NAUMANN, Harry (Heinrich-Niemeyer Str. 29, Hörstel-Riesenbeck, 48477, DE)
Patentansprüche:
1. Eine der Abdichtung gegenüber Flüssigkeiten dienende Dichtungsbahn, gekennzeichnet durch eine feuchteab- sorbierende und dabei aufquellende und einen Quelldruck erzeugende Fasern (Quellfasern) enthaltende Textil- schicht.
2. Dichtungsbahn nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeich- net, dass die Textilschicht auf der Rückseite einer feuchtigkeitsundurchlässigen Werkstoffbahn angeordnet ist.
3. Dichtungsbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gegekennzeichnet, dass die Textilschicht ausschließlich aus Quellfasern besteht.
4. Dichtungsbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich ein Anteil von Quellfasern in der Textilschicht vorgesehen sind.
5. Dichtungsbahn nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Textilschicht als Vliesschicht ausgebildet ist.
6. Dichtungsbahn nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Textilschicht als Filzschicht ausgebildet ist.
7. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Textilschicht einen Anteil von Schmelzfasern aufweist.
8. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rändern der Dichtungsbahn zumindest teilweise
Befestigungsmittel zur Befestigung von benachbarten Dichtungsbahnen untereinander angeordnet sind.
9. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Textilschichten übereinander angeordnet sind.
10. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsbahn als Membranbahn ausgebildet ist, die eine feuchtigkeitsundurchlässige Werkstoffbahn, eine Quellfasern enthaltende Textilschicht und eine die Textil- schicht abdeckende Schutzschicht aufweist.
11. Dichtungsbahn nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstoffbahn und/oder die Schutzschicht als Folienschicht ausgebildet ist.
12. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die die Quellfasern enthaltende Textilschicht stark vernadelt ist.
13. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorher- gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die die Quellfasern enthaltende Textilschicht zusätzlich Polyesterfasern und/oder Polypropylenfasern und/oder synthetische Fasern und/oder Polyolefinfasern enthält.
14. Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Dichtungsbahn mit einer durchwurzelungsresistenten Lage versehen ist.
15. Verwendung der Dichtungsbahn nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche als geotextile Dichtungsbahn. |
„Textile Dichtungsbahn"
Die Erfindung bezieht sich auf eine der Abdichtung gegenüber Flüssigkeiten dienende Dichtungsbahn.
Unter dem im Nachfolgenden immer wieder verwendeten Ausdruck „Flüssigkeiten" werden im weitesten Umfang Waser und Wasser enthaltende Flüssigkeiten verstanden, die, wenn sie auf hydrophile Fasern treffen, bei den Fasern zu einem feuchtig- keitsabsorbierenden Effekt führen.
Unter dem Begriff „Textilschicht" wird eine aus Fasererzeugnissen gebildete Schicht verstanden, die vorzugsweise als Vlies oder Filz ausgebildet ist, aber auch als Gewebe, Gewirke oder Gelege gestaltet sein kann.
Unter dem Begriff „feuchteabsorbierende Fasern" werden im Nachfolgenden Quellfasem verstanden, die eine hohe Wasseraufnahme ermöglichen, dabei zu einem starken Quellen
führen und so einen hohen Quelldruck erzeugen. Hierbei sind Fasern bekanntgeworden, beispielsweise unter dem Handelsnamen „Lyocellfasern", bei denen selbst bei hundertprozentiger Feuchtigkeit die Flüssigkeit in Gänze in der Faser gespeichert wird. Der Quelldruck kann z. B. über 100 kg N. liegen.
Im Stand der Technik sind solche Fasern auch als „Moisture Management Polyester-Fasern" bekannt geworden.
Bisher sind feuchtigkeitsabsorbierende Fasern entweder in der
Bekleidung zur Abführung von Körperfeuchtigkeit eingesetzt worden, um einen Kühleffekt beim Verdunsten der Feuchtigkeit zu verhindern oder sie dienten in Hygienetextilien zur Aufnahme von Feuchtigkeit, beispielsweise bei Kindern als Windeln.
So wird in der europäischen Patentschrift 0 599 871 B1 ein absorbierender Artikel, insbesondere Monatsbinde, beschrieben. Diesem Schutzrecht liegt die Aufgabe zugrunde, wegwerfbare, absorbierende Artikel mit verbesserter Fluidabsorption und Re- tention bereitzustellen. Es ist ein weiteres Ziel dieses Schutzrechtes, derartige Artikel mit verbessertem Fluidtransport weg von der Haut zu versehen und ein besonderes Ziel ist es, Hygienevorlagen und Höscheneinlagen mit Attributen, wie verbesserter Weichheit und Flexibilität zu schaffen, wobei eine verbes- serte Passform und eine verbesserte Fleckenreduktion angestrebt wird.
Wesentlich ist bei diesem Vorschlag, dass es nicht darauf ankommt, dass die feuchtigkeitsabsorbierenden Fasern einen Quelldruck erzeugen, sondern sie sollen nur vorgesehen sein, um einen hohen Speichercharakter zu haben und der gemäß
diesem Vorschlag geschaffene Artikel soll eine hohe Rückhaltefähigkeit aufweisen, um somit praxisgerechter zu sein.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, feuchtigkeitsabsorbierende Fasern in vorteilhafter Weise auch dazu auszunutzen, dass mit diesen Fasern ein Dicht-effekt erreicht werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, dass eine Ab- dichtung gegenüber Flüssigkeiten schaffende textile Dichtungsbahn ausschließlich oder teilweise aus feuchteabsorbierenden Fasern besteht, wobei diese Textilschicht vorzugsweise als Vlies- und/oder Filzschicht ausgebildet ist.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die der Abdichtung gegenüber Flüssigkeiten dienende Dichtungsbahn, beispielsweise eine Teichfolie, dann, wenn diese Teichfolie beschädigt wird, d. h. an einer Stelle durch Verletzungen wasserdurchlässig wird, nunmehr die in diesem Bereich angeordneten hydrophilen Fasern einer hohen Wasseraufnahme ausgesetzt werden, wobei diese hohe Wasseraufnahme zu einer starken Quellung der Fasern führt. Wird das freie ungehemmte Quellen der Fasern beispielsweise durch entsprechende Auflasten unterbunden oder durch entsprechende Immobilisierungen der Fasern, baut sich ein Quelldruck im Bereich der Verletzung der flüssigkeitsdichten Abdichtung auf und dieser Quelldruck führt bei einem , begrenzten Volumen bei entsprechender Aktivität der Fasern zur gewünschten Dichtwirkung.
Das Anwendungsgebiet dieser Dichtungsbahn ist z. B. im Hoch-,
Tief- und Kellerbau möglich, im Bereich des Gebäudeschutzes,
des Tunnel- und Stollenbaues, im Wasserbau. Diese Dichtungsbahn kann aber auch zum Abdichten von Flachdächern oder auch im Schiffsbau oder bei einem temporären Hochwasserschutz eingesetzt werden.
Auch der Einsatz in Verbindung mit sogenannter weisser Ware und zum Schutz von auslaufenden Autobatterien ist möglich. Grundsätzlich können also Flachdichtungen aus dieser aus Quellfasern aufgebauten Textilschicht hergestellt werden.
Geotextile Dichtungslagen, z. B. aus dem Material „Bentonit" sind bekannt, um eine Abdichtung eines z. B. bestimmten Bodenbereiches zu erzielen. Eine derartige Abdichtung über Matten kann z. B. im Bereich von Baustellen oder Werkstätten er- folgen, um zu verhindern, dass Wasser bzw. weitere unerwünschte Stoffe in den Untergrund eindringen und von dieser abdichtenden Lage, insbesondere Matte, aufgehalten werden. Zwar ermöglichen diese bekannten Bentonit-Matten keine absolute Dichtung, jedoch ermöglichen diese Matten bereits eine weitestgehende Abdichtung. Ein Nachteil der bekannten Bento- nit-Lagen oder Bentonit-Matten ist zum einen das hohe Flächengewicht dieser Matten, die den Transport und das Verlegen dieser Matten erschweren bzw. kostenintensiv werden lassen. Zudem ist an diesen Bentonit-Matten nachteilhaft, dass sie nach einem Austrocknen Trockenrisse aufweisen können und an diesen Rissstellen eine erhöhte Durchlässigkeit für Flüssigkeiten aufweisen, d. h. nach wechselnden Trocken/Nasszyklen verlieren die Bentonit-Matten ihre abdichtenden Eigenschaften in hohem Maße. Darüber hinaus kann es bei insbesondere punktuel- len Belastungen dieser Bentonit-Matten zu ebenfalls einer Rissbildung und anschließenden Undichtigkeiten kommen.
Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag, eine Quellfasern enthaltende Textilschicht als Geotextil einzusetzen, wird erreicht, dass diese Quellfasern Flüssigkeit aufnehmen und aufquellen und durch den dann auftretenden Quelldruck einer Abdichtung im Bereich der Abdichtungsbahn ermöglichen und zumindest den Feuchtigkeitstransport durch die Dichtungsbahn hindurch reduzieren, wenn nicht sogar wirksam unterbrechen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen erläutert.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist diese Dichtungsbahn ausschließlich aus Quellfasern gebildet, um hierdurch eine intensive Reduzierung des Feuchtigkeitstransportes durch die Dichtungsbahn zu erreichen, und ggf. sogar insgesamt eine vollständige Abdichtung erreichen.
In einer anderen Ausführungsform ist die Dichtungsbahn als Gemisch von unterschiedlichen Stoffen ausgebildet, so dass die Quellfasern lediglich einen Anteil am Material der Dichtungsbahn ausbilden, so z. B. in einem Bereich von beinahe 100 % bis 10 % Anteil.
Die neben den Quellfasern weiteren verwandten Materialien sind in vorteilhafter Ausgestaltung künstliche Fasern, wie z. B. Polypropylenfasern oder Polyesterfasern, um eine kostengünstige Herstellung der Dichtungsbahn zu erreichen, die zudem im trockenen Zustand sehr leicht ist und daher in einfacher Weise zu transportieren und zu verlegen ist, und die darüber hinaus eine hohe Langzeitabdichtung ermöglichen.
Eine besonders günstige Herstellung der Dichtungsbahn wird dann erreicht, wenn diese als Quellvlies ausgebildet ist, das bei einfacher Herstellbarkeit einen hohen Quelldruck, z. B. größer als 100 kg N. ermöglicht und eine hierdurch bedingte gute Abdichtungseigenschaft.
Sofern ein Anteil an Schmelzfasern beim Quellvlies vorgesehen ist, kann durch eine thermische Fixierung der Fasern erreicht werden, dass bei einer Benetzung der Quellfasern ein sehr hoher Quelldruck mit der damit verbundenen guten Abdichtungseigenschaft erreicht wird. Hierbei wird die Schmelzfasem enthaltende Dichtungsbahn beispielsweise erhitzt, so dass die Schmelzfasern zumindest anschmelzen, dann wird die Dich- tungsbahn zusammengedrückt und die Schmelzfasern abgekühlt, so dass eine relativ kompakte feste, aber auch relativ dünne Dichtungsbahn geschaffen wird, die bei Aufnahme der Feuchtigkeit den hohen Quelldruck erzeugt. Beim erstmaligen Erwärmen solcher Fasern auf den Glasumwandlungspunkt, der trocken bei 80° C und feucht deutlich niedriger ist, wird die Faser für die Dauer der Umwandlung weich und klebrig. Berühren nun solche klebrig gewordenen Fasern andere Fasern oder werden sie in diesem Zustand z. B. durch Kalandern an andere Fasern angepreßt, so entsteht eine feste, irrefersible Bindung. Auch er- neute Wärmezufuhr löst die Bindung nicht wieder. Bemerkenswert ist noch, dass die Bindestellen fast punktförmig sind, was Griff und Flexibilität des Vliesstoffs positiv beeinflußt.
In vorteilhafter Ausgestaltung weist die Dichtungsbahn zumin- dest teilweise an ihren Rändern bzw. in ihren Randbereichen mechanische Befestigungsmittel auf, wie z. B. Häkchenver-
schlüsse, Reissverschlüsse, Knöpfe od. dgl., um z. B. eine texti- Ie Dichtungsbahn mit einer benachbart angeordneten geotexti- len Dichtungsbahn miteinander zu verbinden.
Die vorgeschlagene Dichtungsbahn ist in Art einer Matte oder
Bahn ausgebildet, die beispielsweise mehrere Meter lang und mehrere Meter breit sein kann bei einer Stärke von nur einem oder wenigen Zentimetern. Diese mattenartig ausgebildete Dichtungsbahn kann beispielsweise zu einer Rolle aufgewickelt wer- den, so dass in einem Ausführungsbeispiel diese Dichtungsbahn eine Breite von einem Meter aufweisen kann und eine Länge von zehn Metern. Selbstverständlich sind unterschiedliche Breiten- und Längenmaße der Dichtungsbahn möglich, je nach Art der abzudichtenden Lokalität.
Das Flächengewicht einer Dichtungsbahn kann z. B. in einem Bereich von 100 g bis 5000 g/m 2 liegen, je nach gewünschtem Einsatzzweck und gewünschter abdichtender Eigenschaft. Bereits aus diesem Flächengewicht ergibt sich ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Dichtungsbahn als Geotextil gegenüber der wesentlich schwereren Matte aus Bentonit bei gleichen abdichtenden Eigenschaften. Darüber hinaus kann über das Flächengewicht die abdichtende Eigenschaft eingestellt werden, so dass durch diese in einfacher Weise durch- führbare Einstellbarkeit der abdichtenden Eigenschaften auch über das Flächengewicht ein wesentlicher Vorteil gegenüber den bekannten Dichtmatten oder Dichtlagen erhalten wird, bei denen dies in dieser Form nicht möglich ist.
Neben den quellfähigen Fasern und z. B. einer Beimischung von
Polypropylen oder sonstigen synthetischen Fasern kann die Dichtungsbahn zudem einen Teil an sogenannten Schmelzfasern aufweisen, um eine thermische Fixierung der Fasern untereinander zu ermöglichen. Dies hat den Vorteil, dass durch die thermische Fixierung der Fasern untereinander - nachdem die
Fasern Wärme ausgesetzt wurden - ein höherer Quelldruck bei einer Benetzung der Quellfasern mit Feuchtigkeit erfolgt und eine hierdurch bedingte erhöhte Abdichtungsfunk-tion.
In einem Ausführungsbeispiel wird die Dichtungsbahn aus . einem Material gebildet, das zu 40 % aus Quellfasern besteht, zu 50 % aus Polypropylen oder sonstigen synthetischen Materialien oder Fasern und zu 10 % aus Schmelzfasern. Selbstverständlich ist dieses Mischungsverhältnis je nach Einsatzzweck variabel.
Ein wesentlicher Vorteil der vorgeschlagenen Dichtungsbahn ist, dass auch bei wiederholten Benetzungs-/Trocknungszyklen die abdichtenden Eigenschaften der Dichtungsbahn erhalten bleiben, beispielsweise im Gegensatz zu den bekannten
Bentonit-Matten, die eine Rissbildung bei Trocknungszyklen erfahren können und eine damit verbundene spätere Undichtigkeit bei einer erneuten Benetzung.
Ein weiterer Vorteil der vorgeschlagenen Dichtungsbahn ist, dass sie eine optimale alkalische Beständigkeit aufweist, die insbesondere dann von Bedeutung ist, wenn die Dichtungslage in enger Nachbarschaft zu Beton verwendet wird.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Dichtungsbahn ist, dass die vorgeschlagene Dichtungsbahn, insbe-
sondere Matte aus Quellvlies bzw. aus Quellfasem, grundwasserneutral ist und die Kriterien der Lebensmittelechtheit erfüllt. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der vorgeschlagenen Dichtungsbahn ist, dass durch diese auch eine Abdichtung im Meer- wasserbereich möglich ist.
Es ist z. B. möglich, an der Oberseite oder der Unterseite der Dichtungsbahn weitere Lagen anzuordnen und mit der Dichtungsbahn zu fixieren, so beispielsweise eine oder mehrere durchwurzelungsresistente Lagen, um bei einer Verlegung im
Boden eine Beschädigung einer geotextilen Dichtungsbahn durch Wurzelwachstum zu verhindern. Diese durchwurzelungsresistente Lage kann beispielsweise aus einem Netz bestehen oder aus einer weiteren Textilschicht, wie z. B. einer weiteren Vlies- und/oder Filzschicht.
Bei der Kombination der Dichtungsbahn mit einer weiteren wasserundurchlässigen Lage ergibt sich der Vorteil einer Wasserundurchlässigkeit der Dichtungsbahn, die selbst dann gegeben ist, wenn die weitere wasserundurchlässige Lage beschädigt wird, da im Bereich der Beschädigung die Quellfasern durch die Feuchtigkeit aufquellen und den Wasserdurchtritt an der beschädigten Stelle verhindern.
