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Title:
THERAPEUTIC WALKING TRAINER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/029578
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a therapeutic walking trainer (1) for improving the ability to walk, in particular for re-learning the ability to walk, with an upper frame (3), which has a torso-free body holder (2) and provides forward support, and with a lower frame (6), which is connected to the upper frame (3) by means of at least one supporting bar (4) and has a number of rollers (5). To compensate for a torque acting on the vertical axis, the rollers (5) are at least four in number, with at least one of the rollers (5), preferably exactly two of the rollers (5), being formed as driveable rollers (32). In addition, the invention relates to a combination of a therapeutic walking trainer (1) with a motor-free treadmill (23), and the at least one supporting bar (4) is connected to the lower frame (6) via an elastic lower part (20).

Inventors:
HÖBEL, Otto (Ahornweg 26, Hochdorf, 88454, DE)
Application Number:
DE2011/075206
Publication Date:
March 07, 2013
Filing Date:
August 31, 2011
Export Citation:
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Assignee:
MEDICA MEDIZINTECHNIK GMBH (Blumenweg 8, Hochdorf, 88454, DE)
HÖBEL, Otto (Ahornweg 26, Hochdorf, 88454, DE)
International Classes:
A61H3/00; A61H3/04
Domestic Patent References:
WO2008145669A12008-12-04
Foreign References:
DE202008008347U12008-09-04
DE102009024478A12011-01-05
US20070270723A12007-11-22
US20050101448A12005-05-12
US20030181299A12003-09-25
US6343802B12002-02-05
DE112006002246T52008-06-19
EP1305087B12008-03-19
Attorney, Agent or Firm:
HENTRICH, Swen (Syrlinstraße 35, Ulm, 89073, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Therapeutischer Gehtrainer (1 ) zur Verbesserung des Gehvermögens, insbesondere zum Wiedererlernen des Gehens, mit einem eine

torsionsbeschränkende Körperaufnahme (2) aufweisenden und nach vorn abstützenden Oberbügel (3) und einem mit diesem mittels mindestens einem Stützstab (4) verbundenen, eine Anzahl an Rollen (5)

aufweisenden Unterbügel (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl an Rollen (5) zum Ausgleich auf ein an der vertikalen Achse wirkendes Drehmoment mindestens vier beträgt, wovon mindestens eine, vorzugsweise genau zwei der Rollen (5) als antreibbare Rollen (32) gebildet sind, und dass der mindestens eine Stützstab (4) über ein elastisches Unterteil (20) mit dem Unterbügel (6) verbunden ist. 2. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch

gekennzeichnet, dass die antreibbaren Rollen (32) jeweils mittels eines eine Steuerung (7), ein Getriebe (8) und einen Drehgeber (9)

aufweisenden Motors (10), vorzugsweise eines Elektromotors antreibbar sind. 3. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch

gekennzeichnet, dass die antreibbaren Rollen (32) über eine

Zentralsteuerung regelbar sind. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine beim Auffahren auf ein Hindernis die antreibbaren Rollen (32) stoppende Abschaltvorrichtung vorgesehen ist.

Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 4, dadurch

gekennzeichnet, dass die Abschaltvorrichtung an einer Aufnahme (30) für die Rollen (5) vorgesehen ist, und dass sie durch die Verstellung einer schwimmend gelagerten Kappe (33) aktivierbar ist.

Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Unterbügel (6) ein aus den antreibbaren Rollen (32) gebildetes zweites Rollenpaar (1 1 ) zwischen einem antriebsfreien ersten Rollenpaar (12) und einem antriebsfreien dritten Rollenpaar (13) positioniert ist.

Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 6, dadurch

gekennzeichnet, dass das erste Rollenpaar (12) und / oder das dritte Rollenpaar (13) lenkbar sind, und dass das zweite Rollenpaar (1 1 ) starr gelagert ist.

Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterbügel (6) u-förmig gebildet ist mit einer am vorderen Ende vorgesehenen Unterbügelstrebe (14).

Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 8, dadurch

gekennzeichnet, dass der Unterbügel (6) einen eine Gehfläche ausbildenden Freiraum (15) aufweist, welcher vorzugsweise axial unterhalb des Oberbügels (3) vorgesehen ist.

10. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die antreibbaren Rollen (32) bei einer stehenden zu therapierenden Person in Knöchelnähe vorgesehen sind.

1 1 .Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,

dadurch gekennzeichnet, dass der Oberbügel (3) mindestens eine, vorzugsweise genau zwei Armauflagen (16) und / oder ein Griffstück (17) aufweist.

12. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass dem Oberbügel (3) mindestens eine Gurtaufnahme für ein an der Hüfte eines Patienten befestigbaren

Gurtsystems zugeordnet ist.

13. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,

dadurch gekennzeichnet, dass der Oberbügel (3) mindestens eine, vorzugsweise genau zwei Querstreben (18) aufweist. 14. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 13,

dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise genau zwei Stützstäbe (4) vorgesehen sind, die zwei Freiheitsgrade aufweisend neigbar gebildet sind.

15. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach Anspruch 14, dadurch

gekennzeichnet, dass am Oberbügel (3) ein die Freiheitsgrade der Stützstäbe (4) freigebender oder sperrender Balancehebel (19)

vorgesehen ist, durch den vorzugsweise eine Auslenkung von 0 Grad bis 45 Grad in Auslenkungsstufen oder stufenlos realisierbar ist.

16. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterbügel (6) Mittel (21 ) zur Sicherung vor Einklemmen eines Personenfußes aufweist.

17. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 16,

dadurch gekennzeichnet, dass die Stützstäbe (4) jeweils mindestens eine Einsteilvorrichtung (22) zur Einstellung der Gehtrainerhöhe aufweisen.

18. Therapeutischer Gehtrainer (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 17,

dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungsweite des Unterbügels (6) mindestens der Breite eines Rollstuhles entspricht.

19. Kombination eines therapeutischen Gehtrainers (1 ) mit einem motorfreien Laufband (23), insbesondere eines Gehtrainers (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass eine zwischen dem Gehtrainer (1 ) und dem Laufband (24) wirkende Verbindungseinrichtung (14) vorgesehen ist.

20. Kombination nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass eine dem Auffahren des Gehtrainers (1 ) dienende Rampe (25) vorgesehen ist.

21 . Kombination nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufband (23) mit mittels eines Motors (10) bewegbaren antreibbaren Rollen (32) des Gehtrainers (1 ) antreibbar ist.

22. Kombination nach einem der Ansprüche 19 bis 21 , dadurch

gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtung (24) aus einem einen mit einer Feder beaufschlagten Sicherungsbolzen aufweisenden Aufnahmemaul (26) und einem in dieses einführbaren eine einseitig offene Bolzenaufnahme aufweisenden Kupplungsstück (27) gebildet ist, dass am Sicherungsbolzen umfangsseitig ein Rastglied und an der Bolzenaufnahme eine mit dem Rastglied korrespondierende

Rastaufnahme ausgebildet ist, und dass vorzugsweise das

Kupplungsstück (27) dem Gehtrainer (1 ) und das Aufnahmemaul (26) dem Laufband (23) zugeordnet ist.

Description:
Therapeutischer Gehtrainer

Die Erfindung betrifft einen therapeutischen Gehtrainer zur Verbesserung des Gehvermögens, insbesondere zum Wiedererlernen des Gehens mit einem eine torsionsbeschränkende Körperaufnahme aufweisenden und nach vorn abstützenden Oberbügel und einem mit diesem mittels mindestens einem Stützstab verbundenen, eine Anzahl an Rollen aufweisenden

Unterbügel.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Kombination eines therapeutischen Gehtrainers mit einem motorfreien Laufband.

Ein Gehtrainer der eingangs genannten Art ist aus der WO 2008/145669 A1 bekannt. Dieser weist eine aufwändige Haltevorrichtung auf, deren Vorteil darin besteht, dass diese torsofrei gestaltet ist. Die beim Gehen ausgeübte Pendelbewegung des Körpers wird im Bereich des Torsos nicht

eingeschränkt. Auch stützt dieser Gehtrainer nach vorne ab, wodurch ein Sturz in Gehrichtung ausgeschlossen ist. Eine gesunde Person würde diesen Sturz durch einfaches Auftreten mit einem ihrer beiden Füße nach vorne ausgleichen, was einer in ihrem Gehvermögen eingeschränkten Person in den meisten Fällen nicht gelingt. Von Nachteil ist allerdings, dass es sehr lange dauert die zu therapierende Person an diesem Gehtrainer zu fixieren, bis mit dem eigentlichen Trainingsbetrieb begonnen werden kann. Außerdem ist es bei dem Gehtrainer notwendig, dass die zu therapierende Person bereits ein wenig ihres Gehvermögens wiedererlernt hat, um mit diesem Gehtrainer überhaupt von der Stelle zu kommen. Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, einen therapeutischen Gehtrainer der eingangs genannten Art bereitzustellen, der stabil und einfach zugänglich ist und der ein einfaches Wiedererlernen oder eine Verbesserung des Gehvermögens gewährleistet.

Außerdem ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Kombination eines therapeutischen Gehtrainers mit einem motorfreien Laufband bereitzustellen, die eine platzsparende Trainingseinheit für eine zu therapierende Person darstellt.

Die den Gehtrainer betreffende Aufgabe wird bei einem Gehtrainer der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Anzahl an Rollen zum Ausgleich auf ein an der vertikalen Achse wirkendes Drehmoment

mindestens vier beträgt, wovon mindestens eine, vorzugsweise genau zwei der Rollen als antreibbare Rollen gebildet sind, und dass der mindestens eine Stützstab über ein elastisches Unterteil mit dem Unterbügel verbunden ist. Damit ist der Vorteil verbunden, dass ein Kippen des Gehtrainers verhindert ist, wobei die zu therapierende Person durch die antreibbaren Rollen angehalten ist, der Fortbewegung des Gehtrainers zu folgen, wodurch ein besonders effektives Gehtraining geschaffen ist. Das elastische Unterteil schützt dabei die trainierende Person vor Stößen aufgrund eines unebenen Bodens. Außerdem kann dieses elastische Unterteil dazu dienen, die trainierende Person bei einem Kippen in eine aufrechte Position

zurückzudrücken.

Im Rahmen der Erfindung hat es sich dabei als bevorzugt erwiesen, wenn die antreibbaren Rollen jeweils mittels eines eine Steuerung, ein Getriebe und einen Drehgeber aufweisenden Motors, vorzugsweise eines

Elektromotors antreibbar sind. Eine unterschiedliche Regelung der antreibbaren Rollen gewährleistet, dass der Gehtrainer auch beim um die Kurve fahren seine Standsicherheit beibehält, wobei die auf die Kurve bezogene weiter außenliegende Rolle eine schnellere Bewegung vollführt als die weiter innenliegende Rolle. Bei zwei angetriebenen Rollen sind folglich zwei Steuerungen vorhanden, welche die jeweilige Rollengeschwindigkeit regelt. Dabei ist es sinnvoll, wenn ein sogenanntes Masterbedienpult vorhanden ist, welches vorzugsweise als Terminal gebildet ist, das vorzugsweise die beiden Steuerungen mittels eines seriellen

Übertragungsprotokolls synchronisiert.

Bevorzugt ist es auch, wenn die antreibbaren Rollen über eine

Zentralsteuerung regelbar sind. Hierdurch kann eine einzelne

Zentralsteuerung beide antreibbaren Rollen in ihrer Geschwindigkeit regeln, wobei die Zentralsteuerung eine hohe Taktrate und einen großen Speicher aufweisen muss, um die Rollengeschwindigkeit betreffende Feedback- Signale verarbeiten zu können. Es ist auch sinnvoll, wenn mindestens eine beim Auffahren auf ein Hindernis die antreibbaren Rollen stoppende Abschaltvorrichtung vorgesehen ist.

Hierdurch ist gewährleistet, dass der Gehtrainer anhält, falls er auf ein Hindernis, wie beispielsweise eine Wand, stößt. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn die Abschaltvorrichtung an einer Aufnahme für die Rollen vorgesehen ist, und wenn sie durch die Verstellung einer schwimmend gelagerten Kappe aktivierbar ist. So ist gewährleistet, dass beim Verstellen der Kappe ein Schalter der Abschaltvorrichtung betätigt wird, der die Stromversorgung der antreibbaren Rollen unterbricht. Der Schalter kann dabei in für einen Fachmann bekannter Ausführung elektrisch oder auch mechanisch gestaltet sein. Auch ein Therapeut kann jetzt, durch einfaches Tippen gegen die Kappe, ein Abschalten und damit Anhalten des Gehtrainers hervorrufen. Selbstverständlich kann eine der

Abschaltvorrichtungen an jeder der Aufnahmen für die Rollen vorgesehen sein, wobei es natürlich auch möglich ist, dass nur an ausgewählten

Aufnahmen für die Rollen eine Abschaltvorrichtung vorgesehen ist.

Ein weitere Möglichkeit eine Stoppfunktion zu realisieren ist in der DE 1 1 2006 002 246 T5 offenbart. Außerdem ist es möglich, dass der Gehtrainer über optische Instrumente verfügt, die ihn eine auf dem Boden angeordnete Linie erkennen lassen, welcher er automatisch folgen kann.

Auch ist es sinnvoll, wenn am Unterbügel ein aus den antreibbaren Rollen gebildetes zweites Rollenpaar zwischen einem antriebsfreien ersten

Rollenpaar und einem antriebsfreien dritten Rollenpaar positioniert ist.

Hierdurch ist gewährleistet, dass beim Anfahren der antreibbaren Rollen der Gehtrainer nicht entgegen der Fahrtrichtung kippen kann, da er durch das erste Rollenpaar oder das dritte Rollenpaar abgestützt ist. Auch hierdurch ist der Ausgleich auf ein an der vertikalen Achse wirkendes Drehmoment geschaffen.

Dabei hat es sich als bevorzugt erwiesen, wenn das erste Rollenpaar und / oder das dritte Rollenpaar lenkbar sind, und wenn das zweite Rollenpaar starr gelagert ist. Hierdurch ist der Gehtrainer insgesamt lenkbar, wobei durch das zweite starr gelagerte Rollenpaar die Richtung durch

unterschiedlich starkes Antreiben der linken bzw. rechten Rolle des

Gehtrainers vorgebbar ist.

Weiterhin ist von Vorteil, wenn der Unterbügel u-förmig gebildet ist mit einer am vorderen Ende vorgesehenen Unterbügelstrebe. Dadurch ist der Zugang zum Gehtrainer für eine zu therapierende Person erleichtert. Außerdem kann die Unterbügelstrebe dabei ein größeres Gewicht aufweisen, um den

Schwerpunkt des Gehtrainers insgesamt herabzusetzen.

Dabei ist es sinnvoll, wenn der Unterbügel einen eine Gehfläche

ausbildenden Freiraum aufweist, welcher vorzugsweise axial unterhalb des Oberbügels vorgesehen ist. Damit ist der nötige Bewegungsfreiraum für eine zu therapierende Person geschaffen, welche im fortgeschrittenen

Trainingsstadium ist. Diese kann nun größere Schritte machen, ohne am Unterbügel anzustoßen.

Um die Standsicherheit der zu therapierenden Person zu erhöhen, ist es günstig, wenn die antreibbaren Rollen bei einer stehenden zu therapierenden Person in Knöchelnähe vorgesehen sind. Um der zu therapierenden Person zusätzlich Sicherheit und eine Abstützung zu geben, ist es bevorzugt, dass der Oberbügel mindestens eine,

vorzugsweise genau zwei Armauflagen und / oder ein Griffstück aufweist.

Eine bevorzugte Ausführungsform des therapeutischer Gehtrainers ist dadurch gekennzeichnet, dass dem Oberbügel mindestens eine

Gurtaufnahme für ein an der Hüfte eines Patienten befestigbaren

Gurtsystems zugeordnet ist. Dieses Gurtsystem besteht aus einem

Beckengurt, der im Bereich des Oberbügels mit einer Beckengurtkupplung befestigt wird. Der Beckengurt ist so aufgebaut, dass dieser das Becken umfasst und zur Sicherung gegen vertikales Durchrutschen Beinschlaufen besitzt. Dadurch ist eine Beckenstabilisierung geschaffen, die den

Beckenbereich der zu therapierenden Person umfasst und die es zulässt, dass diese sich in die dadurch gebildete Halteeinrichtung setzt, wobei diese Halteeinrichtung während des Gehens keine Behinderung für die Person darstellt. Die Beckenstabilisierung verhindert, dass die zu therapierende Person während des Gangtrainings stürzen kann. Vorzugsweise ist die Beckenstabilisierung in Vorwärts- und Rückwärts-Richtung an der Person befestigbar.

Von Vorteil ist auch, wenn der Oberbügel mindestens eine, vorzugsweise genau zwei Querstreben aufweist, da hierdurch die Stabilität des Oberbügels erhöht ist.

Außerdem ist vorteilhaft, wenn vorzugsweise genau zwei Stützstäbe vorgesehen sind, die zwei Freiheitsgrade aufweisend neigbar gebildet sind. Hierdurch ist die Schwierigkeit des Trainings mit dem therapeutischen Gehtrainer erhöht, so dass er auch Anforderungen für sich in einem fortgeschrittenen Trainingsstadium befindenden zu therapierenden Personen gerecht wird. Diese Art von Stützstäben ist beispielsweise aus der EP 1 305 087 B1 bekannt, auf die an dieser Stelle verwiesen wird und welche ausdrücklich Bestandteil dieser Offenbarung sein soll.

Um den therapeutischen Gehtrainer für Personen in jedem Trainingsstadium einsetzen zu können, ist es sinnvoll, wenn am Oberbügel ein die

Freiheitsgrade der Stützstäbe freigebender oder sperrender Balancehebel vorgesehen ist, durch den vorzugsweise eine Auslenkung von 0 Grad bis 45 Grad in Auslenkungsstufen oder stufenlos realisierbar ist.

Zum Schutz der trainierenden Person hat es sich als bevorzugt erwiesen, dass der Unterbügel Mittel zur Sicherung vor Einklemmen eines

Personenfußes aufweist, welche ihm insbesondere bei einem

Rückwärtsfahren des Gehtrainers vor Quetschungen im Fußbereich bewahren.

Auch ist von Vorteil, wenn die Stützstäbe jeweils mindestens eine

Einsteilvorrichtung zur Einstellung der Gehtrainerhöhe aufweisen. Hierdurch kann der Gehtrainer von unterschiedlich großen Personen verwendet werden.

Weiterhin ist es bevorzugt, wenn die Öffnungsweite des Unterbügels mindestens der Breite eines Rollstuhles entspricht. Hierdurch ist es für einen Rollstuhlfahrer, der sein Gehvermögen verbessern oder das Gehen wiedererlernen möchte vereinfacht, in den Gehtrainer zu steigen. Hierzu kann den Stützstäben jeweils eine senkrecht zu diesen abstehende

Haltestange zugeordnet sein, an der sich der Rollstuhlfahrer in den

Gehtrainer ziehen kann. Die die Kombination betreffende Aufgabe wird bei einer Kombination eines therapeutischen Gehtrainers mit einem motorfreien Laufband dadurch gelöst, dass eine zwischen dem Gehtrainer und dem Laufband wirkende

Verbindungseinrichtung vorgesehen ist. Hierdurch muss sich der

therapeutische Gehtrainer beim Trainieren einer zu therapierenden Person nicht von einem Ort zum anderen Ort fortbewegen, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen.

Dabei hat es sich als sinnvoll erwiesen, wenn eine dem Auffahren des Gehtrainers dienende Rampe vorgesehen ist. Dadurch kann bei der

Kombination ein Gehtrainer eingesetzt werden, wie er in den

vorangegangenen Abschnitten erläutert wurde.

Um das Laufband nicht ausschließlich durch die Schritte der zu

therapierenden Person antreiben zu müssen, hat es sich als besonders bevorzugt erwiesen, wenn das Laufband mit mittels eines Motors

bewegbaren antreibbaren Rollen des Gehtrainers antreibbar ist.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Kombination ist dadurch

gekennzeichnet, dass die Verbindungseinrichtung aus einem einen mit einer Feder beaufschlagten Sicherungsbolzen aufweisenden Aufnahmemaul und einem in dieses einführbare eine einseitig offene Bolzenaufnahme

aufweisenden Kupplungsstück gebildet ist, dass am Sicherungsbolzen umfangsseitig ein Rastglied und an der Bolzenaufnahme eine mit dem

Rastglied korrespondierende Rastaufnahme ausgebildet ist, und dass vorzugsweise das Kupplungsstück dem Gehtrainer und das Aufnahmemaul dem Laufband zugeordnet ist. Hierdurch ist eine sichere und dabei einfach zu verbindende bzw. zu lösende Verbindung zwischen dem Laufband und dem Gehtrainer geschaffen. Im folgenden wird die Erfindung an in der Zeichnung dargestellten

Ausführungsbeispielen näher erläutert; es zeigen:

Fig. 1 eine Perspektivansicht des erfindungsgemäßen Gehtrainers,

Fig. 2 eine Detailansicht eines Teils des Unterbügels, und Fig. 3 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Kombination.

In Figur 1 ist ein therapeutischer Gehtrainer 1 zur Verbesserung des

Gehvermögens, insbesondere zum Wiedererlernen des Gehens, mit einem eine torsionsbeschränkende, insbesondere eine torsofreie Körperaufnahme 2 aufweisenden und nach vorn abstützenden Oberbügel 3 und einem mit diesem mittels zweier Stützstäbe 4 verbundenen, eine Anzahl an Rollen 5 aufweisenden Unterbügel 6 gezeigt. Die Anzahl an Rollen 5 zum Ausgleich auf ein an der vertikalen Achse wirkendes Drehmoment beträgt im gezeigten Ausführungsbeispiel sechs, wovon genau zwei der Rollen 5 als antreibbare Rollen 32 gebildet sind. Die Stützstäbe 4 sind über ein elastisches Unterteil 20 mit dem Unterbügel 6 verbunden.

Die antreibbaren Rollen 32 sind jeweils mittels eines eine Steuerung 7, ein Getriebe 8 und einen Drehgeber 9 aufweisenden Elektromotors antreibbar. Der Drehgeber 9 des Ausführungsbeispiels ist als magnetischer Drehgeber 9 gebildet, wobei auch der Einsatz anderer Drehgeber 9 wie beispielsweise einem optisch inkrementellen Impulsgeber oder einem Richtungsgeber möglich ist. Ebenso kann eine Drehzahlbestimmung auch über eine Messung der tatsächlichen Motorspannung des Elektromotors erfolgen. In der

Steuerung 7 ist eine 4-Quadranten- oder H-Schaltung zur Richtungsvorgabe der Motoren 10 vorgesehen. Es lassen sich durch diese H-Schaltung für jede der beiden antreibbaren Rollen ein gebremster Vorwärtslauf, ein

beschleunigter Vorwärtslauf, ein gebremster Rückwärtslauf und ein beschleunigter Rückwärtslauf realisieren, wobei der Strom proportional zum Drehmoment des Elektromotors ist. Beim Anfahren beziehungsweise

Anhalten des therapeutischen Gehtrainers 1 ist es sinnvoll, wenn der Motor 10 nicht direkt mit der vollen Drehzahl beginnt, beziehungsweise diese auf null reduziert. Um dieses ruckartige Anfahren und Anhalten zu vermeiden werden sogenannte durch den Drehgeber 9 gemessene Drehzahlrampen vom Motor 10 gefahren, die den Gehtrainer 1 sanft beschleunigen.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist am Unterbügel 6 ein aus den

antreibbaren Rollen 32 gebildetes zweites Rollenpaar 1 1 zwischen einem antriebsfreien ersten Rollenpaar 12 und einem antriebsfreien dritten

Rollenpaar 13 positioniert. Hierbei ist das erste Rollenpaar 12 und das dritte Rollenpaar 13 lenkbar und das zweite Rollenpaar 1 1 starr gelagert. Das erste Rollenpaar 12 und das dritte Rollenpaar 13 weisen dabei in an sich bekannter weise eine Lasche 28 zu deren Feststellung auf. Außerdem ist eine Aufnahme 30 für die Rollen 5 erkennbar, an denen eine beim Auffahren auf ein Hindernis die antreibbaren Rollen 32 stoppende Abschaltvorrichtung vorgesehen ist, welche durch die Verstellung einer schwimmend gelagerten Kappe 33 aktivierbar ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel lässt sich die Kappe 33 horizontal verschieben und betätigt bei Verschiebung einen Schalter, wodurch der Gehtrainer 1 gestoppt wird.

Der Unterbügel 6 des therapeutischen Gehtrainers 1 ist u-förmig gebildet mit einer am vorderen Ende vorgesehenen Unterbügelstrebe 14. Der Unterbügel 6 weist einen eine Gehfläche ausbildenden Freiraum 15 auf, welcher axial unterhalb des Oberbügels 3 vorgesehen ist. Außerdem ist am Unterbügel 6 ein Mittel 21 zur Sicherung vor Einklemmen eines Personenfußes vorgesehen, welches hier als eine Sicherungsleiste 29 gebildet ist.

Insgesamt ist der Unterbügel 6 sehr bodennah positioniert, so dass ein Einklemmen eines Personenfußes erschwert ist, und dass ein tiefgelegener Schwerpunkt des Gehtrainers 1 erzielt wird. Hierbei ist es aber auch möglich, dass der Unterbügel 6 in einer weit vom Boden beabstandeten Position angeordnet ist, wodurch ein Einklemmen des Patientenfußes ebenfalls ausgeschlossen ist. Die Öffnungsweite des Unterbügels 6 entspricht mehr als der Breite eines Standard-Rollstuhles und die Stützstäbe 4 weisen jeweils eine Einsteilvorrichtung 22 zur Einstellung der Gehtrainerhöhe auf. Am Oberbügel 3 sind genau zwei Armauflagen 16 und ein Griffstück 17 angeordnet, wobei der Oberbügel 3 genau zwei Querstreben 18 aufweist. Dieser Gehtrainer 1 kann dabei selbstverständlich auch mit nur einer

Querstrebe 18 auskommen. Ebenfalls können die Armauflagen 16 in Form eines Auflagetisches gebildet sein. Die beiden Armauflagen 16 sind entlang der beiden Querstreben 18 verschiebbar, so dass unterschiedlich breite Personen den therapeutischen Gehtrainer 1 verwenden können. Die hier gezeigten Armauflagen 16 können bei einem zu therapierenden Patienten dicht am Körper angelegt werden und dienen auch als seitliche

Begrenzungen für die Hüfte des Patienten, wodurch dieser effizient abgestützt wird. Weiterhin ist dem Oberbügel 3 eine Gurtaufnahme für ein an der Hüfte eines Patienten befestigbares Gurtsystem zugeordnet, wobei bei dem in der Zeichnung (Fig. 3) dargestellten Ausführungsbeispiel des

Gurtsystems aus einem Beckengurt 34 besteht. Der Beckengurt 34 wird im Bereich des Oberbügels 3 mit einer Beckengurtkupplung 35 angebunden. Der Beckengurt ist so aufgebaut, dass dieser das Becken umfasst und zur Sicherung gegen vertikales Durchrutschen Beinschlaufen 36 besitzt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die zwei Stützstäbe 4 zwei

Freiheitsgrade aufweisend neigbar gebildet. Hierzu ist am Oberbügel 3 ein die Freiheitsgrade der Stützstäbe 4 freigebender oder sperrender

Balancehebel 19 vorgesehen. In Figur 2, dem Detail des Unterbügels 6 der Ausführungsform aus Figur 1 , ist deutlich der zylinderförmige Motor 10 mit der Steuerung 7, dem

Drehgeber 9 und dem Getriebe 8 zu erkennen, der neben dem Stützstab 4 positioniert ist. Es wird ersichtlich, dass die antreibbaren Rollen 32 größer als die lenkbaren antriebsfreien Rollen 5 gebildet sind, wobei die Größe der antreibbaren Rolle 32 proportional zur Geschwindigkeit des Gehtrainers 1 ist. Es ist weiterhin gezeigt, dass die antreibbaren Rollen 32 bei einer stehenden zu therapierenden Person in Knöchelnähe vorgesehen sind.

Letztlich ist auch nochmals das als Sicherungsleiste 29 gebildete Mittel 21 zur Sicherung vor Einklemmen eines Personenfußes gezeigt, wobei weiterhin der Unterbügel 6 insgesamt gegenüber der Aufnahme 30 für die antriebsfreien Rollen 5 bodennah abgesenkt ist.

In Figur 3 ist eine Kombination eines therapeutischen Gehtrainers 1 mit einem motorfreien Laufband 23 gezeigt. Zwischen dem Gehtrainer 1 und dem Laufband 23 ist eine Verbindungseinrichtung 24 vorgesehen. Weiterhin ist eine dem Auffahren des Gehtrainers 1 dienende Rampe 25 vorgesehen.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Laufband 23 mit mittels eines Motors 10 bewegbaren antreibbaren Rollen 32 des Gehtrainers 1 antreibbar und die Verbindungseinrichtung 24 ist aus einem mit einer Feder

beaufschlagten einen Sicherungsbolzen aufweisenden Aufnahmemaul 26 und einem in dieses einführbaren eine einseitig offene Bolzenaufnahme aufweisenden Kupplungsstück 27 gebildet. Am Sicherungsbolzen ist umfangsseitig ein Rastglied und an der Bolzenaufnahme ist ein mit dem Rastglied korrespondierende Rastaufnahme ausgebildet. Das

Kupplungsstück 27 ist dem Gehtrainer 1 und das Aufnahmemaul 26 dem Laufband 23 zugeordnet, wobei der Sicherungsbolzen eine Handhabe 31 aufweist, um die formschlüssige Verbindung zwischen dem Rastglied und der Rastaufnahme gegen den Druck der Feder zu lösen.

Bezugszeichenliste

1 Gehtrainer

2 Körperaufnahme

3 Oberbügel

4 Stützstab

5 Rolle

6 Unterbügel

7 Steuerung

8 Getriebe

9 Drehgeber

10 Motor

1 1 zweites Rollenpaar

12 erstes Rollenpaar

13 drittes Rollenpaar

14 Unterbügelstrebe

15 Freiraum

16 Armauflage

17 Griffstück

18 Querstrebe

19 Balancehebel

20 elastisches Unterteil

21 Mittel zur Sicherung

22 Einsteilvorrichtung

23 Laufband

24 Verbindungseinrichtung

25 Rampe Aufnahmemaul

Kupplungsstück

Lasche

Sicherungsleiste

Aufnahme

Handhabe antreibbare Rolle

Kappe

Beckengurt

Beckengurtkupplung

Beinschlaufen