| JP2002200061 | COMPONENT MEASUREMENT APPARATUS |
| WO/2012/004356 | ALLOWING MEASUREMENTS TO BE MADE OF A BLOOD SAMPLE |
| JP2009008574 | SENSOR CHIP, BIOSENSOR CARTRIDGE, AND BIOSENSOR DEVICE |
ROCHE DIAGNOSTICS GMBH (Sandhofer Strasse 116, Mannheim, 68305, DE)
Arnitz, Theo (Schanzenstrasse 13, Waghäusel, 68753, DE)
| 1. | Testeinheit für Einmaluntersuchungen einer Körperflüssigkeit, insbesondere Blut, mit einem in ein Körperteil einstechbaren Stechelement (14), das einen von einem Stechorgan (32) zu einer Zielstelle (36) führenden Kapillarkanal (34) für den Transport der Körperflüssigkeit aufweist, gekennzeichnet durch eine unter Vorspannung stehende und beim Anstechen eine Durchlassöffnung (46) freigebende Sterilabdeckung (40) für das Stechelement (14). |
| 2. | Testeinheit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (40) dem Stechorgan (32) distal vorgeordnet ist. |
| 3. | Testeinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (40) durch eine gummielastisch vorgespannte Aufreißmembran gebildet ist. |
| 4. | Testeinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (40) durch eine unter Wärmeeinwirkung gespannte Schrumpfmembran gebildet ist. |
| 5. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die lichte Weite der freigegebenen Durchlassöffnung (46) größer, vorzugsweise ein Mehrfaches größer als der Durchtrittsquer schnitt des Stechelements (14) ist. |
| 6. | Testeinheit für Einmaluntersuchungen einer Körperflüssigkeit, insbesondere Blut, mit einem in ein Körperteil einstechbaren Stechelement (14), das einen von einem Stechorgan (32) zu einer Zielstelle (36) füh renden Kapillarkanal (34) für den Transport der Körperflüssigkeit aufweist, gekennzeichnet durch eine für die Körperflüssigkeit zumindest teildurchlässige Sterilabdeckung (42) für das Stechelement (14). |
| 7. | Testeinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Ste rilabdeckung (42) dem Stechelement proximal nachgeordnet ist. |
| 8. | Testeinheit nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (42) mit einer Partie (38) des Stechelements (14) flächig verbunden ist. |
| 9. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 6, bis 8, dadurch gekennzeich net, dass die Sterilabdeckung (42) einen Querschnitt, insbesondere Mündungsquerschnitt des Kapillarkanals (34) überspannt. |
| 10. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (40;42) ein gegen Durchtritt von Keimen dichtes Keimfilter bildet. |
| 11. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (42) durch ein sterildichtes Filtervlies gebildet ist. |
| 12. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sterilabdeckung (40;42) eine Öffnung eines Aufnahmeteils (18) für das Stechelement (14) abdeckt. |
| 13. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachweiselement (16) auf einer von dem Stechelement (14) abgewandten Rückseite der flüssigkeitsdurchlässigen Sterilabdeckung (42) angeordnet ist. |
| 14. | Testeinheit für Einmaluntersuchungen einer Körperflüssigkeit, insbesondere Blut, mit einem in ein Körperteil einstechbaren Stechelement (14), das einen von einem Stechorgan (32) zu einer Zielstelle (36) füh 85 14 renden Kapillarkanal (34) für den Transport der Körperflüssigkeit aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) durch ein einstückiges Tiefziehteil gebildet ist. |
| 15. | Testeinheit nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) aus einem gegebenenfalls antibakteriell wirkende Bestandteilen wie Silber oder Jod enthaltenden duktilen Material, vorzugsweise aus Edelstahlblech tiefgezogen ist. |
| 16. | Testeinheit nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) eine Hohlkanüle (28) aufweist. |
| 17. | Testeinheit nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) am proximalen Ende der Hohlkanüle (28) einen ra dial überstehenden Flansch (38) aufweist. |
| 18. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) in einem vorzugsweise als Spritzgussformteil ausgebildeten Aufnahmeteil (18) angeordnet ist. |
| 19. | Testeinheit nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeteil (18) eine in Stechrichtung verlaufende Schubführung (20) für das Stechelement (14) aufweist. |
| 20. | Testeinheit nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Aufnahmeteil (18) und dem Stechelement (14) eine beim Stechvorschub des Stechelements (14) vorgespannte Rückstellfeder (24) angeordnet ist. |
| 21. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeteil (18) Formschlussmittel (56) zur formschlüssigen Halterung in einem Gehäuse (58) aufweist. |
| 22. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 21, gekennzeichnet durch ein vorzugsweise über den Kapillarkanal (34) mit der Körperflüssigkeit beaufschlagbares Nachweiselement (16) zum Nachweis eines Analyten in der Körperflüssigkeit. |
| 23. | Testeinheit nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachweiselement (16) ein quer zur Stechrichtung ausgedehntes Messfeld (54) aufweist. |
| 24. | Testeinheit nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachweiselement (16) über Verbindungsmittel (50), insbesondere Rastmittel mit dem Stechelement (14) gekoppelt ist. |
| 25. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass in dem als Hohlkanüle ausgebildeten Stechelement (14) ein Stempel (74) angeordnet ist. |
| 26. | Testeinheit für Einmaluntersuchungen einer Körperflüssigkeit, insbe sondere Blut, mit einem in ein Körperteil einstechbaren Stechelement (14), das einen von einem Stechorgan (32) ausgehenden, vorzugsweise kapillaren Kanal (34) für die Körperflüssigkeit aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem als Hohlkanüle ausgebildeten Stechelement (14) ein Stempel (74) angeordnet ist. |
| 27. | Testeinheit nach Anspruch 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkanüle (28) relativ zu dem Stempel (74) verschieblich ist, so dass Körperflüssigkeit in den Kanal (34) eingesaugt und/oder daraus verdrängt wird. |
| 28. | 6 000385 16 . |
| 29. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 25 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (74) einen Querschnitt des Kanals (34) vorzugsweise über eine umlaufende Dichtung (78) abdichtet. |
| 30. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 25 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel (74) mit einem Aufnahmeteil (18) für das Stechelement (14) verschiebefest verbunden ist, wobei das Aufnahmeteil eine Schubführung für das Stechelement (14) bildet. |
| 31. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) durch einen Stechantrieb (60) zumindest in einer Vorschubbewegung zum Einstechen in das Körperteil angetrieben ist. |
| 32. | Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) ein begrenztes Sammelvolumen für die Körperflüssigkeit von weniger als 100 Mikroliter, vorzugsweise weniger als 10 Mikroliter besitzt. |
| 33. | Handgerät mit einem Gehäuse (58) zum Einsatz mindestens einer Testeinheit (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche. |
| 34. | Handgerät nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Testeinheit (10) luftdicht abgeschlossener Innenraum des Gehäuses (58) auf Unterdruck bringbar ist, so dass der Transport der Körperflüssigkeit unterstützt wird. |
| 35. | Verfahren zur Herstellung einer Testeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Stechelement (14) in insteriler Umgebung in das Aufnahmeteil (18) eingebaut und durch eine Sterilabdeckung (40,42) abgedeckt wird, sodann das Aufnahmeteil (18) mit integriertem Stechelement (14) vorzugsweise durch Röntgenbe strahlung sterilisiert wird, und anschließend das Nachweiselement (16) insteril eingesetzt wird. |
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Testeinheit für Einmaluntersuchungen einer Körperflüssigkeit, insbesondere Blut, mit einem in ein Körperteil einstechbaren Stechθlement, das einen von einem Stechorgan zu einer Zielstelle führenden Kapillarkanal für den Transport der Körperflüssigkeit aufweist. Weiter wird ein Herstellungsverfahren für eine Testeinheit angegeben.
Testeinheiten dieser Art speziell für patientennahe Glukose-Meßsysteme dienen zur Selbstkontrolle der aktuellen Blutzuckerwerte eines Benutzers. In diesem Zusammenhang wurden bereits integrierte Systeme vorgeschlagen, bei denen die Funktionen "Stechen" zur Gewinnung von Kapillarblut und "Nachweisen" des Glucosegehalts als "Single-Test-Kit" verbraucherfreundlich vereint sind. Das am Stechort in situ gewonnene Blut muss dabei in der Regel über Kapillartransport gesammelt und mit einer Testchemie in Kontakt gebracht werden. Dabei soll der Einstichschmerz möglichst gering gehalten werden und eine hygienische Handhabung sichergestellt sein. Problematisch sind hierbei die Komplexität solcher Systems und der hohe Herstellungsaufwand.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die im Stand der Technik aufgetretenen Nachteile zu vermeiden und ein gattungsgemä- ßes Produkt sowie ein Herstellungsverfahren dafür zu verbessern, so dass auch eine Massenfertigung mit günstigem Prozessablauf möglich ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die in den unabhängigen Patentansprüchen angegebene Merkmalskombination vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestal- tungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Dementsprechend wird gemäß einer ersten Erfindungsvariante eine unter Vorspannung stehende und beim Anstechen eine Durchlassöffnung freigebende Sterilabdeckung für das Stechelement vorgeschlagen. Dadurch ist eine Abschirmung zumindest von hygienisch relevanten Bereichen des Stechelements gegen das Eindringen von Keimen und anderen Verunreinigungen möglich. Die Vorspannung der Abdeckung kann zugleich genutzt werden, um unter Punktbelastung bzw. beim Anstechen durch das Stechorgan mit geringem Energieaufwand ähnlich wie bei einem platzenden Luftballon eine Durchlassöffnung schlagartig freizugeben. Damit wird eine unge- wollte Abstumpfung des Stechorgans vermieden. Zudem wird so verhindert, dass hygienisch bedenkliche Partikel und Stanzreste beim Durchstoß der Sterilabdeckung entstehen. Umgekehrt wird auch die Gefahr einer Kontamination durch abgestreiftes Blut reduziert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass eine einfache optische Kontrolle bei der Fertigung ausreicht, da auch kleine Fehler bzw. Löcher zu einem Versagen der Abdeckung führen. Die erfindungsgemäße Sterilbarriere lässt sich bei einfachen offenkanaligen Flachlanzetten, aber auch komplexeren Stechformteilen einsetzen.
Für eine Selbstöffnung beim Stechvorgang sollte die Sterilabdeckung dem Stechorgan distal vorgeordnet, also vorderseitig dem Körper zugewandt sein.
Eine vorteilhafte Ausführung sieht vor, dass die Sterilabdeckung durch eine gummielastisch vorgespannte Aufreißmembran gebildet ist. Alternativ ist es auch möglich, dass die Sterilabdeckung durch eine unter Wärmeeinwirkung gespannte Schrumpfmembran gebildet ist.
Die lichte Weite der freigegebenen Durchlassöffnung sollte größer, vorzugsweise ein Mehrfaches größer als der Durchtrittsquerschnitt des Stechelements sein, so dass beim Zurückziehen kein Blut an der durchstochenen Folie abgestreift wird und eventuell das System kontaminiert.
Ein weiterer wichtiger Erfindungsaspekt ist die Verwendung einer für die Körperflüssigkeit zumindest teildurchlässigen Sterilabdeckung für das Stechelement. Dadurch kann auch auf der bei der Anwendung vom Körper abgewandten Seite eine Sterilbarriere geschaffen werden, die gleichzeitig eine kapillare Kopplung für den Flüssigkeitstransport zu einem (insterilen) Testfeld sicherstellt.
Vorteilhafterweise ist die flüssigkeitsdurchlässige Sterilabdeckung dem Stechelement proximal nachgeordnet. Hierbei ist es günstig, wenn die Steril- abdeckung mit einer Partie des Stechelements flächig verbunden ist. Dabei sollte zumindest gewährleistet sein, dass die Sterilabdeckung einen Mündungsquerschnitt des Kapillarkanals überspannt.
Eine flüssigkeitsdurchlässige Sterilbarriere kann dadurch geschaffen werden, dass die Sterilabdeckung nach Art eines gegen Durchtritt von Keimen dichten Keimfilters arbeitet. In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Sterilabdeckung durch ein sterildichtes Filtervlies gebildet.
Auch fertigungstechnisch ist es von Vorteil, wenn die Sterilabdeckung eine Öffnung eines Aufnahmeteils für das Stechelement abdeckt.
Ein weiterer Erfindungsgedanke besteht darin, dass das Stechelement durch ein einstückiges Tiefziehteil gebildet ist. Hierdurch lassen sich präzise multifunktionelle Formteile realisieren, die neben der Stechfunktion auch zusätzli- che Optionen hinsichtlich Flüssigkeitstransport, steriler Abdichtung, Halte- rung etc. eröffnen.
Vorteilhafterweise ist das Stechelement aus einem gegebenenfalls antibakteriell wirkende Bestandteilen wie Silber oder Jod enthaltenden duktilen Ma- terial, vorzugsweise aus Edelstahlblech tiefgezogen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sehen vor, dass das Stechelement eine Hohlkanüle und am proximalen Ende der Hohlkanüle einen radial überstehenden Flansch aufweist.
Auch herstellungstechnisch ist es von Vorteil, wenn das Stechelement in einem vorzugsweise als Spritzgussformteil ausgebildeten Aufnahmeteil angeordnet ist.
Der Stechvorgang wird vereinfacht, wenn das Aufnahmeteil eine in Stech- richtung verlaufende Schubführung für das Stechelement aufweist. Für eine selbsttätige Rückbewegung ist es vorteilhaft, wenn zwischen dem Aufnähmeteil und dem Stechelement eine beim Stechvorschub des Stechelements vorgespannte Rückstellfeder angeordnet ist.
Vorteilhafterweise besitzt das Aufnahmeteil Formschlussmittel zur formschlüssigen Halterung in einem Gehäuse.
Für ein integriertes System ist ein über den Kapillarkanal mit der Körperflüssigkeit beaufschlagbares Nachweiselement zum Nachweis eines Analyten in der Körperflüssigkeit vorgesehen.
Weitere Verbesserungen werden dadurch erreicht, dass das Nachweiselement ein quer zur Stechrichtung ausgedehntes Messfeld aufweist, und dass das Nachweiselement über Verbindungsmittel, insbesondere Rastmittel mit dem Stechelement gekoppelt ist und auf einer von dem Stechelement abgewandten Rückseite der flüssigkeitsdurchlässigen Sterilabdeckung angeordnet ist.
Noch ein weiterer wichtiger Erfindungsaspekt liegt darin, dass in dem als Hohlkanüle ausgebildeten Stechelement ein Stempel angeordnet ist. Dadurch ist es möglich, die Aufnahme und Abgabe der Flüssigprobe auf einfache Weise direkt zu unterstützen.
Vortθilhafterwθise erfolgt dies dadurch, dass die Hohlkanüle relativ zu dem Stempel verschieblich ist, so dass Körperflüssigkeit in den Kanal eingesaugt und/oder daraus verdrängt wird. Eine weitere Verbesserung wird dadurch erreicht, dass der Stempel einen Querschnitt des Kanals vorzugsweise über eine umlaufende Dichtung abdichtet.
Um die Relativbewegung auf einfache Weise zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, wenn der Stempel mit einem Aufnahmeteil für das Stechelement ver- schiebefest verbunden ist, wobei das Aufnahmeteil eine Schubführung für das Stechelement bildet.
Vorteilhafterweise werden die erfindungsgemäßen Testeinheiten so betrieben, dass das Stechelement durch einen Stechantrieb zumindest in einer Vorschubbewegung zum Einstechen in das Körperteil angetrieben ist. Dabei ist es für ein mikrofluidisches System ausreichend, wenn das Stechelement ein begrenztes Sammelvolumen für die Körperflüssigkeit von weniger als 100 Mikroliter, vorzugsweise weniger als 10 Mikroliter besitzt.
In verfahrensmäßiger Hinsicht wird die eingangs genannte Aufgabe dadurch gelöst, dass das Stechelement in insteriler Umgebung in das Aufnahmeteil eingebaut und durch eine Sterilabdeckung abgedeckt wird, sodann das Aufnahmeteil mit integriertem Stechelement vorzugsweise durch Röntgenbestrahlung sterilisiert wird, und anschließend das Nachweiselement insteril eingesetzt wird.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Handgerät für Blutglucoseuntersuchungen mit einer darin eingesetzten Einweg-Testeinheit in teilweise geschnittener Ansicht;
Fig. 2 die Testeinheit in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten A- xialschnitt;
Fig. 3a bis 3c eine Draufsicht auf eine Sterilabdeckung der Testeinheit in verschiedenen Vorschubstellungen eines integrierten Stechelements;
Fig. 4 und 5 weitere Ausführungsformen einer Testeinheit mit integrier- tem Nadelstempel; und
Fig. 6 die Testeinheit nach Fig. 5 in verschiedenen Phasen der
Flüssigkeitsgewinnung in geschnittener Teildarstellung.
Die in der Zeichnung dargestellte Testeinheit 10 lässt sich als disposibles Einwegteil in ein Handgerät 12 einsetzen, um mit integriertem Stechelement 14 und Nachweiselement 16 patientennahe Blutuntersuchungen für ein GIu- cosemonitoring zu ermöglichen.
Wie am besten aus Fig. 2 ersichtlich, weist die Testeinheit 10 ein gehäuseartiges Aufnahmeteil 18 für das Stechelement 14 auf. Das Aufnahmeteil 18 bildet hierbei eine Schubführung 20, in der das Stechelement 14 in Richtung einer Stechachse 22 für eine hin- und hergehende Stechbewegung linear geführt ist. Die Rückbewegung erfolgt dabei unter der Kraft einer Rückstell- feder 24, die zwischen dem Stechelement 14 und dem Aufnahmeteil 18 in einem Federkäfig 26 vorgespannt ist.
Das Stechelement 14 ist durch ein einstückiges Tiefziehteil aus einem Edelstahlblech gebildet. Es umfasst eine Hohlkanüle 28 und eine proximal daran angeformte Flanschhülse 30. Mit ihrem angeschrägten distalen Ende bildet die Hohlkanüle 28 ein spitzes Stechorgan 32 zum Einstich in ein Körperteil eines Probanden. Das Innere der Hohlkanüle 28 dient als Kapillarkanal 34
für einen durch Kapillarkraft unterstützten Bluttransport von dem Stechorgan 32 zu einer proximalen Zentralmündung 36 an dem radial überstehenden Stirnbund 38 der Flanschhülse 30.
Um eine sterildichte Abschirmung zumindest der Hohlkanüle 28 des Stechelements 14 gegen das Eindringen von Keimen und anderen Verunreinigungen zu ermöglichen, sind zwei Sterilabdeckungen 40, 42 vorgesehen. Die erste bzw. distale Sterilabdeckung 40 ist in Stech- bzw. Vorschubrichtung gesehen dem Stechorgan 32 vorgeordnet und überspannt einen freien Aus- lassquerschnitt 44 des Aufnahmeteils 18, während die zweite bzw. proximale Sterilabdeckung 42 die Kanalmündung 36 sterildicht überdeckt. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass eine Sterilabdeckung 42' die proximale bzw. antriebsseitige Öffnung des Aufnahmeteils 18 abdeckt.
Zur Optimierung des Stechvorgangs auch in hygienischer Hinsicht ist die distale Sterilabdeckung 40 durch eine gummielastisch vorgespannte Aufreißmembran gebildet. Wie in Fig. 3 veranschaulicht, platzt diese Membran 40 beim Anstechen durch das Stechorgan 32 aufgrund der punktuellen Belastung schlagartig auf (Fig. 3b) und gibt eine große Durchlassöffnung 46 für den Durchtritt der Hohlkanüle 28 frei (Fig. 3c). Auf diese Weise kann eine ungewollte Körperkontamination mit Membranpartikeln und Stanzresten vermieden werden. Umgekehrt wird auch beim Zurückziehen der Kanüle 28 zuverlässig verhindert, dass Blut abgestreift wird und zu ungewollten Verunreinigungen führt.
Die proximale Sterilabdeckung 42 liegt flächig an den Stimbuhd 38 der Flanschhülse 30 an. Dabei wird eine fluidische Verbindung des Kapillarkanals 34 mit dem Nachweiselement 16 durch ein Vliesmaterial ermöglicht. Dieses ist zumindest für Bestandteile, insbesondere Plasma der Blutflüssig- keit durchlässig, verhindert jedoch nach Art eines Sterilfilters den Durchtritt von Keimen. Zweckmäßig wird ein Faservlies für die Sterilabdeckung 42 verwendet. Für eine zusätzliche Keimabdichtung sollte die Flanschhülse 30
mit möglichst geringem Führungsspiel in der Bohrung 48 des Aufnahmeteils 18 gelagert sein. Daneben besteht auch die Option, das Stechelement 14 mit antibakteriell wirkenden Stoffen wie Silber oder Jod zu versehen.
Das Nachweiselement 16 ist auf der von dem Stechelement 14 abgewandten Rückseite der Sterilabdeckung 42 mittels eines Rasthakens 50 in flächiger Anlage gehalten. Zu diesem Zweck weist das Nachweiselement 16 einen Klemmring 52 auf, welcher auf ein scheibenförmiges Messfeld 54 randseitig aufgeklebt ist. Das Messfeld 54 kann ein Nachweisreagenz enthalten, wel- ches auf Glukose in der zugeführten Blutflüssigkeit beispielsweise durch Farbänderung anspricht. Durch die beschriebene Halterung ist das Messfeld 54 orthogonal zur Stechachse 22 ausgerichtet, so dass eine reflektionspho- tometrische Auswertung in Gerätelängsrichtung möglich ist.
Das Aufnahmeteil 18 kann als Spritzguss-Formteil aus Kunststoff ausgebildet sein. Dabei ist es möglich, dass die distale Sterilabdeckung 40 ebenfalls aus dem Spritzgussmaterial besteht bzw. schon beim Spritzguss stirnseitig auf das Aufnahmeteil 18 aufgebracht wird. Denkbar ist es auch, dass die Rückstellfeder 24 aus Kunststoff mitgespritzt werden kann. Zur Zentrierung in dem Gerät 12 ist das Aufnahmeteil 18 mit einer Anschlagschulter 56 versehen, die mit einer komplementären Kontur des Gerätegehäuses 58 formflüssig in Eingriff bringbar ist, wie es in Fig. 1 gezeigt ist. Das Gerät 12 verfügt über einen Stechantrieb 60, dessen Stößel 62 über nicht gezeigte radiale Haltenoppen gegen den Klemmring 52 als Widerlager anstößt. Die Rück- stellfeder 24 presst dabei den Stirnbund 38 des Stechelements 14 gegen das proximale Abdeckelement 42 und dieses gegen das Messfeld 54, so dass eine kapillare Kopplung für den Bluttransport sichergestellt ist.
Das Aufnahmeteii 18 kann über eine nicht gezeigte Dichtung luftdicht in das Gehäuse 58 eingespannt werden, wodurch der abgeschlossene Gehäuseinnenraum 64 auf Unterdruck gegenüber Atmosphäre bringbar ist. Dies lässt sich beispielsweise dadurch erreichen, dass der rückseitige Auslöser 66 des
Stechantriebs 60 ähnlich einer Pipette konstruiert ist, um so bei Betätigung durch den entstehenden Unterdruck die Blutgewinnung und den Bluttransport in dem Kapillarkanal 28 zu unterstützen.
Nach dem Stechvorgang kann der Glucosenachweis berührungslos durch eine auf das Messfeld 54 ausgerichtete Photometeranordnung bestehend aus Lichtquelle 68 und Lichtempfänger 70 erfolgen. Das Messergebnis lässt sich sodann auf einer Anzeige 72 des Geräts 12 für den Benutzer anzeigen. Nach abgeschlossener Messung wird das Testelement 10 aus dem Gehäu- se 58 entnommen und verworfen. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass das Gerät 12 lediglich als Applikator mit Stechantrieb ausgebildet ist, während die Auswertung und gegebenenfalls die Magazinierung sowie Entsorgung der Testeinheiten 10 in einem gesonderten System vorgenommen wird.
Bei den in Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispielen sind gleiche Teile mit den gleichen Bezugszeichen wie vorstehend beschrieben versehen. Gemäß Fig. 4 ist ein Stempel 74 in einem erweiterten Abschnitt 76 des Stechelements 14 angeordnet. Dieser Stempel 74 ist über eine Dichtlippe 78 gegenüber der Wandung des Kanals 34 so abgedichtet, dass bei einer Relativbewegung des Stechelements 14 eine Druckveränderung zum Ansaugen bzw. Verdrängen von Blut auftritt. Zu diesem Zweck ist der Stempel 74 über ein Vefbindungsteil 80 verschiebefest mit dem Aufnahmeteil 18 verbunden, während das Stechelement 14 in der Schubführung 20 linear beweglich ge- lagert ist. Der Stechantrieb 60 ist hier in Form einer vorgespannten Feder 82 in dem Aufnahmeteil 18 enthalten. Die Feder 82 ist in distaler Richtung an einem Haltering 84 abgestützt, welcher durch hakenförmige Spreizriegel 86 in seiner Ausgangsstellung gehalten wird. Bei Betätigung des Auslösers 88 gleiten die drei in Umfangsrichtung verteilten Riegel 86 in eine jeweilige Schräge 88 des Stempels 74 hinein, wodurch der Haltering 84 freigegeben wird und unter der Federwirkung das Stechelement 14 an seinem Bund 30 zum Einstechen in die Haut des Körperteils antreibt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist ein ähnlicher Auslösemechanismus 86,88 für den integrierten Federantrieb 60 des Stechelements 14 vorgesehen. Der Stempel 74 greift hier stiftförmig durch die gesamte Länge der Hohikanüle 28 hindurch, wobei die bestehende feste Verbindung zu dem Aufnahmeteil 18 der Einfachkeit halber nicht eigens dargestellt ist.
Mittels eines solchen Testelements 10 kann eine Blutuntersuchung wie in Fig. 6 dargestellt ablaufen. In seiner Ausgangsstellung ist das Stechelement 14 mit darin befindlichem Stempel 74 in dem Aufnahmeteil 18 angeordnet (Fig. 6a). Der Benutzer setzt das Aufnahmeteil 18 im Bereich der Auslassöffnung 44 an ein Körperteil, insbesondere eine Fingerkuppe an und betätigt sodann den Auslöser 88. Dadurch wird die Hohlkanüle 28 in das Gewebe eingestochen, während der Stempel 74 ortsfest verbleibt und somit für einen Unterdruck in dem Aufnahmevolumen 92 sorgt (Fig. 6b). Das Aufnahmevolumen beträgt typischerweise wenige Mikroliter, so dass aufgrund der entsprechenden Nadeldimensionierung auch der Einstichschmerz und die Hautverletzung gering gehalten wird. Nach einer kurzen Verweilzeit hat sich genügend Blut 94 in dem Aufnahmevolumen 92 angesammelt, und die ge- samte Anordnung 10 aus Aufnahmeteil 18 und Stechelement 14 kann unter Beibehaltung der Relativposition vom Benutzer aus dem Körperteil 90 herausgezogen und zu einer nicht eigens gezeigten Analyseeinheit transferiert werden (Fig. 6c). Die Analyseeinheit umfasst ein Test- bzw. Nachweiselement 16 mit einer auf den Analyten (Glukose) in der Blutprobe 94 anspre- chenden Testchemie. Wie in Fig. 6d gezeigt, drückt der Benutzer die Hohlkanüle 28 mit ihrem distalen Ende gegen das Nachweiselement 16 an, wodurch unter Kompression der Feder 82 eine Rückbewegung auf dem Stempel 74 für eine entsprechende Verdrängung der aufgenommenen Blutmenge sorgt. Anschließend kann das Testelement 10 entsorgt werden, während die Analyse automatisch durchgeführt wird.
Bei der Herstellung der Testeinheiten als Massenprodukt mit integriertem Sammel- und Nachweissystem lässt sich die erforderliche Sterilisierung des Stechelements in Gegenwart von strahlungsempfindlichen Testreagenzien auf dem Nachweiselement nur schwer realisieren. Eine verfahrensmäßige Lösung sieht daher einen mehrstufigen Arbeitsablauf vor. Zunächst wird in insteriler Umgebung das Stechelement 14 in dem Aufnahmeteil vormontiert, wobei zumindest der Kapillarkanal 34 durch die Sterilabdeckungen 40, 42 isoliert wird. Sodann erfolgt eine Gammasterilisation, wobei das Stechelement bzw. Tiefziehteil 14 steril eingeschlossen bleibt. Anschließend kann das Nachweiselement 16 insteril eingesetzt werden, so dass insgesamt auf Sterilbedingungen bei der Prozessführung verzichtet werden kann.
