BRÜGGEMANN, Rolf (Hochmoor 112, Gescher, 48712, DE)
GERNEMANN, Norbert (In der Grafschaft 12, Rhede, 46414, DE)
BÜDDING, Rolf (Schilderinksweide 1, Bocholt, 46395, DE)
FUGAFIL-SARAN GMBH (Ostring 22, Raesfeld, 46348, DE)
BRÄUER, Carsten (Nachtigallenweg 41, Bocholt, 46395, DE)
BRÜGGEMANN, Rolf (Hochmoor 112, Gescher, 48712, DE)
GERNEMANN, Norbert (In der Grafschaft 12, Rhede, 46414, DE)
BÜDDING, Rolf (Schilderinksweide 1, Bocholt, 46395, DE)
| PATENTANSPRÜCHE Faden (4, 5) zur Herstellung eines eine Maschenstrukturaufweisenden Flächengebildes (2) für ein Insektenschutzgitter (1), welcher im wesentlichen aus einem triboelektrisch durch einen Luftstrom aufladbaren Trägerstoff besteht, dadurch gekennzeichnet, dass er, insbesondere vollständig, mit einer einen hydrophoben Beschichtungsstoff aufweisenden Beschichtung (11) versehen ist. Faden (4, 5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerstoff einen, vorzugsweise monofilen, Polymerstoff, insbesondere Polyester, umfasst. Faden (4, 5) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschichtungsstoff ein Fluorpolymer, insbesondere PTFE, umfasst. Faden (4, 5) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d a d u r c h gekennzeichnet, dass eine Stärke aus dem Intervall 0,1 mm bis 0,2 mm ausgewählt ist. Flächengebilde, insbesondere Gewebe (2), Gewirk und/oder Gestrick, für ein Insektenschutzgitter (1) mit einer Anzahl in einer Maschenstruktur angeordneter Fäden (4, 5), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der Fäden (4, 5) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ausgestaltet sind. Flächengebilde (2) nach Anspruch 5, d a d u r c h gekennzeichnet, dass eine Weite 10) der Maschenstruktur mindestens 0,7mm beträgt. Flächengebilde (2) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschenstruktur an Bindungspunkten (6) miteinander mittels eines Klebemittels verfestigte Kettfäden (4) und Schussfäden (5) umfasst, wobei das Klebemittel insbesondere Polyesterharz, vorzugsweise in wässriger Lösung, umfasst. Flächengebilde (2) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, d a d u r c h gekennzeichnet, dass die Maschenstruktur an Bindungspunkten (6) miteinander verschweißte Kettfäden (4, 5) und Schussfäden (4, 5) umfasst. Insektenschutzgitter (1), gekennzeichnet durch ein Flächengebilde, vorzugsweise Gewebe (2), nach einem der Ansprüche 5 bis 8. Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes, insbesondere Gewebes (2), nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei auf einen im wesentlichen aus einem triboelektrisch durch einen Luftstrom aufladbaren Trägerstoff bestehenden Faden (4, 5) eine einen hydrophoben Beschichtungsstoff aufweisende Beschichtung (11) aufgetragen wird, vorzugsweise, indem das Flächengebilde (2) durch einen mit einem den Beschichtungsstoff enthaltenden Medium gefüllten Behälter gezogen wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächengebilde (2) durch ein den Beschichtungsstoff, vorzugsweise in Dispersion, insbesondere mit Wasser verdünnt, enthaltendes Medium gezogen wird. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer Maschenstruktur angeordneten Kettfäden (4) an Bindungspunkten (6) mit Schussfäden (5), insbesondere mittels Ultraschall, verschweißt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, d a d u r c h gekennzeichnet, dass die in einer Maschenstruktur angeordneten Kettfäden (4) an Bindungspunkten (6) mit Schussfäden (5) mittels eines Klebemittels verklebt werden, wobei das Klebemittel insbesondere in dem Medium enthalten ist. |
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Faden zur Herstellung eines eine Maschenstruktur aufweisenden Flächengebildes für ein
Insektenschutzgitter, welcher im wesentlichen aus einem triboelektrisch durch einen Luftstrom aufladbaren Trägerstoff besteht.
Ferner betrifft die Erfindung ein Flächengebilde, insbesondere Gewebe, Gewirk und/oder Gestrick, für ein Insektenschutzgitter mit einer Anzahl in einer Maschenstruktur angeordneten Fäden. Die Erfindung betrifft außerdem ein Insektenschutzgitter.
Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes, insbesondere Gewebes, nach einem der Ansprüche 5 bis 8.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung werden unter dem Begriff Gewebe manuell oder maschinell gefertigte Erzeugnisse der Weberei aus mindestens zwei, insbesondere rechtwinklig oder nahezu rechtwinklig, verkreuzten Fadensystemen verstanden. Unter den Begriffen Gewirk bzw. Gestrick werden Maschenwaren verstanden, bei denen eine
Fadenschlinge in eine andere geschlungen wird. Beim Gestrick wird jedoch eine Masche neben der anderen hergestellt (Faden verläuft horizontal, entlang einer Maschenreihe), während beim Gewirk der Faden übereinanderstehende Maschen bildet (Faden verläuft senkrecht und bildet mit dem benachbarten Faden ein Maschenstäbchen). Fäden, Flächengebilde sowie Verfahren der eingangs genannten Art sind insbesondere aus der DE 100 53 229 A1 bekannt. Dabei dienen die aus den gattungsgemäßen Fäden hergestellten Gewebe in einem
Insektenschutzgitter einerseits als Schutz gegen das Eindringen von Insekten, wenn das Insektenschutzgitter in geeigneter weise hinter einem offenbaren Fester angebracht ist. Es ist dann, wie allgemein bekannt, möglich, das Fenster, beispielsweise zum Lüften, zu öffnen, ohne dass Insekten in den Raum eindringen können.
In der Regel wird zur Herstellung des Insektenschutzgitters ein Gewebe in einen geeigneten Rahmen eingespannt, der hinter dem Fensterrahmen montiert wird. Generell besteht hier die Anforderung, dass das Gewebe insgesamt eine möglichst hohe Durchlässigkeit für Licht und Luft bietet und dabei möglichst unsichtbar ist.
Zum anderen kann das bekannte Gewebe dazu verwendet werden, eine Filterwirkung gegen Pollen zu erzielen. Um diese Wirkung zu erzielen, wird in der DE 100 53 229 A1 zum einen vorgeschlagen, die freie Fläche einer Masche der Maschenstruktur des bekannten Gewebes im Bereich zwischen 300 und 90.000 pm zu dimensionieren. Zum anderen ist in der DE 100 53 229 A1 zur Erzielung einer Filterwirkung gegenüber Pollen vorgeschlagen, das Gewebe elektrostatisch aufzuladen. Zum
elektrostatischen Aufladen wird gemäß diesem Stand der Technik vorgeschlagen, einen Werkstoff an dem Gewebe zu reiben das Gewebe, mit einem Fön, Gebläse, Ventilator oder Lüfter, zu durchströmen oder eine vollflächig an das Gewebe angebrachte Polymerfolie von dem Gewebe zu entfernen. Durch das Zusammenwirken der gewählten Dimensionierung für die Maschenweite und die Aufladung des Gewebes kann im Stand der Technik die Filterwirkung gegenüber Pollen erreicht werden, unter
Ausnutzung des Umstands, dass die Pollen in der Regel elektrisch geladen sind.
Eine ähnliche Vorgehensweise ist auch aus der DE 44 14 728 A1 vorbekannt. In dieser Schrift wird vorgeschlagen, durch die Aufladung von netzförmigen Geweben aus synthetischen hochpolymeren Fasern ein elektrisches Feld zwischen dem Allergen und dem Gewebe auszubilden, welches zur Filtration genutzt werden soll. Nachteilig an den bekannten Geweben und den entsprechenden Fäden ist jedoch, dass die Benutzung äußerst unbequem ist, denn das Aufbringen der Ladung muss vom Anwender je nach Umgebungsbedingungen häufig wiederholt werden. Insbesondere bei einem Ansteigen der Luftfeuchte oder bei Regen entlädt sich das bekannte Gewebe mit Nachteil. Für diesen Fall sieht die DE 100 53 229 A1 vor, dass das Gewebe getrocknet werden muss und anschließend mit einem geeigneten Polymerwerkstoff mittels Reibung erneut aufgeladen werden muss. Alternativ wird zur Wiederaufladung des Gewebes Trocknung und Wiederaufladung in einem Arbeitsgang allein durch das intensive Durchströmen des Gewebes mit partikelbeladener Luft bei Anwenden eines Haushaltsfönes
vorgeschlagen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind jedoch für den Benutzer mit Nachteil sehr unpraktisch und erfordern ein aktives Handeln.
Ein weiterer Nachteil des aus DE 100 53 229 A1 bekannten Gewebes ist, dass deren Maschenweite im Vergleich zu nur auf den Insektenschutz optimierten Geweben fast um eine Größenordnung kleiner ist, was sich nachteilig auf die Luft- und Lichtdurchlässigkeit und die angestrebte weitgehende Unsichtbarkeit des Gewebes auswirkt.
Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Faden, ein Flächengebilde sowie ein Insektenschutzgitter der eingangs genannten Art anzugeben, welches einen wirksamen Schutz gegen Insekten gleichermaßen wie gegen Pollen bei unterschiedlichen Umgebungsbedingungen gewährleistet.
Der vorliegenden Erfindung liegt außerdem die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Gewebes vorzuschlagen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem Faden zur Herstellung eines eine Maschenstruktur aufweisenden Flächengebildes dadurch gelöst, dass der Faden im wesentlichen aus dem triboelektrisch durch einen Luftstrom aufladbaren Trägerstoff besteht, welcher, insbesondere vollständig, mit einer einen hydrophoben Beschichtungsstoff
aufweisenden Beschichtung versehen ist. Es wurde überraschend festgestellt, dass erfindungsgemäß mit einer hydrophoben Beschichtung versehene Fäden sich an der Luft selbsttätig statisch aufladen, ohne dass es einer aktiven Aufladung, wie im Stand der Technik vorgesehen, bedarf. Ein erfindungsgemäßer Faden ist daher zur Herstellung eines eine
Maschenstruktur aufweisenden Flächengebildes für ein
Insektenschutzgitter hervorragend geeignet. Denn die Eigenaufladbarkeit und das ebenfalls empirisch beobachtete langfristige Unterbinden einer Ableitung der elektrostatischen Aufladung bei geeigneter Wahl des
Trägerstoffs lässt es mit Vorteil zu, die Maschenweite eines aus dem erfindungsgemäßen Faden hergestellten Gewebes für ein
Insektenschutzgitter in einer für reine Insektenschutzgitter üblichen Größenordnung zu wählen und dennoch nicht nur einen Schutz gegen Insekten sondern auch eine Filterwirkung gegenüber den viel kleineren Pollen zu erzielen. Mit Vorteil eignet sich der erfindungsgemäße Faden somit auch zur Herstellung eines Gewebes mit bestmöglicher Licht- und Luftdurchlässigkeit bei geringer Sichtbarkeit. Die genannten vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäßen Fadens werden insbesondere erzielt, wenn der Trägerstoff einen, vorzugsweise monofilen, Polymerstoff, insbesondere Polyester, umfasst. Im Rahmen der Erfindung eignen sich im Prinzip jedoch alle Materialien, die in einer triboelektrischen Spannungsreihe an anderer Position als Luft bzw. übliche luftenthaltende Partikel geführt sind. Das Auffinden anderer geeigneter Trägerstoffe wird dem Fachmann insofern im Rahmen seines Könnens keine Probleme bereiten.
In bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Fadens umfasst der Beschichtungsstoff ein Fluorpolymer, insbesondere PTFE (Polytetrafluorethylen). Es hat sich gezeigt, dass dieses Material für den Trägerstoff hinsichtlich der Aufbringbarkeit auf dem Trägerstoff einerseits und hinsichtlich der hydrophoben Wirkung andererseits besonders geeignet ist. Wenn in Ausgestaltung der Erfindung der erfindungsgemäße Faden eine Stärke ausgewählt aus dem Intervall 0,1 mm bis 0,2 mm aufweist, erhält man ein Optimum hinsichtlich der grundsätzlich angestrebten geringen Sichtbarkeit des Gewebes einerseits und der dabei erforderlichen
Festigkeit des Gewebes auf der anderen Seite. Als besonders geeignet hat sich in diesem Zusammenhang eine Fadenstärke von 0,15 mm erwiesen.
Die auf ein Flächengebilde für ein Insektenschutzgitter mit einer Anzahl in einer Maschenstruktur angeordneter Fäden gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zumindest einige der Fäden nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ausgestaltet sind. Das Gewebe kann auf diese Weise erfindungsgemäß auch bei einer die typischen
Ausdehnungen von Pollen deutlich übersteigenden Maschenweite eine Filterwirkung gegenüber Pollen erhalten, ohne dass vom Benutzer irgendwelche aktiven Maßnahmen erforderlich sind, um das Gewebe elektrisch aufzuladen.
Insbesondere beträgt in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Flächengebildes eine Weite der Maschenstruktur mindestens 0,7 mm. Zweckmäßig wird die Maschenweite so groß gewählt, dass sie gerade noch unter der Durchschlupfgröße liegt, die störende Insekten davon abhält, das Flächengebilde, insbesondere Gewebe, zu passieren, um unter dieser Randbedingung eine möglichst große Luft- und
Lichtdurchlässigkeit bei geringer Sichtbarkeit des Flächengebildes zu gewährleisten. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Flächengebildes ist vorgesehen, dass die Maschenstruktur an
Bindungspunkten miteinander mittels eines Klebemittels verfestigte
Kettfäden und Schussfäden umfasst, wobei das Klebemittel insbesondere Polyesterharz, vorzugsweise in wässriger Lösung, umfasst. Man erreicht durch eine derartige Verfestigung des Flächengebildes, dass es im ausgehärteten Zustand des Polyesterharzes besonders stabil ist.
Polyesterharze haben in diesem Zusammenhang den Vorteil, dass sie im ausgehärteten Zustand hart und typischerweise klar sind. Sie sind darüber hinaus mit Vorteil weitgehend resistent gegenüber schwachen
Säurenbasen sowie Benzin und Öl.
In Ausgestaltung der Erfindung kann das Flächengebilde auch mit einem Versteifungsmittel, insbesondere umfassend eine Polyurethandispersion, zum Versteifen des Flächengebildes versehen sein. Wenn die Kettfäden und/oder die Schussfäden in anderer günstiger
Ausgestaltung der Erfindung, insbesondere mittels eines Appreturmittels, angeraut sind, erzeugt dies mit Vorteil eine Mattigkeit der Fäden, was zur verbesserten optischen Eigenschaft hinsichtlich der Unsichtbarkeit des Insektenschutzgitters führt. Ferner ist durch die Anrauhung mit Vorteil eine verbesserte Haftung des Klebemittels an den Bindungspunkten
gewährleistet. Auch der hydrophobe Beschichtungsstoff bzw. die diesen Besch ichtungsstoff aufweisende Beschichtung haftet unter Umständen besser auf dem Trägerstoff, wenn eine vorherige Anrauhung des
Trägermaterials vorgenommen wird. In anderer bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Flächengebildes umfasst die Maschenstruktur an Bindungspunkten miteinander verschweißte Kettfäden und Schussfäden. Die
Verschweißung der Kettfäden mit den Schussfäden an Bindungspunkten führt einerseits zu einer besonders guten Verfestigung des
Flächengebildes und stellt andererseits sicher, dass eine
Querschnittfläche der Maschen nicht aufgrund der Verfestigung, etwa durch überschüssiges Klebemittel, vermindert wird. Außerdem haben die verschweißten Bindungspunkte den Vorteil, dass die Anhaftung des hydrophoben Besch ichtungsstoffes nicht durch etwaiges Klebemittel an den Bindungspunkten beeinträchtigt wird, so dass mit Vorteil eine unerwünschte Ableitung der elektrostatischen Aufladung im Bereich der Bindungspunkte wirksam vermieden werden kann. Die Aufgabe wird außerdem gelöst durch ein Insektenschutzgitter, welches durch ein Flächengebilde, insbesondere Gewebe, nach einem der Ansprüche 5 bis 8 gekennzeichnet ist.
Die auf ein Verfahren zur Herstellung eines Flächengebildes gerichtete Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren, bei dem auf einen im
wesentlichen aus einem triboelektrisch durch einen Luftstrom aufladbaren Trägerstoff bestehenden Faden eine einen hydrophoben
Besch ichtungsstoff aufweisende Beschichtung aufgetragen wird, vorzugsweise, indem das Flächengebilde durch einen mit einem den Besch ichtungsstoff enthaltenden Medium gefüllten Behälter gezogen wird. Vorzugsweise durchläuft das Flächengebilde dabei eine mit dem Medium versehene Wanne mit konstanter Geschwindigkeit, um das Gewebe mit dem Medium zu benetzen. Als Behälter eignet sich insbesondere ein Foulard, wie zu vergleichbaren Zwecken aus der Textilindustrie dem zuständigen Fachmann geläufig ist. Die angestrebte Dispersion des hydrophoben Beschichtungsstoffs auf dem Trägerstoff des Fadens des Flächengebildes für ein
Insektenschutzgitter wird in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung besonders wirksam erzielt, wenn das Flächengebilde durch ein den Besch ichtungsstoff, vorzugsweise in Dispersion, insbesondere mit Wasser verdünnt, enthaltenes Medium gezogen wird.
Das Erfindungsgemäße Verfahren wird noch verbessert, wenn die in einer Maschenstruktur angeordneten Kettfäden an Bindungspunkten mit
Schussfäden, insbesondere mittels Ultraschall, verschweißt werden. Wie weiter oben erläutert, lässt sich hiermit eine sehr stabile Verfestigung des Flächengebildes erzielen, ohne dass die effektive lichte Maschenweite an den Bindungspunkten verringert wird und ohne, dass eine Anhaftung der hydrophoben Beschichtung auf dem Trägermaterial der Fäden in dem Bereich der Bindungspunkte, etwa durch Wechselwirkung mit einem Klebemittel, beeinträchtigt wird.
Bekanntlich wird beim Ultraschallschweißen durch eine hochfrequente mechanische Schwingung durch Reibung zwischen den zu
verschweißenden Fäden Wärme erzeugt, wie dem Fachmann bekannt. Das Ultraschallschweißen hat im Zusammenhang mit dem
erfindungsgemäßen Verfahrene den Vorteil, dass sich geringe
Schweißzeiten erzielen lassen.
In anderer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die in einer Maschenstruktur angeordneten Kettfäden an Bindungspunkten mit Schussfäden mittels eines Klebemittels verklebt werden, wobei das Klebemittel insbesondere in dem Medium enthalten ist.
Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter
Bezugnahme auf eine Zeichnung beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der Zeichnung zu entnehmen sind. Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen versehen.
Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen: Figur 1 Ein Insektenschutzgitter mit einem erfindungsgemäßen Gewebe aus einer Anzahl erfindungsgemäßer Fäden;
Figur 2 a. schematische Schnittansicht entlang der Linie II - II in
Figur 1des Gewebes nach der Erfindung in einer Ausführung mit verschweißten Bindungspunkten; b. Ausschnittsvergrößerung des Ausschnitts b. in Teil a. der Figur.
In Figur 1 ist ein Insektenschutzgitter 1 in schematischer Darstellung zu erkennen. Das Insektenschutzgitter 1 besteht im wesentlichen aus einem erfindungsgemäßen Insektenschutzgewebe 2, welches in einen Rahmen 3 auf nicht näher beschriebene, allgemein bekannte Weise eingefasst ist. Das Insektenschutzgewebe 2 ist aufgebaut aus in der Figur 1 senkrecht verlaufenden Kettfäden 4 und in einem rechten Winkel zu den Kettfäden verlaufenden Schussfäden 5. Die Bezeichnungen Kettfäden und
Schussfaden beziehen sich bekanntlich auf den Herstellprozess beim Weben. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung spielt es jedoch keine Rolle, welche Fäden Kettfäden bzw. Schussfäden sind bzw. bei der Herstellung waren.
Die Kettfäden 4 bilden mit den Schussfäden 5 jeweils an den
Kreuzungspunkten Bindungspunkte 6. Das erfindungsgemäße
Insektenschutzgewebe 2 in Figur 1 weist auf diese Weise eine
Webstruktur mit Maschen 7 auf. Die Kettfäden 4 und Schussfäden 5 sind aus einem Trägerstoff aus monofilen Fäden aus PET
(Polyethylenterephthalate) hergestellt. Auf den Aufbau der Fäden 4,5 wird weiter unten mit Bezug auf Figur 2 näher eingegangen.
Die Figur 2 zeigt schematisch einen Teil eines Schnitts entlang der Linie II-II in Figur 1 durch das erfindungsgemäße Insektenschutzgewebe 2. Die Fadenstärke 8 der Kettfäden 4 beträgt 0,15 mm. Ebenso beträgt die Fadenstärke 9 der Schussfäden 5 0,15 mm. Eine Weite 10 der Maschen 7 beträgt 1 ,1 mm. Die Maschen haben eine quadratische
Querschnittsfläche. Der freie Querschnitt pro Masche beträgt
dementsprechend 1 ,21 mm 2 . Im Rahmen der Erfindung sind auch rechteckige oder beliebige andere Formen der Querschnittsfläche denkbar.
Weiter ist in Figur 2 zu erkennen, dass das Insektenschutzgewebe 2 mit einer hydrophoben Beschichtung 11 versehen ist. Die hydrophobe
Beschichtung 11 ist über die gesamte Oberfläche sowohl der Kettfäden 4 als auch der Schussfäden 5 aufgetragen. Die hydrophobe
Beschichtung 11 besteht aus einer fluorpolymerhaltigen Dispersion. Ein besonders geeignetes Material für die hydrophobe Beschichtung 11 ist PTFE. Wie insbesondere in Figur 2b schematisch angedeutet, sind die
Kettfäden 4 mit den Schussfäden 5 im Bereich der Bindungspunkte 6 verschweißt. Die hydrophobe Beschichtung 11 ist auch über den
Bereichen der Bindungspunkte 6 lückenlos aufgetragen, um die
wasserabweisende Wirkung voll zu entfalten und eine Ableitung der triboelektrischen Aufladung wirksam zu verhindern. Da mit Vorteil weder die Schweißverbindung zwischen den Kettfäden 4 mit den Schussfäden 5 noch die hydrophobe Beschichtung 11 nicht in die Masche 7 hineinragt, verringert sich die Maschenweite 10 praktisch nicht. Die Durchlässigkeit für Licht und Luft bleibt daher entsprechend der Maschenweite 10 unbeschadet der Verschweißung und unbeschadet der hydrophoben Beschichtung 11 erhalten.
Zur Herstellung des Insektenschutzgewebes 2 zur Verwendung in einem Insektenschutzgitter 1 wird erfindungsgemäß ein Ultraschallschweißverfahren zum Herstellen der Bindungspunkte 6 und anschließend ein Beschichtungsverfahren mit Hilfe eines Foulards verwendet.
Dazu wird zunächst das Gewebe mittels Ultraschallschweißung an den Bindungspunkten 6 verfestigt.
Anschließend wird eine Dispersioneines Fluorpolymers, insbesondere PTFE, auf das ultraschallverschweißte Gewebe aufgetragen. Wie zu vergleichbaren Zwecken aus der Textilindustrie bekannt, wird hierzu beispielsweise ein Foulard verwendet. Das Gewebe durchläuft nun mit gleichbleibender Geschwindigkeit eine mit dem der Fluorpolymer-Lösung versehene Wanne. Dabei wird das Insektensch utzgewebe 2 mit
Flüssigkeit benetzt. Anschließend wird das Insektenschutzgewebe 2 zwischen zwei Walzen hindurchgeführt, die überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe herausquetschen. Der Walzenabstand ist variabel, um den Druck, mit dem die überschüssige Flüssigkeit aus dem
Insektenschutzgewebe 2 herausgequetscht wird, einstellen zu können.
Als nächstes wird das etwa handfeuchte Gewebe 2 über einen
sogenannten Spannrahmen geführt, der das Gewebe im Randbereich per Nadelfixierung so hält, das die voreingestellte Gewebebemaßung exakt gehalten wird. Nun wird unter Einfluss von Wärmeluftzufuhr dem
Insektenschutzgewebe 2 die Restfeuchte mittels Kondensierung genommen.
Es entsteht erfindungsgemäß ein ausgehärteter, klarer Film, bestehend aus dem Fluorpolymer, der mit Vorteil eine Ableitung triboelektrisch entstehender Aufladung wirksam verhindert.
Zur Verbesserung der Haftung der hydrophoben Beschichtung 11 kann eine Anrauhung der Fäden kann insbesondere durch Behandlung mit einer schwachen Säure vorgenommen werden. Der Vorteil des Anrauhens der Fäden ist eine verbesserte Haftung der Beschichtung. Das im Rahmen der Erfindung ebenfalls mögliche Auftragen eines Netzmittels auf das Gewebe führt zu einer Herabsetzung der Oberflächenspannkraft der aufzutragenden hydrophoben Beschichtung 11 und wirkt somit mit Vorteil einer störenden Verfensterung der Maschen entgegen.
Im Rahmen der Erfindung kann gleichermaßen das Auftragen der hydrophoben Beschichtung vor der Verfestigung des Gewebes mittels Ultraschallverschweißung vorgenommen werden. Das erfindungsgemäße Insektenschutzgewebe 2 ist somit unter Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens herstellbar.
Das Insektenschutzgewebe lädt sich mit Vorteil gleichsam von selbst auf, wobei die Ladung kaum abgeleitet wird. Aufgrund dessen kann
erfindungsgemäß das Insektenschutzgewebe 2 mit Vorteil trotz einer Maschenweite 0 der Maschen 7, die deutlich größer ist als typische Ausdehnungen von Pollen aufgrund elektrostatischer Effekte eine
Filterwirkung gegenüber Pollen entfalten.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Insektenschutzgitter
2 Insektenschutzgewebe
3 Rahmen
4 Kettfaden
5 Schussfaden
6 Bindungspunkt
7 Masche
8 Fadenstärke
9 Fadenstärke
10 Maschenweite
11 hydrophobe Beschichtung
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