Lambertz, Bodo W. (Unterer Ahlenbergweg 13, Herdecke, 58313, DE)
| 1. | Klimaregulierendes Kleidungsstück, insbesondere zum Einsatz bei sportlicher Betätigung wie Joggen, Skating, Schlaufen oder dergleichen, gekennzeichnet durch mindestens eine Klimazone (1,2). |
| 2. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (1) im Wesentlichen in Form von Klimakanälen (11,12, 13) ausgebildet ist. |
| 3. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (1) in Form einer Klimafläche (14,15) ausgebildet ist. |
| 4. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimakanäle (11,12, 13) und/oder die Klimaflächen (14,15) aus klimaregulierendem Netzstrickgewebe bestehen. |
| 5. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (2) aus Materialien unterschiedlicher Dicke und/oder mehrlagig ausgebildet ist. |
| 6. | Klimaregulierendes Kleidungsstücl< nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (2) die Form einer Polsterung aufweist. |
| 7. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Polsterung von Rippen (211, 221,231) gebildet ist. |
| 8. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Rippen (211, 221,231) Dehnungsfugen (212,222, 232) angeordnet sind. |
| 9. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (2) als Dehnungszone (28) ausgebildet ist. |
| 10. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimazone (2) in Form von Klimazonen (27,29) ausgebildet ist, die aus Stegen (271, 291) bestehen, die einen angenähert runden Querschnitt aufweisen und hohl sind. |
| 11. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Stegen (271,291) Streifen (272,292) vorgesehen sind. |
| 12. | Klimaregulierendes Kleidungsstück nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen (272,292) mindestens abschnittsweise über Brücken (273) miteinander verbunden sind. |
| 13. | Element, insbesondere für den Einsatz in Bekleidungsstücken für sportliche Be tätigungen wie Joggen, Skating, Schlaufen oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass ein wellenförmig angeordnetes Gewebe (32) auf seiner Oberseite mit Haltegewebe (33) überdeckt ist, und dass bei dem Gewebe (32) Rippen (322) und Stege (321) ausgebildet sind. |
| 14. | Element nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (322) mit dem Haltegewebe (33) einen Hohlraum (37) bilden. |
| 15. | Element nach Anspruch 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Stegen (321) und der Haut (34) ein Hohlraum (36) gebildet ist, der seitlich von den Rippen (322) begrenzt ist. |
| 16. | Element nach Anspruch 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (322) schmaler als die Stege (321) ausgeführt sind. |
| 17. | Element nach Anspruch 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das wellenförmige Gewebe (32) bereichsweise aus unterschiedlichem Materialien besteht. |
| 18. | Element nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe (32) und das Haltegewebe (33) mit einer Beschichtung (38) versehen sind. |
| 19. | Element nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (38) aus Kupfer und/oder Silber und/oder Gold besteht. |
| 20. | Element nach Anspruch 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (3) mehrlagig in Form eines Polsters ausgebildet ist. |
| 21. | Element nach Anspruch 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (3) auf der der Haut abgewandten Seite mit Befestigungselementen versehen ist. |
| 22. | Verfahren zur Entfeuchtung von Hautbereichen, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gewebe (32) mit Textilrippen (322) angefertigt wird, mit dem Feuchtigkeit mittels Kapillarwirkung von der Haut (34) weg zu Stegen (321), die die textile Oberfläche bilden, geleitet wird. |
| 23. | Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Körperwärme mit Hilfe von Luftkammern (36,37) genutzt wird, um den Feuchtefluss durch die Textilrippe zu beschleunigen. |
Die Erfindung betrifft ausserdem ein Verfahren zur Entfeuchtung von Hautbereichen, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten.
Bekleidung dient zum Schutz des Menschen, insbesondere zum Schutz gegen die Witterung. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei sportlichen Aktivitä- ten dient die Bekleidung darüber hinaus zum Schutz gegen Verletzungen. Außer bei hohen Außentemperaturen besteht die Bekleidung überwiegend aus mehreren ver- schiedenen Bekleidungsstücken, die in mehreren Lagen übereinander getragen wer- den. Die äußerste Schicht der Bekleidung hat dabei im Wesentlichen die Aufgabe, wind-und wasserabweisend zu sein, um ein Auskühlen des Menschen durch Wind zu vermeiden und ihn bei Niederschlag gegen das Eindringen von Wasser in Kleidung zu schützen.
Insbesondere bei mehrlagiger Bekleidung kann Schweißanfall entstehen. Bei sportli- cher Betätigung des Menschen ist dieser Schweißanfall überdurchschnittlich hoch.
Durch die Schweißbildung ist der Tragkomfort der Bekleidung deutlich reduziert. Vor allem in den Zonen, in denen der stärkste Schweißanfall auftritt, entsteht ein unan- genehmes Gefühl auf der Haut, was zudem beim anschließenden Abkühlen nach sportlicher Betätigung die Gefahr von Erkältungen, Verspannungen oder dergleichen erhöht. Um diese Gefahren zu reduzieren ist man bemüht, einen Abtransport des Schweißes zu ermöglichen. Hierzu ist es bekannt, Bekleidungsstücke auf ihrer der Haut zugewandten Seite mit Frottee (terry-loops) zu versehen, die eine Aufnahme der Feuchtigkeit ermöglichen sollen. Ein Nachteil der so ausgebildeten Bekleidungs- stücke besteht darin, dass das Frottee zwar die Feuchtigkeit aufnimmt, diese jedoch nicht von der Haut abführt, sondern in sich aufsaugt. Hierdurch verbleibt die Feuch- tigkeit im Bekleidungsstück, sodass nach sportlicher Betätigung die Bereiche der Be- kleidung, die die Abschnitte hohen Schweißanfalls bedecken, feucht sind. Sie ste- hen weiterhin mit der Haut in Berührung. Dies führt zu einem unangenehmen Gefühl auf der Haut. Das unangenehme Gefühl wird insbesondere dadurch verstärkt, dass im Anschluss an sportliche Betätigung sowohl der Mensch als auch die Bekleidung auskühlt und somit die kalte Feuchtigkeit in der Kleidung mit der Haut in Berührung kommt. Darüber hinaus nehmen die bekannten Bekleidungsstücke keine Rücksicht auf Zonen unterschiedlicher Belastung.
Aus der DE 297 15 762 U1 ist zwar ein klimaregulierender Strumpf bekannt, der mit einem Luftkanal zur besseren Klimatisierung des Fußes versehen ist. Bei Strümpfen tritt das Problem eines Abkühlens jedoch kaum auf, da der Strumpf in der Regel in festem Schuhwerk untergebracht ist. Aus diesem Grund ist auch der Schutz gegen Eindringen von Wasser bei Strümpfen von untergeordneter Bedeutung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, klimaregulierende Bekleidung zu schaffen, die einerseits den Abtransport des anfallenden Schweißes von der Haut verbessert und ein Verdunsten der entstehenden Feuchtigkeit ermöglicht, anderer- seits die Aufnahme des nicht verdunsteten Teils der Feuchtigkeit vom Gewebe be- wirkt und gleichzeitig ein Auskühlen sowie ein Eindringen von Feuchtigkeit von außen an den besonders belasteten Stellen verhindert. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch mindestens eine Klimazone gelöst.
Mit der Erfindung ist eine klimaregulierende Bekleidung, insbesondere für sportliche Aktivitäten geschaffen, die den Abtransport des anfallenden Schweißes wesentlich verbessert und einen Schutz gegen Auskühlen bildet. Durch das Vorsehen unter- schiedlicher Klimazonen in der Bekleidung besteht die Möglichkeit, in Abhängigkeit von den an bestimmten Körperstellen anfallenden Schweißmengen unterschiedlich gut Schweiß aufnehmende bzw. abtransportierende Bereiche in der Kleidung vorzu- sehen und darüber hinaus Eindringen von Feuchtigkeit von außen sowie die Gefahr eines Auskühlen insbesondere an hiervon besonders betroffenen Stellen zu verhin- dern. Die Erfindung stellt ein Kleidungsstück bereit, das auf die jeweilige Belastung durch erhöhte oder niedrige Körpertemperatur mit einer jeweils darauf abgestimmten Klimazone reagiert. Hierdurch ist insgesamt der Leistungsbereich des Körpers erwei- tert.
In Weiterbildung der Erfindung ist eine Klimazone im Wesentlichen in Form von Kli- makanälen ausgebildet. Vorzugsweise bestehen die Klimakanäle aus klimaregulie- rendem Netzstrickgewebe. Die Klimakanäle ermöglichen ein Verdunsten des größten Teils der entstehenden Feuchtigkeit. Darüber hinaus ermöglichen die Klimakanäle die Aufnahme der Feuchtigkeit durch das Gewebe. Zusätzlich kann mit Hilfe der Klima- kanäle die Schweißfeuchtigkeit aus besonders belasteten Bereichen der Bekleidung in einen Bereich der Kleidung gefördert werden, in dem eine freie Verdunstung mög- lich ist.
Bevorzugt ist eine Klimazone aus Materialien unterschiedlicher Dicke hergestellt. In Ausgestaltung der Erfindung kann die Klimazone auch mehrlagig ausgebildet sein.
Hierdurch besteht einerseits die Möglichkeit, eine größere Menge Feuchtigkeit in der Bekleidung aufzunehmen und diese gleichzeitig von der Haut weg in die äußere Lage der Bekleidung zu transportieren, wodurch ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut bestehen bleibt. Darüber hinaus ist hierdurch die Möglichkeit geschaffen, an Stellen, an denen häufig ein Gefühl der Kälte auftritt, wie dies unter anderem an den Knien beispielsweise beim Skilaufen der Fall ist, durch eine dickere Ausbildung der Beklei- dung diesem unangenehmen Gefühl vorzubeugen.
In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung weist eine Klimazone die Form einer Polsterung auf. Die Polster können an verschiedenen Stellen der Bekleidung ange- ordnet sein. Sie verhindern einerseits das Eindringen von Feuchtigkeit durch die Kleidung, andererseits beugen sie insbesondere im Bereich der Knie und Ellbogen Verletzungen bei Stürzen vor. Weiterhin sind die Polster in der Lage, Druckstellen vorzubeugen.
In anderer Ausbildung sind die Klimazonen in Form von Elementen in das Kleidungs- stück eingebracht, bei denen ein wellenförmig angeordnetes Gewebe auf seiner Oberseite mit Haltegewebe überdeckt ist, wobei bei dem Gewebe Rippen und Stege ausgebildet sind. Hierdurch wird der Abtransport des anfallenden Schweißes von der Haut weg wesentlich verbessert. Außerdem besteht durch die modulare Anordnung solcher Elemente die Möglickeit, das Kleidungsstück optimal auf bestimmte Kör- erstellen und deren Schweißanfall abzustimmen. Hierdurch ist die Herstellung eines Kleidungsstückes möglich, das auf die jeweilige Belastung durch erhöhte oder niedrigere Temperatur mit einer jeweils darauf abgestimmten Klimazone reagiert, wodurch insgesamt der Leistungsbereich des Körpers erweitert wird.
In weiterer Ausbildung der Erfindung bilden die Rippen mit dem Haltegewebe einen Hohlraum. Vorteilhaft ist zwischen den Stegen und der Haut ein weiterer Hohlraum gebildet, der seitlich von den Rippen begrenzt ist. Durch die Hohlräume ist zwischen der Haut und der Umgebung ein Luftpolster geschaffen, das einen Tempera- turausgleich zwischen der bei sportlichen Aktivitäten hohen Körpertemperatur und den beispielsweise im Winter geringen Umgebungstemperaturen hervorruft. Hier- durch wird ein Kältegefühl auf der Haut vermieden. Im umgekehrten Fall (Umgebungstemperatur höher als Hauttemperatur-also beispielsweise im Sommer) tritt ein gegensätzlicher Effekt ein. Insgesamt ist dadurch das Wohlbefinden wesentlich verbessert.
In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung ist das Garn des Gewebes beschichtet. Die Beschichtung erfolgt vorzugsweise galvanisch, wodurch unter anderem gewähr- leistet ist, dass die Beschichtung die gesamte Oberfläche des Garnes abdeckt. Be- vorzugt besteht die Beschichtung aus Silber, Kupfer oder Gold. Diese Beschichtun- gen haben eine magnetisch abschirmende Wirkung. Silber und Kupfer verhindern zudem die Ausbreitung von Bakterien bzw. töten diese ab. Hierdurch wird eine deut- liche Reduzierung des Schweißgeruchs bewirkt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das klimaregulierende Element auf der der Haut abgewandten Seite mit Befestigungselementen versehen. Diese sind vor- zugsweise als Klettverschluss ausgebildet. Die Befestigungselemente ermöglichen eine nachträgliche Bestückung von Kleidungsstücken mit Klimazonen.
Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem Feuchtigkeit effektiv und kontinuierlich von der Haut weg transportiert werden kann. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Gewebe mit Textilrippen angefertigt wird, mit dem Feuchtigkeit mittels Kapillarwirkung von der Haut weg zu Stegen, die die textile Oberfläche bilden, geleitet wird.
Mit der Erfindung ist ein Verfahren zur wirksamen Entfeuchtung von Hautbereichen, insbesondere im Zuge sportlicher Aktivitäten geschaffen. Durch die Ableitung der Feuchtigkeit mittels Kapillarwirkung über Textilrippen von der Haut weg zu einer textilen Oberfläche wird eine Verlagerung der Verdunstungsfläche erzielt. Diese Verlagerung hat eine kontinuierliche Trocknung der Hautoberfläche zur Folge.
In anderer Weiterbildung der Erfindung wird die Entfeuchtung der Hautbereiche da- durch optimiert, dass die Körperwärme mit Hilfe von Luftkammern genutzt wird, um den Feuchtefluss durch die Textilrippen zu beschleunigen.
Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeich- nung dargestellt und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen : Figur 1 die Ansicht eines Menschen mit klimaregulierender Bekleidung von vorne ; Figur 2 die Ansicht von rechts des in Figur 1 dargestellten Menschen ; Figur 3 die Ansicht von hinten des in Figur 1 dargestellten Menschen und Figur 4 die vergrößerte Darstellung des mit"X"gekennzeichneten Bereichs in Figur 3 auf der der Haut abgewandten Seite ; Figur 5 der in Figur 4 dargestellte Ausschnitt auf der der Haut zugewandten Seite ; Figur 6 den Schnitt entlang der Linie VI-VI in Figur 4 ; Figur 7 den Schnitt entlang der Linie VII-VII in Figur 4 ; Figur 8 einen Querschnitt durch ein klimaregulierendes Element ; Figur 9 eine schematische Darstellung eines bereichsweisen Textilmixes im wellenförmig angeordneten Gewebe ; Figur 10 die Ansicht auf die der Haut zugewandten Seite des Elementes und Figur 11 eine schematische Darstellung des Verfahrens zur Hautentfeuchtung.
Bei dem als Ausführungsbeispiel gewählten Bekleidungsstück handelt es sich um einen Overall. Der Overall bedeckt den dargestellten Menschen vom Hals bis zu den Handgelenken bzw. den Fussgelenken. Das Bekleidungsstück weist unterschiedliche Klimazonen 1,2 auf. Die Klimazonen 1,2 sind aus verschiedenen Materialien her- gestellt. Die Verwendung von Materialkombinationen wie beispielsweise Schurwolle mit Elastofaserwerkstoffen, beispielsweise Elastan, Hohlkammerfasern ist möglich.
Die Klimazonen 1 sind aus Netzstrickgewebe oder dergleichen, die Klimazonen 2 aus Materialien unterschiedlicher Dicke und/oder mehrlagig ausgebildet.
Die aus Netzstrickgewebe hergestellte Klimazone 1 ist im Wesentlichen in Form ei- nes Klimakanals 11 ausgebildet. Der Klimakanal 11 trägt dazu bei, Feuchtigkeit aus den besonders durch Schweißanfall belasteten Bereich abzuleiten. Er verläuft von dem Bereich der Achselhöhlen in Richtung des Rückens über den Beckenbereich bis in den Gesäßbereich. Ein weiterer Klimakanal 12 erstreckt sich vom Brustbereich des Kleidungsstücks seitlich senkrecht entlang des Kleidungsstücks vom Oberkörper entlang der Beine bis zum Fußgelenk.. Ein dritter Klimakanal 13 ist im Bereich ober- halb des Oberschenkels vorgesehen, und umgibt diesen ringförmig. Die Klimakanäle 11,12, 13 sind aus speziellem Netzstricl<gewebe hergestellt, bei dem nur 80% der Haut von dem verwendeten Garn bedeckt sind. Hierdurch ist eine optimale Luftzirku- lation hervorgerufen.
Darüber hinaus ist eine weitere Klimazone 1 aus Netzstrickgewebe in Form einer Klimafläche 14 im Bereich der Kniekehlen angeordnet. Die Klimafläche 14 ist aus sehr dünnem Gewebe hergestellt, das den auftretenden Schweiß absorbiert und eine Verdunstung ermöglicht. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels ist die Anord- nung einer solchen Klimafläche auch im Bereich der Achselhöhlen und Armbeugen möglich. Weiterhin ist auf der Innenseite der Oberschenkel eine Klimafläche 15 vor- gesehen. Die Klimafläche 15 besteht ebenfalls aus sehr dünnem Material, was in der durch hohe Körpertemperaturen bei sportlicher Betätigung belasteten Oberschenkel- Innenseite zu einer guten Klimaregulierung führt.
Die Klimazonen 2 sind über das Kleidungsstück verteilt angeordnet. Im Bereich der Schultern ist die mit 21 gekennzeichnete Klimazone aus einer Vielzahl parallel zuein- ander angeordneter Rippen 211 gebildet. Zwischen den Rippen sind vorzugsweise Dehnungsfugen 212 angeordnet, die ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit gewähr- leisten. Es handelt sich bei der Klimazone 21 um ein Stretch-Rippengewebe. Durch die Rippen 211 ist eine Art Polsterung hervorgerufen. In Abwandlung des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels kann die Klimazone 21 auch eine fei- nere Rippenstruktur oder eine Waffelstruktur aufweisen.
Eine weitere, mit 22 gekennzeichnete Klimazone ist in Form einer Verstärkung im Bereich der Ellbogen sowie im Bereich der Knie (Bezugsziffer 23) vorgesehen. Auch hier sind zwischen den rippenartigen Verstärkungen 221,231 Dehnungsfugen 222, 232 angeordnet, die ein Höchstmaß an Bewegungsfreiheit ermöglichen. Die Rippen 211, 221,231 sind vorzugsweise aus Nylon hergestellt. Die Klimazonen 21,22, 23 dienen einerseits der Polsterung, um insbesondere bei sportlichen Aktivitäten die Gefahr von Verletzungen zu reduzieren. Darüber hinaus sind die Bereiche auch geeignet, die durch Feuchtigkeit, welche nicht durch Schweiß hervorgerufen ist, hochbelasteten Bereiche der Bekleidung gegen Eindringen dieser Feuchtigkeit zu schützen. Gleichzeitig verhindern die Klimazonen 21,22, 23 ein Auskühlen, bei- spielsweise durch Zugluft. Die Polster sind aus Kunststoffgarnen oder Compound- Gewebe oder ähnlichen Materialien hergestellt. Die Klimazonen 21,22, 23 sind aus klimaregulierendem Gewebe, vorzugsweise in Rippenstrickart, hergestellt. Bei dieser Strickart liegt das Gewebe nicht vollständig auf der Haut auf, wodurch mehr Luft an die Haut gelangen kann. Im Ausführungsbeispiel sind die Bereiche 21,22, 23 aus Nexten hergestellt. Seitlich benachbart zu den Klimazonen 23 sind Dehnungszonen 28 angeordnet, die eine vertikal ausgerichtete Rippenstruktur aufweisen. Die Zonen 28 bewirken eine optimale Anpassung des Bekleidungsstücks an den Körper bei jeder Bewegung.
Zwischen den Klimakanälen 11 und 13 ist im Becken-und Gesäßbereich eine rip- penartige Klimazone 24 ausgebildet, die im Ausführungsbeispiel vertikal ausgerichtet ist. Die Klimazone 24 erstreckt sich ringförmig auch auf die Vorderseite des Beklei- dungsstücks. Die Klimazone 24 besteht aus Rippen 241, die eine größere Material- stärke aufweisen als die dazwischen angeordneten Fugen 242, die im Ausführungs- beispiel als Klimakanäle ausgebildet sind. Durch die dickere Ausbildung der Rippen 241 ist der Körper einerseits gegen Auskühlen, andererseits durch die dazwischen als Klimakanäle ausgebildeten Fugen gegen Überhitzen geschützt. Anders als im dargestellten Ausführungsbeispiel ist auch die Aufteilung der Klimazone 24 in ein- zelne kleinere Zonen möglich, die von den Luftkanälen 11,12, 13 unterbrochen bzw. begrenzt sein können.
Zusätzlich zu den Klimazonen 1,2 kann das Kleidungsstück mit Polstern versehen sein, wobei insbesondere sogenannte Stabpaddings 25 Verwendung finden können.
Vorzugsweise können diese Paddings im Bereich der Unterschenkel sowie der Un- terarme angeordnet sein. Die Paddings sind vorzugsweise aus Hohlkammer-Fasern hergestellt, die mit Wolle oder Baumwolle umsponnen sind. Die Hohlkammer-Kunst- stoffgarne sind besonders stark stoss-und druckdämpfend. Zudem können im Achil- lessehnen-Bereich Polster vorgesehen sein, um Abrieb bei hochgeschlossenen Schu- hen zu vermindern. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine leichte Aufpolsterung im Bereich der Oberschenkel vorzusehen, um auch in diesem Bereich die Gefahr eines Auskühlen bzw. eines Eindringens von Feuchtigkeit zu reduzieren.
Im Bereich der Fußgelenke sind auf der Bein-Innenseite weitere Polster 26 angeord- net (Figur 1). Die Polster 26 dienen zur Vermeidung von Druckstellen. Zusätzlich tragen die Polster 26 zu einem optimalen Sitz des Bekleidungsstücks bei. In Ab- wandlung des Ausführungsbeispiels können auch auf der Bein-Außenseite Polster 26 vorgesehen sein.
Das Bekleidungsstück weist darüber hinaus eine Rücken-Klimazone 27 auf. Die Kli- mazone 27 weist eine im Wesentlichen dreieckige Form auf. Sie besteht aus Stegen 271, die horizontal ausgerichtet sind. Die Stege 271 haben einen angenähert gerun- deten Querschnitt, der im Ausführungsbeispiel einen Durchmesser von ca. 5 mm aufweist. Die Stege 271 stehen mit der Haut in Kontakt, woraus sich-wie in den Figuren 6 und 7 zu erkennen-eine schlauchartige Form ergibt, die innen hohl ist.
Zwischen den Stegen 271 sind der Haut abgewandt Streifen 272 vorgesehen, die im Ausführungsbeispiel eine Breite von ca. 6 bis 10 mm aufweisen. Sie stehen in der Regel nicht mit der Haut in Kontakt. Die Streifen 272 sind abschnittsweise über Brücken 273 miteinander verbunden. Durch diese Ausbildung steht insgesamt nur ein geringer Teil-je nach Ausbildung nur 20%-des Materials der Rücken-Klimazone 27 mit der Haut in Kontakt. Durch die schlauchartige Ausbildung der Stege 271 ist eine Vergrößerung der Oberfläche hervorgerufen, wodurch eine bessere Luftzirkula- tion erzielt ist. Sie dienen zugleich als Distanzhalter und haben die Wirkung eines Dochtes, der überflüssigen Schweiß auffängt, aufsaugt und die am Rücken auftre- tende Feuchtigkeit horizontal an die seitlich benachbarten Bereiche der Rücken-Kli- mazone 27 abtransportiert. In diesen Bereichen des Kleidungsstücks, die sich an Stellen geringeren Schweißanfalls befinden, kann die Feuchtigkeit dann verdunsten.
Die entstehenden Luftpolster wirken gleichzeitig isolierend. Hierdurch ist gerade im durch hohen Schweißanfall gekennzeichneten Rückenbereich eine gute Klimaregu- lierung geschaffen. In Abwandlung des Ausführungsbeispiels besteht die Möglich- keit, auf der der Haut zugewandten Seite ein auf der Haut aufliegendes netzartiges Gewebe vorzusehen, wodurch zwischen den nicht mit der Haut in Berührung ste- henden Streifen 272 und dem Gewebe zusätzlich Luftkammern gebildet sind.
Im Bereich der Waden ist das Bekleidungsstück mit Luftfallen 29 versehen. Die Luftfallen 29 weisen eine zur Rücken-Klimazone 27 im Wesentlichen vergleichbare Ausbildung auf, die im Ausführungsbeispiel horizontal ausgerichtet ist. Sie bestehen aus Stegen 291 und dazwischen angeordneten Streifen 292. Durch die hier eben- falls geschaffenen Luftpolster ist der Körper gegen Auskühlen geschützt. Die dazwi- schen ausgebildeten Streifen 292 bewirken zudem eine Dehnbarkeit des Kleidungs- stücks in diesem Bereich, der eine außerordentliche gute Anpassung an jede Art Bewegung zur Folge hat.
Zur Bildung von Klimazonen können in dem Kleidungsstück weiterhin Klimaelemente zum Einsatz kommen, um das Kleidungsstück optimal auf bestimmte Körperstellen und deren Schweißanfall abzustimmen. Das beispielhaft in Figur 8 dargestellte Kli- maelement 3 basiert auf einem Gewebe 32, welches wellenförmig angeordnet ist.
Das so angeordnete Gewebe 32 wird an seiner Oberseite von einem Haltegewebe 33 überdeckt. Das Element 3 liegt auf der mit Schweißperlen 35 benetzten Haut 34 elastisch auf. Das Element 3 weist darüber hinaus Hohlräume 36 und 37 auf. Das Gewebe 32 und das Haltegewebe 33 sind im Ausführungsbeispiel nach Figur 8 mit einer Beschichtung 38 versehen.
Durch die wellenförmige Anordnung des Gewebes 32 ist eine wechselseitige Anein- anderreihung von Stegen 321 und Rippen 322 erzielt. Die Rippen 22 bilden mit dem Haltegewebe 33 den Hohlraum 37. Zwischen den Stegen 321 des Elementes und der Haut 34 sind die Hohlräume 36 gebildet. Die Hohlräume 36 werden an ihren Seiten begrenzt durch die auf der Haut 34 aufliegenden Rippen 322. Die Stege 321 weisen im Ausführungsbeispiel die doppelte Breite wie die Rippen 322 auf.
Das Element 3 ist aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Der Rippengrund 3221 ist aus einem Material A hergestellt. Dieses Material ist geeignet, Feuchtigkeit, insbesondere in Form von Schweiß, besonders schnell aufzunehmen. Die Rippen- wände 3222 sind aus einem Material B hergestellt. Dieses hat eine Dochtfunktion, die bewirkt, dass der Schweiß von der Haut 34 weg in Richtung der Stege 321 transportiert wird. Die Stege 321 bestehen aus einem Material C. Das Material C ist in der Lage, die vom Material B in Richtung der Stege 321 geförderte Feuchtigkeit an die Umgebung abzugeben, also für eine Verdunstung Sorge zu tragen. Die Verdunstungsfläche ist dabei von der Haut 34 wegverlegt. In den Übergangsberei- chen zwischen den einzelnen Materialien ist eine Mischung der Materialien möglich.
So befindet sich zwischen den Materialien A und B bzw. B und C jeweils eine Materialkombination, wie dies auch Figur 9 zu entnehmen ist.
Aufgrund der sehr schmalen Ausführung der Rippen 322 kommt es zu einer nur punktuellen Berührung des Elementes 3 mit der Haut 34. Dabei sind die mit der Haut in Berührung stehenden Rippengrunde 3221 nicht ganz so hydrophob, wie die übri- gen Bereiche des Elementes. Durch die kapillare Wirkung (Dochtwirkung) der Rip- penwände 3222 von der Haut 34 weg, entsteht auch bei äußerst hohem Schweiß- anfall 35 ein trockenes Gefühl auf der Haut. Darüber hinaus ist durch die Verwen- dung verschiedener Materialien ein optimierter Fluss der Feuchtigkeit erzielt. Durch die von der Haut 34 abstrahlende Körperwärme wird der Fluss der Feuchtigkeit nach außen zusätzlich unterstützt.
Das Gewebe 32 und das Haltegewebe 33 sind im Ausführungsbeispiel nach Figur 8 - abschnittsweise-mit einer Beschichtung 38 versehen. Die Beschichtung 38 er- folgt vorzugsweise galvanisch. Sie besteht aus Kupfer, Gold, Polytetrafluorethylen oder - besonders bevorzugt-aus Silber. Mit Hilfe der unterschiedlichen Beschichtungen sind unterschiedliche Wirkungen erzielbar. Beispielsweise kann mit Hilfe von Kupfer bzw. Silber eine antifungizide Wirkung erzielt werden. Eine Beschichtung aus Poly- tetrafluorethylen bewirkt dagegen eine Reduzierung der Reibung auf der Haut.
Der Hohlraum 36 hat die Funktion einer Luftkammer und dient als Wärmespeicher, der den Steg 321 aufheizt. Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird das Gewebe 32 mit Textilrippen 322 angefertigt, mit dem Feuchtigkeit mittels Kapillarwirkung von der Haut 34 weg zu den Stegen 321, die die textile Oberfläche bilden, geleitet wird. Durch die hierdurch beschleunigte Verdunstung 351 auf der verhältnismäßig großen Oberfläche des Steges 321 wird ein Unterdruck in den anliegenden Rippen- wänden 3222 bewirkt, der wiederum eine Erhöhung des Feuchteflusses weg von der Haut 34 indiziert. Die Verdunstungsleistung der Stege 321 ist somit um so hö- her, um so mehr Wärme von der Haut 34 abgegeben wird.
In Figur 11 ist schematisch die Arbeitsweise des Verfahrens bei sportlicher Aktivität dargestellt. Darin bezeichnet TH die Temperatur der Haut (entspricht angenähert der Körpertemperatur), TK die Temperatur in der Luftkammer und TU die Umge- bungstemperatur. Es ist dabei der Fall dargestellt, dass die Umgebungstemperatur TU geringer ist als die Hauttemperatur TH, woraus folgt, dass die Temperatur in der Luftkammer TK geringer ist als die Hauttemperatur, aber größer als die Umge- bungstemperatur. Es wird somit eine anforderungsgerechte Hautentfeuchtung be- wirkt. Befindet sich der Körper in Ruhe, wird wenig Wärme von der Haut abgegeben und es liegt eine geringe Entfeuchtungsleistung vor-sowie ein geringes Schweiß- aufkommen. Im Zuge sportlicher Aktivität steigt die Schweißbildung an sowie auch die Hauttemperatur, wodurch eine ebenfalls hohe Entfeuchtungsleistung bewirkt wird.
In Form der als Luftkammern fungierenden Hohlräume 36 und 37 sind außerdem Bereiche vorgesehen, die als Luftpuffer dienen. Hierdurch ist eine weitere Verbesse- rung der Klimaregulierung hervorgerufen. Die Luftkammer 37 wird nämlich ebenfalls kontinuierlich durch die von der Haut abgestrahlte Wärme aufgeheizt. Hierdurch ist insbesondere bei kalten Witterungsbedingungen ein Puffer zwischen der aufgeheiz- ten Haut und der kalten Umgebungsluft geschaffen, sodass sich ein angenehmes Tragegefühl einstellt. Zudem bewirkt die insgesamt elastische Ausbildung des Elementes eine Kompressionswirkung, die die Blutdruckerhaltung verbessert, wo- durch die Zellversorgung gesteigert ist. Zudem ist eine Verringerung der Muskelvi- bration indiziert. Bevorzugt kommt bei der Herstellung des Elementes keine geschnit- tene Ware zum Einsatz.
Das erfindungsgemäße Kleidungsstück berücksichtigt durch das Vorsehen verschie- dener Klimazonen 1,2, unter partieller Verwendung von Klimaelementen 3, die ins- besondere bei sportlicher Betätigung auftretenden unterschiedlichen Belastungen. So sind in Zonen, in denen beim Sport hohe Körpertemperaturen und hoher Schweißanfall auftreten (beispielsweise Kniekehlen, Rücken, Oberschenkel-Innen- seite) Klimazonen vorgesehen, die einen Hitzestau vermeiden und auftretenden Schweiß von der Haut abführen sowie die Verdunstung verbessern. In Körperzonen, in denen auch bei sportlichen Aktivitäten die Körpertemperatur kaum ansteigt und auch der Schweißanfall unterdurchschnittlich ist (beispielsweise Knie, Ellbogen, Becken) sind Klimazonen vorgesehen, die ein Kältegefühl vermeiden. Insgesamt ist hierdurch der Leistungsbereich des Körpers erweitert.
Soweit in der Beschreibung und den Ansprüchen von einem Bekleidungsstück die Rede ist, beschränkt sich die Erfindung nicht allein auf eine solche einteilige Ausbil- dung ; vielmehr können einzelne oder alle Klimazonen auch auf mehrere Kleidungs- stücke verteilt sein, beispielsweise in Form eines Oberteils und einer Hose. Auch die Kombination einzelner oder aller Merkmale der Erfindung in getrennten Bekleidungs- stücken ist im Rahmen der Erfindung mitumfasst. Die Merkmale der Erfindung kön- nen sowohl in Unterbekleidung als auch in Oberbekleidung vorgesehen sein.
