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Patent Searching and Data


Title:
TEXTILE MATERIAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/061189
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to textile material which is knitted (10), having at least one first thread (1) comprising an electro-conductive material and at least one second thread (2) comprising an electro non-conductive material. Said textile material can be produced in a simple and economic manner and comprises a reliable protective layer against electromagnetic waves. A particular advantage of said material is that the electro-conductive material is made from metal or a metal alloy having an oligodynamic and catalytic effect. In addition to the reliable protective layer against electromagnetic fields, a bacterial and fungicidal effect is obtained as well as the catalysed degradation of external odorous substances.

Inventors:
Militz, Detlef (Friedenstrasse 62 Neuenhagen, 15366, DE)
Application Number:
PCT/DE2002/000426
Publication Date:
August 08, 2002
Filing Date:
February 01, 2002
Export Citation:
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Assignee:
Militz, Detlef (Friedenstrasse 62 Neuenhagen, 15366, DE)
International Classes:
D04B1/14; D04B21/16; (IPC1-7): D03D/
Domestic Patent References:
WO1993021367A11993-10-28
WO1999047738A11999-09-23
Foreign References:
EP0185480A11986-06-25
EP0758693A11997-02-19
US4672825A1987-06-16
EP0281526A11988-09-07
FR2772240A11999-06-18
GB2322638A1998-09-02
EP1063327A22000-12-27
EP1096604A12001-05-02
Attorney, Agent or Firm:
Gross, Felix (Postfach 15 09 20 Berlin, 10671, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Textiles Material, gekennzeichnet durch, eine Maschenware (10) mit mindestens einem ersten Faden (1), der ein elektrisch leitfähiges Material aufweist und mit mindestens einem zweiten Faden (2), der ein elektrisch nicht leitfähiges Material aufweist.
2. Textiles Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Faden (1) mit elektrisch leitfähigem Material einen Metallfaden, einen metallisierten Faden, Metallfasern, Metallfilamentgarn, einen Faden mit Metallanteilen, Metallfolien und/oder Metallfolienanteilen aufweist.
3. Textiles Material nach Anspruch 1 oder2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Faden (1) als elektrisch leitfähiges Material ein Metall oder eine Metallegierung mit oligodynamischem Effekt aufweist.
4. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein zweiter Faden (2) mit elektrisch nicht leitfähigem Material ein Naturfasermaterial, synthetisches Fasermaterial, einen thermoplastischen Faden, einen elastischen Faden und/oder eine faserbildende nichtmetallische Substanz aufweist.
5. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (1,2) ganzflächig in regulärer oder teilregulärer Verarbeitung in Maschen eingebunden sind.
6. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Faden (1) mit einem elektrisch leitfähigem Material und mindestens ein zweiter Faden (2) mit einem elektrisch nicht leitfähigem Material zusammen ein plattiertes Fadensystem bilden.
7. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Faden (1) mit elektrisch leitfähigem Material nicht oder nur teilweise als Masche verarbeitet ist.
8. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Faden mit elektrisch nicht leitfähigem Material (2) nicht oder nur teilweise als Masche verarbeitet ist.
9. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein erster Faden (1) mit elektrisch leitfähigem Material als Querund/oder Längsschuss in die Maschen mindestens eines zweiten Fadens (2) mit nicht leitfähigem Material eingebunden ist.
10. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein zweiter Faden (2) mit nicht leitfähigem Material als Querund/oder Längsschuss in die Maschen mindestens eines ersten Fadens (1) mit leitfähigem Material eingebunden ist.
11. Textiles Material nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Fäden (1,2) nur teilweise in Queroder Längsrichtung als Schussfaden eingebunden ist.
12. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schlingen eines ersten Fadens (1) mit leitfähigem Material ausschließlich an einer Oberflächenseite (A, B) der Maschenware (10) angeordnet sind.
13. Textiles Material nach mindestens einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schlingen eines zweiten Fadens (2) aus nicht leitfähigem Material ausschließlich an einer der Oberflächenseiten (A, B) der Maschenware (10) angeordnet sind.
14. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schlingen an beiden Oberflächenseiten (A, B) der Maschenware (10) angeordnet sind, wobei die Schlingen auf der einen Oberflächenseite (A, B) aus einem ersten Faden (1) mit leitfähigem Material und auf der anderen Oberflächenseite (B, A) aus einem zweiten Faden (2) mit nicht leitfähigem Material gebildet sind.
15. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Faden (1) mit leitfähigem Material in einer Kombination von Masche und/oder Schuss und/oder Pol eingebunden ist.
16. Textiles Material nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nur in bestimmten Flächenbereichen der Maschenware (10) einen ersten Faden (1) mit leitfähigem Material aufweist.
17. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzliche Faserund/oder Fadenlagen, textile und nichttextile Flächengebilde, Vliesstoffe aus leitbzw. nicht leitfähigem Material ein oder beidseitig in die Maschenware (10) eingebunden sind.
18. Textiles Material nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Oberflächenseiten (A, B) der Maschenware (10) mit einer leitfähigen oder mit einer nicht leitfähigen Schicht abgedeckt ist.
19. Laminat mit mindestens zwei Schichten, wobei eine erste Schicht aus einer Maschenware (10) gemäß mindestens einem der vorangehenden Ansprüche und eine zweite Schicht aus einem textilen oder nichttextilen flächigen Material gebildet ist.
20. Kleidungsstück, insbesondere Unterwäsche mit einem textilen Material nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 18 und/oder einem Laminat nach Anspruch 19.
Description:
Textiles Material Beschreibung Die Erfindung betrifft ein textiles Material gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, ein Laminat nach Anspruch 18 und ein Kleidungsstück nach Anspruch 19.

Mit der technischen Entwicklung sind auch die Umweltbedingungen ständigen Veränderungen unterworfen, die in zunehmendem Maße einen direkten Einfluss auf den menschlichen Organismus ausüben. Neben Veränderungen der Atmosphäre sind verstärkt Einflüsse elektromagnetischer Felder (EMF) auf biologische Systeme zu verzeichnen. Dies vollzieht sich z. B. durch verstärkt auftretenden Elektrosmog, durch elektrische Installationen und Antriebstechniken sowie die zunehmende Verwendung technischer Geräte, wie mobile Funk-und Funktelefongeräte und Mikrowellen.

Hochfrequente elektromagnetische Felder im Mega-und Gigahertzbereich treffen aber nicht nur auf lebende Körper, sondern auch auf medizinische elektronische Geräte, wie beispielsweise Herzschrittmacher, Steuergeräte, Infusionspumpen, Hörgeräte und Messgeräte. Besonders betroffen sind davon Menschen, bei denen Körperfunktionen partiell oder vollständig durch elektrisch/elektronische Geräte unterstützt bzw. ersetzt werden.

Einen wirksamen Schutz gegen EMF stellt der"Faradaysche Käfig"dar. Um einen solchen"Faradayschen Käfig"zu erstellen, wurden für den Bereich der Berufsbekleidung verschiedene Gewebe entwickelt, die in der technischen Auslegung auf die mechanischen, thermischen und weiteren Beanspruchungen im Arbeitsprozess ausgerichtet sind.

Aus der EP 1 063 327 A1 ist beispielsweise ein Gewebe mit Silberanteil bekannt, das aus gewebten, gewirkten oder sonstig verarbeiteten Grundmaterialien besteht, die zur Herstellung von Geweben geeignet sind und bei dem wenigstens ein als Grundmaterial dienender, mit Silber beschichteter Faden im Gewebe eingearbeitet ist. Das Gewebe soll so geeignet sein, Potentialunterschiede an der Oberfläche und in einem sich über dem

Gewebe bis zu einem Abstand von etwa 50 cm erstreckenden Raum einen potentialunterschiedfreien Bereich auszubilden.

Die EP 1 096 604 A1 beschreibt ein atmungsfähiges Material für Schutzkleidung zur Ab- schirmung elektromagnetischer Hochfrequenzfelder und/oder zur Tarnung gegen Wärmebildgeräte, wobei das Trägermaterial ein Gewebe aus Polyamid aufweist, dessen Fasern oder Garne mit einer Silberschicht ummantelt sind. Damit soll das beschriebene Material eine Multifunktionswirkung mit besserem Tragekomfort bei Beibehaltung einer geringen Emission zur Tarnung gegen Wärmebildgeräte erzielt werden.

Bei diesen bekannten Gegenständen ist nachteilig, dass die Herstellung von Geweben aufwendig ist.

Zunehmend besteht der Bedarf, diese besondere Eigenschaft der Abschirmung elektro- magnetischer Feldern in den Bereich der"Alltagsbekleidung"zuintegrieren. Daraus leiten sich veränderte Ansprüche hinsichtlich des Trageverhaltens, des optischen Erscheinungsbildes, der modischen Variabilität und nicht zuletzt auch der Wasch-und Pflegbarkeit ab, wie sie durch diese aus dem Arbeitsschutzbereich bekannten und dort auch bewährten Gewebe nicht erfüllt werden können.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstiges textiles Material zu entwickeln, das insbesondere die Funktion des Abschirmens elektromagnetischer Felder ausreichend erfüllt, wobei ein hoher Tragekomfort, insbesondere für den Bekleidungssektor, erhalten bleibt. Weiterhin sollen die physikalisch-mechanische Eigenschaften des textilen Materials die Verarbeitung für alle Anwendungsbereiche einfach und problemlos garantieren, ohne die integrierte Schutzwirkung gegen elektromagnetische Felder nachhaltig zu verändern.

Diese Aufgabe wird durch ein textiles Material mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Das textile Material ist als Maschenware mit mindestens zwei Fäden ausgebildet, wobei mindestens ein erster Faden ein elektrisch leitfähiges Material und mindestens ein zweiter Faden ein elektrisch nichtleitendes Material aufweist.

Wesentlich bei der Lösung der vorliegenden Aufgabe ist der Einsatz mindestens eines Fadens mit einem elektrisch leitfähigen Material in Verbindung mit mindestens einem Faden mit einem elektrisch nicht leitfähigem Material und deren maschentechnische Verarbeitung zur zielgerichteten Anordnung der unterschiedlichen Fäden in einem Maschensystem einer Maschenware. Damit berücksichtigt die Erfindung die vielfältigen Ansprüche der verschiedenen Anwendungsgebiete und verbindet die Funktionalität der Abschirmung von EMF mit wirtschaftlicher Materialbereitstellung, Flächenherstellung und Konfektion des als Maschenware ausgebildeten textilen Materials.

Dadurch, dass das textile Material als Maschenware ausgebildet ist, lässt es sich mit bekannten Verfahren der Textiltechnologie herstellen und problemlos im gesamten Bekleidungsbereich, bei Haushalt-und Heimtextilien, als Mobiltextilien sowie auch in technischen Anwendungsgebieten aller Art allein oder in Kombination mit anderen textilen und nichttextilen Komponenten einsetzen.

Der Anteil der eingearbeiteten metallhaltigen Fäden im Verhältnis zu den elektrisch nicht leitfähigen Fäden der Maschenware ist variabel und wird je nach Verwendungszweck variiert. Entsprechende Bindungskombinationen der metallhaltigen Fäden an die elektrisch nicht leitfähigen Fäden garantieren eine definierte flächenhafte Anordnung der unterschiedlichen Fäden in der Maschenware und damit auch im fertigen Produkt nach der entsprechender Verarbeitung.

Grundsätzlich sind alle Varianten der Bindungstechnik der unterschiedlichen Fäden innerhalb der Maschenwaren geeignet, um die Funktionalität mit weiteren, auf den konkreten Verwendungszweck angepassten Eigenschaften zu kombinieren.

Der erste, metallhaltige Faden weist bevorzugt einen Metallfaden, einen metallisierten Faden, Metallfasern, Metallfilamentgarn oder einen Faden mit Metallanteilen, mit Metallfolien und/oder-anteilen auf. Eine große Anzahl metallhaltiger Fäden kommen dazu in Betracht. Wesentlich ist jedoch nur, dass der physikalische Effekt der elektromagnetischen Abschirmung erreicht wird.

Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn das verwendete Metall oder die verwendete Metalllegierung der metallhaltigen Fäden neben guter elektrischer Leitfähigkeit und den daraus resultierenden guten Dämpfungseigenschaften elektromagnetischer Strahlung eine sogenannte oligodynamische Wirkung aufweisen.

Das heißt, die Metallanteile weisen eine bakterizide und eine fungizide Wirkung auf. Der Metallanteil des textilen Materials behindert nachhaltig das Wachstum von Bakterien und Pilzen in der Maschenware, so dass sich dadurch die Entstehung unerwünschter Gerüche effektiv verhindern lässt. Weiterhin weisen diese Metallanteile auch noch eine katalytische Wirkung auf. Unter der katalytischen Wirkung ist die Katalyse der Abbaureaktion insbesondere gasförmiger externer Geruchsstoffe, beispielsweise Zigarettenrauch zu verstehen, die mit den Metallanteilen in Berührung kommen.

Als besonders geeignet für die oligodynamische und katalytische Wirkung haben sich dabei Edel-und Halbedelmetalle wie Gold, Platin, Silber, Chrom, Nickel und Kupfer oder eine Legierung dieser Metalle erwiesen.

Die vorangehend beschriebenen Vorteile kommt insbesondere bei einer Verwendung des textilen Materials für Kleidungsstücke, die direkt mit der Haut in Berührung stehen, zum tragen. Außerdem ist es vorteilhaft, das beschriebene textile Material für Sitzbezüge in Fahrzeugen, die mit einer Vielzahl unterschiedlicher Personen in Kontakt kommen, und im Bereich der Oberbekleidung, im Bettwäsche und Bettwarenbereich sowie für Möbelbezugsstoffe und weitere Heimtextilien vorzusehen.

Der Faden mit dem nicht elektrisch leitfähigen Material weist beispielsweise Fäden aus Naturfasermaterial, synthetischem Fasermaterial, thermoplastische Fäden oder elastische Fäden beispielsweise Elastan, auf.

Es liegt dabei im Rahmen der Erfindung, eine Maschenware als textiles Material vorzusehen, die eine Mischung aus mindestens einem metallhaltigen Faden mit synthetischen Fäden und/oder Fäden aus Naturfasern sowie jeglichen faserbildenden Substanzen (z. B. Mineralien, Glas, Basalt, Asbest) aufweist.

Bevorzugt werden die unterschiedlichen Fäden des als Maschenware ausgebildeten textilen Materials ganzflächig in regulärer oder teilregulärer Verarbeitung als Maschen eingebunden.

Eine bevorzugte Variante der Erfindung sieht die Verwendung eines plattierten Fadensystems für die Maschenware vor. Ein derartiges Fadensystem weist einen ersten, metallhaltigen Plattierfaden auf, der den zweiten, elektrisch nicht leitfähigen Grundfaden abdeckt. Aus einem derartigen Fadensystem lässt sich eine Maschenware herstellen, bei

der auf. der einen Oberflächenseite der Maschenware in der senkrechten Aufsicht überwiegend der metallhaltige Faden sichtbar ist und auf der entgegengesetzten Oberflächenseite der Maschenware überwiegend der elektrisch nicht leitfähige Grundfaden sichtbar ist.

Unter den Oberflächenseiten der Maschenware werden im folgenden die beiden gegenüberliegenden Seiten der flächigen Maschenware verstanden.

Dadurch sind zum einen die optischen Eigenschaften der Maschenware gezielt beeinflussbar. Zum anderen lässt sich auf diese Weise erreichen, dass auf der Seite der Maschenware, die beispielsweise bei Unterwäsche direkt auf der Haut getragen wird, überwiegend die Fäden mit nicht elektrisch leitfähigem Material in direkten Kontakt mit der Haut treten. Auf diese Weise lässt sich der Tragekomfort derartiger Kleidungsstücke optimieren.

Es ist jedoch ebenso denkbar, dass gerade der direkte Hautkontakt des metallhaltigen Fadens erwünscht ist. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn es sich beim ersten Faden um einen hydrophoben Kunstfaserfaden handelt, der die aus der Haut tretende Feuchtigkeit an weiter außen angeordnete, Feuchtigkeit aufnehmende Fasern weiterleiten soll. Dieser Effekt ist insbesondere bei moderner Sportkleidung erwünscht, damit die direkt mit der Haut in Kontakt stehende Faserschicht auch bei starker Transpiration trocken bleibt und somit das Auskühlen des Körpers durch den Entzug von Verdunstungswärme verhindert.

In einer weiteren Ausführungsformen des textilen Materials sind der erste, metallhaltige und der zweite Faden mit nicht elektrisch leitfähigem Material nicht als plattiertes Fadensystem, sondern als separate Fäden zu einer Maschenware verarbeitet.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Maschenware ein aus dem zweiten, nicht elektrisch leitfähigen Faden gebildetes Maschensystem auf, in das der metallhaltige Faden in Form von Maschen eingearbeitet ist, die nicht deckungsgleich mit den Maschen des nicht elektrisch leitfähigen Fadens angeordnet sind. Auch bei dieser Ausführungsform lässt sich der erste, metallhaltige Faden derart im Maschensystem des zweiten, nicht elektrisch leitfähigen Fadens einarbeiten, dass beim direkten Tragen der Maschenware mit ihrer einen Oberflächenseite der auf der Haut die Haut im wesentlichen mit den zweiten, nicht metallhaltigen Fäden in Kontakt kommt.

Wie vorangehend beschrieben kann es jedoch genauso gut erwünscht sein, dass die Oberflächenseite mit dem metallhaltige ersten Faden der Haut direkt zugewandt sein soll.

Im Hinblick auf das vorangehend beschriebene Ausführungsbeispiel ist ebenso denkbar, die beiden Fäden zu vertauschen. Das heißt, dass analog zur vorangehenden Beschreibung in ein aus dem metallhaltigen Faden gebildetes Maschensystem ein elektrisch nicht leitfähiger Faden nur teilweise als Masche eingearbeitet ist.

Die Erzeugung der definierten Oberflächenseiten des als Maschenware ausgebildeten textilen Materials kann neben gezielten Bindungskonstruktionen, z. B. Franse-Samt, Trikot-Tuch, auch durch das Einarbeiten als Schussfäden erfolgen. Durch entsprechende Legungskombinationen, verbunden mit dem zweckmäßigen Materialeinsatz lässt sich eine Maschenware herstellen, deren Oberflächeneigenschaften auf einer Seite vom maschenbildenden Grundfadensystem und auf der anderen Seite vom eingebundenen Funktionsfaden als Schussfaden, der keine Maschen bildet, bestimmt werden. Das heißt, ohne Maschen lassen sich der metallhaltige erste bzw. der nicht elektrisch leitfähige zweite Faden in Form von Längs-oder Querschussfäden in ein aus dem jeweils anderen Faden gebildetes Maschensystem einarbeiten.

Damit lässt sich u. a. ein geringerer Fadenverbrauch, ein geringeres Flächengewicht und eine erhöhte Dimensionsstabilität der Maschenware erzielen. Es ist wiederum möglich, die Schussfäden derart in das Maschensystem einzuarbeiten, dass die Schussfäden des Maschensystems ausschließlich auf einer der beiden Oberflächenseiten der Maschenware angeordnet sind.

Beim Einarbeiten eines der beiden Fäden in das Maschensystem des anderen Fadens in Form von Quer-oder Längsschüssen lassen sich diese Schussfäden wahlweise als Voll- oder Teilschuss ausbilden.

Weitere Ausführungsbeispiele sehen vor, in ein Maschensystem aus dem einen Faden Schlingen des jeweils anderen Fadentypes einzuarbeiten. Diese Schlingen lassen sich wiederum derart in das Maschensystem einbinden, dass sie ausschließlich eine der beiden Oberflächenseiten der Maschenware Abschnitte dieser Schlingen aufweist.

Selbstverständlich lassen sich in einem Maschensystem auch auf beiden Seiten des Maschensystems Schlingen einbinden, wobei die eine Oberflächenseite der

resultierenden Maschenware metallhaltige Schlingen und die andere Oberflächenseite nicht metallhaltige Schlingen aufweist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, den metallhaltigen oder den nicht metallhaltigen Faden als Polfaden in ein Grundfadensystem einzuarbeiten. Dieses Grundfadensystem kann entweder ein Gewebe aus Kette-und Schussfäden oder eine Maschenware aus nichtleitfähigen Fadensystemen sein. Bei Einsatz zweier metallhaltiger Fäden als Polfaden auf jeweils einer Seite des Grundfadensystems entsteht eine Doppelpolware.

Als vorteilhafte Ausführungsform weist das als Maschenware ausgebildete textile Material nur in definierten Flächenbereichen einen eingebundenen metallhaltigen ersten Faden auf. Dadurch ist es möglich, in bestimmten Bereichen, ohne EMF-Abschirmung zu realisieren.

Es ist selbstverständlich, dass sich das erfindungsgemäße textile Material ein-oder beidseitig mit einer Vielzahl anderer textiler und nichttextiler flächiger Materialien kombinieren lässt, um die gewünschten Produkteigenschaften zu realisieren.

Das als Maschenware ausgebildete textile Material ist gegenüber den bisher bekannten Schutzgeweben hochproduktiv herstellbar und ermöglicht auf Grund seiner charakteristischen Maschenstruktur ein breites Eigenschaftsspektrum der Produkte für die Realisierung bestimmter Gebrauchsanforderungen und somit den Einsatz in vielen Anwendungsbereichen.

Das erfindungsgemäße textile Material mit einem elektrisch-leitfähigen Fadensystem ist durch gute bekleidungsphysiologische, optische und Pflegeeigenschaften gekennzeichnet. Sie eignet sich für funktionelle Bekleidung im weitesten Sinne z. B. beginnend bei Unterwäsche, für Sport-und Freizeitkleidung, für Obertrikotagen bis hin zu klassischer Oberbekleidung einschließlich Mantelwaren, da sie sowohl als Obermaterial als auch als Futterware eingesetzt werden kann und bietet auch verbesserte Einsatzmöglichkeiten bei der Arbeitsschutzbekleidung, indem sie einen besseren Tragekomfort gewährleistet und die Gesundheit schützt.

Weiterhin eignet sich das Material als Mobiltextilie, d. h. für die Innenausstattung sämtlicher Arten von Fahrzeugen. Insbesondere aufgrund der bakteriziden, fungiziden und katalytischen Eigenschaften ist der Einsatz als Sitzbezug besonders vorteilhaft.

Das als Maschenware ausgebildete textile Material lässt sich sowohl als Strickware, als Wirkware und als Kettenwirkware oder Nähwirkware ausbilden.

Konkrete Ausführungsbeispiele des textilen Materials werden in den folgenden Figuren erläutert : Es zeigen : Figur 1 eine schematische Draufsicht einer Maschenware aus einem plattierten Fadensystem zweier deckungsgleicher Fäden (rechts/links plattierte Maschenware) ; Figur 1a eine schematische Schnittansicht durch eine Maschenware aus Figur 1 ; Figur 2 eine schematische Draufsicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der Maschenware (rechts/links plattiert hinterlegte Maschenware), wobei ein Faden nur teilweise als Masche in das Maschensystem des anderen Fadens eingearbeitet ist ; Figur 3 eine schematische Draufsicht eines dritten Ausführungsbeispiels der Maschenware (rechts/links-Kettengewirke mit Stehschuss, wobei ein Faden als Längsschussfaden in das Maschensystem des anderen Fadens eingearbeitet ist ; Figur 4a eine schematische Draufsicht eines vierten Ausführungsbeispiels der Maschenware (rechts/rechts-Gestrick mit eingebundenen Schussfäden), wobei ein Faden als Querschussfaden in das Maschensystem des anderen Fadens eingearbeitet ist ; Figur 4b eine schematische Schnittansicht der Maschenware aus Figur 4a entlang der Linie ! Vb-iVb ; Figur 5 eine schematische Draufsicht eines fünften Ausführungsbeispiels der Maschenware (rechts/links-Gestrick mit Querschuss-oder Stehschussfäden), wobei ein Faden als Querschussfaden in die Maschensysteme der anderen Fäden eingearbeitet ist ; Figur 6 eine schematische Draufsicht eines sechsten Ausführungsbeispiels der Maschenware (rechts/links-Gestrick mit Plüschschlingen), wobei ein Faden

in Form von Schlingen im wesentlichen auf der einen Oberflächenseite des durch den anderen Faden gebildeten Maschensystemes angeordnet ist und Figur 7 eine schematische Schnittansicht eines siebten Ausführungsbeispiels der Maschenware (Nähgewirke aus einer Grundware mit eingebundenem Polfaden), wobei ein Faden als Polfaden in das Maschensystem des anderen Fadens (Grundfaden) eingearbeitet ist.

Figur 1 zeigt einen Ausschnitt eines textilen Materials, das als zweischichtige Maschenware 10 aus einem plattierten Fadensystem gebildet ist. Das plattiert Fadensystem umfasst dabei mindestens zwei unterschiedliche Fäden, wobei der erste Faden 1 mit einem elektrisch leitenden Material als Plattierfaden den zweiten Faden 2 mit einem elektrisch nicht leitenden Material als Grundfaden an einer Oberflächenseite A der Maschenware 10 überdeckt.

Unter Oberflächenseiten A, B der Maschenware 10 werden die gegenüberliegenden Seiten der im wesentlichen flachen Maschenware 10 verstanden. In Figur 1a wird dies schematisch dargestellt. Dabei ist erkennbar, dass ein erster Faden 1 so auf einem zweiten Faden 2 aufliegt, dass der erste Faden 1 im Verhältnis zum zweiten Faden 2 zur Oberflächenseite A orientiert ist, gegenüber der Oberflächenseite B aber durch den zweiten Faden 2 abgedeckt wird. Würde eine solche Maschenware 10 mit einer der beiden Oberflächenseiten A, B am Körper getragen werden, so bestünde ein direkter Hautkontakt nur mit einem der beiden Fäden 1,2.

Damit kann gezielt das Fadenmaterial mit der Haut in Kontakt gebracht werden, das die gewünschten Trageeigenschaften aufweist.

Bei Kleidungsstücken wird üblicherweise die Terminologie verwendet, dass die"linke Seite"die Oberflächenseite des textilen Materials bezeichnet, die dem Körper zugewandt ist. Die"rechte Seite"ist die Seite, die dem Köper abgewandt ist.

Auf der rechten Seite einer Maschenware 10 wie aus Figur 1 ist dann im wesentlichen der Plattierfaden 1 mit dem elektrisch leitfähigen Material und auf der linken Warenseite der textile Grundfaden 2 zu sehen. Die Ansicht der Figur 1 zeigt die"linke"Seite des textilen Materials.

Figur 2 zeigt eine schematische Draufsicht der"linke"Oberflächenseite einer zweiten Ausführungsform des textilen Materials.

Der erste Faden 1 mit elektrisch leitfähigem Material ist hier beispielsweise aus einem nicht leitfähigem Polyamidfaden, der mit elektrisch leitfähigen Silberfilamenten durchsetzt ist, aufgebaut. Der silberhaltige Polyamidfaden bildet die außenliegende Oberflächenseite der Maschenware 10, mit der elektromagnetische Felder abgeschirmt werden. Als Grundfaden, d. h. der zweite Faden 2, zur Bildung der zweiten, textilen Schicht der Maschenware 10 lässt sich beispielsweise ein Baumwollfaden verwenden, der im körpernahen Bereich vorgesehen ist und die Eigenschaften für einen hohen Tragekomfort erfüllt.

Alternativ können als leitfähiges Material auch metallisierten Fäden, Metallfasern, Metallfilamentgarne, Fäden mit Metallanteilen, Metallfolien und/oder Metallfolienanteilen verwendet werden. Sämtliche Metalle sind grundsätzlich geeignet. Besonders vorteilhaft sind jedoch Edel-und Halbedelmetalle, die neben der hohen Leitfähigkeit, die für eine gute elektromagnetische Abschirmung erforderlich ist, den sogenannten oligodynamischen Effekt aufweisen. Derartige Metalle, wie zum Beispiel Platin, Gold, Silber, Chrom, Nickel und Kupfer haben eine bakterizide und fungizide Wirkung.

Außerdem sorgen sie katalytisch für den Abbau von insbesondere gasförmigen externer Geruchsstoffen, wie z. B. Zigarettenrauch.

Neben der in Figur 1 dargestellten plattierten Fadenverarbeitung, bei dem die Lage der unterschiedlichen Fäden 1,2 in den Maschen unverändert bleibt, lässt sich der metallhaltige erste Faden 1, wie in Figur 2 gezeigt, auch teilweise hinterlegen, also nicht oder nur teilweise zu Maschen verarbeiten. Damit ist die verstärkte Anordnung des metallhaltigen Fadens in definierten Bereichen der Maschenware 10 möglich. Alternativ ist auch eine Vertauschung der Fäden 1,2 in diesem Sinne möglich.

Weitere Varianten der funktionsgerechten Anordnung des metallhaltigen Fadens innerhalb der Maschenware bzw. am fertigen Produkt sind durch mustergemäßes Aufplattieren des metallhaltigen Fadens in definierten Flächenbereichen möglich.

Darunter ist zu verstehen, dass der metallhaltige erste Faden in definierten Bereichen des textilen Materials plattiert, d. h. wie in Figur 1 dargestellt, und in anderen Bereichen in das Maschensystem des zweiten Fadens hinterlegt, d. h. wie in Figur 2 dargestellt, verarbeitet ist.

Die Einbindung des ersten Fadens 1 mit dem leitfähigen Material kann außer der in Figur 1 dargestellten maschenplattierten Fadenverarbeitung auch als Grundschuss-oder Plattierschussfadensystem in das maschenbildende Grundfadensystem erfolgen.

Derartige Ausführungsbeispiele sind in den Figuren 3 bis 5 dargestellt.

In der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform der Maschenware 10 (rechts/links- Kettengewirke mit Stehschuss) ist der zweite Faden mit dem nicht elektrisch leitenden Material 2 zu einem flächigen Maschensystem ausgebildet. In dieses Maschensystem sind als Längsschüsse erste Fäden 1 mit elektrisch leitfähigem Material eingearbeitet.

Ebenso ist denkbar, dass die Fäden 1,2 bei dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ausgetauscht sind, d. h. der elektrisch nicht leitfähige zweite Faden 2 ist als Längsschuss in das Maschensystem des metallhaltigen ersten Fadens 1 eingearbeitet.

Figur 4a zeigt eine weitere Ausführungsform des textilen Materials mit einer Maschenware 10 (rechts/rechts-Gestrick mit eingebundenen Schussfäden), wobei ein zweiter Faden 2 mit einem elektrisch nicht leitendem Material ein Maschensystem bildet.

In dieses Maschensystem sind als Querschüsse erste Fäden 1 mit elektrisch leitfähigem Material eingearbeitet.

In Figur 4b ist eine Schnittansicht der Maschenware 10 aus Figur 4a entlang der Linie IVb-IVb dargestellt. Es ist erkennbar, wie die ersten Fäden 1 mit elektrisch leitfähigem Material als Querschüsse von den aus dem zweiten Faden 2 mit elektrisch nicht leitfähigem Material gebildeten Maschen umgeben sind.

Auch hinsichtlich des in den Figuren 4a und 4b gezeigten Ausführungsbeispiels des textilen Materials ist es denkbar, dass der erste metallhaltige Faden 1 ein Maschensystem bildet, in das elektrisch nicht leitfähige Fäden als Querschüsse eingelegt sind.

In Figur 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des als Maschenware 10 ausgebildeten textilen Materials gezeigt. Diese Ausführungsform wird als rechts/links-Gestrick mit Querschuss-oder Stehschussfäden bezeichnet.

Figur 6 zeigt die schlingenförmige Einbindung des metallhaltigen ersten Fadens 1 in das aus dem elektrisch nicht leitfähigen zweiten Faden 2 gebildete Maschensystem.

Schlingen aus dem metallhaltigen ersten Faden 1 lassen sich derart in das Maschensystem einbinden, dass sie im wesentlichen an einer der beiden Oberflächenseiten A, B der Maschenware 10 angeordnet sind. Diese Ausführungsform wird üblicherweise als rechts/links-Gestrick mit Plüschschlingen bezeichnet.

Auf diese Weise ist es möglich, die linke bzw. hygienische hautnahe Oberflächenseite A, B der Maschenware 10 mit Schlingen des Fadens auszurüsten, der die gewünschten Trageeigenschaften aufweist.

Die Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform der Maschenware 10 mit einer polartigen Oberfläche ist in Figur 7 dargestellt. Dabei lässt sich der Grundfaden 11 entweder als Faden mit elektrisch leitfähigem Material oder als Faden mit nicht elektrisch leitfähigem Material ausbilden. Entsprechend ist der zugehörige Polfaden 22 als Faden mit elektrisch nicht leitfähigem Material oder als Faden mit elektrisch leitfähigem Material ausgebildet. Diese Ausführungsform wird als Nähgewirke aus einer Grundware mit eingebundenem Polfaden bezeichnet.

Die Anwendungsgebiete des erfindungsgemäßen textilen Materials beschränken sich nicht nur auf die Bekleidung. Auch für andere Einsatzgebiete, wie z. B. für textile Gegenstände aus dem Haus-und Heimtextilsektor (Bettwäsche, Gardien) oder auch aus dem mobilen oder medizinischen Bereich, die sich in der Nähe des menschlichen Körpers befinden oder in Kontakt kommen, kann diese Maschenware eingesetzt werden.

Zur Verbesserung bzw. Erweiterung der Funktionseigenschaften in diesen Anwendungsgebieten können zusätzlich Faser-und/oder Fadenlagen, Flächengebilde, Vliesstoffe oder dgl. aus leit-bzw. nicht leitfähigem Material in die Maschenware eingebunden werden. Das Beschichten einer oder beider Warenseiten der Maschenware mit leitfähigem bzw. nicht leitfähigem Material ist technisch ebenfalls machbar und kann in besonderen Einsatzfällen angezeigt erscheinen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten liegen im Bereich der Innenausstattung sämtlicher Fahrzeugarten. Das erfindungsgemäße textile Material lässt sich dabei insbesondere als Bezug für Fahrzeugsitze oder für die Auskleidung des Fahrzeuginnenraumes einsetzen.