KRUMM, Valentin (Mollenberg 38, Hergensweller, 88138, DE)
Patentansprüche
1. Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte (31) gebildeten Einlegekante (29, 34), gekennzeichnet durch die folgenden
Merkmale: a) in die Einlegekante (29, 34) ist zumindest ein Feld (37) mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger oder Marke, in das Gewebe eingewebt; b) das Feld (37) ist mit einer solchen Breite an das Schussfäden (21 bis 38) aufweisende Grundgewebe (33) seitlich anschließend eingewebt, dass die Enden (32) der eingelegten Schussfaden- Endabschnitte (31) durch das Feld (37) bindungstechnisch abgedeckt sind; c) die Enden (32) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (31) sind an der Oberfläche des Gewebes weder an dessen Oberseite noch an dessen Unterseite sichtbar; wobei d) zumindest Schussfäden (30) des Grundgewebes (33) und Kettfäden des Feldes (37) so aufeinander abgestimmt sind, dass das Feld (37) optisch im Wesentlichen einer mit einem Endlos- Schussfaden erzeugten Gewebekante entspricht.
2. Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildeten Einlegekante (135,136), gekennzeichnet durch die folgenden
Merkmale: a) in die Einlegekante (135, 136) ist zumindest ein Feld (144, 146) mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger, in das Gewebe eingewebt; b) das Feld (144, 146) ist mit einer solchen Breite an das
Schussfäden (137) aufweisende Grundgewebe (140) seitlich anschließend eingewebt, dass die Enden (139) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (138) sich in dem Feld (137) befinden und optisch darin zumindest im Wesentlichen nicht sichtbar sind, wobei c) die Kettfäden des Feldes (137) zumindest in einem Bereich des Feldes (137), in welchem die Schussfaden-Endabschnitte (138) mit ihren Enden (139) angeordnet sind, und zumindest die Enden
(139) der Schussfaden-Endabschnitte (138) farbgleich sind.
3. Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte (138) gebildeten Einlegekante (136), gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale: a) in die Einlegekante (136) ist zumindest ein Feld (145) mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger oder Marke, in das Gewebe eingewebt; b) das Feld (145) ist mit einer solchen Breite an das Grundgewebe
(140) seitlich anschließend eingewebt, dass die Enden (139) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (138) durch das Feld
(145) bindungstechnisch abgedeckt sind; c) die Kettfäden des Feldes (145) sind zumindest in dem Bereich des Feldes (145), in dem die Schussfaden-Endabschnitte (138) mit ihren Enden (139) angeordnet sind, farbgleich mit den Schussfaden-Endabschnitten (138).
4. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37, 38; 144, 145, 146) neben Feld -Kettfäden (9 bis 18; 109 bis 117), die vornehmlich der Ausbildung der alphanumerischen Zeichen, Logos oder einer Farbe dienen, auch auf der Seite der
Gewebekante (51 ; 147) befindliche, also kantenseitige Rand -Kettfäden (1 bis 8; 101 bis 108) sowie auf der Seite des Grundgewebes (33; 140) befindliche Rand-Kettfäden (19, 20) umfasst, wobei diese Rand- Kettfäden (1 bis 8; 19, 20; 101 bis 108) ein Verlaufen des Feldes (37, 38; 144, 145 146) verhindern, dem sauberen übergang zur
Gewebekante (51 ; 147) und zum Grundgewebe (33; 140) dienen und abweichend von den Feld-Kettfäden (9 bis 18; 109 bis 117) beschaffen und/oder eingebunden sind.
5. Gewebe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere auf der Seite des Grundgewebes befindliche Rand -Kettfäden (19, 20) im unmittelbaren Bereich der Enden (32) der Schussfaden- Endabschnitte (31) leinwandbindig angeordnet sind und diese abdecken.
6. Gewebe nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Feld-Kettfäden (9 bis 18; 109 bis 117) in dem Bereich des Feldes (37, 38; 144, 145, 146), in welchem die Enden (32; 139) der Schussfaden-Endabschnitte (31 ; 138) angeordnet sind, und die
Schussfäden (30; 137) des Grundgewebes (33; 140) aus dem gleichen Material bestehen.
7. Gewebe nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Feld-Kettfäden (9 bis 18; 109 bis 117) und Randkettfäden (1 bis
8; 19,20; 101 bis 108) des Feldes (37, 38; 144, 145, 146) mit einstellbarer Spannung an die Eigenschaften der Fäden des Grundgewebes (33, 140) angepasst sind.
8. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37) als durchgängiger Streifen ausgebildet ist.
9. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37) zumindest einen Abschnitt aufweist.
10. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37; 144, 145, 146) so dicht wie möglich an den Rand (51 , 147) des Gewebes gelegt ist, wobei sich lediglich zwei bis sechs Kettfäden (1 bis 6; 101 bis 106) zwischen dem Rand (51 , 147) des Gewebes und dem Feld (37) befinden.
11. Gewebe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen dem Rand (51 , 147) des Gewebes und dem Feld (37; 144, 145, 146) befindlichen Kettfäden (1 bis 6; 101 bis 106) in Leinwandbindung vorgesehen sind.
12. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37; 144, 145, 146) in der Einlegekante (29, 34; 135, 136) eine Mindestbreite von 5 mm, vorzugsweise von 15 bis 20mm, weiter vorzugsweise 15 bis 50 mm aufweist.
13. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Feld (37) als doppellagiges Gewebe auf der Oberseite oder der Unterseite des Grundgewebes (33) angeordnet und mittels Doppeltuchbindungen mit dem Grundgewebe (33) verbunden ist.
14. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass es zumindest ein weiteres Feld (38) im Grundgewebe (33) von der Einlegekante (29, 34) beabstandet, aufweist.
15. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die auf eine Längeneinheit bezogene Anzahl der Kettfäden (21 bis 28; 118 bis 134) des Grundgewebes (40; 140) und die Anzahl der Kettfäden des Feldes (37, 38; 144, 145, 146) gleich sind.
16. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden im Einlegebereich bzw. im Feld (37, 38; 144, 145, 146) gegenüber dem Grundgewebe (40, 140), insbesondere in dem Bereich des Feldes (37, 38; 144, 145, 146), in welchem die Enden (39, 139) der Schussfaden-Endabschnitte (38, 138) liegen, verdichtet eingezogen sind.
17. Gewebe nach einem der Ansprüche 2 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Feld-Kettfäden (109 bis 117) in dem Bereich des Feldes (144, 145, 146), in welchem die Enden (139) der Schussfaden-Endabschnitte
(138) angeordnet sind, und die Schussfäden (137) des Grundgewebes (140) farbgleich sind.
18. Gewebe nach einem der Ansprüche 2 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Feld (144, 145, 146) drei Farbstreifen (141 , 142, 143) als Wiedergabe einer Flagge oder anderer hoheitlicher Zeichen eingewebt sind.
19. Verwendung eines in einer Einlegekante (35, 36; 135, 136) eines Gewebes angeordneten Feldes (37, 38; 144, 145, 146) mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe als
Werbeträger oder als Marke an einer sichtbaren Stelle eines das
Gewebe gemäß einem der Ansprüche 1 bis 18 aufweisenden konfektionierten Kleidungsstückes oder Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstandes. |
GEWEBE MIT EINER EINLEGEKANTE UND VERWENDUNG DES
GEWEBES
Die Erfindung betrifft ein Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden - Endabschnitte gebildeten Einlegekante gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 1 bis 3.
Gewebe dieser Art sind allgemein bekannt. Ferner sind Gewebe mit Namensleisten bekannt. Firmen, welche insbesondere höherwertige Gewebe herstellen, weben eine Namensleiste in das Gewebe ein, wobei die Namensleiste in einem gewissen Abstand zur Gewebekante nach innen in das Grundgewebe hineingelegt ist, und beim späteren Verarbeiten, wie z.B. Konfektionieren des Gewebes, wird die Namensleiste als Abfall entfernt bzw. weggeschnitten. Ein wesentlicher Vorteil des Einwebens einer Namensleiste in das Gewebe bzw. den Stoff besteht darin, dass die Herkunft des Stoffes nicht etwa durch aufgenähte oder aufgeklebte bzw. aufgebügelte Namenszüge gefälscht werden kann. Ein In-das-Gewebe-Hineinlegen einer derartigen Namensleiste hat jedoch den Nachteil, dass relativ viel Abfall entsteht bei der Verarbeitung des Gewebes. Namensleisten in Geweben können beispielsweise in herkömmlicher Weise durch eine Jacquard- Maschine, insbesondere wenn eine hohe Qualität der Namensleiste durch eine relativ hohe Anzahl von Kettfäden in der Namensleiste erzeugt werden soll, oder durch eine Schaftmaschine, wenn eine geringere Qualität der Namensleiste in Folge einer geringeren Anzahl von Kettfäden in der Namensleiste ausreichend ist, erzeugt werden.
Des weiteren gibt es für Jeans, insbesondere im oberen Preissegment, eine modische Entwicklung, den Stoff für derartige hochpreisliche Jeans auf traditionellen Webstühlen herzustellen. Bei den traditionellen Webstühlen wird der Schussfaden mittels eines sogenannten „Schiffchens" in das Webfach eingebracht. Der Schussfaden wird dabei von einer Spule im Schiffchen abgezogen und auf jeder Seite des Gewebes, nachdem das Schiffchen das Webfach vollständig durchquert hat, an der Gewebekante umgelegt und in entgegengesetzter Richtung wieder in das nächste Webfach eingebracht. Dadurch entsteht eine auf einer Schützen-Webmaschine hergestellte
Gewebekante, welche häufig auch als Webstuhlkante bezeichnet wird. Bei dieser Gewebekante ist über die gesamte Breite des Gewebes ein und dieselbe Schussfadendichte vorhanden. Bei einem derartigen Gewebe kann die Namensleiste mit den genannten Jacquard-Maschinen oder Schaftmaschinen immer im Prinzip an jeder Stelle des Gewebes eingewebt werden. Der Nachteil derartiger auf traditionellen Webstühlen hergestellter Gewebe, insbesondere Jeansgewebe, besteht darin, dass deren Produktivität auf Grund extrem niedriger Drehzahlen sehr niedrig ist.
Es wäre nun wünschenswert, eine derartige Namensleiste möglichst dicht an die Gewebekante heranzubringen, damit insbesondere bei Jeans der Namenszug des Herstellers oder des Designers oder andere Informationen in Form eines Logos, alphanumerischer Zeichen oder auch Farben beim fertigen konfektionierten Produkt beispielsweise im umgelegten Saum sichtbar ist bzw. sind.
Hochproduktive Webmaschinen arbeiten heutzutage als
Greiferwebmasch •rinen oder als Luftwebmaschinen. Bei Greiferwebmaschinen wird der Schussfaden in der Regel mechanisch mittels der Greifer in das Webfach eingebracht, wohingegen bei Luftwebmaschinen der Schussfaden in der Regel mittels eines Luftstrahles bzw. Luftimpulses in das Webfach eingetragen wird. Im Folgenden werden nur derartige Gewebe betrachtet, welche eine sogenannte Einlegekante aufweisen. Sowohl der pneumatisch eingebrachte Schussfaden als auch der mechanisch eingebrachte Schussfaden werden für eine derartige Einlegekante, nachdem der Schussfaden das Webfach komplett durchquert hat, an ihren jeweiligen Enden in Richtung des Schussfadens teilweise wieder in das Webfach hinein zurückgeführt, so dass die sogenannte Einlegekante entsteht. Die am Rand des Gewebes wieder eingelegten Schussfadenenden führen dazu, dass im Bereich der Einlegetiefe der Schussfadenendabschnitte eine doppelte Schussfadendichte im Vergleich mit dem übrigen Gewebe, dem sogenannten Grundgewebe, vorhanden ist. Bei mechanisch eingebrachten Schussfäden ist die Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte in der Regel relativ konstant, wobei ein Schwanken der Einlegetiefe dennoch möglich ist, während die Einlegetiefe bei pneumatisch eingebrachten Schussfaden -Endabschnitten in
der Regel in einem gewissen Bereich streut. Bei Greiferwebmaschinen werden üblicherweise Einlegetiefen von ca. 10 bis 12 mm erreicht bzw. erzeugt, wohingegen bei Luftwebmaschinen die Einlegetiefe häufig im Bereich von ca. 5 bis 20 mm liegt.
Mit Greiferwebmaschinen sowie mit Luftwebmaschinen kann zwar eine hohe Produktivität bei der Herstellung von Geweben auch hoher Qualität erzeugt werden. Wenn jedoch Gewebe mit einer Einlegekante hergestellt werden, ist es auf Grund der doppelten Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante nicht ohne weiteres möglich, dort auch noch bzw. überhaupt eine sogenannte Namensleiste bzw. ein Feld mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe anzuordnen. Unter anderem bestehen Schwierigkeiten, eine derartige Namensleiste beispielsweise als Werbeträger im Saum von konfektionierten Jeans anzuordnen, unter anderem deshalb, weil die eingelegten Schussfadenenden aus dem Gewebe herausstehen und dies den hohen ästhetischen Anforderungen insbesondere von hochpreislicher Konfektion nicht entspricht. Weitere Probleme können beispielsweise dadurch auftreten, dass durch die doppelte Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante oder auch im Grundgewebe Wellungen auftreten, welche eine Namensleiste für Werbeträger, bei denen hohe, auch ästhetische Anforderungen erforderlich sind, ungeeignet machen. Darüber hinaus können Probleme dadurch entstehen, dass das Grundgewebe einer thermischen Behandlung, beispielsweise Sanforisieren, unterzogen wird und dabei gegebenenfalls einer Schrumpfung unterliegt, wohingegen das für eine Namensleiste verwendete Fadenmaterial davon abweichende Eigenschaften hat und eine möglicherweise im Webvorgang noch nicht vorhandene Wellung oder Unregelmäßigkeit nach der thermischen Behandlung des Gewebes in Erscheinung treten lässt.
Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die Farbgebung. Kennzeichen hochpreislicher Jeans ist beispielsweise eine typische Webstuhlkante, welche vorwiegend weiß ausgeführt ist und einen in dem weißen Abschnitt angeordneten roten Faden aufweist. Auch sind firmenspezifische Farbstreifen bekannt. Bei Jeansgewebe weisen darüber hinaus die Schussfäden eine andere, häufig weiße Farbe als die der Kettfäden
auf, welche häufig eine blaue Farbe haben. Bei einer Einlegekante ergibt sich somit der Nachteil, dass insbesondere helle Schussfadenenden, insbesondere wenn sie nicht komplett in dem Feld abgedeckt sind, neben bzw. zwischen blauen oder andersfarbigen Kettfäden zumindest teilweise sichtbar sind. Das wird gemäß dem eingangs geschilderten Modetrend jedoch nicht als eine „echte" Jeans-Gewebekante, vor allem nicht im Hochpreissegment, akzeptiert.
Nach einem Stand der Technik gemäß der CH 688 382 A5 wird ein Verfahren zur Herstellung von Geweben der Tucharten Ghutra und Yashmagh für uni sowie für gemusterte Araber-Kopftücher vorgeschlagen. Dabei kommen Greifer- und Projektil-Webmaschinen zur Anwendung. Diese Gewebe haben Einlegekanten, die dort als Lisieren bezeichnet werden und zum Grundgewebe hin durch einen verhältnismäßig schmalen Abschluss- Netzstreifen abgeschlossen werden. Nach dem Vorschlag der CH 688 382 A5 werden die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte in den Abschluss-Kettstreifen eingebunden. Der Abschluss -Kettstreifen weist dabei eine größere Kettfadendichte auf als das Grundgewebe und der größte Breiten bereich der Einlegekante und überdeckt die Enden der Schussfaden- Endabschnitte mit einer Köper- oder Satin-Webbindung. Dadurch soll sich ein gerader, scharf abgegrenzter Webkanten-Abschluss ergeben, so dass der optisch ausgefranst wirkende übergang der normalen Einlegekante zum Grundgewebe vermieden wird. Die Festlegung auf einen schmalen Abschluss- Kettstreifen von bestimmter Bindungsart, der sich zudem im Abstand vom Gewebeband befindet, bedeutet eine Einengung für Zwecke der werbewirksamen Gestaltung.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demgegenüber darin, eine Namensleiste bzw. ein Feld mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe im Bereich einer Einlegekante eines Gewebes in einer derartigen Qualität und derartig dicht am Rand des Gewebes anzuordnen, dass die Namensleiste als Werbeträger bei konfektioniertem Gewebe verwendbar ist und in Verbindung damit ein derartiges Gewebe mit einer derartigen Namensleiste mit hoher Wirtschaftlichkeit herstellbar ist.
Eine erste Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein Gewebe mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1.
Eine zweite Lösung der genannten Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein Gewebe mit den Merkmalen des Anspruchs 2.
Eine dritte Lösung der genannten Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein Gewebe mit den Merkmalen des Anspruchs 3.
Zweckmäßige Ausgestaltungen aller drei Lösungen sind in den rückbezogenen Ansprüchen angegeben.
Die Erfindung bezieht sich gemäß Anspruch 21 auch auf die Verwendung der erfindungsgemäßen Gewebe. Dieser betrifft die Verwendung eines in einer Einiegekante eines Gewebes angeordneten Feldes mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe als Werbeträger oder als Marke an einer sichtbaren Stelle .eines das Gewebe gemäß einem der Ansprüche 1 bis 20 aufweisenden konfektionierten Kleidungsstückes oder Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstandes.
Konfektionierte Kleidungsstücke im Sinne des Anspruchs 21 umfassen vor allem konfektionierte Jacken, Hosen, Hemden, Anzüge und Kostüme, insbesondere aus Jeans-Stoffen, aber auch Sport- und Freizeitkϊeidung für Damen und Herren allgemein; die konfektionierten Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände sind beispielsweise konfektionierte Gardinen und Vorhänge, Bezüge von Stühlen und Polstermöbeln sowie Sitze in Schienen- und Straßenfahrzeugen sowie Flugzeugen.
Die Verwendung gemäß Anspruch 21 erstreckt sich nicht auf arabische Kopftücher, Wickelgewänder, Bettwäsche und Jacquard-gewebte Baumwoll- Damaste.
Allen drei Lösungsvorschlägen ist gemeinsam, dass das Gewebe eine
Einlegekante aufweist, welche durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildet ist. Die Einlegekante wird dabei mechanisch oder pneumatisch
erzeugt, wobei die Schussfäden länger als die zu webende Breite des Gewebes sind und ihre Schussfaden-Endabschnitte am Rand des Gewebes umgelegt und wieder in das Webfach eingelegt werden, so dass im Bereich der Einlegekante die doppelte Schussfadendichte vorhanden ist. Weiter gemeinsam ist allen drei Lösungsvorschlägen, dass in die Einlegekante ein Feld mit alphanumerischen Zeichen, mit Logos oder mit zumindest einer Farbe eingewebt ist, wobei das Feld vorzugsweise als Werbeträger benutzbar ist. Vorzugsweise weist das Gewebe an beiden Seiten in der Einlegekante ein derartiges Feld auf. Der Teil des Gewebes, welcher zwischen den Einlegekanten mit dem erfindungsgemäßen Feld vorhanden ist, wird als Grundgewebe bezeichnet.
Zur ersten erfindunqsqemäßen Lösung
Gemäß der ersten erfindungsgemäßen Lösung ist das Feld so in die Einlegekante eingewebt, dass die Enden der eingelegten Schussfaden- Endabschnitte durch das Feld bindungstechnisch abgedeckt sind. Hierzu werden die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte durch einzelne Feld-Kettfäden oder - gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung - durch einen oder mehrere zusätzliche Feld -Kettfäden, d.h. Randkettfäden, abgedeckt. Durch richtige Wahl der Bindungsart lässt sich erreichen, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte an der Oberfläche des Gewebes sowohl an dessen Oberseite als auch an dessen Unterseite nicht sichtbar sind.
Der Fachmann weiß, mit welchen Bindungsarten das angestrebte gleichartige Aussehen auf beiden Seiten zu erzielen ist, nämlich z.B. durch symmetrische Bindungsarten, besonders eine 1/1 -Leinwandbindung, 2/2- oder Doppelbindungen und ähnlich wirkende Bindungen.
Ein Feld, das die Enden der Schussfaden-Endabschnitte auf beiden Seiten des Gewebes unsichtbar macht, bewirkt, dass der vermeintliche Nachteil der Einlegekante zu einem Vorteil wird. Diese Einlegekante sieht nicht nur genauso aus wie eine mit einem Endlos-Schussfaden erzeugte Gewebekante, sondern ist darüber hinaus als dezenter Werbeträger wirksam.
Die Breite des Feldes ist dabei so gewählt, dass sie einerseits möglichst dicht an der unmittelbaren Kante des Gewebes ist und dass andererseits je nach Einlegetiefe oder Streuung der Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte die Breite so groß ist, dass die Enden im Feld abgedeckt und damit optisch am Gewebe außen nicht sichtbar sind.
Unter „Feld" bzw. „Namensleiste" wird dabei der Bereich aller Fäden verstanden, welche die Schussfaden-Endabschnitte abdecken. Dies sind insbesondere die unmittelbaren, die Breite des eigentlichen Feldes bzw. der eigentlichen Felder bildenden Feld-Kettfäden sowie gegebenenfalls vorhandene, das eigentliche Feld bzw. die eigentlichen Felder begrenzende Randkettfäden, welche vorzugsweise leinwandbindig, 2/2- oder doppelbindig sind (siehe z. B. Fäden Nr. 7, 8 und 19, 20 in Figur 1 ).
Während die Feld-Kettfäden vornehmlich dazu bestimmt sind, die alphanumerischen Zeichen, Logos oder eine bestimmte Farbe auszubilden, sollen die Rand-Kettfäden ein Verlaufen des Feldes verhindern und einen sauberen übergang zum Rand des Gewebes und zum Grundgewebe hin gewährleisten. Sie werden daher abweichend von den Feld-Kettfäden beschaffen und/oder eingebunden sein. Beim übergang zur Kante oder zum Rand des Gewebes hin ist es dabei nur eine Frage der Definition, ob man auch die Kettfäden bis zum Rand des Gewebes hin noch den Rand-Kettfäden des Feldes zurechnet oder ob man besser von einem eigenen Randstreifen mit eigenen Kettfäden spricht.
Ein wesentlicher Vorteil eines derartigen erfindungsgemäßen Gewebes mit einem Feld im Bereich der Einlegekante, das normalerweise nicht die Qualität eines Feldes bei normaler, d.h. einfacher Schussfadendichte, erreicht, besteht u.a. darin, dass das Feld bzw. die Namensleiste als Werbeträger für Konfektionswaren verwendbar ist, und zwar in der Art, dass bei einer Anordnung des Feldes in möglichst großer Nähe zur unmittelbaren Kante des Gewebes die Namensleiste bzw. das Feld beim späteren Konfektionieren im Saum angeordnet ist und der Saum z.B. bei hochgekrempelten Hosenbeinen von Jeans dann einen sichtbaren Werbeträger bildet. Außerdem wird beim Konfektionieren das Einsäumen der Kanten des Gewebes eingespart. Die in
Frage kommenden Konfektionswaren können Kleidungsstücke, Gebrauchsund Einrichtungsgegenstände sein. Beispiele hierzu sind weiter vorn im Zusammenhang mit dem Verwendungsanspruch 21 angegeben.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eine eingewebte Einlegekante, welche bewusst beim Konfektionieren nicht entfernt wird, eine deutlich höhere Fälschungssicherheit bietet, da das Feld eingewebt ist und nicht aufgenäht oder aufgebügelt oder aufgeklebt ist. Dies spielt insbesondere bei hochpreislicher Konfektion eine wesentliche Rolle.
Damit das Feld optisch bzw. ästhetisch im Wesentlichen einer mit einem Endlosschussfaden erzeugten Gewebekante entspricht, werden zumindest die Schussfäden des Grundgewebes und die Kettfäden des Feldes hinsichtlich Fadenzahl, Einlegetiefe, Material, Feinheit, Qualität, Vorbehandlung etc. aufeinander abgestimmt. Besonders wichtig und vorteilhaft ist es, wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung zumindest die Kettfäden in dem Bereich des Feldes, in dem die Enden der Schussfaden-Endabschnitte angeordnet sind, und die Schussfäden des Grundgewebes aus dem gleichen Material bestehen.
Das Aufeinander-Abstimmen wird weiterhin so vorgenommen, dass ein Gewebe mit als Werbeträger dienender Einlegekante erzeugbar ist, welches weder im Feld noch im Grundgewebe Wellungen aufweist, welches hohen Qualitätsanforderungen entspricht und welches auch bei thermischer Behandlung (Ausrüstung) des Gewebes zu keinen Veränderungen bzw. Inhomogenitäten zwischen dem Feld bzw. der Namensleiste und dem Grundgewebe führen.
Vorteilhaft sind die Kettfäden des Feldes durch thermische und/oder chemische Vorbehandlung an die Eigenschaften der Schussfäden bzw. auch der Kettfäden des Gewebes angepasst. Darunter ist zu verstehen, dass in einem Fall, bei welchem das Material des Grundgewebes bei einer thermischen Behandlung oder einer chemischen Behandlung oder einer
Kombination aus thermischer und chemischer Behandlung beispielsweise nicht schrumpft, das Material der Kettfäden des Feldes prinzipiell aber zur
Schrumpfung neigt, das Material der Kettfäden des Feldes einer thermischen und/oder einer chemischen Vorbehandlung unterzogen wird, die derart ausgebildet ist, dass beim späteren Behandeln des gesamten Gewebes das Verhalten des Materials des Feldes nicht mehr von dem Verhalten des Materials des Grundgewebes abweicht, so dass Wellungen sowohl im Feld als auch im Grundgewebe auch nach einer Behandlung des Gewebes ausgeschlossen werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind die Kettfäden des Feldes bezüglich ihrer Spannung an die Eigenschaften der Schussfäden des Gewebes bzw. auch der Kettfäden des Gewebes angepasst. über die Einstellbarkeit der Spannung der Feld-Kettfäden kann ebenfalls erreicht werden, dass deren Eigenschaften mit denen der Schussfäden bzw. Schussfäden und Kettfäden des Grundgewebes in Einklang gebracht werden.
Je nachdem, ob die Einlegekante des Gewebes mechanisch oder pneumatisch erzeugt worden ist, wird die Breite des Feldes bzw. der Namensleiste in der Einlegekante derart ausgebildet, dass das Feld die hinsichtlich der Einlegetiefe gegebenenfalls streuenden Enden der Schussfaden-Endabschnitte komplett abdeckt. Durch das Abdecken der Enden der Schussfaden-Endabschnitte im bzw. durch das Feld, und zwar sowohl auf der Oberseite als auch auf der Unterseite des Gewebes, wird die Qualität des als Werbeträger dienenden Feldes deutlich verbessert.
Vorzugsweise ist das Feld als durchgängiger Streifen in Form einer Namensleiste, einer Logoleiste oder einer Farbleiste ausgebildet. Damit kann über die gesamte Länge des Gewebes bzw. über den gesamten eingesetzten Saum der Werbeträger angebracht werden. Es ist jedoch auch möglich, dass das Feld abschnittsweise ausgebildet ist oder aus zumindest einem einzelnen Abschnitt besteht. Der Abschnitt wird dabei vorzugsweise so angeordnet, dass bei einem späteren Einsatz dieses Gewebes das Feld als Werbeträger wie z.B. bei Jeans im Saum an einer Stelle angeordnet ist, welche z.B. durch Umschlagen des Hosenbeines sichtbar wird.
In weiterer Ausgestaltung können die Kettfäden des Feldes leuchtend, elektrisch leitend, metallisiert und /oder informationsübertragend ausgebildet sein. Die Kettfäden des Feldes können auch mit eingewebten Taschen ausgebildet sein, wobei in die Taschen Leuchtkörper, Perlen, Schmucksteine oder Schmuckelemente und/oder Sensoren für z.B. die überwachung von Körpereigenschaften aufnehmbar sind. Eine derartige besondere Ausgestaltung des Werbeträgerfeldes ist besonders bei hochpreislicher Konfektion bevorzugt.
Vorzugsweise weist das Feld in der Einlegekante eine Mindestbreite von im Wesentlichen 5 mm, vorzugsweise 15 bis 20 mm, weiter vorzugsweise 15 bis 50 mm oder mehr auf. Bei Konfektionsware aus Jeans-Gewebe hat sich eine maximale Breite des Feldes von 15 mm als vorteilhaft erwiesen. Das Feld ist dabei so dicht wie möglich an die unmittelbare Kante des Gewebes gelegt, reicht jedoch in Richtung auf das Grundgewebe so weit in dieses hinein, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte, welche eingelegt sind und die Einlegekante mit doppelter Schussfadendichte ausmachen, durch das Feld abgedeckt sind.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist das Feld als doppellagiges Gewebe entweder auf der Oberseite oder auf der Unterseite des Grundgewebes angeordnet und ist mittels Doppeltuchbindungen mit dem Grundgewebe verbunden. Dies hat den Vorteil, dass sich das als Werbeträger dienende Feld optisch bzw. ästhetisch aus der Oberfläche des Grundgewebes heraushebt.
Vorzugsweise ist im Gewebe noch ein weiteres Feld vorhanden, welches von der Einlegekante beabstandet ist und ebenfalls als Werbeträger im Gewebe selbst dienen kann. Zwar ist bei einem im Grundgewebe angeordneten Feld nur eine einfache Schussfadendichte vorhanden (im Gegensatz zur doppelten Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante), die vorzugsweise für das Grundgewebe und das Werbeträgerfeld verwendeten Fadenmaterialien müssen jedoch ebenfalls hinsichtlich ihrer Eigenschaften so aufeinander abgestimmt sein, dass das Grundgewebe, das im Grundgewebe angeordnete Werbeträgerfeld und auch das Feld in der Einlegekante sämtlich wellungsfrei
sind und auch nach einer gegebenenfalls vorzunehmenden thermischen und/oder chemischen Behandlung des Gewebes bleiben, und zwar über den gesamten Webprozess eines abzuwebenden Kettbaumes.
Mit der Erfindung wird somit ein Gewebe bereitgestellt, bei welchem Fälschungen ausgeschlossen bzw. stark eingeschränkt werden können, da das Feld in das Gewebe eingewebt ist. Darüber hinaus wird auf Grund einer relativ hohen Anzahl von Kettfäden für das Feld bzw. die Namensleiste eine hohe optische Qualität eines derartigen Werbeträgers erreicht. Da dieser Werbeträger außerdem in der Einlegekante angeordnet ist, welche bisher bei der Konfektionierung Abfall darstellte, wird der Stoffabfall beim Verarbeiten reduziert und das Säumen einer Gewebekante eingespart. Das Feld bzw. die Namensleiste sind so angeordnet, dass optisch und ästhetisch höchsten Anforderungen genügt wird. Bei einem mittleren hohen Standard für die Qualität bei einer derartigen Namensleiste werden beispielsweise 75 Fäden pro cm einer Qualität von 135 Nm/3 eingesetzt, wohingegen bei einem durchschnittlichen Jeans-Gewebe die Kettfadenzahl im Bereich von 10 bis 12 liegt. Aber auch 100 Kettfäden pro cm für die Namensleiste sind durchaus möglich und realisierbar, beispielsweise bei einer Qualität der Kettfäden für das Feld in Acetat oder Polyester. Die Qualität und die Anzahl der Kettfäden wird in Abstimmung mit dem Grundgewebe so vorgenommen, dass sich das gesamte Gewebe mit den als Werbeträger dienenden Feldern nicht wellt. Prinzipiell können für die Kettfäden des Feldes aber auch Naturfasern, Baumwolle, Acetat oder ähnliches eingesetzt werden.
Prinzipiell sollten/müssen die sogenannten Schriftzug-Kettfäden eine ähnliche Qualität wie die des Grundgewebes haben bzw. müssen die im Ausrüstungsprozess des fertigen Gewebes beispielsweise auftretenden Schrumpfungen „mitmachen", und zwar obwohl die Namensleiste in der Regel deutlich mehr Kettfäden aufweist als das Grundgewebe. In den Bereichen der Namensleiste bzw. des Feldes, in welchen keine alphanumerischen Zeichen oder Logos oder Farbflächen angeordnet sind, wird dieses Feld vorzugsweise als symmetrische Grundbindung abgebunden, wodurch eine zusätzliche Stabilität der Leiste erzeugt wird.
Sowohl durch Schuss- als auch Kettlance-Abbindungen erzeugte Logos bzw. alphanumerische Zeichen können im Feld vorgesehen sein, und zwar sowohl in der Einlegekante als auch in dem im Grundgewebe angeordneten Feld. Die dabei nicht abgebundenen Kettfäden werden nach dem Webprozess vor der Ausrüstung abgeschert.
Am häufigsten wird eine Abstimmung zwischen dem Kettfadenmaterial für das Feld und das Fadenmaterial für das Grundgewebe hinsichtlich der Schrumpfung vorzunehmen sein, welche gewöhnlich während des Veredlungsprozesses auftritt.
Wenn in einem ersten Fall während des Veredlungsprozesses das Grundmaterial nicht schrumpft, dann muss das Material der Kettfäden für das Feld so ausgewählt sein, dass es während des Veredlungsprozesses des gesamten Gewebes ebenfalls nicht schrumpft.
Wenn beispielsweise bei Jeans gemäß einem zweiten Fall das Grundgewebe während des Veredlungsprozesses, z.B. beim Sanforisieren um ca. 10% schrumpft, dann muss gewährleistet sein, dass das Material der Feldkette bzw. Namensleistenkette ebenfalls um 10% schrumpft, damit auch nach dem Veredlungsprozess Wellungen weder des als Werbeträger dienenden Feldes noch des Grundgewebes auftreten.
Wenn gemäß einem dritten Fall das Material des Grundgewebes im Veredlungsprozess nicht schrumpft, das eingesetzte Material für die Kettfäden für das Feld jedoch bei einer Veredlung schrumpfen würde, so kann das
Kettfadenmaterial für das Feld einem Vorschrumpfungspro zess unterzogen werden, so dass bei einer nachfolgenden thermischen Ausrüstung des
Gewebes ein weiteres Schrumpfen dieses Materials unterbleibt. Dadurch wird gewährleistet, dass auch bei einem nicht schrumpfenden Gewebe nach dem
Ausrüstungsprozess keine Wellungen auftreten bzw. zurückbleiben. Der
Nachteil der doppelten Schussfadendichte des im Bereich der Einlegekante als Werbeträger vorgesehenen Feldes bzw. der dafür vorgesehenen
Namensleiste wird durch die Abstimmung der Eigenschaften des Kettfadenmaterials des Feldes mit den Eigenschaften des Materials des
Grundgewebes in einen technischen wie auch optischen und ästhetischen Vorteil umgewandelt. Diese Abstimmung kann auch über eine Anpassung der Kettfadenspannungen derart erfolgen, dass auf Grund von Spannungsänderungen, welche kontrolliert auf das jeweilige Material der Kettfäden ausgeübt werden, erreicht werden.
Das Feld bzw. die Namensleiste ist vorzugsweise auch zum Labein von Konfektion oder anderen, das erfindungsgemäße Gewebe einsetzenden Gegenständen einsetzbar.
Zur zweiten erfindungsgemäßen Lösung
Die Besonderheit des zweiten Lösungsvorschlages gemäß Anspruch 2 besteht darin, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte in dem Feld nicht systematisch abgedeckt werden, sondern dass die Sichtbarkeit der Enden gewissermaßen dem Zufall überlassen bleibt. Dabei wird aber dafür gesorgt, dass die sichtbaren Enden optisch nicht störend in Erscheinung treten. Hierzu sind die Kettfäden des Feldes zumindest in demjenigen Bereich des Feldes, in dem die Schussfaden-Endabschnitte mit ihren Enden angeordnet sind und zumindest die Enden der Schussfaden-Endabschnitte farbgleich ausgebildet. In der Praxis werden dabei die Schussfaden- Endabschnitte selbst oder sogar die Schussfäden auf ihrer ganzen Länge mit den Kettfäden des Feldes in dem genannten Bereich farbgleich sein.
Die Enden der Schussfaden-Endabschnitte mögen somit sichtbar sein, aber wegen der Farbgleichheit macht sich das optisch nicht weiter störend bemerkbar. Der Vorteil gegenüber der ersten Lösung besteht darin, dass die Herstellung nicht auf diejenigen Bindungsarten eingeschränkt ist, die gewährleisten, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte an der Oberfläche des Gewebes weder an dessen Oberseite noch an dessen Unterseite sichtbar sind. Es lassen sich also auch asymmetrische Bindungen verwirklichen wie z.B. eine Köper-Bindung. Hier kann aber die Einstellung für die Bindung so gewählt werden, dass die Enden der Schussfaden- Endabschnitte auf der Geweberückseite angeordnet sind wie z.B. bei einer 3/1- oder 2/1 -Köper-Bindung oder artverwandten Bindungen. Ferner sind hier
gleichfalls Doppeltuchbindungen möglich, und die Enden der Schussfaden- Endabschnitte können in die Mitte der beiden Doppeltuchbindungen gelegt werden, so dass sie nicht sichtbar sind. In diesem Fall müssen die im Feld verwendeten Kettfäden in ihrer Feinheit und Anzahl dem Grundgewebe entsprechend angepasst werden.
Eine Annäherung an die optische Erscheinung einer mit einem Endlos- Schussfaden erzeugten Gewebekante ist also auch mit einem Gewebe nach dem zweiten Lösungsvorschlag gemäß Anspruch 2 durchaus möglich. Das Erscheinen kann weiter verbessert werden, wenn in dem Bereich des Feldes in dem die Enden der Schussfaden-Endabschnitte angeordnet sind auch eine Abstimmung des Materials vorgenommen wird, aus dem die Schussfäden des Grundgewebes und die Kettfäden des Feldes bestehen. Am besten ist naturgemäß das gleiche Material.
Bei dem zweiten Lösungsvorschlag gemäß Anspruch 2 ist es besonders vorteilhaft, wenn die auf eine Längeneinheit bezogenen Anzahl der Kettfäden des Grundgewebes und die Anzahl der Kettfäden des Feldes gleich sind. Es ist aber auch eine Verdichtung der Kettfäden in der Einlegekante möglich, wenn dies mit der Einlegekantenbindung abgestimmt wird. Des weiteren kann auch nur eine Kettfaden-Verdichtung am Ende des eingelegten Fadens, d.h. an dessen Spitze, vorgenommen werden. Wegen der erfindungsgemäßen farblichen übereinstimmung führen derartige Maßnahmen weiter zu einem verbesserten Aussehen.
Zur dritten erfindungsqemäßen Lösung
I Der Lösungsvorschlag gemäß Anspruch 3 führt zu einem besonders hochwertigen Gewebe mit darin befindlichem Feld, das alphanumerische Zeichen, Logos oder zumindest eine Farbe aufweist. Indem nämlich die
Vorteile einer bindungstechnischen Abdeckung mit denen der im Einzelnen angegebenen Farbgleichheit verbunden werden, können etwa noch vorhandene Nachteile der einen oder der anderen Vorgehensweise leicht ausgeglichen werden. Zudem besteht eine große Wahlmöglichkeit hinsichtlich der in Frage kommenden Bindungsarten.
Für die Gewebe gemäß dem zweiten und dritten Lösungsvorschlag gelten im übrigen weitgehend dieselben Vorteile, die schon im Zusammenhang mit dem ersten Lösungsvorschlag gemäß Anspruch 1 ausführlich dargelegt worden sind.
Die Gewebe mit Feld- oder Namensleiste gemäß allen drei Lösungsvorschlägen können in bekannter Weise mit einer Jacquard-Maschine oder mit einer Schaftmaschine hergestellt werden. Die Anzahl und Anordnung der Feld-Kettfäden wird dabei mittels Schaftmaschinen, Jacquard-Maschinen, Exzentermaschinen oder ähnlich wirkenden Maschinen gesteuert.
Die Maschine kann mehrbahnig oder einbahnig sein. Jedes Feld kann dabei mit einer separaten Jacquard-Maschine für jeweils andere Namenszüge, Logos etc. hergestellt werden. Mehrere Namenszüge, Logos etc. können aber auch an mehreren Stellen des Gewebes mit einer einzigen Jacquard- Maschine hergestellt werden. Eine derartige Jacquardmaschine wird auch als Namens-Jacquardmaschine bezeichnet. Für eine Webmaschine zur Herstellung des Gewebes in mehrbahniger Weise sind Außeneinleger und Mitteleinleger vorgesehen, wohingegen bei der einbahnigen Herstellung eines erfindungsgemäßen Gewebes nur Außeneinleger angeordnet sind. Um das als Werbeträger dienende, in der Einlegekante angeordnete Feld hinsichtlich des für diese Kettfäden verwendeten Materials auf das Material des Grundgewebes des Gewebes abzustimmen, werden die Kettfäden für das Feld bzw. die Namensleiste von separat gebremsten Spulen mit einstellbarer Spannung abgezogen oder sind auf einem Kettbaum mit einer solchen Spannung gebäumt, dass die Eigenschaften der Kettfäden des Feldes mit denen des Grundgewebes so abgestimmt sind, dass ein Feld bzw. eine Namensleiste ohne Wellungen im Gewebe erzeugbar ist. Die Spannung wird dabei über den gesamten Webprozess konstant gehalten, wobei auch eine Kompensation für die Durchmesserabnahme der Spulen bzw. des Kettbaumes wie beispielsweise mittels einer Tastrolle oder elektronischer Einrichtungen zur automatischen Durchmesserkompensation vorgesehen ist.
Die Erfindung wird nun nachfolgend detailliert an Hand der beigefügten Zeichnungen für mehrere Ausführungsbeispiele beschrieben. Dabei beziehen sich die Figuren 1 bis 6 auf Beispiele für die erste erfindungsgemäße Lösung entsprechend dem Anspruch 1 und die Figuren 7 und 8 auf Beispiele für die zweite und die dritte erfindungsgemäße Lösung entsprechend den Ansprüchen 2 und 3. In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Gewebes gemäß dem ersten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlag; F Fiigguurr 2 2 das Ausführungsbeispiel des Gewebes gemäß Figur 1 , jedoch schematisch in zweibahniger Herstellung;
Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Gewebes mit einem Feld in der Einlegekante und zusätzlich einem Feld im Grundgewebe; F Fiigguurr 4 4 eine vergrößerte Darstellung des Namenszuges im Feld der
Einlegekante gemäß Figur 3;
Figur 5a ein Beispiel eines Gewebes mit einem Feld in der Einlegekante und mit einem eine eingewebte Tasche aufweisenden Feld im
Grundgewebe; F Fiigguurr 5 5bb eine Seitenansicht des Feldes mit Tasche aus Fig. 5a in prinzipieller Darstellung;
Figur 6 eine Greiferwebmaschine in prinzipieller Darstellung mit einer
Jacquard-Maschine zur Herstellung eines Gewebes mit einem
Feld als Werbeträger; F Fiigguurr 7 7 zwei Ausführungsbeispiele von Geweben gemäß dem zweiten und dem dritten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlag und
Figur 8 ein weiteres beispielhaftes Gewebe gemäß dem zweiten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlag.
In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Gewebe gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel dargestellt. Schematisch sind zwei Seiten des Gewebes dargestellt, wobei das Gewebe an jeder Seite eine Einlegekante 29 bzw. 34 und dazwischen ein Grundgewebe 33 aufweist. Die das Grundgewebe unterbrechende weiße Zickzack-Linie verdeutlicht lediglich, dass der in Figur 1
dargestellte rechte Teil des erfindungsgemäßen Gewebes spiegelbildlich zu dem linken Teil ist. Vereinfachend wird daher lediglich auf den linken Teil in Figur 1 Bezug genommen. Die fortlaufenden Bezugsziffern 1 bis 28 stellen schematisch die Kettfäden im Bereich der Einlegekante 29 sowie eines Teils des Grundgewebes 33 dar. Die Kettfäden 1 bis 28 sind in Figur 1 senkrecht dargestellt, wohingegen die Schussfäden 30 waagerecht dargestellt sind. Die Schussfäden 30 sind an der Gewebekante mit Schussfaden-Endabschnitten 31 wieder zurück in die Einlegekante 29 geführt und dort mit den jeweiligen Kettfäden 1 bis 18 eingewebt. Die Schussfaden-Enden 32 sind lediglich bezüglich ihres jeweiligen noch sichtbaren Teils des Schussfaden- Endabschnittes 31 mit Bezugsziffer 32 gezeigt, wobei die unmittelbaren Enden 32 der Schussfaden-Endabschnitte 31 durch die Kettfäden 14 bis 18 abgedeckt sind.
Gemäß dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Kettfäden 1, 2 in 1/1-Bindung, d.h. Leinwandbindung angeordnet. Die 1/1 -Bindung dieser Kettfäden 1, 2 am Rand des Gewebes garantieren am besten eine gerade Gewebekante. Vorzugsweise sind dies zwei Kettfäden, es ist jedoch auch möglich, dass 4, 6, 8 oder mehr derartige Fäden vorgesehen sind. Die Anzahl dieser Kettfäden am Rand des Gewebes hängt davon ab, an welcher Stelle in der Einlegekante 29, 34 das Feld 37 angeordnet sein soll. Um eine gute Qualität der Gewebekante zu erreichen, können die einzelnen Fäden eines Bindungsrapportes einzeln gebremst sein.
Prinzipiell ist es möglich, dass sich das Feld 37 in der Einlegekante 29, 34 unmittelbar an diese leinwandbindigen Kettfäden anschließt. Gemäß dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind vier Kettfäden 3, 4, 5, 6, deren Anzahl jedoch frei wählbar ist, in einer symmetrischen Bindung vorgesehen. Die symmetrische Bindung hat den Vorteil, dass eine entsprechende Stabilität für die Kante erreicht wird, damit die Kante nicht „rollt". Bei diesen Kettfäden 3 bis 6 ist eine Gegenbindung bei jedem Schussfaden nicht zwingend erforderlich.
Damit das Feld 37 bzw. die Namensleiste nicht „verläuft" ist minimal ein Rapport von je zwei Kettfäden, den sogenannten Randkettfäden 7, 8 bzw. 19,
20, neben dem unmittelbaren Feld angeordnet. Diese Randkettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 begrenzen somit das unmittelbare Feld 37 bzw. die unmittelbare Namensleiste und sind wegen eines schönen, sauberen überganges leinwandbindig vorgesehen. Es ist jedoch auch möglich, eine größere Gruppe von Grundbindungen vorzusehen, und es ist weiter möglich, den übergang zwischen dem unmittelbaren Feld 37 auf das Grundgewebe 33 bzw. den Randbereich des Gewebes in Form eines kleinen Satinstreifens vorzusehen. Gemäß der Definition sind die Randkettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 Teil des Feldes 37 bzw. der Namensleiste, so dass das Feld- 37 bzw. die Namensleiste aus den Kettfäden 7 bis 20 gebildet ist.
Das unmittelbare Feld wird durch die Kettfäden 9 bis 18 gebildet. Es sollte eine derartige Breite aufweisen, dass die Enden 32 der Schussfaden- Endabschnitte 31 abgedeckt sind. Entsprechend der Definition ist es jedoch auch möglich, dass diese Schussfaden-Enden 32 durch die Rand-Kettfäden 19, 20 abgedeckt sind. Die Randkettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 sind in dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 leinwandbindig dargestellt. Es ist jedoch auch möglich, sie als 2,2- oder Doppeltuchbindung abzubinden.
In Figur 2 sind zwei auf einer Webmaschine nebeneinander gewebte erfindungsgemäße Gewebe dargestellt, sodass es sich hierbei um eine mehrbahnige (im speziellen Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 zweibahnige) Herstellung des erfindungsgemäßen Gewebes handelt. Der Grundaufbau der einzelnen Gewebebahnen ist identisch zu dem gemäß Figur 1. Jede der beiden Gewebebahnen 35, 36 weist je eine Einlegekante 29, 34 auf. Da die Gewebebahnen 35, 36 nebeneinander auf einer Webmaschine erzeugt werden, werden die beiden in Fig. 2 außen liegenden Einlegekanten 34 und 29 mit ihren jeweiligen Feldern 37 bzw. Namensleisten durch sogenannte Außeneinleger hergestellt, wohingegen die beiden in Fig. 2 in der Mitte befindlichen, einander zugewandten Einlegekanten 34 und 29 der beiden Gewebebahnen 35 und 36 mit ihren jeweiligen Feldern 37 bzw. Namensleisten durch sogenannte Mitteleinleger erzeugt wird.
In Figur 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt, bei welchem in einer vereinfacht dargestellten Einlegekante, bei welcher die
Kettfäden 1 bis 6 nicht dargestellt sind, ein Feld 37 bzw. eine Namensleiste vorgesehen ist. Des weiteren ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein weiteres Feld 38 bzw. eine weitere Namensleiste im Grundgewebe 33 angeordnet. Sowohl im Feld 37 als auch im Feld 38 sind Namenszüge eingewebt. In Figur 3 sind diese Namenszüge besonders leicht erkennbar, wenn unter einem spitzen Winkel seitlich auf die Figur geblickt wird. Beispielhaft ist im Feld 37 der Namenszug „Dornier" eingewebt, wohingegen im Feld 38 die Bezeichnung „new fashion" eingewebt ist. Da der prinzipielle Aufbau dieses Gewebes dem in Figur 1 bzw. Figur 2 dargestellten entspricht, sind vereinfacht nur die wesentlichen Dinge in Figur 3 bezeichnet.
Figur 4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des Schriftzuges 39 „Dornier" in dem Feld 37 gemäß Figur 3. Auch hier kann der Schriftzug durch Blicken auf die Zeichnung unter einem sehr spitzen Winkel leicht identifiziert werden.
Die Figuren 5a und 5b zeigen ein Ausführungsbeispiel an einem erfindungsgemäßen Gewebe, bei welchem in einer Einlegekante 29 ein Feld
37 mit einem Namenszug 39 angeordnet ist. Des Weiteren ist innerhalb des Grundgewebes 33 ein weiteres Feld 38 mit einem Namenszug 39 eingewebt. In Figur 5a ist das Gewebe in prinzipieller Darstellung in Draufsicht gezeigt. In das Feld 38 ist eine Tasche 40 eingewebt, welche mittels einer Doppeltuchbindung bzw. einer Schlauchbindung mit dem Gewebe des Feldes
38 webtechnisch verbunden ist. Dabei ist es möglich, die Tasche in jeder Form auszubilden. Die Tasche ist dazu vorgesehen, ein Schmuckstück oder einen Sensor oder einen Schmuckstein aufzunehmen und kann bezüglich ihrer Form an die Form des aufzunehmenden Gegenstandes angepasst und so eingewebt werden.
In Figur 5b ist in prinzipieller Darstellung eine Seitenansicht des Gewebes aus Figur 5a gezeigt. Daraus ist erkennbar, dass die Tasche 40 auf der Oberseite des Feldes 38, welche auch den Namenszug 39 trägt, mittels der erwähnten Doppeltuchbindung oder einer Schlauchbindung verwebt ist. An der Stelle der Tasche ist damit eine größere Dicke des Gewebes vorhanden.
Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, derartige Taschen in dem Feld 37 in der Einlegekante in gewünschten Abständen vorzusehen. Der Einfachheit halber ist eine derartige Tasche nur bei dem Feld 38 dargestellt.
Figur 6 zeigt in prinzipieller Darstellung eine Greiferwebmaschine, bei welcher eine Jacquard-Maschine 41 zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Gewebes gemäß Figur 1 mit in jeder Einlegekante 29, 34 angeordnetem Feld 37 verwendet wird. Die in Figur 6 dargestellte Webmaschine weist eine einzige Jacquard-Maschine 41 mit entsprechenden Harnischen auf, wobei zur vereinfachenden Darstellung nur die äußersten Harnische 42 dargestellt sind. Die Harnische sind über ein Chorbrett 43 Litzen 44 mit einem entsprechenden Fadenauge 44a zugeführt, so dass die Litzen 44 zur Ausbildung eines Webfaches angehoben bzw. abgesenkt werden können. Die Schussfäden 30 werden mit einem Eintragsgreifer 45 innerhalb des Webfaches im Bereich des Grundgewebes an einen Auszugsgreifer 46 übergeben und aus dem Webfach ausgebracht. Das Schussfadenmaterial wird von einer Spule 47 über eine Fadenhinreichung 48 dem Eintragsgreifer 45 zugeführt. Die eingelegten Schussfaden-Endabschnitte werden mit jeweiligen Einlegenadeln 49, 50 in das Gewebe eingelegt, so dass eine Einlegekante entsteht, in welcher die jeweiligen Felder 37 eingewebt sind. Der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen Gewebes ist schon im Zusammenhang mit Figur 1 beschrieben worden und wird daher in Figur 6 nicht näher erläutert.
Der Aufbau der erfindungsgemäßen Webmaschine ist prinzipiell identisch für eine Luftwebmaschine. Je nach Ausführung kann jedoch für jedes Feld bzw. für jede Namensleiste eine separate Jacquard-Maschine vorgesehen sein.
Darüber hinaus ist es auch möglich, anstelle einer Jacquard-Maschine 41 eine
Schaftmaschine oder eine entsprechende Anzahl von Schaftmaschinen vorzusehen. Die Weblitzen 44 sind in diesem Fall in einem Schaftrahmen angeordnet, welcher von einer Schaft- oder Exzentermaschine zur
Fachbildung betätigt wird.
In Figur 7 sind Gewebe gemäß ersten Ausführungsbeispielen der Erfindung nach dem zweiten Lösungsvorschlag dargestellt. Dabei ist schematisch das Gewebe mit seiner linken Seite und seiner rechten Seite unter Weglassung
eines großen Teils des in der Mitte befindlichen Gewebes dargestellt. Das in der Mitte dargestellte Gewebe wird auch als Grundgewebe 140 bezeichnet. Sowohl an der linken Seite des Grundgewebes 140 als auch an dessen rechter Seite befinden sich Einlegekanten 135 bzw. 136. Zur Erläuterung des zweiten und des dritten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlags sind die beiden Einlegekanten 135 und 136 in Figur 7 unterschiedlich ausgebildet. In der Praxis wird man die beiden Einlegekanten 135 und 136 eher gleich ausbilden.
Es wird zunächst nur auf den linken Teil des Gewebes gemäß Figur 7 mit der Einlegekante 135 Bezug genommen.
Das Grundgewebe 140 wird durch Kettfäden 118 bis 134 und ff. gebildet, wohingegen die Einlegekante 135 durch Kettfäden 101 bis 117 gebildet wird. Das im Bereich der Einlegekante 135 angeordnete Feld 144, welches häufig auch als Namensleiste, Logo-Leiste oder Kennzeichnungsleiste bezeichnet wird, wird durch den Bereich aller Fäden gebildet, welche die Schussfaden- Endabschnitte 138 der Schussfäden 137 einbeziehen. Gemäß dem zweiten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlag sind dabei die Enden 139 der Endabschnitte 138 im Bereich des Feldes 144 nicht abgedeckt. Das Feld 144 wird also insbesondere durch die unmittelbaren, die Breite des eigentlichen Feldes 144 bestimmenden Feld-Kettfäden 109 bis 117 sowie durch die gegebenenfalls vorhandenen, das eigentliche Feld 144 begrenzenden Rand- Kettfäden 101 bis 108 im Bereich der Gewebekante gebildet. Gemäß dem in Figur 7 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Rand-Kettfäden 101, 102 in 1/1 -Bindung, d.h. Leinwandbindung, angeordnet. Diese Bindung am unmittelbaren Rand des Gewebes garantiert am besten eine gerade Gewebekante.
Die Einlegekante 135 des erfindungsgemäßen Gewebes besteht in der Darstellung der Figur 7 somit aus den kantenseitigen Rand -Kettfäden 101 bis 108 und den Feld-Kettfäden 109 bis 117 des Feldes 144. Dabei haben die kantenseitigen Rand-Kettfäden 101 bis 108 dieselbe Farbe wie die Kettfäden 118 bis 134 ff. des Grundgewebes 140, wohingegen die Feld -Kettfäden 109
bis 117 der Einlegekante 135 dieselbe Farbe aufweisen wie die Schussfäden 138 des Gewebes.
Der Unterschied zum ersten erfindungsgemäßen Lösungsvorschlag besteht nun darin, dass bei der Einlegekante 135 die Enden 139 der Schussfaden- Endabschnitte 138 nicht systematisch abgedeckt, mithin zum Teil sichtbar sind. Die Enden 139 der Schussfaden-Endabschnitte 138 des vierten, neunten, vierzehnten und neunzehnten Schussfadens 137 von oben sind dagegen abgedeckt. Der Abschnitt a im Bereich der Feld -Kettfäden 109 bis 117 des Feldes 144 kennzeichnet die Streuung der Enden 139 der Schussfaden-Endabschnitte 138. Es versteht sich, dass dies nur beispielhaft gezeigt ist, wobei diese Streuung vor allen Dingen bei Luftdüsenwebmaschinen, d.h. pneumatisch eingelegten Schussfaden- Endabschnitten 138 auftritt. Bei mechanisch eingelegten Schussfaden- Endabschnitten 138 ist diese Streuung etwas kleiner, prinzipiell jedoch auch dort vorhanden.
Bei der Einlegekante 136 rechts in Figur 7 mit dem Feld 145 sind dagegen die Enden 139 der Schussfaden-Endabschnitte 138 zusätzlich durch die FeId- Kettfäden 109 bis 117 abgedeckt und in Figur 7 nicht gezeigt, so dass die Ausbildung der Einlegekante 136 verschieden ist von der der Einlegekante 135. In diesem Bereich des Feldes ist die Bindung als Satinbindung ausgebildet. Die Einlegekante 136 in der rechten Darstellung der Figur 7 erläutert somit den dritten Lösungsvorschlag gemäß der Erfindung.
Bei beiden Einlegekanten 135 und 136 befinden sich die Enden 139 der Schussfaden-Endabschnitte 138 jedoch in dem Bereich der Kettfäden 109 bis 117 des Feldes 144 bzw. 145, deren Farbe identisch ist mit der der Schussfäden 137. Dadurch sind die Enden 139 der Schussfaden- Endabschnitte 138 selbst in dem Fall, in welchem sie nicht abgedeckt sind, optisch nicht bzw. kaum sichtbar.
Die Darstellung gemäß Figur 7 und auch gemäß Figur 8 stellt selbstverständlich eine stark vergrößerte Ansicht des Gewebes dar, um die verschiedenen Bindungen darzustellen. Bei normalen Geweben tritt dagegen
die optische Sichtbarkeit von Schussfaden-Enden 139 an der Oberfläche eines Gewebeabschnittes bereits dann zurück, wenn dort dieser Teil des Gewebes aus Fäden gleicher Farbe gebildet wird, wie das im Bereich des Feldes der Fall ist, welcher durch die Kettfäden 109 bis 117 gebildet wird.
In Figur 8 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung gezeigt, bei dem die beiden Einlegekanten 135 und 136 mit drei Farben gestaltet und identisch, jedoch spiegelsymmetrisch zueinander bzw. bezüglich des Grundgewebes 140 ausgebildet sind. Die kantenseitigen Randkettfäden 101 und 102 bilden wieder eine 1/1 -Bindung, wohingegen die Kettfäden 103 bis 118 in einer 2/2-Bindung ausgebildet sind, bei welcher die Fäden auf Grund der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte zweimal eingelegt sind, d.h. vier Fäden vorhanden sind.
Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind wiederum die Enden 139 der Schussfaden-Endabschnitte 138 sichtbar, jedoch in dem Bereich des Feldes 146 angeordnet, in welchem die Farbe der Schussfäden 137 identisch ist mit der Farbe der dort eingesetzten Kettfäden, was der Fall ist im Bereich der Kettfäden 113 bis 118. Die Einlegekante 135 sowie die Einlegekante 136 werden durch Streifen gebildet, wobei die kantenseitigen Rand -Kettfäden 101 bis 106 eine erste Farbe, die Feld-Kettfäden 107 bis 112 eine zweite Farbe und die Feld-Kettfäden 113 bis 118 eine dritte Farbe aufweisen. Die Farbe dieser Kettfäden 101 bis 106, 107 bis 112 bzw. 113 bis 118 ist dabei im vorliegenden Ausführungsbeispiel (wenn auch nur in Schwarz-Weiß- Darstellung gezeichnet) so gewählt, dass dadurch die Streifen einer Nationalflagge gezeigt sind. Im vorliegenden Fall kann das die deutsche Fahne sein mit schwarzen Rand-Kettfäden 101 bis 106, roten Feld -Kettfäden 107 bis 112 und gelben Feld-Kettfäden 113 bis 118. Die dargestellten Farbstreifen 141 , 142, 143 können dabei je nach Anordnung der Kettfadenfarben im Bereich des Feldes 146 beliebig gewählt werden. Entscheidend ist in jedem Fall, dass im Bereich der Schussfaden -Enden 139 Farbgleichheit zwischen den Schussfaden-Endbereichen 138 und den Feld- Kettfäden 113 bis 118 besteht.
Die Gewebe gemäß dem zweiten Lösungsvorschlag entsprechend den Figuren 7 und 8 können in der gleichen Weise hergestellt werden, wie das anhand der Figur 6 für den ersten Lösungsvorschlag beschrieben worden ist.
Bezugsziffernliste
Zu den Figuren 1 bis 6:
1 bis 8 kantenseitige Randkettfäden
9 bis 18 Feld-Kettfäden
19, 20 Randkettfäden im übergang zum Grundgewebe
21 bis 28 Kettfäden des Grundgewebes
29 Einlegekante
30 Schussfaden
31 Schussfaden-Endabschnitt
32 Schussfaden-Ende
33 Grundgewebe
34 Einlegekante
35 Gewebebahn
36 Gewebebahn
37 Feld/Namensleiste
38 Feld/Namensleiste
39 Namenszug/Buchstabenfolge
40 Tasche
41 Jacquard-Maschine
42 äußerer Harnisch
43 Chorbrett
44 Litze, 44a Fadenauge
45 Eintragsgreifer
46 Auszugsgreifer
47 Spule
48 Fadenhinreichung
49, 50 Einlegenadeln
51 Gewebekante (Rand)
Zu den Figuren 7 und 8:
101 bis 108 kantenseitige Randkettfäden
109 bis 117 Feld-Kettfäden
118 bis 134 Kettfäden des Grundgewebes
135 Einlegekante
136 Einlegekante
137 Schussfaden
138 Schussfaden-Endabschnitt
139 Schussfaden-Ende
140 Grundgewebe
141 Farbstreifen
142 Farbstreifen
143 Farbstreifen
144 Feld
145 Feld
146 Feld
147 Gewebekante (Rand)
α Streuungsbreite der Schussfaden-Enden
Next Patent: METHOD FOR DATA COMPRESSION OF COMPUTER-GENERATED VIDEO HOLOGRAMMES
