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Patent Searching and Data


Title:
TEXTILE TOOL, USE OF THE TEXTILE TOOL, AND METHOD FOR PRODUCING SAME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/194306
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a textile tool (10), such as a machine sewing needle (11), having a working section (15) and a holding section (16). In the working section (15), the textile tool (10) has a thread cut-out (20) for holding a thread. The textile tool (10) has a tool core (30) made of a core material. In the working section (15), the textile tool (10) is coated with an anti-wear layer (31), which differs from the core material of the tool core (30). In the region of the thread cut-out (20), the anti-wear layer (31) is provided with a cover layer (32) that is lighter than the anti-wear layer (31). The cover layer (32) is present within the thread cut-out (20) and adjacent to the thread cut-out (20). A front end region (15a), which adjoins a front end (12) of the textile tool (10), preferably remains free of the cover layer (32).

Inventors:
BECKER, Jörg (Alte Steige 25, Straßberg, Straßberg, DE)
KOPECKI, Jochen (Wehräcker 20, Balingen, 72336, DE)
Application Number:
EP2017/059887
Publication Date:
November 16, 2017
Filing Date:
April 26, 2017
Export Citation:
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Assignee:
GROZ-BECKERT KG (Parkweg 2, Albstadt, 72458, DE)
International Classes:
D04B35/02; D05B85/00; D05C11/02; D05C15/20
Attorney, Agent or Firm:
RÜGER, BARTHELT & ABEL (Webergasse 3, Esslingen, 73728, DE)
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Claims:
Patentansprüche :

1. Textilwerkzeug (10), das einen Arbeitsabschnitt (15) mit einer Fadenaussparung (20) zur Aufnahme eines Fa¬ dens und einen Halteabschnitt (16) zum Halten und/oder Bewegen in einer Textilmaschine aufweist, mit einem Werkzeugkern (30), der aus einem Kernmaterial besteht, mit einer im Arbeitsabschnitt (15) des Textilwerkzeugs (10) auf den Werkzeugkern (30) aufgebrachten Verschleißschutzschicht (31), und mit einer gegenüber der Verschleißschutzschicht (31) helleren Deckschicht (32), die zumindest im Be¬ reich der Fadenaussparung (20) auf der Verschleißschutzschicht (31) vorhanden ist.

2. Textilwerkzeug nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass sich der Arbeitsabschnitt (15) an eine vorderes Ende (12) des Textilwerkzeugs (10) anschließt.

3. Textilwerkzeug nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass ein vorderer Endbereich (15a) des Arbeitsabschnitts (15) frei ist von der Deckschicht (32) .

4. Textilwerkzeug nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Endbereich (15a) des Arbeitsabschnitts (15) eine geringere Rau¬ heit aufweist als der übrige Bereich des Arbeitsab¬ schnitts (15) .

5. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (dl, d2, d3) der Verschleißschutzschicht (31) in einer Längs¬ richtung (R) variiert.

6. Textilwerkzeug nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (dl) der Verschleißschutzschicht (31) an einem vorderen Endbe¬ reich (15a) des Arbeitsabschnitts (15) größer ist als außerhalb des vorderen Endbereichs (15a).

7. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Halteabschnitts (16) frei ist von der Verschlei߬ schutzschicht (31) und der Deckschicht (32) .

8. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (d3) der Verschleißschutzschicht (31) und/oder die Schichtdicke der Deckschicht (32) innerhalb der Fadenaussparung

(20) kleiner ist als außerhalb der Fadenaussparung

(20) .

9. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (d2) der Verschleißschutzschicht (31) innerhalb des Arbeitsab¬ schnitt (15) und außerhalb der Fadenaussparung (20) mindestens 1,0 ym beträgt.

10. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (dl, d2, d3) der Verschleißschutzschicht (31) innerhalb des Ar¬ beitsabschnitt (15) maximal 5,0 ym beträgt.

11. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Deckschicht (32) im Bereich der Fadenaussparung (20) mindestens 0,02 ym beträgt.

12. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Deckschicht (32) maximal 0,3 ym beträgt.

13. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Verschleißschutzschicht (31) eine DLC-Schicht oder eine carbidische Schicht oder eine nitridische Schicht ist.

14. Textilwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (32) eine metallische Schicht ist.

15. Verwenden eines Textilwerkzeugs nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit folgenden Schritten:

- Anordnen des Textilwerkzeugs (10) in einer Textilma¬ schine,

- Einlegen oder Einfädeln eines Fadens in die Fadenaussparung (20), - Betreiben der Textilmaschine wobei die Deckschicht (32) innerhalb der Fadenaussparung (20) mechanisch entfernt wird.

16. Verfahren zur Herstellung eines Textilwerkzeugs (10) mit einem Arbeitsabschnitt (15), der eine Fadenausspa¬ rung (20) zur Aufnahme eines Fadens und einen Halteab¬ schnitt (16) zum Halten und/oder Bewegen in einer Textilmaschine aufweist, mit folgenden Schritten:

- Herstellen eines Werkzeugkerns (30) aus einem Kern¬ material mit einer Fadenaussparung (20) im Arbeitsab¬ schnitt (15) ,

- Aufbringen einer Verschleißschutzschicht (31) auf den Werkzeugkern (30) im Arbeitsabschnitt (15) des Textilwerkzeugs (10)

- Aufbringen einer gegenüber der Verschleißschutzschicht (31) helleren Deckschicht (32) auf die Ver¬ schleißschutzschicht (31) zumindest im Bereich der Fa¬ denaussparung (20).

17. Verfahren nach Anspruch 16,

dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (32) in einem vorderen Endbereich (15a) des Arbeitsabschnitts (15) wieder entfernt wird.

Description:
Textilwerkzeug, Verwenden des Textilwerkzeugs und Verfahren zu dessen Herstellung

[0001] Die Erfindung betrifft ein Textilwerkzeug mit ei ¬ nem Arbeitsabschnitt, indem das Textilwerkzeug eine Faden ¬ aussparung zur Aufnahme eines Fadens aufweist, und mit ei ¬ nem Halteabschnitt zum Halten und/oder Bewegen des Textilwerkzeugs in einer Textilmaschine. Der Halteabschnitt kann beispielsweise zum Befestigen und/oder Bewegen des Textilwerkzeugs in einer Textilmaschine dienen. Die Erfindung be ¬ trifft auch die Verwendung des Textilwerkzeugs sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.

[0002] Als Textilwerkzeuge kommen beispielsweise Maschi ¬ nennadeln, wie Maschinennähnadeln, Maschinenstricknadeln, Maschinentuftingnadeln usw. in Betracht. Solche Nadeln sind starken Beanspruchungen ausgesetzt. Beispielsweise unterliegt eine Maschinenstricknadel beim Stricken von techni ¬ schen Textilien mit abrasiven Garnen einem hohen Verschleiß. Bei Nähnadeln und/oder Tuftingnadeln kann auch ein hoher Verschleiß durch festes oder abrasives Material ent ¬ stehen, durch das die Nadel beim Textilherstellungsprozess gestochen wird.

[0003] DE 101 26 118 AI beschreibt ein Verschleißteil mit einem Basis- oder Kernmaterial, das mit einer dünnen Verschleißschutzschicht versehen ist. Zwischen der Ver ¬ schleißschutzschicht und dem Kernmaterial kann optional ei ¬ ne Vermittlerschicht vorhanden sein. Bei der Verschleiß ¬ schutzschicht handelt es sich beispielsweise um eine DLC- Schicht. Auf die Verschleißschutzschicht kann außerdem eine Deckschicht aufgebracht werden. Das Verschleißteil kann auch ein fadenführendes Element sein.

[0004] Ausgehend hiervon kann es als Aufgabe der vorlie ¬ genden Erfindung angesehen werden, ein verbessertes verschleißoptimiertes Textilwerkzeug mit einer Fadenaussparung zur Aufnahme eines Fadens bereitzustellen.

[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Textilwerkzeug mit den Merkmalen des Patentanspruches 1, ein Verwendungsverfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 15, sowie ein Herstellungsverfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 16 gelöst.

[0006] Das Textilwerkzeug gemäß der vorliegenden Erfin ¬ dung hat einen Halteabschnitt zum Halten und/oder Bewegen des Textilwerkzeugs in einer Textilmaschine. Der Halteab ¬ schnitt beispielsweise auch zur Bewegung des Textilwerkzeugs beim Betreiben der Textilmaschine verwendet werden. Das Textilwerkzeug weist außerdem einen Arbeitsabschnitt mit einer Fadenaussparung auf. In die Fadenaussparung wird ein zu verarbeitender Faden eingelegt oder eingefädelt. Vorzugsweise ist die Fadenaussparung ringförmig geschlossen und weist auf entgegengesetzten Seiten jeweils eine Mündung oder Öffnung auf.

[0007] Bei einem erfindungsgemäßen Textilwerkzeug kann es sich beispielsweise um eine Maschinenstricknadel, eine Maschinennähnadel oder eine Maschinentuftingnadel handeln. Bei der Maschinenstricknadel kann die Fadenaussparung durch ein Durchgangsloch (beispielsweise bei einer Lochnadel) oder durch den mittels eines bewegbaren Elements (bei ¬ spielsweise Zunge oder Schieber) verschließbaren Hakeninnenbereich gebildet sein. Bei einer Maschinennähnadel oder einer Maschinentuftingnadel ist die Fadenaussparung durch das betreffende Nadelöhr gebildet.

[0008] Das Textilwerkzeug hat einen Werkzeugkern aus ei ¬ nem Kernmaterial. Als Kernmaterial kann beispielsweise ein metallisches Material bzw. eine metallische Legierung ver ¬ wendet werden. Bei einem Ausführungsbeispiel wird als Kern ¬ material eine Stahllegierung verwendet.

[0009] Im Arbeitsabschnitt mit der Fadenaussparung wird eine Verschleißschutzschicht auf den Werkzeugkern aufge ¬ bracht. Die Verschleißschutzschicht besteht aus einem von dem Kernmaterial verschiedenen Material. Die Härte der Ver ¬ schleißschutzschicht ist vorzugsweise größer als die des Kernmaterials. Die Verschleißschutzschicht deckt den Werk ¬ zeugkern im Arbeitsabschnitt bei einem noch unbenutzten Textilwerkzeug vollständig ab. Sie ist insbesondere in ei ¬ nem vorderen Endabschnitt zwischen einem vorderen Ende und der Fadenaussparung sowie im Bereich der Fadenaussparung des Arbeitsabschnitts vorhanden. Die Verschleißschutzschicht besteht aus einem vom Kernmaterial verschiedenen Material und kann beispielsweise durch eine Aluminiumoxid ¬ schicht, eine KohlenstoffSchicht , eine DLC-Schicht, eine carbidische Schicht, wie etwa eine Titankarbidschicht (TiC) oder eine nitridische Schicht, wie etwa eine Alumini ¬ umtitannitridschicht (AlTiN) oder eine Titancarbonnitrid ¬ schicht (TiCN) gebildet sein. Bei der DLC-Schicht kann es sich beispielsweise um eine Wasserstoffhaltige amorphe Koh ¬ lenstoffSchicht (a-C:H) handeln.

[0010] Auf der Verschleißschutzschicht befindet sich zu ¬ mindest teilweise eine hellere Deckschicht. Die Deckschicht ist zumindest im Bereich der Fadenaussparung innerhalb des Arbeitsabschnitts des Textilwerkzeuges vorhanden. Die Deck ¬ schicht deckt das Innere der Fadenaussparung und den sich an den Rand der Fadenaussparung unmittelbar anschließenden Außenflächenbereich des Arbeitsabschnitts ab. Durch das Aufbringen einer helleren Deckschicht im Bereich der Fadenaussparung wird das Einlegen oder Einfädeln eines Fadens in die Fadenaussparung erleichtert. Häufig ist die Fadenaus ¬ sparung, beispielsweise ein Nadelöhr, gegenüber der Stärke eines Fadens oder Garns verhältnismäßig klein, so dass das Einfädeln des Fadens schwierig ist. Durch das Beschichten der Verschleißschutzschicht mit einer Deckschicht in und an der Fadenaussparung wird das Einfädeln erleichtert. Die hellere Deckschicht erleichtert das optische Erkennen der Fadenaussparung bzw. deren Begrenzung. Durch den Fadenkontakt mit der Aussparung kann ein Abtrag der Deckschicht in der Aussparung auftreten. Die die Aussparung umgebende Deckschicht bleibt erhalten und es hat sich herausgestellt, dass dadurch das Einfädeln trotz eines solchen Abtrags in der Aussparung auch bei einem gebrauchten Textilwerkzeug noch erleichtert ist.

[0011] Die Deckschicht kann außerdem eine weitere Funk ¬ tion erfüllen. Sie kann als Indikatorschicht für eine feh ¬ lerhafte Relativpositionierung bzw. Relativausrichtung des Textilwerkzeugs zu einem anderen Teil, z.B. einem Bestand ¬ teil der Textilmaschine oder einem anderen Textilwerkzeug, dienen. Kommt es zu einem unerwünschten Kontakt des Textil ¬ werkzeugs mit dem anderen Teil, so wird die Deckschicht an der Kontaktstelle abgetragen. Solche Kontaktstellen können durch den Helligkeitsunterschied zwischen der Deckschicht in der Umgebung der Kontaktstelle und der darunter liegenden Verschleißschutzschicht, die an der Kontaktstelle sichtbar wird, optisch einfach erfasst werden. Das Textilwerkzeug bzw. das andere Teil können daraufhin rechtzeitig korrekt justiert werden, bevor es zu einem die Lebensdauer beeinträchtigenden Verschleiß kommt. [0012] Außerdem kann die Oberfläche von mit der Deckschicht versehenen Bereichen eine geringere Rauheit aufwei ¬ sen als die Oberfläche der Verschleißschutzschicht, so dass das Einlegen oder Einfädeln eines Fadens in die Fadenaus ¬ sparung vereinfacht ist.

[0013] Die Verschleißschutzschicht kann durch Abschei- dung auf den Werkzeugkern aufgebracht werden, beispielswei ¬ se durch ein physikalisches oder chemisches Verfahren, wie ein PVD-Verfahren, ein CVD-Verfahren oder ein PACVD- Verfahren .

[0014] Auf die Verschleißschutzschicht wird die Deck ¬ schicht ebenfalls durch ein physikalisches oder chemisches Verfahren aufgebracht, beispielsweise durch ein Zerstäu ¬ bungsverfahren („Sputtem") . Es kann auch vorteilhaft sein, sowohl die Verschleißschutzschicht, als auch Deckschicht in einer gemeinsamen Beschichtungsvorrichtung bzw. in einer einzigen Kammer (z.B. Vakuumkammer) der Beschichtungsvorrichtung nacheinander herzustellen.

[0015] Vorzugsweise schließt sich der Arbeitsabschnitt des Textilwerkzeugs unmittelbar an ein vorderes Ende des Textilwerkzeugs an. Es ist vorteilhaft, wenn ein vorderer Endbereich des Arbeitsabschnitts im Anschluss an das vorde ¬ re Ende des Textilwerkzeugs frei ist von der Deckschicht. Die Deckschicht kann beispielsweise nach dem Aufbringen auf die Verschleißschutzschicht im vorderen Endbereich wieder entfernt werden, beispielsweise durch ein mechanisches Ver ¬ fahren, wie etwa Polieren. Dieser vordere Endbereich ist beispielsweise bei einer Maschinennähnadel oder Maschinen- tuftingnadel besonders hohem Verschleiß beim Durchstechen eines Textilmaterials ausgesetzt, so dass die Deckschicht durch das Textilmaterial abgerieben werden würde und Parti ¬ kel der Deckschicht im Textilmaterial verbleiben würden, Das wird durch das Weglassen oder Entfernen der Deckschicht im vorderen Endbereich vermieden.

[0016] Der vordere Endbereich des Arbeitsabschnitts kann eine geringere Rauheit aufweisen als der übrige Bereich des Arbeitsabschnitts. Diese geringere Rauheit kann beispiels ¬ weise durch Polieren erreicht werden. Durch das Reduzieren der Rauheit des vorderen Endbereichs kann beispielsweise die Einstechkraft einer Maschinennadel (Nähnadel oder Tuf- tingnadel) reduziert werden. Durch das Reduzieren der Rau ¬ heit (beispielsweise Polieren) kann auch die nach dem Be ¬ schichten des Arbeitsabschnitts vorhandene Deckschicht ent ¬ fernt werden.

[0017] Es ist außerdem von Vorteil, wenn die Schichtdi ¬ cke der Verschleißschutzschicht in einer Längsrichtung va ¬ riiert. Die Dicke der Verschleißschutzschicht kann bei ¬ spielsweise im vorderen Endbereich größer sein als in einem in Längsrichtung dem vorderen Endbereich entgegengesetzten hinteren Bereich des Arbeitsabschnitts oder als im Halteab ¬ schnitt. Es ist auch bevorzugt, wenn zumindest ein Teil des Halteabschnitts frei ist von der Verschleißschutzschicht und der Deckschicht.

[0018] Die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht und/oder der Deckschicht kann innerhalb der Fadenaussparung kleiner sein als außerhalb der Fadenaussparung. Dadurch verändert sich die Abmessung der Fadenaussparung durch das Beschichten weniger stark. Die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht und/oder der Deckschicht innerhalb der Faden ¬ aussparung kann ausreichend klein gewählt werden, so dass sich die Deckschicht und/oder die Verschleißschutzschicht im Bereich Fadenaussparung während des Betriebs des Textil- werkzeugs mechanisch abreibt. Dadurch kann der Verschleiß des Textilwerkzeugs optisch erkennbar gemacht werden. Zu- nächst wird beispielsweise beim Verwenden des Textilwerk- zeuges die Deckschicht durch den die Fadenaussparung durchlaufenden Faden entfernt, so dass dadurch erkennbar ist, dass es sich um ein gebrauchtes Textilwerkzeug handelt. Da ¬ bei kann die Deckschicht schon nach kürzester Betriebsdauer innerhalb der Fadenaussparung entfernt sein. Bei fortge ¬ setzter Verwendung wird auch die Verschleißschutzschicht entfernt, so dass der Werkzeugkern sichtbar wird. Der fortgeschrittene Verschleiß kann somit ebenfalls optisch er ¬ kannt werden.

[0019] Im Bereich des Fadenauges hat die Verschleiß ¬ schutzschicht vorzugsweise eine Schichtdicke von 0,3 ym bis 0,8 ym und beispielsweise etwa 0,5 ym. Im Bereich der Fa ¬ denaussparung hat die Deckschicht vorzugsweise eine

Schichtdicke von weniger als 0,1 ym und beispielsweise eine Schichtdicke von 0,02 ym bis 0,08 ym.

[0020] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel beträgt die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht innerhalb des Arbeitsabschnitts und außerhalb der Fadenaussparung mindes ¬ tens 1,0 ym und/oder maximal 5,0 ym.

[0021] Es ist bevorzugt, wenn die Schichtdicke der Ver ¬ schleißschutzschicht innerhalb des vorderen Endabschnitts am größten ist.

[0022] Die Schichtdicke der Deckschicht beträgt inner ¬ halb des Bereichs, in der sie im Arbeitsabschnitt des Tex- tilwerkzeugs aufgebracht ist, mindestens 0,02 ym und/oder maximal 0 , 3 ym.

[0023] Bei der Deckschicht kann es sich um eine metalli ¬ sche Schicht handeln, beispielsweise um eine Chromschicht. [0024] Vorteilhafte Ausführungen des Textilwerkzeugs und des Verfahrens ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen im Einzelnen erläutert. Es zeigen :

[0025] Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines Textilwerk ¬ zeugs in einer perspektivischen Ansicht,

[0026] Figur 2 das Textilwerkzeug aus Figur 1 in einem Längsschnitt .

[0027] In den Zeichnungen ist ein Textilwerkzeug 10 veranschaulicht, das beim Ausführungsbeispiel als Maschinen ¬ nähnadel 11 ausgeführt ist. Das Textilwerkzeug könnte auch durch eine Maschinenstricknadel oder eine Maschinentuf- tingnadel oder dergleichen gebildet sein.

[0028] Das Textilwerkzeug 10 erstreckt sich in einer Längsrichtung R entlang einer Längsachse L von einem vorderen Ende 12 zu einem hinteren Ende 13. Das vordere Ende 12 ist bei der Maschinennähnadel 11 durch die Nadelspitze 14 gebildet .

[0029] An das vordere Ende 12 schließt sich ein Arbeits ¬ abschnitt 15 an. An das hintere Ende 13 schließt sich ein Halteabschnitt 16 an. Bei der Maschinennähnadel 11 dient der Halteabschnitt 16 zum Einspannen der Maschinennähnadel 11 in eine Halterung einer Nähmaschine. Bei anderen Textil- werkzeugen 10 kann der Halteabschnitt 16 zum Halten

und/oder Bewegen des Textilwerkzeugs eingerichtet sein. Beim Ausführungsbeispiel ist zwischen dem Arbeitsabschnitt 15 und dem Halteabschnitt 16 ein Übergangsabschnitt 17 vor ¬ handen, innerhalb dem sich der Durchmesser des Nadelkörpers zum Halteabschnitt 16 hin erweitert.

[0030] Im Arbeitsabschnitt 15 hat das Textilwerkzeug 10 eine Fadenaussparung 20, die bei der Maschinennähnadel 11 durch das Nadelöhr 21 gebildet ist. Die Fadenaussparung 20 durchsetzt das Textilwerkzeug 10 beim Ausführungsbeispiel in einer Durchgangsrichtung D radial zur Längsachse L vollständig. In einer Umfangsrichtung U um die Durchgangsrichtung D betrachtet ist die Fadenaussparung 20 und beispiels ¬ gemäß das Nadelöhr 21 vollständig geschlossen. Die Fadenaussparung 20 ist in Längsrichtung R parallel zur Längsachse L mit Abstand zum vorderen Ende 12 angeordnet.

[0031] An eine Mündung des Nadelöhrs 21 auf einer Vor ¬ derseite 22 der Maschinennähnadel 11 schließt sich eine Fa ¬ denrinne 23 an, die sich in Längsrichtung R erstreckt und mit Abstand zur Nadelspitze 14 und zur Mündung des Nadel ¬ öhrs 21 in die Außenfläche des Arbeitsabschnitts 15 über ¬ geht. Die Fadenrinne 23 dient zur Aufnahme und Führung ei ¬ nes Abschnitts eines Fadens beim Nähen.

[0032] Das Textilwerkzeug 10 und beispielsgemäß die Ma ¬ schinennähnadel 11 hat einen Werkzeugkern 30, der aus einem Kernmaterial besteht. Als Kernmaterial kann beispielsweise eine metallische Legierung, vorzugsweise eine Stahllegie ¬ rung verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass für einige Anwendungen ein Textilwerkzeug 10 bestehend aus einem Kern ¬ material nicht ausreichend gegen Verschleiß geschützt ist, beispielsweise wenn das Material, durch das eine Nadel ge ¬ stochen wird, abrasive Fäden aufweist oder hohe Ein- bzw. Durchstechkräfte erfordert. Beim Ausführungsbeispiel ist der Werkzeugkern 30 daher im Arbeitsabschnitt mit einer Verschleißschutzschicht 31 versehen. Die Verschleißschutz ¬ schicht 31 überdeckt den Werkzeugkern 30 im Arbeitsab ¬ schnitt 15 vollständig. Beim Ausführungsbeispiel kann die Verschleißschutzschicht 31 zumindest teilweise auch im Übergangsabschnitt 17 oder auch noch im Endabschnitt 16 vorhanden sein.

[0033] Die Schichtdicke der Verschließschutzschicht 31 ist in Längsrichtung R betrachtet an unterschiedlichen Stellen des Textilwerkzeugs 10 unterschiedlich groß, bei ¬ spielsgemäß auch innerhalb des Arbeitsabschnitts 15. Inner ¬ halb des Übergangsabschnitts 17 oder des Endabschnitts 16 reduziert sich die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht 31 beim Ausführungsbeispiel in Längsrichtung R zum hinteren Ende 13 hin kontinuierlich zu Null.

[0034] Als Verschleißschutzschicht kann beispielsweise eine kohlenstoffhaltige Schicht, wie etwa eine DLC-Schicht verwendet werden. Die DLC-Schicht kann als Wasserstoffhal ¬ tige amorphe KohlenstoffSchicht (a-C:H) ausgeführt sein. Auch andere Verschleißschutzschichten 31, wie etwa carbidi- sche oder nitridische Schichten können verwendet werden. Beispielsweise kann die Verschleißschutzschicht 31 eine Ti- tancarbidschicht , eine Aluminiumtitannitridschicht, eine Titancarbonnitridschicht oder alternativ auch eine Alumini ¬ umoxidschicht oder dergleichen sein. Die Verschleißschutzschicht kann in einem physikalischen oder chemischen Verfahren, wie etwa einem PVD-Verfahren, einem CVD-Verfahren oder einem PACVD-Verfahren aufgebracht werden. Die Verschleißschutzschicht 31 ist beispielsgemäß elektrisch iso ¬ lierend .

[0035] Die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht 31 wird rechtwinklig zur Oberfläche des Werkzeugkerns 30 ge ¬ messen. In einem vorderen Endbereich 15a des Arbeitsabschnitts 15, der sich unmittelbar an das vordere Ende 12 anschließt, hat die Verschleißschutzschicht 31 eine erste Schichtdicke dl. Im Bereich zwischen der Fadenaussparung 20 und dem Übergangsabschnitt 17 bzw. dem Halteabschnitt 16 hat die Verschleißschutzschicht 31 eine zweite Schichtdicke d2. Innerhalb der Fadenaussparung 20 bzw. des Nadelöhrs 21 hat die Verschleißschutzschicht 31 eine dritte Schichtdicke d3. Die erste Schichtdicke dl ist größer als die zweite Schichtdicke d2 und als die dritte Schichtdicke d3. Die dritte Schichtdicke d3 ist kleiner als die erste Schichtdi ¬ cke dl und als die zweite Schichtdicke d2. Innerhalb der Fadenaussparung 20 hat die Verschleißschutzschicht 31 die geringste im Arbeitsabschnitt 15 auftretende Schichtdicke.

[0036] Beim Ausführungsbeispiel beträgt die zweite

Schichtdicke d2 etwa 1,0 ym. Die erste Schichtdicke dl be ¬ trägt ungefähr 3,0 ym. Die dritte Schichtdicke d3 beträgt ungefähr 0,5 ym.

[0037] Die Verschleißschutzschicht 31 wird zumindest im Bereich der Fadenaussparung 20 innerhalb des Arbeitsabschnitts 15 mit einer Deckschicht 32 abgedeckt. Die Deck ¬ schicht 32 hat eine hellere Farbe als die Verschleißschutz ¬ schicht 31. Die Deckschicht 32 deckt die Verschleißschutz ¬ schicht 31 innerhalb der Fadenaussparung 20 sowie zumindest in einem Bereich angrenzend an die Fadenaussparung 20 ab. Die Deckschicht 32 kann die Verschleißschutzschicht 31 im Arbeitsabschnitt 15 außerhalb des vorderen Endbereichs 15a vollständig abdecken. Es ist auch möglich, dass die Deckschicht 32 die Verschleißschutzschicht 31 außerhalb des Ar ¬ beitsabschnitts 15, beispielsweise im Übergangsabschnitt 17 und/oder im Halteabschnitt 16 zumindest teilweise abdeckt.

[0038] Als Deckschicht 32 kann beispielsweise eine me ¬ tallische Schicht, wie etwa eine Chromschicht aufgebracht werden. Das Aufbringen der Deckschicht 32 erfolgt bei ¬ spielsweise durch ein Zerstäubungsverfahren („Sputtern" ) . [0039] Im vorderen Endbereich 15a unmittelbar im An- schluss an das vordere Ende 12 ist die Verschleißschutz ¬ schicht 31 frei von der Deckschicht 32. Die Deckschicht 32 ist zwischen der Fadenaussparung 20 und dem vorderen Ende 12 lediglich außerhalb des vorderen Endbereichs 15a vorhan ¬ den. Der vordere Endbereich 15a endet bei der Maschinennähnadel 11 in etwa an der Stelle zwischen dem Nadelöhr 21 und der Nadelspitze 14, an dem die Maschinennähnadel 11 recht ¬ winklig zur Längsachse L ihre größte Abmessung erreicht hat. Beim Ausführungsbeispiel erstreckt sich der vordere Endbereich 15a zwischen der Nadelspitze 14 und einer Radialebene durch die Längsachse L, die an der Stelle angeord ¬ net ist, an der die Fadenrinne 23 in die Außenfläche des Arbeitsabschnitts 15 der Maschinennähnadel 11 übergeht.

[0040] Wie vorstehend erläutert, ändert sich die

Schichtdicke der Verschleißschutzschicht 31 in Längsrich ¬ tung R. Auch die Schichtdicke der Deckschicht 32 variiert in Längsrichtung R. Innerhalb der Fadenaussparung 20 und im Bereich um die Fadenaussparung 20 herum hat die Deckschicht 32 eine Mindestschichtdicke, die größer ist als die Rauheit der Verschleißschutzschicht 31. Die Mindestschichtdicke der Deckschicht 32 beträgt beispielsgemäß 0,02 ym. Innerhalb der Fadenaussparung 20 hat die Deckschicht 32 eine Schicht ¬ dicke von etwa 0,1 ym. Im Arbeitsabschnitt 15 außerhalb der Fadenaussparung 20 ist die Schichtdicke der Deckschicht 32 größer und beträgt etwa 0,3 ym. Im vorderen Endbereich 15a ist keine Deckschicht 32 vorhanden.

[0041] Das Textilwerkzeug 10 und beispielsgemäß die Ma ¬ schinennähnadel 11 kann wie folgt hergestellt werden:

[0042] Zunächst wird der Werkzeugkern 30 aus dem Kernma ¬ terial hergestellt. Anschließend wird das Textilwerkzeug 10 mit dem Halteabschnitt 16 in eine Halterung angeordnet und in einem physikalischen oder chemischen Beschichtungsver- fahren mit der Verschleißschutzschicht 31 beschichtet. An ¬ schließend wird das Textilwerkzeug 10 mit der Deckschicht 32 beschichtet, die auf die Verschleißschutzschicht 31 auf ¬ gebracht wird.

[0043] Im Anschluss wird die Rauheit der Oberfläche im vorderen Endbereich 15a durch ein Polierverfahren oder ein anderes geeignetes Verfahren reduziert. Dadurch kann bei der Maschinennähnadel 11 die Einstechkraft in ein Textil verringert werden. Zur bzw. bei der Verringerung der Rauheit im vorderen Endbereich 15a wird beispielsgemäß die Deckschicht 32 wieder entfernt. Im vorderen Endbereich 15a des Arbeitsabschnitts 15 ist daher die gegenüber der Deck ¬ schicht 32 dunklere Verschleißschutzschicht sichtbar.

[0044] Die Schichtdicke der Verschleißschutzschicht 31 und der Deckschicht 32 sind innerhalb der Fadenaussparung 20 derart gering, dass sie beim Verwenden des Textilwerk- zeugs 10 durch den durch die Fadenaussparung 20 hindurchlaufenden Faden entfernt werden. Zunächst wird dabei die Deckschicht 32 durch die mechanische Reibung entfernt. Dies geschieht bereits nach kurzer Benutzungsdauer . Daher kann bei fehlender Deckschicht 32 innerhalb der Fadenaussparung 20 sofort erkannt werden, dass das Textilwerkzeug 10 be ¬ reits benutzt wurde. Bei fortgesetzter Benutzungsdauer wird auch die innerhalb der Fadenaussparung 20 sehr dünne Verschleißschutzschicht 31 mechanisch durch Reibung mit dem Faden entfernt. Ist innerhalb der Fadenaussparung 20 auch keine Verschleißschutzschicht 31 mehr vorhanden, kann dadurch erkannt werden, dass das Textilwerkzeug 10 bereits längere Zeit verwendet wurde. Somit lassen sich neue, unbe ¬ nutzte Textilwerkzeuge (Deckschicht 32 innerhalb der Faden ¬ aussparung 20 vorhanden) von Textilwerkzeugen 10 mit kurzer Einsatzdauer (Deckschicht 32 in der Fadenaussparung 20 ent- fernt, Verschleißschutzschicht 31 in der Fadenaussparung 20 vorhanden) und von bereits länger in Gebrauch befindlichen Textilwerkzeugen 10 (weder Deckschicht 32, noch Verschleißschutzschicht 31 innerhalb der Fadenaussparung 20 vorhan ¬ den) optisch unterscheiden.

[0045] Die Erfindung betrifft ein Textilwerkzeug 10, beispielsweise eine Maschinennähnadel 11 mit einem Arbeits ¬ abschnitt 15 und einem Halteabschnitt 16. Im Arbeitsab ¬ schnitt 15 weist das Textilwerkzeug 10 eine Fadenaussparung 20 zur Aufnahme eines Fadens auf. Das Textilwerkzeug 10 hat einen Werkzeugkern 30 aus einem Kernmaterial. Im Arbeitsab ¬ schnitt 15 ist das Textilwerkzeug 10 mit einer Verschleiß ¬ schutzschicht 31 beschichtet, die sich vom Kernmaterial des Werkzeugkerns 30 unterscheidet. Die Verschleißschutzschicht 31 ist im Bereich der Fadenaussparung 20 mit einer gegenüber der Verschleißschutzschicht 31 helleren Deckschicht 32 versehen. Die Deckschicht 32 ist innerhalb der Fadenausspa ¬ rung 20 und angrenzend an die Fadenaussparung 20 vorhanden. Vorzugsweise bleibt ein vorderer Endbereich 15a, der sich an ein vorderes Ende 12 des Textilwerkzeugs 10 anschließt, frei von der Deckschicht 32.

Bezugs zeichenliste :

10 Textilwerkzeug

11 Maschinennähnadel

12 vorderes Ende

13 hinteres Ende

14 Nadelspitze

15 Arbeitsabschnitt

15a vorderer Endbereich

16 Halteabschnitt

17 Übergangsabschnitt

20 Fadenaussparung

21 Nadelöhr

22 Vorderseite

23 Fadenrinne

30 Werkzeugkern

31 Verschleißschutzschicht

32 Deckschicht

D Durchgangsrichtung dl erste Schichtdicke d2 zweite Schichtdicke d3 dritte Schichtdicke

L Längsachse

R Längsrichtung

U Umfangsrichtung