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Title:
THERMOPLASTIC POLYURETHANES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2007/118827
Kind Code:
A1
Abstract:
A process for preparing thermoplastic polyurethane by reacting (a) isocyanates with (b) compounds which are reactive toward isocyanates and have a molecular weight (Mw) between 500 and 10 000 g/mol and (c) chain extenders having a molecular weight between 50 and 499 g/mol, optionally in the presence of (d) catalysts and/or (e) customary additives, characterized in that a chain extender mixture consisting of a main chain extender (c1) and one or more co-chain extenders (c2) is used and the thermoplastic polyurethane prepared has a hard phase content of greater than 0.40, the hard phase content being defined by the following formula (I) with the following definitions: MKVx: molar mass of the chain extender x in g/mol, mKVx: mass of the chain extender x in g, MIso: molar mass of the isocyanate used in g/mol, mtot: total mass of all starting materials in g, k: number of chain extenders.

Inventors:
HENZE, Oliver Steffen (Karolinastr. 25, Bremen, 28195, DE)
KRECH, Rüdiger (Ginsterstr. 1, Diepholz, 49356, DE)
PRISSOK, Frank (Vossweg 4, Lemförde, 49448, DE)
SCHEFFER, Karin (Hauptstrasse 85, Lemförde, 49448, DE)
SCHÄFER, Frank (Osterort 36, Stemwede, 32351, DE)
NIERMANN, Heinrich (Zur Sette 68, Brockum, 49448, DE)
Application Number:
EP2007/053509
Publication Date:
October 25, 2007
Filing Date:
April 11, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BASF Aktiengesellschaft (67056 Ludwigshafen, DE)
HENZE, Oliver Steffen (Karolinastr. 25, Bremen, 28195, DE)
KRECH, Rüdiger (Ginsterstr. 1, Diepholz, 49356, DE)
PRISSOK, Frank (Vossweg 4, Lemförde, 49448, DE)
SCHEFFER, Karin (Hauptstrasse 85, Lemförde, 49448, DE)
SCHÄFER, Frank (Osterort 36, Stemwede, 32351, DE)
NIERMANN, Heinrich (Zur Sette 68, Brockum, 49448, DE)
International Classes:
C08G18/66; A43B5/04; C08G18/32
Attorney, Agent or Firm:
BASF Aktiengesellschaft (67056 Ludwigshafen, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von thermoplastischem Polyurethan durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M w ) zwischen 500 und 10000 g/mol und (c) Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht zwischen 50 und 499 g/mol gegebenenfalls in Gegenwart von (d) Katalysatoren und/oder (e) üblichen Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Kettenverlängerergemisch bestehend aus einem Hauptkettenverlängerer (c1 ) und einem oder mehreren Coket- tenverlängerern (c2) einsetzt und das hergestellte thermoplastische Polyurethan einen Hartphasenanteil von größer 0,40 aufweist, wobei der Hartphasenanteil durch folgende Formel definiert ist: k

Hartphasenanteil = {∑ [{m KVx I M KVx ) * M lso + m KVx ]} / m ges x=1 mit den folgenden Bedeutungen: Mκv x : Molare Masse der Kettenverlängerers x in g/mol

ITIKVX: Masse des Kettenverlängerers x in g

Mi 50 : Molare Masse des verwendeten Isocyanates in g/mol iriges: Gesamtmasse aller Ausgangsstoffe in g k: Anzahl der Kettenverlängerer.

2. Thermoplastisches Polyurethan erhältlich durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1.

3. Skischuh basierend auf thermoplastischem Polyurethan erhältlich durch Umset- zung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M w ) zwischen 500 und 10000 g/mol und (c) Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht zwischen 50 und 499 g/mol gegebenenfalls in Gegenwart von (d) Katalysatoren und/oder (e) üblichen Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kettenverlängerer (c) ein Gemisch darstellt mit einem Hauptkettenverlängerer (d) und einem oder mehreren Coket- tenverlängerern (c2).

4. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoffmengenanteil n1 des Hauptkettenverlängerers (d) an der Gesamtstoffmenge n der eingesetz- ten Kettenverlängerer (c) zwischen 0,80 und 0,999 beträgt.

5. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptkettenverlängerer (d ) ein geradkettiges oder verzweigtes Alkandiol mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und die Cokettenverlängerer (c2) geradkettige oder verzweigte Al- kandiole mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen sind und wobei sich der Hauptkettenverlängerer (d ) und die Cokettenverlängerer (c2) in der Anzahl der Kohlenstoffato-

me unterscheiden und/oder Strukturisomere sind.

6. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptkettenver- längerer (c1 ) 1 ,4-Butandiol und das Isocyanat (a) 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat (MDI) ist.

7. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Cokettenverlänge- rer (c2) 1 ,3-Propandiol und/oder 1 ,6-Hexandiol ist.

8. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyurethan basiert auf Polytetramethylenglykol mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 600 und 2000 g/mol als (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 500 und 10000 g/mol.

9. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyurethan einen Hartphasenanteil von größer 0,4 aufweist, wobei der Hartpha- senanteil durch folgende Formel definiert ist:

Hartphasenanteil = {£ [(m KVx I M KVx ) * M ho + m KVx ]} / m g x=l mit den folgenden Bedeutungen: Mκv x : Molare Masse der Kettenverlängerers x in g/mol

ITIKVX: Masse des Kettenverlängerers x in g

so : Molare Masse des verwendeten Isocyanates in g/mol rriges: Gesamtmasse aller Ausgangsstoffe in g k: Anzahl der Kettenverlängerer.

10. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyurethan bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von kleiner oder gleich 3,2 bestimmt nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur) aufweist.

1 1. Skischuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyurethan eine Charpy-Kerbschlagzähigkeit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179- 1/1 eA von größer als 10 kJ/m 2 aufweist.

12. Verfahren zur Herstellung von Skischuh, dadurch gekennzeichnet, dass man ein thermoplastisches Polyurethan gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 mittels Spritzguss zum Skischuh verarbeitet.

Description:

Thermoplastische Polyurethane

Beschreibung

Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von thermoplastischem Polyurethan durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 500 und 10000 g/mol und (c) Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht zwischen 50 und 499 g/mol gegebenenfalls in Gegenwart von (d) Katalysatoren und/oder (e) üblichen Zusatzstof- fen, wobei man ein Kettenverlängerergemisch bestehend aus einem Hauptkettenver- längerer (d ) und einem oder mehreren Cokettenverlängerern (c2) einsetzt und das hergestellte thermoplastische Polyurethan einen Hartphasenanteil von größer 0,4, bevorzugt größer 0,5 aufweist, wobei der Hartphasenanteil durch folgende Formel definiert ist: k Hartphasenanteil = {∑ [{m KVx I M KVx ) * M lso + m KVx ]} / m ges x=1 mit den folgenden Bedeutungen: Mκv x : Molare Masse der Kettenverlängerers x in g/mol ITIKVX: Masse des Kettenverlängerers x in g Mi 50 : Molare Masse des verwendeten Isocyanates in g/mol iriges: Gesamtmasse aller Ausgangsstoffe in g k: Anzahl der Kettenverlängerer.

sowie derart erhältliches thermoplastisches Polyurethan. Desweiteren bezieht sich die Erfindung auf Skischuhe, bevorzugt Skistiefel, besonders bevorzugt äußere Schale eines Skistiefels, basierend auf thermoplastischem Polyurethan erhältlich durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 500 und 10000 g/mol und (c) Kettenverlängerungsmitteln, bevorzugt Diolen, besonders bevorzugt Alkandiolen, mit einem Molekulargewicht zwischen 50 und 499 g/mol gegebenenfalls in Gegenwart von (d) Kataly- satoren und/oder (e) üblichen Zusatzstoffen, wobei der Kettenverlängerer (c) ein Gemisch darstellt mit einem Hauptkettenverlängerer (d) und einem oder mehreren Cokettenverlängerern (c2). Außerdem betrifft die Erfindung Verfahren zur Herstellung von Skischuhen, bevorzugt Skistiefel, besonders bevorzugt äußere Schale eines Skistiefels, wobei man das erfindungsgemäße thermoplastische Polyurethan mittels Spritz- guss zum Skischuh, bevorzugt Skistiefel, besonders bevorzugt äußere Schale eines Skistiefels verarbeitet.

Thermoplastische Kunststoffe sind Kunststoffe, die, wenn sie in dem für den Werkstoff für Verarbeitung und Anwendung typischen Temperaturbereich wiederholt erwärmt und abgekühlt werden, thermoplastisch bleiben. Unter thermoplastisch wird die Eigenschaft eines Kunststoffes verstanden, in einem für ihn typischen Temperaturbereich wiederholt in der Wärme zu erweichen und beim Abkühlen zu erhärten und im erweichten

Zustand wiederholt durch Fließen als Formteil, Extrudat oder Umformteil zu Halbzeug oder Gegenständen formbar zu sein. Thermoplastische Kunststoffe sind in der Technik weit verbreitet und finden sich in der Form von Fasern, Platten, Folien, Formkörpern, Flaschen, Ummantelungen, Verpackungen usw. Thermoplastisches Polyurethan (nachstehend als TPU bezeichnet) ist ein Elastomer, welches in vielen Anwendungen Verwendung findet, z. B. Schläuche, Schuhapplikationen, Folien, Fasern, Skistiefel. Die Herstellung von Skischuhen, beispielsweise Skistiefeln, insbesondere die äußeren, harten Schalen von Skistiefeln mittels Spritzguss aus thermoplastischen Kunststoffen ist allgemein bekannt.

Das Anforderungsprofil für thermoplastisches Polyurethan, das geeignet ist zur Herstellung von Skistiefeln, insbesondere deren äußere Schale, ist komplex. Zum einen sollten die Tieftemperatureigenschaften sehr gut sein, d. h. das Material sollte unter den Anwendungstemperaturen eine ausreichende Flexibilität aufweisen und nicht brechen oder splittern. Zum anderen wird hinsichtlich einer ansprechenden äußeren Gestaltung zunehmend eine hohe Transparenz des Materials gefordert, um möglichst breite farbliche Gestaltungsmöglichkeiten zu haben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es somit, thermoplastisches Polyurethan zur Herstellung von Skistiefeln zu entwickeln, das einen möglichst großen Spielraum bei Dekor und Design für die Skistiefel bietet. Zudem sollte das TPU gute mechanische Eigenschaften, insbesondere eine hohe Kerbschlagzähigkeit bei tiefen Temperaturen und gleichzeitig eine hohe Transparenz bei großen Wandstärken aufweisen.

Diese Aufgaben konnten durch die eingangs dargestellten thermoplastischen Polyurethane sowie die Verfahren zu ihrer Herstellung und insbesondere die eingangs dargestellten erfindungsgemäßen Skischuhe gelöst werden.

Durch den Einsatz eines Kettenverlängerergemisches erhält man Materialien, die für insbesondere für Skistiefel besonders geeignet sind. Diese Materialien besitzen ein relativ großes Verarbeitungsfenster und zeichnen sich durch eine hohe Transparenz bei gleichzeitig guten Tieftemperatureigenschaften aus. Die erfindungsgemäßen TPU weisen bevorzugt hohe E-Module und einen hohen Hartphasenanteil auf.

Bevorzugt sind Skischuhe, die TPU enthalten, bei denen der Stoffmengenanteil n1 des Hauptkettenverlängerers (d ) an der Gesamtstoffmenge n der eingesetzten Kettenver- längerer (c) zwischen 0,8 und 0,999, bevorzugt zwischen 0,90 und 0,999, beträgt. Als Kettenverlängerungsmittel (c) können allgemein bekannte aliphatische, araliphatische, aromatische und/oder cycloaliphatische Verbindungen mit einem Molekulargewicht M n von 50 bis 499, bevorzugt 2funktionelle Verbindungen, eingesetzt werden, bevorzugt Alkandiole mit 2 bis 10 C-Atomen im Alkylenrest, insbesondere 1 ,3-Propandiol, Butan- diol-1 ,4, Hexandiol-1 ,6 und/oder Di-, Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta-, Okta-, Nona-

und/oder Dekaalkylen glykole mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen, bevorzugt entsprechende Oligo- und/oder Polypropylenglykole. Dabei wird als Hauptkettenverlängerer (c1 ) bevorzugt ein geradkettiges oder verzweigtes Alkandiol mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und als Cokettenverlängerer (c2) ein oder mehrere geradkettige oder verzweigte Al- kandiole mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen eingesetzt, wobei sich Hauptkettenverlängerer (c1 ) und der oder die Cokettenverlängerer (c2) in der Anzahl der Kohlenstoffatome unterscheiden und/oder Strukturisomere sind. Besonders bevorzugt ist der Hauptkettenverlängerer (c1 ) 1 ,4-Butandiol und das Isocyanat (a) 4,4'-Diphenylmethandiisocya- nat (MDI). Besonders bevorzugt ist der Cokettenverlängerer (c2) 1 ,3-Propandiol und/oder 1 ,6-Hexandiol, besonders bevorzugt 1 ,3-Propandiol.

Das erfindungsgemäße thermoplastische Polyurethan des Skischuhs weist bevorzugt einen Hartphasenanteil von größer 0,4, besonders bevorzugt größer 0,5 auf, wobei der Hartphasenanteil durch folgende Formel definiert ist: k Hartphasenanteil = {∑ [{m KVx I M KVx ) * M lso + m KVx ]} / m ges x=1 mit den folgenden Bedeutungen: MKVX: Molare Masse der Kettenverlängerers x in g/mol ITIKVX: Masse des Kettenverlängerers x in g Mi 50 : Molare Masse des verwendeten Isocyanates in g/mol iriges: Gesamtmasse aller Ausgangsstoffe in g k: Anzahl der Kettenverlängerer.

Besonders bevorzugt sind Skischuhe enthaltend thermoplastisches Polyurethan, das bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von kleiner oder gleich 3,2 bestimmt nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur) aufweist.

Besonders bevorzugt sind ferner Skischuhe enthaltend thermoplastisches Polyurethan mit einer Charpy-Kerbschlagzähigkeit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179-1/ 1eA von größer als 10 kJ/m 2 , bevorzugt von größer als 15kJ/m 2 aufweist.

Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Polyurethanen, in dieser Schrift auch als TPU bezeichnet, sind allgemein bekannt. Im allgemeinen werden TPUs durch Umsetzung von (a) Isocyanaten mit (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen, üblicherweise mit einem Molekulargewicht (M n ) von 500 bis 10000, bevorzugt 500 bis 5000, besonders bevorzugt 800 bis 3000 und (c) Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht (M n ) von 50 bis 499 gegebenenfalls in Gegenwart von (d) Katalysatoren und/oder (e) üblichen Zusatzstoffen hergestellt.

Im Folgenden sollen beispielhaft die Ausgangskomponenten und Verfahren zur Her- Stellung der bevorzugten Polyurethane dargestellt werden. Die bei der Herstellung der

Polyurethane üblicherweise verwendeten Komponenten (a), (b), (c) sowie gegebenenfalls (d) und/oder (e) sollen im Folgenden beispielhaft beschrieben werden:

a) Als organische Isocyanate (a) können allgemein bekannte aliphatische, cycloali- phatische, araliphatische und/oder aromatische Isocyanate eingesetzt werden, beispielsweise Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta- und/oder Oktamethylendiisocy- anat, 2-Methyl-pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, 2-Ethyl-butylen-diisocyanat- 1 ,4, Pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, Butylen-diisocyanat-1 ,4, 1-lsocyanato- S.S.δ-trimethyl-δ-isocyanato-methyl-cyclohexan (Isophoron-diisocyanat, IPDI), 1 ,4- und/oder 1 ,3-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan (HXDI), 1 ,4-Cyclohexan- diisocyanat, 1-Methyl-2,4- und/oder -2, 6-cyclohexan-di-isocyanat und/oder 4,4'-, 2,4'- und 2,2'-Dicyclohexylmethan-diisocyanat, 2,2'-, 2,4'- und/oder 4,4'- Diphenylmethandiisocyanat (MDI), 1 ,5-Naphthylendiisocyanat (NDI), 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI), Diphenylmethandiisocyanat, 3,3'-Dime- thyl-diphenyl-diisocyanat, 1 ,2-Diphenylethandiisocyanat und/oder Phenylendiiso- cyanat. Bevorzugt wird 4,4'-MDI verwendet.

b) Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen (b) können die allgemein bekannten gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen eingesetzt werden, bei- spielsweise Polyesterole, Polyetherole und/oder Polycarbonatdiole, die üblicherweise auch unter dem Begriff "Polyole" zusammengefasst werden, mit Molekulargewichten (M n ) zwischen 500 und 8000, bevorzugt 600 bis 6000, insbesondere 800 bis weniger als 3000, und bevorzugt einer mittleren Funktionalität gegenüber Isocyanaten von 1 ,8 bis 2,3, bevorzugt 1 ,9 bis 2,2, insbesondere 2. Bevor- zugt setzt man Polyetherpolyole ein, beispielsweise solche auf der Basis von allgemein bekannten Startersubstanzen und üblichen Alkylenoxiden, beispielsweise Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, bevorzugt Polyetherole basierend auf Propylenoxid-1 ,2 und Ethylenoxid und insbesondere Polyoxytetra- methylenglykole. Die Polyetherole weisen den Vorteil auf, dass sie eine höhere Hydrolysestabilität als Polyesterole besitzen. Weiterhin können als Polyetherole sogenannte niedrig ungesättigte Polyetherole verwendet werden. Unter niedrig ungesättigten Polyolen werden im Rahmen dieser Erfindung insbesondere PoIy- etheralkohole mit einem Gehalt an ungesättigten Verbindungen von kleiner als 0,02 meq/g, bevorzugt kleiner als 0,01 meq/g, verstanden. Derartige Polyether- alkohole werden zumeist durch Anlagerung von Alkylenoxiden, insbesondere

Ethylenoxid, Propylenoxid und Mischungen daraus, an die oben beschriebenen Diole oder Triole in Gegenwart von hochaktiven Katalysatoren hergestellt. Derartige hochaktive Katalysatoren sind beispielsweise Cäsiumhydroxid und Multime- tallcyanidkatalysatoren, auch als DMC-Katalysatoren bezeichnet. Ein häufig ein- gesetzter DMC-Katalysator ist das Zinkhexacyanocobaltat. Der DMC-Katalysator kann nach der Umsetzung im Polyetheralkohol belassen werden, üblicherweise wird er entfernt, beispielsweise durch Sedimentation oder Filtration. Statt eines

Polyols können auch Mischungen verschiedener Polyole eingesetzt werden. Besonders bevorzugt basiert das erfindungsgemäße thermoplastische Polyurethan auf Polytetramethylenglykol mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 600 und 2000 g/mol, bevorzugt 800 und 1400 g/mol, besonders bevorzugt 950 und 1050 g/mol als (b) gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen mit einem Molekulargewicht (M n ) zwischen 500 und 10000 g/mol.

Besonders bevorzugt handelt es sich bei den Komponenten a) bis c) um difunktionelle Verbindungen, d.h. Diisocyanate (a), difunktionelle Polyole, bevorzugt Polyetherole (b) und difunktionelle Kettenverlängerungsmittel, bevorzugt Diole.

d) Geeignete Katalysatoren, welche insbesondere die Reaktion zwischen den

NCO-Gruppen der Diisocyanate (a) und den Hydroxylgruppen der Aufbaukomponenten (b) und (c) beschleunigen, sind die nach dem Stand der Technik be- kannten und üblichen tertiären Amine, wie z. B. Triethylamin, Dimethylcyclohexy- lamin, N-Methylmorpholin, N,N'-Dimethylpiperazin, 2-(Dimethylaminoethoxy)- ethanol, Diazabicyclo-(2,2,2)-octan und ähnliche sowie insbesondere organische Metallverbindungen wie Titansäureester, Eisenverbindungen wie z. B. Eisen- (Ml)- acetylacetonat, Zinnverbindungen, z. B. Zinndiacetat, Zinndioctoat, Zinndi- laurat oder die Zinndialkylsalze aliphatischer Carbonsäuren wie Dibutylzinndiace- tat, Dibutylzinndilaurat oder ähnliche. Die Katalysatoren werden üblicherweise in Mengen von 0,0001 bis 0,1 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile Polyhydroxylverbin- dung (b) eingesetzt.

e) Neben Katalysatoren (d) können den Aufbaukomponenten (a) bis (c) auch übliche Hilfsmittel und/oder Zusatzstoffe (e) hinzugefügt werden. Genannt seien beispielsweise oberflächenaktive Substanzen, Keimbildungsmittel, Gleit- und Ent- formungshilfen, Farbstoffe und Pigmente, Antioxidantien, z. B. gegen Hydrolyse, Licht, Hitze oder Verfärbung, anorganische und/oder organische Füllstoffe, Flammschutzmittel, Verstärkungsmittel und Weichmacher, Metalldeaktivatoren.

In einer bevorzugten Ausführungsform fallen unter die Komponente (e) auch Hydrolyseschutzmittel wie beispielsweise polymere und niedermolekulare Car- bodiimide. Bevorzugt enthält das thermoplastische Polyurethan Triazol und/oder Triazolderivat und Antioxidantien in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht des thermoplastischen Polyurethans. Als Antioxidantien sind im allgemeinen Stoffe geeignet, welche unerwünschte oxidative Prozesse im zu schützenden Kunststoff hemmen oder verhindern. Im allgemeinen sind Antioxidantien kommerziell erhältlich. Beispiele für Antioxidantien sind sterisch gehinderte Phenole, aromatische Amine, Thiosynergisten, Organophosphorverbin- düngen des trivalenten Phosphors, und Hindered Amine Light Stabilizers. Beispiele für sterisch gehinderte Phenole finden sich in Plastics Additive Handbook, 5 th edition, H. Zweifel, ed, Hanser Publishers, München, 2001 ([1]), S.98-107 und

S.116-121. Beispiele für Aromatische Amine finden sich in [1] S.107-108. Beispiele für Thiosynergisten sind gegeben in [1], S.104-105 und S.1 12-1 13. Beispiele für Phosphite finden sich in [1], S.109-1 12. Beispiele für Hindered Amine Light Stabilizer sind gegeben in [1], S.123-136. In einer bevorzugten Ausfüh- rungsform weisen die Antioxidantien, insbesondere die phenolischen Antioxidan- tien, eine Molmasse von größer 350 g/mol, besonders bevorzugt von größer 700 g/mol und einer maximalen Molmasse < 10000 g/mol bevorzugt < 3000 g/mol auf. Ferner besitzen sie bevorzugt einen Schmelzpunkt von kleiner 180 °C. Weiterhin werden bevorzugt Antioxidantien verwendet, die amorph oder flüssig sind. Ebenfalls können als Komponente (i) auch Gemische von zwei oder mehr Antioxidantien verwendet werden.

Neben den genannten Komponenten a), b) und c) und gegebenenfalls d) und e) können auch Kettenregler, üblicherweise mit einem Molekulargewicht von 31 bis 3000, eingesetzt werden. Solche Kettenregler sind Verbindungen, die lediglich eine gegenüber Isocyanaten reaktive funktionelle Gruppe aufweisen, wie z. B. monofunktionelle Alkohole, monofunktionelle Amine und/oder monofunktionelle Polyole. Durch solche Kettenregler kann ein Fließverhalten, insbesondere bei TPUs, gezielt eingestellt werden. Kettenregler können im allgemeinen in einer Menge von 0 bis 5, bevorzugt 0,1 bis 1 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile der Komponente b) eingesetzt werden und fallen definitionsgemäß unter die Komponente (c).

Alle in dieser Schrift genannten Molekulargewichte weisen die Einheit [g/mol] auf.

Zur Einstellung von Härte der TPUs können die Aufbaukomponenten (b) und (c) in relativ breiten molaren Verhältnissen variiert werden. Bewährt haben sich molare Verhältnisse von Komponente (b) zu insgesamt einzusetzenden Kettenverlängerungsmitteln (c) von 10 : 1 bis 1 : 10, insbesondere von 1 : 1 bis 1 : 4, wobei die Härte der TPU mit zunehmendem Gehalt an (c) ansteigt.

Die Umsetzung kann bei üblichen Kennzahlen erfolgen, bevorzugt bei einer Kennzahl zwischen 950 und 1050, besonders bevorzugt bei einer Kennzahl zwischen 970 und 1010, insbesondere zwischen 980 und 995. Die Kennzahl ist definiert durch das Verhältnis der insgesamt bei der Umsetzung eingesetzten Isocyanatgruppen der Kompo- nente (a) zu den gegenüber Isocyanaten reaktiven Gruppen, d. h. den aktiven Wasserstoffen, der Komponenten (b) und (c). Bei einer Kennzahl von 1000 kommt auf eine Isocyanatgruppe der Komponente (a) ein aktives Wasserstoffatom, d.h. eine gegenüber Isocyanaten reaktive Funktion, der Komponenten (b) und (c). Bei Kennzahlen über 1000 liegen mehr Isocyanatgruppen als OH-Gruppen vor. Die Herstellung der TPU kann nach den bekannten Verfahren kontinuierlich, beispielsweise mit Reaktionsextrudern oder dem Bandverfahren nach one-shot oder dem Prepolymerverfahren, oder diskontinuierlich nach dem bekannten Prepolymerprozeß erfolgen. Bei diesen

Verfahren können die zur Reaktion kommenden Komponenten (a), (b) und gegebenenfalls (c), (d) und/oder (e) nacheinander oder gleichzeitig miteinander vermischt werden, wobei die Reaktion unmittelbar einsetzt. Beim Extruderverfahren werden die Aufbaukomponenten (a), (b) sowie gegebenenfalls (c), (d) und/oder (e) einzeln oder als Ge- misch in den Extruder eingeführt, z. B. bei Temperaturen von 100 bis 280 °C, vorzugsweise 140 bis 250 °C zur Reaktion gebracht, das erhaltene TPU wird extrudiert, abgekühlt und granuliert.

Verwendung finden die erfindungsgemäßen thermoplastisch verarbeitbaren Polyure- thanelastomere zur Herstellung von Skischuhen, bevorzugt Skistiefeln, insbesondere Außenschalen von Skistiefeln, Skistiefelabsätze, Manschetten für den Skistiefelschaft und Dekorelemente. Die Herstellung dieser Produkte mittels üblicher Spritzguss- Verfahren ist allgemein bekannt.

Beispiele:

Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel)

Ein handelsübliches TPU (Elastollan ® 1 164D 15, Elastogran GmbH) hergestellt aus

MDI, 1 ,4-Butandiol und Polytetramethylenglykol (OHZ von 113,3 mg KOH/g) mit einem Hartphasenanteil von 0,53 wurde zu Spritzplatten (Dimension der Spritzplatten 200 x 150 x 8,2 mm, Bedingungen siehe Tabelle 1 und 2) verarbeitet. Die Oberfläche der Spritzplatten wurde durch einminütiges Tauchen in THF geglättet und dann nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur, Gerät: Hunterlab UltraScan) bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von 7,0 bestimmt. Die Charpy-Kerbschlagzähig- keit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179-1/1 eA des Materials wurde zu 7 kJ/m 2 bestimmt.

Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel)

Ein TPU wurde aus MDI, 1 ,4-Butandiol und Polytetramethylenglykol (OHZ von

113,3 mg KOH/g) mit einem Hartphasenanteil von 0,53 mit einem Doppelwellenextru- der Typ ZSK 58 der Firma Werner und Pfleiderer Stuttgart mit einer Verfahrensteillänge von 48 D, unterteilt in 12 Gehäuse hergestellt. Die Granulierung erfolgte mittels einer üblichen Unterwassergranuliereinrichtung der Firma Gala (UWG). Das Material wurde anschließend zu Spritzplatten (Dimension der Spritzplatten 200 x 150 x 8,2 mm, Bedingungen siehe Tabelle 1 und 2) verarbeitet. Die Oberfläche der Spritzplatten wur- de durch einminütiges Tauchen in THF geglättet und dann nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur, Gerät: Hunterlab UltraScan) bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von 3,7 bestimmt. Die Charpy-Kerbschlagzähigkeit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179-1/1 eA des Materials wurde zu 9 kJ/m 2 bestimmt.

Beispiel 3

Ein Material basierend auf MDI, 1 ,4-Butandiol, 1 ,3-Propandiol und Polytetramethylenglykol (OHZ von 1 13,3 mg KOH/g) mit einem Hartphasenanteil von 0,51 wurde mit ei-

nem Doppelwellenextruder Typ ZSK 92 der Firma Werner und Pfleiderer Stuttgart mit einer Verfahrensteillänge von 48 D, unterteilt in 12 Gehäuse hergestellt. Dabei wurden 1 ,3-Propandiol und 1 ,4-Butandiol in einem Stoffmengenverhältnis von 1 : 30,7 eingesetzt. Die Granulierung erfolgte mittels einer üblichen Unterwassergranuliereinrichtung der Firma Gala (UWG). Das Material wurde anschließend zu Spritzplatten (Dimension der Spritzplatten 200 x 150 x 8,2 mm, Bedingungen siehe Tabelle 1 und 2) verarbeitet. Die Oberfläche der Spritzplatten wurde durch einminütiges Tauchen in THF geglättet und dann nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur, Gerät: Hunterlab UltraScan) bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von 3,0 bestimmt. Die Charpy-Kerbschlagzähigkeit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179-1 /1 eA des Materials wurde zu 25 kJ/m 2 bestimmt.

Beispiel 4

Ein TPU basierend auf MDI, 1 ,4-Butandiol, 1 ,3-Propandiol und Polytetramethylenglykol (OHZ von 113,3 mg KOH/g) mit einem Hartphasenanteil von 0,56 wurde analog zu Beispiel 3 hergestellt. Dabei wurden 1 ,3-Propandiol und 1 ,4-Butandiol in einem Stoffmengenverhältnis von 1 : 24,2 eingesetzt. Das Material wurde anschließend zu Spritzplatten (Dimension der Spritzplatten 200 x 150 x 8,2 mm, Bedingungen siehe Tabelle 1 und 2) verarbeitet. Die Oberfläche der Spritzplatten wurde durch einminütiges Tauchen in THF geglättet und dann nach DIN 55988 (Kennzahl 1 ohne Korrektur, Gerät: Hunterlab UltraScan) bei einer Schichtdicke h von 8,2 mm eine Transparenzzahl T von 2,5 bestimmt. Die Charpy-Kerbschlagzähigkeit bei - 30 °C nach DIN EN ISO 179-1/1 eA des Materials wurde zu 13,5 kJ/m 2 bestimmt.

Tabelle 1 : Bedingungen für die Herstellung der Spritzplatten zu Bsp. 1 - 5 auf einer DEMAG ergotech 200.

Tabelle 2: Bedingungen für die Herstellung der Spritzplatten zu Bsp. 1 - 5 auf einer DEMAG ergotech 200.