Schaut, Gerhard (Brunhildestr. 9, Hemsbach, 69502, DE)
Kremser, Steffen (Lilienstr. 7, Heddesheim, 68542, DE)
Kalbe, Michael (Calle Vulpalleres 45c, Sant Cugat, E-08190, ES)
Staudenmayer, Oliver (Uhlandstr. 4/4, Weinheim, 69469, DE)
Grynaeus, Peter (Blumenstr. 5, Birkenau, 69488, DE)
Schaut, Gerhard (Brunhildestr. 9, Hemsbach, 69502, DE)
Kremser, Steffen (Lilienstr. 7, Heddesheim, 68542, DE)
Kalbe, Michael (Calle Vulpalleres 45c, Sant Cugat, E-08190, ES)
Staudenmayer, Oliver (Uhlandstr. 4/4, Weinheim, 69469, DE)
| 1. | Textiles Flächengebilde mit einer Beschichtung aus zwei übereinanderliegenden Schichten aus thermoplastischen Heißsiegelklebern unterschiedlicher Zusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, dass der auf der ersten Heißsiegelkleber aufgetragene zweite Heißsiegelkleber einen Schmelzpunkt > 135°C und einen MeIt FlowIndex (MFI)Wert von 50 bis 250 g/10 Minuten (19O0C /2,16 kg) aufweist. |
| 2. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Ausbildung der zweiten Schicht eingesetzte Heißsiegelkleber einen Schmelzpunkt > 145°C und einen MFIWert von 50 bis 200 g/10 Minuten (1900C /2,16 kg) aufweist. |
| 3. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der zur Ausbildung der zweiten Schicht eingesetzte Heißsiegelkleber einen Schmelzpunkt > 1500C und einen MFIWert von 50 bis 150 g/10 Minuten (190°C /2,16 kg) aufweist. |
| 4. | Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Heißsiegelkleber auf der Basis von Polyolefin, Polyurethan, Polyester oder Polyamid aufgebaut ist. |
| 5. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Heißsiegelkleber auf der Basis eines Polyurethans aufgebaut ist. |
| 6. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Heißsiegelkleber ein auf der Basis Polypropylen aufgebaut ist, welches in Abmischung einen Copolyester mit Schmelzpunkt > 1450C und MFI > 60 g/10 Minuten (19O0C /2,16 kg) im Verhältnis 2 98 Gew.% enthält. |
| 7. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Heißsiegelkleber ein auf der Basis Polypropylen aufgebaut ist, welches in Abmischung einen Copolyester mit einen Schmelzpunkt > 16O0C und einen MFI von > 140g/10 Minuten (19O0C /2,16 kg) im Verhältnis 2 98 Gew.% enthält. |
| 8. | Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heißsiegelkleber auf der Basis eines vernetzenden oder eines thermolastischen Polymeren aufgebaut ist. |
| 9. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heißsiegelkleber einen MFI von > 10g/10 Minuten (1900C /2,16 kg) besitzt. |
| 10. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heißsiegelkleber einen MFI im Bereich von > 20g/10 Minuten (19O0C /2,16 kg) bis 200g/10 Minuten (190°C /2,16 kg) besitzt. |
| 11. | Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heißsiegelkleber einer auf der Basis eines Polyolefins, Polyamids und/oder eines Polyesters ist. |
| 12. | Textiles Flächengebilde nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass der erste Heißsiegelkleber auf der Basis eines Polypropylens aufgebaut ist. |
| 13. | Textiles Flächengebilde nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Massen des ersten und des zweiten Heißsiegelklebers 2:1 bis 1:3 beträgt. |
| 14. | Verfahren zur Herstellung des textilen Flächengebildes nach Anspruch 1 umfassend die Schritte: a) Herstellung eines textilen Flächengebildes durch eine textile Flächenbildungstechnik, b) Auftragen einer Schicht eines ersten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde und c) Auftragen einer Schicht eines zweiten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde, so dass sich eine d) Schicht aus dem zweiten Heißsiegelkleber über der Schicht eines ersten Heißsiegelkleber ausbildet, wobei als erste und zweite Heißsiegelkleber solche gemäß Anspruch 1 eingesetzt werden. |
| 15. | Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt eine Paste des ersten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde in Form eines regelmäßigen oder vorzugsweise irregulären Musters aufgetragen wird, in einem zweiten Schritt ein Pulver eines zweiten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde aufgestreut wird, das an den Stellen des ersten Heißsiegelklebers an der Paste kleben bleibt und von den übrigen Stellen der Oberfläche des textilen Flächengebildes durch Absaugen entfernt wird und dass in einer nachfolgenden thermischen Behandlung der erste und zweite Heißsiegelkleber als übereinanderliegende Schichten fixiert werden. |
| 16. | Verwendung des textilen Flächengebildes nach einem der Ansprüche 1 bis 13 als Einlagestoff und/oder als Futterstoff für hohe Beanspruchung in der Pflegebehandlung. |
| 17. | Verwendung des textilen Flächengebildes nach Anspruch 13 als Verfestigungseinlage oder Verstärkungseinlage von Kragen und Manschetten von Berufsbekleidung. |
Die vorliegende Erfindung betrifft textile Flächengebilde, die sich insbesondere als Einlage- oder Futterstoffe eignen, und die sich durch verbesserte anwendungstechnische Eigenschaften und durch verbesserte Verarbeitbarkeit auszeichnen, sowie deren Herstellung und Verwendung als Einlagen für Textilien.
Es ist bekannt, dass für Einlage- oder Futterstoffe als Haftmedien für die Heißverklebung verschiedenste Thermoplaste eingesetzt werde können. Zum Einsatz kommen dabei üblicherweise Copolyamide, Copolyester und Polyolefine.
Aus dem Stand der Technik sind mehrere Ansätze zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Anwendungseigenschaften von Einlagestoffen bekannt.
So beschreibt die US-A-3,893,883 mit Schmelzkleber beschichtete textile Flächengebilde, bei denen als Schmelzkleber eine Mischung aus einem ausgewählten Polyethyien und einem Terpenharz eingesetzt wird.
In der EP-A-110,454 werden Einlagestoffe mit verbessertem Haftvermögen und Beständigkeit bei chemischen Reinigungsverfahren beschrieben, die durch den
Einsatz von ausgewählten Polyethylenen mit sehr enger Verteilung des Molekulargewichts, hoher Dichte und ausgewähltem Melt-Flow-Index (MFI) gekennzeichnet sind.
Zur Verbesserung von Griff- und Haftwertänderungen innerhalb eines breiten Verarbeitungsumfanges und zum Bereitstellen von einheitlichen Fixierbedingungen bei einer großen Zahl von Oberstoffen sind bereits textile Flächengebilde mit rasterförmigen Beschichtungen aus mindestens zwei übereinanderliegenden rasterförmigen Schichten aus Heißsiegelklebern unterschiedlicher Kleberbeschaffenheit entwickelt worden. Derartige Flächengebilde sind in der DE-A-22 142 236 und der DE-A-23 51 405 beschrieben. In den vorbekannten Flächengebilden wurden bereits Haftkleber aus unterschiedlichen Polymeren eingesetzt. Dieses bekannte „Doppelpunktverfahren" hat sich seit Jahren in der betrieblichen Praxis bei der Herstellung und Verarbeitung von Einlage- und Futterstoffen bewährt.
Bedingt durch den unterschiedlichen molekularen Aufbau der Polymeren unterscheiden sich diese in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften wie z.B. Schmelzpunkt, Viskosität und Stabilität gegen Lösemittel wie Waschlaugen und chemischen Reinigungsmitteln. Wobei diese Größen eine entscheidende Rolle spielen bei der Auswahl des Polymeren für das Einsatzgebiet der Einlage.
So wird beispielsweise für den Bereich der Hemdeneinlagen, die Waschbedingungen bis 95°C bestehen müssen, typischerweise Polyethylen hoher Dichte (nachstehend aus „HDPE" genannt) als Heißsiegelkleber eingesetzt. Dieses Polymer weist einen hohen Schmelzbereich z.B. von etwa 13O 0 C und einen niedrigen MFI-Wert (Schmelzindex oder melt-flow-index) von 10-20 g/10 Minuten (19O 0 C /2,16 kg Belastung) auf. Nachteilig dabei ist, dass durch den hohen Schmelzbereich und die hohe Viskosität (entsprechend einem
niedrigen MFI-Wert) des Polymeren Fixiertemperaturen größer 140 0 C notwendig sind. Außerdem sind zum Erzielen einer ausreichenden Haftwirkung sehr große Mengen des HDPE notwendig.
5 Speziell für den Einsatz im hochwaschbeständigen und bei hohen Bedingungen zu trocknenden Anwendungen sind die heute auf dem Markt erhältlichen Schmelzkleberpolymere nicht ausreichend geeignet.
Copolyamide, Copolyester, Polyethylen geringer Dichte (LDPE) im o Schmelzbereich von 100 - 125°C mit MFI-Werten von 2 - 70g/10 Minuten (140°C/2,16 kg Belastung) ergeben keine akzeptablen Trennkraftwerte nach mehrmaligen Pflegebehandlungen.
Auch HDPE im Schmelzbereich von etwa 130 0 C und einem niedrigen MFI-Wert 5 von 2 - 20 g/10 Minuten (190°C /2,16 kg Belastung) für diesen Einsatz mit hohen Auflagemengen ergeben zwar ausreichend gute Trennkraftwerte, aber bei den Trocknungsprozessen z.B. im Tunnelfinischer tritt Blasenbildung und Delamination der verklebten Lagen auf. Die hohe mechanische Beanspruchung durch die stark bewegte, heiße Luft und der Dampfzusatz sind extrem beanspruchend für die aufgetragene Schmelzkleberbeschichtung.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, mit Haftklebern ausgerüstete textile Flächengebilde bereitzustellen, die mit üblichen Fixierpressen problemlos verarbeitet werden können und die eine sehr gute Waschbeständigkeit bis 95 0 C zeigen und die extremen Trocknungsbedingungen bei hohen Zyklenzahlen überstehen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung von mit Heißsiegelklebern ausgerüsteten textilen Flächengebilden, die bei der Verarbeitung unter den Bedingungen von standardisierten Tests für starke
Waschbeanspruchung mit nachgeschalteten hohen Trocknungsbedingungen die bekannten Nachteile des Standes der Technik nicht mehr aufweisen, Reinigungszyklen von mindestens 50 Zyklen überstehen und dabei die bekannten Nachteile, wie „color pick up" und Haftungsverlust nicht mehr aufweisen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein textiles Flächengebilde mit einer Beschichtung aus zwei übereinanderliegenden Schichten aus thermoplastischen Heißsiegelkleber unterschiedlicher Zusammensetzung, wobei der auf den ersten Heißsiegelkleber aufgetragene zweite
Heißsiegelkleber einen Schmelzpunkt > 135 0 C und einen Melt-Flow-Index (MFI)-Wert von 50 bis 250 g/10 Minuten (19O 0 C /2,16 kg) aufweist.
Vorteilhafter Weise ist das textile Flächengebilde mit einer Beschichtung aus Heißsiegelkleber eines, bei der der zur Ausbildung der zweiten Schicht eingesetzte Heißsiegelkleber einen Schmelzpunkt > 145 0 C und einen MFI-Wert von 50 bis 200 g/10 Minuten (190 0 C /2,16 kg) aufweist.
Besonders bevorzugt ist ein textiles Flächengebilde, bei dem der zur Ausbildung der zweiten Schicht eingesetzte Heißsiegelkleber einen
Schmelzpunkt > 15O 0 C und einen MFI-Wert von 50 bis 150 g/10 Minuten (190°C /2,16 kg) aufweist.
Weiterhin bevorzugt ist das textile Flächengebilde mit einer Beschichtung aus Heißsiegelkleber eines, bei dem der zweite Heißsiegelkleber einer auf der Basis von Polyolefin, Polyurethan, Polyester oder Polyamid ist.
Das textile Flächengebilde ist vorteilhafter Weise weiterhin eines, bei dem der zweite Heißsiegelkleber eines auf der Basis eines Polyurethans ist.
Das textile Flächengebilde ist bevorzugt eines, bei dem der zweite Heißsiegelkleber eines auf der Basis Polypropylen ist, welches mit einen Copolyester mit Schmelzpunkt > 145 0 C und MFI > 60 g/10 Minuten (190 0 C /2,16 kg) im Verhältnis 2 - 98 Gew.% enthält.
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Besonders bevorzugt ist das textile Flächengebilde eines, bei dem der zweite Heißsiegelkleber einer auf der Basis Polypropylen ist, welches einen Copolyester mit einen Schmelzpunkt > 160 0 C und einen MFI von > 140g/10 Minuten (190 0 C /2,16 kg) im Verhältnis 2 - 98 Gew.% enthält.
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Das textile Flächengebilde ist vorzugsweise weiterhin eines, bei dem der erste Heißsiegelkleber eine auf der Basis eines vernetzenden oder eines thermolastischen Polymeren ist.
15 Besonders bevorzugt ist ein textiles Flächengebilde, bei dem der erste Heißsiegelkleber einen MFI von > 10g/10 Minuten (19O 0 C /2,16 kg) besitzt.
Weiterhin bevorzugt ist ein textiles Flächengebilde, bei dem der erste Heißsiegelkleber einen MFI im Bereich von > 20g/10 Minuten (19O 0 C /2,16 kg) 20. bis 200g/10 Minuten (19O 0 C /2,16 kg) besitzt.
Das textile Flächengebilde ist vorteilhafter Weise eines, bei dem der erste Heißsiegelkleber einer auf der Basis eines Polyolefins, Polyamids und/oder eines Polyesters ist.
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Ein besonders bevorzugtes textiles Flächengebilde ist eines, bei dem die erste Heißsiegelkleber einer auf der Basis eines Polypropylens ist.
Das textile Flächengebilde ist vorzugsweise eines, bei dem das Verhältnis der 0 Massen des ersten und zweiten Heißsiegelklebers 2:1 bis 1 :3 beträgt.
Auch hochschmelzende Copolyester und Coplyamide mit Schmelzpunkt > 145°C und einem MFI von > 60 g/10Min (190 0 C /2,16 kg) können für die zweite Schicht zum Einsatz kommen.
Es wurde in überraschender weise gefunden, dass durch Einsatz von Haftklebern mit ausgewählten Schmelzviskositäten und in Kombination mit dem an sich bekannten Doppelpunktverfahren zum Auftrag der Heißsiegelkleber eine Einlage mit einer auf Polyolefinen basierenden Heißsiegelkleber dargestellt werden kann, die bei Temperaturen über 155°C auf Oberstoffen gut fixierbar sind, und die danach auch mindestens 25 über 50 Zyklen die Prüfbedingungen nach ISO 15797:2004" „Industrielle Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitskleidung und/oder Waschbehandlungen bis 95 0 C bestehen, sowie im Einsatz keinen „color pick u p" zeigen.
Weiter wurde überraschend festgestellt, dass trotz vergleichbar hoher MFI- Werte der eingesetzten Polymeren kein Heißsiegelkleberdurchschlag durch den Oberstoff und Rückvernietung bei Sandwichfixierung zwischen den Lagen festgestellt werden konnte.
Femer wurde überraschenderweise gefunden, dass oben beschriebene
Polymere bereits im einschichtigen Auftrag mittels
Dispersionspastenpunktdruck oder durch Auftrag des Polymerpulvers mittels Gravurwalzen (Puderpunktverfahren) bereits sehr gute Prüfwerte und höhere
Zyklenzahlen als Standardpolymere erzielen konnten.
Die erfindungsgemäß mit Haftklebern modifizierten textilen Flächengebilde können nach sämtlichen flächenbildenden Techniken hergestellt werden.
Beispiele dafür sind Weben, Legen, Wirken, Stricken oder nasse oder trockenen Vliesherstellungsverfahren.
Unter dem Begriff „textiles Flächengebilde" sind im Rahmen dieser Beschreibung Gewebe, Gestricke, Gewirke, Gelege oder insbesondere Vliesstoffe zu verstehen.
Typischerweise weisen die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde, insbesondere die Vliesstoffe, Flächengewichte von 10 bis 500 g/m 2 auf.
Besonders bevorzugt kommen textile Flächengebilde mit Flächengewichten von 30 bis 200 g/m 2 zum Einsatz.
Erfindungsgemäße textile Flächengebilde können in an sich bekannter Weise verfestigt sein, beispielsweise durch mechanisches oder hydrodynamisches Nadeln, durch Aufschmelzen von im textilen Flächengebilde vorhandenen Bindefasern, durch thermisch-mechanisches Verfestigen oder durch Applikation von Bindemitteln.
Nach der Herstellung des textilen Flächengebildes wird dieses in an sich bekannter Weise bevorzugt nach dem „Doppelpunktverfahren" mit zwei Schichten unterschiedlicher Heißsiegelkleber versehen.
Als Heißsiegelkleber werden Kleber bevorzugt auf Polyolefinbasis mit den oben definierten Bereichen der Schmelzindizes (MFI-Werte) eingesetzt.
Unter Schmelzindex ist im Rahmen dieser Beschreibung der MFI-Wert, ermittelt nach DIN 53735: 1980-10 oder ISO 1133 zu verstehen.
Der Begriff Polyolefin umfasst neben von alpha-Olefinen, vorzugsweise von
Propylen oder Ethylen, abgeleiteten Homopolymeren auch Copolymere, die neben von einem alpha-Olefin abgeleiteten Struktureinheiten auch von anderen
ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoffen, beispielsweise von weiteren alpha-OIefinen und/oder von Vinylaromaten, wie Styrol, abgeleitete Struktureinheiten enthalten.
Beispiele für alpha-Olefine sind Ethylen, Prop-1-en, But-1-en, Pent-1-en, Hex- 1-en, Oct-1-en oder Dec-1-en.
Es können alle an sich bekannten Polyolefin-Typen eingesetzt werden. Beispiele dafür sind Polyolefine, die nach dem Ziegler-Natta-Verfahren oder unter Einsatz von Metallocen-Katalysatoren hergestellt worden sind.
Beispiele für bevorzugt eingesetzte Polyolefine sind Polyethylene, Polypropylene oder Copolymere abgeleitet von Ethylen und Propylen. Weitere Beispiele sind Copolymere abgeleitet von Ethylen oder von Propylen mit weiteren alpha-OIefinen höherer Kohlenstoffzahl, wie But-1-en, Pent-1-en, Hex- 1-en, Oct-1-en oder Dec-1-en.
Eine oder beide Schichten des Heißsiegelklebers können neben dem jeweiligen Polyolefin(gemisch) noch ein modifiziertes Polyolefin enthalten. Darunter ist ein Copolymer zu verstehen, das von mindestens einem alpha-Olefin, und einer ethylenisch ungesättigten Säure oder deren Anhydrid oder einer ethylenisch ungesättigten Epoxidverbindung oder einem Gemisch zweier oder mehreren dieser Comonomeren abgeleitet ist. Dabei kann die Modifikation auf beliebige Weise erfolgt sein, beispielsweise als Copolymerisation von alpha-Olefin Monomer(en) zusammen mit ausgewähltem Comonomer(en) und/oder als Pfropfung von ausgewählten polaren Comonomer(en) auf ein Polyolefin.
Beispiele für alpha-Olefine oder andere oleftnisch ungesättigte Kohlenwasserstoffe, die zur Herstellung dieser Gruppe von Copolymeren einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt worden sind, wurden
bereits weiter oben bei der Beschreibung der Herstellung der Homo- oder Copolymeren abgeleitet von einem oder mehreren alpha-Olefinen aufgezählt.
Bevorzugt setzt man in der Gruppe der modifizierten Polyolefine Polypropylene oder insbesondere Polyethylene oder Copolymere abgeleitet von Ethylen und Acrylsäure- und/oder Methacrylsäureestem, insbesondere den Alkylestem, ein.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Heißsiegelkleber können daneben noch weitere an sich übliche Hilfsstoffe enthalten. Diese werden in Abhängigkeit des gewünschten Eigenschaftsprofils und der Aufbringungs- und
Verarbeitungsweise des Heißsiegelklebers zugesetzt. Beispiele für solche Zusätze sind Emulgatoren, Verdicker, Pigmente und Verarbeitungshilfsmittel.
Die Materialeigenschaften der unmittelbar auf dem beschichteten textilen Flächengebilde aufliegenden Unterschicht sind zweckmäßig so auszuwählen, dass sie unter den Bedingungen der Heißsiegelverklebung einen geringeren thermoplastischen Fluss besitzen als die darüber liegende Oberschicht. Dieses lässt sich erfindungsgemäß durch Einsatz von Heißsiegelklebern mit den angegebenen Bereichen für den Schmelzindex entsprechend der Schmelzviskosität der Heißsiegelbeschichtung erreichen.
Die Heißsiegelkleber werden in Form eines regelmäßigen oder vorzugsweise irregulären Musters auf die Oberfläche des textilen Flächengebildes aufgetragen. Das Beschichtungsraster kann linien-, netz- oder spiralförmig sein oder kann in jeder anderen regelmäßig oder irregulär angeordneten Rasterform ausgeführt sein. Bevorzugt werden die Heißsiegelkleber in Form von Punktrastern, die vorzugsweise irregulär sind, aufgetragen.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die unmittelbar auf dem Flächengebilde aufliegende Unterschicht 90 bis 100 Gew.% Polypropylen und 0
bis 10 Gew. % eines Polyethylen hoher Dichte (HDPE), und die auf der Unterschicht liegende Oberschicht enthält ein Polypropylen, das den gleichen oder einen höheren Schmelzfluss als das eingesetzte Polymer in der Unterschicht.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht die auf der dem Flächengebilde aufgetragene Unterschicht aus einer Paste, die in der Form eines irregulären Punktrasters auf das Flächengebilde aufgetragen wurde und die darüber liegende Oberschicht besteht aus einem Pulver oder einer Pulvermischung, das/die auf das Flächengebilde aufgetragen wurde(n). An den Stellen, an denen sich die Paste befindet, wird das Pulver(gemisch) festgehalten, während es sich an den anderen Stellen von der Oberfläche des Flächengebildes leicht entfernen lässt.
Das Verhältnis der Massen der erfindungsgemäß eingesetzten ersten und zweiten Heißsiegelkleber kann in weiten Bereichen schwanken und bewegt sich typischerweise im Bereich von 5:1 bis 1:5, vorzugsweise im Bereich von 2:1 bis 1 :3.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des oben beschriebenen textilen Flächengebildes. Das Verfahren umfasst die Schritte:
a) Herstellung eines textilen Flächengebildes durch eine textile Flächenbildungstechnik in an sich bekannter Weise,
b) Auftragen einer Schicht eines ersten Heißsiegelklebers in Form eines regelmäßigen oder irregulären Musters auf das textile Flächengebilde in an sich bekannter Weise und
c) Auftragen einer Schicht eines zweiten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde, so dass sich eine Schicht aus dem zweiten Heißsiegelkleber über der Schicht des ersten Heißsiegelklebers in an sich bekannter Weise ausbildet.
Dabei werden die ersten und zweiten Heißsiegelkleber gemäß den obigen Definitionen eingesetzt.
Bei dem Verfahren handelt es sich um ein modifiziertes „Doppelpunkt- verfahren", das durch den Einsatz ausgewählter Heißsiegelkleber charakterisiert ist.
Die Herstellung der erfindungsgemäß eingesetzten Heißsiegelkleber kann dabei auf verschiedenen Wegen erfolgen.
Beispiele dafür sind die Vermahlung der Komponenten mit nachheriger Pulvermischung, die Mischung der Komponenten in Granulatform mit anschließender Vermahlung, sowie die Mischung der Komponenten mittels Extrusion gefolgt von anschließender Vermahlung.
Das Auftragen der Heißsiegelkleber kann ebenfalls nach unterschiedlichen an sich bekannten Verfahren erfolgen.
So kann in einem ersten Schritt eine Paste des ersten Heißsiegelklebers auf das textile Flächengebilde in Form eines regelmäßigen oder vorzugsweise irregulären Musters aufgetragen werden. Der Auftrag kann dabei durch Siebdruck oder durch Aufbringen durch eine strukturierte Walze erfolgen. In einem zweiten Schritt kann dann ein Pulver aus dem zweiten Heißsiegelkleber auf das textile Flächengebilde aufgestreut werden, dass an den Stellen des ersten Heißsiegelklebers an der Paste kleben bleibt. Von den übrigen Stellen
der Oberfläche des textilen Flächengebildes kann das Pulver durch Absaugen entfernt werden. In einer nachfolgenden thermischen Behandlung werden der erste und zweite Heißsiegelkleber als übereinanderliegende Schichten fixiert.
Die erfindungsgemäß modifizierten textilen Flächengebilde lassen sich als Einlage- oder Futterstoffe einsetzen. Die Erfindung betrifft auch Verwendung zu diesen Zwecken, insbesondere als Verfestigungseinlage und/oder als Futterstoff für hohe Beanspruchung in der Pflegebehandlung.
Insbesondere sind die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde zur
Verwendung als Verfestigungseinlage oder Verstärkungseinlage von Kragen- und Manschetten von Berufsbekleidung geeignet.
Die erfindungsgemäß modifizierten textilen Flächengebilde können mit einem zu verstärkenden textilen Oberstoff in an sich bekannter Weise verklebt werden.
Die nachstehenden Beispiele erläutern die Erfindung ohne diese zu begrenzen.
Beispiel 1
100 % Polyester („PES") Vliesstoffbasis mit 100 g/m 2 Flächengewicht wurde nach dem an sich bekanntem Doppelpunktverfahren beschichtet. Dabei wurde für den Unterpunkt eine Paste eingesetzt, die mit den üblichen Hilfsstoffen, wie Emulgator, Verdicker und Prozesshilfsmitteln angesetzt war. Diese Paste enthielt als Polymerkomponente ein HDPE mit einem Schmelzpunkt von 130 0 C und einem MFI-Wert von 10 (g/10 min bei 190 0 C unter einer Belastung von 2,16 kg) als Streupulver für den Oberpunkt wurde ein Polyurethanpulver mit Schmelzbereich 145 - 155 0 C und einem MFI-Wert von größer als 200 (g/10 min bei 190°C / Belastung von 2,16 kg) aufgetragen.
Im Beschichtungsprozess wurden 12g Unterpunktpaste aufgetragen und mit 25g Streupulver belegt.
Die derart hergestellte Einlage konnte bei Temperaturen 175 0 C gegen verschiedene Oberstoffe mit sehr guter Haftung fixiert werden und war gegen eine 95°C Wäsche beständig.
Die erzielten Trennkräfte waren nach der Fixierung (175°C/20s/2bar- Gygli Hemdenpresse) bei 21,6N/5cm, nach 10x 95 0 C Wäsche und Trocknung bei 17,4N/5cm.
Nach der Fixierung mit 30 s Fixierzeit lagen die Trennkräfte 30,7N/5cm nach 10x 95°C Wäsche und Trocknung bei 17,4N/5cm.
Diese Einlage fixiert wie oben mit 25 s bei gleicher Presseneinstellung, überstand 28 Zyklen einer Industriewäsche mit jeweils anschliesender Trocknung im Tunnelfinischer blasenfrei.
Beispiel 2
Ein Gewebe aus 100% Baumwolle vorbehandelt und ausgerüstet für den Einsatz als Hemdeneinlage mit 130 g/m 2 Flächengewicht wurde nach dem Doppelpunktverfahren beschichtet. Dabei wurde für den Unterpunkt eine Paste eingesetzt, die mit den üblichen Hilfsstoffen, wie Emulgator, Verdicker und Prozesshilfsmitteln, angesetzt war. Als Polymerkomponenten enthielt die Paste ein Polypropylen mit einem Schmelzpunkt von 160 0 C und einem MFI-Wert von 50 (g/10 min bei 190°C und 2,16 kg Belastung). Als Streupulver für den Oberpunkt wurde ein Polypropylen mit einem Schmelzpunkt von 160 0 C und einem MFI-Wert von größer 150 (g/10 min bei 19O 0 C und 2,16 kg Belastung) eingesetzt. Im Beschichtungsprozess wurden 10g Unterpunktpaste aufgetragen und mit 19g Streupulver belegt.
Die derart hergestellte Einlage konnte bei Temperaturen 18O 0 C gegen verschiedene Oberstoffe mit sehr guter Haftung fixiert werden und war gegen eine 95°C Wäsche beständig.
Die erzielten Trennkräfte waren nach der Fixierung (180°C/20s/2bar - Gygli Hemdenpresse) bei 23,5N/5cm, nach 10x 95°C Wäsche und Trocknung bei 21 ,2N/5cm. Nach der Fixierung mit 30 s Fixierzeit lagen die Trennkräfte bei 25,7N/5cm nach 10x 95°C Wäsche und Trocknung bei 22,4N/5cm. Diese Einlage fixiert wie oben mit 25 sec bei gleicher Presseneinstellung, überstand mehr als 50 Zyklen einer Industriewäsche mit jeweils anschliesender Trocknung im Tunnelfinischer blasenfrei.
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