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Title:
TEXTILE MATERIAL AND SYSTEM FOR STIMULATING BODY REGIONS OF HORSES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/145894
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a knitted textile material (100) and to a system for stimulating body regions (21) of horses (1). The knitted textile material (100) is knitted from at least one electrically conductive and elastically extendable yarn (104) and at least one electrically non-conductive and elastically extendable base yarn (106). In the knitting process, at least one anode (52), a cathode (51), two connection pads (7A, 7K), and electric lines (23, 24) are produced. The anode (52) and the cathode (51) face the body regions (21) of the horse (1) to be stimulated. (Figure 2)

Inventors:
BINTING, Malte (Liebhartstraße 42, Regensburg, 93053, DE)
Application Number:
IB2019/050604
Publication Date:
August 01, 2019
Filing Date:
January 24, 2019
Export Citation:
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Assignee:
MODUU GMBH (Liebhartstraße 42, Regensburg, 93053, DE)
International Classes:
A61N1/04; A01K13/00; A01K15/02; A01K29/00; A61B5/00; A61D9/00; A61N1/36; B68C1/00; B68C5/00; D03D1/00; D03D11/02; D03D15/08
Domestic Patent References:
WO2017202930A12017-11-30
WO2014000736A22014-01-03
WO2009138961A12009-11-19
WO2014123812A22014-08-14
WO2014135636A12014-09-12
WO2016131935A12016-08-25
Foreign References:
DE102015113420A12017-02-16
US20040009731A12004-01-15
US20120330376A12012-12-27
DE102006030211A12008-01-03
DE102008013827A12009-10-01
DE102013106864A12014-09-25
DE202011050682U12011-09-26
US20040009731A12004-01-15
DE102007046886A12009-04-09
DE102008003158A12009-07-09
DE202011109226U12012-08-01
DE202014103548U12014-08-12
US20080097530A12008-04-24
KR20100024265A2010-03-05
DE102009013627A12010-09-16
DE20209219U12002-08-29
DE102005058850A12007-06-14
DE102015002565A12016-09-01
DE202014102735U12014-06-26
DE202014102737U12014-06-24
DE202015005645U12015-09-02
Other References:
ANONYMOUS: "moduu | Feel your move", 29 September 2017 (2017-09-29), pages 1 - 12, XP055581925, Retrieved from the Internet [retrieved on 20190417]
ANONYMOUS: "Booster-img2.jpg", 1 April 2017 (2017-04-01), XP055581917, Retrieved from the Internet [retrieved on 20190417]
ANONYMOUS: "slider1-1.jpg", 1 April 2017 (2017-04-01), XP055581921, Retrieved from the Internet [retrieved on 20190417]
Attorney, Agent or Firm:
REICHERT & LINDNER PARTNERSCHAFT PATENTANWÄLTE (Bismarckplatz 8, Regensburg, 93047, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Gestricktes und elastisch dehnbares textiles Material (100) zur Stimulation von Körperbereichen (21 ) von Pferden (1 ), wobei das textile Material (100) eine erste, den Körperbereichen (21 ) eines Pferdes (1 ) abgewandte Seite (101 ) und eine zweite, den Körperbereichen des Pferdes (1 ) zugewandte Seite (102) besitzt, an der zumindest ein Elektrodenpaar (5) aus einer Anode (52) und einer Kathode (51 ) vorgesehen ist, wobei die Anode (52) und die Kathode (51 ) den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Pferdes (1 ) zugewandt sind, und zumindest ein

Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) und ein Anschlusspad (7A) für die Anode (52) im gestrickten textilen Material (100) zu der Seite (101 ), die den zu

stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Pferdes (1 ) abgewandt ist, vorgesehen, wobei eine erste elektrische Leitung (23) das Anschlusspad (7K) mit der Kathode (51 ) verbindet, und eine zweite elektrische Leitung (24), die das Anschlusspad (7A) mit der Anode (52) verbindet,

dadurch gekennzeichnet, dass

eine gestrickte und elastisch dehnbare Tasche (1 1 ) ausgebildet ist, die zumindest aus einer Innenwand (1 1 B) und einer Außenwand (11 A) besteht, wobei die Innenwand (1 1 B) das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ), beziehungsweise, das Anschlusspad (7A) für die Anode (52), umfasst und die Außenwand (1 1 A) eine in die Tasche (1 1 ) eingesetzte lokale Steuereinrichtung (10) kraftschlüssig gegen die Innenwand (1 1 B) drückt und somit das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ), beziehungsweise, das Anschlusspad (7A) für die Anode (52), elektrisch kontaktiert.

2. Gestricktes und elastisch dehnbares, textiles Material (100) nach Anspruch 1 , wobei die Kathode (51 ) und die Anode (52) des Elektrodenpaars (5) als flächige und elastisch deformierbare Elektroden ausgebildet sind, die mit der Innenseite (102) des textilen Materials (100) vernäht, verklebt und/oder verschweißt sind.

3. Gestricktes und elastisch dehnbares, textiles Material (100) nach Anspruch 1 , wobei zumindest die Anode (52) und die Kathode (51 ) des Elektrodenpaars (5) aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn (104) und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn (106) gestrickt sind, und wobei die Anode (52) und die Kathode (51 ) im gestrickten textilen Material (100) zu der Seite (102), die den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Pferdes (1 ) zugewandt ist, ausgerichtet ist;

4. Gestricktes textiles Material (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das gestrickte textile Material (100) in Form einer Sattelunterlage konfiguriert ist.

5. Gestricktes textiles Material (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 3, wobei das gestrickte textile Material (100) in Form einer Pferdedecke konfiguriert ist.

6. Gestricktes textiles Material (100) nach Anspruch 4 bis 5, wobei die

Pferdedecke mindestens einen ersten Rand (31 ) und mindestens einen zweiten Rand (31 ) umfasst, die jeweils mindestens ein Verschlussmittel (33) tragen, so dass die Pferdedecke im Wesentlichen den Rumpf des Pferdes (1 ) umgibt und flächig am Rumpf des Pferdes (1 ) anliegt.

7. Gestricktes textiles Material (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 3, wobei das gestrickte textile Material (100) in Form eines Beinlings konfiguriert ist.

8. Gestricktes textiles Material nach Anspruch 7, wobei jeder Beinling einen ersten Rand (31 ) und einen zweiten Rand (32) umfasst, die jeweils mindestens ein Verschlussmittel (33) tragen, so dass der Beinling im Wesentlichen das Bein des Pferdes (1 ) umgibt und flächig am Bein des Pferdes (1 ) anliegt.

9. Gestricktes textiles Material (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 3, wobei das gestrickte textile Material (100) in Form eines Ganzkörperanzugs für Pferde (1 ) konfiguriert ist, der eine Pferdedecke mit daran angebrachten

Beinlingen umfasst. 10. Gestricktes textiles Material nach Anspruch 9, wobei die Pferdedecke des

Ganzkörperanzugs mehrere erste Ränder (31 ) und mehrere zweite Ränder (32) umfasst, die jeweils ein Verschlussmittel (33) tragen, wobei, jeder an der Pferdedecke angebrachte Beinling einen ersten Rand (31 ) und einen zweiten Rand (32) umfasst, die jeweils mindestens ein Verschlussmittel (33) tragen, so dass die Pferdedecke im Wesentlichen den Rumpf des Pferdes (1 ) umgibt und flächig am Rumpf des Pferdes (1 ) anliegt, und jeder Beinling am ersten Rand (31 ) und am zweiten Rand (32) jeweils ein Verschlussmittel (33) trägt, so dass jeder Beinling im Wesentlichen ein Bein des Pferdes (1 ) umgibt und jeweils flächig am Bein des Pferdes (1 ) anliegt.

11. System zur Stimulation von Körperbereichen (21 ) und zur Datenerfassung von Pferden (1 ) gekennzeichnet durch:

• mindestens ein gestricktes textiles Material (100), das eine Außenseite (101 ) und eine den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) zugewandte Seite (102) definiert,

• mindestens ein elektrisch leitfähiges, reversibel dehnbares Elektrodenpaar (5) aus einer Anode (52) und einer Kathode (51 ), wobei die Anode (52) und die Kathode (51 ) den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Pferdes (1 ) zugewandt sind,

• zumindest ein Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) und ein Anschlusspad (7A) für die Anode (52), die im gestrickten textilen Material (100) zu der Seite (101 ), die von den zu stimulierenden Körperbereichen (21 ) des Pferdes (1 ) abgewandt ist, ausgerichtet sind,

• eine gestrickte und elastisch dehnbare Tasche (1 1 ), die zumindest aus einer Innenwand (1 1 B) und einer Außenwand (11 A) besteht, wobei die Innenwand (1 1 B) das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) beziehungsweise das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) umfasst und die Außenwand (1 1 A) eine in die Tasche (1 1 ) eingesetzte lokale Steuereinrichtung (10) kraftschlüssig gegen die Innenwand (1 1 B) drückt und somit das Anschlusspad (7K) für die Kathode (51 ) beziehungsweise das Anschlusspad (7A) für die Anode (52) elektrisch kontaktiert; und

• eine Bedieneinheit (70), die mit der in der elastisch deformierbaren Tasche (1 1 ) gehalterten mindestens einen lokalen Steuerungseinrichtung (10) drahtlos zum Einstellen der Stimulation der jeweiligen Körperbereiche des Pferdes (1 ) und zum Auslesen von physiologisch Daten und Bewegungsdaten

kommuniziert.

12. System nach Anspruch 1 1 , wobei die Bedieneinheit (70) eine Smart-Brille, ein Spracheingabemodul, ein Smartphone, eine Smartwatch, ein in dem mindestens einen textilen Material (100) integriertes Detektorsystem zur Auswertung der Handbewegungen eines Reiters oder Trainers des Pferdes (1 ), oder mindestens ein drucksensitives Detektorsystem ist, das in dem mindestens einen textilen Material (100) integriert ist.

13. System nach einem der Ansprüche 1 1 bis 12, wobei eine der lokalen

Steuerungseinrichtungen (10) des textilen Materials (100) in Kommunikation mit der Bedieneinheit (70) eine zentrale Steuerungseinrichtung (50) ist, die mit den lokalen Steuerungseinrichtungen (10) in einer berührungslosen Master/Slave-Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk (80) geschaltet ist.

Description:
Textiles Material und System zur Stimulation von Körperbereichen von

Pferden

[001 ] Die vorliegende Erfindung betrifft ein gestricktes textiles Material zur

Stimulation von Körperbereichen von Pferden. Im Besonderen umfasst das textile Material zur Stimulation von Körperbereichen von Pferden eine erste, den

Körperbereichen eines Pferdes abgewandte Seite und eine den Körperbereichen des Pferdes zugewandte Seite.

[002] Die Erfindung betrifft ferner ein System zur Stimulation von Körperbereichen von Pferden und zur Datenerfassung vom jeweiligen Pferd.

[003] Aus dem Stand der Technik sind diverse Bekleidungsstücke zur

Elektrostimulation (EMS, electrical muscle Stimulation) von Muskeln bekannt. Es gibt jedoch keinen Hinweis zur Anwendung dieser Bekleidungsstücke bei Pferden.

[004] Die deutsche Patentanmeldung DE 10 2013 106 864 A1 offenbart ein

Bekleidungsstück für Menschen aus einem textilen Material mit wenigstens zwei an dem Bekleidungsstück angeordneten Elektroden. Die Elektroden sind am

Bekleidungsstück angenäht oder eingewebt und kontaktieren beim Tragen des Bekleidungsstücks wenigstens einen Körperbereich der dieses Bekleidungsstück tragenden Person. Im Bekleidungsstück sind elektrische Leitungsverbindungen angeordnet, die die Elektroden mit elektrischer Energie versorgen. Das

Bekleidungsstück weist eine Steuerungseinrichtung auf, die die Elektroden mit einer Wechselspannung ebenfalls über Leitungen ansteuert. Ebenso kann jeder Elektrode eine Steuerungseinrichtung und ein eigener Akku zugeordnet sein. Eine

Datenkommunikationseinheit (Tablet und/oder PC) kann über bis zu 200m mit dem Bekleidungsstück kommunizieren und dient zum Einstellen des Ansteuerprogramms für die Elektroden.

[005] Die deutsche Gebrauchsmusterschrift DE 20 2011 050 682 U1 offenbart ein Bekleidungsstück zur Elektromyostimulation. Das Bekleidungsstück weist eine Trägerschicht und mindestens eine flächige Elektrode auf. Die flächige Elektrode ist auf einer Innenseite der Trägerschicht angeordnet. Die Elektrode kann mittels mindestens eines elektrischen Strom leitenden Verbindungselements an eine Spannungsquelle angeschlossen werden. Die Trägerschicht ist aus einem

geschäumten Polymermaterial mit elastomeren Eigenschaften gefertigt. Das polymere Trägermaterial hat den Nachteil, dass es sich nicht so gut anziehen lässt wie das gestrickte Trägermaterial der Erfindung. Ebenso liegt das polymere

Trägermaterial nicht so effektiv am zu stimulierenden Körperteil eines Pferdes an.

[006] Die US-Patentanmeldung US 2004/0009731 A1 offenbart ein kreisförmig gestricktes Kleidungsstück. Das Kleidungsstück umfasst ferner mindestens einen diskreten elektrisch leitfähigen Bereich, der während des Rundstrickens an der inneren Oberfläche des Kleidungsstücks ausgebildet ist. Der mindestens eine elektrisch leitfähige Bereich besteht aus elektrisch leitfähigen Fäden, wobei die elektrisch leitfähigen Fäden derart gewirkt sind, dass die elektrisch leitfähigen Fäden an der Innenfläche auf den mindestens einen elektrisch leitfähigen Bereich begrenzt sind.

[007] Die deutsche Patenanmeldung DE 10 2007 046 886 A1 offenbart eine Elektrode zum Beaufschlagen des menschlichen Körpers mit elektrischem Strom.

Die Elektrode ist als flächiges Pad mit einer gut leitenden, flexiblen Leitschicht ausgeformt. Die Elektrode ist derart ausgebildet, dass sie zumindest unter Druck eine gespeicherte Flüssigkeit abgibt. Die erfindungsgemäße Elektrode ist an einem nicht oder nur schwach leitenden, elastischen textilen Trägermaterial in Form des

Kleidungsstücks angebracht.

[008] Die internationale Patentanmeldung WO 2017/202 930 A1 offenbart eine Elektrode zur Elektromuskelstimulierung, die als eine elektrisch leitende Kunststoff und/oder Silikonschicht ausgeführt ist. Die Elektrode umfasst eine elektrisch leitende Zwischenschicht und eine elektrisch isolierende Außenschicht, die an der der Kontaktoberfläche gegenüberliegenden Seite der Elektrode angeordnet ist.

[009] Weitere Systeme und Bekleidungsstücke für die Elektrostimulation sind aus DE 10 2008 003 158 A1 , DE 20 2011 109 226 U1 , DE 20 2014 103 548 U1 ,

WO 2014/000736 A2, WO 2009/138961 A2, US 2008/0097530 A1 ,

KR 10 2010 0024265 A, WO 2014/123812, DE 10 2009 013 627 A1 ,

DE 10 2009 013 627 A1 , DE 202 092 19 U1 , DE 202 092 19 U1 ,

DE 10 2005 058 850 A1 WO 2014/135636 A1 , DE 10 2013 106 864 A1 ,

DE 10 2015 002 565 A1 , DE 20 2014 102 735 U1 , DE 20 2014 102 737 U1 , DE 20 2015 005 645 U1 , WO 2014/000736 A2 und WO 2016/131935 A1 bekannt.

[010] Aufgabe der Erfindung ist, ein gestricktes textiles Material bereitzustellen, das zur Stimulation von Körperbereichen von Pferden geeignet ist, dass an die verschiedenen Körperteile bzw. Körperform eines Pferdes zu deren Stimulation und/oder Datenerfassung angepasst werden kann, beim Tragen nicht stört, und wobei die Stimulation bzw. Datenerfassung in jeder der Bewegungssituation sichergestellt sein muss.

[01 1 ] Die obige Aufgabe wird durch ein gestricktes textiles Material zur Stimulation und/oder Datenerfassung von Körperbereichen von Pferden gelöst, das die

Merkmale des Patentanspruchs 1 umfasst.

[012] Ebenso ist es Aufgabe der Erfindung, ein System zur Stimulation von

Körperbereichen von Pferden und Datenerfassung während der Bewegung eines Pferdes zu schaffen, wobei sichergestellt werden soll, dass die Stimulation und/oder Datenerfassung während der Bewegung des Pferdes gegeben ist, ohne, dass dies zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit eines Pferdes führt.

[013] Die obige Aufgabe wird durch ein System zur Stimulation von

Körperbereichen von Pferden gelöst, das die Merkmale des Anspruchs 1 1 umfasst.

[014] Jedes textile Material, das einem Pferd zur Stimulation von Körperbereichen angelegt werden kann, definiert eine Außenseite und eine Innenseite. Das textile Material besitzt eine erste, den Körperbereichen eines Pferdes abgewandte Seite und eine zweite, den Körperbereichen des Pferdes zugewandte Seite. An der den Körperbereichen des Pferdes zugewandte Seite ist zumindest ein Elektrodenpaar aus einer Anode und einer Kathode vorgesehen. Die Anode und die Kathode sind den zu stimulierenden Körperbereichen des Pferdes zugewandt. Zumindest sind ein Anschlusspad für die Kathode und ein Anschlusspad für die Anode im gestrickten textilen Material vorgesehen, die von der Seite des Textilen Materials abgewandt und die den zu stimulierenden Körperbereichen des Pferdes zugewandt sind. Ferne ist eine erste elektrische Leitung vorgesehen, die das Anschlusspad mit der Kathode verbindet. Ebenso ist eine zweite elektrische Leitung vorgesehen, die das andere Anschlusspad mit der Anode verbindet. Eine gestrickte und elastisch dehnbare Tasche ist am Textilen Material derart ausgebildet, so dass die Tasche zumindest aus einer Innenwand und einer Außenwand besteht. Die Innenwand trägt das Anschlusspad für die mindestens eine Kathode und das Anschlusspad für die mindestens eine Anode. Die Tasche ist derart ausgebildet, dass die Außenwand eine in die Tasche eingesetzte lokale Steuereinrichtung kraftschlüssig gegen die

Innenwand drückt und somit das Anschlusspad für die Kathode beziehungsweise das Anschlusspad für die Anode elektrisch kontaktiert. Die mindestens eine Tasche wird beim Strickprozess des textilen Materials ebenfalls ohne Naht im textilen Material integriert.

[015] Gemäß einer möglichen Ausführungsform der Erfindung können die Kathode und die Anode des mindestens einen Elektrodenpaars als flächige und elastisch deformierbare Elektroden ausgebildet sein. Die Elektroden können mit der Innenseite des textilen Materials vernäht, verklebt und/oder verschweißt sein. Das Vernähen, Verkleben, Verschweißen oder Ähnliches hat den Vorteil, dass es hier um eine einfache Methode handelt nach der die Elektroden individuell positioniert werden können, ohne dass der Produktionsprozess aufwendig geändert werden muss.

[016] Gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform der gegenwärtigen Erfindung ist, dass das gestrickte, elastisch dehnbare und textile Material derart ausgestaltet ist, dass zumindest die Anode und die Kathode des Elektrodenpaars aus mindestens einem elektrisch leitfähigen und elastisch dehnbaren Garn und mindestens einem elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn gestrickt sind. Als Resultat des Strickprozesses sind die Anode und die Kathode im gestrickten textilen Material zu der Seite des textilen Materials ausgerichtet, die den zu stimulierenden Körperbereichen des Pferdes zugewandt sind.

[017] Das gestrickte textile Material hat den Vorteil, dass die Elektrodenpaare ohne Naht im textilen Material angeordnet bzw. integriert sind. Dadurch beeinträchtigen keine elektrischen Absätze oder Nähte der Elektroden den Tragekomfort des textilen Materials.

[018] Eine ebenfalls mögliche Ausführungsform der Erfindung ist, dass die elektrischen Versorgungsleitungen und/oder die Anschlusspads für die Elektroden ebenfalls gestrickt werden. Somit ist unabhängig vom Dehnungszustand des textilen Materials immer eine ausreichende Leitfähigkeit gegeben, um die Stimulation des Körperbereichs oder der Körperbereiche eines Pferdes zu ermöglichen.

[019] Durch das erfindungsgemäße textile Material ist es somit möglich, die

Elektromuskelstimulation von Muskeln und Nerven in Körperbereichen eines Pferdes zu ermöglichen. Mit dem Pferd, das solch ein erfindungsgemäßes gestricktes textiles Material trägt, kann ortsungebunden und funktionssicher trainiert werden, so dass die Nachhaltigkeit des Trainings des Pferdes sichergestellt ist. Das Setup des Systems beziehungsweise das Anlegen des mindestens einen textilen Materials kann auf einfache Weise für das Pferd erfolgen.

[020] Gemäß einer möglichen Ausführungsform für die Herstellung der

Anschlusspads, der elektrischen Leitungen und/oder Elektroden des textilen

Materials wird das erfindungsgemäße elektrisch leitfähige Garn verwendet. In einer Ausführungsform umfasst das elektrisch leitfähige Garn mindestens ein elektrisch leitendes und elastisch dehnbares Garn und mindestens ein elektrisch nicht leitendes und elastisch dehnbares Basisgarn. Das elektrisch leitfähige Garn und das nicht leitende Basisgarn sind aus mehreren einzelnen Fasern beziehungsweise Garnen aufgebaut. In einer weiteren Ausführungsform sind ein erster Garnbestandteil und ein zweiter Garnbestandteil ineinander verdreht und bilden somit das elektrisch leitfähige Garn. Der erste Garnbestandteil ist derart gestaltet, dass das elektrisch leitende und elastisch dehnbare Garn um das elektrisch nicht leitende und elastisch dehnbare Basisgarn gewickelt ist. Bei dieser Art der Wicklung ist das elektrisch leitende Garn an einer Außenseite des ersten Garnbestandteils angeordnet. Der zweite

Garnbestandteil ist derart gestaltet, dass das elektrisch nicht leitende Basisgarn um das elektrisch leitende Garn gewickelt ist. Bei dieser Art der Wicklung ist das elektrisch nicht leitende Basisgarn an einer Außenseite des zweiten Garnbestandteils angeordnet. Bei dem fertigen und leitfähigen Garn sind der erste Garnbestandteil und der zweite Garnbestandteil derart gegeneinander verdreht, dass zu einer Außenseite des leitfähigen Garns, spiralförmig, eine Vielzahl von ersten

Garnbestandteilen und zweiten Garnbestandteilen weisen.

[021 ] Das gestrickte textile Material kann in Form einer Sattelunterlage, einer Pferdedecke, eines Beinlings oder eines Ganzkörperanzugs konfiguriert sein. Jedes der textilen Materialien weist mindestens einen ersten Rand und mindestens einen zweiten Rand auf, die jeweils mindestens ein Verschlussmittel tragen. Mit dem mindestens einen Verschlussmittel ist es möglich, dass das textile Material an die Körperbereiche des Pferdes angelegt beziehungsweise umgelegt werden kann. Ferner wird dem textilen Material durch das mindestens eine Verschlussmittel eine Dehnung aufgeprägt, so dass das textile Material eng und flächig an den zu stimulierenden Körperbereichen anliegt.

[022] Das erfindungsgemäße System zur Stimulation von Körperbereichen von Pferden und zur Datenerfassung vom jeweiligen Pferd umfasst mehrere Merkmale. Es ist mindestens ein gestricktes textiles Material erforderlich, das dem Pferd angelegt werden kann, um Körperbereiche entsprechend zu stimulieren. Eine Außenseite des gestrickten textilen Materials ist von den zu stimulierenden

Körperbereichen abgewandt. Eine Innenseite des gestrickten textilen Materials ist den zu stimulierenden Körperbereiche zugewandt. Mindestens ein elektrisch leitfähiges, reversibel dehnbares Elektrodenpaar, das eine Anode und eine Kathode umfasst, trägt das textile Material. Die mindestens eine Anode und die mindestens eine Kathode sind, bei angelegten textilen Material, den zu stimulierenden

Körperbereichen des Pferdes zugewandt. Zumindest sind ein Anschlusspad für die Kathode und ein Anschlusspad für die Anode vorgesehen, die im gestrickten textilen Material zu der Seite ausgerichtet sind, die von den zu stimulierenden

Körperbereichen des Pferdes abgewandt sind. Ferner ist am textilen Material eine gestrickte und elastisch dehnbare Tasche ausgebildet, die zumindest aus einer Innenwand und einer Außenwand besteht. Die Innenwand umfasst das

Anschlusspad für die Kathode beziehungsweise das Anschlusspad für die Anode. Die Außenwand ist dabei derart elastisch gestaltet, dass eine in die Tasche eingesetzte lokale Steuereinrichtung kraftschlüssig gegen die Innenwand drückt und somit das Anschlusspad für die Kathode beziehungsweise das Anschlusspad für die Anode elektrisch kontaktiert.

[023] Eine Bedieneinheit kann mit der in der elastisch deformierbaren Tasche gehalterten mindestens einen lokalen Steuerungseinrichtung drahtlos verbunden werden. Mit der Bedieneinheit kann das Einstellen der Stimulation durch die

Steuerungseinrichtung der jeweiligen Körperbereiche des Pferdes bzw. ein Auslesen von physiologisch Daten und Bewegungsdaten aus der Steuerungseinrichtung durchgeführt werden. [024] Eine gestrickte und elastisch deformierbare Tasche, die integraler Bestandteil des textilen Materials ist, ist derart mit dem textilen Material verstrickt, dass das Anschlusspad für die Anode und das Anschlusspad für die Kathode in der Tasche positioniert sind. Pro Tasche ist eine lokale Steuereinheit vorgesehen, die in der elastisch deformierbaren Tasche gehaltert ist. Über mindestens einen ersten

Anschluss und einen zweiten Anschluss ist die lokale Steuereinheit mit dem

Anschlusspad für die Anode und dem Anschlusspad für die Kathode des mindestens einen textilen Materials in Kontakt. Über eine Bedieneinheit ist die mit der in der elastisch deformierbaren Tasche gehalterte lokale Steuerungseinrichtung in drahtloser Verbindung. Die Bedieneinheit dient zum Einstellen der lokalen

Steuerungseinrichtung, die den Status einer zentralen Steuerungseinrichtung erhalten kann. Ebenso ist es denkbar, dass alle lokalen Steuereinrichtungen den gleichen Status erhalten und mit der Bedieneinheit kommunizieren (Empfangen und Senden von Daten).

[025] Die Bedieneinheit kann eine Smart-Brille, ein Spracheingabemodul, ein Smartphone, eine Smartwatch, ein in dem mindestens einen textilen Material integriertes Detektorsystem zur Auswertung der Handbewegungen des Reiters oder Trainers des Pferdes, oder mindestens ein drucksensitives Detektorsystem sein, das in dem mindestens einen textilen Material integriert ist.

[026] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die lokalen

Steuerungseinrichtungen des textilen Materials in Kommunikation mit der

Bedieneinheit. Dabei kann eine der lokalen Steuerungseinrichtungen als zentrale Steuerungseinrichtung bestimmt werden. Die zentrale Steuerungseinrichtung ist mit den lokalen Steuerungseinrichtungen in einer Master/Slave-Schaltung in einem drahtlosen Netzwerk geschaltet.

[027] In einer weiteren Ausführungsform ist auf der Bedieneinheit des

erfindungsgemäßen Systems eine Anwendungssoftware („App“) installiert, mittels der die Daten von mindestens einem Pferd (Tier) erfasst und auswertet werden können, insbesondere Daten zu dem mindestens einen Pferd in Bewegung oder im Stand, in zwei- oder dreidimensionaler Ansicht, auf einem Display der Bedieneinheit.

[028] In einer weiteren Ausführungsform ist das textile Material atmungsaktiv. [029] Der Begriff„gestrickt“ ist dahingehend weit auszulegen, dass allgemein das Verarbeiten von einem oder mehreren Garnen zu einem textilen Material gemeint ist.

[030] Bezüglich des Begriffes„Stimulation“ ist anzumerken, dass im Sinne der Erfindung, die Stimulation eine Elektrostimulation, eine Elektromagnetstimulation oder eine Wärme-/Kältestimulation umfassen kann. Eine Kombination aus den vorgenannten Stimulationen ist ebenso denkbar.

[031 ] Generell ist bei allen Ausführungsformen unter dem Begriff„Körperbereich“ im Sinne der Erfindung, entweder ausschließlich ein Muskelbereich (für

Elektromyostimulation (EMS)) oder ausschließlich ein Nervenbereich (für

Nervenstimulation) oder eine Kombination eines Muskel- und Nervenbereichs zu verstehen, abhängig vom gewählten Trainingsprogramm. Letztendlich kann mit dem erfindungsgemäßen System jeder Muskel und jeder Nerv, auch ein beschädigter Nerv, separat stimuliert werden, wenn das mindestens eine Elektrodenpaar entsprechend angeordnet ist. Weiterhin eignen sich das erfindungsgemäße textile Material und das erfindungsgemäße System zur Bewegungsunterstützung von Pferden, auch nach Verletzung.

[032] Bezüglich des Begriffes„Datenerfassung“ ist anzumerken, dass im Sinne der Erfindung, die Datenerfassung eine Körperdatenmessung des Pferdes, wie

beispielsweise, die Herzfrequenzvariabilität (HRV), Elektroenzephalografie (EEG), die Atemfrequenz, die Temperatur, die Bewegungsanalyse, die Muskelaktivität, die Muskelermüdung, die Leistungsfähigkeit oder die Schweißanalyse umfasst. Zur Schweißanalyse kann ein Sensor des Fraunhofer Instituts mit dem Sensornamen “ELECSA” zu Einsatz kommen. Dieser Sensor kann gemäß der Erfindung in das textile Material integriert werden, weil die Elektronik auch vor Ort platziert werden kann.

[033] Nachfolgend werden die Erfindung und ihre Vorteile unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen ausführlicher beschrieben. Es zeigen:

[034] Figur 1 eine Draufsicht auf die erste Seite des textilen Materials (Satteldecke), die von dem Körperbereich abgewandt ist;

[035] Figur 2 eine Draufsicht auf die zweite Seite des textilen Materials (Satteldecke), die dem Körperbereich zugewandt ist;

[036] Figur 3 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des

erfindungsgemäßen Systems in Seitenansicht, wobei in den Bereichen der hier nicht zu sehenden Elektrodenpaare jeweils eine lokale Steuerungseinrichtung an der Außenseite des mindestens einen Bekleidungsstücks zugeordnet ist;

[037] Figur 4 eine schematische Darstellung eines Pferdes mit einem als

Satteldecke ausgebildeten textilen Material;

[038] Figur 5 eine schematische Darstellung eines Pferdes mit als Beinlingen ausgebildeten textilen Materialien; [039] Figur 6 eine schematische Darstellung eines nicht angelegten Beinlings;

[040] Figur 7 eine schematische Darstellung eines Pferdes mit einem als

Pferdedecke ausgebildeten textilen Material;

[041 ] Figur 8 eine schematische Darstellung einer nicht angelegten Pferdedecke;

[042] Figur 9 eine schematische Darstellung eines Pferdes mit dem als ein

Ganzkörperanzug ausgebildeten textilen Material;

[043] Figur 10 eine schematische Darstellung eines nicht angelegten

Ganzkörperanzugs;

[044] Figur 1 1 eine schematische Darstellung des Aufbaus einer Ausführungsform des leitfähigen Garns zum Stricken elektrisch leitender Elemente bei einem textilen Material;

[045] Figur 12 eine schematische Darstellung einer Tasche mit Tasten zur

Bedienung einer in der Tasche eingesetzten lokalen Steuereinrichtung;

[046] Figur 13 eine schematische Darstellung der Synchronisation mehrere lokaler Steuerungseinrichtungen, die an mehreren Kleidungsstücken aus dem

erfindungsgemäßen Material eines Pferdes vorgesehen sind;

[047] Figur 14 eine schematische Darstellung des Aufbaus einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Textils, wobei zumindest in den Bereichen der Elektroden Garne eingestrickt sind, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können;

[048] Figur 15 eine schematische Darstellung des Vorgangs der Abgabe der Feuchtigkeit aus dem Garn nach Figur 14;

[049] Figur 16 eine Eingangsdarstellung einer Anwendungssoftware (App) auf einer Bedieneinheit zur Auswahl von Sensoren für die Datenerfassung der

Bewegungsdaten (Motion Data);

[050] Figur 17 eine Darstellung einer Karte (Map), um den vom Pferd

zurückgelegten Weg darzustellen; und

[051 ] Figur 18 eine mittels der App mögliche graphische Darstellung der

Geschwindigkeit, der Beschleunigungsdaten und der Gyroskopdaten.

[052] In den Figuren sind für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung identische Bezugszeichen verwendet. Ferner sind der Übersicht halber nur

Bezugszeichen in den einzelnen Figuren dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie das erfindungsgemäße gestrickte textile Material ausgestaltet sein kann und sind nicht als abschließende Begrenzung zu verstehen. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente zueinander in den Figuren

entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen, da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.

[053] Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf die Außenseite 101 des gestrickten textilen Materials 100 (Satteldecke), die von einem Körperbereich 21 (siehe Figur 3) eines Pferdes 1 abgewandt ist, wenn das textile Material 100 vom Pferd 1 getragen wird. Das gestrickte textile Material 100 hat gemäß der dargestellten Ausführungsform mindestens ein Elektrodenpaar 5 ausgebildet. Bei der hier dargestellten

Ausführungsform des gestrickten textilen Materials 100 ist das Elektrodenpaar 5 (Anode 52 und Kathode 51 ) von der Außenseite 101 her nicht sichtbar. Die nicht sichtbaren Elemente des gestrickten textilen Materials 100 beziehungsweise die nicht vorhandenen Elemente, sind bei den Ansichten der Figur 1 und Figur 2 jeweils mit gestrichelten Linien dargestellt. Von der Außenseite 101 des gestrickten textilen Materials 100 ist ein Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und ein Anschlusspad 7A für die Anode 52 zugänglich. Die Anode 52 und die Kathode 51 des Elektrodenpaars 5 weisen zu einer Innenseite des textilen Materials 100 und können somit die Körperbereich 21 des Pferdes 1 kontaktieren.

[054] Gemäß einer möglichen Ausführungsform des textilen Materials ist das Elektrodenpaar 5 aus Anode 52 und Kathode 51 derart gestaltet, dass die Anode 52 und Kathode 51 als flächige und elastisch deformierbare Elektroden ausgebildet sind, die mit der Innenseite 102 des textilen Materials 100 verbunden sind. Die Verbindung der Anode 52 und der Kathode 51 des Elektrodenpaars 5 mit der Innenseite 102 des textilen Materials 100 kann durch Vernähen, Verkleben und/oder Verschweißen (wie z.B. Verschweißen mit Ultraschall) erfolgen. Das textile Material hat ebenfalls eine erste elektrische Leitung 23 vom einem Anschlusspad 7K an der Außenseite 101 des textilen Materials 100 zur Kathode 51 und eine zweite elektrische Leitung 24 vom Anschlusspad 7A an der Außenseite 101 des textilen Materials 100 zur Anode 53 ausgebildet. Die Anschlusspads 7A, 7K können magnetisch sein, so dass eine sichere und dauerhalte elektrische Verbindung zwischen einer Steuerungseinrichtung (hier nicht dargestellt) und der Kathode 51 und der Anode 53 gegeben ist.

[055] Gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform des textilen Materials 100 werden zumindest die Kathode 51 und die Anode 53 des Elektrodenpaars 5 während des Strickprozesses des textilen Materials 100 hergestellt. Im textilen Material 100 können eine erste elektrische Leitung 23 vom Anschlusspad 7K zur Kathode 51 und eine zweite elektrische Leitung 24 vom Anschlusspad 7A zur Anode 53 beim

Strickprozess für das textile Materials 100 (Bekleidungsstück) erzeugt werden. Die Kathode 51 , die Anode 53, das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 , das

Anschlusspad 7A für die Anode 53, die erste elektrische Leitung 23 vom

Anschlusspad 7K zur Kathode 51 und die zweite elektrische Leitung 24 vom

Anschlusspad 7A zur Anode 53 sind aus einem elektrisch leitfähigen und elastischen Garn hergestellt. In einer Ausführungsform werden bei der Herstellung des textilen Materials 100 das elektrisch leitfähige und elastische Garn und mindestens ein elektrisch nicht leitendes und elastisches Basisgarn miteinander verstrickt. Daraus resultiert ein elastisch dehnbares textiles Material 100, das somit auch eng an dem jeweiligen Körperbereich 21 (siehe Figur 3) des Pferdes 1 anliegt.

[056] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf die Innenseite 102 des gestrickten textilen Materials 100 (Satteldecke), die dem jeweiligen Körperbereich 21 (siehe Figur 3) des Pferdes 1 zugewandt ist, wenn das textile Material 100 vom Pferd 1 getragen wird. Das mindestens eine Elektrodenpaar 5 aus Kathode 51 und Anode 52 wird beim Strickprozess des gestrickten textilen Materials 100 derart ausgebildet, dass die Kathode 51 und die Anode 52 zur Innenseite 102 des textilen Materials 100 hin gerichtet sind und somit den jeweiligen Körperbereich 21 des Pferdes 1 bei aufgelegter Satteldecke kontaktieren. In analoger Art und Weise ist dies mit den Elektrodenpaar 5 (Kathode 51 und Anode 52) der Fall, wenn beide separat mit der Innenseite 102 des textilen Materials 100 verbunden werden.

[057] Wie aus Figur 1 und Figur 2 ersichtlich ist, sind das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und das Anschlusspad 7A für die Anode 52 derart im textilen Material 100 angeordnet, dass sie eine sichere und dauerhaft zuverlässige Kontaktierung durch eine lokale Steuerungseinrichtung 10 ermöglichen. Die lokale

Steuerungseinrichtung 10 kann lösbar in einer mit dem textilen Material 100 verstrickten Tasche 1 1 (siehe Figur 3 beziehungsweise gestrichelte Darstellung in Figur 1 ) an der Außenseite 101 des gestrickten textilen Materials 100 untergebracht werden. Über die erste elektrische Leitung 23 und die zweite elektrische Leitung 24 wird das mindestens eine Elektrodenpaar 5 (Anode 52 und Kathode 51 ) mit den gewünschten Signalen (Stromstärke, Pulsdauer etc.) zur Anregung des

Körperbereichs 21 beziehungsweise der Körperbereiche 21 bereitgestellt.

[058] Figur 3 zeigt einen Teil einer Schnittansicht durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen textilen Materials 100 in dem Bereich, in dem die lokale

Steuerungseinrichtung 10 angeordnet ist. Das textile Material 100 liegt flächenbündig mit seiner Innenseite 102 an den zu stimulierenden entsprechenden Körperbereichen 21 an. In einer Ausführungsform wird beim Strickprozess des textilen Materials 100 ebenfalls eine Tasche 1 1 für eine lokale Steuerungseinrichtung 10 gestrickt. Die Tasche besteht im Wesentlichen aus einer Außenwand 1 1 A und einer Innenwand 11 B, wobei die Innenwand 1 1 B ein Bestandteil des gestrickten textilen Materials 100 ist. Die Außenwand 1 1 A wird an den dafür vorgesehenen Stellen beim Strickprozess des textilen Materials 100 gebildet. Die Tasche 1 1 ist in Figur 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Durch die ebenfalls ausgebildete Elastizität der Außenwand 1 1 A der Tasche 1 1 ist sichergestellt, dass die lokale

Steuerungseinrichtung 10 sicher und kraftschlüssig in der mindestens einen Tasche 11 gehaltert ist und dabei zuverlässig das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und das Anschlusspad 7A für die Anode 52 elektrisch kontaktiert, insbesondere auch dann, wenn das textile Material 100 samt Tasche 1 1 vom Pferd 1 getragen wird. Die sichere elektrische Kontaktierung kann dadurch unterstützt werden, wenn die

Anschlusspad 7A und 7K magnetisch ausgebildet sind. Die lokale

Steuerungseinrichtung 10 hat an einer planen Außenwand 27 des Gehäuses 26 einen ersten, elektrischen Anschluss 53 und einen zweiten elektrischen Anschluss 54 ausgebildet. Wenn die lokale Steuerungseinrichtung 10 in die dafür vorgesehene Tasche 1 1 eingesetzt ist, kontaktieren der erste Anschluss 53 der lokalen

Steuerungseinrichtung 10 das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und der zweite Anschluss 54 der lokalen Steuerungseinrichtung 10 das Anschlusspad 7A für die Anode 52. Wenn das Anschlusspad 7A und 7K magnetisch ausgestaltet sind, wird dadurch der elektrische Kontakt der Steuerungseinrichtung 10 mit dem textilen Material 100 sichergestellt. Wie aus der Darstellung der Figur 3 ersichtlich ist, beanspruchen bei dieser Ausführungsform das Anschlusspad 7K für die Kathode 51 und das Anschlusspad 7A für die Anode 52 einen Bereich im textilen Material 100, der kleiner ist als die gesamte Dicke D des textilen Materials 100, worauf die

Erfindung jedoch nicht beschränkt ist. Das textile Material 100 ist bei dieser

Ausführungsform, wie aus Figur 4 ersichtlich, als eine Satteldecke ausgebildet und liegt flächenbündig mit seiner Innenseite 102 an mindestens einem entsprechenden Körperbereich 21 des Pferdes 1 an. Wie bereits in der Beschreibung zu Figur 1 erwähnt, ist die lokale Steuereinheit 10 (siehe Figur 3) derart angebracht, dass sie beim Tragen des textilen Materials 100, hier beispielsweise Satteldecke, nicht stört.

[059] Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Pferdes 1 mit mehreren Ausführungsformen des erfindungsgemäßen textilen Materials 100, das jeweils als ein Beinling ausgebildet ist. Bei der hier gezeigten Darstellung ist zudem ebenfalls das als Satteldecke ausgebildete textile Material 100 gemäß Figur 4 gezeigt. Das textile Material 100 der Beinlinge ist ebenfalls dehnbar, so dass die angelegten Beinlinge eng an den Beinen des Pferdes 1 anliegen. Hierzu zeigt Figur 6 eine Ausführungsform des textilen Materials 100, bei der der Beinling derart angelegt werden kann, dass zumindest die Kathode und die Anode (hier nicht dargestellt) an den dafür vorgesehenen Körperbereichen des Beins des Pferdes dauerhaft anliegen, solange der Beinling vom Pferd getragen wird. Hierzu hat das textile Material 100 an mindestens einem ersten Rand 31 und an mindestens einem zweiten Rand 32, jeweils mindestens ein Verschlussmittel 33 ausgebildet. Bei der in Figur 6 gezeigten Ausführungsform sind mehrere Verschlussmittel 33 vorgesehen, die in Form von Öse und Schlaufe ausgebildet sind, was jedoch nicht als Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden soll. Weitere mögliche Ausführungsformen für Verschlussmittel 33 sind, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, ein Reißverschluss, ein Klettverschluss, ein Verschluss mit Knöpfen, ein Verschluss mit Druckknöpfen, etc.

[060] Figur 7 zeigt eine schematische Darstellung eines Pferdes 1 mit einer

Ausführungsform des erfindungsgemäßen textilen Materials 100, das als eine

Pferdedecke ausgebildet ist. Das textile Material 100 ist dehnbar, so dass die angelegte Pferdedecke eng am Rumpf des Pferdes 1 anliegt. Hierzu zeigt Figur 8 eine Ausführungsform des textilen Materials 100 als Pferdedecke, die nicht angelegt ist. Damit zumindest die Kathode und die Anode (hier nicht dargestellt) an dem dafür vorgesehenen mindestens einen Körperbereich des Beins des Pferdes dauerhaft anliegen, hat das textile Material 100 an mindestens einem ersten Rand 31 und an mindestens einem zweiten Rand 32 jeweils mindestens ein Verschlussmittel 33 ausgebildet, beispielsweise und wie bereits im Zusammenhang mit Figur 6

beschrieben.

[061 ] Figur 9 zeigt eine schematische Darstellung eines Pferdes 1 mit einer

Ausführungsform des erfindungsgemäßen textilen Materials 100, das als ein

Ganzkörperanzug (zumindest für Rumpf und Beine des Pferdes 1 ) ausgebildet ist. Das textile Material 100 ist dehnbar, so dass der angelegte Ganzkörperanzug zumindest eng am Rumpf und an den Beinen des Pferdes 1 anliegt. Hierzu zeigt Figur 10 eine Ausführungsform des textilen Materials 100 als Ganzkörperanzug, der nicht angelegt ist. Damit zumindest die Kathode und die Anode (hier nicht dargestellt) an den dafür vorgesehenen Körperbereichen der Beine und des Rumpfes des Pferdes dauerhaft anliegen, hat das textile Material 100 an mehreren ersten Rändern 31 und an mehreren zweiten Rändern 32, jeweils mindestens ein Verschlussmittel 33 ausgebildet, beispielsweise und wie bereits im Zusammenhang mit Figur 6 beschrieben.

[062] Figur 11 zeigt eine schematische Darstellung des Aufbaus einer

Ausführungsform des leitfähigen Garns 104 zum Stricken elektrisch leitender

Elemente bei dem gestrickten textilen Material 100. Das elektrisch leitfähige Garn 104 umfasst mindestens ein elektrisch leitendes und elastisch dehnbares Garn 105 und mindestens ein elektrisch nicht leitendes und elastisch dehnbares Basisgarn 106. Aus dem elektrisch leitenden und elastisch dehnbaren Garn 105 und dem mindestens einen elektrisch nicht leitenden und elastisch dehnbaren Basisgarn 106 wird ein erster Garnbestandteil 150 gebildet. Das elektrisch leitende und elastisch dehnbare Garn 105 ist derart um das elektrisch nicht leitende und elastisch dehnbare Basisgarn 106 gewickelt, dass das elektrisch leitende Garn 105 an einer Außenseite 150A des ersten Garnbestandteils 150 angeordnet ist.

[063] Ein zweiter Garnbestandteil 160 wird dadurch gebildet, dass das elektrisch nicht leitende Basisgarn 106 derart um das elektrisch leitende Garn 105 gewickelt ist, dass das elektrisch nicht leitende Basisgarn 106 an einer Außenseite 160A des zweiten Garnbestandteils 160 angeordnet ist. Der erste Garnbestandteil 150 und der zweite Garnbestandteil 160 sind derart gegeneinander verdreht, dass zu einer Außenseite 104A des leitfähigen Garns 104, spiralförmig, eine Vielzahl von ersten Garnbestandteilen 150 und zweiten Garnbestandteilen 160 weisen. Die ersten Garnbestandteile 150 sorgen für die Leitfähigkeit des leitfähigen Garns 104.

[064] Figur 12 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Tasche 1 1 des gestrickten textilen Materials 100. Gemäß der hier dargestellten Ausführungsform können mehrere Tasten 34, 35, 36 und 37 zur Bedienung der lokalen Steuerungseinrichtung 10 im gestrickten textilen Material 100

beziehungsweise in der Tasche 1 1 integriert sein. Eine Bedieneinheit 70

(beispielsweise wie in Figur 13 dargestellt) verbindet sich per Nahfunk (wie beispielsweise Bluetooth) mit der in die Aufnahmetasche 1 1 eingesteckten und dort durch die Elastizität des textilen Materials 100 gehalterten lokalen

Steuerungseinrichtung 10. Die Tasten 34, 35, 36 und 37 können als textile Druck- Taster ausgebildet sein. Die Tasten 34, 35, 36 und 37 können mit dem leitenden Garn 105 bei der Herstellung des textilen Materials 100 gestrickt werden. Eine der Tasten ist beispielsweise eine Sprachsteuerungs-Taste 34, mit der eine Sprachsteuerung der lokalen Steuerungseinrichtung 10 möglich ist. Eine andere Taste ist beispielsweise eine Ein/Aus-Taste 37, mit der die lokale

Steuerungseinrichtung 10 ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden kann. Eine geringere-lntensitäts-Taste 35 ermöglicht beispielsweise eine Verringerung der Intensität einer Größe. Eine höhere-lntensitäts-Taste 36 ermöglicht beispielsweise eine Erhöhung der Intensität einer Größe.

[065] Figur 13 zeigt eine schematische Darstellung der Synchronisation mehrerer lokaler Steuerungseinrichtungen 10, die an mehreren Positionen (hier nicht dargestellt) des erfindungsgemäßen textilen Materials vorgesehen sind. Eine der lokalen Steuerungseinrichtungen 10 wird als eine zentrale Steuerungseinrichtung 50, als Master, bestimmt. Die übrigen lokalen Steuerungseinrichtungen 10 fungieren als Slaves. Die zentrale Steuerungseinrichtung 50 (Master) dient zur Synchronisation der übrigen lokalen Steuerungseinrichtungen 10 (Slaves). Die Synchronisation umfasst beispielsweise, die Impulszeit, die Frequenz und die Intensität der Signale, die von den lokalen Steuerungseinrichtungen 10 an die verschiedenen Kathoden 51 und Anoden 52 des textilen Materials 100 angelegt werden. Ferner umfasst die

Synchronisation den Austausch der Daten der Messungen der lokalen

Steuerungseinrichtungen 10, die als Slaves fungieren, die Analyse der Daten und das Verteilen von Aufgaben. Die Synchronisation ist auch zwischen den lokalen Steuerungseinrichtungen 10, die als Slaves fungieren, möglich. Die zentrale

Steuerungseinrichtung 50 (Master) kann bereits Teile der Daten auswerten oder eine Analyse direkt auf ihrer Hardware vornehmen. Die zentrale Steuerungseinrichtung 50 (Master) ist in wechselseitiger, kommunikativer Verbindung mit der Bedieneinheit 70 verbunden. Mit der Bedieneinheit 70 wird die Kommunikation mit der zentralen Steuerungseinrichtung 50 (Master) hergestellt. Es kann eine Funktionssteuerung der zentralen Steuerungseinrichtung 50 durchgeführt werden. Die Daten des Pferdes hinsichtlich der Vitalität, der Bewegung, etc. können mittels der Bedieneinheit 70 gesammelt werden. Bei der hier dargestellten Ausführungsform ist die Bedieneinheit 70 ein Smartphone. Die Bedieneinheit 70 kann beispielsweise auch als eine Smart- Brille, ein Spracheingabemodul, eine Smartwatch, ein in dem mindestens einen textilen Material 100 integriertes Detektorsystem für Handbewegungen des

Benutzers (Reiter) oder ein drucksensitives Detektorsystem, das in dem mindestens einen textilen Material 100 integriert ist, ausgestaltet sein. [066] Figur 14 zeigt eine schematische Darstellung des Aufbaus eines textilen Materials 100, wobei zumindest in den Bereichen der Elektroden (Anode 52 und Kathode 51 ) ein Feuchtigkeit spendendes Garn 107 eingestrickt sind. Diese

Feuchtigkeit spendenden Garne 107 können Feuchtigkeit 300 aufnehmen und abgeben. Das Garn 107 kann die Feuchtigkeit 300 an das mindestens eine

Elektrodenpaar 5 abgeben, um somit die Leitfähigkeit in den Körperbereichen 21 des Pferdes 1 zu erhöhen. Die Feuchtigkeit spendenden Garne 107 sind mit leitenden Garnen 105 und nicht leitenden Garnen 106 verstrickt. Eine Außenwand 1071 des Feuchtigkeit spendenden Garns 107 umschließt die Feuchtigkeit 300. Alle der verwendeten Garne 105, 106 und 107 sind dehnbar und sorgen für einen optimalen Halt des gestrickten textilen Materials 100 an mindestens einem Körperbereich 21 des Pferdes 1.

[067] Figur 15 zeigt eine schematische Darstellung des Vorgangs der Abgabe der Feuchtigkeit 300 aus dem Garn 107. Das Feuchtigkeit 300 spendende Garn 107 ist, beispielsweise, hohl und definiert die Außenwand 1071 und mindestens einen sich in axialer Länge des Garns 107 erstreckenden Hohlraum 1075. Die Außenwand 1071 des Garns 107 ist hydrophil. Der mindestens eine Hohlraum 1075 definiert eine hydrophobe Innenseite 1073. Das Feuchtigkeit 300 spendende Garn 107 ist, wie bereits oben erwähnt, dehnbar, so dass durch eine auf das Garn 107 wirkende Druckkraft F ein Teil der Feuchtigkeit 300 aus dem mindestens einen Hohlraum 1075 des Feuchtigkeit 300 spendenden Garns 107 durch Öffnungen 1074 in der

Außenwand 1071 an das mindestens eine Elektrodenpaar 5 abgebbar ist. Beim Eintauchen des ungetragenen textilen Materials 100 in Feuchtigkeit 300 wird zumindest ein Teil der Feuchtigkeit 300 durch die Öffnungen 1074 in den mindestens einen Hohlraum 1075 des die Feuchtigkeit 300 spendenden Garns 107 transportiert.

[068] Figur 16 bis Figur 18 zeigen eine Auswahl von Screenshots einer

Ausführungsform mit einer erfindungsgemäßen App, mittels der eine 100% digitale, datenbasierte Darstellung eines Pferdes 1 (Tieres) in 2D/3D in Bewegung oder im Stand möglich ist. Die App kann auf der Bedieneinheit 70 (Smartphone oder Tablet) installiert sein und dort ausgeführt werden.

[069] Die Darstellung der Figur 16 zeigt eine Eingangsdarstellung der App auf einem Display 71 der Bedieneinheit 70. Über das Display kann der Benutzer, zum Beispiel, eine Auswahl von Sensoren für die Datenerfassung der Bewegungsdaten (Motion Data) treffen. Das Pferd 1 wird mit dem angelegten textilen Material 100 auf dem Display 71 dargestellt. Ebenso erhält man über das Display 71 eine

Auswahlliste für die von einer Vielzahl von Bewegungssensoren 72 erfassten Daten. Die Bewegungssensoren 72 sind bevorzugt in dem textilen Material 100 integriert.

Mit der App ist es möglich, dass neben den Einstellungen für die Stimulation auch eine Steuerung der Bewegungssensoren 72 durchgeführt werden kann. Die

Beschreibung zu der App beschränkt sich zwar auf Bewegungssensoren 72, was aber keinesfalls als Beschränkung der Erfindung aufgefasst werden soll. Es ist für einen Fachmann selbstverständlich, dass mit der App auch andere Sensoren, wie zum Beispiel, Sensoren zur Erfassung der Herzfrequenzvariabilität (HRV), der Elektroenzephalografie (EEG), der Atemfrequenz, der Temperatur, der

Muskelaktivität, der Muskelermüdung, der Leistungsfähigkeit oder der

Schweißanalyse, etc., ausgewertet und gesteuert werden können. Einzige

Bedingung ist, dass die Sensoren in dem textilen Material integriert oder mit ihm verbunden sind.

[070] Figur 17 zeigt eine Darstellung eines Wegeplans 73 (Karte, Map), auf dem Display 71 der Bedieneinheit 70. Hier wird der vom Pferd 1 zurückgelegte Weg dargestellt. Somit kann aufgrund der Auswertung der Bewegungssensoren 72 eine Überprüfung der gelaufenen Strecke durchgeführt werden.

[071 ] Figur 18 zeigt einzelne Diagramme 74, 75, 76 zur Auswertung der von den Bewegungssensoren 72 erfassten Daten. Auf dem Display 71 der Bedieneinheit 70 kann, zum Beispiel, ein Diagramm 74 der Geschwindigkeit als Funktion der Zeit und/oder ein Diagramm 75 der Beschleunigungsdaten als Funktion der Zeit und/oder ein Diagramm 76 der Gyroskopdaten als Funktion der Zeit dargestellt werden. Die einzelnen Diagramme 74, 75 und 76 dienen zur Überwachung und Dokumentation der Sensordaten.

[072] Mit der erfindungsgemäßen App kann auch eine komplette

Bewegungsanalyse durchgeführt werden. Dabei erfolgt eine Aufteilung der Analyse in die Geschwindigkeit eines jeden Beins, in den Abstand zwischen den Beinen, in die gelaufene Gesamtstrecke, in die Krafteinwirkung bei Auftreten auf die Erde, in die Absprunghöhe, in die Muskelaktivität/Muskelermüdung an jedem Bein und am Rumpf, in die Atemfrequenz und in die Temperatur.

[073] Die Anmeldung wurde unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen beschrieben. Für einen Fachmann ist es jedoch vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche zu verlassen. Insbesondere können alle

Ausführungsformen auch für andere Tiere als Pferde verwendet werden.

Bezugszeichenliste

I Pferd

5 Elektrodenpaar

7A Anschlusspad für Anode

7K Anschlusspad für Kathode

10 lokale Steuerungseinrichtung

I I Tasche

11 A Außenwand

11 B Innenwand

21 Körperbereich

23 erste elektrische Leitung

24 zweite elektrische Leitung

26 Gehäuse

27 Außenwand

31 erster Rand

32 zweiter Rand

33 Verschlussmittel

34 Taste

35 Taste

36 Taste

37 Taste

50 zentrale Steuerungseinrichtung

51 Kathode

52 Anode

53 erster Anschluss

54 zweiter Anschluss

70 Bedieneinheit

71 Display

72 Bewegungssensor

73 Wegeplan

74 Diagramm

75 Diagramm 76 Diagramm

80 Netzwerk

100 textiles Material

101 Außenseite

102 Innenseite

104 leitfähiges Garn

104A Außenseite

105 leitendes Garn

106 nicht leitendes Basisgarn 107 Feuchtigkeit spendendes Garn

150 erster Garnbestandteil 150A Außenseite

160 zweiter Garnbestandteil 160A Außenseite

300 Feuchtigkeit

1071 Außenwand

1073 hydrophobe Innenseite

1074 Öffnung

1075 Flohlraum

A Bereich

B Bereich

F Druckkraft