation für eine Postsendung, umfassend eine Steuereinrichtung (111) eines zweiten Postzentrums (108), die dazu ausgestaltet ist, aufgrund eines in dem zweiten Postzentrum (108) erfassten Sendungsabbilds einen Leseauftrag zu erzeugen und das Sendungsabbild über eine Standardschnittstelle (117) einer Leseeinrichtung bereitzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übertragungseinrichtung (113) vorgesehen ist, die über die Standardschnittstelle (117) mit der Steuereinrichtung (111) verbunden werden kann und die dazu ausgestaltet ist, das Sendungsabbild über die zweite Standardschnittstelle (117) entgegenzunehmen und das entgegengenommene Sendungsabbild zu einem ersten Postzentrum (101) zu übermitteln. 13. System nach Anspruch 12, bei dem die Steuereinrichtung (111) dazu ausgestaltet ist, Leseergebnisse über die zweite Standardschnittstelle (117) zu erhalten, wobei die Übertragungseinrichtung (113) dazu ausgebildet ist, ein bezüglich des Sendungsabbilds in dem ersten Postzentrum (101) ermitteltes Leseergebnis nach einer Übertragung zu dem zweiten Postzentrum (108) über die Standardschnittstelle (117) an die Steuereinrichtung (111) zu übergeben. 14. System nach Anspruch 12 oder 13, bei dem die Steuereinrichtung (111) dazu ausgestaltet ist, das Sendungsabbild von einer in dem zweiten Postzentrum (108) angeordneten Sortiermaschine (110) zu empfangen, und das Leserergebnis an die Sortiermaschine (110) zurückzugeben. 15. System nach einem der Ansprüche 12 bis 14, bei dem die Standardschnittstelle (117) einer Standardschnittstelle (117; 119) zwischen der Steuereinrichtung (111) und einer Leseeinrichtung (112) entspricht. |
Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf die Ermittlung von Sortierinformationen für Postsendungen. Insbesondere betrifft die Erfindung Systeme zum Ermitteln einer Sortierinformation für eine Postsendung.
Hintergrund der Erfindung
Für die Beförderung von Postsendungen zu ihren Zieladressen werden die Sendungen üblicherweise in der Abgangsregion in einem Postverteilzentrum eines Postunternehmens gesammelt und im Rahmen einer so genannten Abgangssortierung dem Postverteilzentrum der Zielregion zugeordnet. In der Zielregion werden die Sendungen dann von dem entsprechenden Postverteilzentrum an den zuständigen Postzusteller weitergeleitet. Die Sortierung der Postsendung ist dabei in einem hohen Maße automatisiert und umfasst den Einsatz mehrerer Einrichtungen zur Sortierung der Postsendungen und zum Erfassen der für die Sortierung herangezogenen Empfängeradressen.
Für die Sortierung der Postsendungen werden üblicherweise Sortiermaschinen eingesetzt, die über eine Scannereinrichtung zur Erfassung von Sendungsab- bilden verfügen. Aus den Sendungsabbildern werden unter Einsatz von Leseeinrichtungen Sendungsdaten, wie insbesondere die Empfängeradresse bzw. die für die Sortierung maßgeblichen Bestandteile der Empfängeradresse, ermittelt. Bei den eingesetzten Leseeinrichtungen handelt es sich üblicherweise um automatische Adressleser, welche die Empfängeradresse automatisch mittels eines OCR-Verfahrens bestimmen (OCR: Optical Character Recognition). Weiterhin ist üblicherweise ein Videokodiersystem vorgesehen, das mehrere Videokodierplätze umfasst, an denen die Adresse von Videokodierkräften ermit- telt wird, wenn sie nicht automatisch gelesen werden konnte. Die in einem Postverteilzentrum betriebenen Sortiermaschinen und Leseeinrichtungen sind üblicherweise mit einer zentralen Steuerungskomponente verbunden, welche die Steuerung der Adresskodierung vornimmt. Die Steuerungskomponente er- hält Sendungsabbilder von den Sortiermaschinen und erzeugt anhand von vorgegebenen Kodierregeln Leseaufträge für die vorhandenen Leseeinrichtungen. Die in den Leseeinrichtungen ermittelten Leseergebnisse werden von der Steuerungskomponente wieder an die betreffende Sortiermaschine zurückgemeldet, die dann eine Sortierung der betreffenden Postsendung anhand der Leseer- gebnisse vornimmt.
Eine Schwierigkeit besteht oftmals bei der Planung der für die Sendungsbearbeitung notwendigen Leseeinrichtungen, da das zu verarbeitende Sendungsaufkommen in der Regel nicht genau bekannt ist. Zudem werden Sendungen nicht kontinuierlich in einem Postverteilzentrum eingeliefert, so dass es fortwährend zu Schwankungen in der benötigten Bearbeitungskapazität kommt. Somit müssen in einem Postverteilzentrum stets ausreichend viele Leseeinrichtungen zur Bearbeitung des maximal zu verarbeitenden Sendungsaufkommens verfügbar sein, um auch bei einem besonders hohen Sendungsaufkommen über eine ausreichend hohe Bearbeitungskapazität verfügen zu können. Es ist jedoch wirtschaftlich sehr nachteilig, die maximal erforderlich Bearbeitungskapazität innerhalb des Postverteilzentrums vorzuhalten, da diese nur selten genutzt werden muss. Dies gilt vor allem für das Videokodiersystem, dessen Betrieb einerseits mit einem besonders hohen Aufwand verbunden ist und bei dem an- dererseits nur sehr ungenaue Voraussagen über das zu bearbeitende Sendungsaufkommen gemacht werden können, da dieses nicht nur mit dem Sendungsaufkommen in den Postverteilzentrum schwankt, sondern zusätzlich auch mit der Leserate der automatischen Adressleser.
Beispielsweise in der EP 1 733 809 B1 ist diesbezüglich bereits vorgeschlagen worden, insbesondere die Videokodierung aus einem Postverteilzentrum in ein weiteres Postverteilzentrum oder ein Videokodierzentrum auszulagern. Hier- durch lässt sich die Videokodierung mehrerer Postverteilzentren zusammenfassen, so dass eine effizientere Einsatzplanung für das Videokodiersystem möglich ist. Zur Durchführung einer standortübergreifenden Kommunikation sieht die EP 1 733 809 B1 vor, Bearbeitungseinheiten wie Sortiereinrichtungen und Leseeinheiten verschiedener Standorte direkt miteinander zu vernetzen. Dies ist jedoch bei Verwendung der zuvor beschriebenen zentralen Steuerungskomponente zur Steuerung des Kodierprozesses nicht bzw. nicht ohne weiteres möglich.
Darstellung der Erfindung
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine einfachere Auslagerung von Leseaufgaben aus einem Postverteilzentrum in ein weiteres Postzentrum zu ermöglichen. Insbesondere soll die bestehende Infrastruktur in einem mög- liehst geringen Maße angepasst werden müssen.
Die Aufgabe wird durch ein System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch ein weiteres System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Ausführungsformen der Systeme sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein System zum Ermitteln einer Sortierinformation für eine Postsendung vorgeschlagen. Das System umfasst eine in einem ersten Postzentrum angeordnete Steuereinrichtung, die dazu ausgestaltet ist, aufgrund von erhaltenen Sendungsabbildern Leseaufträge an eine Leseeinrichtung zu senden, in der die Sortierinformation ermittelbar ist, wobei die Steuereinrichtung eine erste Standardschnittstelle für die Zuführung von Sendungsabbildern aufweist. Weiterhin ist eine Übertragungseinrichtung vorgesehen, die dazu ausgestaltet ist, ein Sendungsabbild der Postsendung in einem zweiten Postzentrum entgegenzunehmen und der Steuereinrichtung ü- ber die erste Standardschnittstelle zu übergeben, so dass die Steuereinrichtung einen Leseauftrag bezüglich des Sendungsabbilds für die Leseeinrichtung erzeugbar ist.
Die Erfindung beinhaltet die Idee, für die Bearbeitung von Sendungsabbildern, die in einem zweiten Postzentrum erfasst werden, eine Leseeinrichtung eines ersten Postzentrums zu nutzen. Die Leseeinrichtung des ersten Postzentrums ist mit einer Steuereinrichtung des ersten Postzentrums verbunden, die auch eine Standardschnittstelle für die Zuführung von Sendungsabbildern bereitstellt. Bei dem vorgeschlagenen System wird diese Standardschnittstelle von einer Übertragungseinrichtung dazu genutzt, ein in dem zweiten Postzentrum erfass- tes Sendungsabbild an die Steuereinrichtung des ersten Postzentrums zu übergeben. Damit kann für die Übergabe von Sendungsabbildern eine bestehende Standardschnittstelle verwendet werden, so dass eine aufwendige Anpassung in dem ersten Postverteilzentrum, insbesondere eine aufwendige Anpassung der Steuereinrichtung des ersten Postzentrums, nicht erforderlich ist.
Unter einer Standardschnittstelle wird im Rahmen der Erfindung insbesondere eine Schnittstelle einer Steuereinrichtung verstanden, die üblicherweise von der Steuereinrichtung eines Postverteilzentrums bereitgestellt wird, insbesondere unabhängig davon, ob in dem Postverteilzentrum lokal erfasste Sendungsabbilder bearbeitet werden oder Sendungsabbilder, die in einem weiteren Postzentrum erfasst werden. Eine derartige Schnittstelle kann bei dem erfindungsgemäßen System zur Übergabe von Sendungsabbildern von der Übertragungseinrichtung an die Steuereinrichtung verwendet werden. Dies bedeutet, dass keine spezielle Schnittstelle für die Anbindung der Übertragungseinrichtung vorgesehen werden muss.
In einer Ausgestaltung des Systems ist die Steuereinrichtung dazu ausgestaltet, in der Leseeinrichtung ermittelte Leseergebnisse über die erste Standard- Schnittstelle auszugeben, wobei die Übertragungseinrichtung dazu ausgestaltet ist, ein Leseergebnis bezüglich des Sendungsabbilds über die erste Standardschnittstelle zu empfangen und an das empfangene Leseergebnis zu dem zwei- ten Postzentrum zu übertragen. Vorteilhaft nutzt die Übertragungseinrichtung in dieser Ausgestaltung die erste Standardschnittstelle, um das Leseergebnis entgegenzunehmen, das in dem ersten Postverteilzentrum infolge des Leseauftrags bezüglich des Sendungsabbilds ermittelt worden ist.
Eine weitere Ausgestaltung des Systems sieht vor, dass die erste Standardschnittstelle einer Standardschnittstelle zwischen der Steuereinrichtung und einer Sortiermaschine entspricht, die eine Bilderfassungseinrichtung zur Erfassung von Sendungsabbildern umfasst und dazu ausgestaltet ist, Postsendun- gen nach Maßgabe von Leseergebnissen zu sortieren. Die Standardschnittstelle zur Anbindung einer Sortiermaschine an die Steuereinrichtung stellt vorteilhaft gerade die Funktionalitäten bereit, die von der Übertragungseinrichtung genutzt werden, um die Sendungsabbilder an die Steuereinrichtung zu übergeben und bezüglich der Sendungsabbilder ermittelte Leseergebnisse von der Steuereinrichtung entgegenzunehmen.
Eine Ausführungsform des Systems beinhaltet, dass das erste Postzentrum über wenigstens eine Sortiermaschine verfügt, welche über eine weitere erste Standardschnittstelle mit der Steuereinrichtung kommuniziert. In dieser Ausfüh- rungsform handelt es sich bei dem ersten Postzentrum um ein Postverteilzentrum, in dem Postsendungen mithilfe von Sortiermaschinen sortiert werden. Die Erfindung ermöglicht es dabei, dass die Leseeinrichtungen des Postverteilzentrums von einem weiteren Postverteilzentrum mitgenutzt werden können.
In einer alternativen Ausgestaltung kann es sich bei dem ersten Postzentrum jedoch auch um ein Kodierzentrum handeln, in dem lediglich eine oder mehrere Leseeinrichtungen betrieben, jedoch keine Postsendungen sortiert werden.
Eine Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass das erste und/oder das zweite Postverteilzentrum über mehrere Leseeinrichtungen unterschiedlichen Typs verfügt, welche nacheinander Leseaufträge erhalten und Leseergebnisse bezüglich des Sendungsabbilds ermitteln. Bei den Leseeinrich- tungen kann es sich beispielsweise um automatische Adressleser handeln sowie um ein Videokodiersystem, in dem Sendungsabbilder bearbeitet werden, wenn eine Adresse in den automatischen Adressleser nicht oder nicht vollständig erkannt worden ist.
Bei einer Weiterbildung des Systems ist vorgesehen, dass die Leseeinrichtungen in dem ersten Postzentrum angeordnet sind. Das zweite Postzentrum verfügt bei dieser Weiterbildung nicht über eigene Leseeinrichtungen, so dass alle Leseaufgaben ausgelagert werden.
Eine weitere Ausgestaltung des Systems sieht vor, dass das zweite Postzentrum wenigstens eine Leseeinrichtung eines ersten Typs umfasst, wobei das Sendungsabbild mittels der Übertragungseinrichtung zu dem ersten Postzentrum übertragbar ist, um ein Leseergebnis in einer Leseeinrichtung eines zwei- ten zu ermitteln, wenn mittels der Leseeinrichtung des ersten Typs ein vorgegebenes Sendungsmerkmal nicht anhand des Sendungsabbilds erkannt werden konnte. In dieser Ausgestaltung wird nur eine bestimmte Leseaufgabe aus dem zweiten Postzentrum in das erste Postzentrum ausgelagert. Bei dem Sendungsmerkmal kann es sich beispielsweise um einen vorgegebenen Bestandteil einer Empfängeradresse der Postsendung handeln, der für die Sortierung der Postsendung in dem zweiten Postzentrum maßgeblich ist. Wird in dem zweiten Postzentrum etwa eine Abgangssortierung vorgenommen, kann es sich bei dem Sendungsmerkmal insbesondere um eine in der Empfängeradresse der Postsendung enthaltene Postleitzahl handeln.
In einer verbundenen Ausgestaltung ist vorgesehen, dass es sich bei der Leseeinrichtung des ersten Typs um einen automatischen Adressleser zum Lesen einer Empfängeradresse anhand des Sendungsabbilds handelt. Eine weitere verbundene Ausführungsform des Systems beinhaltet, dass es sich bei der Le- seeinrichtung des zweiten Typs um ein Videokodiersystem handelt. Es ist vorteilhaft, wenn in dem ersten Postzentrum ein in dem zweiten Postzentrum ermitteltes Leseergebnis berücksichtigt wird, um Leseaufgaben nicht mehrfach auszuführen. Wurde beispielsweise ein Adressbestandteil mittels eines automatischen Adresslesers in dem zweiten Postzentrum nicht erkannt, so ist es vorteilhaft, das Sendungsabbild in dem ersten Postverteilzentrum nicht nochmals einem automatischen Adressleser zuzuführen.
Daher ist eine Ausgestaltung des Systems dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung dazu ausgestaltet ist, den Leseauftrag in Abhängigkeit von vorliegenden Leseergebnissen bezüglich des Sendungsabbilds nach Maßgabe von Kodierregeln zu erzeugen, wobei die Übertragungseinrichtung dazu ausgestaltet ist, zusätzlich zu dem Sendungsabbild ein in dem zweiten Postzentrum anhand des Sendungsabbilds in der ersten Leseeinrichtung ermitteltes Leseergebnis der Steuereinrichtung über die erste Standardschnittstelle zu über- geben. Eine Verwendung von konfigurierbaren Kodierregeln ist üblicherweise ebenfalls eine Standardfunktionalität der Steuereinrichtung eines Postzentrums.
In einer alternativen Ausgestaltung des Systems ist die Steuereinrichtung dazu ausgestaltet, in Bezug auf Sendungsabbilder, die von der Übertragungseinrich- tung übergeben werden, einen Leseauftrag für die Leseeinrichtung des zweiten Typs zu erzeugen. Eine derartige Konfiguration der Steuereinrichtung kann beispielsweise anhand der Kodierregeln vorgegeben werden. Es ist somit in einfacher Weise möglich, die Steuereinrichtung derart zu konfigurieren, dass bei der Übergabe eines Sendungsabbilds von der Übertragungseinrichtung stets ein Leseauftrag für eine Leseeinrichtung eines bestimmten Typs erzeugt wird.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein weiteres System zum Ermitteln einer Sortierinformation für eine Postsendung bereitgestellt. Das System umfasst eine Steuereinrichtung eines zweiten Postzentrums, die dazu ausges- taltet ist, aufgrund eines in dem zweiten Postzentrum erfassten Sendungsabbilds einen Leseauftrag zu erzeugen und das Sendungsabbild über eine Standardschnittstelle einer Leseeinrichtung bereitzustellen. Zudem ist eine Übertra- gungseinrichtung vorgesehen, die über die Standardschnittstelle mit der Steuereinrichtung verbunden werden kann, und die dazu ausgestaltet ist, das Sendungsabbild über die zweite Standardschnittstelle entgegenzunehmen und das entgegengenommene Sendungsabbild zu einem ersten Postzentrum zu über- mittein.
In analoger Weise zu der zuvor beschriebenen Übergabe von Sendungsabbildern von der Übertragungseinrichtung an die Steuereinrichtung des ersten Postzentrums ist es bei diesem System vorteilhaft vorgesehen, dass die Über- tragungseinrichtung Sendungsabbilder in dem zweiten Postzentrum ebenfalls über eine Standardschnittstelle der Steuereinrichtung des zweiten Postzentrums entgegennimmt. Das weitere System kann dabei mit dem zuvor beschriebenen System kombiniert werden.
In einer Ausgestaltung des weiteren Systems ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung des zweiten Postverteilzentrum dazu ausgestaltet ist, ein bezüglich des Sendungsabbilds in dem ersten Postzentrum ermitteltes Leseergebnis nach einer Übertragung zu dem zweiten Postzentrum über die Standardschnittstelle an die Steuereinrichtung des zweiten Postzentrums zu übergeben. Vorteilhaft kann die Standardschnittstelle der Steuereinrichtung des zweiten Postzentrums in dieser Ausgestaltung auch dazu verwendet werden, Leseergebnisse an die Steuereinrichtung zu übergeben, die in dem ersten Postzentrum ermittelt worden sind.
Bei dem zweiten Postzentrum handelt es sich in einer Ausgestaltung um ein Postverteilzentrum, in dem die Postsendung sortiert wird. Daher ist die Steuereinrichtung des zweiten Postzentrums vorzugsweise dazu ausgestaltet, das Sendungsabbild von einer in dem zweiten Postzentrum angeordneten Sortiermaschine zu empfangen und das Leseergebnis an die Sortiermaschine zurück- zugeben. Eine Weiterbildung des weiteren Systems zeichnet sich dadurch aus, dass die Standardschnittstelle der Steuereinrichtung des zweiten Postverteilzentrum einer Standardschnittstelle zwischen der Steuereinrichtung und einer Leseeinrichtung entspricht. Eine derartige Standardschnittstelle stellt insbesondere Funkti- onalitäten bereit, die verwendet werden können, um Sendungsabbilder von der Steuereinrichtung an die Übertragungseinrichtung zu übergeben und um Leseergebnisse an die Steuereinrichtung zurückzumelden.
Die zuvor genannten und weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung werden auch anhand der Ausführungsbeispiele deutlich, die nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figur beschrieben werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
Von den Figuren zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung von zwei miteinander verbundenen Postverteilzentren, von denen lediglich eines über ein Videocodiersystem verfügt.
Darstellung von Ausführungsbeispielen
In Figur 1 sind eine in einer schematischen Darstellung ausgewählte Komponenten eines Postverteilzentrum 101 dargestellt. In dem Postverteilzentrum 101 wird insbesondere eine Abgangssortierung von Postsendungen durchgeführt. Hierbei werden Postsendungen, die in einer dem Postverteilzentrum 101 zugeordneten geographischen Region aufgegeben worden sind, vorgegebenen Zielen in den Zielregionen der Postsendungen zugeordnet. Ein für die Abgangssortierung maßgebliches Ziel einer Postsendung kann beispielsweise ein der Ziel- region zugeordnetes Postverteilzentrum sein, in dem die Postsendung im Rahmen einer so genannten Eingangssortierung dem vorgesehenen Zielort zugeleitet wird. Bei einer größeren Sortiertiefe kann das Ziel der Postsendung auch durch einen dem Zielort zugeordneten Zustellstützpunkt gebildet werden, indem ein Zusteller die Postsendung entgegennimmt, um sie an ihrem Zielort zuzustellen.
Die Abgangssortierung wird anhand eines Bestandteils der Empfängeradresse einer Postsendung vorgenommen. In einer Ausgestaltung umfasst die Empfängeradresse den Namen des Empfängers, die Straße mitsamt Hausnummer, den Ort und eine Postleitzahl. Die Postleitzahlen sind vorgegebenen Straßenabschnitten eindeutig zugeordnet und ermöglichen die Ermittlung des Zustell- Stützpunkt, dem der Straßenabschnitt zugeordnet ist, sowie des Postverteilzentrums, das der betreffenden geographischen Region zugeordnet ist, in dem der Straßenabschnitt und/oder der Zustellstützpunkt liegt. Für die Abgangssortierung wird daher in einer Ausführungsform die Postleitzahl herangezogen, die somit zur Durchführung der Abgangssortierung zu ermitteln ist. In weiteren Ausgestaltungen, insbesondere bei einem anderen Aufbau der Empfängeradresse, können jedoch grundsätzlich auch andere Adressbestandteile für die Abgangssortierung herangezogen werden.
In dem Postverteilzentrum 101 wird die Sortierung der Postsendungen von Sor- tiermaschinen 102 vorgenommen, von denen in Figur 1 beispielhaft eine dargestellt ist. In der Regel verfügt ein Postverteilzentrum 101 jedoch über mehrere Sortiermaschinen 102. Dabei können jeweils eine oder mehrere Sortiermaschinen für die Sortierung von Sendungen verschiedener Formate vorgesehen sein. Die Sortiermaschinen 102 sind in einer dem Fachmann an sich bekannten Art ausgeführt. Sie verfügen über eine Eingabestation, an der Postsendungen der Sortiermaschine manuell oder automatisiert zugeführt werden. Weiterhin ist eine Scannereinrichtung vorgesehen, welche Sendungsabbilder der Postsendungen erfasst, die insbesondere die Empfängeradressen beinhalten. Nachdem die Sendungsabbilder in der Scannereinrichtung erfasst worden sind, gelangen die Postsendungen in eine Verzögerungsstrecke, welche die Sendungen für eine begrenzte Zeitdauer von beispielsweise drei bis zehn Sekunden speichert. Während sich die Postsendungen in der Speicherstrecke befinden, werden die für die Abgangssortierung maßgeblichen Bestandteile der Empfängeradressen der Postsendungen, das heißt, die Postleitzahlen, erfasst, und die entsprechenden Sortierziele ermittelt. Darüber hinaus können bereits weitere Sendungsdaten bestimmt werden, die bei der Eingangssortierung der Postsendun- gen in den Postverteilzentren der Zielregionen herangezogen werden. Hierbei kann es sich um die vollständige Empfängeradresse sowie weitere Sendungsmerkmale handeln. Entsprechend der ermittelten Sortierziele werden die Postsendungen dann an einer Endstelle der Sortiermaschine 102 ausgeschleust. Jede Sortiermaschine 102 verfügt über eine Mehrzahl von Endstellen, denen jeweils ein vorgegebenes Sortierziel zugeordnet ist.
Sofern Sendungsdaten erfasst werden, die bei der Durchführung der Eingangssortierung herangezogen werden, ist es in einer Ausgestaltung vorgesehen, dass die Sendungsdaten in einer maschinenlesbaren Form, beispielsweise als Barcode, auf die Postsendungen aufgebracht werden, bevor sie an den Endstellen der Sortiermaschinen 102 ausgeschleust werden. Bei der Eingangssortierung werden die Daten erfasst und für die Sortierung der Postsendungen verwendet. In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass den Postsendungen ein Sendungsdatensatz zugeordnet wird, der von dem Postverteilzent- rum 101 zu dem Postverteilzentrum übermittelt wird, in dem die Eingangssortierung durchgeführt wird. Die Zuordnung erfolgt anhand eines Identifizierungscodes, der sowohl auf die Postsendung aufgebracht als auch in den Sendungsdatensatz aufgenommen wird. Bei der Eingangssortierung wird der Identifizierungscode erfasst, um den einer Postsendung zugeordneten Sendungsdaten- satz zu ermitteln und die Sortierung anhand der in dem Sendungsdatensatz enthaltenen Sendungsdaten vorzunehmen.
Zur Erfassung der Postleitzahl und ggf. weiterer Sendungsdaten kann die Sortiermaschine 102 selbst bereits eine Leseeinheit aufweisen, die im Folgenden als Primärleser bezeichnet wird. Sofern ein Primärleser in einer Sortiermaschine 102 vorhanden ist, ist der Primärleser die erste Leseeinheit, in der ein er- fasstes Sendungsabbild bearbeitet wird. Dabei ist der Primärleser dazu ausge- bildet, innerhalb der Sendungsabbilder Empfängeradressen zu erkennen. Die Leserate des Primärlesers ist jedoch in der Regel relativ gering.
Wenn die Empfängeradresse in dem Primärleser nicht vollständig erfasst wer- den konnte, werden die Sendungsabbilder in weiteren Leseeinrichtungen 103, 104 des Postverteilzentrums 101 bearbeitet. In einer Ausgestaltung sind mehrere automatische Adressleser 103 vorgesehen, von denen in Figur 1 beispielhaft einer dargestellt ist. In den automatischen Adresslesern 103 kann anhand des Sendungsabbilds einer Postsendung die Empfängeradresse erfasst werden. Hierzu verfügt ein automatischer Adressleser 103 über eine dem Fachmann an sich bekannte OCR-Einrichtung (OCR: Optical Character Recognition). Darüber hinaus können weitere, in der Figur nicht dargestellte automatische Leseeinrichtungen vorgesehen sein, die beispielsweise die Absenderadresse und/oder weitere Sendungsdaten ermitteln. Jeder Leseaufgabe ist dabei vorzugsweise ein Lesertyp zugeordnet, wobei in dem Postverteilzentrum 101 jeweils ein oder mehrere automatische Leseinrichtungen jedes Typs bereitgestellt werden.
Eine weitere Leseeinrichtung des Postverteilzentrums 101 ist ein Videokodiersystem 104, dem Sendungsabbilder zugeführt werden, wenn die für die Ab- gangssortierung maßgebliche Postleitzahl einer Empfängeradresse nicht von dem beauftragten automatischen Adressleser 103 erkannt werden konnte. Jeder Videokodierplatz verfügt über eine Anzeigeeinrichtung, auf welche Sendungsabbilder aufgeschaltet werden können, um sie einer Videokodierkraft vorzuführen. Die Videokodierkraft ermittelt aus den Sendungsabbildern die Post- leitzahlen und gibt sie über eine Eingabeeinrichtung, die beispielsweise als Tastatur ausgeführt ist, als Leseergebnis in das Videokodiersystem 104 ein.
Die in dem Postverteilzentrum 101 vorhandenen Leseeinrichtungen 103, 104 sowie Sortiermaschinen 102 sind mit einer zentralen Steuereinrichtung 105 verbunden, welche den Kodierprozess, das heißt, die Ermittlung von Sendungsdaten, steuert. Hierzu sind in der Steuereinrichtung 105 Kodierregeln hinterlegt, die festlegen, unter welchen Bedingungen Sendungsabbilder, die von einer Sortiermaschine 102 erfasst worden sind, in den vorhandenen Leseeinrichtungen 103, 104 bearbeitet werden. Die Kodierregeln können beispielsweise vorsehen, dass ein Sendungsabbild zunächst in einem automatischen Adressleser 103 bearbeitet wird, um die Empfängeradresse zu ermitteln. Wird in dem automatischen Adressleser 103 nicht wenigstens die in der Empfängeradresse enthaltene Postleitzahl ermittelt, erfolgt eine weitere Verarbeitung des entsprechenden Sendungsabbilds in dem Videokodiersystem 104, um die Postleitzahl zu bestimmen und die Abgangssortierung durchführen zu können. Die Kodierregeln können maschinenunabhängig vorgegeben werden, so dass die Bear- beitung der Sendungsabbilder unabhängig davon vorgenommen wird, in welcher Sortiermaschine 102 die zugehörigen Postsendungen sortiert werden. Ferner können maschinenspezifische Kodierregeln vorgegeben werden, d.h. Kodierregeln, die lediglich für Sendungsabbilder gelten, die in vorgegebenen Sortiermaschinen 102 erfasst worden sind.
Die in dem Postverteilzentrum 101 vorhandenen Sortiermaschinen 102 sind in der Steuereinrichtung 105 registriert und jeweils über eine Maschinenschnittstelle 106 mit der Steuereinrichtung 105 verbunden. Über die Maschinenschnittstelle 106 werden in den Sortiermaschinen 102 erfasste Sendungsabbil- der an die Steuereinrichtung 105 übergeben. Dies geschieht vorzugsweise zusammen mit Identifikationskennungen, die den Postsendungen in der Sortiermaschine 102 zugeordnet werden, und eine Zuordnung zwischen Sendungsabbildern und Postsendungen ermöglichen, sowie unter Angabe einer Kennung der Sortiermaschine 102, die es ermöglicht, Lesergebnisse an die betreffende Sortiermaschine 102 zurückzugeben. Vorzugsweise erzeugen die Sortiermaschinen 102 jeweils einen Sendungsdatensatz für die Postsendung, der das erfasste Sendungsabbild sowie die Identifikationskennung und die Maschinen- kennung beinhaltet und über die Maschinenschnittstelle 106 an die Steuereinrichtung 105 gesendet wird. Alternativ kann es jedoch auch vorgesehen sein, dass über die Maschinenschnittstelle 106 Sendungsabbilder und Identifikationskennungen übergeben werden, und die zugehörigen Sendungsdatensätze in der Steuereinrichtung 105 erzeugt werden. Wenn ein Primärleser vorhanden ist, dann werden die Leseergebnisse des Primärlesers bereits in den in der Sortiermaschine 102 erzeugten Sendungsdatensatz aufgenommen, oder - falls der Sendungsdatensatz in der Steuereinrichtung 105 erzeugt wird - zusammen mit dem Sendungsabbild übergeben. Eine Übergabe von Sendungsabbildern bzw. Sendungsdatensätzen von der Sortiermaschine 102 an die Steuereinrichtung 105 erfolgt dabei vorzugsweise nur dann, wenn der Primärleser nicht alle vorgesehen Leseaufgaben erfolgreich durchgeführt hat, d.h. insbesondere, wenn der Primärleser die Empfängeradresse nicht vollständig ermitteln konnte.
Die Steuereinrichtung 105 ergänzt in dem erhaltenen bzw. erzeugten Sendungsdatensatz die Leseergebnisse, die bezüglich der Sendungsdaten in den Leseeinrichtungen 103, 104 ermittelt worden sind. Nach Ablauf einer vorgegebenen Bearbeitungsdauer, die mit dem Empfang eines Sendungsabbilds in der Steuereinrichtung 105 beginnt, meldet die Steuereinrichtung 105 die ermittelten Leseergebnisse über die Maschinenschnittstelle 106 an die Sortiermaschine 105, von der das Sendungsabbild erhalten worden ist. Diese wird anhand der in dem Sendungsdatensatz enthaltenen Maschinenkennung identifiziert. Vorzugsweise wird dabei nicht der vollständige, das Sendungsabbild enthaltende, Sendungsdatensatz an die Sortiermaschine 102 zurückgegeben, sondern ledig- lieh die ermittelten Leseergebnisse. Hierdurch wird das zu übermittelnde Datenvolumen reduziert. Gleichfalls wird die eindeutige Identifikationskennung zusammen mit den Leseergebnissen von der Steuereinrichtung 105 an die betreffende Sortiermaschine 102 zurückgegeben, so dass die Sortiermaschine 102 die Leseergebnisse anhand der Identifikationskennung einer in der Sortierma- schine 102 befindlichen Postsendung zuordnen kann. Die vorgegebene Bearbeitungsdauer ist vorzugsweise an die Dauer angepasst, während derer sich die Postsendung in der Verzögerungsstrecke der Sortiermaschinen 102 befindet. Insbesondere ist die Bearbeitungsdauer ausreichend kleiner gewählt als die Verweildauer der Postsendung in den Verzögerungsstrecken, so dass die für die Sortierung erforderlichen Leseergebnisse rechtzeitig in den Sortiermaschinen 102 verfügbar gemacht werden. Die automatischen Adressleser 103 sind jeweils über eine Leserschnittstelle 107 mit der Steuereinrichtung 105 verbunden. Über die Leserschnittstelle 107 übermittelt die Steuereinrichtung 105 Leseaufträge an die automatischen Adressleser 103. Nach dem Erhalt eines Leseauftrags von der Steuereinrichtung 105 können die automatischen Adressleser 103 über die Leserschnittstelle 107 auf den Sendungsdatensatz zugreifen, auf den sich der Leseauftrag bezieht. Insbesondere können die automatischen Adressleser 103 aus dem Sendungsdatensatz das Sendungsabbild auslesen und der enthaltenen OCR-Einrichtung zuführen. Die automatischen Adressleser 103 geben über die Leserschnittstelle 107 ebenfalls die Leseergebnisse an die Steuereinrichtung 105 zurück, die infolge eines Leseauftrags ermittelt worden sind.
Das Videokodiersystem 104 ist über eine Schnittstelle 118 mit der Steuereinrichtung 105 verbunden. Hierbei kann es sich um eine Leserschnittstelle han- dein. Gleichfalls kann jedoch auch eine andere Schnittstelle zwischen der Steuereinrichtung 105 und dem Videokodiersystem 104 vorgesehen sein, die es ermöglicht, Leseaufträge zusammen mit Sendungsabbildern an das Videokodiersystem 104 zu übermitteln und Leseergebnisse von dem Videokodiersystem 104 zu erhalten.
Die Leseaufträge sowie die von den Leseeinheiten 103, 104 zurückgemeldeten Leseergebnisse enthalten vorzugsweise die eindeutige Identifikationskennung des Sendungsdatensatzes, um ihre Zuordnung zu dem Sendungsdatensatz zu ermöglichen.
Ein erster Leseauftrag wird von der Steuereinrichtung 105 dann erzeugt, wenn ein Sendungsdatensatz mit einem Sendungsabbild von einer Sortiermaschine 102 übermittelt worden ist. Ferner kann entsprechend den vorgegebenen Kodierregeln ein weiterer Leseauftrag dann erzeugt werden, wenn von einer Le- seeinrichtung 103, 104 ein Leseergebnis erhalten wird, dass durch eine Verarbeitung des Sendungsabbilds in einer weiteren Leseeinrichtung 103, 104 verbessert werden soll. Die Erzeugung der Leseaufträge erfolgt dabei in einer Ausgestaltung jeweils in Abhängigkeit von dem aktuellen Inhalt des Sendungsdatensatzes, insbesondere von den enthaltenen Leseergebnissen. Es kann jedoch darüber hinaus auch anhand entsprechender Kodierregeln berücksichtigt werden, von welchen Einheiten ein Ergebnis geliefert worden ist. So kann ein Leseauftrag beispielsweise in Abhängigkeit von der Sortiermaschine 102 erzeugt werden, die ein Sendungsabbild bereitgestellt hat.
Bei Verwendung der zuvor beispielhaft erläuterten Kodierregeln erzeugt die Steuereinrichtung 105 einen ersten Leseauftrag, wenn sie einen Sendungsda- tensatz von einer Sortiermaschine 102 erhält. Dann wird der erste Leseauftrag an einen automatischen Adressleser 103 übermittelt, dies geschieht in einer Ausgestaltung, weil die Steuereinrichtung 105 feststellt, dass in dem Sendungsdatensatz noch kein Leseergebnis oder wenigstens ein negatives Leseergebnis des Primärlesers enthalten ist. In einer weiteren Ausgestaltung kann der Leseauftrag für den automatischen Adressleser 104 auch erzeugt werden, weil die Steuereinrichtung 105 feststellt, dass ein neuer Sendungsdatensatz bzw. ein neues Sendungsabbild von einer Sortiermaschine 102 geliefert worden ist. Das von dem automatischen Adressleser 103 bei der Bearbeitung des Leseauftrags ermittelte Leseergebnis wird dann von der Steuereinrichtung 105 in den Sendungsdatensatz aufgenommen.
Dann prüft die Steuereinrichtung 105, ob in dem Sendungsdatensatz die Postleitzahl der Empfängeradresse enthalten ist oder ob bezüglich der Postleitzahl ein negatives Leseergebnis von dem automatischen Adressleser 103 zurück- gegeben worden ist. Ist die Postleitzahl vorhanden, werden die Leseergebnisse bis zum Ablauf der vorgegebenen Bearbeitungsdauer an die Sortiermaschine 102 zurückgegeben. Wenn die Steuereinrichtung 105 feststellt, dass nach dem Erhalt des Leseergebnisses von dem automatischen Adressleser 103 bezüglich der Postleitzahl ein negatives Leseergebnis vorliegt, dann wird ein weiterer Le- seauftrag erzeugt und an das Videokodiersystem 104 übermittelt. Nach dem Erhalt des in dem Videokodiersystem 104 ermittelten Leseergebnisses wird dieses in den Sendungsdatensatz aufgenommen. Dann werden die vorliegenden Leseergebnisse an die betreffende Sortiermaschine 102 zurückgegeben und die Sortiermaschine 102 sortiert die dem Sendungsabbild zugeordnete Postsendung unter Verwendung der erhaltenen Leseergebnisse. Die Übergabe der Leseergebnisse an die Sortiermaschine geschieht nach Ablauf der vorgegebe- nen Bearbeitungsdauer, unabhängig davon, ob in dem Videokodiersystem 104 die Postleitzahl ermittelt werden konnte. Sofern die Leseergebnisse die Postleitzahl nicht umfassen, kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass die entsprechende Postsendung von der Sortiermaschine 102 einer manuellen Nachsortierung zugeführt wird.
Wie in Figur 1 dargestellt ist, ist das Postverteilzentrum 101 mit einem weiteren Postverteilzentrum 108 verbunden. Die Verbindung zwischen den Postverteilzentren 101 , 108 wird vorzugsweise über ein in der Figur nicht dargestelltes Weitverkehrsnetzwerk, wie beispielsweise das Internet, hergestellt. Das Post- Verteilzentrum 108 verfügt über eine oder mehrere Sortiermaschinen, von denen in Figur 1 beispielhaft eine Sortiermaschine 110 dargestellt ist. Die Sortiermaschinen 110 sind insbesondere zur Durchführung einer Abgangssortierung vorgesehen und in der gleichen Weise ausgestaltet wie die Sortiermaschinen 102 des Postverteilzentrums 101. Darüber hinaus ist in dem Postverteilzentrum 108 gleichfalls eine zentrale Steuereinrichtung 111 vorgesehen, die grundsätzlich in der gleichen Weise ausgestaltet ist wie die Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101. Insbesondere ist die Steuereinrichtung 111 über jeweils eine Maschinenschnittstelle 109 mit den Sortiermaschinen 110 verbunden. Optional verfügt das Postverteilzentrum 108 zudem über einen oder meh- rere automatische Adressleser 112, von denen ebenfalls in Figur 1 ebenfalls einer beispielhaft dargestellt ist. Die automatischen Anschriftenleser 112 sind jeweils über eine Leserschnittstelle 119 an die Steuereinrichtung 111 angebunden.
Ein Videokodiersystem ist in dem Postverteilzentrum 108 nicht vorgesehen, sondern das Postverteilzentrum 108 nutzt Videokodierkapazitäten des Postverteilzentrums 101. Wenn das Postverteilzentrum 108 nicht über eigene automa- tische Adressleser 112 verfügt, werden zudem auch die automatischen Adressleser 103 des Postverteilzentrums 101 genutzt.
Der Zugriff der Steuereinrichtung 111 des Postverteilzentrums 108 auf die Le- seeinheiten 103, 104 des Postverteilzentrums 101 wird durch eine Übertragungseinrichtung 113 ermöglicht. Die Übertragungseinrichtung 113 verfügt über eine dem Postverteilzentrum 108 zugeordneter Leserkomponente 114, die vorzugsweise in dem Postverteilzentrum 108 angeordnet ist. Die Leserkomponente
114 ist über eine weitere Leserschnittstelle 117 mit der Steuereinrichtung 111 des Postverteilzentrums 108 verbunden. Die Leserschnittstelle 117 ist in der gleichen Weise ausgestaltet, wie die Leserschnittstellen 107 zur Anbindung von lokalen Adresslesern 112 an die Steuereinrichtung 111. Damit kann die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 108 von der Steuereinrichtung 111 in der gleichen Weise angesprochen werden, wie eine lokale Leseeinheit 112 des Postverteilzentrums 108. Insbesondere kann die Steuereinrichtung 111 Leseaufträge in der gleichen Weise an die Übertragungseinrichtung 113 übergeben wie an eine lokale Leseeinheit 112. Darüber hinaus verfügt die Übertragungseinrichtung 113 über eine dem Postverteilzentrum 101 zugeordnete Maschinenkomponente 115. Die Maschinenkomponente 115 ist als eine Sortier- maschine in der Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 registriert und über eine weitere Maschinenschnittstelle 116 mit der Steuereinrichtung 105 verbunden, die in der gleichen Weise ausgestaltet ist, wie die Maschinenschnittstelle 106. Die Registrierung erfolgt unter einer Kennung, welche die I- dentifizierung der Maschinenkomponente 115 erlaubt. Damit kann die Maschi- nenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 in der gleichen Weise mit der Steuereinrichtung 105 kommunizieren, wie eine lokale Sortiermaschine 102 des Postverteilzentrums 101. Vorzugsweise ist die Maschinenkomponente
115 in dem Postverteilzentrum 101 angeordnet. Ein Datenaustausch zwischen der Maschinenkomponente 115 und der Leserkomponente 114 der Übertra- gungseinrichtung 113 erfolgt über das Weitverkehrsnetzwerk, über das die beiden Komponenten 114, 115 miteinander verbunden sind. In der Steuereinrichtung 111 des Postverteilzentrums 108 sind Kodierregeln hinterlegt, welche die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113 als eine Leseeinheit berücksichtigen. In der Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 werden Sendungsabbilder bzw. Sendungsdatensätze, die von der Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 bereitgestellt werden, nach den dort hinterlegten Kodierregeln verarbeitet. Dabei kann es vorgesehen sein, dass allgemeine Kodierregeln verwendet werden, die auch in Bezug auf lokale Sortiermaschinen 102 gelten. Gleichfalls kann es vorgesehen sein, dass spezielle Kodierregeln in Bezug auf Sendungsabbilder bzw. Sen- dungsdatensätze vorgesehen sind, die von der Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 bereitgestellt werden. Im Folgenden wird die Ermittlung von Sendungsdaten von in dem Postverteilzentrum 108 zu sortierenden Postsendungen unter Verwendung der Übertragungseinrichtung 113 und der entsprechenden Kodierregeln erläutert.
Nachdem in einer Sortiermaschine 110 des Postverteilzentrums 108 ein Sendungsabbild erfasst worden ist, wird in der bereits im Zusammenhang mit dem Postverteilzentrum 101 beschriebenen Weise ein das Sendungsabbild enthaltender Sendungsdatensatz von der Sortiermaschine 110 an die Steuereinrich- tung 111 übergeben oder ein Sendungsdatensatz in der Steuereinrichtung 111 erzeugt. Diese erzeugt dann entsprechend den in der Steuereinrichtung 111 hinterlegten Kodierregeln einen Leseauftrag. Wenn das Postverteilzentrum 108 nicht über eigene automatische Adressleser 112 verfügt, sehen die Kodierregeln vorzugsweise vor, ein Leseauftrag an die Leserkomponente 114 der Über- tragungseinrichtung 113 übergeben wird. Diese empfängt den Leseauftrag über die Leserschnittstelle 117 und greift über die Leserschnittstelle 117 auf den betreffenden Sendungsdatensatz zu. Dabei wird der Sendungsdatensatz von der Leserkomponente 114 eingelesen und an die Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 übertragen. Dann übergibt die Maschinen- komponente 115 den Sendungsdatensatz über die Maschinenschnittstelle 116 an die Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 , sofern eine Erzeugung des Sendungsdatensatzes in den Sortiermaschinen 102 vorgesehen ist. Übergeben die Sortiermaschinen 102 hingegen Sendungsabbilder und ggf. vorliegende Leseergebnisse des Primärlesers, dann ist die Maschinenkomponente 115 vorzugsweise so ausgestaltet, dass sie das Sendungsabbild und die ggf. vorhandenen Leseergebnisse aus dem Sendungsdatensatz ausliest und über die Maschinenschnittstelle 116 an die Steuereinrichtung 105 weiterleitet. Gleichfalls wird von der Maschinenkomponente 115 ein Identifikationscode des Sendungsabbilds bzw. des Sendungsdatensatzes an die Steuereinrichtung 105 übergeben. Hierbei handelt es sich in einer Ausgestaltung um den in der Sortiermaschine 110 des Postverteilzentrums 108 erzeugten Identifikationscode, der bereits in dem Sendungsdatensatz enthalten ist. Ferner wird bei der Übergabe die Kennung der Maschinenkomponente 115 angegeben, unter der sie in der Steuereinrichtung 105 registriert ist. Sofern die Übergabe der Kennung innerhalb des Sendungsdatensatzes vorgesehen ist, wird die in dem Sendungsdatensatz enthaltende Kennung der Sortiermaschine 110 des Postverteilzent- rums 108, in der das Sendungsabbild erfasst worden ist, in dem Sendungsdatensatz durch die Kennung der Maschinenkomponente 115 ersetzt.
Die Steuereinrichtung 105 behandelt den erhaltenen Sendungsdatensatz oder das erhaltene Sendungsabbild vorzugsweise entsprechend den vorgegebenen Kodierregeln in der gleichen Weise wie einen Sendungsdatensatz, der von einer lokalen Sortiermaschine 102 über die Maschinenschnittstelle 106 empfangen worden ist. Dies bedeutet, dass in der vorliegenden Ausgestaltung in der das Postverteilzentrum 108 nicht über eigene Leseeinheiten verfügt, vorzugsweise keine speziellen Kodierregeln für Sendungsdatensätze bzw. Sendungs- abbilder vorgegeben werden, die von der Maschinenkomponente 115 der Übertragseinrichtung 113 an die Steuereinrichtung 105 übergeben werden. Damit wird in der zuvor beschriebenen Weise zunächst ein Leseauftrag an einen automatischen Adressleser 103 des Postverteilzentrums 101 übergeben und ggf. ein weiterer Leseauftrag für das Videokodiersystem 104 erzeugt, falls die Post- leitzahl der Empfängeradresse von dem beauftragten automatischen Adressleser 103 nicht ermittelt werden konnte. Die in den beauftragten Leseeinheiten 103, 104 des Postverteilzentrums 101 ermittelten Leseergebnisse werden jeweils in den Sendungsdatensatz aufgenommen.
Nach Ablauf der vorgegebenen Bearbeitungsdauer werden die ermittelten Le- seergebnisse über die Maschinenschnittstelle 116 an die Übertragungseinrichtung 113 zurückgegeben. Dies erfolgt in der gleichen Weise wie die Übergabe von Leseergebnissen an eine Sortiermaschine 102, die einen Sendungsdatensatz an die Steuereinrichtung 105 übergibt. Insbesondere wird bei der Übergabe die Kennung der Maschinenkomponente 115 verwendet, um diese zu identi- fizieren. Die Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 sendet die Leseergebnisse dann an die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113. Von der Leserkomponente 114 werden die Leseergebnisse über die Leserschnittstelle 117 an die Steuereinrichtung 111 des Postverteilzentrums 108 übergeben. Diese nimmt die Leseergebnisse in den betreffenden Sendungsdatensatz auf, der in der Steuereinrichtung 111 gespeichert ist. Von der Leserkomponente 114 wird dabei auch die Identifikationskennung des Sendungsdatensatzes übergeben, anhand derer die Steuereinrichtung 111 den Sendungsdatensatz ermittelt. Ferner werden die Leseergebnisse entsprechend den in der Steuereinrichtung 111 hinterlegten Kodierregeln nach dem Erhalt an die Sortiermaschine 110 übergeben, welche das Sendungsabbild erfasst hat. In der Sortiermaschine 110 erfolgt dann die Sortierung der betreffenden Postsendung anhand der ermittelten Leseergebnisse.
Wenn das Postverteilzentrum 108 selbst über automatische Adressleser 112 verfügt, dann wird nach der Bereitstellung eines Sendungsabbilds von einer Sortiermaschine 110 zunächst ein Leseauftrag für einen lokalen automatischen Adressleser 112 erzeugt und an den entsprechenden Adressleser 112 übermittelt. Enthält das von dem automatischen Adressleser 112 als Antwort auf den Leseauftrag zurückgegebene Leseergebnis die Postleitzahl der Empfängerad- resse, wird das Leseergebnis an die Sortiermaschine 110 zurückgemeldet, die das Sendungsabbild erfasst hat. Falls in dem Leseergebnis die Postleitzahl nicht enthalten ist, wird das Leseergebnis von der Steuereinrichtung 111 zu- nächst in den Sendungsdatensatz aufgenommen, der für das Sendungsabbild erzeugt worden ist. Bezüglich der Postleitzahl wird dabei ein negatives Leseergebnis in den Sendungsdatensatz eingetragen. Die in der Steuereinrichtung 111 hinterlegten Kodierregeln sehen vor, dass bezüglich diesen Sendungsda- tensatzes dann ein Leseauftrag an die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113 übergeben wird. Aufgrund des Empfangs des Leseauftrags liest die Leserkomponente 114 den Sendungsdatensatz ein und leitet den Sendungsdatensatz an die Maschinenkomponente 115 weiter.
Von der Maschinenkomponente 115 wird entweder der Sendungsdatensatz oder das enthaltene Sendungsabbild sowie die enthaltenen Leseergebnisse über die Maschinenschnittstelle 116 an die Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 übergeben. Falls von der Maschinenkomponente 115 das Sendungsabbild sowie die in dem Sendungsdatensatz enthaltenen Leseergeb- nisse an die Steuereinrichtung 105 übergeben werden, dann erzeugt die Steuereinrichtung 105 einen weiteren Sendungsdatensatz, in den das Sendungsabbild sowie die Leseergebnisse aufgenommen werden.
Die Steuereinrichtung 105 behandelt den Sendungsdatensatz in einer Ausges- taltung entsprechend denselben Kodierregeln, die auch in Bezug auf Sendungsdatensätze bzw. Sendungsabbilder gelten, die von lokalen Sortiermaschinen 102 bereitgestellt werden. Dabei stellt die Steuereinrichtung 105 zunächst fest, dass in dem Sendungsdatensatz ein negatives Leseergebnis eines automatischen Adresslesers bezüglich der Postleitzahl enthalten ist. Daraufhin erzeugt die Steuereinrichtung 105 entsprechend den Kodierregeln einen Leseauftrag für das Videokodiersystem 104. Nachdem von dem Videokodiersystem 104 das Leseergebnis an die Steuereinrichtung 105 zurückgemeldet worden ist, speichert die Steuereinrichtung 105 das Leseergebnis in dem Sendungsdatensatz. Dann wird das Leseergebnis nach Ablauf der Bearbeitungsdauer über die entsprechende Maschinenschnittstelle 116 an die Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 zurückgemeldet. Dies geschieht entsprechend den geltenden Kodierregeln in der gleichen Weise, wie die Rückgabe von Le- seergebnissen an eine lokale Sortiermaschine 102, nachdem diese einen Sendungsdatensatz an die Steuereinrichtung 105 übermittelt hat. Von der Maschinenkomponente 115 werden die Leseergebnisse dann an die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113 weitergeleitet. Die Leserkomponente 114 übergibt die Leseergebnisse an die Steuereinrichtung 111 über die Leserschnittstelle 117. Von der Steuereinrichtung 111 wird das Leseergebnis nachfolgend an die Sortiermaschine 110 zurückgegeben, in der das Sendungsabbild erfasst worden ist. Die Sortiermaschine 110 sortiert dann die Postsendung unter Heranziehung der Leseergebnisse.
In einer weiteren Ausgestaltung sind in der Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 in Bezug auf Sendungsdatensätze bzw. Sendungsabbilder, die von der Maschinenkomponente 115 der Übertragungseinrichtung 113 übergeben werden, besondere Kodierregeln hinterlegt. Diese Kodierregeln sehen vor, dass aufgrund des Empfangs eines Sendungsdatensatzes bzw. eines Sendungsabbilds von der Maschinenkomponente 115 ein Leseauftrag für das Videokodiersystem 104 erzeugt wird. Hierdurch unterscheiden sich die Kodierregeln von denen, die in Bezug auf Sendungsdatensätze bzw. Sendungsabbilder bestehen, die von lokalen Sortiermaschinen 102 bereitgestellt werden, da in diesen Fällen zunächst Leseaufträge für die automatischen Adressleser 103 des Postverteilzentrums 101 von der Steuereinrichtung 105 generiert werden. Nach Erhalt des Leseergebnisses von dem Videokodiersystem 104 wird das Leseergebnis nach Ablauf der Bearbeitungsdauer über die entsprechende Maschinenschnittstelle 116 an die Maschinenkomponente 115 der Übertragungs- einrichtung 113 zurückgemeldet. Nachfolgend gelangen die Leseergebnisse in der zuvor bereits beschriebenen Weise zu der Sortiermaschine 110 des Postverteilzentrums 108, in dem die dem Sendungsabbild zugeordnete Postsendung sortiert wird. In dieser Ausgestaltung kann darauf verzichtet werden, dass die Maschinenkomponente 115 die in dem Postverteilzentrum 108 ermittelten Leseergebnisse an die Steuereinrichtung 105 des Postverteilzentrums 101 ü- bergibt. In der zuvor beschriebenen Ausgestaltung verfügt das Postverteilzentrum 108 über eigene automatische Adressleser 112, nicht jedoch über ein eigenes Videokodiersystem. Die Videokodierung wird daher vollständig in dem Postverteilzentrum 101 vorgenommen. Es kann jedoch gleichfalls vorgesehen sein, dass das Postverteilzentrum 108 über ein eigenes Videokodiersystem verfügt und die Videokodierung nur teilweise im Bedarfsfall in das Postverteilzentrum 101 ausgelagert wird. Hierdurch ist es möglich, bei einem besonders hohen Sendungsaufkommen in dem Postverteilzentrum 108 freie Videokodierkapazitäten des Postverteilzentrums 101 nutzen zu können. Um dies zu erreichen, sind in der Steuereinrichtung 111 des Postverteilzentrums 108 veränderbare Kodierregeln gespeichert. Solange die Videokodierkapazität in dem Postverteilzentrum 108 ausreichend groß ist, um die anfallenden Videokodieraufgaben auszuführen, werden entsprechend der Kodierregeln keine Leseaufträge an die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113 übergeben, sondern Ie- diglich an das lokale Videokodiersystem. Übersteigt die Anzahl der anfallenden Videokodieraufträge die Kapazität des lokalen Videokodiersystems, dann werden die Kodierregeln derart geändert, dass ein Teil der zuvor für das lokale Videokodiersystem bestimmten Leseaufträge an die Leserkomponente 114 der Übertragungseinrichtung 113 übergeben wird, um in der zuvor beschriebenen Weise das Videokodiersystem 104 des Postverteilzentrums 101 nutzen zu können.
In der zuvor beschriebenen Weise können Leseaufgaben von einem Postverteilzentrum 108 in ein weiteres Postverteilzentrum 101 ausgelagert werden. Insbesondere wird eine Auslagerung, wie zuvor dargestellt, für das automatische Lesen der Empfängeradresse sowie für die Videokodierung ermöglicht. Die Erfindung ist jedoch keineswegs auf die Auslagerung dieser Leseaufgaben beschränkt. Sofern Leseeinrichtungen für weitere Leseaufgaben vorgesehen sind, kann ein Postverteilzentrum ebenfalls über eine Übertragungseinrichtung der zuvor dargestellten Art auf die entsprechenden Leseeinrichtungen eines anderen Postverteilzentrums zugreifen. Dabei kann anhand der Kodierregeln in der Steuereinrichtung dieses Postverteilzentrums festgelegt werden, ob Sen- dungsdatensätze bzw. Sendungsabbilder, die von dem anderen Postverteilzentrum bereitgestellt werden, ausschließlich eine Leseeinrichtung eines bestimmten Typs zugeführt werden oder mehrere Leseeinrichtungen, die zur Durchführung verschiedener Leseaufgaben vorgesehen sind.
Gleichfalls kann es vorgesehen sein, dass ein Postverteilzentrum Leseaufgaben nicht nur für ein weiteres Postverteilzentrum, sondern für mehrere weitere Postverteilzentren übernimmt. Hierzu ist jedes weitere Postverteilzentrum mittels einer Übertragungseinrichtung der zuvor beschriebenen Art mit dem Post- Verteilzentrum verbunden.
Ferner kann es vorgesehen sein, dass Leseaufgaben für ein Postverteilzentrum von mehreren Postverteilzentren übernommen werden. Hierzu ist das betreffende Postverteilzentrum jeweils mittels einer Übertragungseinrichtung mit den weiteren Postverteilzentren verbunden. Diese können jeweils verschiedene Leseaufgaben übernehmen und/oder bestimmte Leseaufgaben können zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Postverteilzentren ausgelagert werden.
In einer weiteren Ausgestaltung können Leseaufgaben von einem Postverteil- Zentrum in ein Kodierzentrum anstelle eines Postverteilzentrums ausgelagert werden. Ein Kodierzentrum unterscheidet sich von einem Postverteilzentrum dadurch, dass es nicht über eigene Sortiermaschinen, sondern lediglich über Leseeinheiten verfügt. Somit ist das Kodierzentrum nur zur Durchführung von Leseaufgaben vorgesehen, nicht jedoch zum Sortieren von Postsendungen.
Obwohl die Erfindung in den Zeichnungen und der vorausgegangenen Darstellung im Detail beschrieben wurde, sind die Darstellungen illustrativ bzw. beispielhaft und nicht einschränkend zu verstehen; insbesondere ist die Erfindung nicht auf die erläuterten Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere Varianten der Erfindung und ihre Ausführung ergeben sich für den Fachmann aus der vorangegangenen Offenbarung, den Figuren und den Patentansprüchen. In den Patentansprüchen verwendete Begriffe wie "umfassen", "aufweisen", "beinhalten", "enthalten" und dergleichen schließen weitere Elemente oder Schritte nicht aus. Die Verwendung des unbestimmten Artikels schließt eine Mehrzahl nicht aus. Eine einzelne Einrichtung kann die Funktionen mehrerer in den Patentansprüchen genannten Einheiten beziehungsweise Einrichtungen ausführen.
In den Patentansprüchen angegebene Bezugszeichen sind nicht als Beschränkungen der eingesetzten Mittel und Schritte anzusehen.
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