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Title:
SYSTEM FOR PRODUCING STEEL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2001/064962
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for producing steel. The inventive device comprises a container (1, 101, 201). The metal used is molten, blown and refined in said container which comprises an upper component (5, 205) having at least one opening, a lower component (2, 202) and means for tapping the melt and slag from the container. Electrodes (21) can be charged into the container through said opening. The aim of the invention is to improve said device in such a way that said device can be constructed in a more simple manner in comparison with known devices. A bottom tapping system is provided for tapping the melt and optionally the slag.

Inventors:
Kühne, Klaus-jürgen (Kleiner Feldweg 36 Hünxe, 46569, DE)
Application Number:
PCT/EP2001/002105
Publication Date:
September 07, 2001
Filing Date:
February 24, 2001
Export Citation:
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Assignee:
SMS DEMAG AKTIENGESELLSCHAFT (Eduard-Schloemann-Strasse 4 Düsseldorf, 40237, DE)
Kühne, Klaus-jürgen (Kleiner Feldweg 36 Hünxe, 46569, DE)
International Classes:
C21C5/00; C21C5/42; C21C5/46; C21C5/50; C21C5/52; F27B3/06; F27B3/24; F27D1/18; F27B3/12; F27B3/19; (IPC1-7): C21C5/00; C21C5/42; C21C5/52; C21C7/068; F27B3/06
Domestic Patent References:
WO1997018050A1
Foreign References:
DE9304662U1
DE4445209A1
EP0732411A1
DE4006281A1
DE2921702A1
US2268918A
DE19728102A1
Attorney, Agent or Firm:
Valentin, Ekkehard (Valentin, Gihske, Grosse Hammerstrasse 2 Siegen, 57072, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Anlage zur Herstellung von Stahl, umfassend ein Gefäß (1 ; 101 ; 201 ; 1'), in dem der metallische Einsatz sowohl geschmolzen als auch gefrischt und gefeint wird, mit einem Gefäßoberteil (5,205) mit mindestens einer Öffnung, durch die hindurch mindestens eine Elektrode (21) in das Gefäß einfahrbar ist, und mit einem Gefäßunterteil (2,202) mit Gefäßboden (3 ; 203), sowie Mittel zum Abstechen der Schmelze und Schlacke aus dem Gefäß, gekennzeichnet durch ein Bodenabstichsystem (10,11) zum Abstechen der Schmelze und ge gebenenfalls der Schlacke.
2. Anlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Kippsystem mit einem einoder mehrteiligen Rahmen (123 ; 223), der in Höhe des Gefäßbodens (3 ; 203) angeordnet ist und auf dem das Ge fäß (101 ; 201) absetzbar ist, wobei der Gefäßboden (3 ; 203) darin ein taucht.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gefäßunterteil (2) seitlich versetzte Wandungsbereiche (4) oberhalb des Gefäßbodens (3) aufweist zur Bildung von stabilen Absetz flächen (15) des Gefäßes, die zur Auflage auf Absetzstützen (16) kom men, die auf einer stationären Ofenbühne (17), dem Fundament oder dem Kipprahmen (23) angeordnet sind.
4. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gefäßunterteil (202) seitlich verstärkte Gefäßbodenbereiche aufweist zur Ausbildung von Absetzflächen (215), die zur Auflage auf dem Kipprahmen (223) kommen.
5. Anlage nach den Ansprüchen 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Kippsystem mindestens ein Kippelement (124 ; 224) aufweist, das einseitig mittels einer Hubbewegung auf den Rahmen (123 ; 223) derart wirkt, daß der Rahmen und somit das Gefäß in eine Kippbewe gung versetzt werden, sowie mit mindestens einem Lagerelement (125) zum Auffangen der Kippbewegung des Gefäßes.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Boden (3) des Gefäßunterteils (2) eingebrachte Öffnung (10) des Bodenabstichsystems zur vertikalen Mittenachse des Gefäßes entweder zentrisch oder exzentrisch angeordnet ist.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenabstichsystem ein Verschlußelement (11) umfaßt, wel ches nach dem Abstich die Abstichöffnung von außen verschließt, sowie eine Einfüllvorrichtung zum Befüllen der Abstichöffnung mit einem Füllmaterial (12).
8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch ein Schlackenabstichsystem mit einer verfahrbaren Schlackentür (228) in der Seitenwandung des Gefäßunterteils (202), wobei zum Schlackenab stich das Gefäß (201) mittels des Kippsystems verschwenkt ist.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine Heizeinrichtung (30,31) zum Verschwenken der Elektroden (21) durch die in das Gefäßoberteil eingebrachte Öffnung, wobei die Heizein richtung auf einer Ofenbühne (17) oder einem Fundament fest angeord net ist und die Öffnung im Verhältnis zum Umfang der Elektroden derart aufgeweitet ist, daß diese bei der Kippbewegung des Gefäßes nicht an die Öffnungswandung anstoßen.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ; dadurch gekennzeichnet, daß das Gefäß als Festgefäß nicht lösbar oder als Wechselgefäß lösbar auf dem Fundament, der Ofenbühne (17) oder dem Kipprahmen (123 ; 223) angeordnet ist.
11. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch ein Gefäß, in dem nacheinander die Prozesse des Aufschmelzens (Schmelzphase) und des Frischens und Feinens (Konverterphase) statt finden, wobei das Gefäß (1,101 ; 201) von unten nach oben aufweist : das Gefäßunterteil (2,202) mit einem Gefäßboden (3 ; 203) sowie eine sich daran anschließende bauchig ausgebildete Seitenwandung (4), das Gefäßoberteil (5,205) mit einer schwenkbaren Konverterhaube (7) oder einem schwenkbaren Ofendeckel (6) mit darin eingebrachtem Herz stück (20) aus Feuerfestmaterial mit der Elektrodenöffnung, wobei die Konverterhaube (7) und der Ofendeckel (6) das Gefäß wechselweise in Abhängigkeit der Schmelzoder Konverterphase bedecken, sowie ein in das Gefäßunterteil eingebrachtes Düsenblassystem (13) zum Einbringen von Prozeßgasen.
12. Doppelofenanlage mit zwei benachbart zueinander angeordneten und wechselseitig jeweils in der Schmelzoder Konverterphase betriebenen Anlagen nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
Description:
Anlage zur Herstellung von Stahl Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Stahl, welche ein Gefäß, in dem der metallische Einsatz sowohl geschmolzen, gefrischt und gefeint wird, mit einem Gefäßoberteil mit mindestens einer Öffnung, durch die hindurch min- destens eine Elektrode in das Gefäß einfahrbar sind, sowie mit einem Ge- fäßunterteil mit Gefäßboden umfaßt sowie Mittel zum Abstechen der Schmelze und Schlacke aus dem Gefäß.

Üblicherweise findet zur Herstellung von Stähien, insbesondere Edelstählen, wie chromhaltigen rost-, säure-und hitzebeständige Stähle, ein Aufschmelzen der Einsatzstoffe im Elektrolichtbogenofen mit sich anschließendem Frischen in einem separaten Konverter statt. Hierbei dient der Lichtbogenofen als Vor- schmelzaggregat, der eigentliche Prozeß des Frischens bzw. Feinens zur Her- stellung der gewünschten Stahlqualität erfolgt in dem Konverter.

Aus der DE 197 28 102 A1 ist bekannt, diese beiden Prozesse, d. h. Schmelz- und Frischprozeß, in einem einzigen Gefäß durchzuführen. Ein hierfür geeig- netes Gefäß ist mit einem bauchigen Gefäßmittel-und-unterteil ausgerüstet, welches-wie bei den bekannten Konverteranlagen üblich-in einem Tragring drehbar gelagert ist. Der Abstich von Schmelze und Schlacke erfolgt durch Drehen des Gefäßes über die Mittelpunktachse und mittels Abstichstutzen oder Abstichlöchern in der verschwenkten Position in die auf Hallenflurniveau befind- lichen Stahigießpfanne.

Ein derartiger Tragring, dessen Lagerung sowie die notwendige Anlage zum Kippen des Gefäßes mittels des Tragrings sind in ihrer Gestaltung und Montage aufwendig und erfordern umfangreiche Antriebs-und Steuerungsmittel. Zudem setzt ein solches Gefäß mit Tragring in sicheres Fundament oder sichere Ofen- bühne voraus, die entsprechend platz-und kraftaufwendig konstruiert sein müssen.

Ausgehend von einem derartigen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Anlage bei Beibehaltung der kombi- nierten Schmelz-und Frischfunktion hinsichtlich ihrer baulichen Ausführung zu vereinfachen.

Diese Aufgabe wird durch die Anlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 ge- löst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen offenbart.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, anstelle des bekannten Abstichsystems, wobei das Gefäß, das mit Abstichstutzen versehen ist, von einem Tragring auf- genommen und zum Abstechen von Schlacke und Schmelze um seine Achse verschwenkt wird, ein Bodenabstichsystem vorzusehen zum Abstechen der Schmelze und gegebenenfalls der Schlacke-in ein unterhalb des Gefäßes an- geordneten Auffangbehälter in nichtverschwenkter Grundposition des Gefäßes.

Um gleichzeitig nicht gänzlich auf eine Kippbewegung verzichten zu müssen, die insbesondere als Schaukel-bzw. Wippbewegung des Schmelzbades mit kleinen Kippwinkeln um die Grundposition, vorzugsweise kleiner als 50, zum Ende des Schmeizvorgangs erwünscht ist, wird vorgeschlagen, daß die Anlage ein Kippsystem aufweist mit einem ein-oder mehrteiligen Kipprahmen, der in Höhe des Gefäßbodens des Gefäßes angeordnet ist und auf dem das Gefäß absetzbar ist, indem der Gefäßboden darin eintaucht.

Das Kippsystem ist mit einem Kippelement versehen, das einseitig-vorzugs- weise mittels einer Hubbewegung-auf den Rahmen derart wirkt, daß der Rah- men und somit das Gefäß in eine Kippbewegung versetzt werden, sowie mit mindestens einem-dem Kippelement gegenüberliegenden-Lagerelement zum Auffangen der Kippbewegung des Gefäßes. Das Lagerelement ist entweder ein-oder mehrteilig ausgebildet.

Insgesamt kann aufgrund des vorgeschlagenen Bodenabstichsystems auf die herkömmliche-aufwendige-Kippvorrichtung mit Tragring, der das bauchige Mittelstück des Schmelz-und Frischgefäßes umfaßt, mit den hierzu erforderli- chen Antriebs-und Steuermitteln verzichtet werden. Es wird ein Gefäß mit ins- gesamt baulich vereinfachter Gestaltung und somit geringerem Montageauf- wand erreicht. Wegen Verzichts auf den Tragring werden auch die Anforderun- gen und somit Kosten für die Ofenbühne bzw. das Fundament geringer. Mit einfachen mechanischen Mitteln (vorzugsweise mit einem oder mehreren hy- draulisch betätigbaren Kippzylindern betriebener Kipprahmen) wird gleichwohl eine Möglichkeit für ein Kippen des Gefäßes bereitgestellt. Alternativ zu der Kipprahmenlösung ist es aber auch durchaus denkbar, daß das Gefäß zur Er- zeugung der Kippbewegung um eine kurze Strecke horizontal über eine Gleit- schiene mittels Hydraulikzylindern verfahren wird.

Um sowohl bei der ersten Ausführungsform des Gefäßes mit Bodenabstichsy- stem, aber ohne Kippsystem, als auch bei der zweiten Ausführungsform des Gefäßes mit Kippsystem eine Positionierung des Gefäßes zu gewährleisten, weist das Gefäßunterteil seitlich versetzte oder verstärkte Wandungsbereiche oberhalb des Gefäßbodens zur Bildung von stabilen Absetzflachen auf, die entweder zur Auflage auf Absetzstützen, die entlang des Gefäßumfangs ange- ordnet sind, oder unmittelbar zur Auflage auf dem Kipprahmen kommen. Die Absetzstützen sind entweder auf der Ofenbühne oder dem Fundament direkt oder auf dem Kipprahmen angeordnet.

Für das vorgeschlagene Bodenabstichsystem könnte beispielsweise das in der WO 97/18050 beschriebene System in Frage kommen. Der Gegenstand der Erfindung ist aber nicht auf ein solches Bodenabstichsystem beschränkt, es sind alle Arten bekannter Bodenabstichsysteme denkbar. Erfindungsgemäß werden Bodenabstichsysteme vorgeschlagen, deren Abstichöffnungen entwe- der zentrisch oder auch exzentrisch zur vertikalen Mittelachse des Gefäßes an- geordnet sind.

Grundsätzlich ist es möglich, über das vorgeschlagene Bodenabstichsystem in der nicht gekippten Grundstellung 0° sowohl die Schmelze als auch die Schlacke nacheinander in einem Guß nach dem Frischen abzustechen. Zusätz- lich wird ein Schlackenabstichsystem mit einer verfahrbaren Schlackentür in der Seitenwandung des Gefäßes vorgeschlagen, wobei zum Schlackenabstich das Gefäß mittels des Kippsystems aus der Grundposition 0° in eine Entschlack- position von vorzugsweise bis-5° bewegt wird.

Das Gefäß ist auf einer Ofenbühne in Form einer Stahlkonstruktion, auf einem Fundament oder vorzugsweise auf dem Kipprahmen entweder fest oder lösbar als Wechselgefäß angeordnet, um die durch Neuzustellung, Wartungsarbeiten oder Reparaturen bedingten Stilistandzeiten durch Einwechseln eines Ersatz- gefäßes zu verringern.

Insgesamt ergeben sich dann die Ausführungsformen des stationären oder kippbaren fest angeordneten Gefäßsystems und die Ausführungsformen des stationären oder kippbaren Wechselgefäßsystems.

Das Gefäß ist im Schmelzbetrieb mit einem Ofendeckel versehen, der vor- zugsweise wassergekühlt ist. Die Öffnung im Ofendeckel zur Aufnahme der Elektroden kann unterschiedlich gestaltet sein, je nachdem, ob die Heizeinrich- tung zum Einführen der Elektroden auf der Ofenbühne oder dem Fundament starr oder auf dem Kipprahmen des Kippsystems angeordnet ist und folglich die Kippbewegung bzw. Schaukelbewegung mitmacht. Bei der ersten Ausfüh- rungsform muß die Offnung im Verhältnis zum Umfang der Elektroden, die- gehalten von einem Elektrodentragarm-über eine Schwenkvorrichtung der Heizeinrichtung von oben in die Öffnung des Gefäßes eingeführt werden, derart aufgeweitet sein, daß diese bei der Kippbewegung des Gefäßes nicht an die Öffnungswandung anstoßen. Wenn die Heizeinrichtung und somit Halteein- richtung für die Elektroden die Bewegung mitmachen, können die Elektroden- öffnungen entsprechend kleiner ausgeführt sein.

Das Vorsehen des Gefäßes mit wegschwenkbaren oder alternativ nach einem geringfügigen Hub horizontal verfahrbaren Deckeln bzw. Hauben bietet aber noch einen anderen wichtigen Vorteil. Der Elektrodenhub füllt im Gegensatz zu dem aus der DE 197 28 102 A1 bekannten Gefäß deutlich geringer aus, weil die Elektroden im Zustand der weggeschwenkten oder verfahrenen Konverter- haube herausgefahren werden. Da die Elektroden lediglich über den Gefäßrand wegzuschwenken oder zu verfahren sind, ist der Elektrodenhub wesentlich klei- ner als bei dem bekannten Gefäß, bei dem die Elektroden über das wegen des Abschlackvorgangs verlängerte zylindrische Gefäßteil gehoben werden müs- sen.

Schließlich wird eine Doppelofenanlage vorgeschlagen, die zwei der erfin- dungsgemäß vorgeschlagenen Gefäße bzw. Anlagen aufweist, in denen jeweils zeitlich parallel entweder die Schmelz-oder Konverterphase ablaufen. Bei die- sen unterschiedlichen Phasen kommen verschiedene Deckelsysteme zum Ein- satz. Bei der Schmelzphase handelt es sich vorzugsweise um einen größten- teils wassergekühlten Ofendeckel in Rohrkonstruktion, d. h. parallel aneinander angeordnete kühlwasserdurchflossene (in Rohr an Rohr oder Rohr-Spalt-Rohr Design) Rohrleitungen, bei der Konverterphase eignet sich eine Haube aus wassergekühltem Feuerfestbeton.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden deutlich anhand der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezug- nahme auf die beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen : Figur 1 einen Querschnitt einer ersten Ausführungsform der vorgeschlage nen Anlage ; Figur 2 einen Querschnitt einer zweiten Ausführungsform der vorgeschla- genen Anlage mit Kippsystem ; Figur 3 einen Querschnitt einer dritten Ausführungsform der vorgeschla- genen Anlage mit verstärktem Gefäßboden und Kippsystem ; Figur 4 eine Draufsicht auf eine Doppelofenanlage mit zwei nebeneinan- der angeordneten erfindungsgemäßen Vorrichtungen.

Figur 1 zeigt im Querschnitt ein Gefäß 1 zur Herstellung von Stahl, in dem so- wohl die Einschmelzphase (Elektroofenbetrieb) als auch die Konverterphase (Konverterbetrieb) nacheinander durchgeführt werden. Dieses Gefäß 1 setzt sich aus einem Gefäßunterteil 2 mit einem Gefäßboden 3 sowie eine sich daran nach oben anschließende Seitenwandung 4 zusammen. Als Gefäßoberteil 5 ist für die Einschmelzphase ein wegschwenkbarer bzw. verfahrbarer Ofendeckel 6 vorgesehen, für die Konverterphase eine wegschwenkbare bzw. verfahrbare Konverterhaube 7, wie hier auf der linken Bildhälfte durch eine Teilzeichnung angedeutet. Das Gefäßunterteil 2 wird von einem metallischen Mantel 8 gebil- det, welcher mit feuerfestem Material 9 ausgemauert ist. Entlang der Mittenach- se des Gefäßes ist zentral eine Abstichöffnung 10 für die Bodenabstichmöglich- keit vorgesehen. Diese Abstichöffnung 10 durchdringt das Feuerfestmaterial 9 und wird von außen mittels eines horizontal verfahrbaren Schiebers 11 ver- schlossen. Denkbar ist auch ein wegklappbarer Verschluß. Während des Ein- schmelz-bzw. Konvertervorgangs ist das Abstichloch 10 mit einem Füllmaterial 12, beispielsweise Füllsand oder Granulat versehen, welcher zum Abstich nach Wegfahren des Schiebers 11 nach unten in die Stahigießpfanne (nicht gezeigt) rieselt. Das obere gesinterte Granulat schmilzt durch den hydrostatischen Druck der sich darüber befindlichen Schmelze ; der flüssige Stahl ergießt sich nach unten in die unterhalb des Gefäßes angeordnete Stahigießpfanne. In Einzelfäl- len kann es auch vorkommen, daß mit einer abgewinkelten Sauerstofflanze das gesinterte Granulat von unten freigebrannt wird, um den Bodenabstich zu er- möglichen.

Weiterhin sind in das Gefäßunterteil 2 Bodendüsen 13 (hier ist exemplarisch eine Bodendüse dargestellt) eingebracht zur Versorgung der Schmelze mit Pro- zeßgasen wie beispielsweise Argon bzw. Sauerstoff zum Frischen.

Die Seitenwandungen 4 des Gefäßunterteils 2 bestehen zur Gefäßinnenseite hin aus wasserdurchflossenen Wänden 14. Die Seitenwandung 4 ist bei der gezeigten ersten Ausführungsform ohne Kippsystem so versetzt zu dem Ge- fäßboden 3 angeordnet, daß hervorstehende Absetzflächen 15 entstehen, die auf Absetzstützen 16 zur Positionierung des Gefäßes 1 Halt finden. Derartige Absetzstützen 16 sind um das Gefäß herum auf der Ofenbühne 17 angeordnet.

Bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform wird in der 0°-Grundposition des Gefäßes 1 in eine unterhalb des Gefäßes angeordnete Pfanne (nicht gezeigt) abgestochen, gegebenenfalls wird die Pfanne anschließend einer Vakuumbe- handlungsanlage zugeführt.

Zur Schmelzphase bzw. zum Elektroofenbetrieb wird das Gefäß 1 mit dem Ofendeckel 6 versehen, welcher neben dem ein-oder mehrteiligen wasserge- kühiten Deckelpanel 18 und dem dazugehörigen Traggerüst 19 ein Herzstück 20 aus Feuerfestmaterial aufweist, durch das hindurch die Elektroden 21 mittels einer Verfahreinheit einer Heizeinrichtung einführbar sind. Von dieser Heizein- richtung ist in Figur 1 nur der Elektrodentragarm 22 für die Elektroden gezeigt.

Mittels Elektrodenbetrieb werden die vorher in das Gefäß eingefüllten Einsatz- stoffe-Schrott, flüssiges Roheisen, Teile von Ferrolegierungen, DRI/HBI, Zu- schlagstoffe etc.-mittels des erzeugten Lichtbogens aufgeschmolzen. Nach Beendigung der Schmelzphase schließt sich die Konverterphase an. Unter die- ser wird im vorliegende Fall sowohl ein Legieren als auch das Frischen mit Sauerstoff zum Senken des Kohlenstoffgehaltes der Schmelze-hier durch die Bodendüsen 13-verstanden. Legiert wird durch Zugabe von Schlackenbildnern und Legierungsmitteln. Für die Konverterphase werden zuerst der Ofendeckel 6 und dann die Elektroden 21 angehoben und horizontal weggeschwenkt. An- schließend wird die Konverterhaube oder der Konverterhut 7 auf das Gefäß 1 geschwenkt oder horizontal verfahren. Diese ist wie die Gefäßwandung 4 mit kühlwasserdurchflossenen Wänden 14 bzw. Feuerfestpanels versehen. Sie ist so gestaltet, daß die entstehenden Rauchgase an entsprechende Aufsätze- (vgl. Figur 3)-und von diesen an Entstaubungsanlagen weitergeleitet werden können.

Nach einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung (Fi- gur 2) weist das Gefäß 101 einen Kipprahmen 123 auf. Da das Gefäß der Figur 2 dem der Figur 1 entspricht, werden bei übereinstimmenden Bauteilen ent- sprechende Bezugszeichen verwendet. In Abweichung zu der Ausführungsform nach Figur 1 sind die Absetzstützen 16 nicht auf der Ofenbühne, sondern auf dem Kipprahmen 123 angeordnet. Der Kipprahmen 123 ist umlaufend zum un- teren Teil des Gefäßbodens 3 angeordnet.

Dieser Kipprahmen 123 wird mittels eines oder mehrerer hydraulisch betriebe- ner Hubzylinder 124 vertikal bewegt, die unterhalb des Kipprahmens angeord- net sind. Denkbar sind ebenso elektromotorische Antriebe für den Kipprahmen.

Das Gefäß 101 wird auf diese Weise aus der Grundstellung in eine mit kleinen Winkeln-vorzugsweise 5°C-gekippte Position überführt (die gekippte Positi- on ist nicht gezeigt). Zum Abfangen der Kippbewegung ist der Kipprahmen auf der zum Hubzylinder 124 gegenüberliegenden Seite auf einem Schwenklager 125 angeordnet. Kippwinkel sind mit strichpunktierten Linien eingezeichnet. Auf diese Weise ist es möglich, das Gefäß 101 in die vorher beschriebene Schräg- lage von 5° zu bewegen, wobei der Montage-bzw. der Betriebsaufwand im Vergleich zu dem bekannten Gefäß mit Tagrahmen erheblich reduziert ist. Der bzw. die Hubzylinder 124 sowie die Lagerelemente 125 sind auf weiteren Stüt- zen 126,127 positioniert, um unterhalb des Gefäßes 101 und der Ofenbühne 17 Freiraum zum Abstechen in eine Stahipfanne zu schaffen.

Bei einer dritten Ausführungsform des Gefäßes 201 wird die Kippbewegung durch den Kipprahmen 223 nicht nur für eine Wipp-oder Schaukelbewegung ausgenutzt, sondern auch zum Abschlacken über die Schlackenabstichtür 228, insbesondere bei der Herstellung von kohlenstoffhaltigen Stählen. Hierzu ist der Gefäßboden 203 des Gefäßunterteils 202 mit dem Feuerfestmaterial 209 seit- ! ich verstärkt ausgebildet, um mehrere stabile Absetzflächen 215 zum Absetzen des Gefäßes auf dem Kipprahmen 223 zu bilden. Das Gefäßoberteil 205 zeigt gegenüber dem Gefäß der Figuren 1 und 2 keine wesentlichen Änderungen.

Figur 4 zeigt eine Doppelofenanlage mit zwei nebeneinander angeordneten er- findungsgemäßen Anlagen, wobei zeitgleich in der einen Vorrichtung die Schmelzphase und in der anderen Vorrichtung die Konverter-bzw. Blasphase sowie umgekehrt ablaufen. Für die Einschmelzphase wird das erste Gefäß 1 mit den notwendigen Einsatzstoffen gefüllt und mit dem Ofendeckel 6 ver- schlossen. Für die Einschmelzphase wird der Ofendeckel 6 mit einem schwenkbaren Abgaskrümmer 29 verbunden. In dieser Phase befindet sich die zum Gefäß 1 zugeordnete Konverterhaube 7 in Warteposition. Mittels der schwenkbaren Heizeinrichtung 30 werden drei Graphitelektroden 21 über die Öffnung im Ofendeckel 6 desjenigen Gefäßes geschwenkt, in welchem die Schmelzphase beginnt, und in das Gefäß eingefahren. Währenddessen ist das zweite Gefäß 1'mit der Konverterhaube 7'bedeckt und mittels einer zweiten Rauchabzugleitung 31', die über die Konverterhaube schwenkbar ist, an einer Entstaubungsanlage 32 angeschlossen. Der Abgaskrümmer 29'befindet sich in Warteposition. Nach dem Erschmelzen und Frischen wird beispielsweise bei chromhaltigen Stählen die Schmelze zusammen mit der Schlacke über das Bo- denabstichsystem in eine Stahigießpfanne unter Zugabe weiterer Legierungs- mittel abgestochen. Anschließend erfolgt ein Abzug der chromhaltigen Schlacke an einem stationären Abschlackstand und der Transport der Schmeize zur Stranggießanlage.