Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
SYSTEM AND METHOD FOR DETECTING AN OPERATING STATE OR A COURSE OF TREATMENT DURING A BLOOD TREATMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/102553
Kind Code:
A1
Abstract:
A computer-implemented method and a computer system are disclosed. The computer system (200, 300) is suitable for detecting an operating state of a blood treatment machine (100, 201, 202, 20.., 20n) or a course of treatment of a blood treatment or a deviation from an ideal or complication-free operating state or a course of treatment. The computer system comprises a first interface (20, 312) which is adapted to receive an operating parameter monitoring signal, wherein the operating parameter monitoring signal is a time-dependent signal from a sensor for monitoring an operating parameter of the blood treatment machine or a signal derived from the time-dependent signal of the operating parameter, and a second interface (20, 312) which is adapted to receive a user reaction signal, wherein a user reaction signal is a signal from a user input with regard to the operating state or the course of treatment or the deviation from an ideal or complication-free course of treatment or operating state of a blood treatment carried out using the blood treatment machine. The computer system also comprises an evaluation unit (40, 213) which is adapted to generate assignment or reference data which establish a correlation between a particular user reaction and an associated operating parameter monitoring signal, a memory unit which is configured to store the assignment and reference data, wherein the evaluation unit is also adapted to compare a particular operating parameter monitoring signal with the assignment or reference data in order to derive therefrom an operating state, a course of treatment or a deviation from an ideal or complication-free operating state or course of treatment of the blood treatment machine or a typical user reaction thereto.

Inventors:
KOPPERSCHMIDT, Pascal (Am Süßberg 11, Dittelbrunn, 97456, DE)
Application Number:
EP2016/080294
Publication Date:
June 22, 2017
Filing Date:
December 08, 2016
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
FRESENIUS MEDICAL CARE DEUTSCHLAND GMBH (Else-Kröner-Str. 1, Bad Homburg, 61352, DE)
International Classes:
G06F19/00; A61M1/14
Foreign References:
US20110105979A12011-05-05
US20110087499A12011-04-14
DE102004011264A12004-09-23
US20060289342A12006-12-28
EP2597584A12013-05-29
Attorney, Agent or Firm:
ZIERMANN, Oliver (Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA, Else-Kröner-Str. 1, Bad Homburg, 61352, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche: Computersystem (200, 300) zur Erkennung eines Betriebszustandes einer Blutbehandlungsmaschine (100, 201 , 202, 20.., 20n) oder eines Behandlungsverlaufs einer Blutbehandlung oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf umfassend:

eine erste Schnittstelle (20, 312), die angepasst ist, ein Betriebsparameterüberwachungssignal zu empfangen, wobei das Betriebsparameterüberwachungssignal ein zeitabhängiges Signal eines Sensors zur Überwachung eines Betriebsparameters der Blutbehandlungsmaschine oder ein von dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters abgeleitetes Signal darstellt,

eine zweite Schnittstelle (20, 312), die angepasst ist, ein Anwenderreaktionssignal zu empfangen, wobei ein Anwenderreaktionssignal ein Signal einer Anwendereingabe im Hinblick auf den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand einer mit der Blutbehandlungsmaschine durchgeführten Blutbehandlung darstellt, eine Auswerteeinheit (40, 213), die angepasst ist, um Zuordnungs- oder Referenzdaten zu erzeugen, die eine Korrelation einer bestimmten Anwenderreaktion mit einem zugeordneten

Betriebsparameterüberwachungssignal herstellen, eine Speichereinheit, welche konfiguriert ist, die Zuordnungs- und Referenzdaten abzuspeichern, wobei die Auswerteeinheit weiterhin angepasst ist, ein bestimmtes Betriebsparameterüberwachungssignal mit den Zuordnungs- oder Referenzdaten abzugleichen, um daraus einen Betriebszustand, einen Behandlungsverlauf, oder eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder eine typische Anwenderreaktion hierauf abzuleiten.

2. Computersystem (200, 300) nach Anspruch 1 , wobei die Auswerteeinheit angepasst ist, beim Erzeugen der Zuordnungs- oder Referenzdaten einen Lernalgorithmus anzuwenden, insbesondere ein neuronales Netz.

3. Blutbehandlungssystem (200, 300) mit mindestens einer Blutbehandlungsmaschine (100, 201 , 202, 20.., 20n) zur Durchführung einer Blutbehandlung mit mindestens einem Sensor (21 1 , 10, 21 , 24, 25, 20, 27) zur Bestimmung eines zeitabhängigen Verlaufs eines Betriebsparameters während der Blutbehandlung, und mit einem Computersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche.

4. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach Anspruch 3, wobei die Blutbehandlungsmaschine (100) eine Dialysemaschine (100) ist, und wobei der Sensor (21 1 , 10, 21 , 24, 25, 20, 27) ausgewählt ist aus einem Bluttemperatursensor (10, 21 ), einem Hämatokritsensor, einem Blutdrucksensor (20, 27), einem Leitfähigkeitssensor (24, 25) zur Bestimmung einer Leitfähigkeit eines Dialysats oder einem Sensor zur Bestimmung der Leistungsaufnahme eines Aktors (23), vorzugsweise einer Blutpumpe (23).

5. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach einem der Ansprüche 3 und 4, wobei eine Auswerteeinheit (20) der Blutbehandlungsmaschine angepasst ist, das Anwendereingabesignal mit einem Zeitstempel zu versehen, der den Zeitpunkt der Anwendereingabe in Bezug auf den Behandlungsverlauf angibt, und wobei die Auswerteeinheit des Computersystems oder die Auswerteeinheit der Blutbehandlungsmaschine angepasst ist, einen zeitlichen Ausschnitt oder ein Zeitfenster aus dem zeitabhängigen Signal auszuschneiden, und wobei der Zeitpunkt der Anwendereingabe in dem zeitlichen Ausschnitt oder Zeitfenster oder benachbart dazu liegt.

6. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach einem der Ansprüche 3 - 5, mit einer Eingabeeinheit (30) zur Eingabe einer Anwenderreaktion im Hinblick auf einen Betriebszustand oder einen Behandlungsverlauf oder auf eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand der Blutbehandlungsmaschine oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf der Blutbehandlung.

7. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach einem der Ansprüche 3 - 6 mit einer Ausgabeeinheit zur Ausgabe eines Alarms als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion.

8. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach einem der Ansprüche 3 - 7 mit einer Steuereinheit zum Ansteuern der Blutbehandlungsmaschine als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion.

9. Blutbehandlungssystem (200, 300) nach Anspruch 8, wobei die Steuereinheit angepasst ist, als Antwort auf die Abweichung eine Unterbrechung der Blutbehandlung einzuleiten.

10. Computerimplementiertes Verfahren (4000) zur Erkennung eines Betriebszustandes einer Blutbehandlungsmaschine oder eines Behandlungsverlaufs einer Blutbehandlung oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf, umfassend:

Empfangen eines Betriebsparameterüberwachungssignals (401 b), wobei das Betriebsparameterüberwachungssignal ein zeitabhängiges Signal eines Sensors zur Überwachung eines Betriebsparameters der Blutbehandlungsmaschine oder ein von dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters abgeleitetes Signal darstellt, Empfangen eines Anwenderreaktionssignals (402), wobei das Anwenderreaktionssignal ein Signal einer Anwendereingabe im Hinblick auf den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand einer mit der Blutbehandlungsmaschine durchgeführten Blutbehandlung darstellt,

Abspeichern einer Mehrzahl von Anwenderreaktionssignalen und

Betriebsparameterüberwachungssignalen in Bezug zu einander,

Erzeugen von Zuordnungs- oder Referenzdaten (41 1 ), die eine Zuordnung oder Korrelation einer bestimmten Anwendereingabe mit einem zugeordneten

Betriebsparameterüberwachungssignal herstellen,

Speichern der Zuordnungs- und Referenzdaten,

Empfangen eines bestimmten Betriebsparameterüberwachungssignals (422) und

Abgleichen des bestimmten Betriebsparameterüberwachungssignals mit den Zuordnungs- oder Referenzdaten (412) um daraus einen Betriebszustand, einen Behandlungsverlauf, oder eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf oder eine typische Anwenderreaktion hierauf abzuleiten.

1 1 . Computerimplementiertes Verfahren (4000) nach Anspruch 10, wobei der Schritt des Erzeugens der Zuordnungs- oder Referenzdaten folgendes umfasst: Anwenden eines Lernalgorithmus, insbesondere eines neuronalen Netzes.

12. Computerimplementiertes Verfahren (4000) nach einem der Ansprüche 10 oder 1 1 , enthaltend die folgenden Schritte:

Versehen des Anwendereingabesignals mit einem Zeitstempel, der den Zeitpunkt der Anwendereingabe in Bezug auf den Behandlungsverlauf angibt, bilden eines Zeitfensters oder eines zeitlichen Ausschnitts aus dem zeitabhängigen Signal, wobei der Zeitpunkt der Anwendereingabe in dem Zeitfenster oder dem zeitlichen Ausschnitt oder benachbart dazu liegt.

13. Computerimplementiertes Verfahren (4000) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, enthaltend den folgenden Schritt (424): Ausgabe eines Alarms als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion.

14. Computerimplementiertes Verfahren (4000) nach einem der Ansprüche 10 bis 13, enthaltend den folgenden Schritt (424): Ansteuern der Blutbehandlungsmaschine als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion.

15. Computerimplementiertes Verfahren (4000) nach Anspruch 14, wobei der Schritt des Ansteuerns der Blutbehandlungsmaschine (424) folgendes umfasst: Einleiten einer Unterbrechung der Blutbehandlung.

16. Computerprogrammprodukt umfassend Instruktionen, welche beim Laden in mindestens ein Speichermodul eines Computersystems (300) und Abarbeiten durch mindestens einen Prozessor des Computersystems, das computerimplementierte Verfahren (4000) nach einem der Ansprüche 10 bis 15 ausführen.

17. Computerprogramm umfassend Instruktionen zur Durchführung des computerimplementierten Verfahrens (4000) nach einem der Ansprüche 10 bis 15, wenn das Computerprogramm auf einem Computer ausgeführt wird.

Description:
System und Verfahren zur Erkennung eines Betriebszustands oder eines Behandlungsverlaufs bei einer Blutbehandlung

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren, insbesondere ein Computersystem, ein Blutbehandlungssystem und ein computer-implementiertes Verfahren zur Erkennung eines Betriebszustandes oder eines Behandlungsverlaufs oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf bei einer Blutbehandlung, insbesondere bei einer extrakorporalen Blutbehandlung. Hintergrund

Zur Entfernung von harnpflichtigen Substanzen und zum Flüssigkeitsentzug werden beim chronischen Nierenversagen verschiedene Verfahren zur apparativen Blutbehandlung eingesetzt. Bei der Hämodialyse überwiegt der diffusive Stofftransport über die semipernneable Membran eines Filters, während bei der Hämofiltration ein konvektiver Stofftransport über die Filtermembran stattfindet. Eine Kombination aus beiden Verfahren ist die Hämodiafiltration. Wenn im Folgenden von einer Dialyse die Rede ist, soll dieser Begriff sowohl eine reine Dialysebehandlung als auch eine Hämodiafiltration umfassen.

Ein weiteres Blutbehandlungsverfahren zur Entfernung unerwünschter Substanzen aus dem Blut ist die therapeutische Apherese, bei der eine Trennung von Vollblut und Plasma vorgenommen wird.

Die bekannten Vorrichtungen zur Durchführung der genannten Blutbehandlungsverfahren weisen einen extrakorporalen Blutkreislauf und eine Blutbehandlungseinheit auf. Der extrakorporale Blutkreislauf umfasst eine arterielle Blutleitung, die dem Patienten entnommenes Blut einer Blutbehandlungseinheit zuführt und eine venöse Blutleitung, die behandeltes Blut von der Blutbehandlungseinheit wegführt.

Zu behandelndes Blut wird dem Patienten über einen Patientenzugang entnommen und behandeltes Blut wird darüber auch wieder an den Patienten zurückgegeben.

Bei der Dialyse ist die Blutbehandlungseinheit als Filtereinheit mit einer Blutkammer ausgebildet, die durch eine semipermeable Membran mit der Dialysierflüssigkeits- kammer verbunden ist. Die Dialysierflüssigkeitskammer ist mit dem Dialysierflüssig- keitssystem verbunden. Das Dialysierflüssigkeitssystem umfasst eine Dialysierflüssigkeitszuführleitung, die Frischdialysat zur Dialysierflüssigkeitskammer führt sowie eine von der Dialysierflüssigkeitskammer abgehende Dialysierflüssig- keitsabführleitung.

Zur Überwachung eines komplikationsfreien Verlaufs der Dialysebehandlung ist eine Dialysemaschine typischerweise mit einer Vielzahl von Sensoren ausgerüstet. So sind in der Dialysierflüssigkeitszuführleitung und in der Dialysierflüssigkeitsabführleitung jeweils Leitfähigkeitssensoren zur Messung der elektrischen Leitfähigkeit des Dialysats vorgesehen. Ein Vergleich der mit den beiden Sensoren gemessenen Leitfähigkeiten erlaubt einen Rückschluss auf die Reinigungsleistung (Clearance).

In dem extrakorporalen Blutkreislauf sind typischerweise Bluttemperatursensoren Blutdrucksensoren in der arteriellen sowie in der venösen Blutleitung vorgesehen.

Eine automatische Analyse der Sensorsignale beruht typischerweise auf der Überoder Unterschreitung von Schwell werten, die zur Überwachung der Sensorsignale eingestellt werden. Die Einstellung der Schwellwerte erfordert einen erfahrenen Bediener und ist häufig fehleranfällig.

Die Durchführung der Blutbehandlung durch das betreuende medizinische Personal beruht zu einem großen Teil auf festgelegten Routinen. Die Interpretation der komplexen Sensorsignale und deren Trendverläufe durch den Anwender kann eine Herausforderung für den Anwender darstellen, wenn es sich um eine untypische Situation handelt. Die Möglichkeit einer daraus resultierenden fehlerhaften Anwenderreaktion stellt ein Risiko für den Patienten dar.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, mindestens eines der angegebenen Probleme zu lösen und ein computergestütztes System anzugeben, dass eine zuverlässige Erkennung eines Betriebszustands oder eines Behandlungsverlaufs einer Blutbehandlung ermöglicht.

Zusammenfassung

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein durch ein Computersystem nach Anspruch 1 , ein Blutbehandlungssystem nach Anspruch 3, ein computerimplementiertes Verfahren nach Anspruch 10, ein Computerprogrammprodukt nach Anspruch 16, sowie ein Computerprogram nach Anspruch 17. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben .

Eine Ausführungsform betrifft ein Computersystem zur Erkennung eines Betriebszustandes oder eines Behandlungsverlaufs oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand einer Blutbehandlungsmaschine oder eines Behandlungsverlaufs einer Blutbehandlung. Beispiele für eine Blutbehandlungsmaschine sind eine Plasmapheresemaschine, eine Hämodialysemaschine, oder eine Hämofiltrationsmaschine.

Das Computersystem umfasst eine erste Schnittstelle, die angepasst ist, ein Betriebsparameterüberwachungssignal zu empfangen, wobei das Betriebsparameterüberwachungssignal ein zeitabhängiges Signal eines Sensors zur Überwachung eines Betriebsparameters der Blutbehandlungsmaschine oder ein von dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters abgeleitetes Signal darstellt.

Die Bildung eines abgeleiteten Signals kann umfassen, dass ein zeitlicher Ausschnitt oder ein Zeitfenster aus dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters ausgeschnitten wird, etwa durch eine Fensteroperation, insbesondere die Anwendung einer gewichteten Fensterfunktion. Die Bildung eines abgeleiteten Signals kann weiterhin umfassen, dass Merkmale aus dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters extrahiert werden oder dass das zeitabhängige Signal des Betriebsparameters einer Filteroperation unterzogen wird. Die Filteroperation kann linear oder nicht-linear sein. Beispiele für eine lineare Filteroperation sind eine Fouriertransformation oder eine Wavelettransformation.

Der Betriebsparameter kann etwa eine Blutflussrate, eine Bluttemperatur, einen Bluthämatokrit in einem extrakorporalen Blutkreislauf, eine Dialysattemperatur bei einer Hämodialyse, eine Leitfähigkeit des Dialysats bei einer Hämodialyse, einen Blutdruck in einem extrakorporalen Blutkreislauf, insbesondere einen arteriellen Blutdruck, einen venösen Blutdruck oder eine Kombination eines arteriellen und eines venösen Blutdrucks, oder die Leistungsaufnahme einer Aktors, insbesondere einer Blutpumpe umfassen. Ein Betriebsparameterüberwachungssignal im Sinne der vorliegenden Offenbarung kann durch Kombination von mehreren Betriebsparameterüberwachungssignalen gebildet werden. Das Computersystem umfasst weiterhin eine zweite Schnittstelle, die angepasst ist, ein Anwenderreaktionssignal zu empfangen, wobei ein Anwenderreaktionssignal ein Signal einer Anwendereingabe im Hinblick auf den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand einer mit der Blutbehandlungsmaschine durchgeführten Blutbehandlung darstellt. Die erste und zweite Schnittstelle können als eine Schnittstelle ausgeführt sein

Der Betriebszustand oder Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf können sich auf den Patienten, auf die Blutbehandlungsmaschine oder auf das System aus Patient und Blutbehandlungsmaschine beziehen. Beispiele sind eine Diskonnektion der venösen Nadel von dem Zugang des Patienten, ein Zusetzten der Dialysatormembran (Clotting), eine Rezirkulation des behandelten Blutes in dem arteriellen Teil des extrakorporalen Blutkreislaufs oder eine Blutdruckkrise.

Das Anwenderreaktionssignal kann eine übliche Anwenderreaktion im Rahmen einer Blutbehandlung umfassen, etwa das Anpassen einer Blutflussrate, oder der Ultrafiltrationsrate, die Einleitung der Gabe eines Elektrolyts oder dergleichen.

Die Anwendereaktion kann ein manuell ausgelöster Alarm oder ein manuell ausgelöster Behandlungsstopp sein.

Alternativ kann das Anwenderreaktionssignal den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand explizit angeben, etwa Feststellen einer Blutdruckkrise, Feststellen einer Nadeldislokation o.ä.

Die Anwenderreaktion kann während einer laufenden Behandlung oder aufgrund einer Auswertung historischer Behandlungsdaten, etwa eines historischen Betriebsparameterüberwachungssignals erfolgen. Die Anwenderreaktion kann durch einen Patienten, durch einen Behandler oder durch einen Experten erfolgen. Das Anwenderreaktionssignal kann mit einem Zeitstempel versehen sein, der den Zeitpunkt der Anwenderreaktion oder einer Anwendereingabe in Bezug auf den Behandlungsverlauf angibt,

Insoweit ein zeitlicher Ausschnitt oder Zeitfenster aus dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters ausgeschnitten werden, kann dieser zeitliche Ausschnitt oder das Zeitfenster so gewählt werden, dass der Zeitpunkt der Anwenderreaktion oder Anwendereingabe in dem Ausschnitt oder dem Zeitfenster oder benachbart dazu liegt.

Das Computersystem umfasst vorteilhaft eine Speichereinheit, welche konfiguriert ist, eine Mehrzahl von Anwenderreaktionssignalen und Betriebsparameterüber- wachungssignalen in Bezug zueinander zu speichern.

Das Computersystem umfasst weiterhin eine Auswerteeinheit, die angepasst ist, um Zuordnungs- oder Referenzdaten zu erzeugen, die eine Korrelation zwischen einer bestimmten Anwenderreaktion mit einem oder mehreren korrespondierenden Betriebsparameterüberwachungssignalen herstellen.

Die Zuordnungs- und Referenzdaten können in Form einer Funktion vorliegen, die eine Abbildung eines Betriebsparameterüberwachungssignals auf eine entsprechende Anwenderreaktion herstellt. Das korrespondierende Betriebsparamterüberwachungssignal kann ein typisches Betriebsparameterüberwachungssignal, das zu der bestimmten Anwendereaktion passt, darstellen. Das zugeordnete Betriebsparamterüberwachungssignal kann eine Vielzahl von Betriebsparamterüberwachungssignalen, die zu einer bestimmten Anwenderreaktion passen oder eine Mittelung aus einer Vielzahl von Betriebsparamterüberwachungssignalen, die zu einer bestimmten Anwenderreaktion passen, darstellen. Die Mittelung kann eine lineare oder eine nicht-lineare Mittelung sein. Das Erzeugen der Zuordnungs- und Referenzdaten kann unter Berücksichtigung eines maschinenspezifischen Parameters der Blutbehandlungsmaschine erfolgen, etwa in dem Sinne, dass eine Normierung unter Berücksichtigung des maschinenspezifischen Parameters stattfindet.

Das Erzeugen der Zuordnungs- oder Referenzdaten kann auf der Anwendung eines Lernalgorithmus beruhen, etwa auf der Anwendung eines neuronalen Netzes, bei der die Zuordnung zwischen einer bestimmten Anwenderreaktion und einem zugeordneten Betriebsparameterüberwachungssignal aus einer Vielzahl von Datentupeln gelernt wird. Ein Datentupel umfasst dabei jeweils eine bestimmte Anwenderreaktion und ein entsprechendes Betriebsparameterüberwachungssignal, das zur Zeit der Anwendereaktion aufgenommen wurde.

Die Auswerteeinheit ist weiterhin angepasst, ein bestimmtes Betriebsparameterüberwachungssignal, vorzugsweise ein momentan aufgenommenes Betriebsparameterüberwachungssignal einer laufenden Blutbehandlung, mit den Zuordnungs- oder Referenzdaten abzugleichen, um daraus einen Betriebszustand oder Behandlungsverlauf, oder eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine abzuleiten, insbesondere einen momentanen Betriebszustand oder Behandlungsverlauf, oder eine momentane Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand der Blutbehandlungsmaschine oder dem Behandlungsverlauf der laufenden Blutbehandlung, oder um eine typische Anwenderreaktion hierauf abzuleiten.

Das bestimmte Betriebsparameterüberwachungssignal und die entsprechende typische Anwenderreaktion können in der Art eines iterativen Lernprozesses zur Erzeugung weiterer und/oder verbesserter Zuordnungs- und Referenzdaten verwendet werden.

Der momentane Betriebszustand oder die momentane Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand kann mit einer typischen oder adäquaten Anwenderreaktion hierauf verknüpft sein, etwa wenn der momentane Betriebszustand ein Alarmzustand und die adäquate Nutzerreaktion eine Unterbrechung der Blutbehandlung ist.

Die Blutbehandlungsmaschine kann so konfiguriert sein, dass über eine Benutzerschnittstelle ein Vorschlag an den Anwender ausgegeben wird, die typische oder adäquate Anwenderreaktion vorzunehmen.

Die Blutbehandlungsmaschine kann weiterhin so konfiguriert sein, dass eine der typischen oder adäquaten Benutzerreaktion entsprechende Anpassung der Betriebsparameter, etwa eine Reduktion der Blutflussrate oder eine Behandlungsunterbrechung automatisch vorgenommen werden.

Eine Ausführungsform betrifft computerimplementiertes Verfahren zur Erkennung eines Betriebszustandes einer Blutbehandlungsmaschine oder eines Behandlungsverlaufs einer mit der Blutbehandlungsmaschine durchgeführten Blutbehandlung oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf. Das computerimplementierte Verfahren umfasst folgende Schritte: Empfangen eines Betriebsparameterüberwachungssignals, wobei das Betriebsparameterüberwachungssignal ein zeitabhängiges Signal eines Sensors zur Überwachung eines Betriebsparameters der Blutbehandlungsmaschine oder ein von dem zeitabhängigen Signal des Betriebsparameters abgeleitetes Signal darstellt,

Empfangen eines Anwenderreaktionssignals, wobei das Anwenderreaktionssignal ein Signal einer Anwendereingabe im Hinblick auf den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf darstellt, abspeichern einer Mehrzahl von Anwenderreaktionssignalen und Betriebsparameterüberwachungssignalen in Bezug zueinander, Erzeugen von Zuordnungs- oder Referenzdaten, die eine Zuordnung oder Korrelation einer bestimmten Anwenderreaktion mit einem zugeordneten Betriebsparameterüberwachungssignal herstellen, Speichern der Zuordnungs- oder Referenzdaten,

Empfangen eines bestimmten Betriebsparameterüberwachungssignals zu einem bestimmten Zeitpunkt während der Blutbehandlung, und Vergleichen des bestimmten Betriebsparameterüberwachungssignals mit den Zuordnungs- oder Referenzdaten, um daraus einen momentanen Betriebszustand oder Behandlungsverlauf, oder eine momentane Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf zu dem bestimmten Zeitpunkt oder eine typische Anwenderreaktion hierauf abzuleiten.

Auf das computerimplementierte Verfahren können dieselben Modifikationen angewendet werden wie auf das beschriebene Computersystem.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Figur 1 zeigt ein Dialysesystem mit einer Hämodialysemaschine in einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Lehre.

Figur 2 zeigt ein Blutbehandlungssystem in einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Lehre.

Figur 3 zeigt ein Ablaufdiagram eines computerimplementierten Verfahrens in einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Lehre. Figur 4 zeigt die Zuordnung zwischen Anwendereingabe und Signalmuster am Beispiel eines venösen und eines arteriellen Druckmusters. Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen

Figur 1 zeigt ein Dialysesystem mit 200 mit einer Dialysemaschine 100 und einer zentralen Überwachungseinheit 40.

Die Dialysemaschine 20 weist eine Blutbehandlungseinheit 2 (Dialysator) mit einer Dialysierflüssigkeitskammer 4 in einem Dialysierflüssigkeitskreislauf 22 auf, die durch eine semipermeable Membran 5 von einer Blutkammer 3 in einem Blutkreislauf getrennt ist.

Aufbereitete Dialysierflussigkeit wird von einer Dialysierflüssigkeitsquelle 16 bereitgestellt und von einer Dialysierflussigkeitspunnpe 17 über die Dialysierflüssigkeitszuführleitung 15 in die Dialysierflüssigkeitskammer 4 befördert. Verbrauchte Dialysierflüssigkeit wird von der Dialysierflüssigkeitspumpe 13 über die Dialysierflüssigkeitsabführleitung 1 1 von der Dialysierflüssigkeitskammer 4 weg und einem Abfluss 12 zugeführt. In einer alternativen Ausführungsform, kann die verbrauchte Dialyierflüssigkeit auch aufbereitet werden.

In der Dialysierflüssigkeitskammer 4 nimmt die Dialysierflüssigkeit die harnpflichtigen Substanzen auf, die über die Dialysatormembran 5 von dem in der Blutkammer 3 befindlichen Blut in die Dialysierflüssigkeit übergehen.

Eine Bilanziereinheit 14 sorgt für die Bilanzierung zwischen frischer und verbrauchter Dialysierflüssigkeit. Zur Bilanzierung können Flussensoren, Waagen oder Bilanzkammern eingesetzt werden. Im letztgenannten Fall kann die Bereitstellung einer zweiten Dialysierflüssigkeitspumpe entbehrlich sein.

In der dargestellten optionalen Ausführung einer Hämodiafltrationsmaschine ist zusätzlich eine Substituatleitung 18 vorgesehen, über die mit einer Substituatpumpe 19 geförderte gefilterte Dialysierflüssigkeit als Substituat dem zu behandelnden Blut zugegeben wird. Der hierzu erforderliche Filter ist zur Vereinfachung der Darstellung nicht gezeigt. Die Zugabe der Substitutionsflüssigkeit kann wie gezeigt stromab des Dialysators erfolgen (Postdilution) oder stromauf des Dialysators (Pradilution). Eine Kombination dieser Verfahren ist möglich.

Das zu behandelnde Blut wird dem Patienten 7 über einen Patientenzugang entnommen und von der Blutpumpe 23 über die arterielle Blutleitung 8 des extrakorporalen Blutkreislaufs 6 der Blutkammer 3 des Dialysators 2 zugeführt, dort von unerwünschten Blutinhaltsstoffen gereinigt, und über die venöse Blutleitung 9 dem Patienten 7 zurückgegeben. Zur Überwachung der Blutbehandlung weist die Dialysemaschine 100 verschiedene Sensoren auf. So kann im Dialysierflüssigkeitskreislauf ein Leitfähigkeitssensor 25 in der Dialyserflüssigkeitszuführleitung vorgesehen sein, um die Leitfähigkeit im Frischdialysat zu bestimmen. Ein Leitfähigkeitssensor 24 in der Dialysierflüssigkeitsabführleitung kann vorgesehen sein, um die Leitfähigkeit im verbrauchten Dialysat zu bestimmen. Das Signal des Leitfähigkeitssensors 24 und das Signal des Leitfähigkeitssensors 25 oder eine Kombination des Signals des Leitfähigkeitssensors 24 und 25 bilden jeweils ein Betriebsparameterüber- wachungssignal. Ein Betriebsparameterüberwachungssignal, das auf der Messung der Signale des Leitfähigkeitssensors 24 und 25 in Kombination beruht, ist die Dialysance. Den Hintergrund dazu liefert die Überwachung der Blutreinigungsleistung oder Clearance, die bei der Überwachung der extrakorporalen Blutbehandlung von Bedeutung ist. Die Clearance K ist definiert, als der Anteil des Blutflusses durch die Blutkammer, die vollständig von Toxinen, insbesondere Urea, gereinigt wird. In der Praxis wird an Stelle der Clearance die Dialysance bestimmt, bei der die Durchgängigkeit der Filtermembran für in der Dialysierflüssigkeit enthaltenen Elektrolyte gemessen wird. Dazu wird die Konzentration eines oder mehrerer Elektrolyte in der Dialysierflüssigkeit im Dialysierflüssigkeitskreislauf stromauf der Dialysierflüssigkeitskammer 4 mit Hilfe eines Boluserzeugungsmittels (nicht gezeigt) verändert und die daraus resultierende Änderung der Konzentration stromab der Dialysierflüssigkeitskammer bestimmt. Die geänderte Konzentration der einen oder mehreren Elektrolyte stromauf sowie stromab der Dialysierflüssigkeitskammer beeinflusst die Leitfähigkeit der Dialysierflüssigkeit und wird mit den Leitfähigkeitssensoren 25 stromauf und 24 stromab der Dialysierflüssigkeitskammer 4 gemessen. Ein solches Verfahren zur Bestimmung der Clearance während der laufenden Behandlung wird als online Clearance Monitoring bezeichnet und ist in dem europäischen Patent EP 0 91 1 043 der Anmelderin offenbart, deren Offenbarung vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung einbezogen wird. Ein kommerzielles Verfahren, das auf diesem Prinzip beruht, wird von der Firma Fresenius Medical Care Deutschland GmbH unter der Bezeichnung OCM (Online Clearance Monitor) vertrieben.

Als Sensoren im extrakorporalen Blutkreislauf 6 können in der arteriellen Blutleitung 8 ein arterieller Drucksensor 27 und ein arterieller Temperatursensor 10 und in der venösen Blutleitung 9 ein venöser Drucksensor 26 sowie ein venöser Temperatursensor 21 , vorgesehen sein. Von der Blutpumpe 23 wird ein Leistungsaufnahmesignal bereitgestellt. Das Signal des venösen Drucksensors 26, das Signal des arteriellen Drucksensors 27, das Signal des venösen Temperatursensors 21 , das Signal des arteriellen Temperatursensors 10, sowie das Leistungsaufnahmesignal der Blutpumpe 23 sind jeweils zeitabhängig und bilden jeweils ein Betriebsparamterüberwachungssignal. Zusätzlich kann in der arteriellen und/oder der venösen Blutleitung ein Hämatokritsensor (nicht dargestellt) vorgesehen sein, der jeweils ein Betriebsparameterüberwachungssignal bereitstellt.

Betriebsparameterüberwachungssignale werden während einer laufenden Behandlung an die zentrale Verarbeitungseinheit 20 übertragen und dort aufgezeichnet und nach Beendigung der Behandlung an die zentrale Überwachungseinheit 40 übertragen. Alternativ werden Betriebsparameterüberwachungs- signale kontinuierlich während der laufenden Behandlung an die zentrale Überwachungseinheit 40 übertragen. Die zentrale Überwachungseinheit 40 kann eine Datenbank umfassen.

Die Dialysemaschine 100 weist weiterhin eine Eingabeeinheit 30 auf, mit deren Hilfe eine Anwendereingabe vornehmen werden kann betreffend die Blutbehandlung oder deren Ablauf, oder einer Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betrieb der Dialysemaschine. Die Anwenderreaktion kann eine übliche Anwendereingabe im Rahmen der laufenden Blutbehandlung, die Auslösung eines Alarms oder Behandlungsstopps oder die Angabe der Ursache eines Alarms betreffen. Die Anwendereingabe wird an die zentrale Verarbeitungseinheit 20 weitergegeben und dort weiterverarbeitet. Während der laufenden Behandlung oder nach deren Beendigung wird ein die Anwendereingabe enthaltendes Signal an die zentrale Überwachungseinheit übertragen. In der zentralen Überwachungseinheit werden die Anwendereingabe und das entsprechende zugeordnete Betriebsparameterüberwachungssignal gespeichert und entsprechend der im Zusammenhang mit Figur 3 beschriebenen Datenakquisitions- oder Lernphase 4001 und/oder der Überwachungsphase 4002 verwendet.

Figur 2 zeigt schematisch ein Blutbehandlungssystem gemäß der vorliegenden Lehre.

Das Blutbehandlungssystem 300 weist eine Vielzahl von Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n auf, deren Betriebsparameter laufend überwacht werden.

Die Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n verfügen jeweils über mindestens einen Sensor 21 1 zur Überwachung eines Betriebsparameters der Blutbehandlung und zur Erzeugung eines zeitabhängigen Sensorsignals oder eines von diesem abgeleiteten Signals.

Weiterhin verfügen die Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n jeweils über mindestens eine Ein-/Ausgabeeinheit 212, die angepasst eine Anwendereingabe im Hinblick auf den Betriebszustand oder den Behandlungsverlauf oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand einer mit der Blutbehandlungsmaschine durchgeführten Blutbehandlung vorzunehmen. Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n verfügen weiterhin jeweils über eine Schnittstelle 213 zur Kommunikation mit der Zentraleinheit 301 und zur Übertragung von Anwendereingaben und Sensorsignalen an die Zentraleinheit 301 .

Die Zentraleinheit 301 verfügt über eine Schnittstelle 312 zur Kommunikation mit den Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n und zum Empfangen von Anwendereingaben und Sensorsignalen von den Blutbehandlungsmaschinen. Die Zentraleinheit 301 kann als Einzelsystem oder als verteiltes System implementiert sein. Die Zentraleinheit kann Teil einer Client-/Server Architektur sein und/oder als Teil eines Cloudnetzwerks ausgeführt sein. Die Zentraleinheit 301 verfügt über eine Speichereinheit 31 1 , welche konfiguriert ist, eine Mehrzahl von Anwenderreaktionssignalen und Betriebsparameterüberwachungssignalen in Bezug zu einander zu speichern, und über eine Auswerteeinheit 313, die angepasst ist, um Zuordnungs- oder Referenzdaten zu erzeugen, die eine Korrelation einer bestimmten Anwenderreaktion mit einem zugeordneten

Betriebsparameterüberwachungssignal herstellen. Die Speichereinheit ist weiterhin angepasst, die Zuordnungs- und Referenzdaten zu speichern. Die Speichereinheit 31 1 kann als Datenbank ausgeführt sein. Die Auswerteeinheit 313 hat Zugriff auf die in der Speichereinheit 31 1 gespeicherten Zuordnungs- und Referenzdaten.

Die Auswerteeinheit 313 ist weiterhin angepasst, ein bestimmtes Betriebsparameterüberwachungssignal, das zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer der Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n während der Blutbehandlung aufgenommen wurde von einer der Blutbehandlungsmaschinen, hier der Blutbehandlungsmaschine 202, zu empfangen und mit den Zuordnungs- oder Referenzdaten abzugleichen, um daraus einen Betriebszustand, einen Behandlungsverlauf, oder eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf zu dem bestimmten Zeitpunkt oder eine geeignete Anwenderreaktion darauf abzuleiten. Die Zentraleineinheit 301 ist angepasst an einen Betriebszustand, den Behandlungsverlauf, oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf zu dem bestimmten Zeitpunkt oder die geeignete Anwenderreaktion an die entsprechende der Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n, hier an die

Blutbehandlungsmaschine 202, zurückzugeben.

Die Blutbehandlungsmaschine 202 ist angepasst, geeignet auf den Betriebszustand, den Behandlungsverlauf, oder die Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf zu dem bestimmten Zeitpunkt die geeignete Anwenderreaktion zu reagieren.

Dazu verfügt die Blutbehandlungsmaschine 202 über eine Ausgabeeinheit 221 zur Ausgabe eines Alarms als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion.

Weiterhin verfügt die Blutbehandlungsmaschine 202 über eine Steuereinheit 223 zum Ansteuern der Blutbehandlungsmaschine als Antwort auf die abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine oder die typische Anwenderreaktion. In einer Ausführungsform ist die Steuereinheit angepasst, als Antwort auf die Abweichung eine Unterbrechung der Blutbehandlung einzuleiten. Figur 3 ist ein Ablaufdiagram eines offenbarungsgemäßen computerimplementierten Verfahrens 4000 zur Bestimmung eines Betriebszustands einer Blutbehandlungsmaschine, eines Behandlungsverlaufs einer Blutbehandlung oder der Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf bei einer Blutbehandlung oder einer geeigneten Anwenderreaktion hierauf.

Die einzelnen Schritte des computerimplementierten Verfahrens können von den Komponenten des Dialysesystems 200 (vergleiche Fig. 1 ) oder von den Komponenten des Blutbehandlungssystems 300 (vergleiche Fig. 2) ausgeführt werden.

Das computerimplennentierte Verfahren 4000 umfasst eine Datenakquisitions- oder Lernphase 4001 sowie eine Überwachungsphase 4002.

Während der Durchführung einer Blutbehandlung mit einer Blutbehandlungsmaschine 201 , ... 20n, insbesondere einer Dialysebehandlung mit einer Dialysemaschine 100, wird mindestens ein Betriebsparameter der Blutbehandlungsmaschine kontinuierlich überwacht 401 a und sein zeitabhängiger Verlauf eines Messignals des überwachten Betriebsparameters wird als Betriebsparameterüberwachungssignal 401 b gespeichert. Das zeitabhängige Messsignal des überwachten Betriebsparameters kann ein zeitabhängiges Signal eines Sensors der Blutbehandlungsmaschine, etwa ein Leitfähigkeitssignal des Frischdialysats, ein Leitfähigkeitssignal des verbrauchten Dialysats, ein Temperatursignal der arteriellen oder venösen Bluttemperatur, ein Drucksignal des arteriellen oder venösen Temperatursensors oder ein Leistungsaufnahmesignal der Blutpumpe oder ein anderes zeitabhängiges Messsignal eines Betriebsparameters sein.

Im Hinblick auf den Behandlungsverlauf, oder auf eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf oder Betriebszustand während der Blutbehandlung erfolgt eine Anwendereingabe 402. Die Anwendereingabe 402 kann eine Reaktion des Anwenders auf eine festgestellte Situation im Rahmen einer laufenden Blutbehandlung darstellen, etwa die Reduzierung der Blutflussrate, in Folge eines zunehmenden arteriellen Drucks, den der Anwender festgestellt hat. Andere Beispiele sind die Reduzierung der Ultrafiltrationsrate oder die Einleitung der Gabe eines Elektrolyts wegen einer festgestellten Blutdruckkrise.

Die Anwendereingabe 402 kann einen manuell ausgelösten Alarm oder einen manuell ausgelösten Behandlungsstopp umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann ein automatisch generierter Alarm oder ein manuell ausgelöster Alarm mit einer Aufforderung an den Anwender verbunden sein, eine Ursache für den Alarm anzugeben. So kann dem Anwender vorteilhaft eine Auswahlmöglichkeit unter verschiedenen möglichen Ursachen für den aufgetretenen Alarm angeboten werden, etwa in Form eines Drop-down Menüs. Die Anwendereingabe 402 umfasst in diesem Fall die Angabe der Ursache für den Alarm. Die Anwendereingabe kann durch einen Behandler oder durch den behandelten Patienten erfolgen. In einer Ausführungsform wird die Anwendereingabe durch einen Zeitstempel ergänzt, der den Zeitpunkt der Anwendereingabe in Bezug auf den Behandlungsverlauf angibt, etwa die Zeit, die seit Beginn der Blutbehandlung vergangen ist.

Nach dem Erreichen des Behandlungsendes werden das aufgezeichnete Sensor- Signal zusammen mit einer oder mehreren während der Blutbehandlung vorgenommenen Anwendereingaben von der Blutbehandlungsmaschine an eine zentrale Überwachungseinheit übertragen 403. Vor dem Übertragen an die zentrale Recheneinheit kann das Sensorsignal einer Signalverarbeitung 401 c und/oder einer Merkmalsextraktion 401 d unterzogen werden. Die Signalverarbeitung kann eine Trendanalyse des Sensorsignals umfassen, etwa die Analyse eines Langzeittrends. In einer Ausführungsform umfasst die Signalverarbeitung 401 c eine Fensteroperation im Bereich des Zeitpunkts der Benutzereingaben, um einen Signalausschnitt zu erzeugen (Windowing), oder die Anwendung eines linearen oder nicht-linearen Filters umfassen. Beispiele für eine lineare Operation sind eine Fouriertransformation des Signalausschnitts, oder eine Waveletttransformation. In einer alternativen Ausführungsform können Signalverarbeitung 401 c und/oder Merkmalsextraktion 401 d auf der Seite der zentralen Überwachungseinheit erfolgen. In einer weiteren alternativen Ausführungsform erfolgt die Übertragung 403 des Senorsignals an den zentralen Überwachungseinheit kontinuierlich während der laufenden Blutbehandlung. In der zentralen Auswerteeinheit erfolgt eine Erzeugung 41 1 von Zuordnungs- und Referenzdaten, die eine Zuordnung oder Korrelation zwischen jeweils einer bestimmten Anwendereingabe und dem entsprechenden Sensorsignal herstellen. Vorteilhaft wird dabei die Abfolge der Schritte 401 a bis 41 1 als Datenakquistions- oder Lernphase 4001 zur Erzeugung der Zuordnungs- und Referenzdaten für eine Vielzahl von Behandlungen, vorzugsweise unter Verwendung einer Vielzahl von Blutbehandlungsmaschinen 201 , 20n durchlaufen. Bei dem Schritt der Erzeugung 41 1 der Zuordnungs- und Referenzdaten kann die Zuordnung von zwischen Anwendereingabe und Sensorsignal in der Form einer Lernphase eines Lernalgorithmus, vorzugsweise eines neuronalen Netzes erfolgen. Vereinfacht ausgedrückt stellen die Zuordnungs- oder Referenzdaten eine Zuordnung zwischen einer bestimmten Anwendereingabe und einem dieser Anwendereingabe entsprechenden typischen Signalverlauf eines bestimmten Betriebsparameters (Signalmuster) her. Z.B. es stellt sich heraus, dass bei einer Dislokation der venösen Nadel der Signalverlauf des arteriellen Blutdrucks und der Signalverlauf des venösen Blutdrucks ein charakteristisches Muster aufweisen. In diesem Fall stellen die Zuordnungs- und Referenzdaten eine Zuordnung zwischen diesem charakteristischen Signalmuster und der von dem Anwender festgestellten Abweichung von dem komplikationsfreien Behandlungsverlauf in Form einer Anwendereingabe her. Die Zuordnung kann so erfolgen, dass dem Behandlungsverlauf eine bestimmte Ursache zugeordnet wird, oder eine adäquate Anwenderreaktion hierauf, also im Falle der Dislokation der venösen Nadel, die Einleitung eines sofortigen Behandlungsstopps.

In einer Ausführungsform umfassen die Zuordnungs- oder Referenzdaten zu einer bestimmten Anwendereingabe, eine Vielzahl von zugeordneten Signalmustern, zusammen mit der Angabe einer Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Signalmuster auftritt, oder eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über verschiedene zugeordnete Signalmuster. In einer alternativen Ausführungsform umfassen die Zuordnungs- und Referenzdaten zu einem bestimmten Signalmuster eine Vielzahl von Anwenderreaktionen, vorzugsweise verbunden mit einer

Wahrscheinlichkeitsverteilung über die Anwenderreaktionen, wobei die Anwenderreaktion, für die die größte Wahrscheinlichkeit angegeben wurde, vorzugsweise als die adäquateste Anwenderreaktion gekennzeichnet ist.

In einer alternativen Ausgestaltung erfolgt die Anwendereingabe nicht oder nicht ausschließlich online während der Blutbehandlung, sondern es werden die aufgezeichneten Sensordaten offline durch einen Experten im Hinblick darauf untersucht, eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf zu erkennen, und/oder eine Ursache für diese Abweichung oder eine adäquate Reaktion hierauf anzugeben. Diese Angabe der Ursache für die Abweichung oder die Reaktion darauf stellt in dieser Ausführungsform die Anwendereingabe dar, die wiederum mit dem Sensorsignal zugeordnet und/oder mit diesem korreliert wird, um Zuordnungs- oder Referenzdaten zu erzeugen, wie oben beschrieben. In einer Ausführungsform kann bei der Erzeugung der Zuordnungs- und Referenzdaten einer Anwendereingabe durch einen Experten ein unterschiedlich starkes Gewicht gegeben werden, in Abhängigkeit von einer Erfahrungsstufe des Experten.

Die Zuordnungs- und Referenzdaten können in einer nachfolgenden Überwachungsphase 4002 verwendet werden, um eine laufende Blutbehandlung zu überwachen. Für die zu überwachende Blutbehandlung werden Sensordaten eines Betriebsparameters kontinuierlich aufgenommen 421 und an die zentrale Überwachungseinheit 40, 301 übertragen 422 und dort empfangen. In der zentralen Überwachungseinheit erfolgt ein Vergleich 412 der übertragenen Sensordaten oder eines Ausschnitts daraus mit den Zuordnungs- und Referenzdaten. Wird eine Ähnlichkeit oder eine Korrelation des Musters des übertragenen Sensorsignals oder eines Ausschnitts daraus mit einem typischen Signalmuster, das in den Zuordnungoder Referenzdaten enthalten ist, festgestellt, so wird davon die zugeordnete Anwendereingabe abgeleitet. In einer Ausführungsform wird eine Korrelation zwischen einem übertragenen Sensorsignal und einem typischen Signalmuster in der Art festgestellt, dass mit dem typischen Signalmuster eine höchste Korrelation verglichen mit anderen in der zentralen Überwachungseinheit abgelegten Signalmustern besteht. Auf diese Weise kann eine Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Behandlungsverlauf festgestellt werden, und/oder eine Ursache hierfür oder eine adäquate Anwenderreaktion hierauf festgestellt werden. Die festgestellte Anwendereingabe oder eine davon abgeleitete Abweichung von einem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf der Blutbehandlungsmaschine wird an die Blutbehandlungsmaschine übertragen 423. Die Blutbehandlungsmaschine kann auf die übertragene Anwendereingabe oder den abgeleitete Abweichung von dem idealen oder komplikationsfreien Betriebszustand oder Behandlungsverlauf geeignet reagieren 424. So kann die Blutbehandlungsmaschine, einen Alarm ausgeben, einen Behandlungsstopp oder eine Anpassung von Behandlungsparametern durchführen, entsprechend der festgestellten Anwendereingabe.

Figur 4 zeigt die Zuordnung zwischen einer Anwendereingabe und einem Signalmuster am Beispiel eines venösen und eines arteriellen Druckmusters zum Zeitpunkt einer venösen Nadeldislokation bei einer Blutbehandlung mit einer Blutbehandlungsmaschine 100, wie sie im Zusammenhang mit der Figur 4 beschrieben ist.

Der zeitabhängige Verlauf des Signals des venösen Drucksensors 26 ist mit 501 , der zeitabhängige Verlauf des Signals des arteriellen Drucksensors 27 ist mit 502 gekennzeichnet. Zwischen dem Zeitpunkt T1 und dem Zeitpunkt T2 kommt es zu einer Dislokation der venösen Nadel. Zum Zeitpunkt TO erfolgt eine Anwendereingabe, etwa die Einleitung eines Behandlungsstopps und/oder die Auslösung eines Alarms, vorteilhaft verbunden mit der Angabe einer entsprechenden Ursache für den Alarm.

Entsprechend der Anwendereingabe zum Zeitpunkt TO wird zwischen den Zeitpunkten T1 und T2 jeweils ein Ausschnitt aus dem venösen Drucksignal und aus dem arteriellen Drucksignal gebildet (windowing). Die Signalausschnitte des venösen Drucksignals und des arteriellen Drucksignals bilden zusammen mit der Anwendereingabe ein Zuordnungs- oder Referenzdatum im Sinne der vorliegenden Offenbarung.