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Title:
TEXTILE PRODUCT FOR PRODUCING CLOTHING, IN PARTICULAR SPORTS CLOTHING, OR SIMILAR, AND CLOTHING MADE OF A TEXTILE PRODUCT OF THIS TYPE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/018059
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to: a textile product (1) for producing clothing (2), in particular sports clothing, or similar, from a textile flat material (3) made of at least one first yarn (4) and at least one second yarn (5), which yarns (4, 5) consist of different, exclusively natural, materials; and clothing (2) made of a textile product (1) of this type. According to the invention, the textile flat material (3) is formed substantially of the first yarn (4) on the side (I) facing a substrate (T) and the textile flat material (3) is formed substantially of the second yarn (5) on the side (A) facing away from the substrate (T), wherein the first yarn (4) consists of a material with low water absorption of 5 to 30% and the second yarn (5) consists of a material with high water absorption of 0 to 80%.

Inventors:
BECK, Gerald (Höribachhof 7/10, 5310 Mondsee, 5310, AT)
Application Number:
AT2017/060190
Publication Date:
February 01, 2018
Filing Date:
July 27, 2017
Export Citation:
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Assignee:
BECK, Gerald (Höribachhof 7/10, 5310 Mondsee, 5310, AT)
International Classes:
D04B1/14; D03D15/00
Domestic Patent References:
WO2013144490A12013-10-03
Foreign References:
US20070093162A12007-04-26
JP2009174081A2009-08-06
JP2004036012A2004-02-05
DE69024466T21996-05-15
Attorney, Agent or Firm:
SONN & PARTNER PATENTANWÄLTE (Riemergasse 14, 1010 Wien, 1010, AT)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Textiles Erzeugnis (1) zur Herstellung von Bekleidung (2), insbesondere Sportbekleidung, oder dgl . , aus einem textilen Flä¬ chengebilde (3) aus zumindest einem ersten Garn (4) und zumindest einem zweiten Garn (5), welche Garne (4, 5) aus unterschiedlichen, ausschließlich natürlichen Materialien bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) an der einem Träger (T) zugewandten Seite (I) hauptsächlich aus dem ersten Garn (4) besteht und das textile Flächengebilde (3) an der dem Träger (T) abgewandten Seite (A) hauptsächlich aus dem zweiten Garn (5) besteht, und das erste Garn (4) aus einem Mate¬ rial mit geringer Wasseraufnahme von 5% bis 30% und das zweite Garn (5) aus einem Material mit hoher Wasseraufnahme von 50% bis 80% besteht.

2. Textiles Erzeugnis (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Garn (4) aus Hanf besteht.

3. Textiles Erzeugnis (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Garn (5) aus Zellstoff, insbeson¬ dere Holzzellstoff, besteht.

4. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) aus 20 bis 60 Gew.-% des ersten Garns (4) und 30 bis 80 Gew.-% des zweiten Garns (5) besteht.

5. Textiles Erzeugnis (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) aus 35 Gew.-% des ers¬ ten Garns (4) und 65 Gew.-% des zweiten Garns (5) besteht.

6. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) ein drittes Garn (6) aufweist.

7. Textiles Erzeugnis (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte Garn (6) aus einer Kunstfaser wie Elastan (Lycra) oder vorzugsweise aus einem Biopolymer besteht.

8. Textiles Erzeugnis (1) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) 10 bis 25 Gew.-% des dritten Garns (6) aus Kunstsoff aufweist.

9. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Garn (4) eine Feinheit von mindestens 10 Nm, vorzugsweise mindestens 50 Nm, aufweist.

10. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Garn (5) eine Feinheit von mindestens 20 Nm, vorzugsweise mindestens 40 Nm, aufweist.

11. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte Garn (6) eine Feinheit von mindestens 20 Nm, vorzugsweise mindestens 40 Nm, aufweist.

12. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Garne (4, 5, 6) eingefärbt sind .

13. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) ein Gestrick (7) ist, welches durch Stricken der Garne (4, 5, 6) vorzugsweise mit Plattiertechnik hergestellt ist.

14. Textiles Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Flächengebilde (3) ein Gewebe (8) ist, welches durch Weben der Garne (4, 5, 6) herge¬ stellt ist.

15. Bekleidung, insbesondere Sportbekleidung, aus einem textilen Erzeugnis (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14.

Description:
Textiles Erzeugnis zur Herstellung von Bekleidung, insbesondere Sportbekleidung, oder dgl . und Bekleidung aus einem derartigen textilen Erzeugnis

Die Erfindung betrifft ein textiles Erzeugnis zur Herstellung von Bekleidung, insbesondere Sportbekleidung, oder dgl., aus einem textilen Flächengebilde aus zumindest einem ersten Garn und zumindest einem zweiten Garn, welche Garne aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

Weiters betrifft die Erfindung auch eine Bekleidung, insbesonde ¬ re Sportbekleidung, aus einem oben genannten textilen Erzeugnis.

Textile Erzeugnisse zur Herstellung von Sportbekleidung, sogenannte Funktionsbekleidung, besteht vornehmlich aus Polyamid und Polyester, was mit Ausnahme einer schnelleren Trocknung für den Träger bzw. Sportler kaum Vorteile bewirkt und auch eine enorme Belastung für die Umwelt darstellt. Für die Entsorgung von Kleidung aus Kunststoff gibt es weltweit kein Konzept, weshalb wir hier in Zukunft mit großen Problemen konfrontiert sein werden.

Manche Naturfasern stellen hier keine Alternative dar, da sie eine zu hohe Wasseraufnahmefähigkeit aufweisen und deshalb zu langsam abtrocknen.

Zum Stoppen der Vermehrung von Schweißbakterien und Verhinderung der damit einhergehenden Geruchsentwicklung wird Funktionsbekleidung mit hochgiftigem Silber oder Zinkionen ausgerüstet. Diese Ionen waschen sich jedoch nach üblicherweise mehreren Waschgängen aus und bieten danach keinen Schutz mehr vor der Vermehrung der Schweißbakterien. Darüber hinaus wird der Abrieb beim Waschen in der Waschmaschine in Form von Polyamid oder Polyesterpartikeln über das Abwasser abgegeben, was mittlerweile in Gewässern nachweisbar ist. Über die Aufnahme durch Fische gelangen die Plastikmoleküle wiederum in die Nahrung und schließ ¬ lich in den menschlichen Körper.

Ein textiles Erzeugnis der gegenständlichen Art wird beispiels ¬ weise in der WO 2007/091023 AI beschrieben, wobei durch die Kombination verschiedener Materialien und die spezielle geometri- sehe Anordnung der textilen Flächengebilde eine verbesserte Feuchtigkeitsabgabe zugelassen werden soll und die Körpertempe ¬ ratur nicht wesentlich erhöht werden soll. Dabei werden bevorzugt Garne aus natürlichen Materialien, beispielsweise Hanf oder Baumwolle, aber auch Kombinationen mit Polyester besonders vorteilhaft beschrieben. Neben dem höheren Herstellungsaufwand durch die besondere geometrische Gestaltung des textilen Erzeug ¬ nisses ist auch die Unterstützung der Feuchtigkeitsabgabe bei der Verwendung als Sportbekleidung nicht als optimal anzusehen.

Ein Feuchtigkeit aufnehmendes Gewebe ist auch aus der EP 1 968 785 Bl bekanntgeworden, wobei das textile Flächengebilde, bei ¬ spielsweise das Gewebe oder Gestricke, aus einem Gemisch von hydrophoben und hydrophilen Fasern besteht. Auch bei diesem textilen Erzeugnis werden Kombinationen der Naturfasern mit Kunststofffasern vorgeschlagen.

Die DE 195 47 704 AI beschreibt ein Verbundtextilgewebe mit feuchtigkeitsleitenden Eigenschaften, wobei zwei Gewebelagen vorgesehen sind. Die der Haut des Trägers zugewandte Gewebelage weist eine höhere Denierzahl als die der Haut des Trägers abge ¬ wandte Gewebelage auf, wodurch über die äußere Gewebelage mehr Feuchtigkeit von der darunter liegenden Gewebelage aufgenommen werden können soll.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung eines oben genannten textilen Erzeugnisses, welches sich insbe ¬ sondere für die Herstellung von Bekleidung, insbesondere Sport ¬ bekleidung, eignet, sowie eine Bekleidung, insbesondere Sportbe ¬ kleidung, die die Körpertemperatur des Trägers möglichst wenig erhöht und die Feuchtigkeitsabgabe unterstützen soll. Nachteile bekannter vergleichbarer textiler Erzeugnisse sollen vermieden oder zumindest reduziert werden.

Gelöst wird die erfindungsgemäße Aufgabe dadurch, dass das tex ¬ tile Flächengebilde an der einem Träger zugewandten Seite haupt ¬ sächlich aus dem ersten Garn besteht und das textile Flächenge ¬ bilde an der dem Träger abgewandten Seite hauptsächlich aus dem zweiten Garn besteht, und das erste Garn aus einem Material mit geringer Wasseraufnahme von 5% bis 30% und das zweite Garn aus einem Material mit hoher Wasseraufnahme von 50% bis 80% besteht. Durch die Verwendung der zumindest zwei Garne aus ausschließlich natürlichen Materialien können keine Kunststoffpartikel in die Umwelt gelangen und es wird die Umwelt nicht so stark belastet. Darüber hinaus wird die Körpertemperatur des Trägers einer derartig hergestellten Bekleidung wesentlich weniger erhöht als bei vergleichbarer Bekleidung aus Kunststoffgarnen . Durch die Verwendung eines Garns mit geringer Wasseraufnahme an der dem Trä ¬ ger zugewandten Seite kann der Schweiß aufgenommen werden und dann über das außenliegende zweite Garn mit der höheren Was ¬ seraufnahme optimal und rasch abgegeben und verdunstet werden. Dadurch resultiert ein textiles Erzeugnis, welches den Schweiß vom Körper über das erste Garn an das zweite Garn abgibt und so ¬ mit dem Träger ein angenehmes, nicht nasses Tragegefühl vermit ¬ telt und gleichzeitig dadurch auch leistungssteigernd wirkt. Die Verwendung von natürlichen Materialien garantiert auch, dass sich die Schweißbakterien auswaschen lassen und es dadurch zu keiner lästigen Geruchsentwicklung des Stoffes kommt. Die angegebenen Werte stellen optimale Bereiche für die geringe Was ¬ seraufnahme für das erste Garn an der Innenseite und die höhere Wasseraufnahmefähigkeit des Garns an der Außenseite dar.

Vorzugsweise besteht das erste Garn aus. Hanf ist ein Stoff mit bekanntlich geringer Wasseraufnahmefähigkeit, weshalb es bereits in frühen Jahren für die Herstellung von Seilen für Bergsteiger oder die Herstellung von Segeln verwendet wurde. Darüber hinaus wächst Hanf ohne Bewässerung und ohne Einsatz von Herbiziden und Pestiziden und kann somit relativ kostengünstig zu Garnen verarbeitet werden. Holzzellstoff wiederum zeichnet sich durch eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit aus und ist ebenfalls in ausrei ¬ chender Menge verfügbar und relativ kostengünstig herstellbar. Darüber hinaus sei auch darauf hingewiesen, dass Hanf eine natürliche fungizide Wirkung hat, wodurch sich keine Hautpilze bilden können. Auch ist durch die Verwendung von Hanf als erstes Garn auf der der Körperoberfläche des Trägers zugewandten Seite gewährleistet, dass Menschen mit Allergien diese Kleidung bevorzugt verwenden können, da es bis heute keine bekannten Allergien gegen Hanf gibt.

Das zweite Garn besteht vorzugsweise aus Zellstoff, beispiels- weise Holzzellstoff. Materialkombinationen, wie Hanf und Holzzellstoff, sind in ihrer gesamten Produktionskette sauerstoffpo ¬ sitiv, was bedeutet, dass Produkte mit dieser Materialkombinati ¬ on Sauerstoff für den Planeten erzeugen und nicht Stickstoff.

Bevorzugt ist ein textiles Flächengebilde, welches aus 20 bis 60 Gew.-% des ersten Garns und 30 bis 80 Gew.-% des zweiten Garns besteht. Je nach Anwendung werden die Anteile des ersten und zweiten Garns entsprechend angepasst.

Besonders bevorzugt, insbesondere für die Herstellung von Sport ¬ bekleidung, ist ein textiles Flächengebilde aus 35 Gew.-% des ersten Garns und 65 Gew.-% des zweiten Garns. Eine derartige Verteilung der Anteile des ersten Garns, beispielsweise aus Hanf, und des zweiten Garns, beispielsweise aus Holzzellstoff wie z.B. Tencel, hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.

Das textile Flächengebilde kann auch ein drittes Garn aufweisen, durch welches dem textilen Erzeugnis bestimmte Eigenschaften verliehen werden können. Dabei ist es vorteilhaft, insbesondere für die Umweltproblematik, wenn auch das dritte und allenfalls weitere Garn aus natürlichen Materialien hergestellt ist. Für die Verleihung bestimmter Eigenschaften, wie z.B. einer höheren Dehnbarkeit, kann es jedoch auch vorteilhaft oder notwendig sein, für das dritte Garn Kunststoff einzusetzen, wobei die An ¬ teile gegenüber dem ersten und zweiten Garn gering gehalten werden .

Beispielsweise kann das dritte Garn aus Kunstfaser, vorzugsweise aus Elastan, beispielsweise Lycra, oder Polyamid bestehen.

Dadurch kann dem textilen Erzeugnis eine entsprechende Dehnbarkeit verliehen werden, was einen höheren Tragekomfort für den Träger bedeutet.

Dabei weist das textile Flächengebilde vorzugsweise nur 5 bis 25 Gew.-% des dritten Garns aus Kunstsoff auf. Durch derartige ge ¬ ringe Anteile des dritten Garns, welches allenfalls aus Kunst ¬ stoff bestehen kann, wird nur ein geringerer Teil umweltbelastenden Materials im textilen Erzeugnis vorgesehen. Das erste Garn besitzt eine Feinheit von mindestens 20 Nm, vor ¬ zugsweise mindestens 38 Nm. Je nachdem für welche Zwecke das textile Erzeugnis verwendet wird, kann die Feinheit des Garns unterschiedlich sein. Für die Herstellung von Sportbekleidung beispielsweise kann auch eine Feinheit von bis zu 100 Nm vor ¬ teilhaft sein.

Auch das zweite Garn weist eine Feinheit von mindestens 20 Nm, vorzugsweise mindestens 40 Nm, auf.

Beim allfälligen dritten Garn ist die Feinheit ebenfalls mindes ¬ tens 20 Nm, vorzugsweise mindestens 40 Nm.

Um dem textilen Erzeugnis eine ansprechende Erscheinung zu ge ¬ ben, können die Garne eingefärbt sein. Dabei werden die Garne nach herkömmlichen Methoden eingefärbt. Alternativ zu der Ein- färbung der Garne vor der Herstellung des textilen Erzeugnisses kann auch eine nachträgliche Einfärbung oder Bedruckung des textilen Erzeugnisses in herkömmlicher Weise erfolgen.

Das textile Flächengebilde kann ein Gestrick sein, welches durch Stricken der Garne vorzugsweise mit Plattiertechnik hergestellt ist. Das Gestrick wird so hergestellt, dass die Maschen aus dem ersten Garn an der Innenseite des textilen Erzeugnisses, welche dem Körper des Trägers zugewandt ist, angeordnet sind, während die Maschen des anderen Garnes an der Außenseite des textilen Erzeugnisses, welche vom Träger abgewandt ist, angeordnet sind.

Auch kann das textile Flächengebilde ein Gewebe sein, welches durch Weben der Garne hergestellt ist. Dies stellt eine alterna ¬ tive Herstellungsmethode des textilen Flächengebildes zum Stri ¬ cken dar.

Gelöst wird die erfindungsgemäße Aufgabe auch durch eine Beklei ¬ dung, insbesondere Sportbekleidung, aus einem oben erwähnten textilen Erzeugnis. Neben Bekleidung können auch andere Erzeugnisse wie z.B. Bettwäsche, Sitzbezüge oder vieles mehr aus dem genannten textilen Erzeugnis hergestellt werden.

Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher er- läutert. Darin zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch ein textiles Erzeugnis gemäß der Erfindung;

Fig. 2A bis 2C verschiedene Prinzipskizzen eines textilen Erzeugnisses mit einem Gestrick als textiles Flächengebilde;

Fig. 3 einen Querschnitt durch ein textiles Erzeugnis mit einem Gewebe als textiles Flächengebilde;

Fig. 4 ein aus dem textilen Erzeugnis hergestelltes T-Shirt als Bekleidung; und

Fig. 5 einen Querschnitt durch eine alternative Aus führungs form eines textilen Erzeugnisses gemäß der vorliegenden Erfindung.

In Fig. 1 ist ein schematischer Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes textiles Erzeugnis 1 zur Herstellung von Bekleidung 2 im Bezug auf einen Träger T der Bekleidung 2 dargestellt. Das textile Erzeugnis 1 besteht aus einem textilen Flächengebilde 3, beispielsweise einem Gestrick 7 (s. Fig. 2) oder Gewebe 8 (s. Fig. 3) aus zumindest einem ersten Garn 4 und zumindest einem zweiten Garn 5 aus unterschiedlichen Materialien. Die beiden Garne 4, 5 bestehen ausschließlich aus natürlichen Materialien, wobei das textile Flächengebilde 3 an der dem Träger T zugewand ¬ ten Seite I (der Innenseite) hauptsächlich aus dem ersten Garn 4 besteht und das textile Flächengebilde 3 an der dem Träger T ab ¬ gewandten Seite A (der Außenseite) hauptsächlich aus dem zweiten Garn 5 besteht. Das erste dem Träger T zugewandte Garn 4 besteht aus einem Material mit geringer Wasseraufnahme von 5% bis 30% wohingegen das zweite dem Träger T abgewandte Garn 5 aus einem Material mit hoher Wasseraufnahme von 50% bis 80% besteht. Bei ¬ spielsweise wird das erste Garn 4 aus Hanf hergestellt. Das zweite Garn 5 besteht aus einem Material mit höherer Wasserauf ¬ nahme, beispielsweise Zellstoff, insbesondere Holzzellstoff, beispielsweise Tencel. Durch diese Anordnung wird gewährleistet, dass der dem Körper zugewandte Teil des textilen Erzeugnisses 1 nur so viel Feuchtigkeit bzw. Schweiß aufnimmt, wie auch sicher und rasch an die Außenseite abtransportiert und dort verdunsten kann. Es entsteht dadurch eine Art Sog, der kontinuierlich

Schweiß von der Haut des Trägers T an die Außenseite A leitet. Die Haut des Trägers T an der Innenseite I bleibt dadurch prak ¬ tisch trocken und die Feuchtigkeit wird über das zweite Garn 5 mit der höheren Wasseraufnahme verdunstet. Dies bewirkt, dass der Träger der aus dem textilen Erzeugnis 1 hergestellten Bekleidung leistungsfähiger bleibt und dessen Körpertemperatur nicht zu stark ansteigt.

Darüber hinaus ist durch die Verwendung von ausschließlich natürlichen Materialien für die Garne 4 und 5 die biologische Ab ¬ baubarkeit des textilen Erzeugnisses 1 gegeben und die Umweltbe ¬ lastung verringert.

Fig. 2A zeigt eine Prinzipskizze eines textilen Flächengebildes 3 für ein oben genanntes textiles Erzeugnis 1 zur Herstellung von Bekleidung 2, insbesondere Sportbekleidung, in Form eines Gestricks 7 aus zwei verschiedenen Garnen 4 und 5.

Die Ausführungsvariante gemäß Fig. 2B zeigt ein Gestrick 7, wel ¬ ches durch Plattieren hergestellt ist, wobei neben dem ersten Garn 4 und dem zweiten Garn 5 ein weiteres drittes Garn 6 mitgestrickt wurde, welches dem textilen Erzeugnis 1 gewisse Eigen ¬ schaften verleiht. Beispielsweise kann durch die Zugabe eines dritten Garns 6 aus Kunstfaser, vorzugsweise aus Polyamid oder Elastan, wie z.B. Lycra, dem textilen Erzeugnis 1 eine höhere Dehnbarkeit verliehen werden. Allerdings wird dadurch ein gewis ¬ ser Anteil an Kunststoffmaterial in Kauf genommen, wodurch die oben genannten Vorteile in Bezug auf die Umweltverträglichkeit reduziert werden. Allerdings wird der Anteil an diesem dritten Garn 6 und allenfalls vierten und fünften Garn gegenüber dem ersten Garn 4 und dem zweiten Garn 5 gering ausfallen. Um die Umweltverträglichkeit zu erhöhen, kann das dritte Garn auch ein Biopolymer sein, was dann wieder biologisch abbaubar ist.

Fig. 2C zeigt die Anordnung der Garne 4, 5 und 6 im Schnitt der Prinzipskizze gemäß Fig. 2B.

Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch ein textiles Flächengebilde 3 in Form eines Gewebes 8, welches durch Weben der Garne 4 und 5, allenfalls eines weiteren Garnes 6 (nicht dargestellt) , her ¬ gestellt wird.

Schließlich zeigt Fig. 4 eine aus einem oben genannten textilen Erzeugnis hergestellte Bekleidung 2 in Form eines T-Shirts. Ne ¬ ben einem T-Shirt können natürlich auch andere Bekleidungsstü ¬ cke, wie z.B. Hosen oder Jacken, aber auch andere Erzeugnisse, wie z.B. Bettwäsche oder Stoffbezüge, hergestellt werden.

Fig. 5 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes textiles Erzeugnis 1 zur Herstellung von Bekleidung 2 in Bezug auf einen Träger T der Bekleidung 2, wobei im Gegensatz zur Skizze gemäß Fig. 1 eine zusätzliche Lage aus einem dritten Garn 6 vorgesehen ist.

Versuche mit einer Sportbekleidung aus einem textilen Erzeugnis 1 aus Hanf und Holzzellstofffasern oder dgl . haben gezeigt, dass gegenüber herkömmlicher Funktionswäsche mit Kunstfasern die Körpertemperatur des Trägers nicht so hoch ansteigt und darüber hinaus eine geringere Schweißabsonderung resultiert. Im Detail haben die Versuche folgendes Ergebnis gezeigt:

Die abgesonderte Schweißmenge nach 60 Minuten Belastung betrug bei der Verwendung eines synthetischen Bekleidungsstückes 339 g, während die Menge an Schweiß bei Verwendung des erfindungsgemä ¬ ßen textilen Erzeugnisses aus Hanf nur 246 g betrug. Diese Ver ¬ suche, welche anhand größerer Probandenzahl verifiziert werden müssen, zeigen aber deutlich die positive Eigenschaft des verwendeten Materials, insbesondere im Leistungssport.