Schaepper, Walter (Sindenweg 5, Buchs, CH-9470, CH)
| 1. | Vorrichtung (1) zum Verbinden von Textilien (2,2') mit einem Appliziermittel (3), welches zumindest eine Ãff nung (4) umfasst, über die ein fluides Verbindungsmate rial (5) zumindest teilweise zwischen zwei oder mehrere, zumindest teilweise aufeinandergelegte und im Wesentli chen flächige Textilienabschnitte (6,6', 6''...) bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Appliziermittel (3) zum Heranführen dieser Ãffnung (4) in die Nähe einer Oberfläche der Textilien (2, 2'), jedoch nicht zum Durchstossen dieser Textilien ausge bildet ist und die Vorrichtung (1) ein Druckerzeugungsteil (32) um fasst, mit dessen Hilfe das Verbindungsmaterial (5) in Textilien (2,2') hinein und/oder durch diese hindurch pressbar ist. |
| 2. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Appliziermittel (3) bzw. die Ãffnung (4) zwi schen solche Textilienabschnitte (6,6', 6''...) bringbar ausgebildet ist. |
| 3. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Appliziermittel (3) bzw. die Ãffnung (4) auf die Aussenseite von solchen Textilienab schnitten (6,6', 6''...) bringbar ausgebildet ist. |
| 4. | Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da durch gekennzeichnet, dass das Druckerzeugungsteil (32) zum Erzeugen eines Druckes in einem Hilfsfluid (12) aus gebildet ist. |
| 5. | Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, da durch gekennzeichnet, dass sie Vorbereitungsmittel (22) zum Vorbereiten, insbesondere zum Vorwärmen, von Texti lienabschnitten (6,6', 6''...) umfasst. |
| 6. | Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, da durch gekennzeichnet, dass sie Verfestigungsmittel (17) zum Verfestigen, insbesondere zum Abkühlen, des einge brachten Verbindungsmaterials (5) umfasst. |
| 7. | Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, wel che eine Arbeitsfläche (23) zum Auflegen von zu verbin denden Textilienabschnitten (6,6', 6''...) umfasst, da durch gekennzeichnet, dass sie ein Transportmittel (24) zum Transportieren der Textilien gegenüber der Ar beitsfläche (23) und/oder dem Appliziermittel (3)um fasst. |
| 8. | Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Appliziermittel (3) gegenüber der Arbeitsfläche (23) und/oder dem Transportmittel (24) beweglich ausge bildet ist. |
| 9. | Verwendung der Vorrichtung zum Verbinden von Textilien nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dassabwechselnd mit dem Einbringen des Verbindungsmaterials (5)ein Hilfsfluid (12) durch die gleiche Ãffnung (4) wie das Verbindungsmaterial (5) gepresst wird, so dass Portionen (26) des Verbindungsma terials eingebracht werden. |
| 10. | Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Hilfsfluid (12) zumindest ein Teil der Verbin dungsmaterialPortionen (26) aus der Textilverbindung entfernt werden. |
| 11. | Verfahren zum Verbinden von Textilien (2,2') mit einer Vorrichtung (1), welche ein Appliziermittel (3) mit zu mindest einer Ãffnung (4) umfasst, bei dem ein fluides Verbindungsmaterial (5) zumindest teilweise zwischen zwei oder mehrere, zumindest teilweise aufeinandergeleg te und im Wesentlichen flächige Textilienabschnitte (6,6'6,6''...) gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Appliziermittel (3) mit dieser Ãffnung (4) in die Nähe einer Oberfläche der Textilien (2,2') herangeführt wird, ohne diese Textilien zu durchstossen und mit einem Druckerzeugungsteil (32) das Verbindungsmate rial (5) in Textilien (2,2') hinein und/oder durch die se hindurch gepresst wird. |
| 12. | Verfahren nach Anspruch 11 gekennzeichnet durch die fol genden Arbeitsschritte : * Bereitlegen von Textilmaterialien (2,2') zwischen ei nem mit einem Appliziermittel (3) ausgerüsteten Näh fuss (25) und einem als Stoffschieber (24') ausgebil deten Transportmittel (24) ; * Einspritzen bzw. Durchspritzen einer ersten dosierten Menge (26) von Verbindungsmaterial (5) in bzw. durch das Textilmaterial (2,2') ; * Ausführen eines Hubes mit dem Stoffschieber (24') und Positionieren des ersten eingespritzten Verbindungs materialPunktes (26) an dem Verfestigungsmittel (17) ; * Verfestigen des ersten eingespritzten Verbindungsma terialPunktes (26) und Einspritzen einer zweiten do sierten Menge (26) von Verbindungsmaterial (5) in das Textilmaterial (2,2'). |
| 13. | Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch die folgenden Arbeitsschritte : Bereitlegen von Textilmaterialien (2,2') zwischen ei nem mit einem Verfestigungsmittel (17) ausgerüsteten Nähfuss (25) und einem mit einem Verfestigungsmittel (17) ausgerüsteten, als Stoffschieber (24') ausgebil deten Transportmittel (24) ; * Einspritzen einer ersten dosierten Menge (26) von Verbindungsmaterial (5) zwischen die Textilmateriali en (2,2') ; * Ausführen eines Hubes mit dem Stoffschieber (24') und Positionieren des ersten eingespritzten Verbindungs materialPunktes (26) an dem Verfestigungsmittel (17) ; Verfestigen des ersten eingespritzten Verbindungsma terialPunktes (26) und Einspritzen einer zweiten do sierten Menge (26) von Verbindungsmaterial (5) zwi schen die Textilmaterialien (2,2'). |
| 14. | Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch die folgenden Arbeitsschritte : * Bereitlegen von Textilmaterialien (2,2') zwischen ei nem mit einem Verfestigungsmittel (17) ausgerüsteten Gleitblock (28) und einem mit einem Verfestigungsmit tel (17) ausgerüsteten und bandförmigen Transportmit tel (24'') ; * Einspritzen bzw. Durchspritzen von Verbindungsmateri al (5) in das Textilmaterial (2) sowie Transportieren der Textilmaterialien (2,2') und Verfestigen des ent stehenden VerbindungsmaterialBandes (26') in konti nuierlicher Weise. |
| 15. | Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch die folgenden Arbeitsschritte : * Bereitlegen von Textilmaterialien (2,2') zwischen ei nem mit einem Verfestigungsmittel (17) ausgerüsteten Nähfuss (25) und einem mit einem Verfestigungsmittel (17) ausgerüsteten und bandförmigen Transportmittel (24'') ; * Einspritzen von Verbindungsmaterial (5) zwischen die Textilmaterialien (2,2') sowie Transportieren der Textilmaterialien und Verfestigen des entstehenden VerbindungsmaterialBandes (26') in kontinuierlicher Weise. |
| 16. | Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitblock (28) mit dem Appliziermittel (3)zum Erzeugen einer von einer Geraden abweichenden Verbindung gegenüber dem Transportmittel (24) bewegt wird. |
Als Verfahren zum Verbinden von Textilien ist das Nähen seit Jahrtausenden bekannt. Durch Nähen können Textilien zuver- lässig miteinander verbunden werden, ohne dass die Flexibi- lität der Textilien wesentlich beeinflusst wird. Typischer- weise wird beim Nähen eine Nadel verwendet, mit welcher das zu verbindende Textilmaterial durchstossen wird. Durch das dabei entstehende Nadelloch wird üblicherweise ein Faden mitgeführt. Nähmaschinen erleichtern seit langer Zeit diese Arbeit. Zumeist entsteht so eine sichtbare Naht.
Aus WO 96/00810 sind Verfahren und Vorrichtungen zum Verbin- den von Textilien bekannt, bei denen entweder eine solche Naht entsteht, oder bei denen-durch Weglassen eines Fadens und Einspritzen eines Verbindungsmaterials zwischen die zu verbindenden Textilien-eine Klebeverbindung erreicht wer- den kann. Für letztere wird eine Hohlnadel verwendet, mit der das Verbindungsmaterial-oder ein Vorläufermaterial da- zu-im Bereich der Stichlöcher abgegeben wird. Nachteilig an solchen aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren ist, dass in allen Fällen Stichlöcher entstehen und dass die Einstichtiefe der Nadel sehr exakt wiederholt und je nach der Dicke des Nähgutes bzw. der Art der Naht genau einge- stellt werden muss.
Aus der US-A-3 295 493 (Shokichi Yamamoto) ist eine Vorrich- tung und ein entsprechendes Verfahren bekannt, bei der ein Appliziermittel in einer der Ausführungsformen so aufge- bracht wird, dass ein DurchstoÃen der Textilien vermieden wird. Dort ist es aber wensentlich, das Mittel beidseitig
aufzutragen, was nachteilig ist und mit der vorliegenden Er- findung vermieden werden soll.
Aus der DE-A-33 42 394 ist eine Vorrichtung zum VerschweiÃen von Kunststoffbahnen bekannt, bei der ein QuellschweiÃmittel die Eigenschaft eines Applikators hat, der von einem Appli- ziermittel ohne DurchstoÃen der Textilien aufgetragen wird.
Die Kunststoffbahnen werden vorgewärmt.
Gemäss US-A-3 785 898 (Gerber) wird ein fluides Verbindungs- material durch ein Appliziermittel zwischen zwei Abschnitte gebracht ohne DurchstoÃen der Textilien.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine al- ternative Vorrichtung sowie ein entsprechendes Verfahren zum Verbinden von Textilien vorzuschlagen, mit welchen diese Nachteile im Stand der Technik eliminiert werden können.
Diese Aufgabe wird gemäss den Merkmalen der unabhängigen An- sprüche 1 und 11 gelöst. Dabei haben die Massnahmen der Er- findung zunächst einmal zur Folge, dass das Appliziermittel durch ein Druckerzeugungsteil unterstützt wird und dadurch in der Lage ist, das Verbindungsmaterial nicht nur-wie beim genannten Stand der Technik-aufzutragen, sondern in die Textilien hinein oder sogar durch diese hindurchzupres- sen. Dies ist dann wichtig, wenn nur ein Appliziermittel verwendet werden soll und nicht, wie in der US-A-3 295 493 vorgeschlagen, zwei Appliziermittel von jeder Seite einfach auftragen. Weitere bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Die vorliegende Erfindung wird nun an Hand von schemati- schen, lediglich beispielhafte Ausführungsformen zeigenden Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen :
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine mit einer einfachen Düse im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Verbindung von zwei Textilstücken, wobei : Fig. 1A die im Prinzip einfachste Verbindung, Fig. 1B, 1C eine weitere, einfache Verbindung, und Fig. 1D eine dreifache Verbindung, darstellt ; Fig. 2 einen Querschnitt durch eine mit einer doppelten Düse im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Verbindung von drei Textilstücken, wobei eine doppelte Verbin- dung dargestellt ist ; Fig. 3 einen Querschnitt durch eine mit einer einfachen Düse im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Verbindung von zwei Textilstücken, wobei eine einfache Ringver- bindung dargestellt ist ; Fig. 4 einen Querschnitt durch eine mit einer einfachen Düse im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Verbindung von zwei Textilstücken, wobei : Fig. 4A eine einfache Zick-Zack-Verbindung, und Fig. 4B eine einfache Zick-Zack-Ringverbindung darstellt ; Fig. 5 einen Querschnitt durch eine mit einer einfachen Düse im Zwischenlage-Verfahren hergestellte, einfache Ver- bindung von zwei Textilstücken ; Fig. 6 eine mit einer doppelten Düse im Zwischenlage- Verfahren hergestellte, doppelte Verbindung von zwei Textilstücken : Fig. 6A im Querschnitt, Fig. 6B im Längsschnitt ; Fig. 7 Ausführungsformen von nahtähnlichen Verbindungen : Fig. 7A einfach, im Punkt-bzw. Strang-Verfahren ;
Fig. 7B dreifach, im Punkt-bzw. Strang-Verfahren ; Fig. 7C einfach, im Durchdringungs-Punkt-Verfahren mit Hilfsfluidausstoss ; Fig. 7D einfach, im Strang-Zick-Zack-Verfahren ; Fig. 7E einfach, im Durchdringungs-Punkt-Verfahren mit Hilfsfluidausstoss, im Zick-Zack- Muster ; Fig. 8 einen Vertikalschnitt durch eine erste Ausführungs- form der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Durch- dringungs-Punkt-Verfahren ; Fig. 9 einen Vertikalschnitt durch eine zweite Ausführungs- form der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Zwi- schenlagen-Punkt-Verfahren ; Fig. 10 einen Vertikalschnitt durch eine dritte Ausführungs- form der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Durch- dringungs-Strang-Verfahren ; Fig. 11 einen Vertikalschnitt durch eine vierte Ausführungs- form der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Zwi- schenlagen-Strang-Verfahren ; Fig. 12 eine erste Ausführungsform eines Druckerzeugungs- teils.
Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch eine mit einer einfa- chen Düse im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Verbin- dung von zwei Textilstücken. In der Folge werden Gewebe, Ge- wirke und Fliesstoffe als Textilien bezeichnet. Eine solche Verbindung wird mit einer Vorrichtung 1 zum Verbinden von Textilien 2,2' hergestellt. Die Vorrichtung 1 umfasst ein Appliziermittel 3, welches zumindest eine Ãffnung 4 umfasst.
Ãber die Ãffnung 4 ist ein fluides Verbindungsmaterial 5 zu- mindest teilweise zwischen zwei oder mehrere, zumindest
teilweise aufeinandergelegte und im Wesentlichen flächige Textilienabschnitte 6,6', 6'' bringbar. Das Appliziermittel 3 ist erfindungsgemäss zum Heranführen dieser Ãffnung 4 in die Nähe einer Oberfläche der Textilien 2,2', jedoch nicht zum Durchstossen dieser Textilien ausgebildet. Das Appliziermit- tel 3 weist die Form einer einfachen Düse auf, deren Ãffnung 4 nahe an die Aussenseite eines solchen Textilienabschnittes 6 gebracht wurde.
Figur 1A stellt die im Prinzip einfachste aller möglichen Verbindungen dar. Eine solche Verbindung von zwei Textilien 2,2', von denen je ein Textilienabschnitt 6,6' gerade und flach auf dem andern liegt, kann mittels dem Durchdringungs- Punkt-oder Durchdringungs-Strang-Verfahren, oder auch mit- tels dem Zwischenlage-Punkt-oder Zwischenlage-Strang- Verfahren hergestellt werden. Bevorzugt werden allerdings die beiden Strang-Verfahren, weil es mit diesen gelingt, die Textilienränder 10 praktisch vollständig mit Verbindungsma- terial 5 zu bedecken bzw. zu fassen, so dass ein"Aufgehen", z. B. die Bildung von"Laufmaschen"bzw. ein"Ausfransen"der Textilien verhindert wird.
In-Figur 1B und 1C ist ebenfalls eine einfache, nahtähnliche Verbindung dargestellt, bei deren Herstellung aber nur das fluide Verbindungmaterial und nicht das Appliziermittel 3 einzelne Textilienabschnitte 6,6', 6'' oder auch 6'''durch- dringt. Die vorderste Spitze 7 des Appliziermittels 3 ist auch hier als kegelstumpfförmige Düse 8 ausgebildet, deren Ãffnung 4 an der abgeflachten Oberfläche 9 des Kegelstumpfes 8 mündet. Diese schematische Darstellung zeigt das Verbin- dungsmaterial 5 mit einem runden Querschnitt. Selbstver- ständlich kann das Verbindungsmaterial 5-je nach der applizierten Menge-auch einen abgeflachten Querschnitt aufweisen ; dies wird meist der Normalfall sein (vgl. Fig.
1A). Aus diesen Darstellungen ist ebenfalls noch nicht er-
sichtlich, ob es sich um eine kontinuierliche Verbindung handelt oder nicht ; beides ist möglich (vgl. auch Fig. 7A).
Figur 1D stellt eine dreifache Verbindung dar, bei der die zu verbindenden Textilienabschnitte 6,6'und das Applizier- mittel 3-nicht wie in Fig. 1A bis 1C einmal-sondern dreimal gegeneinander bewegt wurden. Dabei wurde darauf ge- achtet, dass die beiden Randverbindungen gerade den Textili- enrand 10,10' komplett einfassen, womit erreicht wird, dass das Gewebe der Textilien nicht"aufgehen"kann. Bevorzugter- weise werden die Randverbindungen für solche Zwecke als kon- tinuierliche Verbindung hergestellt (vgl. Fig. 7B, unten).
Die mittlere Verbindung-sie kann auch mehr als eine Ver- bindung umfassen-kann kontinuierlich oder punktförmig (vgl. Fig. 7B, oben) ausgebildet sein. Diese Art von Verbin- dung eignet sich sehr gut zum Verbinden von technischen Ge- weben, wie z. B. zur Herstellung von Säcken : Das Füllgut und die durch dieses entstehende Belastung kann ein Lösen der extrem auf Zug belasteten Verbindung bzw. ein sogenanntes "Schälen"der beiden Textilienabschnitte 6,6'nicht hervor- rufen.
Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch eine mit einer doppel- ten Düse 11 im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Ver- bindung von drei Textilstücken 2,2', 2'', wobei eine doppelte Verbindung dargestellt ist. Durch die Wahl einer solchen doppelten Düse 11, bzw. einer Dreifach-oder Mehrfachdüse (nicht dargestellt), kann eine Doppel-bzw. Mehrfachverbin- dung in einem Durchgang vervollständigt werden. Auch eine solche Verbindung kann extremen Zugbelastungen widerstehen und eignet sich z. B. für die Befestigung von Trägerstücken an Rucksäcken.
Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch eine mit einer einfa- chen Düse 8 im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Ver-
bindung von zwei Textilienabschnitten 6,6', wobei eine ein- fache Ringverbindung dargestellt ist. Eine solche Verbindung wird dadurch erreicht, dass zuerst das Verbindungsmaterial 5 punktförmig in die zu verbindenden Textilienabschnitte hin- eingedrückt wird. Vor dem Aushärten des Verbindungsmaterials 5 bzw. vor dem Abkühlen des Schmelzklebers wird ein zweites Medium, ein sogenanntes Hilfsfluid 12 ins Zentrum des Ver- bindungsmaterial-Punktes gedrückt, so dass das Verbindungs- material 5 von dort verdrängt wird. Anschliessend lässt man das Verbindungsmaterial 5 erstarren, bzw. den Schmelzkleber abkühlen ; zurück bleibt eine ringförmige Verbindung (vgl.
Fig. 7C). Je nach der Viskosität des verwendeten Verbin- dungsmaterials können eher dünne (nur ein Textilstück 2 um- gelegt, vgl. Fig. 3A) oder auch dickere Verbindungen (beide Textilstücke 2,2' umgelegt, vgl. Fig. 3B) ausgeführt werden.
Figur 4 zeigt einen Querschnitt durch eine mit einer einfa- chen Düse 8 im Durchdringungs-Verfahren hergestellten Ver- bindung von zwei Textilstücken 2,2'. Zum Ausführen einer einfachen, kontinuierlichen Zick-Zack-Verbindung (vgl. Fig.
4A und Fig. 7D) wird ein Appliziermittel 3, welches eine Ãffnung 4 umfasst und als kegelstumpfförmige Düse 8 ausge- bildet ist, in oszillierender Weise quer zur relativen Fort- bewegungsrichtung der zu verbindenden Textilien 2,2'und der Düse 8 bewegt. In diesem Fall wurde die Querauslenkung gera- de so gross gewählt, dass sich die Düse zwischen den beiden Randbereichen der Textilien 2,2' bewegt. Eine ähnliche, schrittweise Bewegungsart-in Verbindung mit dem Verdrängen des zentralen Teils eines Verbindungsmaterial-Punktes-ist in Fig. 4B abgebildet (vgl. auch Fig. 7E), wo eine einfache Zick-Zack-Ringverbindung darstellt ist.
Figur 5 zeigt einen Querschnitt durch eine mit einer einfa- chen Düse im Zwischenlage-Verfahren hergestellten Verbindung von zwei Textilstücken 2,2', wobei eine einfache Verbindung ausgeführt ist. Die schnabelförmige Düse 13 gleitet zwischen
den zu verbindenden Textilienabschnitten 6'und 6''und legt punktweise oder kontinuierlich (vgl. Fig. 1 7A) ein Verbin- dungsmaterial 5 in einer Linie ab. Der Düse 13 folgt ein Drücker (nicht gezeigt), der die zu verbindenden Textilien- abschnitte mit dem dazwischen liegenden, fluiden Verbin- dungsmaterial zusammendrückt und so die Verbindung komplet- tiert.
Figur 6 zeigt eine mit einer doppelten Düse im Zwischenlage- Verfahren hergestellten Verbindung von zwei Textilstücken 2,2', wobei eine doppelte Verbindung ausgeführt ist. Die vorzugsweise flache, fussförmige Düse 14 gleitet zwischen den zu verbindenden Textilienabschnitten 6'und 6''und legt punktweise oder kontinuierlich (vgl. im Wesentlichen Fig. 1 7B) ein Verbindungsmaterial 5 in einer Linie ab. Das Verbin- dungsmaterial 5 wird durch die Zuleitung 15 aus einem Behäl- ter 20 in die Düse 14 geliefert. Im Fall der Verwendung von Schmelzkleber als Verbindungsmaterial 5 sind vorzugsweise alle diese Teile heizbar ausgebildet, damit es keine Stauge- fahr durch sich ungewollt abkühlenden und dadurch verfesti- genden Schmelzkleber gibt. Vorzugsweise umfasst eine solche Vorrichtung auch Vorbereitungsmittel 22 zum Vorbereiten, d. h. Vorwärmen der zu verbindenden Textilienteile 6,6', 6''.
Der Düse 14 folgt ein Drücker 16, der die zu verbindenden Textilienabschnitte 2,2'mit dem dazwischen liegenden, flui- den Verbindungsmaterial 5 zusammendrückt und so die Verbin- dung komplettiert (vgl. entsprechender Längsschnitt in Fig.
6B). Der Drücker 16 umfasst vorzugsweise ein Verfestigungs- mittel 17 zum Verfestigen des eingebrachten Verbindungsmate- rials 5. Dieses Verfestigungsmittel kann-bei Verwendung eines Schmelzklebers als Verbindungsmaterial 5-eine Kühl- platte 18 sein, welche zum Ableiten der Schmelzwärme dient.
Es kann aber auch eine Leitung 19 für ein fluides Verfesti- gungsmittel vorgesehen sein. Dieses Verfestigungsmittel 17 kann in Form eines Kühlgases oder einer Kühlflüssigkeit dem
flüssigen Schmelzkleber die Wärme auf physikalischem Wege entziehen. Es kann aber auch in Form eines Reaktionsgases oder-dampfes die Verfestigung des Verbindungsmaterials 5 auf chemischem Wege, z. B. durch Polymerisation, bewerkstel- ligen. Auch z. B. ein UV-Strahl bzw. W-Strahlen können als Verfestigungsmittel 17 eingesetzt werden. Zum Verfestigen des Verbindungsmaterials kann auch ein Hilfsfluid 12 verwen- det werden, welches bevorzugt mit Druck appliziert wird.
Figur 7 zeigt unterschiedliche Ausführungsformen von naht- ähnlichen Verbindungen, die sich aus der Verwendung einer Vorrichtung 1 im Durchdringungs-Verfahren (vgl. Fig. 7A bis 7E) oder im Zwischenlage-Verfahren (vgl. Fig. 7A, 7B und 7D) ergeben. Der Ausstoss eines Hilfsfluids 12 wird für das Her- stellen von Verbindungen wie in Fig. 7C und 7E gezeigt, be- vorzugt.
Zum Herstellen aller dieser und ähnlicher bzw. entsprechen- der, linienförmiger Verbindungen müssen das Appliziermittel 3-sei dies eine kegelstumpf-, eine schnabel-oder eine fussförmige Düse 8,13,14-und die zu verbindenden Textili- enabschnitte 6,6'... relativ gegenüber einander beweglich sein. Zu diesem Zweck umfasst die Vorrichtung 1 bevorzugt eine Arbeitsfläche 23 zum Auflegen von zu verbindenden Tex- tilienteilen 6,6'... und ein Transportmittel 24-zum Trans- portieren der Textilien gegenüber der Arbeitsfläche 23 und/ oder dem Appliziermittel 3. Solche Transportmittel 24 können z. B. als Stoffschieber 24' (vgl. Fig. 8 und 9) oder als Transportband 24'' (vgl. Fig. 10 und 11) ausgebildet sein.
Zum Ausführen von Zick-Zack-Verbindungen ist das Applizier- mittel 3 vorzugsweise gegenüber der Arbeitsfläche 23 und/oder dem Transportmittel 24 beweglich ausgebildet.
Einfachere Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrich- tung 1 weisen ein Appliziermittel 3 auf, welches im Wesent- lichen quer zur Transportrichtung der zu verbindenden Texti-
lien beweglich ist. Es kann aber auch ein-vorzugsweise in einem bestimmten Abstand zu den zu verbindenden Textilien 2,2'-frei bewegliches Appliziermittel 3 vorgesehen sein, mit welchem beliebige Muster zur Verbindung der Textilien hergestellt werden können. Z. B. ein X/Y-Schlitten bzw.
-Tisch, wie der eines an einen Computer angeschlossenen Plotters oder Druckers, eignen sich nach der entsprechenden Modifikation. Vorzugsweise wird dann auch zumindest ein Vor- bereitungsmittel 22 und ein Verfestigungsmittel 17 mit dem Appliziermittel 3 zusammen bewegt.
Figur 8 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine erste Ausfüh- rungsform der Vorrichtung 1 zur Verwendung nach dem Durch- dringungs-Punkt-Verfahren. Der Stoff, d. h. die zu verbinden- den Textilien 2,2' werden-wie beim im Stand der Technik bekannten Nähen-zwischen einen Nähfuss 25 und einen als Transportmittel 24 verwendeten Stoffschieber 24'einer Vor- richtung 1 eingeführt. Der als Drücker 16 wirkende Nähfuss 25 umfasst ein Appliziermittel 3 und ein Verfestigungsmittel 17. An Stelle einer Nadel wird ein Verbindungsmaterial 5, vorzugsweise ein flüssiger Schmelzkleber, über das als Düse ausgestaltete Appliziermittel 3 an die Textilien abgegeben : Eine dosierte Menge 26 des Schmelzklebers wird in die Texti- lien 2,2' eingespritzt. Beim Einspritzen bewegt sich das Appliziermittel 8 nicht, was das Nachliefern des flüssigen Schmelzklebers vereinfacht. Mit dem nächsten Hub des Stoff- schiebers 24'gelangt der eingespritzte Schmelzkleberpunkt 26 an die Position des Verfestigungsmittels 17 in Form eines Kühlluftkanals 19, wo diese dosierte Menge 26 des Verbin- dungsmaterials 5 schnell abkühlt und damit verfestigt. Ab- weichend von dieser Darstellung können auch mehrere Schmelz- kleberpunkte 26 (z. B. mit einer Mehrfachdüse) nebeneinander und auch hintereinander (z. B. mit einer nicht gezeigten Ar- ray-Düse) aufgebaut werden. Diese Vorrichtung bzw. dieses Verfahren eignet sich besonders für poröse Textilien und solche, bei denen die sichtbaren Klebepunkte nicht stören.
Damit Schmelzkleberzuleitung 15 und Kühlluftkanal 19 ther- misch sauber getrennt sind, wird bevorzugt zwischen den ent- sprechenden, recht massiven Blöcken eine Wärmeisolation 27 angebracht. Der Stoffschieber 24'ist ohne Verfestigungsmit- tel gezeichnet, jedoch kann dieser-zum Verbessern der Kühlleistung-auch mit einem Kühlluftsystem (vgl. z. B. Fig.
9) ausgerüstet sein.
Figur 9 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine zweite Aus- führungsform der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Zwi- schenlagen-Punkt-Verfahren. Der Stoff, d. h. die zu verbin- denden Textilien 2,2'werden wie beim im Stand der Technik bekannten Nähen zwischen einen Nähfuss 25 und einen als Transportmittel 24 verwendeten Stoffschieber 24'einer Vor- richtung 1 eingeführt. Dem als Drücker 16 wirkenden Nähfuss 25 läuft ein keilförmiges Appliziermittel 3 voraus. Ein Ver- festigungsmittel 17 (z. B. Schmelzkleber) wird durch eine sich nahe der Spitze 7 des als Düse ausgebildeten Applizier- mittels 3 punktweise zwischen die beiden zu verbindenden Textilbahnen 2,2' gespritzt. Die eingespritzte Menge und/ oder die Distanz zwischen den Schmelzkleberpunkten 26 beein- flussen die Festigkeit (Belastbarkeit), die Elastizität und das Aussehen der verbundenen Textilien. Beim Einspritzen be- wegt sich das Appliziermittel 3 nicht, was das Nachliefern des flüssigen Schmelzklebers vereinfacht. Mit dem nächsten Hub des Stoffschiebers 24'gelangt der eingespritzte Schmelzkleberpunkt 26 in den Bereich der Verfestigungsmittel 17, welche in Form von vorzugsweise am Stoffschieber 24'und am Nähfuss 25 angebrachten Kühlluftkanälen 19, diese dosier- te Menge 26 des Verbindungsmaterials 5 schnell abkühlen und damit verfestigen. Kleine Schritte und grosse Punkte ermög- lichen z. B. das Herstellen einer geschlossenen Verbindung (vgl. Fig. 7A, unten). Abweichend von dieser Darstellung können auch mehrere Schmelzkleberpunkte (z. B. mit einer Mehrfachdüse) nebeneinander aufgebaut werden. Diese Vorrich- tung bzw. dieses Verfahren eignet sich besonders für das
Verbinden bzw. Verkleben von dichten Textilien, wobei un- sichtbare Verbindungen erzeugt werden. Der Stoffschieber 24' und der Nähfuss sind mit einem Verfestigungsmittel 17 ge- zeichnet, jedoch können diese-falls es das verwendete Ver- bindungsmaterial-/Verfestigungsmittel-System erlaubt-auch ohne bzw. nur einseitig mit einem Verfestigungsmittel (vgl. z. B. Fig. 8) ausgerüstet sein.
Figur 10 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine dritte Aus- führungsform der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Durch- dringungs-Strang-Verfahren. Der Stoff, d. h. die zu verbin- denden Textilien 2,2'werden zwischen einem Gleitblock 28 und einen als Transportmittel 24 verwendeten Transportband 24''einer Vorrichtung 1 eingeführt. Der als Drücker 16 wir- kende Gleitblock 28 umfasst vorzugsweise ein Vorbereitungs- mittel 22, ein Appliziermittel 3 und ein Verfestigungsmittel 17. Bei der Verwendung eines Schmelzklebers als Verbindungs- material 5 dient das Vorbereitungsmittel zur Vorwärmung der zu verbindenden Textilien 2,2'und das Verfestigungsmittel 17 zur Kühlung des Schmelzklebers 5. Das Appliziermittel 3, das zur Zuführung des Schmelzklebers heizbar ausgebildet ist, kann mit dem ebenfalls heizbaren Vorbereitungsmittel 22 gemeinsam ausgebildet sein, das gekühlte Verfestigungsmittel 17 ist von diesen beiden mittels einer Isolation 27 vorzugs- weise thermisch getrennt. An Stelle einer Nadel wird ein Verbindungsmaterial 5, vorzugsweise ein flüssiger Schmelz- kleber, über das als Düse ausgestaltete Appliziermittel 3 an die Textilien abgegeben : Schmelzklebermaterial wird kontinu- ierlich in die ebenfalls kontinuierlich transportierten Tex- tilien 2,2' eingespritzt. Beim Einspritzen bewegt sich das Appliziermittel 3 nicht, was das Nachliefern des flüssigen Schmelzklebers und des Kühlmittels Luft (es können auch an- dere, vorzugsweise ölfreie Gase, wie z. B. Stickstoffgas oder Kohlendioxid verwendet werden) vereinfacht. Mit dem Trans- portband 24''gelangt der eingespritzte Schmelzkleberstrang 26'an die Position des Verfestigungsmittels 17 in Form ei-
nes Kühlluftkanals 19 und/oder eines massiven Kühlblocks 29, wo dieser Strang schnell abkühlt und damit verfestigt. Auch hier können mehrere Schmelzkleberstränge 26' (z. B. mit einer Mehrfachdüse) nebeneinander aufgebaut werden. Der Transport der miteinander verbundenen Textilien 2,2' wird durch Rollen 30, die seitlich am Gleitblock 28 angeordnet sind, unter- stützt. Diese Vorrichtung bzw. dieses Verfahren eignet sich besonders für technische Gewebe und Monofil-Filter und all- gemein für das schnelle Herstellen von langen, geraden oder gekrümmten Verbindungen von Textilien 2,2'.
Abweichend von der Darstellung in den Figuren können auch Hilfsfluide 12 eingesetzt werden, die-zusammen mit dem Verbindungsmaterial 5-ein chemisches Zweikomponentensystem bilden und die-beim Kontakt mit dem Verbindungsmaterial 5 -dieses zum Verfestigen bringen. Dieses Hilfsfluid 12 kann vor dem Verbindungsmaterial 5 als fluides Vorbereitungsmit- tel 22 eingesetzt werden, welches als chemische Vorläufer- oder"Primer-"Substanz"die zu verbindenden Textilienab- schnitte 6,6', 6''... im Wesentlichen imprägniert und die ein Verfestigen des Verbindungsmaterials 5 bewirkt, sobald die- ses in Kontakt mit dieser Primer-Substanz kommt. Ein nach- täglich zum Aufbringen des Verbindungsmaterials 5 appli- ziertes Hilfsfluid 12 kann-mit oder ohne Strahlenunter- stützung, wie W-Licht und dergleichen-die gleiche Wirkung erzeugen.
Figur 11 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine vierte Aus- führungsform der Vorrichtung zur Verwendung nach dem Zwi- schenlagen-Strang-Verfahren. Die beiden Stoffbahnen, d. h. die zu verbindenden Textilien 2,2', werden-wie beim im Stand der Technik bekannten Nähen-zwischen einen Nähfuss 25 und einen als Transportmittel 24 verwendeten Transport- band 24''einer Vorrichtung 1 eingeführt. Dem als Drücker 16 wirkenden Nähfuss 25 läuft ein keilförmiges Appliziermittel 3 voraus. Ein Verfestigungsmittel 17 (z. B. Schmelzkleber)
wird durch eine sich nahe der Spitze 7 des als Düse ausge- bildeten Appliziermittels 3 kontinuierlich und synchron mit der Geschwindigkeit des Transportbandes 24''zwischen die beiden zu verbindenden Textilbahnen 2,2'gebracht. Ein Kühl- luftkanäle 19 mit entsprechenden Kühldüsen 31 umfassendes Verfestigungsmittel 17 ist unterhalb des Transportbandes 24''und vorzugsweise auch im Nähfuss 25 angeordnet, so dass der einzelne bzw. mehrere eingebrachte Schmelzkleberstränge 26'gleichzeitig und schnell gekühlt und damit verfestigt werden können. Eine schnelle Kühlung des Schmelzklebers ist auch deshalb vorteilhaft, weil damit ein Ankleben des Schmelzklebers am Drücker 16 (wie Düse 8,11,14 oder 14 bzw.
Nähfuss 25 und dergleichen) und/oder am Transportmittel 24 (Stoffschieber 24'bzw. Transportband 24'') verhindert wer- den kann.
Diese Vorrichtung bzw. dieses Verfahren eignet sich beson- ders für das Verbinden bzw. Verkleben von dichten Textilien, wobei unsichtbare Verbindungen erzeugt werden. Für das ex- trem schnelle Herstellen von langen, vorzugsweise geraden Verbindungen von Textilien 2,2' ist dieses Verfahren bzw. diese Vorrichtung speziell geeignet.
Figur 12 zeigt eine erste Ausführungsform eines Druckerzeu- gungsteils 32, welches in der Vorrichtung 1 zur Erzeugung eines höheren Druckes im Verbindungsmaterial 5 dient. Dieses Druckerzeugungsteil 32 pumpt Schmelzkleber in eine herzu- stellende Verbindung, wie diese bisher beispielhaft be- schrieben wurden. Es kann auch verwendet werden, um abwechs- lungsweise Schmelzkleber und Luft in die herzustellende Ver- bindung zu pumpen. Im zweiten Fall dient die Luft dazu, die punktuellen Verbindungsstellen zu trennen und den heissen Schmelzkleber von der Führungen möglichst fernzuhalten. Zu- sätzlich heizt die erwärmte Luft die zu verbindenden texti- len Flächengebilde auf, was die Adhäsion des Klebers mit denselben verbessert.
Das erfindungsgemässe Druckerzeugungsteil 32 umfasst einen Speicher bzw. Behälter 20 für den z. B. als Granulat einfüll- baren Schmelzkleber. Mittels einer Heizung 33 wird der Be- hälter 20 auf eine gewünschte Temperatur gebracht und damit der Schmelzkleber 5 verflüssigt. Dieser Behälter, der sich zumeist über den zu verbindenden Textilien 2,2' befindet, kann jedoch bereits genügen, um-mittels des vorherrschen- den hydrostatischen Drucks im flüssigen Schmelzkleber-eine gewünschte Menge Verbindungsmaterials 5 zum Verbinden der Textilien 2,2'zu liefern.
Mittels einer Heizung 33, welche eines oder mehrere Heizele- mente umfasst, kann auch eine ganze Baugruppe, der Schmelz- kleber 5 im Behälter 20 und die Luft in der Baugruppe auf eine gewünschte Temperatur gebracht werden. Zumindest im un- teren Teil des Behälters 20, wo die Leitungen zum Weiterlei- ten des Schmelzklebers 5 münden, wird dieser durch die Hei- zung 33 verflüssigt, so dass er in fluider Form zur Verwen- dung bereitsteht.
Zwei über einen Motor 34 und eine Welle 35 mittels Exzenter 36,36' angetriebene Kolben 37,37' bewegen sich zyklisch in je einem Zylinder 38,38'. Beide Zylinder 38,38'münden in je eine Düsenleitung 39,39', welche sich in der kegelstumpfför- migen Düse 8 vereinigen und in einer gemeinsamen Ãffnung 4 an der abgeflachten Oberfläche des Kegelstumpfes 9 münden.
Diese kegelstumpfförmige Düse 8 bildet das Appliziermittel 3 der erfindungsgemässen Vorrichtung 1.
Wenn nun der erste Kolben 37 vom Exzenter 36 zurückgezogen wird, wird fluides Verbindungsmaterial 5 (Schmelzkleber) durch eine Behälterleitung 40 in den ersten Zylinder 38 ge- sogen. Dabei gibt ein sich öffnendes, erstes Rückschlagven- til 41 den Weg zum Zylinder 38 frei. Ein zweites und drittes Rückschlagventil 42,43 sind, insbesondere zum Verhindern des
Einströmens von Luft in den Zylinder 38, durch die entste- hende Saugwirkung und durch ihre interne Federspannung ge- schlossen. Beim Erreichen des hinteren Umkehrpunktes des er- sten Kolbens 37 schliesst sich das erste Rückschlagventil 41 unter seiner internen Federspannung. Anschliessend wird der Kolben 37 vom Exzenter 36 vorgeschoben, wodurch der Druck im ersten Zylinder 38-gegen den einstellbaren Federdruck des zweiten Rückschlagventils 42-erhöht wird. Falls der am zweiten Rückschlagventil 42 vorgewählte Zylinderdruck über- troffen wird, öffnet sich dieses Ventil 42 und entlässt so lange Schmelzkleber in die Uberdruckleitung 44 und zurück in den Behälter 20, wie der Zylinderdruck zu hoch ist. Es re- sultiert somit ein vorwählbarer, im Wesentlichen gleichblei- bender Druck, der genügend hoch ist, das dritte Rückschlag- ventil 43 zu öffnen und die Düse 8 über die Düsenleitung 39 mit flüssigem Schmelzkleber zu beliefern. Beim Erreichen des vorderen Umkehrpunktes des Kolbens 37 schliessen sich alle eventuell noch offenen Rückschlagventile (z. B. 43), worauf der nächste Zyklus beginnt.
Wenn der erste Kolben 37 an seinem hinteren Umkehrpunkt an- kommt, erreicht der zweite Kolben 37'gerade seinen vorderen Umkehrpunkt. Wenn nun der zweite Kolben 37'vom Exzenter 36' zurückgezogen wird, wird Luft (Hilfsfluid 12) durch eine Luftansaugleitung 45 in den zweiten Zylinder 38'gesogen.
Dabei gibt ein sich öffnendes, viertes Rückschlagventil 46 den Weg zum Zylinder 38'frei. Ein fünftes und sechstes Rückschlagventil 47,48 sind durch die entstehende Saugwir- kung und durch ihre interne Federspannung geschlossen. Beim Erreichen des hinteren Umkehrpunktes des zweiten Kolbens 37' schliesst sich das vierte Rückschlagventil 46 unter seiner internen Federspannung. Anschliessend wird der Kolben 37' vom Exzenter 36'vorgeschoben, wodurch der Druck im zweiten Zylinder 38'-gegen den einstellbaren Federdruck des fünf- ten Rückschlagventils 47-erhöht wird. Falls der am fünften Rückschlagventil 47 vorgewählte Zylinderdruck übertroffen
wird, öffnet sich dieses Ventil 47 und entlässt so lange Luft in die Uberdruckleitung 44'und die Umgebung, wie der Zylinderdruck zu hoch ist. Es resultiert somit ein vorwahl- barer, im Wesentlichen gleichbleibender Druck, der genügend hoch ist, das sechste Rückschlagventil 48 zu öffnen und die Düse 8 über die Düsenleitung 39'mit dem Hilfsfluid 12 zu beliefern. Beim Erreichen des vorderen Umkehrpunktes des Kolbens 37'schliessen sich alle eventuell noch offenen Rückschlagventile (z. B. 48), worauf der nächste Zyklus be- ginnt.
Zum Ausführen des beschriebenen Durchdringungs-Punkt- Verfahrens werden durch dieses abwechselnde Ausstossen von Schmelzkleber und Luft aus der Düse 8 definierte Portionen des Verbindungsmaterial 5 produziert, welche in die Textili- en 2,2' eingespritzt werden können. Zum Ausführen des be- schriebenen Zwischenlagen-Punkt-Verfahrens werden durch die- ses abwechselnde Ausstossen von Schmelzkleber und Luft aus einer entsprechenden Düse 13,14 definierte Portionen des Verbindungsmaterial 5 produziert, welche zwischen die zu verbindenden Textilien 2,2'gebracht werden können.
Wird abwechselnd Schmelzkleber und Luft ausgestossen, wäh- renddem der Stoffschieber 24'die zu verbindenden Textilien 2,2' gerade transportiert, so ergeben sich bei diesen beiden Verfahren Klebepunkte (vgl. Fig. 7A, 7B, oben). Wird jedoch immer zwischen den Schritten des Stoffschieber 24'abwech- selnd Schmelzkleber und Luft ausgestossen, so ergeben sich beim Durchdringungs-Punkt-Verfahren Kleberinge (vgl. Fig.
7C, 7E). Dies, weil die Düse zur Zeit des Ausblasen von Luft als Hilfsfluid 12 immer noch über dem Schmelzkleberpunkt 26 steht und dessen Zentrum ausbläst, so dass ein Teil der Ver- bindungsmaterial-Portionen aus der Textilverbindung entfernt werden. Wie gezeigt kann-je nach dem gewählten Verhältnis von Schritttakt des Stoffschiebers 24'und Zyklus des Druk-
kerzeugungsteils 32-mit der gleichen Baugruppe eine Ver- bindung von Textilien 2,2'mittels Klebepunkten oder Klebe- ringen hergestellt werden.
Abweichend von der bisherigen Beschreibung des erfindungsge- mässen Druckerzeugungsteils 32 kann die gezeigte Baugruppe auch zur Erzeugung eines kontinuierlichen Ausstossens von Verbindungsmaterial 5 bzw. Schmelzkleber verwendet werden, wenn die Ansaugleitung 45 und die Ãberdruckleitung 44'eben- falls in den Behälter 20 geleitet werden. Falls eine noch gleichmässigere Lieferung der Düsen 8,13,14 mit Schmelzkle- ber gewünscht wird, können auch drei oder mehr entsprechende und miteinander gekoppelte Zylinder vorgesehen werden. So kann, zum Ausführen des beschriebenen Durchdringungs-Strang- Verfahrens, durch dieses kontinuierliche Ausstossen von Schmelzkleber aus der Düse 8, Verbindungsmaterial 5 produ- ziert und in die Textilien 2,2' eingespritzt werden. Beim beschriebenen Zwischenlagen-Strang-Verfahren kann, durch das kontinuierliche Ausstossen von Schmelzkleber aus einer ent- sprechenden Düse 13,14, Verbindungsmaterial 5 produziert und zwischen die zu verbindenden Textilien 2,2'gebracht werden.
Ebenfalls abweichend von der bisherigen Beschreibung des er- findungsgemässen Druckerzeugungsteils 32 kann eine andere, alternative Baugruppe zur Erzeugung eines höheren Druckes im Verbindungsmaterial 5 dienen. Bei jener Baugruppe handelt es sich z. B. um einen Extruder, der eine von einem Motor ge- triebene Förderschnecke und einen Düsenfuss für das Durch- dringungs-oder das Zwischenlagen-Verfahren umfasst (nicht gezeigt). Bevorzugt ist ein Extruder mit einem aufgesetzten Behälter und einer integrierten Heizung, so dass-wie bei der Baugruppe von Fig. 12-Verbindungsmaterial in Form von Granulat, Pulver oder auch als"Monofil"eingefüllt und ver- flüssigt werden kann. Ein Solenoid-Ventil gibt auch hier ei- nem flüssigen Schmelzkleber den Weg zur Düse frei. Vorzugs-
weise koaxial mit dem Extruder ist eine Druckluftkammer an- geordnet, welche gemeinsam mit dem Extruder aufheizbar und ebenfalls mit einem Solenoid-Ventil ausgerüstet ist. Die Dü- senleitungen des Extruders und der Druckluftkammer vereini- gen sich (ähnlich wie in Fig. 12) im Bereich des Düsenfusses und münden gemeinsam in einer Ãffnung 4 an der Oberfläche des Düsenfusses bzw. Appliziermittels 3. Die Verwendung die- ser alternativen Baugruppe zur Herstellung von Verbindungen wie sie oben beschrieben und in Fig. 7A, 7B bzw. in Fig.
7C, 7E dargestellt sind, erfolgt sinngemäss.
Das zu verwendende, fluide Verbindungsmaterial 5 kann als Flüssigkeit, als Flüssigkeits-Gas-Gemisch (wie z. B. als Schaum, Spray etc.) oder als Gas vorliegen. Falls das Ver- bindungsmaterial 5 in Schaumform eingebracht wird, entstehen dadurch elastischere Verbindungen zwischen den Textilien 2,2'. Falls das Verbindungsmaterial 5, z. B. mit einem Zer- stäuber, in Sprayform aufgebracht wird und ein dichtes Gewe- be durchdringt, beschlagen sich die einzelnen Fibrillen mit dem Verbindungsmaterial. Die Kontaktstellen der beschlagenen Fibrillen verkleben miteinander. Mit Schaum oder Spray ge- klebte, textile Flächengebilde (Gewebe, Gewirke, Fliese) bleiben in der Verbindungsregion elastischer als bei voll- ständiger Füllung mit einem flüssigen Verbindungsmaterial.
Die so erhaltenen Verbindungen erreichen jedoch nicht die- selbe Belastbarkeit.
Das Verbindungsmaterial 5 weist vorzugsweise eine so niedri- ge Viskosität auf, dass es durch den Druck, der normalerwei- se im Aufbewahrungsgefäss 10 herrscht, durch das Applizier- mittel 3 hindurch, aus der Ãffnung 4 heraus, durch den zu oberst liegenden Textilienabschnitt 6 hindurch und so weit in die übereinander gelegten Textilienabschnitte 6', 6''... hineingedrückt wird, dass alle zu verbindenden Textilienab- schnitte genügend benetzt werden. Die einfachste Ausfüh- rungsform der Vorrichtung 1 sieht deshalb vor, dass z. B. der
im für das Verbindungsmaterial vorgesehenen Behälter 10 herrschende, hydrostatische Druck oder Gasdruck genügt, um die erforderliche Durchdringung zu gewährleisten.
Falls ein Schmelzkleber als Verbindungsmaterial verwendet werden soll, wird allein schon durch das Aufwärmen und Ver- flüssigen des Schmelzklebers im Behälter 10 ein im Wesentli- chen genügend grosser Applikationsdruck erzeugt. Sollte da- gegen-z. B. wegen einer hohen Viskosität des Verbindungsma- terials (z. B. als Folge einer die Textilien 2,2' schonenden, relativ tiefen Temperatur des Schmelzklebers 5) oder wegen eines kleinen Querschnitts bzw. einer grossen Länge des Appliziermittels 3 oder dessen Zuleitungen 15-ein höherer Applikationsdruck für das Verbindungsmaterial 5 benötigt werden, so wird die Vorrichtung 1 mit einem Druckerzeugungs- teil 32 ausgerüstet, mit welchen das Verbindungsmaterial 5 sicher durch das Appliziermittel 3 hindurch, aus der Ãffnung 4 heraus und in die zu verbindenden Textilien 2,2' hinein und/oder durch diese hindurch pressbar ist.
Als Hilfsfluid 12 eignen sich insbesondere Luft, chemisch inerte Gase (z. B. N2), chemisch reaktive Gase, Flüssigkeits- Gas-Gemische oder auch Flüssigkeiten.
Vorteile der erfindungsgemässen Vorrichtung bzw. des erfin- dungsgemässen Verfahrens umfassen : * Grundsätzlich wird auf das Verwenden von die Textilien durchdringenden Nadeln verzichtet. Dies ermöglicht eine wesentlich schonendere Verbindung dieser Textilien mit- einander : Nähgutschäden durch z. B. beim Transport zu stark gepresstes Nähgut oder gar durch beschädigte Na- delspitzen können nicht entstehen.
* Eine Wellenbildung in den Textilien, wie sie im Stand der Näh-Technik als"Nahtkräuseln"bekannt ist, kann vermieden werden :
"Transportkräuseln"tritt auf, wenn beim Stofftransport die obere und untere Nähgutlage gegeneinander verschoben werden : Die untere Lage wird z. B. durch den Stoffschie- ber weiter geschoben, während die obere Lage vom Stoff- drücker (Nähfuss) zurückgehalten wird. Dies kann nicht auftreten, weil die erfindungsgemässe Vorrichtung 1 Rol- len 30 und ein Transportband 24''umfasst (vgl. Fig.
10), welche beide zu verbindenden Textilien 2,2' gleich- massig transportieren.
"Verdrängungskräuseln"entsteht beim Einstich von Nadel und Faden in das Nähgut, weil dadurch Kett-und Schuss- fäden verdrängt werden. Dies kann nicht auftreten, weil das erfindungsgemässe Verfahren auf die Verwendung von Nadel und Faden verzichtet.
"Spannungskräuseln"kann durch eine zu hohe Fadenspan- nung beim Nähen sowie ein ungünstiges Dehnungsverhalten der Nähzwirne verursacht werden. Dies kann nicht auftre- ten, weil die erfindungsgemässe Vorrichtung 1 Rollen 30 und ein Transportband 24"fasst (vgl. Fig. 10), wel- che beide zu verbindenden Textilien 2,2' gleichmassig transportieren. Dies kann nicht auftreten, weil das er- findungsgemässe Verfahren konsequent auf die Verwendung von Faden verzichtet.
Ein gezielter Mehrtransport (Mehrweite der unteren oder oberen Stofflage) kann dank unabhängig voneinander an- steuerbarer Transportmittel 24 erzielt werden (vgl. Fig.
10).
Die Vorrichtung kann in bestehende Nähmaschinen inte- griert werden, so dass deren Hilfsmittel, wie z. B. der Transportmechanismus (z. B. Stoffschieber), der Stoff-
drücker (Nähfuss) und praktisch alle bekannten Nähgut- führungen übernommen bzw. adaptiert werden können.
Dank der erfindungsgemässen Verbindung wird auch bei grosser Zugbelastung derselben eine Bildung von Gewebe- schäden (z. B."Laufmaschen") verhindert, auch wenn bei solchen Verbindungen technischer Gewebe auf eine Ãber- lappung der zu verbindenden Textilienabschnitte 6,6'... verzichtet werden muss.
