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Patent Searching and Data


Title:
TEXTILE MATERIAL HAVING ELECTRICALLY IMPINGEABLE THREADS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/136179
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a textile material comprising at least one textile base layer (11) and nap threads (13) or nap loops protruding therefrom. The textile base layer (11) substantially comprises electrically impingeable threads (11e) that can be implemented as self-illuminating threads or heating conductors. The textile base layer (11) comprises no or fewer nap threads (13) or nap loops in an area in which said electrically impingeable threads (11e) are disposed, in order to obtain increased efficiency of the electrically impingeable threads, that is, more efficient light emission or increased heat intensity.

Inventors:
WAGNER, Karl Robert (Rathausstr. 26, Stammbach, 95236, DE)
Application Number:
EP2010/003180
Publication Date:
December 02, 2010
Filing Date:
May 26, 2010
Export Citation:
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Assignee:
E. SCHOEPF GMBH & CO. KG (Rathausstrasse 18-24, Stammbach, 95236, DE)
WAGNER, Karl Robert (Rathausstr. 26, Stammbach, 95236, DE)
International Classes:
D04B1/04
Attorney, Agent or Firm:
KÖHLER, Walter (LOUIS, PÖHLAU LOHRENT, Postfach 30 55 Nürnberg, 90014, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Textiles Material, das mindestens eine textile Grundschicht (11) und von dieser wegstehende Florfäden (13) oder Florschlingen aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine textile Grundschicht (11) elektrisch beaufschlagbare Fäden (11e) aufweist, wobei vorgesehen ist,

a) dass die mindestens eine textile Grundschicht (11 ) in einem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) angeordnet sind, keine oder weniger Florfäden (13) oder Florschlingen aufweist als in einem Bereich, in dem weniger oder keine elektrisch beaufschlagbare Fäden (11e) angeordnet sind und/oder b) dass die mindestens eine textile Grundschicht (11) in einem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) angeordnet sind, an oder nahe ihrer Oberfläche an der Seite, von der die Florfäden (13) oder Florschlingen weg stehen, einen Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) aufweist, der größer ist als der Flächen- oder Volumenanteil an den elektrisch beaufschlagbaren Fäden an der von den Florfäden (13) oder Florschlingen abgewandten Seite der textilen Grundschicht (11).

2. Textiles Material nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Flächen oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) dadurch größer ist, dass ein größerer Abschnitt der elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) auf der Oberfläche der textilen Grundschicht (11) aufliegend verlaufend angeordnet ist.

3. Textiles Material nach Anspruch 1 oder 2, dadruch gekennzeichnet, dass eine zweite textile Grundschicht (H 1) vorgesehen ist, die mit der mindestens einen textilen Grundschicht (11) über Polfäden (11p) verbunden ist.

4. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die mindestens eine textile Grundschicht (11) und/oder die zweite textile Grundschicht (11 ') als Gewebe, als Gewirke oder als Gestrick ausgebildet ist, wobei eine Anzahl textiler Gewebe-, Gewirke- oder Gestrickfäden durch die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) ersetzt ist oder durch diese ergänzt ist und/oder eine Anzahl elektrisch beaufschlagbarer Fäden (11e) vorgesehen ist, die in der Erstreckungsebene der Gewebe-, Gewirke- oder Gestrickfäden und/oder in der Erstreckungsebene des Gewebes, des Gewirkes oder des Gestrickes verlaufen.

5. Textiles Material nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einige der elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11 e) parallel zu den Schussfäden (11s) oder parallel zu den Kettfäden (11k) verlaufen oder alternierend umschlingend zu aufeinanderfolgenden Kettfäden (11k) oder Schussfäden (11s) verlaufen.

6. Textiles Material nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einige der elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) weniger alternieren als parallele Fäden in der Grundschicht (11, 11 !).

7. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) als Heizleiter ausgebildet sind.

8. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) als elektrisch beaufschlagbare selbstleuchtende Fäden (111) ausgebildet sind.

9. Textiles Material nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundschicht (11) unter elektrischer Beaufschlagung verschiedenfarbig leuchtende selbstleuchtende Fäden (111) und/oder unterschiedlich stark heizende Heizfäden aufweist.

10. Textiles Material nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die selbstleuchtenden Fäden (111) und/oder die Heizleiter einen Bereich dichter Anordnung aufweisen, dereine Leuchtfläche (52) bzw. eine Heizfläche bildet.

11. Textiles Material nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die selbstleuchtenden Fäden (111) ein alphanumerisches Zeichen (31) und/oder ein Bild (32) bilden.

12. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden (11e) Signalübertragungsleiter und/oder Energieübertragungsleiter für am textilen Grundmaterial (11) angeordnete und/oder in das textile Grundmaterial (11) eingebrachte elektrische und/oder elektronische Komponenten bilden.

13. Wand- und/oder Deckenverkleidung und/oder Fußbodenbelag für den Innenraum eines Fahrzeugs oder eines Gebäudes aus einem textilen Material nach einem der vorangehenden Ansprüche.

14. Verkleidung und/oder Bezug für Möbel und/oder für Gebäudeeinrichtungsgegenstände und/oder für Fahrzeugsitze und/oder für Gebrauchsgegenstände aus einem textilen Material nach einem der Ansprüche 1 bis 12.

15. Dekorstoff für Innendekoration und/oder Vorhangstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 12.

Description:
Textiles Material mit elektrisch beaufschlagbaren Fäden

Die Erfindung betrifft ein textiles Material, wie Veloursmaterial, das mindestens ein textiles Grundmaterial und von diesem wegstehende Florfäden aufweist, wobei das Veloursmaterial vorzugsweise aus einem Polflächengebilde hergestellt ist, das Polflächengebilde zwei voneinander beabstandete und zueinander parallele Grundschichten und eine die beiden Grundschichten verbindende Polstruktur aufweist, die von Polfäden gebildet ist, und die Florfäden durch Auseinandertrennen der Polfäden gebildet sind. Das Veloursmaterial kann auch auf andere Weise hergestellt sein, zum Beispiel aus Epinglematerial, das ein textiles Grundmaterial und von diesem wegstehende Florschlingen aufweist. Ferner ist es möglich, das Veloursmaterial auch in einem Verfahren herzustellen, bei dem zunächst die Grundschicht mit Kleber beschichtet wird und sodann die Florfäden oder Florschlingen in einem elektrostatischen Verfahren aufgebracht werden.

Die Erfindung betrifft weiter ein textiles Material, das mindestens zwei textile Grundschichten, die über Polfäden miteinander verbunden sind, aufweist, und das vorzugsweise als Polflächengebilde ausgebildet ist.

Aus der DE 10 2006 034 719 B3 ist ein Veloursmaterial bekannt, dessen Grundschichten jeweils elektrisch leitende Fäden aufweisen, wobei in den Grundschichten eine Anzahl textiler Fäden durch die elektrisch leitenden Fäden ersetzt ist.

In der DE 10 2007 018 684 A1 ist ein Veloursmaterial beschrieben, das elektrische leitende Fäden aufweist, die Signalübertragungsleiter und/oder Energieübertragungsleiter für am textilen Grundmaterial anzubringende elektrische und/oder elektronische Komponenten bilden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein textiles Material zu schaffen, das auf den Einsatz elektrisch beaufschlagbarer Fäden optimal abgestimmt ist.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit dem Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Bei dieser Lösung handelt es sich um ein textiles Material, das mindestens eine textile Grundschicht und von dieser wegstehende Florfäden oder Florschlingen aufweist. Wesentlich ist, dass die mindestens eine textile Grundschicht elektrisch beaufschlagbare Fäden aufweist. Hierbei kann gemäß Alternative a) vorgesehen sein, dass die mindestens eine textile Grundschicht in einem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden angeordnet sind, keine oder weniger Florfäden oder Florschlingen aufweist, als in einem Bereich, in dem keine oder weniger elektrisch beaufschlagbare Fäden angeordnet sind. Dies bedeutet, dass der Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden angeordnet sind, weniger oder gar nicht durch Florfäden oder Florschlingen bedeckt ist. Alternativ oder zusätzlich kann gemäß Alternative b) vorgesehen sein, dass die mindestens eine textile Grundschicht in einem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden angeordnet sind, an oder nahe ihrer Oberfläche an der Seite, von der die Florfäden oder Florschlingen weg stehen, einen Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden aufweist, der größer ist als der Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden an der von den Florfäden oder Florschlingen abgewandten Seite der textilen Grundschicht. Dies bedeutet, dass in diesem Fall die elektrisch beaufschlagbaren Fäden relativ näher an der Oberfläche der textilen Grundschicht angeordnet sein können und somit effektiver nach Außen wirken. Es kann vorgesehen sein, dass der Flächen oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden dadurch größer ist, dass ein größerer Abschnitt der elektrisch beaufschlagbaren Fäden auf der Oberfläche der textilen Grundschicht aufliegend verlaufend angeordnet ist. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass der Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden an der Oberfläche der textilen Grundschicht durch Erhöhung der Anzahl der Umschiingungspunkte in diesem Bereich erniedrigt oder erhöht wird, je nachdem ob zwischen den Umschlingungspunkten der elektrisch beaufschlagbare Faden innerhalb der textilen Grundschicht oder aufliegend auf der Oberseite der textilen Grundschicht verläuft und abhängig davon, ob im Bereich der Umschiingungspunkte der elektrisch beaufschlagbare Faden durch die Oberfläche der textilen Grundschicht hindurchgreift oder eingetaucht in der textilen Grundschicht verläuft. Es kann vorgesehen sein, dass in dem Bereich mit größerem Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden, also mehr Umschiingungspunkte, in denen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden querverlaufende Textilfäden umschlingen oberflächennah angeordnet sind. Bei Alternative b) ist nicht zwingend vorgesehen, dass in dem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden angeordnet sind, weniger oder keine Florfäden oder Florschlingen angeordnet sind.

Bei bevorzugten Ausführungen handelt es sich bei dem textilen Material um Veloursmaterial, vorzugsweise ein Veloursmaterial mit mindestens einer textilen Grundschicht, von der an einer Seite Florfäden oder Florschlingen wegstehen. Es sind jedoch auch Ausführungen vorgesehen, bei denen das textile Material als Polflächengebilde ausgebildet ist, d.h. ein Material aus zwei oder mehr textilen Grundschichten, die über Polfäden miteinander verbunden sind. Es ist vorgesehen, dass auch bei diesen Ausführungen an einer Seite Florfäden oder Florschlingen wegstehend angeordnet sind. Dies bedeutet, dass bei den unterschiedlichen Ausführungen der textilen Materialien nur eine textile Grundschicht oder auch eine zweite oder mehr textile Grundschichten vorgesehen sind, wobei benachbarte textile Grundschichten jeweils über Polfäden verbunden sind.

Durch die Ausbildung mit zwei oder mehr textilen Grundschichten wird ein besonders festes und/oder strapazierfähiges textiles Material erhalten, das vielfältig einsetzbar ist. Die im Einsatz oben angeordnete Grundschicht kann so ausgebildet sein, dass sie nicht nur eine technische Funktion erfüllt, sondern darüber hinaus dekorativ wirkt.

Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden sind zumindest abschnittsweise elektrisch beaufschlagbar. Sie können aus elektrisch leitfähigem Material bestehen. Es kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden Heizleiter bilden. Es kann auch vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden als elektrisch beaufschlagbare selbstleuchtende Fäden ausgebildet sind, z. B. als elektrolumineszente Fäden. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden Signalübertragungsleiter und/oder Energieübertragungsleiter für am textilen Grundmaterial angeordnete und/oder in das textile Grundmaterial eingebrachte elektrische und/oder elektronische Komponenten bilden. Es kann hierbei vorgesehen sein, dass erste elektrisch beaufschlagbare Fäden Energieübeiϊragungsleiter für zweite elektrisch beaufschlagbare Fäden bilden. Es kann vorgesehen sein, dass die zweiten elektrisch beaufschlagbaren Fäden als selbstleuchtende Fäden ausgebildet sind.

Dadurch, dass gemäß Alternative a) in diesem Bereich, in dem elektrisch beaufschlagbare Fäden in der Grundschicht angeordnet sind, keine oder weniger Florfäden oder Florschlingen angeordnet sind, ergeben sich wesentliche Funktionsvorteile. Wenn die elektrisch beaufschlagbaren Fäden beispielsweise als elektrische Heizleiter ausgebildet sind, können sie ihre Heizwirkung mehr oder weniger ungehindert entfalten, weil sie nicht oder weniger von textilem Material eingehüllt sind. Wenn die elektrisch beaufschlagbaren Fäden als selbstleuchtende Fäden ausgebildet sind, ergibt sich eine verstärkte Leuchtwirkung, da die selbstleuchtenden Fäden nicht oder weniger durch Florfäden bzw. Florschlingen verdeckt werden. Entsprechende Vorteile ergeben sich, wenn gemäß Alternative b) vorgesehen ist, dass die mindestens eine textile Grundschicht in einem Bereich, in dem die elektrisch beaufschlagbaren Fäden angeordnet sind, an oder nahe ihrer Oberfläche an der Seite, von der die Florfäden oder Florschlingen weg stehen, einen Flächenoder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden aufweist, der größer ist als der Flächen- oder Volumenanteil an den elektrisch beaufschlagbaren Fäden an der von den Florfäden oder Florschlingen abgewandten Seite der textilen Grundschicht. In diesen Fällen ist es nicht erforderlich, die Dichte der Florfäden bzw. Florschlingen in den Bereichen, in den elektrisch beaufschlagbare Fäden angeordnet sind, zu reduzieren. Die Florfäden bzw. Florschlingen können über den gesamten Oberflächenbereich der textilen Grundschicht unabhängig davon, ob in bestimmten Bereichen der textilen Grundschicht elektrisch beaufschlagbare Fäden angeordnet sind, konstant dicht ausgebildet werden.

Das bereichsweise NichtVorhandensein der Florfäden bzw. Florschlingen bei Alternative a) kann dadurch erreicht sein, dass die Polfäden in dem betreffenden Bereich parallel zum Grundgewebe ohne oder mit weniger Schlingen verlaufen. Alternativ können auch die Florfäden oder Florschlingen bereichsweise entfernt sein.

Es kann vorgesehen sein, dass mindestens ein textiler Faden der Grundschicht durch einen elektrisch beaufschlagbaren Faden ersetzt ist, d. h. anstelle der herkömmlichen Grundschicht, die ausschließlich aus textilen Fäden besteht, wird ein elektrisch beaufschlagbarer Faden, der gleich wie der herkömmiiche textile Faden angeordnet ist, eingesetzt. Das als Veloursmaterial ausgebildete erfindungsgemäße textile Material zeichnet sich gegenüber bekannten Lösungen, bei denen elektrisch beaufschlagbare Fäden auf Gewebe appliziert sind, dadurch aus, dass die elektrischen beaufschlagbaren Fäden in die Grundschicht des textilen Materials eingebracht sein können und daher gegen Beschädigung zumindest zusätzlich geschützt sind. Das erfindungsgemäße textile Material ist folglich besonders strapazierfähig. Dadurch, dass in den Bereichen, in denen elektrisch beaufschlagbare Fäden in Wechselwirkung mit der Umgebung stehen, keine oder weniger Florfäden oder Florschlingen vorgesehen sind, können die elektrisch beaufschlagbaren Fäden optimal mit ihrer Umgebung wechselwirken. Bei dem erfindungsgemäßen textilen Material kann es sich, wie gesagt, um ein Veloursmaterial handeln. Das Veloursmaterial kann aus einem Polflächengebilde hergestellt sein, wobei das Polflächengebilde zwei voneinander beabstandete und zueinander parallele Grundschichten mit einer die beiden Grundschichten verbindenden Polstruktur aufweist, wobei die Polstruktur von Polfäden gebildet ist. Durch Aufschneiden des Polflächengebildes im Bereich der Polfäden entsteht das Veloursmaterial mit abstehenden Florfäden, die beim Durchschneiden der Polfäden gebildet werden. Bei dem erfindungsgemäßen textilen Material kann es sich auch um ein Epinglematerial handeln, das aus einem Polflächengebilde hergestellt ist, bei dem aus einer Grundschicht Florschlingen hervorstehen. Die Florschlingen können bei speziellen Ausführungen während des Herstellungsprozesses oder auch nachträglich z.B. durch Scheren aufgeschnitten sein.

Das Veioursmateriai kann auch durch Beschichten der Grundschicht mit Florfäden hergestellt werden, indem die Grundschicht einseitig mit einem Kleber versehen wird. Die mit dem Kleber versehene Grundschicht wird anschließend in einem zur Grundschicht mindestens annähernd senkrecht orientierten elektrostatischen Feld mit den Florfäden versehen, die durch das elektrostatische Feld zur Ebene der Grundschicht mindestens annähernd senkrecht ausgerichtet und durch den Kleber an der Grundschicht festgelegt werden. Anschließend erfolgt eine Trocknung des derartig hergestellten Veloursmaterials.

Der Kleber wird vorzugsweise auf die Grundschicht aufgebracht, zum Beispiel aufgesprüht. Zweckmäßigerweise wird das Veloursmaterial im Anschluss an die Trocknung glatt geschert. Nach diesem Glattscheren kann mindestens ein Veredelungs-Verfahrensschritt durchgeführt werden. Bei diesem Veredelungs-Verfahrensschritt kann es sich beispielsweise um ein Bedrucken des Veloursmaterials handeln.

Es kann vorgesehen sein, dass die textile Grundschicht als Gewebe, als Gewirke oder als Gestrick ausgebildet ist, wobei eine Anzahl textiler Gewebe-, Gewirke- oder Gestrickfäden durch die elektrisch beaufschlagbaren Fäden ersetzt ist und/oder eine Anzahl elektrisch beaufschlagbarer Fäden vorgesehen ist, die in der Erstreckungsebene der Gewebe-, Gewirke- oder Gestrickfäden und/oder in der Erstreckungsebene des Gewebes, des Gewirkes oder des Gestrickes verlaufen. Gewebe ist der Oberbegriff für manuell oder maschinell gefertigte textile Flächengebilde aus mindestens zwei rechtwinklig oder nahezu rechtwinklig verkreuzten Fadensystemen. Gewirke zählen zu den Maschenwaren und sind aus Fadensystemen durch Maschenbildung auf einer Wirkmaschine hergestellte textile Flächengebilde. Gestricke sind textile Flächengebilde, die durch den als Stricken bezeichneten Vorgang der Ausbildung von Maschen mit Hilfe eines Fadens sowie zweier oder mehrerer Nadeln herstellbar. Vorzugsweise ist die Grundschicht als Gewebe ausgebildet.

Es kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden parallel zu den Schussfäden oder parallel zu den Kettfäden verlaufen.

Weiter kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden alternierend zu aufeinanderfolgenden Kettfäden oder Schussfäden verlaufen, d. h. oben übergreifend und untergreifend bei aufeinander folgenden Kettfäden oder Schussfäden verlaufen. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden verlaufen somit die in dem Gewebe quer verlaufenden Textilfäden alternierend umschlingend. Diese alternierende umschlingende Anordnung kann regelmäßig mit gewissermaßen konstanter Periode verlaufen. Es kann vorgesehen sein, dass alle aufeinanderfolgenden quer verlaufenden Fäden jeweils nacheinander einzelnd alternierend umschlungen werden. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass jeder zweite oder n-te quer verlaufende Faden alternierend umschlungen wird. Es kann vorgesehen sein, dass mindestens einige der elektrisch beaufschlagbaren Fäden weniger alternieren als parallele Fäden in der Grundschicht. Um eine größere Dichte der elektrisch beaufschlagbaren Fäden an der Oberseite der textilen Grundschicht zu erzeugen, kann vorgesehen sein, dass die Umschlingungsfolge in bestimmten Abschnitten häufiger ist als in anderen Bereichen oder dass in bestimmten Bereichen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden über längere Abschnitte nahe der Oberfläche der textilen Grundschicht oder aufliegend auf dieser verlaufen. Es sind grundsätzlich auch Ausführungen möglich, bei denen die Grundschicht ausschließlich aus elektrisch beaufschlagbaren Fäden besteht.

Es kann vorzugsweise vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden mit Schneidverbindern elektrisch kontaktierbar sind. Es ist in diesem Fall also möglich, die elektrisch beaufschlagbaren Fäden, beispielsweise selbstleuchtende Fäden, ohne spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten zu kontaktieren, wobei die Kontaktierung vorzugsweise an den Kanten des textilen Materials vorgesehen sein kann. Das bahnförmige textile Endlosmaterial kann entsprechend dem Einsatzzweck abgelängt sein und sodann elektrisch kontaktiert sein. Vorzugsweise kann vorgesehen sein, die elektrisch beaufschlagbaren Fäden mit elektrischen Zuleitungen zu kontaktieren, die eine elektrische Verbindung zwischen den elektrisch beaufschlagbaren Fäden und einer Stromversorgungseinrichtung herstellen. Die Stromversorgungseinrichtung kann netz- oder batteriebetrieben sein. Die Stromversorgungseinrichtung kann zusätzlich eine Steuereinheit aufweisen, um Programm- und/oder zufallsgesteuert elektrisch beaufschlagbare Fäden, wie beispielsweise selbstleuchtende Fäden, zu- oder abzuschalten, beispielsweise um die weiter oben beschrieben optischen Effekte auszubilden.

Weiter kann vorgesehen sein, dass die Grundschicht, bei Veloursmaterial mindestens eine der beiden Grundschichten, elektrisch beaufschlagbare Fäden aufweist.

Bei elektrisch beaufschlagbaren Fäden kann es sich um elektrische Leiter zum Anschluss für am textilen Grundmaterial anzubringende und/oder in das textile Grundmaterial integrierte elektrische und/oder elektronische Komponenten handeln, wie weiter unten beschrieben.

Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden können als herkömmliche elektrische Leiter ausgebildet sein. Sie können, müssen jedoch nicht selbstleuchtend oder als Heizleiter ausgebildet sein.

Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass bei Veloursmaterial beide Grundschichten elektrisch beaufschlagbare Fäden aufweisen, die weiter vorzugsweise in beiden Grundschichten gleich angeordnet sind.

Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden können in als Gewebe ausgebildeten Grundschichten als Schussfäden und/oder als Kettfäden ausgebildet sein. So ist es zum Beispiel möglich, im textilen Material oder am textilen Material angeschlossene elektrische und/oder elektronische Komponenten in einer Matrix anzusteuern, d. h. zweidimensional anzusteuern. Der Schussfaden kann die x-Koordinate verkörpern, der Kettfaden die y-Koordinate.

Es kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden Signalübertragungsleiter und/oder Energieübertragungsleiter für am textilen Grundmaterial anzubringende und/oder in das textile Grundmaterial integrierte elektrische und/oder elektronische Komponenten bilden.

Weiter kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden Energieübertragungsleiter für Heizleiter oder für selbstleuchtende Fäden, insbesondere für die elektrolumineszenten Fäden bilden. Es ist also möglich, dass die elektrolumineszenten Fäden oder Heizleiter bereits werksseitig mit elektrischen Zuleitungen kontaktiert sind, so dass ein besonders leicht zu konfektionierendes textiles Material bereitstellbar ist.

Bei Ausführungen, bei denen elektrisch beaufschlagbare Fäden als elektrisch beaufschlagbare selbstleuchtende Fäden ausgebildet sind, kann vorgesehen sein, dass es sich bei den selbstleuchtenden Fäden um ein technisches Gebilde handelt, das in Form eines flexiblen Fadens ausgebildet ist, der vorzugsweise einen kreisförmigen Querschnitt aufweist und dessen Durchmesser vorzugsweise an den Durchmesser der aus textilen Fäden gebildeten Grundschicht angepasst ist oder doch zumindest so gewählt ist, dass er zusammen mit den textilen Fäden verarbeitbar ist. Der selbstleuchtende Faden strahlt bei Beaufschlagung mit elektrischer Energie Licht ab. Licht ist der für den Menschen sichtbare Bereich der elektromagnetischen Strahlung. Dieser Bereich erstreckt sich von etwa 380 bis 780 nm Wellenlänge. Es ist möglich, dass das Strahlungsspektrum der von dem selbstleuchtenden Faden erzeugten elektromagnetischen Strahlung größer als der Bereich des Lichtes ist. Der selbstleuchtende Faden weist eines oder mehrere technische Gebilde auf, die durch Beaufschlagung mit elektrischer Energie Licht abstrahlen, sowie elektrische Zuleitungen, die mit einer Stromversorgungseinrichtung verbindbar sind. Vorzugsweise weist der selbstleuchtende Faden weiter eine transparente, elektrisch nicht leitende Schutzhülle auf, welche die elektrischen Zuleitungen und die lichterzeugenden technischen Gebilde umschließt. Bei den lichterzeugenden technischen Gebilden kann es sich um fadenförmige Gebilde handeln, wie beispielsweise in den weiter unten beschriebenen elektrolumineszenten Leuchtfäden vorgesehen, oder um längs der Fadenachse aufgereihte Mikrogebilde, wie beispielsweise Leuchtdioden. Der Begriff „Faden" assoziiert ein Material mit im Wesentlichen runden Querschnitt. Es ist aber auch möglich, dass der selbstleuchtende Faden als ein Material mit unrundem und/oder mit im Wesentlichen kantigem, zum Beispiel flachem rechteckförmigem Querschnitt ausgebildet ist, d. h. als bandförmiges Material. Wenn die selbstleuchtenden Fäden in das textile Material eingebettet sind, können interessante optische Effekte ausgebildet werden, die neben dekorativen Zwecken auch Signal- und Beleuchtungsfunktionen erfüllen können.

In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung kann vorgesehen sein, dass die Grundschicht bei elektrischer Beaufschlagung verschiedenfarbig leuchtende selbstleuchtende Fäden aufweist. Die selbstleuchtenden Fäden können eine farbige Schutzschicht aufweisen, sodass die Fäden auch im nicht leuchtenden Zustand, d. h. bei Nichtbeaufschlagung mit elektrischer Energie, unterschiedliche Farben aufweisen können. Dabei können jedoch auch deutlich wahrnehmbare Farbunterschiede zwischen dem nicht leuchtenden und dem leuchtenden Zustand der selbstleuchtenden Fäden vorgesehen sein. Es kann weiter vorgesehen sein, dass die selbstleuchtenden Fäden einen Bereich dichter Anordnung aufweisen, der eine Leuchtfläche bildet. Die Leuchtfläche kann aus selbstleuchtenden Fäden mit einheitlicher Leuchtfarbe gebildet sein, es ist aber auch möglich, dass die selbstleuchtenden Fäden mit unterschiedlichen Farben leuchten. Dabei können Mischfarben ausgebildet werden, die bei geeigneter Farbwahl und mindestens drei unterschiedlichen Farben auch die Mischfarbe „Weiß" ausbilden können. Auf diese Weise sind auch Farbwechsel möglich, beispielsweise Farbwechsel mit fester oder zufälliger Farbfolge.

Es kann also weiter vorgesehen sein, dass die Leuchtfläche eine Lampe bildet, die wie vorstehend beschrieben, auch die Lichtfarbe „Weiß" haben kann. Unter Lampe wird hier eine Lichtquelle verstanden, deren Lichtstrom ausreichend groß ist, um ein nicht leuchtendes Objekt zu beleuchten, beispielsweise eine Buchseite oder dergleichen.

Es kann vorgesehen sein, dass die selbstleuchtenden Fäden ein alphanumerisches Zeichen und/oder ein Bild bilden. Die alphanumerischen Zeichen und/oder Bilder können mit umso höherer Auflösung dargestellt werden, je geringer der Durchmesser der selbstleuchtenden Fäden ist. Bevorzugt sind Fäden mit einem Durchmesser kleiner als 1 mm.

Weiter kann vorgesehen sein, dass ein oder mehrere alphanumerische Zeichen eine Anzeige-, Hinweis- oder Warninformation bilden.

Ebenso kann vorgesehen sein, dass das Bild ein Anzeige-, Hinweis- oder Warnpiktogramm ist. Es ist auch möglich, dass zwei oder mehrere alphanumerische Zeichen und/oder Bilder überlagert sind, wobei durch gemeinsame oder getrennte elektrische Ansteuerung die Zeichen und/oder Bilder gleichzeitig oder nacheinander darstellbar sind. Es ist beispielsweise möglich, nacheinander die alphanumerischen Zeichenfolgen „GO" und „STOP" darzustellen, oder ein Piktogramm, wie beispielsweise das aus Fahrzeugen zur Personenbeförderung bekannte Anschnall-Piktogramm wahlweise durchgestrichen und nicht durchgestrichen darzustellen. Die Überlagerung schließt ein, dass die zwei oder mehreren alphanumerischen Zeichen und/oder Bilder ineinander verschachtelt angeordnet sind, beispielsweise als miteinander verschachtelte Linienraster ausgebildet sind.

Weiter kann vorgesehen sein, dass die selbstleuchtenden Fäden aus elektrolumineszenten Fäden gebildet sind. Elektrolumineszente Fäden weisen einen elektrolumineszenten Farbstoff auf, der durch ein elektrisches Feld zum Leuchten angeregt wird, wobei es sich um ein „kaltes" Licht handelt, d. h. einen Leuchteffekt, bei dem keine Verlustwärme entsteht. Der selbstleuchtende Faden weist zwei elektrisch leitende Schichten auf, die mit einer elektrischen Spannungsquelle verbindbar sind und zwischen denen das elektrische Feld ausgebildet ist. Bei bevorzugten Ausführungen muss die elektrische Spannungsquelle eine Wechselspannung im Niederfrequenz- und/oder Hörfrequenzbereich bereitstellen. Ein typischer selbstleuchtender Faden kann einen rotationssymmetrischen Aufbau aufweisen mit einem elektrisch leitenden zentralen Innenleiter und einem zylinderförmigen transparenten Außenleiter, zwischen denen elektrolumineszentes Material angeordnet ist, das von einer äußeren Schutzschicht umgeben sein kann. Der Außenleiter kann von einer transparenten farbigen Schutzschicht umhüllt sein. Es ist auch möglich, auf den zentralen Innenleiter zu verzichten und zwei elektrisch voneinander isolierte Außenleiter vorzusehen.

Ferner sind Ausführungen vorgesehen, bei denen als Heizleiter ausgebildete elektrisch beaufschlagbare Fäden einen Bereich dichter Anordnung aufweisen, der eine Heizfläche bildet.

Es kann auch vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden als unterschiedlich stark heizende Heizfäden ausgebildet sind. Es können auf diese Weise unterschiedlich stark heizende Bereiche ausgebildet sein.

Es sind Ausführungen von textilen Materialen vorgesehen, die elektrisch beaufschlagbare Fäden aufweisen, und zwar solche, die als selbstleuchtende Fäden ausgebildet sind und zusätzlich auch solche, die als Heizleiter ausgebildet sind. Zusätzlich können bei diesen Ausführungen auch elektrisch beaufschlagbare Fäden vorgesehen sein, die lediglich oder zusätzlich als Signalübertragungsleiter und/oder Energieübertragungsleiter für z.B. in das textile Grundmaterial eingebrachte elektrische oder elektronische Komponenten ausgebildet sind.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen sind auf die Verwendung des erfindungsgemäßen textilen Materials gerichtet.

Es kann vorgesehen sein, Wand- und/oder Deckenverkleidung und/oder Fußbodenbelag für den Innenraum eines Fahrzeugs aus dem erfindungsgemäßen textilen Material, vorzugsweise aus Veloursmaterial, auszubilden. So ist es beispielsweise möglich, an der Unterseite von Gepäckablagen in für den Personentransport vorgesehenen Fahrzeugen, zum Beispiel Bussen, Schienenfahrzeugen und Flugzeugen, Verkleidungen aus dem textilen Material vorzusehen, bei denen selbstleuchtende Fäden für dekorative Effekte, Leit- und Signalfunktionen und andere elektrisch beaufschlagbare Fäden als Energieübertragungsleiter und/oder Signalübertragungsleiter, insbesondere als Zu- und Ableitungen für elektrische und/oder elektronische Komponenten, wie Leselampen, Ventilatoren, Lautsprecher, Mikrofone und Signalschalter, vorgesehen sein können. Die beschriebenen Verkleidungen sind vorteilhaft in der Montage und im Gebrauch. Deckenverkleidungen können beispielsweise als effektvoller Sternenhimmel ausgebildet sein, wobei die „Sterne" aus den besagten selbstleuchtenden Fäden gebildet sein können oder in Kombination mit Leuchtdioden, die durch eingewebte elektrisch beaufschlagbare Fäden kontaktiert sind, und wobei ein Tag- und Nachtbetrieb einstellbar ist durch Abschalten oder Zuschalten der Leuchtelemente. Weiter kann vorgesehen sein, einen Fußbodenbelag mit aus den selbstleuchtenden Fäden gebildeten Fluchtwegmarkierungen zu versehen.

Weiter kann vorgesehen sein, Verkleidungen für Wände und/oder Decken und/oder Einbauten für Innenräume eines Gebäudes aus dem erfindungsgemäßen textilen Material auszubilden, wobei auch die vorstehend beschriebenen vielfältigen Effekte ausbildbar sind. Unter den Einbauten sollen Säulen, Nischen, Alkoven, Durchgänge und dergleichen verstanden sein.

Eine weitere vorteilhafte Anwendung können Verkleidung und/oder Bezug für Möbel und/oder Einrichtungsgegenstände und/oder Fahrzeugsitze und/oder Gebrauchsgegenstände sein, die aus dem erfindungsgemäßen textilen Material gebildet sind. Einrichtungsgegenstände, wie beispielsweise Theken, also Ladentische oder Tresen, können sowohl aus ästhetischen als auch aus funktionellen Gesichtspunkten mit dem erfindungsgemäßen textilen Material teilweise oder vollständig verkleidet sein. Ein weiteres breites Anwendungsfeld folgt aus der Materialeigenschaft des textilen Materials, sich gut Formen anzupassen, einen angenehmen Sitzbezug zu ergeben und auch Kanten und Oberflächen von Möbeln und dergleichen zu schützen und zu polstern. So ist es beispielsweise möglich, Kinder, insbesondere Kleinkinder, durch die gepolsterten Kanten vor Verletzungen zu schützen. Weiter vorteilhaft ist, dass auch Heizfäden in das textile Material eingewoben sein können, so dass das erfindungsgemäße textile Material auch als eine Niedertemperatur- Flächenheizung einsetzbar ist, die nicht nur an Wänden und/oder Decken und/oder auf Fußböden verlegbar ist, sondern auch inselförmige Wärmezonen zu bilden vermag, beispielsweise Schreibtische oder Theken mit einem behaglichen Mikroklima zu versehen vermag.

Weiter kann vorgesehen sein, Dekorstoff für Innendekoration aus dem erfindungsgemäßen textilen Material auszubilden, wobei analoge Ausbildungen wie in den vorstehend beschriebenen Anwendungsbeispielen möglich sind.

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 ein Polflächengebilde zur Herstellung eines ersten

Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen textilen Materials in schematischer Schnittdarstellung;

Fig. 2 ein aus dem Polflächengebilde in Fig. 1 erzeugtes textiles Material in schematischer stark vergrößerter perspektivischer Darstellung;

Fig. 3 ein erstes Anwendungsbeispiel des textilen Materials in Fig. 2;

Fig. 4 ein zweites Anwendungsbeispiel des textilen Materials in Fig. 2; Fig. 5 ein drittes Anwendungsbeispiel des textilen Materials in Fig. 2

Fig.6a eine textile Grundschicht als Ausgangsmaterial zur Herstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen textilen Materials in schematischer Schnittdarstellung in einem ersten Fertigungsschritt;

Fig. 6b die textile Grundschicht in Fig. 6a in einem zweiten

Fertigungsschritt;

Fig. 6c die textile Grundschicht in Fig. 6a in einem dritten

Fertigungsschritt;

Fig. 6d ein aus der textilen Grundschicht in Fig. 6a bis 6c erzeugtes textiles Material;

Fig. 6e das textile Material in Fig. 6d, bestückt mit einem elektrischen

Funktionselement;

Fig. 6f das textile Material in Fig. 6e in der Draufsicht;

Fig. 7 ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen textilen

Materials in schematischer Schnittdarstellung;

Fig. 8 ein viertes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen textilen

Materials in schematischer Schnittdarstellung;

Fig. 9 ein fünftes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen textilen

Materials in schematischer Schnittdarstellung;

Fig. 1 zeigt ein Polflächengebilde 1 , das eine Vorstufe zur Herstellung von als Veloursmaterial ausgebildetem textilem Material bildet. Das Polflächengebilde 1 weist zwei voneinander beabstandete und zueinander parallele Grundschichten 11 und eine Polstruktur 12 auf, die die beiden Grundschichten 11 miteinander verbindet. Die beiden Grundschichten 11 können als Gewebe, als Gewirke oder als Gestrick ausgebildet sein. Die Polstruktur 12 ist von Polfäden 12p gebildet.

Die beiden Grundschichten 11 weisen jeweils zusätzlich zu textilen Fäden 11t elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e auf. Zur besseren Übersicht sind in den Figuren nur einige der textilen Fäden 11t mit Bezugszeichen versehen. Die beiden Grundschichten 11 sind in dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel aus Kettfäden 11 k und Schussfäden 11s gebildet. Kettfäden 11 k und Schussfäden 11s sind vorwiegend textile Fäden 11t. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e können Kettfäden oder Schussfäden sein. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e im Wesentlichen parallel zu den Schussfäden 11s, wobei sie im dargestellten Fall jeweils aufeinander folgende Kettfäden 11k alternierend von oben oder von unten umschlingen. Wie in Fig. 1 zu erkennen, können die Polfäden 12p abschnittsweise als Schussfäden ausgebildet sein und in diesem Abschnitt in der Grundschicht 11 verlaufen, indem sie in dem dargestellten Fall in dem Abschnitt der Grundschicht aufeinander folgende Kettfäden alternierend von oben oder unten umschlingen. In übrigen Bereichen der Grundschicht umschlingen die Polfäden jeweils aufeinanderfolgend einen Kettfaden 11 k der einen Grundschicht 11 und sodann einen Kettfaden 11k der anderen Grundschicht 11.

Fig. 2 zeigt ein als Veloursmaterial ausgebildetes textiles Material 2, das durch Aufschneiden der Polfäden 12p in Fig. 1 in einer zwischen den beiden Grundschichten 11 verlaufenden, parallelen Mittelebene gebildet ist. Wie in Fig. 2 zu erkennen, weisen die aus den aufgeschnittenen Polfäden gebildeten Florfäden 13 unterschiedliche Farben auf, die durch unterschiedliche Schraffuren dargestellt sind, und bilden so farbige Muster im textilen Material 2. Es kann sich dabei auch um einfarbige oder stückgefärbte Materialien handeln. Es kann vorgesehen sein, dass die beiden durch Aufschneiden des Polflächengebildes 1 gebildeten textilen Materialien 2 unterschiedlich ausgebildet sind, vorzugsweise mit unterschiedlichem Muster ausgebildet sind. Vorzugsweise kann jedoch vorgesehen sein, dass die beiden durch Aufschneiden des Polflächengebildes 1 gebildeten textilen Materialien 2 gleich ausgebildet sind, vorzugsweise mit gleichem Muster ausgebildet sind. Die Endabschnitte der senkrecht zur Grundschicht 11 wegstehenden Florfäden 13 sind aufgefächert und erzeugen so ein samtartiges Erscheinungsbild des textilen Materials. Wie in Fig. 2 zu erkennen, bilden die aufgeschnittenen Polfäden Schlingen um die Kettfäden 11 k der Grundschicht 11 , die im Wesentlichen durch Reibschluss an den Kettfäden 11 k haften. Es kann aber auch vorgesehen sein, die Florfäden 13 durch zusätzliche Mittel zu fixieren, beispielsweise durch eine auf der Rückseite der Grundschicht angeordnete Kleberschicht. Alternativ zu dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel, bei dem es sich um Veloursmaterial handelt, kann das textile Material als Epinglematerial ausgebildet sein, das sich von dem Veloursmaterial dadurch unterscheidet, dass im Herstellungsprozess nur eine Grundschicht vorgesehen ist und dass anstatt der Florfäden Florschlingen vorgesehen sind. Bei bevorzugten Ausführungen ist vorgesehen, dass die Florschlingen durch Scheren aufgeschnitten sind. Damit kann ein Veloursmaterial hergestellt werden, das ähnlich oder gleich aufgebaut ist, wie das aus dem Polflächengebilde hergestellte Veloursmaterial.

Bei dem in Fig. 2 dargestellten Veloursmaterial ist die Verteilung der Florfäden 13 in unterschiedliche Bereiche unterschiedlich. In zwei Bereichen, in denen elektrisch beaufschlagbare Leiter 11e angeordnet sind, sind weniger Florfäden 13 angeordnet. Bei dem Veloursmaterial in Fig. 2 kann vorgesehen sein, dass die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e als Heizfäden ausgebildet sind. Bei anderen, ebenfalls sehr vorteilhaften Ausführungen können die elektrisch beaufschlagbaren Fäden aber auch als elektrisch beaufschlagbare selbstleuchtende Fäden ausgebildet sein. Der Leuchteffekt der selbstleuchtenden Fäden beruht vorzugsweise auf Elektrolumineszenz. Der selbstleuchtende Faden weist einen elektrolumineszenten Farbstoff auf, der durch ein elektrisches Feld zum Leuchten angeregt wird. Der selbstleuchtende Faden weist deshalb zwei elektrisch leitende Schichten auf, die mit einer elektrischen Spannungsquelle verbindbar sind und zwischen denen das elektrische Feld ausgebildet ist. Die elektrische Spannungsquelle stellt vorzugsweise eine Wechselspannung im Niederfrequenz- und/oder Hörfrequenzbereich (20 kHz) bereit. Ein typischer selbstleuchtender Faden kann einen rotationssymmetrischen Aufbau aufweisen mit einem elektrisch leitenden zentralen Innenleiter und einem zylinderförmigen transparenten Außenleiter, zwischen denen elektrolumineszentes Material angeordnet ist, das von einer äußeren Schutzschicht umgeben sein kann. Der Außenleiter kann von einer transparenten farbigen Schutzschicht umhüllt sein. Es ist auch möglich, auf den zentralen Innenleiter zu verzichten und zwei elektrisch voneinander isolierte Außenleiter vorzusehen. Zur Kontaktierung des selbstleuchtenden Fadens 11e können die beiden elektrisch leitenden Schichten des Fadens an der Kontaktstelle freigelegt werden und beispielsweise durch einen Klemmverbinder mit auf elektrisch voneinander isolierten Klemmbacken angeordneten elektrischen Anschlusskontakten mit elektrischen Zuleitungen verbunden werden, die eine elektrische Verbindung mit der elektrischen Spannungsquelle herstellen. Für stationäre Anwendungen kann die elektrische Spannungsquelle als ein an das öffentliche Stromnetz anschließbares Netzteil ausgebildet sein. In bevorzugten Ausführungen kann die Kontaktierung der selbstleuchtenden Fäden durch einen Schneidverbinder vorgesehen sein, der in einem Arbeitsgang die Isolation durchtrennt und die elektrische leitenden Schichten des selbstleuchtenden Fadens kontaktiert. Eine besonders einfache Kontaktierung ist möglich, wenn im textilen Material Kontaktierungsbereiche vorgesehen sind, in denen die im textilen Material eingebrachten selbstleuchtenden Fäden nach Art eines Flachbandkabels dicht bei dicht nebeneinander angeordnet sind, so dass ein entsprechend dimensionierter Schneidverbinder, beispielsweise ein 80-poliger Schneidverbinder, einsetzbar ist.

Die Fig. 3 bis 5 zeigen nun Anwendungsbeispiele für das erfindungsgemäße textile Material, bei denen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden als elektrisch beaufschlagbare selbstleuchtende Leuchtfäden ausgebildet sind.

Fig. 3 zeigt ein als bandförmiges Veloursmaterial ausgebildetes textiles Material 3, das als Fluchtwegmarkierung im Bodenbereich von Fahrzeugen für den Personentransport vorgesehen ist, beispielsweise für den Einsatz in Bussen, Bahnen, Flugzeugen und Schiffen. Das textile Material 3 weist im dargestellten Fall alphanumerische Zeichen 31 und ein Piktogramm 32 auf, die einen Fluchtweg markieren. Die Zeichen 31 und das Piktogramm 32 sind aus selbstleuchtenden Fäden gebildet. Die selbstleuchtenden Fäden treten im Bereich der Zeichen 31 und des Piktogramms 32 an die Oberfläche der Grundschicht des textilen Materials 3 und sind in den übrigen Bereichen in der Grundschicht des textilen Materials von Textilfäden und/oder von Florfäden überdeckt und deshalb nicht sichtbar. In dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel bilden die aus den selbstleuchtenden Fäden gebildeten alphanumerischen Zeichen 31 den Worthinweis „EXIT" und das Piktogramm 32. Das Piktogramm 32 ist ein Richtungspfeil, der den Weg zum Ausgang bzw. zum Notausgang bezeichnet.

Fig. 4 zeigt ein als bandförmiges Veloursmaterial ausgebildetes textiles Material

4, das unter Gepäckablagen von den in Fig. 3 bezeichneten Fahrzeugen angeordnet sein kann, und das neben elektrisch beaufschlagbaren selbstleuchtenden Fäden auch elektrisch beaufschlagbare Fäden aufweist, die als elektrische Zuleitungen für diverse elektrische Komponenten vorgesehen sind. Diese elektrischen Komponenten können externe Baugruppen sein, die an dem bandförmigen textilen Material 4 und/oder auf einer Unterlage, auf der das textile Material 4 aufgebracht ist, befestigt sind. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine Leseleuchte 41 , einen Ventilator 42 und Schalter 43 , aber auch um Lautsprecher und Mikrofone handeln. Die Leseleuchte 41 und der Ventilator 42 sind durch die Schalter 43 ein- und ausschaltbar. Aus den selbstleuchtenden Fäden sind ein Piktogramm 44, das als stilisierter Ventilator ausgebildet ist, und sternförmige Dekorelemente 45 in der in Fig. 3 weiter oben beschriebenen Weise gebildet.

Fig. 5 zeigt ein als bandförmiges Veloursmaterial ausgebildetes textiles Material

5, das neben einem aus Florfäden gebildeten mehrfarbigen Dekorelement 51 ein aus selbstleuchtenden Fäden gebildetes Leuchtfeld aufweist. Das textile Material 5 kann beispielsweise eine Zierborte eines Textils zur Inneneinrichtung von Räumen bilden oder als Zierelement für Wand- und/oder Deckenverkleidungen oder als Zierelement für Möbel vorgesehen sein. Es kann auch vorgesehen sein, das Dekorelement 51 ausschließlich aus selbstleuchtenden Fäden, vorzugsweise in mehreren Farben, auszubilden oder das Dekorelement 51 aus textilen Polfäden und im übrigen aus selbstleuchtenden Fäden auszubilden. Weiter kann vorgesehen sein, dass das textile Material auch elektrisch beaufschlagbare Fäden und mit diesen verbundene Leuchtmittel, wie LEDs, aufweist. Es ist auch möglich, dass es sich bei dem textilen Material 5 um ein großflächiges textiles Material handelt, das beispielsweise als Vorhangstoff oder als Wandverkleidung einsetzbar ist. Das textile Material 5 ist auch als Notbeleuchtung einsetzbar, beispielsweise in Kinotheatern.

Die Fig. 6a bis 6f zeigen die Herstellung und die Verwendung eines mit einem elektrischen Funktionselement bestückten textilen Materials unter Verwendung von elektrisch beaufschlagbaren Fäden, die als elektrische Leiter zur Versorgung von elektrischen Funktionselementen oder als Heizleiter ausgebildet sind.

Fig. 6a zeigt eine als Ausgangsmaterial des textilen Materials vorgesehene textile Grundschicht 11 in schematischer Darstellung, die neben textilen Fäden 11t elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e aufweist. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e sind in der textilen Grundschicht 11 anstelle textiler Fäden angeordnet. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e können je nach Einsatzzweck unterschiedlich ausgebildet sein, beispielsweise aus unterschiedlichem Material ausgebildet sein oder einen unterschiedlichen Aufbau aufweisen. Die elektrischen beaufschlagbaren Fäden können beispielsweise als Litze ausgebildet sein, um eine den textilen Fäden vergleichbare Flexibilität auszubilden und/oder eine elektrisch isolierende Beschichtung aufweisen. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden können weiter unterschiedliche elektrische Eigenschaften aufweisen, beispielsweise unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit aufweisen, wodurch sie speziell als elektrische Leiter oder als Heizleiter ausbildbar sind. Fig. 6b zeigt die textile Grundschicht 11 in einem zweiten Herstellungsschritt. Die textile Grundschicht 11 ist abschnittsweise mit einer Kleberschicht, 11 kl beschichtet, wobei die Abschnitte, in denen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e in Wirkverbindung mit der Umgebung stehen oder in denen nach Fertigstellung des textilen Materials Bauelemente angeordnet sind, keine Kleberschicht 11 kl aufweisen.

Fig. 6c zeigt die elektrostatische Beschichtung der textilen Grundschicht 11 mit Florfäden 13. Die Florfäden 13 richten sich in einem elektrostatischen Feld 14 aus und werden durch die Kleberschicht 11kl auf der textilen Grundschicht 11 fixiert. Die textile Grundschicht 11 wird durch das elektrostatische Feld 14 hindurchbewegt, so dass die gesamte textile Grundschicht 11 mit Florfäden 13 beschichtet wird. Die Florfäden 13 haften jedoch nur in den mit der Kleberschicht 11 kl versehenen Abschnitten der textilen Grundschicht 11.

Fig. 6d zeigt ein textiles Material 6, das durch die vorstehend beschriebene Beschichtung der textilen Grundschicht 11 mit Florfäden 13 gebildet ist. In den Bereichen, in denen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e in Wirkverbindung mit der Umgebung stehen oder die zur Aufnahme von elektrischen Bauelementen, Kontaktelementen oder dergleichen vorgesehen sind, sind keine Florfäden 13 angeordnet.

Fig. 6e und 6f zeigen das mit einer Leuchtdiode 61 bestückte textile Material 6, das weiter eine Heizfläche 62 aufweist, in der als Heizleiter ausgebildete elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e angeordnet sind. In dem in Fig. 6e und 6f dargestellten Ausführungsbeispiel sind auf der Heizfläche 62 keine Florfäden 13 angeordnet. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass auf der Heizfläche 62 weniger Florfäden 13 pro Flächeneinheit angeordnet sind als in den übrigen mit Florfäden beschichteten Bereichen, um einerseits den optischen Eindruck des textilen Materials 6 zu vereinheitlichen und andererseits eine verbesserte Wärmeabgabe zu ermöglichen.

Im Bereich der Leuchtdiode 61 sind keine Florfäden 13 angeordnet, so dass die Lichtabstrahlung der Leuchtdiode 61 nicht behindert ist. Wie in Fig. 6e zu erkennen, ist die Höhe der Leuchtdiode kleiner als die Länge der Florfäden 13, so dass die Leuchtdiode 61 nicht über die Oberfläche des textilen Materials 6 hinausragt und daher weitgehend gegen mechanische Beschädigungen geschützt ist. Bei der Leuchtdiode 61 kann es sich beispielsweise um ein sogenanntes SMD-Bauelement handeln. SMD-Bauelemente (surface-mounted device) sind Bauelemente für die Oberflächenmontage, die keine Drahtanschlüsse aufweisen und mittels lötfähiger Anschlussflächen direkt auf eine Leiterplatte oder dergleichen gelötet werden.

Fig. 8 zeigt ein textiles Material 7, dass als Veloursmaterial ausgebildet ist. Es besteht aus einer textilen Grundschicht 11 , von der Florfäden 13 abstehen. In der textilen Grundschicht 11 sind elektrisch beaufschlag bare Fäden 11 e eingearbeitet. Die elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e können als zusätzliche Fäden in der als ein Gewebe ausgebildeten textilen Grundschicht 11 vorgesehen sein. Die elektrisch beaufschlagbaren Fäden sind in bestimmten Abschnitten des textilen Materials angeordnet. In anderen Bereichen sind keine elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e angeordnet. Einige der elektrisch beaufschlagbare Fäden treten abschnittsweise aus der Grundschicht hervor, indem sie abschnittsweise an der Oberfläche der textilen Grundschicht 11 aufliegend angeordnet sind. In Fig. 7 sind vier unterschiedliche Bereiche a, b, c und d vorhanden, in denen elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e in der Grundschicht 11 angeordnet sind. In den Bereichen b und d sind die elektrisch beaufschlagbaren Fäden ausschließlich innerhalb der Grundschicht 11 verlaufend gezeigt. In den Bereichen a und c sind zusätzlich auch auf der Oberseite verlaufende elektrisch beaufschlagbare Fäden 1 1e vorhanden.

Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 7 sind abstehende Florfäden 13 vorgesehen. Ihre Anordnung ist in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich dicht. In dem Bereichen a und b sind keine Florfäden vorhanden. Im Bereich d sind die Florfäden mit geringerer Dichte angeordnet. Die Bereiche a, b und d enthalten jeweils elektrisch beaufschlagbare Fäden in der Grundschicht 11. Die dort unterschiedlich dicht oder fehlende Anordnung der Florfäden 13 entspricht damit der vorangehend erörterten Alternative a) des Anspruchs 1 , wie sie auch in den Ausführungsbeispielen in den vorangehenden Fig. 6a bis 6f realisiert ist. Im Unterschied hierzu ist im Bereich c, in dem ebenfalls elektrisch beaufschlagbare Fäden in der Grundschicht vorgesehen sind die Anordnung der wegstehenden Florfäden 13 in gleicher Dichte ausgeführt wie in Bereichen, in denen in der Grundschicht keine elektrisch beaufschlagbare Fäden angeordnet sind. Dieser Bereich entspricht Alternative b) des Anspruchs 1 , welche vorsieht, dass elektrisch beaufschlagbare Fäden mit einem größeren Flächen oder Volumenbereich an oder nahe der Oberfläche der textilen Grundschicht angeordnet sind. Bei solchen Ausführungen ist es möglich, die Dichte der Anordnung der wegstehenden Florfäden oder Florschlingen konstant wie in Bereichen der textilen Grundschicht ohne elektrisch beaufschlagbare Fäden zu gestalten.

Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 8 sind entsprechende Bereiche a, b, c und d vorhanden, in denen elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e mit größerer Dichte als in dazwischen liegenden Bereichen vorgesehen sind. In den Bereichen a, b, c, d verlaufen elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e jeweils in diesem Abschnitt auf der Oberseite der textilen Grundschicht 11 aufliegend, so dass in diesen Bereichen ein größerer Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden vorgesehen ist, als in anderen Bereichen, in denen die elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e im Gewebe quer verlaufende Schussfäden 11s alternierend umschlingend angeordnet sind. Die Bereiche a, b und d stellen Ausführungen der Alternative a) des Anspruchs 1 dar, da sie Bereiche darstellen, in denen elektrisch beaufschlagbare Fäden vorhanden sind und weniger oder keine abstehenden Florfäden oder Florschlingen in diesen Bereichen vorgesehen sind. Der Bereich c stellt eine Ausführung der Alternative b) des Anspruchs 1 dar. In diesem Bereich ist der Flächen- oder Volumenanteil an elektrisch beaufschlagbaren Fäden aufgrund der an der Oberfläche der textilen Grundschicht 11 geführten elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e besonders groß. Die Dichte der abstehenden Florfäden 13 bzw. Florschlingen kann in diesem Bereich daher gleich groß ausgebildet sein, wie in benachbarten Bereichen, in denen in der textilen Grundschicht 11 keine oder weniger elektrisch beaufschlagbaren Fäden vorhanden sind.

In Fig. 9 ist ein textiles Material 8 dargestellt, welches aus zwei textilen Grundschichten 11 , 11 ' besteht, die über Polfäden 12p miteinander verbunden sind. In der oberen textilen Grundschicht 11 sind elektrisch beaufschlagbare Fäden 1 1e angeordnet. In der unteren textilen Grundschicht 11 ' sind keine elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e vorgesehen.

An der nach Außen gewandten Oberseite der textilen Grundschicht 11 , die also von der zweiten textilen Grundschicht 11 ' und den Polfäden 12p abgewandt ist, sind wegstehende Polfäden 13 angeordnet. Die Polfäden 13 sind in unterschiedlicher Dichte angeordnet. In Bereichen, in denen elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e in der textilen Grundschicht 11 angeordnet sind, sind an der Oberseite keine Florfäden 13 angeordnet. Die Florfäden 13 sind ausschließlich in den Bereichen, in denen in der Grundschicht 11 keine elektrisch beaufschlagbaren Fäden 11e verlaufen, angeordnet. Insoweit handelt es sich um eine Realisierung der Alternative a) des Anspruchs 1. Zusätzlich ist in Fig. 9 in einem Abschnitt auf der linken Seite, in welchem elektrisch beaufschlagbare Fäden 11e in der oberen Grundschicht 11 angeordnet sind, noch vorgesehen, dass in diesem Bereich keine Polfäden 12p vorhanden sind, die in diesem Bereich die textilen Grundschichten 11 , 11 ' miteinander verbinden. Zusätzlich kann bei einer gegenüber Fig. 9 abgewandelten Ausführung mit zwei Grundschichten 11 und 11' auch Alternative b) des Anspruchs 1 realisiert sein, z.B. in einer Gestaltung der Grundschicht 11 wie sie in den Fig. 7 und/oder 8 dargestellt ist. Ferner sind gegenüber Fig. 9 abgewandelte Ausführungen denkbar, bei denen mehr als zwei textile Grundschichten vorhanden sind, die über Polfäden verbunden sind. Ferner sind abgewandelte Ausführungen mit einer oder mehreren textilen Grundschichten möglich, bei denen nicht nur an einer Oberseite Florfäden 13 oder Florschlingen abstehend angeordnet sind, d.h. es sind Ausführungen möglich, bei denen auch an der Unterseite des textilen Materials Florfäden 13 oder Florschlingen wegstehend angeordnet sind.

Bezugszeichenliste

1 Polflächengebilde -8 textiles Material

11 textile Grundschicht

11' textile Grundschicht

11e elektrisch beaufschlagbarer Faden

11 k Kettfaden

11 kl Kleberschicht

11 s Schussfaden 1t textiler Faden 2 Polstruktur 2p Polfaden 3 Florfaden 4 elektrostatisches Feld 1 alphanumerisches Zeichen 2 Piktogramm 1 Leseleuchte 2 Ventilator 3 Schalter 4 Piktogramm 5 Dekorelement 1 Dekorelement 2 Leuchtfeld 1 Leuchtdiode 2 Heizfläche