| 1. | Toluoltiefdruckfarbe oder Flexodruckfarbe, die kein Ethylen/VinylacetatCopolymerisat und/oder chloriertes Polypropylen und/oder Vinylchlorid/Isobuty.lvinylether Copolymerisat enthält, dadurch gekennzeichnet, daß sie 110 Gew.% eines Additivs enthält, das 090 Gew.% Toluol, 050 Gew.% eines Harzes und 10100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180"C enthält. |
| 2. | Druckfarbe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie 25 Gew.% des Additivs enthält. |
| 3. | Druckfarbe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie 3070 Gew.% Toluol, 540 Gew.% Pigment und/oder Farbstoff, 550 Gew.% Kolophonium und/oder Tallölderivate, 040 Gew.% Kohlenwasserstoffharze und 05 Gew.% Hilfsstoffe enthält. |
| 4. | Druckfarbe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie 3070 Gew.% Toluol, 525 Gew.% Ruß und gegebenenfalls Pigment und/oder Farbstoff, 530 Gew.% Kolophonium und/oder Tallölderivate, 010 Gew.% Kohlenwasserstoffharze, 030 Gew.% Asphalt und 0. |
| 5. | Gew.% Hilfsstoffe enthält. 10 5 Verschnitt für eine Toluoltiefdruckfarbe oder Flexodruckfarbe, der kein Ethylen/Vinylacetat Copolymerisat und/oder chloriertes Polypropylen und/oder Vinylchlorid/IsobutylvinyletherCopolymerisat enthält, dadurch gekennzeichnet, daß er 4070 Gew.% Toluol, 030 Gew.% Kolophonium und/oder Tallölderivate, 020 Gew.% Kohlenwasserstoffharze, 015 Gew.% Naturharze, 020 Gew.% Harzester, 05 Gew.% Hilfsstoffe und 110 Gew.% eines Additivs enthält, das 090 Gew.% Toluol, 050 Gew.% eines Harzes und 10100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180"C enthält. |
| 6. | Verschnitt nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß er 24 Gew.% des Additivs enthält. |
| 7. | Additiv zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken, enthaltend 110 Gew.% Toluol, 110 Gew.% eines Harzes und 90100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180*C, die aus einer oder mehrerer der Substanzklassen, Mineralöl, Polyalkylbenzol, pflanzliches öl, Glykolether, Glykolester, Glykoletherester und Polyisobutylen ausgewählt ist. |
| 8. | Verwendung eines 090 Gew.% Toluol, 050 Gew.% eines Harzes und 10100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180*C 11 enthaltenden Additivs zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken. |
| 9. | Verwendung eines 110 Gew.% Toluol, 110 Gew.% eines Harzes und 90100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180'C enthaltenden Additivs, wobei die Komponente aus einer oder mehrerer der Substanzklassen, Mineralöl, Polyalkylbenzol, pflanzliches öl, Glykolether, Glykolester, Glykoletherester und Polyisobutylen ausgewählt ist, zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken. |
RESTTOLUOLGEHALTS VON HERGESTELLTEN DRUCKEN ENTHALT
Die Erfindung betrifft eine Toluoltiefdruckfarbe oder Flexodruckfarbe, die ein Additiv zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck- und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken enthält, sowie dieses Additiv.
Illustrierte, Versandhauskataloge und ähnliche Publikationen werden in Deutschland nahezu ausnahmslos im Illustrations-Tiefdruck hergestellt. Bei diesen Druckverfahren bedient man sich gravierter oder geätzter Druckzylinder, die nach der bilderzeugenden Ätzung oder Gravur aus Gründen des Verschleißschutzes mit einer Chromschicht versehen werden. Der Tiefdruckzylinder rotiert in einer mit niedrigviskoser Druckfarbe gefüllten Farbwanne, wobei sich die gravierten oder geätzten Näpfchen des Druckzylinders mit Farbe füllen. Die auf der restlichen Zylinderfläche befindliche Druckfarbe wird durch ein Rakelmesser abgestreift, so daß beim anschließenden Druck nur die Druckfarbe auf den Bedruckstoff gelangt, die in den Näpfchen enthalten ist.
Der Illustrationstiefdruck ist ein extrem schneller Druck mit Druckgeschwindigkeiten bis zu 900 m/min. Das macht den Einsatz spezieller Druckfarben notwendig. Diese Druckfarben müssen niedrigviskos sein, wobei als alleiniges Lösungsmittel Toluol verwendet wird. Toluol ist zudem ein hervorragendes Lösungsmittel für die Harze, die beim Illustrationstiefdruck zur Formulierung der Druckfarbenbindemittel benötigt werden. Durch die rasche
Verdunstung des Toluols kann ein Druck auch bei den hohen Druckgeschwindigkeiten durch eine Warmlufttrocknung sehr schnell getrocknet werden.
Das im Zuge der Trocknung aus den Druckfarbenschichten entfernte Toluol wird aus der Abluft durch geeignete Adsorber entfernt und durch ein ausgereiftes Desorptionsverfahren wiedergewonnen.
Toluol wird jedoch in der deutschen Gefahrstoff erordnung, Anhang VI, als gesundheitsschädlicher Arbeitsstoff definiert und ist in die Schwangerschaftsgruppe B eingestuft.
Von daher erweist es sich als nachteilig, beim Illustrationstiefdruck mit den heute üblichen Farben, daß die fertigen Druckerzeugnisse einen hohen Restgehalt an Toluol aufweisen.
Im Stand der Technik sind Tiefdruckfarben bekannt. Zum Beispiel beschreibt die JP 04-213375 A (EDV-Japio-Abstract) eine Tiefdruckfarbe zur Wärmebeschichtung, die spezielle Harze als Bindemittel enthält. Sie vermittelt jedoch keine Anregung, wie der hohe Restgehalt an Toluol von im Tiefdruck- und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Druckerzeugnissen verringert werden könnte.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, neue Druckfarben und Additive für Druckfarben bereitzustellen, die zu einer wesentlichen Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck- und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Druckerzeugnissen führen.
Die Aufgabe wird überraschenderweise durch eine Toluoltiefdruckfarbe oder Flexodruckfarbe gelöst, die kein Ethylen-/Vinylacetat-Copolymerisat und/oder chloriertes Polypropylen und/oder Vinylchlorid-/Isobutylvinylether- Copolymerisat enthält, die dadurch gekennzeichnet ist, daß
sie 1-10 Gew.% eines Additivs enthält, das 0-90 Ge .% Toluol, 0-50 Gew.% eines Harzes und 10-100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180°C enthält.
Bevorzugt ist eine Druckfarbe, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie 2-5 Gew.% des Additivs enthält.
Besonders bevorzugt ist eine Buntfarbe, die das Additiv in den genannten Mengen sowie ferner 5-40 Gew.%, vorzugsweise 10-20 Gew.% Pigment und/oder Farbstoff, 5-50 Gew.%, vorzugsweise 10-40 Gew.%, Kolophonium- und/oder Tallölderivate, 0-40 Gew.%, vorzugsweise 10-30 Gew.%, Kohlenwasserstoffharze, 0-5 Gew.%, vorzugsweise 0,5-3 Gew.%, Hilfsstoffe und 30-70 Gew.%, vorzugsweise 45 bis 55 Gew.%, Toluol enthält.
Bevorzugt ist ferner eine Schwarzfarbe, die das Additiv in den genannten Mengen und ferner 5-25 Gew.%, vorzugsweise 10-15 Gew.%, Ruß und ggfs. Pigment und/oder Farbstoff, 5-30 Gew.%, vorzugsweise 10-20 Gew.%, Kolophonium- und/oder Tallölderivate, 0-10 Gew.%, vorzugsweise 0-5 Gew.%, Kohlenwasserstoffharze, 0-30 Gew.%, vorzugsweise 15-20 Gew.%, Asphalt, 30-70 Gew.%, vorzugsweise 45-55 Gew.%, Toluol und 0-5 Gew.%, vorzugsweise 0,5 bis 3 Gew.%, Hilfsstoffe enthält.
Bei den Bunt- und Schwarzfarben können als Pigmente bzw. Farbstoffe z.B. für Gelb Diaryldiazo-Pigmente, P.Y. 12, für Rot Monoazopigmente, P.R. 57:1, für Blau Phthalocyaninblau, P.B. 15:3, oder Eisenblau, P.B. 27, und als Farbstoff z.B. Xanthenfarbstoff, P.R. 53:1, eingesetzt werden.
In den Bunt- und Schwarzfarben sowie den Verschnitten können als Kolophonium- und/oder Tallölderivate Metallresinate und phenolmodifizierte ■ Kolophoniumharze eingesetzt werden.
Als Kohlenwasserstoffharze können modifzierte Kohlenwasserstoffharze und Cumaron-Indenharze eingesetzt werden.
Als Harzester kann Styrol-Maleinsäureester eingesetzt werden.
Als Hilfsstoffe können Polyethylenwachse, Dispergier- und/oder Benetzungshilfsmittel, wie z.B. Carbon¬ säurederivate, Antiabsetzmittel und Verdicker, wie z.B. Schichtsilikate und Ethylcellulosen, wie Tixogel VP, eingesetzt werden.
Desweiteren ist ein Gegenstand der Erfindung ein Verschnitt für eine Toluoltiefdruck- oder Flexodruckfarbe, der 1 bis 10 Gew.%, vorzugsweise 2-4 Gew.%, des Additivs und ferner 0-30 Gew.%, vorzugsweise 20-30 Gew.%, Kolophonium- und/oder Tallölderivate, 0-20 Gew.%, vorzugsweise 5-15 Gew.%, Kohlenwasserstoffharze, 0-15 Gew.%, vorzugsweise 5 bis 15 Gew.%, Naturharze, 0-20 Gew.%, vorzugsweise 0-10 Gew.%, Harzester, 0-5 Gew.%, vorzugsweise 3-5 Gew.%, Hilfsstoffe und 40-70 Gew.%, vorzugsweise 55-65 Gew.%, Toluol enthält.
Die Aufgabe wird desweiteren erfindungsgemäß durch ein Additiv zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck- und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken gelöst, das 1-10 Gew.% Toluol, 1-10 Gew.% eines Harzes und 90-100 Gew.% einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180"C enthalten, die aus einer oder mehrerer der Substanzklassen, Mineralöl, Polyalkylbenzol, pflanzliches öl, Glykolether, Glykolester, Glykoletherester und Polyisobutylen ausgewählt ist.
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung eines Additivs, das 0-90 Gew.% Toluol, vorzugsweise 1-10 Gew.% Toluol, 0-50 Gew.% eines Harzes, vorzugsweise 1-10 Gew.% eines Harzes und 10-100 Gew.%, vorzugsweise 90-100 Gew.%, einer Komponente mit einem Siedebereich von über 180°
enthält, zur Reduzierung des Resttoluolgehalts von im Tiefdruck- und/oder Flexodruckverfahren hergestellten Drucken, wobei die Komponente vorzugsweise aus einer oder mehrerer der Substanzklassen Mineralöl, Polyalkylbenzol, pflanzliches Öl, Glykolether, Glykolester, Glykoletherester und Polyisobutylen ausgewählt ist.
Dieses Additiv löst die Aufgabe vorzüglich, was umso mehr überrascht, da es selbst Toluol enthält.
Als Harze können kolophoniumbasierende und/oder tallölbasierende Harze, Kohlenwasserstoffharze, Harzester, Naturharze, wie z.B. Dam ar, eingesetzt werden.
Als Mineralöl können Mineralöle mit den folgenden Handelsbezeichnungen eingesetzt werden: Printosol C800/AP73, Pionier 6871, Pionier 6710 SH, Gravex 921. Als Polyalkylbenzole eignen sich z.B. Mediaplast VP 2160, Mediaplast PM und Mediaplast TR. Als pflanzliche Öle können Sojaöl, Rapsöl und Lackleinöl eingesetzt werden. Als Glykolether eignet sich z.B. Butyldiglykol, Triethylenglykoldimethylether und Tetraethylenglykol- dimethylether. Als Glykolester können Butyldiglykolacetat und Butylglykolacetat eingesetzt werden. Als Polyolefine eignen sich z.B. Polyisobutylene und Oppanol Bl.
Für die Auswahl der hochsiedenden Komponenten ist es wesentlich, daß die in der Druckfarbe verwendeten Bindemittelsysteme eine gewisse Löslichkeit in der hochsiedenden Komponente besitzen.
Die folgenden Beispiele sollen die überraschende und überaus vorteilhafte Wirkung der erfindungsgemäßen Druckfarben zeigen. Dabei konnte eine Reduzierung des Resttoluolgehalts in den Druckexemplaren bis auf nahezu ein Zehntel gegenüber nach dem Stand der Technik hergestellten Druckexemplaren erreicht werden.
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Beispiele
In den Beispielen wurden Farben mit folgenden Rezepturen eingesetzt:
Es wurden mit den Farben Gelb, Rot, Blau l, Blau 2 und Schwarz Laborandrucke unter folgenden Bedingungen herge¬ stellt:
Druckmaschine: Testacolor Druckform: gravierter Zylinder Druckviskosität: 21 s/3 mm nach DIN Druckgeschwindigkeit: 1,5 m/s Bedruckstoff: Naturpapier, 55 g/m 2 , Hersteller Albtal Vollton, einseitig bedruckt
Aus der Tabelle 2 ergeben sich die aufgrund einer Gaschro- matographieanalyse gefundenen Werte für den Resttoluolge- halt von 50 cm 2 großen Prüflingen für Farben nach dem stand der Technik sowie für Farben, die das erfindungsgemäße Additiv enthalten. Sämtliche Angaben beziehen sich auf die Menge Resttoluol in mg/m 2 Papier.
14 mg/π 15 mg/m Rot 62 mg/m 40 mg/m 2 24 mg/m 2 35 mg/m 2 40 mg/m'' i Bl au 1 70 mg/π 2 7 ~ i
44 mg/m 25 mg/m 45 mg/m 49 mg/m^ Schwarz 42 mg/rr 21 mg/m 10 mg/ 14 mg/rn^ 16 mg/m^ B] au 2 95 mg/π 28 mg/m 42 mg/m' 1 45 mg/m 22 mg/m^ 43 mg/m 46 mg/m^
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Es wurden ferner mit obengenannten Farben Testdrucke unter Praxisbedingungen hergestellt:
Druckmaschine: KBA TR 8 (Albert-Frankenthal)
Arbeitsbreite: 3,08 m
Druckform: gravierte Zylinder (2 4 Druckwerke)
Druckgeschwindigkeit: 45.000 m/h
Druckviskosität: 20 s/3 mm nach DIN
Trocknerbedingungen: Widerdruckwerk Schwarz 80°C, alle üb rigen Druckwerke 38-40"c, maximale
Luftmenge Bedruckstoff: Naturpapier, ca. 60 g/m 2
Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse der gaschromatographisehen Analysen.
Tabelle 3
Vergleichsbei¬ Beispiel Beispiel spiel 6 und 7 23 u. 24 25 u. 26
Ort der Probe¬ Farbsatz nach + 2 % + 4 % entnahme dem Stand der Printosol Printosol Technik C800/AP73 C800/AP73
Steuerpult 100 mg/m 2 75 mg/m 2 60 mg/m 2 Ablage 90 mg/m 2 65 mg/m 2 45 mg/m 2
Next Patent: DURABLE ANTIMICROBIAL SURFACE TREATMENT OF PLASTIC MATERIALS
